Esma Redžepova - homophobe Verliererin oder Opfer einer Boulevardkampagne?
› in Eurovision Song Contest 2013 - ESC Malmö von OLiverIn den letzten 24 Stunden konnte man lehrbuchmäßig erleben, wie sich ein zweifelhafter Report rasch und ungeprüft über die internationalen Fanmedien verbreitete, bis sogar Mainstreammedien wie n-tv das Thema aufgriffen: Hat Esma Redžepova, Mazedoniens Sängerin beim Eurovision Song Contest in Malmö, tatsächlich "überall Schwuchteln, die den Wettbewerb gestohlen haben" für ihr Ausscheiden verantwortlich gemacht? Die Kommentare der Leser auf diversen Fanseiten sind eindeutig, die knapp 70-Jährige wird als homophobe alte Frau beschimpft, die einen Sündenbock für das Ausscheiden von "Pred da se razdeni" (im zweiten Halbfinale des ESC) suche und ihn in den schwulen Fans des Wettbewerbs gefunden habe. Ein Shitstorm bahnt sich an. Nur wenige Leser der betreffenden Webseiten räumen ein, womöglich sei es ein Kulturschock für die international mit vielen Preisen dekorierte Sängerin gewesen, auf Partys und in der ESC-Blase andauernd schwulen Kerlen zu begegnen. Alle Berichte gehen auf eine Veröffentlichung im serbischen Tabloid "Kurir" zurück, das nicht gerade für seriösen Journalismus bekannt ist, sondern dafür, mit bunten und skandalträchtigen Storys über Prominente Auflagen und Klicks zu erzielen. Laut Kurir (hier der Originaltext) habe Esma statuiert, die gesamte ESC-Organisation sei von einer 'Gay Lobby' gekapert worden. Sie wird indirekt.. ...mehr