> Julia Koschel
„Es darf keinen Stillstand geben“
Dresden, 01.02.2012… 110 Jahre Zirkus Sarrasani: PRINZ sprach mit André Sarrasani über seine Ausbildung vom Schlosser zum Magier und eine 7-Jährige als Zirkusdirektorin
110 Jahre Sarrasani – was waren Ihre Highlights?
Davon gab es natürlich so einige. Dazu zählt auf jedenfall die Rückehr nach Dresden; als die Dresdner unsere Zirkuswagen anfassten und sagten: „Unser Sarrasani ist wieder da!“. Das waren bewegende Momente für uns alle. Aber auch die erste Trocadero-Saison vor acht Jahren war etwas Besonderes – wer hätte gedacht, dass ich mal Dresdner werde oder meine Tochter hier zur Welt kommen würde?!
Sie haben eine Schlosserausbildung gemacht – nicht unbedingt nötig für einen Magier und Zirkusdirektor. War es Teil Ihres Plans?
Es war zumindest Teil des Plans meiner Eltern. Sie haben immer gesagt, sie freuen sich, wenn ich in ihre Fußstapfen trete – einzige Bedingung war, dass ich die Schule abschließe und eine Ausbildung mache. Für mich stand aber schon früh fest, dass ich beim Zirkus bleiben wollte.
Bei der „Luminesque“-Premiere stand Ihre 7-jährige Tochter Satin mit Ihnen auf der Bühne. Wie war es für Sie als Vater, sie mit dabei zu haben?
Als Vater ist man in solchen Momenten natürlich unheimlich stolz. Dass sie mit auf die Bühne kommt, war ursprünglich nicht geplant, aber sie wollte eben gern. Meine Frau und ich haben immer darauf geachtet, sie aus der Öffentlichkeit fernzuhalten. Sie soll ganz normal aufwachsen, geht in eine normale Schule – soll einfach auf dem Boden bleiben. Das ist wichtig.
Wird man Sie jetzt häufiger gemeinsam erleben dürfen?
Diesbezüglich ist nichts Konkretes geplant. Aber wir hatten gerade neulich eine lustige Situation, als sie das große Panoramabild sah und sich zunächst nicht entdeckte. Sie meinte dann zu mir: „Papa, warum bin ich da nicht drauf? Ich bin doch die nächste Generation!“ Sie sieht es also schon als gegeben an, dass sie meine Nachfolge antreten wird. Aber noch hat das Zeit.
Der geplante Auftritt in Abu Dhabi 2011 ist geplatzt. Wird es einen zweiten Anlauf geben?
Im Moment sieht es danach aus. Die Vorbereitungen sind im Gange. Doch nach der Erfahrung im letzten Jahr glaube ich es erst, wenn wir da sind.
Die Shows wurden mit den Jahren immer anspruchsvoller. Haben Sie Angst, an Ihre Grenzen zu stoßen?
Natürlich bringt so etwas einen gewissen Druck mit sich. Aber solch eine Beurteilung ist immer recht subjektiv. Ich bin eh ein Mensch, für den es keinen Stillstand geben darf, es gibt immer etwas zu verbessern. Dieses Business bietet unwahrscheinlich viele Möglichkeiten. Da werden uns sicher nicht die Ideen ausgehen. Kurz gesagt: Nein, davor habe ich keine Angst.
Gibt es Dinge, die Sie in beruflicher Hinsicht noch erreichen wollen?
Mir ist es wichtig, dass das Unternehmen kontinuierlich wirtschaftlich arbeitet. Und ich möchte mal auf eine richtig lange Zirkustour gehen – nicht mit Pferdchen linksrum, Pferdchen rechtsrum –, sondern mit einer modernen Show durch Europa touren.
Das Gespräch führte Julia Koschel.
Kleines Update: Die Galanacht am 31.1.2012 war ein voller Erfolg. 30.050 Euro wurden für den guten Zweck gesammelt. Auch insgesamt kann man die am Sonntag zu Ende gegangene Saison als sehr erfolgreich einstufen. Wir vom PRINZ Dresden freuen uns daher jetzt schon auf die nächste Saison, die im Herbst 2012 sicher wie immer Dresden begeistern wird.











