Deutschland

Auf nach Lissabon! (17): Felix Jaehn

Und weiter geht es mit den Vorschlägen für einen deutschen Act in Lissabon. Das Thema „DJ“ hat ja bereits PRINZBlogger Marc in Folge 9 mit Alle Farben aufgegriffen. Aber es gibt noch mindestens einen weiteren DJ von internationalem Format, den sich PRINZBlogger Jan in Portugal vorstellen kann – Felix Jaehn.

Die Fakten

Der in Hamburg gebürtige und in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsene Felix hatte vor knapp 3 Jahren seinen allerersten Hit innerhalb und außerhalb Europas mit einem Remix des Songs „Cheerleader„. Im Jahr darauf gelang ihm mit einer neuen Version des alten Chaka-Khan-Klassikers „Ain’t nobody“ ein veritabler Sommerhit.

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Mit dem deutschen Top-Star Mark Forster, der vor zwei Jahren beim ESC in Wien als Mitglied der deutschen Jury fungierte, gründete Felix das Musikprojekt „Eff“ – und gleich der erste Song „Stimme“ schaffte es an die deutsche Chartsspitze.

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Alles, was Felix seitdem anfasst – seien es Remixe älterer Hits oder komplette Neuproduktionen (selbstverständlich produziert der erst 23-jährige selbst!), wird irgendwie zum Hit – und das nicht nur bei uns, sondern auch hier und da im Ausland! Schon allein deshalb lohnt sich ein näherer Blick auf ihn und die Möglichkeit eines internationalen Ansatzes für den kommenden ESC.

 

Die Emotionen

Ganz ehrlich gesagt – bisher kannte ich eigentlich ziemlich wenig Sachen von Felix. Natürlich kannte ich ihn und kannte auch die diversen Remixe aus dem Radio. Aber wie das ganz oft so ist – zusammengebracht habe ich beides nicht unbedingt.

Eine Autofahrt im Sommer über die BAB 7 in Richtung Ostsee hat mich dann aber doch auf ihn aufmerksam werden lassen. Da wurde auf einmal ein Song gespielt, bei dem ich sofort gedacht habe: Ab damit zum ESC! Ich war so begeistert, dass ich bisweilen Schwierigkeiten hatte, in einer der zahlreichen Baustellen die Spur zu halten…

Und das hier ist der Song – „Hot 2 touch“, den Felix zusammen mit dem britischen DJ Hight und dem US-Amerikaner Alex Aiono ausgerechnet einen Tag vor dem ESC-Finale in Kiew veröffentlicht hat. Wenn das kein Zeichen ist…

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Wahnsinnig schade, dass man mit der Veröffentlichung nicht noch ein paar Monate gewartet hat. Sonst hätte man zumindest mal bei Felix und Alex anfragen können!

Natürlich hätte ein Song dieser Machart in meinen Augen eine ziemlich gute Chance, sowohl beim Publikum als auch bei den Jurys zu funktionieren. Modern, chartorientiert und gut produziert. Und vermutlich auch anständig auf die Bühne gebracht.

Auch das neueste Werk von Felix könnte man durchaus in Erwägung ziehen. Zwar hat der Song „Like a riddle“ (feat. Hearts & Colors und Adam Trigger) nicht den ganz großen Wumms wie „Hot 2 touch“, ist aber trotzdem tanzbar und lässt sich ziemlich gut mitsingen. Und die oben bereits genannten Attribute, weshalb ein Jaehn-Song funktionieren könnte, gelten auch hier.

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Das Argument

Aus meiner Sicht wird es endlich mal Zeit, dass aus Deutschland wieder ein Song kommt, der die Tanzflächen füllt und die Zuschauer in Partystimmung einfach mitreißt. Sowas gab es von uns bisher viel zu selten beim ESC! Deshalb denke ich, dass Felix Jaehn ein guter Kandidat für Deutschland wäre – auch wenn ich weiß, dass Künstler dieses Kalibers eher schwierig zu rekrutieren sind. Gerade in Deutschland. Man setzt sich zwar gern mal in die Jury – aber selbst den Hut in den Ring werfen, das passt dann aus Termin- oder sonstigen Gründen zumeist nicht. Schade!

Wir bräuchten mal jemanden aus der deutschen Topszene, der mutig voranschreitet – Felix Jaehn könnte dieser Jemand sein! Topmodern und voll auf international ausgerichtet! Eine Garantie für eine Top-Platzierung gibt es damit natürlich auch nicht – aber man hätte zumindest mal wieder einen Beitrag, der auch das breitere Publikum erreicht und vermarktungstechnisch ein Selbstgänger ist.

In den Social Media findet Ihr Felix natürlich bei Facebook, bei Twitter und einen eigenen Youtube-Kanal hat er selbstredend auch.

 

Bisher in der Serie „Auf nach Lissabon!“ erschienen:

(1) Feuerherz (Matthias)
(2) Alvaro Soler (Marc)
(3) Wincent Weiss (Douze Points)
(4) Sarah Connor (OLiver)
(5) Franziska Wiese (DJ Ohrmeister)
(6) Claire (manuel d.)
(7) Maria Voskania (Ansgar)
(8) Laing (BennyBenny)
(9) Alle Farben (Marc)
(10) Toksï (Jorge)
(11) Michelle (Salman)
(12) DSDS-Talente (Tjabe)
(13) Maite Kelly (Douze Points)
(14) Ryk (bb)
(15) Rilli Willow (Dominik)
(16) Madeline Juno (BennyBenny)

Aktuell, ESC-Vorentscheid, Serien

22 Kommentare Kommentar schreiben

  1. Matty

    24.10.2017 | 09:30

    Ein Vorschlag, den ich unterstütze! Als nächstes solltet Ihr einen Artikel zu Robin Schulz, der mit seinen Songs „Headlights“, „Sugar“ und „OK“ sehr erfolgreich in den nationalen und internationalen Charts gewesen ist.

  2. Max

    24.10.2017 | 10:34

    Er kann gerne ein Lied einsenden

    Vielleicht ja für Madeline Juno.
    Dass ich DJ’s auf der Bühne albern und unnötig finde gilt immer noch.

  3. Jorge

    24.10.2017 | 13:18

    Wer Probleme mit DJ-produzierter Musik oder DJ-Performances beim ESC hat, will oder kann die Musik nicht verstehen und wird sich immer an Vordergründigem aufhängen. Genauso gut könnte man fragen, wieso Balladen meist von Frauen im Abendkleid gesungen werden.

  4. Jorge

    24.10.2017 | 13:34

    Think big, in Youtube Währung:
    Top5 der Robin Schulz Songs bei Youtube: 96 – 458 Mio Clicks
    Top8 der Zedd Songs: 111 – 902 Mio. Clicks
    Top5 der Felix Jaehn Songs: 23 – 781 Mio. Clicks
    Top5 der Alle Farben Songs: 15 – 91 Mio Clicks

    Selbst wenn ein Teil davon nicht aus Europa stammt, ist das erstmal ’ne Hausnummer, an der Publikum & Jurys nicht mal eben vorbeisehen. Gibt noch andere dt. DJ’s mit etwas geringerer Reichweite um die 10 Mio. Clicks. Und Blogliebling HellFish schafft es übrigens nur auf max. 51 Mio Clicks (oder mit 3 aggregierten Videos auf max. 96 Mio.).

    Womit man die großen DJ-Produzenten kobern könnte? Mit einer „Battle“, mit der Konkurrenz untereinander, evtl. einer Themenrunde beim VE (wird ja nicht passieren). Damit würde man aber zeigen, dass man es ernst meint. Dass man es nicht als Beiwerk für eine glattgeschliffene Middletempo-Herz-Pop-Nümmerchen sieht. Und dass man auch anderes Publikum zum Einschalten bewegen möchte. Wenn, dann sollte man vermeiden, dass so eine Teilnahme verpufft oder einer der DJ’s nur B-Ware schickt.

  5. Chris Cross

    24.10.2017 | 13:54

    Also Leude, beim ESC ist alles möglich! Es muss nur einfach Charakter haben.
    Seit ich dieses Lied gehört habe, wäre das unser aktuelle Traum-Beitrag:
    https://www.youtube.com/watch?v=yqoMQ8-JyNQ

  6. escfan05

    24.10.2017 | 14:23

    Ist Felix Jähn ein Sänger? Ist das der Eurovision DJ Contest? Also nee, diese Technonervmusik brauche ich beim ESC auf keinen Fall.

  7. Frederik

    24.10.2017 | 14:24

    Jörg, du nervst. Sorry, musste mal raus.

  8. Frederic

    24.10.2017 | 14:59

    Nach meinem etwas altmodischen Verständnis sind DJs Leute, die Musik auflegen und ggf. noch mit anderer Musik kombinieren. Und obwohl mir klar ist, dass auch so jemand in der Lage sein kann, einen eigenen Song zu produzieren, haftet ihm für mich immer der Makel des Uneigenständigen an – was durch regelmäßige Sample- und Recycling-Eskapaden solcher Leute mehr oder weniger bestätigt wird.
    Aber immer hereinspaziert in den Vorentscheid!

  9. escfan05

    24.10.2017 | 17:01

    @Frederic: Wie jeder Andere sage ich meine Meinung über die Künstler, ob dich das nervt, geht mir am Sonstwo vorbei.

  10. Jorge

    24.10.2017 | 19:44

    DJs als Person auf der Bühne gibt es seit den Raves Ende der 80er Jahre oder im Hip-Hop Bereich auch schon früher. Will damit sagen: Sowas ist Geburtsjahrgängen so ab 1975-80ff nicht mehr ganz neu.

    Kein Mensch erwartet einen einsam am Sampler stehenden Typen oder Turntablerocker auf der Bühne. Wäre aber schön, überhaupt mal in diesem Stil top produzierte Songs anzubieten. Und wenn schon von Inszenierung beim ESC gesprochen wird, braucht man dieses Element nicht von vorneherein ausschliessen. Mit XYZ feat. Felix Jaehn ist es auch glaubhaft, den DJ auch als Teil(!) des Ganzen real zu sehen. Natürlich muss die Grundlage (Song) und die Performance (Live-Gesang) stimmen. Der Vorteil der Jaehns, Zedds, Kalkbrenners oder Schulzes ist doch, dass die auch potente Partnerkünstler für so ein Projekt verpflichten und deren Songs international charten, nicht nur eine Woche in D auf Platz 28.

  11. melodifestivalenfan

    24.10.2017 | 19:50

    Hier bin ich ganz bei @Jorge
    Gerne dieses Experiment. Nur haben wir nur einen Schuss pro Jahr. Da muss auch alles passen.

  12. Little Imp

    24.10.2017 | 22:02

    Irgendwie muss ich gerade an 2015 denken. Noize Generation … Da stand doch auch schon jemand beim Vorentscheid hinterm Pult. Und bei Blitzkids mvt. auch.

  13. cars10

    24.10.2017 | 22:53

    Felix kann nach eigener Aussage mit dem ESC nichts anfangen, das ist nicht seine Welt. Also, träumt weiter :-)
    Bonfire mit Alma wäre allerdings ein gutes (=besseres!) Brett gewesen als das hier vorgeschlagene Hot2touch, by the way. Aber wie gesagt, ESC ist ausserhalb seiner Ambitionen. Sehr weit ausserhalb.

  14. DerKai

    24.10.2017 | 23:23

    Moin!
    Die Jungs sind alle gut. Sie müssen auch gar nicht auf die Bühne. Es genügt doch völlig, wenn Sie dem nächsten Beitrag einen professionellen und zeitgemäßen Schliff geben. Da sind deutsche DJs ganz weit vorn. Also bitte: Engagement!

  15. Frederic

    25.10.2017 | 09:49

    DerKai hat völlig recht – der Zoohacker-Mix von Kedvesem wäre noch ein Beispiel. Da hätte man womöglich auch bei Perfect Life noch mehr retten können (der Madizin-Mix war ja eher stumpf auf Dance getrimmt).

  16. DerKai

    25.10.2017 | 20:43

    @Frederic
    Kedvesem im Mix höre ich heute noch gern! Bei Perfect Life habe ich ja noch lang auf den finalen Mix gehofft.

  17. Calv

    26.10.2017 | 15:35

    Wäre eine Sensation, wenn man Zedd/Felix Jaehn/Robin Schulz etc. überzeugen könnte. Dass sie sich in einem Vorentscheid stellen würden halte ich für sehr unwahrscheinlich, ein Act dieser Größe ist auf den ESC nicht angewiesen, andersherum jedoch schon. Somit spart das Geld für den Vorentscheid und bezahlt dem Felix eine Art Entschädigung, damit wir seinen Namen und sein Lied in den ESC-Ring schmeißen können.

  18. escfan05

    26.10.2017 | 16:02

    @Calv: Aber nur wenn die Zuschauer über den Song abstimmen dürfen. Für mich wäre das zumindest das Mindeste an Mitbestimmung. Ansonsten bin ich der Meinung, das man unbedingt an einer VE festhalten sollte. Ich bin absolut gegen eine interne Nominierung. Die ARD ist einer der reichsten Fernsehanstalten in Europa, ein Vorentscheid ist für die ARD durchaus realisierbar. Wenn selbst kleine Nationen wie San Marino, Montenegro oder Rumänien einen Vorentscheid abhalten können, dann die ARD erst recht. Außerdem gibt es genügend Beispiele aus Deutschland bei dem eine interne Nominierung auch nicht zum Erfolg geführt hat. 2009, 1995, 1993, nur mal 3 Beispiele zu nennen.

  19. J.D.L

    26.10.2017 | 23:06

    Ich fände Felix Jaehn beim ESC persönlich eine gute Idee. Jung, frisch & state of the Art.
    Würde den Gedanken noch verfeinern und wenn möglich auch einen Gastbeitrag hier schreiben mit meiner Idee, welchen sänger ich wählen würde.

  20. kleenerstef

    27.10.2017 | 14:31

    uuups… der NDR ist aus dem Vor-Winterschlaf-Modus erwacht:

    Vorentscheid-Modus steht fest – Bewerbungsfrist läuft

    http://www.eurovision.de

  21. 4porcelli

    28.10.2017 | 18:48

    Bin völlig Eurer Meinung, @Matty (passiert nicht so oft) und @Jorge (mal wieder) – der Junge ist top, wenn auch wohl leider nicht affin für den ESC bzw. den angekündigten VE-Modus. Es gibt anscheinend immer noch zu viele Leute die glauben DJ = Dustin the Turkey.
    @Frederic mit C (ist mein 2. Vorname aber mit k) – Dein Konzept vom DJ ist wirklich sehr altmodisch – ev. kann Dich meine 75-ährige Mutter hier aufklären? oder bist Du mit von Papi bezahltem/r Fagott/Cello/Bratsche beschäftigt?

  22. Frederic

    30.10.2017 | 12:41

    @4porcelli

    *grins*
    Sieht Felix Jaehn selbst aber eigentlich gar nicht groß anders:
    „DJs haben ja bei so 1-Track-Performances im Fernsehen tatsächlich immer das Problem, dass sie nichts zu tun haben weil ein DJ natürlich mehrere Lieder miteinander mischt, normalerweise“.
    https://www.youtube.com/watch?v=xCJCXV0sgvk&t=1m37s
    Sofern sie nicht auflegen/mixen, sehe ich DJs wirklich eher jenseits der Bühne, weshalb dann beim Auftreten meistens auch ein anderer Performer wie Aleksander Walmann (JOWST), Sia (David Guetta) oder Alma (Jaehn) im Vordergrund steht.
    Deiner Mutter DJ-Definition (in eigenen Worten) würde mich natürlich schon interessieren.

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