Tim Bendzko gewinnt den Bundesvision Song Contest 2011

Köln, Lanxess Arena: In diesem Jahr kam der Bundesvision Song Contest aus NRW. Aber nicht der Sieger. Denn erneut holte sich die Hauptstadt den Sieg: Tim Bendzko aus Berlin-Köpenick gewann den Grand Prix der 16 Bundesländer. Unser Liveblog zum Nachlesen.

Der Berliner Tim Bendzko hat den siebten Bundesvision Song Contest gewonnen. Mit deutlichem Vorsprung vor dem Soulsänger Flo Mega aus Bremen holte er den dritten Sieg für die Hauptstadt, nach Seeed und Peter Fox.

Das Ergebnis in der Übersicht:
1. Berlin: Tim Bendzko, “Wenn Worte meine Sprache wären”
2. Bremen: Flo Mega, “Zurück”
3. Niedersachsen: Bosse & Anna Loos, “Frankfurt Oder”
4. Baden-Württemberg: Glasperlenspiel, “Echt”
5. Sachsen: Kraftklub, “Ich will nicht nach Berlin”
6. Rheinland-Pfalz: Jupiter Jones, “ImmerFürImmer”
7. Nordrhein-Westfalen: Frida Gold, “Unsere Liebe ist aus Gold”
8. Hamburg: Thees Uhlmann, “Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf”
8. Mecklenburg-Vorpommern: Jennifer Rostock, “Ich kann nicht mehr”
10. Bayern: Andreas Bourani, “Eisberg”
11. Saarland: Pierre Ferdinand et les Charmeurs, “Ganz Paris ist eine Disco”
12. Thüringen: Alin Coen Band, “Ich war hier”
13. Sachsen-Anhalt: Flimmerfrühstück, “Tu’s nicht ohne Liebe”
13. Hessen: Juli, “Du lügst so schön”
13. Brandenburg: Doreen, “Wie konntest du nur”
16. Schleswig-Holstein: Muttersöhnchen, “Essen geh’n”

Tim Bendzko reiht sich ein in die Liste der bisherigen Sieger des BuViSoCo:
2005: Juli, “Geile Zeit” (Hessen)
2006: Seeed, “Ding” (Berlin)
2007: Ooomph! feat. Marta Jandová, “Träumst du?” (Niedersachsen)
2008: Subway To Sally, “Auf Kiel” (Brandenburg)
2009: Peter Fox, “Schwarz zu Blau” (Berlin)
2010: Unheilig, “Unter deiner Flagge” (Nordrhein-Westfalen)
2011: Tim Bendzko, “Wenn Worte meine Sprache wären” (Berlin)

YouTube Preview Image
Tim Bendzko: Wenn Worte meine Sprache wären (unplugged bei Antenne Bayern)

Wir haben die knapp vierstündige Show aus Köln live gebloggt – hier zum Nachlesen.

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20:15 Uhr – Wie im Vorjahr führen Johanna Klum und Stefan Raab durch den Abend mit 16 Acts, die alle in die Fußstapfen von Unheilig treten wollen. Doch natürlich kann nur einer gewinnen. Raab marschiert wieder mit 16 Damen ein, die die Fahnen der Bundesländer schwenken. Dann begrüßt er Co-Moderatorin Johanna Klum und den Sänger von Unheilig, Der Graf. Der bringt die Trophäe mit, die er am Ende des Abends an den Sieger des Abends weiterreichen wird.

20:18 – Beim Grand Prix der Bundesländer muss mindestens 50 Prozent des Liedes auf Deutsch gesungen werden. Allerdings tragen sowieso alle 16 Songs deutsche Titel. Aus dem Green Room meldet sich ESC-Siegerin Lena Meyer-Landrut, sitzt auf einem der weißen Sessel Probe und präsentiert den noch vollen Bierschrank. Dann schaltet sie zu dem (leider wie unvermeidlichen) Elton, der sich in die Menge in der Halle gemischt hat und nun zum Singen von “Viva Colonia” animiert. Ach je… schnell zurück zu Stefan und Johanna.

20:22 – Die beiden Moderatoren schauen nach Hessen und Sachsen. Wir werden darauf eingestimmt, dass wieder so manche (teils etwas peinliche) Radiomoderatoren später die Punkte vorlesen werden.

20:25 – Es geht los! Startnummer 1 für Mecklenburg-Vorpommern. Jennifer Rostock, eine Band aus Zinnowitz, war vor ein paar Jahren schon mal beim Contest dabei. Ihr “Kopf oder Zahl” gefiel mir damals ganz gut (Platz 5). Mal sehen, wie sie heute abschneiden, mit “Ich kann nicht mehr”.

2008 klang ihr Song nach Neuer Deutscher Welle, nach der frühen Nena. Heute ist das alles irgendwie zahmer – zumindest in der ersten Hälfte des Songs. Dann drehen Jennifer Rostock doch noch ein bisschen auf. Inklusive Pyrotechnik, brennender Radios und hohen Flammen. Optisch gut, aber der Song hat keinen so richtigen Höhepunkt. Akzeptabel. Aber 2008 waren sie besser.

20:30 – Sachsen-Anhalt hat die Startnummer 2. “Tu’s nicht ohne Liebe” heißt der Song, den Flimmerfrühstück präsentieren. Die Band kommt aus Halle an der Saale und will mit einer melodischen Indie-Pop punkten. Der Sänger sitzt dabei an einem roten Klavier, während seine drei Bandkollegen um ihn herum positioniert sind. Ach, einen Perserteppich haben sie auch noch ausgerollt. Und dazu olle 60′s/70′s Sessel und eine Ledercoach. Was macht man nicht alles, wenn das Lied nicht besonders stark ist…

20:36 – Das Duo Muttersöhnchen darf für Schleswig-Holstein ran. “Mit organischen Mitteln” soll der Song präsentiert werden, heißt es im Einspieler. Aha… Die Lübecker wollen wohl besonders witzig sein: “Ruft bloß nicht an für uns!” Raab weist auf “derbe Lyrics” hin. Was uns bei “Essen geh’n” wohl erwartet?

Der Sänger im goldfarbenen Ganzkörperanzug singt davon, am Samstagabend Essen und was Trinken gehen zu wollen, um danach ein bisschen F…. zu gehen. Beim F-Wort drückt er dabei immer einen “Zensur”-Button. Hahaha, sowas von nicht lustig! Sein Kollege im silbernen Overall bedient derweil das Keyboard. Hmmm – wenn schon Scheiße, dann so richtig Sch….

20:42 – Brandenburg gewann schon einmal mit der Band Subway To Sally. Diesmal singt Doreen für das ostdeutsche Bundesland (ich verkneife mir jetzt den Spruch über ostdeutsche Frauenvornamen…). “Wie konntest du nur” ist eine angenehme Ballade. Dafür hat sich die Sido-Freundin mit ihrem langen blonden Haar in ein weißes Kleid geworfen. Der Background ganz in Blau gehalten, dazu ein paar Streicher und eine Begleitband auf der Bühne. Schön! Allerdings merkt man zwischendurch, dass die 24-Jährige, die einst Mitglied der Castingshow-Band Nu Pagadi war, nicht die allerstärkste Stimme hat. Alles in allem aber ein gutes Gesamtpaket. Sollte heute Abend nicht allzu schlecht abschneiden. – Jetzt gibt’s erst mal Werbung.

20:55 – Mit der Instrumentalversion von “Wadde hadde dudde da” sind wir zurück in der Lanxess Arena. Weiter geht’s mit dem fünften Beitrag des Abends. Er kommt aus Baden-Württemberg. Das Duo Glasperlenspiel kommt aus Stockach am Bodensee. Ihr Titel “Echt” ist schon hoch in den deutschen Charts eingestiegen. Mal sehen, was das für den Wettbewerb heute Abend bedeutet… Die Bühne mit weißen Kugeln nimmt ebenso Bezug auf den Bandnamen wie die Kugeln auf der LED-Wand. Der Song selbst ist ein netter Popsong mit einem eingängigen Refrain. Die meiste Zeit über auch gut gesungen – im Zwischenteil hören wir leider ein paar schiefe Töne von Band-Mitglied Daniel.

21:00 – Lena meldet sich aus dem Green Room. Doreen sagt, dass sie erleichtert ist… Zurück zu Klum und Raab. Das Saarland darf ran. Pierre Ferdinand et les Charmeurs singen “Ganz Paris ist eine Disco” – mit französischem Akzent. Der Songtitel nimmt Mireille Mathieus “Ganz Paris ist ein Theater” aufs Korn. Der Sänger wirkt ein bisschen wie eine Kreuzung von Elvis und Charles Aznavour, hat sich in Glitzerschale geschmissen und singt besser als neulich bei TV Total. Musikalisch hat das ganze ein wenig von dem Disco-Pop-Soul, den auch Jan Delay macht. Das alberne Getanze der Sekretärinnen im Background wär aber nicht nötig… Huch, die reißen sich die Kleider vom Leib und stehen plötzlich im Glitzer-Bikini da. Viel nackte Haut soll also zusätzliche Punkte bringen. Mal sehen, ob die Rechnung aufgeht.

21:08 – Der Deutsch-Ägypter Andreas Bourani aus Augsburg war schon mit “Alles nur in meinem Kopf” in den Charts. Sein Song “Eisberg” soll Bayern den ersten BuViSoCo-Sieg bringen. Wieder deutschsprachiger Indie-Pop, mit “Bin ein Eisberg auf der See” und “kaltes Herz”-Metaphern. Textlich hat das ganze bisweilen zwar Oberstufen-Lyrik-Qualität, aber gut gesungen. Man muss es halt mögen, wenn Männer mit hoher Kopfstimme singen. Ich ertappe mich dennoch beim Gähnen. (Vor dem Auftritt meldet sich Elton aus der bayerischen Fanecke in der Halle. Dabei war es doch so angenehm, lange nichts von ihm zu hören….)

21:13 – Nach Bayern kommt der nächste Freistaat: Sachsen hat Startnummer 8. Kraftklub aus Chemnitz kombinieren Rock mit Sprechgesang. Im Einspieler kommen die Jungs ganz sympathisch rüber: “Wir rechnen mit einem harten Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz 16.” Auch ihr Song ist ein klares Statement: “Ich will nicht nach Berlin”. Die E-Gitarren geben einen treibenden Beat vor. Die Strophen haben einen punkigen Beat, der retrohaft an die Sex Pistols erinnert. Cool.

Die Jungs in Silber mit Hosenträgern – doch bei genauem Hinsehen erkennt man: Die haben gar nix an, die Hosen und Hosenträger sind auf die nackte Haut gemalt. Mutig und cool. Da rufen wir doch gleich mit: “Karl-Marx-Stadt!! Ich will nicht nach Berlin!” Witzig, wie die Jungs den Berlin-Hype aufspießen. Die Band bekommt auch viel Applaus, und Lena begrüßt sie persönlich im Green Room. Groupie-Alarm!! Peinlich. – Werbung zur Halbzeit.

21:29 – Auf zur nächsten Runde. Mit Startnummer 9 kommt die Alin Coen Band aus dem Klöße-und-Bratwurst-Staat Thüringen, die Singer-Songwriter-Material mit nach Köln gebracht hat. “Ich war hier” dreht sich um unerwiderte Liebe. Die Halle ist ganz still, kein Mucks aus dem Publikum, als Sängerin Alin Coen erst mal ganz allein ihre Akustikgitarre zupft und zerbrechlich dazu singt. Dann setzt die Band ein. Mit vielen kleinen Lämpchen wirkt es aus der Ferne, als ob die Gruppe in einem Meer aus Teelichtern steht. Sieht gut aus, doch der Song ist sperrig, hat keinen eingängigen Refrain. Qualitativ hochwertig, aber leider auch schnell wieder vergessen.

21:35 – “Ich weiß jetzt, was mit den Kostümen meiner ‘Taken by a stranger’-Backgroundtänzer passiert ist”, scherzt Lena im Green Room beim Glitzerduo Muttersöhnchen aus Schleswig-Holstein. Kurz noch etwas Small Talk mit Glasperlenspiel, dann geht’s weiter mit Niedersachsen. Anna Loos geht diesmal fremd – vergangenes Jahr sang sie als Frontfrau von Silly für Sachsen-Anhalt, diesmal singt sie ohne Band, aber mit Bosse aus Braunschweig. “Frankfurt Oder” heißt die Nummer. Die wird ganz nüchtern präsentiert, ohne viel Tamtam. Unterstützt von einer Band, singen sich Anna und Axel die meiste Zeit an: “Ich bin froh, dass du da bist.” Immerhin nutzt jetzt endlich mal jemand den Catwalk – die beiden laufen ins Publikum. Das Lied ist eine bodenständige, melodiöse Songwriter-Nummer, die mit einem starken Refrain im Gedächtnis bleibt.

21:43 – Juli!! Die Siegerband des allerersten Bundesvision Song Contests (“Geile Zeit”) wagt es noch einmal. Für Hessen singen die Gießener diesmal “Du lügst so schön”. Sängerin Eva Briegel steht im Mittelpunkt in einem blutroten Kleid – mit Kapuze und extrem viel Stoff, der auf dem Bühnenboden ausgebreitet liegt. Eine leicht angerockte Ballade, bei dessen Refrain Eva auch hohe Töne anschlägt. Soll wohl an den Vorjahressieger von Unheilig anknüpfen. Ob das gelingt? Optisch wirkt der Gegensatz aus dem Rot und dem schwarz-weißen Background mit fliegenden Vögeln ganz wunderbar. Tolle Stimmung, die prima zu dem Lied passt.

21:48 – Mit Hamburg geht’s weiter. Thees Uhlmann von der Band Tomte hat den längsten Songtitel mitgebracht. “Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf” aus seinem Solo-Album (die Band gibt’s weiterhin, Thees macht nur gerade ein wenig alleine Musik) soll der Hansestadt den Sieg bringen. Die angerockte Songwriter-Nummer wird auf der LED-Wand begleitet von einem krisseligen Film (Super-8?), der ein Kleinkind im Garten zeigt. Man weiß gar nicht so recht, was man dazu sagen soll: Die Band rockt sich durch die geschätzt 4 Minuten, Thees singt wie er halt immer singt (manchmal presst er so die Wörter raus, er wirkt auch angespannt, man könnte fast sagen angestrengt) und es klingt, wie Tomte halt auch so klingt. Ohne große Überraschungen, aber okay. – Und wieder eine Werbepause.

22:03 – Aus “Lovely Lena” wird heute “Fremdschäm-Lena”, je länger der Abend dauert. Jetzt versteckt sie sich im Green Room unter Eva Briegels rotem Kleid, die fühlt sich “etwas beengt” und zitiert Andrea Berg (“wir sind alle Piraten der Liebe”). Weiter geht’s: Wird die Startnummer 13 Jupiter Jones Glück bringen? Die Band aus Rheinland-Pfalz weiß schon, wie sich Erfolg anfühlt: “Still” war der große Hit in diesem Jahr. “ImmerFürImmer” soll daran anknüpfen. Die Band hat ihr gezeichnetes Maskottchen mitgebracht, das ganz groß hinter ihr steht: eine Art Teddybärkopf, schwarz-weiß, mit Baseball-Kappe auf. Die Nummer rockt, kommt meiner Meinung nach aber an die Klasse von “Still” nicht heran.

22:09 – Bremen schickt Flo Mega. Im Einspieler kündigt er an, er mache Musik im Soulstil der 70er Jahre. Das klingt schon mal nicht schlecht. “Zurück” heißt der Song. Startet gleich mit starkem Bläsereinsatz und relaxter Gitarre. Flo Mega hat nicht zu viel versprochen: Das groovt richtig gut. Er – ganz in Schwarz mit hellroter Krawatte und Sonnenbrille – steht allerdings recht steif da (bis er einen schrägen “Moonwalk” aufs Parkett legt). “Zurück” klingt ein wenig wie eine Melange aus Clueso und Roger Cicero. Gefällt mir richtig gut! Und er kriegt auch kräftig Applaus in der Halle.

22:16 – Nach dem eher unbekannten Flo Mega jetzt wieder ein bekannter Name: Tim Bendzko. Nach dem Charthit “Nur noch kurz die Welt rennen” singt er jetzt den Titelsong seines Albums, “Wenn Worte meine Sprache wären”. Gewinnt Berlin erneut den BuViSoCo? (2 Siege gab’s schon, für Seeed und Peter Fox). Als Raab den Act ankündigt, brandet schon Jubel in der Arena auf. Der 26-jährige Köpenicker singt auch live sehr, sehr gut. Er hat sich eine Band und drei Cellisten mitgebracht. Eine starke Pop-Nummer, die wieder viel Applaus bekommt.

22:20 – Der Titelverteidiger und Gastgeber fehlt noch: Nordrhein-Westfalen. Die Popband Frida Gold aus dem Ruhrpott mit Frontfrau Alina Süggeler hat schon mit “Zeig mir wie du tanzt” auf sich aufmerksam gemacht. “Unsere Liebe ist aus Gold” ist eine weitere Auskopplung aus dem Album “Juwel”, mit dem gleichen tanzbaren Rhythmus, den auch schon die anderen Hits ausgezeichnet hat.

Alina singt gut, allerdings ist die Musik fast einen Tick zu laut oder ihr Gesang untersteuert. Sie beendet den Vortrag, indem sie ihre gold eingefärbte Handinnenfläche in die Kamera streckt. Nett.

22:29 – Stefan Raab erklärt den Abstimmungsmodus. Wie bei jedem Bundesvision Song Contest kann für jedes Lied angerufen werden – also auch für den Beitrag des eigenen Bundeslandes. Ich selber bin noch ratlos: Für wen würde ich anrufen? Glasperlenspiel? Tim Bendzko? Flo Mega? Bosse/Loos? Juli und Frida Gold waren auch gut. Doreen auch nicht übel… Das wären dann wohl meine Top7. Die Reihenfolge muss ich mir noch überlegen… :-) Der Schnelldurchlauf kann da vielleicht helfen. Und dann kann man ja während der Werbung weiter grübeln.

22:48 – Johanna und Stefan erklären nochmal, wie man abstimmen kann. Vor allem bei den SMS ist das ja etwas komplizierter – denn da muss man ja auch kommunizieren, von wo aus man anruft. So ergeben sich am Ende vierstellige Nummern, etwa 0207, wenn man aus Sachsen-Anhalt (02) simst und für Andreas Bourani (07) seine Stimme abgeben will. Es dürfte jedenfalls spannend werden.

22:58 – Unheilig singen noch einmal ihren Siegertitel vom Vorjahr, “Unter deiner Flagge”.

23:02 – Lena läuft durch den inzwischen gut gefüllten Green Room, holt sich Komplimente von Tim Bendzko ab und quatscht mit Thees Uhlmann. Der zeigt sich aufgeregt. (Aber sicher nicht so aufgeregt wie Lena, der man diese Aufgabe nächstes Jahr nicht mehr antragen sollte.) Und Doreen ist in guter Stimmung…

23:04 – Die letzten Sekunden laufen. Dann sind die Leitungen geschlossen. Die Abstimmung ist vorbei! Und weil ProSieben noch nicht genug mit den Anrufen verdient hat, gibt’s noch etwas Werbung.

23:13 – Es geht los mit den Punkten. Nach dem ersten Voting aus Rostock führt natürlich Jennifer Rostock – die Mecklenburg-Vorpommerner haben sich selbst die Höchstpunktzahl (12) gegeben. Die 10 Punkte gingen an Niedersachsen (Anna Loos und Bosse).

23:15 – Aus Sachsen-Anhalt gehen 12 Punkte an die eigene Band Flimmerfrühstück, 10 an Loos/Bosse. Es führt das Duo aus Niedersachsen.

23:18 – Zwischen Nord- und Ostsee riefen die meisten für Thees Uhlmann an (12 Punkte), gefolgt von Tim Bendzko (10). Nur 3 Punkte gab’s für die eigene Band Muttersöhnchen und ihrem F….-Song. So wenig Punkte für den eigenen Beitrag gab’s beim BuViSoCo wohl selten.

23:21 – Die Brandenburger auch nicht ganz patriotisch: 12 Zähler für den Nachbarn Tim Bendzko aus Berlin. 10 Punkte erhält die eigene Doreen. Der Berliner führt im Moment. Aber es ist alles ganz knapp. Spannend!

23:23 – bigFM aus Baden-Württemberg wieder mal etwas kindisch-albern. Aber dann gibt’s nach etwas Tralala doch noch Punkte: Die aufgedrehte Moderatorin liest 10 Punkte für Tim Bendzko vor, 12 bekommt die eigene Band Glasperlenspiel. Bendzko führt weiter. Aber schade, dass es nie eine Art Zwischenstand gibt. Stattdessen wird zügig von Bundesland zu Bundesland geschaltet.

23:25 – Das Saarland gibt sich – “eh oui!” – ganz französisch, doch Pierre Ferdinand et les Charmeurs, die Kandidaten von der Saar, bekommen nur 10 Punkte. Tim Bendzko führt, auch wenn es nur 8 Punkte aus Saarbrücken gab. (Die 12 gingen an Jupiter Jones.)

23:28 – O’zapft is’! Die Bayern fanden ihren Andreas Bourani am besten, auf Platz 2 im Freistaat lag Tim Bendzko (10 Punkte). Der Berliner baut die Führung aus.

23:30 – Aus Thüringen bekommt Bendzko weitere 7 Punkte, der jetzt 20 Punkte Vorsprung hat, vor dem Duo Bosse/Anna Loos. Die 12 Punkte bleiben im eigenen Land. Doch das hilft der Alin Coen Band wenig, man liegt nach wie vor im hinteren Feld. Es ist Halbzeit beim Voting.

23:40 – Nach der Werbung geht’s in den Schlussspurt. Lena im Green Room sitzt bei Tim Bendzko, der mächtig aufgeregt ist. Dann geht’s nach Hannover: Die Niedersachsen sind im Boose-Loos-Taumel und geben ihrem Duo 12 Punkte. 10 gibt’s für den Bremer Soul von Flo Mega, Tim Bendzko erhält 8 Punkte. Der hat nun 80 Zähler und liegt weiter vorn.

23:45 – Die Hesse komme – doch ihre Band Juli liegt noch mit 0 Punkten ganz hinten. Wird sich gleich ändern. … Denn “Du lügst so schön” bekommt natürlich die 12 Punkte. Nur 3 Punkte für Bosse und Anna Loos. Das heißt, dass Tim Bendzko den Vorsprung ausbaut. Er bekommt aus Hessen 10 Punkte.

23:48 – Von der Reeperbahn gibt’s 12 Punkte für den eigenen Kandidaten Thees Uhlmann. Tim Bendzko erhält 6 Punkte, die 10 Punkte bekommen Flo Mega aus Bremen. Bendzko hat jetzt 96 Punkte, Bosse/Loos liegen mit 75 auf Platz 2.

23:51 – Rheinland-Pfalz gibt nur 1 Punkt an das niedersächsische Duo. Damit wird der Sieg von Tim Bendzko umso klarer. Er bekommt 8 Punkte und überschreitet die 100er-Marke, die 12 gehen an Jupiter Jones aus der Eifel.

23:53 – Die Hansestadt Bremen vergibt ihre Punkte aus Bremerhaven. Die Bremer stehen zu ihrem Act: 12 für Flo Mega! Jupiter Jones aus Rheinland-Pfalz bekommen 10 Punkte. Tim Bendzko liegt immer noch klar vorn.

23:55 – Berlin ist dran: 10 Punkte für Kraftklub, die Rocker aus Sachsen – obwohl sie sangen, dass sie nicht in die Hauptstadt wollen. :-) Die 12 aus Berlin natürlich für Tim Bendzko. Er hat damit gewonnen! Nicht mehr einzuholen.

23:57 – Die vorletzten Punkte kommen aus dem Gastgeberland NRW. Es gibt sich selbst 12 Punkte, was für Frida Gold insgesamt 72 Zähler ergibt. Tim Bendzko bekommt nochmal 10 Punkte.

23:59 – Sachsen macht die Sache perfekt: 7 Punkte für Tim Bendzko, der damit insgesamt auf 141 Punkte kommt. Und 12 für die eigenen Combo Kraftklub, die sich damit noch in die Top5 schieben.

0:00 – Punkt Mitternacht: “Der Sieger lautet – mal wieder – BERLIN!” ruft Stefan Raab. Tim Bendzko läuft durch die Katakomben der Lanxess Arena und kommt auf die Bühne. “Ich hab noch nie so gelitten wie in der letzten Stunde”, gesteht der Berliner. Aber man merkt ihm jetzt auch seine Freude an, auch wenn er nicht in totalem Jubel ausbricht. Er performt nochmal seinen Song “Wenn Worte meine Sprache wären”.

Berlin wird so langsam das Irland des Bundesvision Song Contests… ;-)

Nächstes Jahr also die Rückkehr des Raab-Contests in die Hauptstadt. Wenn es schon nicht mit dem ESC geklappt hat….

ESC-News, Rückblick: 2011 Düsseldorf

3 Kommentare Kommentar schreiben

  1. Jan

    30.09.2011 | 15:58

    Zitat:
    “Qualitativ hochwertig, aber leider auch schnell wieder vergessen.”

    Na, dann war es mit der Qualität vielleicht doch nicht so weit her. Die sich über einen legende bleierne Müdigkeit beim Hören einiger Songs kann ja wohl kaum ein Indiz für hohe Qualität sein!

  2. Matthias

    30.09.2011 | 18:06

    Wie immer: Geschmackssache. Das Lied der Alin Coen Band hatte durchaus Qualität – aber das trifft eben nicht immer den Massengeschmack bei solchen Veranstaltungen. Ist wie beim ESC und seinen Vorentscheidungen: Richtig gute Sachen bleiben bisweilen auf der Strecke.

  3. J_easy

    16.10.2011 | 20:14

    Lena Bashing ?

    Was hat dieser Live-Blogschreiber gegen Lena? Warum wird bei Ihr immer alles auf die Goldwaage gelegt? Es war schliesslich Ihre erste Moderation und dafür hat Sie die Aufgabe ganz locker und flockig und fast zu brav ;) gemeistert, wie ich finde. Und das Riesenstoffmonster von Kleid war ja geradezu ein Anreiz damit etwas zu improvisieren …
    Und ob Sie das nächste mal wieder dabei ist, entscheiden allein Lena und die Macher der Show.
    Ich bin eher der Meinung, dass die Radiosender mal mehr Mut zeigen und besser wirklich unbekannte oder auch schrägere Künstler auswählen (lassen) sollten.

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