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Carolin von Glasperlenspiel: „Ich habe schon als Kind gerne ESC geschaut!“

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Carolin Niemczyk von Glasperlenspiel exklusiv im Prinz Blog Interview: Wie hat die Sängerin den Eurovision Song Contest 2013 wahrgenommen und wie sah ihre Tätigkeit als Fachjurorin aus? Wie denkt sie über Stefan Raab und ferner über ihre damalige Teilnahme beim Bundesvision Song Contest?

PrinzESCBlog: Liebe Carolin, wir freuen uns sehr, dass du dir Zeit für dieses Interview genommen hast. Wie geht es dir? Hattest du einen schönen Sommer?

Carolin Niemczyk: Sehr gerne. Ja, der Sommer war schön und aufregend. Wir waren viel unterwegs, haben auf sehr vielen Open Air Festivals gespielt. Und zwischendrin war auch ein wenig Zeit, um die Sonne zu genießen.

PrinzESCBlog: Wie lange machst du schon Musik?

Carolin: Ich habe eigentlich schon immer gesungen. Meine Mutter sagt, schon bevor ich angefangen habe zu sprechen war ich am Singen. Mit sechs Jahren bin ich dann in den Chor. Nach der klassischen Gesangsausbildung hatte ich mehr Lust auf Popmusik, und das mache ich seitdem.

PrinzESCBlog: Wie hast du Daniel kennen gelernt und wer von euch hatte die Idee, gemeinsam Musik zu machen?

Carolin: Daniel habe ich über die Musik kennengelernt. Er ist ja zwei Jahre älter und hatte schon eine Band. Die haben eine Sängerin gesucht. Ich war 13 und ganz schön aufgeregt als ich mein Demo in seinen Briefkasten geworfen habe. Als ich die Band dann kennengelernt habe, hat es sofort gepasst. Seitdem machen wir zusammen Musik.

PrinzESCBlog: Wie seid Ihr auf den Namen Glasperlenspiel gekommen?

Carolin: Oft wird ja die Frage gestellt, was einen von anderen Bands unterscheidet. Bei uns ist das vor allem unser selbstgebautes Instrument, das Glasperlenspiel. Das ist eine Plexiglaskugel, in der befindet sich so etwas wie ein elektronisches Glockenspiel. Es erinnert sehr an Glasperlen und wenn es auf die Harmonie gestimmt es, kann man quasi keine Fehler spielen. Als wir einen Namen gesucht haben, hat eine Freundin gerade das Buch „Das Glasperlenspiel“ von Hermann Hesse gelesen. In dem heißt es ja auch „Mit dem Glasperlenspiel ist alles möglich“. Das hat perfekt gepasst und so kamen wir zu unserem Namen.

grenzenlos

PrinzESCBlog: Euer derzeitiges Album „Grenzenlos“ ist ein TOP10-Erfolg. Wie kam es dazu?

Carolin: Es ist immer noch sehr aufregend. Es ging ja auf einmal alles so schnell. Gerade das zweite Album gilt ja als das schwierige, weil man an den Erfolg vom ersten anknüpfen soll bzw. auch will. Wir sind froh, dass unsere Musik den Menschen etwas gibt. Beim zweiten Album „Grenzenlos“ steckt eindeutig mehr Caro und Daniel drin. Das ist uns sehr wichtig. Es erzählt Geschichten von uns oder unseren Freunden, befasst sich mit Themen, die uns bewegen. Nur wenn wir auch einen Bezug zum Thema haben, können wir wirklich einen guten Text dazu schreiben. Ich bin mehr für den Text-Part zuständig, Daniel für die Musik. Für das zweite Album haben wir mit Songwriting und Produktion etwa zwei Jahre gebraucht. Der Song „Nie vergessen“ ist aus einem Gespräch mit einer guten Freundin von mir entstanden. Sie hat mir ihre Geschichte erzählt und ich habe sie dann gefragt, ob ich ein Lied dazu schreiben darf. Da sie anonym bleibt, hat sie eingewilligt.

YouTube Preview ImageGlasperlenspiel – Nie vergessen

PrinzESCBlog: In Kürze findet zum neunten Mal der Bundesvision Song Contest statt (der Prinz ESC Blog wird live darüber berichten). 2011 habt Ihr für Baden-Württemberg einen vierten Platz erreicht. Wie erinnert Ihr euch an dieses musikalische Event?

Carolin: Das war für uns ein toller Tag. Es war super, teilnehmen zu dürfen und dann auch noch überraschend einen so guten Platz zu erzielen. Wir sind ja ohne große Erwartungen an die Sache herangegangen. Deshalb war die Freude dann umso größer.

PrinzESCBlog: Euer Lied heißt „Echt“ und so sah euer Wahlwerbespot für den Bundesvision Song Contest aus:

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PrinzESCBlog: Welchen Stellenwert hat für dich Stefan Raab?

Carolin: Stefan, ist einer der wenigen Showmaster, der noch Musik ins Fernsehen bringt. Das finden wir selbstverständlich gut. Wir waren ja häufiger bei ihm in der Show und haben uns auch immer sehr darüber gefreut.

PrinzESCBlog: Hattet Ihr Mitspracherecht bei der Bühnenperformance?

Carolin: Ja, natürlich gibt es einige Vorgaben, aber man muss sich auf der Bühne ja auch wohlfühlen.

PrinzESCBlog: Auf myspass.de können unsere Leser euren Auftritt noch einmal genießen – einfach diesen Link anklicken.
Der Bundesvision Song Contest wurde 2011 in der Kölner Lanxess Arena veranstaltet. Nächstes Jahr findet dort der deutsche Vorentscheid für den Eurovision Song Contest 2014 statt. Verfolgst du den ESC regelmäßig?

Carolin: Wir sind gerade viel unterwegs, da ist es manchmal leider nicht möglich so ein Event genau zu verfolgen. Aber wenn ich die Möglichkeit habe, schaue ich es mir gerne an. Ich finde es ist eine sehr tolle und interessante Veranstaltung und habe sie schon als Kind gerne angeschaut.

PrinzBlog: Und wie hat dir der ESC in Malmö gefallen? War es eine runde Veranstaltung?

Carolin: Sehr gut. Es war viel Abwechslung und viele Überraschungen dabei. Eine runde und bunte Veranstaltung.

PrinzESCBlog: Du durftest – neben Lena, Alina Süggeler (Frida Gold), Tim Bendzko und Florian Silbereisen – als Fachjurorin beim diesjährigen ESC mitwirken. Wie hat dir diese Aufgabe gefallen und wie lief das ab?

Carolin: Alle fünf Juroren haben vor einem großen Fernseher gesessen. Es gab viel zu essen und zum Naschen. Es war manchmal gar nicht so einfach, sich eine Meinung zu bilden und ferner sich zu entscheiden, jedem Land eine Platzierung zu zuordnen. Vor allem die mittleren Positionen waren nicht einfach punktemäßig zu bewerten.

PrinzESCBlog: Welches Land war dein Favorit?

Carolin: Norwegen. Ich fand auch den Siegerbeitrag aus Dänemark gut. Sie war zwar nicht meine Favoritin, aber in den Top 5.

YouTube Preview ImageMargaret Berger – I feed you my love (Platz 4 im Finale)

 

PrinzESCBlog: Gab es einen Teilnehmer, bei dem du traurig warst, dass dieser schlechter als erwartet abschnitt?

Carolin: Ja, bei Ungarn. Das war ein sehr schöner Schmusesong und der Künstler hat ganz schüchtern gewirkt. Ihm hätte ich gewünscht, noch ein bisschen weiter nach vorn zu kommen.

YouTube Preview ImageByeAlex – Kedvesem (Platz 10 im Finale)

PrinzESCBlog: Wir haben Glasperlenspiel im Rahmen unser Serie „Unser Star für Kopenhagen“ für den Eurovision Song Contest vorgeschlagen. Würdest du denn gerne beim ESC teilnehmen?

Carolin: Wer weiß, sag niemals nie. Aber wir machen uns grundsätzlich erst Gedanken über so etwas, wenn es wirklich in Frage kommen könnte.

PrinzESCBlog: Liebe Carolin, vielen Dank für dieses Interview.

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3 Kommentare Kommentar schreiben

  1. deutscheland

    17.09.2013 | 19:36

    Das norwegische Lied hieß „I Feed You My Love“ ;)

  2. Kontrapunkt

    17.09.2013 | 19:42

    Schade, ihr habt eine gute Gelegenheit verpasst, sie zu fragen, wie diese erhebliche Diskrepanz der Jury-Bewertung zwischen Halbfinale und Finale zustande kam, gerade im Fall Norwegen.

    Ansonsten nichts Besonderes. Die üblichen Interview-Fragen und Antworten eben. Wobei vor allem ihre Antworten im Prinzip nur aneinander gereihte Phrasen sind. Ich gebe aber zu: ich habe auch gar nicht mehr erwartet. Irgendwie erscheint mir die deutsche Musikszene als einziges Fiasko. Wo sind die Persönlichkeiten?

  3. Geli

    17.09.2013 | 21:47

    Tolles Interview. Gefällt mir gut. Sehr würdevoll und informativ. Ungarn und Norwegen fand ich auch klasse.

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