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Deutschland beim ESC: Wenn die Platzierung egal ist, gibt’s neue Chancen

Zweimal Letzter, jetzt Vorletzter. Davor immer wieder hintere Plätze. Alle ESC-Bemühungen des NDR ohne Stefan Raab scheinen zum Scheitern verurteilt zu sein. Wenn man akzeptiert, dass das alle Beteiligten und die Zuschauern nur noch schulterzuckend zur Kenntnis nehmen, entstehen plötzlich ganz neue Optionen für den deutschen Vorentscheid.

Mittlerweile ist auch schon egal, wie der NDR versucht, die nächste Pleite beim ESC zu erklären. Es hört ohnehin keiner mehr zu. Warum sollte man auch? Es gibt ein paar Änderungen am Vorentscheidmodus, die mehr über die verzweifelte Verbissenheit der Verantwortlichen aussagen als tatsächliche Hoffnung auf eine bessere Platzierung geben.

Die Deutschen können schon bemerkenswert stoisch sein. In manch anderen Ländern hätte der ESC nach einer dreijährigen Katastrophenbilanz mit Quotenproblemen zu kämpfen. In Deutschland bleibt die Sendung trotz einiger Verluste beliebt wie wenige andere im gesamten Fernsehjahr. Viele Deutsche kannten in diesem Jahr nicht einmal Levina oder ihr Lied. Sie schalteten trotzdem ein, erfreuten sich an theatralischem Gesang aus Portugal, postpubertärer Dramatik aus Bulgarien und fröhlichem Jodeln aus Rumänien. Deutschland Vorletzter? Na und. Hauptsache die persönlichen Favoriten lagen vorn.

Das zeigt: Den Deutschen ist das Abschneiden des eigenen Beitrags beim ESC mittlerweile offenbar vollkommen gleichgültig. Es gibt nicht mal mehr einen Aufschrei der Presse. Drei, vier Artikel in den den ESC begleitenden Mainstream-Medien und schon geht’s weiter mit dem Alltagsgeschäft.

Wenn das so ist, fragt man sich, warum der NDR in diesem Jahr einen Aufwand für den Vorentscheid trieb, der kaum in einem anderen Land zu sehen war. Auswahlrunden, Vorsingen, Liedeinkauf im Ausland, Musikexpertengremien, Promo-Tour von Levina. Schön, aber umsonst. Könnte man das nicht alles eine Nummer kleiner haben – mit demselben Ergebnis?

Was wäre nicht alles möglich, wenn man etwas mehr Entspanntheit an den Tag legen würde?! Es muss nicht der Sieg sein. Eine Top-15-Platzierung ab und an – und alle wären zufrieden. Dann könnte man auch mal wirklich etwas Neues ausprobieren beim Vorentscheid. Man könnte es zum Beispiel machen wie die Finnen: Nach mehrfachen Misserfolg mit dem klassischen Format haben sie es ad acta gelegt und Uuden Musiikin Kilpailu (kurz UMK) gestartet, den Wettbewerb für neue Musik. Die Quoten für die Vorentscheid-Sendungen gingen nicht durch die Decke und auch der Erfolg beim ESC war seitdem höchst verschieden. Aber immerhin verpasste man 2014 mit dem so gewählten Beitrag nur knapp eine Top-10-Platzierung.

Der NDR hat in den letzten Jahren dem heimischen Musiknachwuchs immer wieder eine Chance gegeben. Heuer ging es nach hinten los, weil einigermaßen charismatischen Talenten zwei mittelmäßige Popsongs aufgedrückt wurden, die diese nie zu ihren machen konnten. Authentizität geht anders.

Auch in den Jahren zuvor waren immer mal wieder Nachwuchskräfte mit eigenen Titeln am Start. Damit sind ausdrücklich nicht die Clubkonzerte gemeint, die – wenn man ehrlich ist – lediglich der Absicht dienten, eine neue Lena zu finden. Anders kann man sich die Häufung von langhaaringen Gitarre spielenden Schönsängerinnen in dem Format nicht erklären.

Aber u. a. mit Fahrenhaidt oder Laing im Jahr 2015, mit MarieMarie 2014 oder Blitzkids mvt. 2013 waren vielversprechende Beiträge mit eigener Musik beim Vorentscheid am Start. Ihnen allen wurde zum Verhängnis, dass ein, zwei oder mehr etablierte Acts mit einer deutlich größeren Fanbasis ebenfalls am Start waren. Diese trugen dann den Sieg davon – mit bekanntem Ausgang.

Mittlerweile ist die Marke ESC bei deutschen Künstlern so verbrannt, dass es womöglich sogar schwierig werden könnte, solche Newcomer von einer Teilnahme zu überzeugen. Da ein durchgängiges Line-Up mit etablierten Acts aber illusorisch ist, sollte man aus der Not eine Tugend machen und die vermeintlich quotenbringenden bekannten Künstler erst gar nicht ins Visier nehmen.

Stattdessen könnte man Newcomer suchen, die bereits über Auftrittserfahrung verfügen, die aber womöglich noch einen Coach benötigen, um auf der ganz großen Bühne mithalten zu können. Diesen sollte man unter die Arme greifen und mit ihnen gemeinsam einen professionellen, runden Auftritt kreieren – und zwar bereits zum Vorentscheid. Dabei sollte bloß nicht auf eine neue Lena geschielt werden. Vielmehr geht es um zeitgemäße Musik, unterschiedliche Genres und Authentizität. Das darf dann auch gern polarisieren.

Die Vorteile dieses Vorgehens wären vielfältig. So würde eine Entscheidungsshow mit maximal zwei Wahlgängen reichen. Und es müsste sich kein Musikexperte mehr durch abgestandene Mainstreampop-B-Seiten hören, nur um sich am Ende in endlosen demokratischen Abstimmungsrunden auf den am wenigsten störenden Song zu verständigen. Das kann man einfacherweise den TV-Zuschauern überlassen.

Ich gebe zu, ein deutsches UMK ist nicht meine Idealvorstellung für den deutschen ESC-Vorentscheid. Unter den gegebenen Umständen scheint es mir aber in mehrfacher Hinsicht geeignet. Da die Zuschauer nach all dem Hinundher der letzten Jahre ohnehin Kummer gewohnt sind, würden sie sich auch einem solchen Format nicht verweigern. Wenn sich jetzt noch der NDR besinnt und weniger verbissen einer fixen Idee hinterherjagt, könnte aus der aktuellen ESC-Asche durchaus ein neuer deutscher Phoenix hervorsteigen, der Deutschland mal wieder aus dem Platzierungskeller singen kann.

ESC-News

107 Kommentare Kommentar schreiben

  1. Bandido

    22.05.2017 | 16:13

    Lieber Douze Points, das was du in deinem (sehr gelungenen) Kommentar vorschlägst (Newcomer coachen, mit ihnen zusammen Songs schreiben / Auftritte kreieren und dann dem Publikum vorstellen) hat der ORF schon 2015 anlässlich des Heim-ESCs in Wien ausprobiert („Wer singt für Österreich?“).
    Ergebnis beim ESC damals: 0 Punkte und (geteilter) letzter Platz zusammen mit Deutschland. :)

  2. escfan05

    22.05.2017 | 16:22

    Und nein, es ist nicht egal wie Deutschland abschneidet. Auch die Einschaltquoten beginnen zu bröckeln. Im Vorjahr sahen über 9,3 Millionen Deutsche zu, in diesem Jahr nur knapp 7,76 Millionen Zuschauer, das sind über 1,5 Millionen Zuschauer weniger als im Vorjahr. Noch weniger Ehrgeiz wie der NDR, geht ja gar nicht.

  3. WK83

    22.05.2017 | 16:27

    Authentischer Künstler singt seine eigenen Lieder.

    Es sollten Künstler gefunden werden, die ihre eigene Musik kreieren. Nur so kann die Authentizität aufrecht erhalten werden. Authentizität siegt beim ESC und zwar unbabhängiger von der Musikrichtung als manche meinen.

    Meiner Meinung nach war Elaiza der erste Schritt in die richtige Richtung und dann haben sie’s wieder verworfen. 18. Platz war nicht das Ziel damals, aber immerhin besser als die letzten Plätze die drei Jahre danach.

    Levina ist authentisch aber sie hatte keinerlei Verbindung zu diesem Song und der Song nicht zu ihr und das merken die Voter.

  4. Cal X

    22.05.2017 | 16:31

    Als ich anfing, den Artikel zu lesen: „Oh nein, was will er jetzt?“

    Als ich mit dem Artikel fertig war: „Moment, genau das will ich!“

    Ich bin auch absolut dafür, mehr Gelassenheit zu zeigen und die Künstler auch mal einfach machen zu lassen. Nur so können Resultate erzielt werden, die als respektabel gelten, nur so entstehen vielleicht auch Beiträge, hinter denen man stehen kann, selbst wenn dann nur der 21. Platz rauskommen. Ich stell mir das vor wie bei Texas Lightning, bei denen das Resultat nicht so toll war, die „Nation“ aber bis heute zu dem Beitrag steht. Nur halt gerne mit mehr musikalischer Vielfalt. Nur halt mit der gleichen entspannten Haltung.

  5. escfan05

    22.05.2017 | 16:38

    Und wie kommt ihr darauf, das die Medien nicht darüber berichtet hätten. Natürlich berichten sie nicht wochenlang darüber. Aber bis zu dem Montag danach, war die wieder einmal desaströse Platzierung, ein Thema. Was erwartet ihr denn? Ein Brennpunkt? Wochenlange Spezialsendungen? Und deshalb soll es egal sein wie Deutschland abschneidet? Ist doch absolut lächerlich. Und außerdem der NDR wird doch wieder sein eigenes Süppchen kochen. Man interessiert sich für Vorschläge von Fans, ungefähr so wie in China ein Sack Reis umfällt. Und wenn die Quote, durch die zu erwartenden weiteren schlechten Ergebnisse in den nächsten Jahren, weiter fällt, wird der ESC halt abgesetzt. So einfach ist das.

  6. escfan05

    22.05.2017 | 16:42

    Für Deutschland muss das Ziel sein, die Top 10 bis 15 zu erreichen. Aber nicht mit der Einstellung, die ihr fordert. Für die Aktzeptanz des ESCs in Deutschland ist es fundamental wichtig, das Deutschland wieder bessere Ergebnisse in den nächsten Jahren erreicht.

  7. escfan05

    22.05.2017 | 16:43

    Glaubt ihr wirklich die Schweden wären so erfolgreich, mit dieser Luschihaltung die ihr fordert?

  8. biobanane (210)

    22.05.2017 | 16:46

    Die ersten acht Ansätze kann man ins Klo spülen, es bringt uns nicht weiter auf den NDR einzuprügeln. Schön aber, dass sich hier langsam ein Konsens bildet, dass wir eher auf Künstler mit ihren eigenen Werken setzten müssen und da die A+B-Liga keine Lust auf ESC haben, eben alle anderen einladen und schauen, ob da was Geeignetes dabei ist. Letztlich ist es auch egal, ob man einen Vorentscheid macht, oder die Verantwortlichen intern einen Titel aussuchen. Vielleicht wäre es auch nicht schlecht, die Auswahl einer externe Gruppe zu geben, nichts gegen die Phantasie von Herr Schreiber, es bastelt ja immer schöne neue Vorentscheide, vielleicht gibt es wirklich noch Menschen, die wie Raab (zumindest beim ersten mal) mit mehr Leidenschaft ans Werk gehen.

  9. Stefano

    22.05.2017 | 16:56

    Können wir nicht hier nen Vorentscheid vorbereiten, wer von uns prämiert wird, kann in Europa kaum untergehen, oder :)

    Besser als die dänischen Fans kriegen wir es auf jeden Fall hin :)

  10. melodifestivalenfan

    22.05.2017 | 17:06

    Mit den gegenwärtigen Verantwortlichen bei der ARD und des NDR ist jedwede Diskussion über die Gestaltung des VE in Deutschland sinnlos. Sie können es einfach nicht. Auch dieser Blogbeitrag @DP ist nur noch von Fatalismus geprägt. Was wurde ich im Vorfeld auch hier im Blog gescholten, weil ich den allgemeinen Optimismus ob des neuen VE-Konzepts nicht teilen wollte. Die Schwachstellen des Konzeptes sind nun wohl jedem klar. Wenn auch in Zukunft die gleichen Schlafmützen und „ESC-VERSTEHER“, Konzepte erarbeiten, sehe ich weiterhin schwarz für die deutsche Teilnahme. Wir werden wieder scheitern. Da steckt kein Herzblut, kein Musik- und ESC-Verstand in der Bürokratentruppe. Allein die Auswahl der Songs war es nicht, da stimmte Vieles nicht. Ein authentischer, siegreicher Auftritt beim ESC entsteht nun mal nicht am Runden Tisch, an dem jeder Schwachmat seinen Senf dazugeben kann. Da muss sich ein neues Team mit allem was dazu gehört (Komponist, Produzent, Stagingexperte, Vocalcoach usw ) ,finden, um einen Künstler herum. Und im besten Fall jeweils ein kleines Team, denn viele Köche verderben bekanntlich den Brei.
    Sollten sich davon in Deutschland, einem 80- Millionenvolk, nicht einige Teams und Künstler finden lassen, die sich einem Voting stellen wollen?
    Dann eben eine Direktnominierung, aber bitte nicht von den gegenwärtigen Verantwortlichen. Die Beweise ihrer Inkompetenz haben wir zu Genüge ertragen.

  11. escfan05

    22.05.2017 | 17:12

    Wenn ich den ESC, wie der Schreiber, nur als billiger Quotenbringer und Sendezeitenfüller ansehe, dann kann man auch keinen Erfolg haben. Raab ist jemand, der Ehrgeiz und Leidenschaft besitzt für den ESC, deshalb war man auch sehr erfolgreich. Schreiber besitzt keinen Ehrgeiz, keine Leidenschaft und keine Lust. Der ESC ist nur ne lästige Pflicht, die abgewickelt wird. Mehr aber auch nicht.

  12. Bach

    22.05.2017 | 17:24

    Ich bin gegen eine zu hohe Erwartungshaltung, unser Song muss unter die besten 10 oder 15 kommen, weil man da nur verkrampft. Ich finde es auch wichtiger, dass der Song wie „No, no, never“ von Texas Lightning bei den Deutschen ankommt, alles andere ist Glück.

  13. Lorena

    22.05.2017 | 17:33

    Ich bin dafür, nächstes Jahr einfach mal einen Spaßact zu schicken. Die Platzierung kann eh nicht schlechter werden und das ist wenigstens lustig.

  14. Tob

    22.05.2017 | 17:35

    Ich wäre für sowas ähnliches Weiden eesti Laul

  15. Tob

    22.05.2017 | 17:35

    * wie den

  16. Festivalknüller

    22.05.2017 | 17:41

    Der hier angeführte finnische UMK hat auch schon diverse Revamps hinter sich, weil man offenbar mit dem am Anfang dominierenden Juryvoting die Künstler und Zuschauer verschreckte. Trotz aller Mühe hat man in letzter Zeit auch schon 2 x das Finale verpasst. Der Wurm steckt da auch irgendwo drin.
    Und das durchaus sinnvolle Konzept „Newcomer coachen“ erkenne ich in den deutschen VE der letzten Jahre durchaus wieder. Der Erfolg blieb jedoch bisher einfach nur aus, weil man offensichtlich eine vernünftige Songauswahl vernachlässigte.

  17. Cal X

    22.05.2017 | 17:44

    Das Problem an der Haltung „Wir gehören unter die besten 15“ ist doch: Genau das ist doch bei Deutschlands Beiträgen der Fall…. nur halt in den einzelnen Ländern, jeweils bei den Jurys und im Publikum. Heraus kommen null Punkte, weil nur die ersten zehn Plätze berücksichtigt werden.

    Der Anspruch sollte schon sein, entweder Nischen passgenau und hochqualitativ zu bedienen (also die „Hate-it-or-love-it“-Nummer durchzuziehen, die wenigstens Punkte und Leidenschaft garantiert) oder nur dann das Massenpublikum anzupeilen, wenn man jemanden hat, bei dem selbst ein innerlich toter Thomas Schreiber merkt: „Das isses.“ Das muss aber entweder die Original-Lena von 2010 sein oder jemand wie Kristian Kostov.

  18. Cal X

    22.05.2017 | 17:45

    P.S. Liebe Blogger, ich find es ein bisschen anstregend, dass euer WordPress Absätze komplett verschluckt. So werden Kommentare unleserlicher als beabsichtigt.

  19. Jonathan

    22.05.2017 | 18:02

    Die Idee finie ich gut

  20. Matty

    22.05.2017 | 18:03

    Ich verweise noch einmal auf das Video, in die deutsche ESC-Misere auch sehr gut auf den Punkt gebracht wird:

    https://www.youtube.com/watch?v=nVl6UhdoNvA

    Danke an DouzePoints für den Artikel!

  21. Rainer1

    22.05.2017 | 18:08

    Das hauptproblem ist, das der ndr(trotz anderen bekundungen) ihre erfolglosen teilnehmer/innen gnadenlos fallenlassen. Und ihnen so erst recht den stempel vom esc-looser verpassen. Auf alle fälle habe ich weder von jamie lee noch von ann sophie je wieder was gehört. Und wer lässt sich schon gerne sinnlos verbraten

  22. argan

    22.05.2017 | 18:15

    Das Konzept der diesjährigen armenischen VE würde doch auch gut zu uns passen. Mit einem intern gewählten Song kann auch etwas Mutiges wie Fly with me rauskommen.

  23. escfan05

    22.05.2017 | 18:18

    @Rainer 1: Was erwarten die denn? Rein technisch gesehen, sind sie doch verlierer. Egal ob es einem gefällt oder nicht. Wer es schafft aus knapp 40 Nationen, 0 Punkte zu bekommen, der kann ja wohl kaum erwarten, das ihm der rote Teppich ausgebreitet wird. Und Top 10 oder Top 15 ist schon zu ehrgeizig? Und für die Karrieren nach dem ESC ist der NDR nicht verantwortlich, sondern die Künstler selbst. Siehe am Beispiel vom Roger Cicero, dessen Karriere hat der 19. Platz beim ESC nicht geschadet.

  24. Cal X

    22.05.2017 | 18:27

    @escfan05: Es fängt mit kleinen Gesten der Wertschätzung an. Jamie-Lee hätte zum Beispiel dieses Jahr beim Vorentscheid eine aufgepeppte Version von „Ghost“ singen können, die allen gezeigt hätte, was in ihr steckt.
    .
    Das ist in anderen Ländern wie Estland (Jüri Pootsmann) oder Norwegen (Agnete) üblich und sorgt dafür, dass man sich weiter als Teil einer Eurovisionsfamilie, auch im Inland, begreift.
    .
    Sowas können die Deutschen aber andererseits nicht gut, Neid, Missgunst und Häme sind hier üblich.

  25. Ruhrpottler

    22.05.2017 | 18:28

    Für mich war 2014 ein ganz tolles ESC-Jahr. Die Geschichte mit der Wildcard und der tolle Song von Elaiza hat alle gerührt und angesteckt. Das waren herrliche Zeiten damals und Platz 18 finde ich eigentlich ganz gut. Damals wurde eben bewiesen, dass eine unbekannte Band mit einem eigenen von Herzen kommenden Song die ganzen bekannten Künstler wie Santiago und Unheilig vergessen lassen kann. Dazu noch der Wahnsinnscharterfolg des Songs. Gänsehaut.
    Aber ein Jahr später wurden bei diesem Clubkonzert auch Künstler/Bands ohne eigenem Song zugelassen. Heraus kam eine böse Zicke mit furchtbarem Song, die nur als Zweitwahl zum ESC fuhr und verdient mit keinem einzigen Punkt gegrillt wurde. Die beiden Jahre danach mit Castingsmädchen und dazu billigen Songs waren auch verdient.
    Ich fand‘ jedoch das VE-Konzept 2017 ganz gut, aber da hat die langweiligste Teilnehmerin gewonnen und dazu mit dem schlechteren Song. Wenn jetzt zum vierten Mal in Folge wieder ein Mädchen mit einem schlechten seelenlosen Song zum ESC fährt: Das wird mich nicht wundern.

  26. Jorge

    22.05.2017 | 19:19

    Ich halte ja immer weniger von Kommentaren, die der Diskussion im Forum hinterherlaufen und sich wiederholende Argumente produzieren, aber OK:
    Blitzkids Mvt haben 2013 im Televoting gerade mal 2 Punkt bekommen. Waren also im Inland chancenlos und bei exterritorialen Fans sehr beliebt. Damals hatte ich noch an Televoting geglaubt. Es war einmal …
    Acts wie Ella Endlich können mit dem Schlagerdisco aber auf ESC-nahes Mitklatschpublikum zählen (siehe Blog/Kommentare von damals). In diesem Kontext funktioniert ein VE in Deutschland wohl nicht, höchstens mit Jurys. Vielleicht macht man es so, dass eine Jury aus ESC-fremden Stars dem deutschen Televoter nur noch 2 zu Auswahl lässt – wie in Ungarn.
    Grundsätzlich muss dem mittelalternden, mitteltempoliebenden, mäßig-Anstößiges bevorzugende, mitklatschfreudigen, Barabara Schöneberger konditionierten Publikum der ESC weggenommen werden. Alle meckern über Schreiber, aber erst seit Schöneberger moderiert, geht’s wirklich abwärts! Die ist wie ein Magnet für die Mitklatscher. Was Markantes mit Stil und up-to-date bekommt man nur mit anderen Multiplikatoren in einer anderen Show, nicht den Lieblingen des gutbürgerlichen Bildungs-TV.

  27. Jorge

    22.05.2017 | 19:23

    Achja, vor allem: Trennt euch von dem albernen Gedanken für den ESC geschriebener Songs!

    @Ruhrpottler: Ich hoffe, den Gedanken hast du exklusiv, denn Elaiza entsprechen genau dem Quatsch, welchen das deutsche Televoting präferiert und zu nichts führt. Ohne die ethnischen Punkte aus Polen/Ukraine(8&6) und dem Kniff der armenischen Jury mit den umgedrehten Wettquoten (insg.5P) wäre Elaiza 23. geworden. Schöne gute alte Zeit?

  28. escfan05

    22.05.2017 | 19:33

    @Ruhrpottler: Platz 18 gut? Naja, klar im Vergleich zum letzten Platz, ist ein 18. Platz gut, aber sonst. Nee. Das reicht nicht. Außerdem im Nachhinein wären Unheilig besser gewesen, aber der wurde ja schon von den Fans vor der VE niedergemacht.

  29. escfan05

    22.05.2017 | 19:35

    @Cal X: Was hätte ihr das denn gebracht? Außerdem wäre sie sowieso bald in Vergessenheit geraten, der ESC hat das nur um ein paar Monate verzögert. Im letzten Jahr war mir Ghost relativ egal, Perfect Life fand ich viel besser.

  30. Manboy

    22.05.2017 | 19:57

    Seid ihr es nicht leid euch immer unnötige Gedanken zu machen und unnötig kostbare Zeit zu investieren? Ich habe unsere deutschen Beiträge schon seit geraumer Zeit abgeschrieben (nur die vielen Skandale fand ich amüsant). Wer glaubt denn ernsthaft, dass es damit getan ist, dass beim deutschen Vorentscheid nachsteuern genügt. Hauptproblem ist (und das sag ich hier schon seit 3 Jahren gebetsmühlenartig) die Liedvorauswahl. Andere Rundfunkanstalten schaffen es doch auch. Mit den gleichen Verantwortlichen werden wir „uns“ ewig im Kreis weiterdrehen und Untertan der Blattenlabels bleiben. Mut, Kreativität und ganzheitliches Denken sind doch Fremdwörter beim NDR. Fast jeder hier im Blog könnte mit seiner musikalischen Kompetenz helfen, aber die Blöße will man sich natürlich nicht geben. Wird sich eben so die Jahre durchgewurschtelt. Traurig aber wahr.

  31. Georg

    22.05.2017 | 20:17

    Guter, unaufgeregter Artikel.
    Und als Denkanstoß könnte man in den Auswahlgremien mal überlegen, ob innovative bzw. hervorstechende Acts wie Aminata, Loic, Blanche, Salvador Sobral oder Conchita Wurst überhaupt einen Platz in einer deutschen VE gefunden hätten. Und wenn nein, warum eigentlich nicht.

  32. Thom

    22.05.2017 | 20:43

    Ist doch egal

    …aber letztendlich ist es doch egal. Es kommen auch wieder andere Zeiten.

  33. JürgenSch

    22.05.2017 | 20:49

    Ich würde versuchen Joko & Klaas zu gewinnen. Die haben gute Kontakte zu jungen authentischen Bands und Künstlern. Klaas ist Musiker und ich würde die beiden ein wie auch immer geartetes Verfahren und die Show dazu konzipieren lassen.

  34. Bonello

    22.05.2017 | 20:54

    Du bringst es auf den Punkt. Den Deutschen ist das Abschneiden des eigenen Beitrags beim ESC MITTLERWEILE offenbar vollkommen gleichgültig.
    Zumindest bei mir war es dieses Jahr das erste Mal so, dass mir ein deutscher Beitrag vollkommen egal war. Nach dem VE dachte ich mir so „joa..und in China kippt nen Sack Reis um“ Gleichgültigkeit machte sich breit. Mittlerweile war mir der dt Song vollkommen gleichgültig!

    Es ist schon traurig wenn man mit dem Gedanken spielt, dass ab und an eine TOP 15 Platzierung ein Erfolg darstellen würde. Das Fan-Herz blutet </3

  35. melodifestivalenfan

    22.05.2017 | 21:04

    @ Manboy
    Ich habe tatsächlich überlegt, ob ich zu unserem Versagen noch kommentiere. Ich habe alle Hoffnung auf ein deutsches Comeback in den Top10 eigentlich längst aufgegeben. Aber, verdammt noch mal, soll man sich für immer damit abfinden, zum Mitleid und der Anteilnahme meiner schwedischen Freunde verdammt zu sein? Nein, auch der allerletzte Versuch muss getan werden. Immer nur das positive Beispiel mit Lena vorgehalten zu kriegen, macht 7 Jahre später auch keinen Spass mehr. Bitte, liebe Freunde, jetzt keinen Shitstorm gegen Schweden wieder. Ich freue mich immer sehr, im schwedischen Radio immer noch mal Lena zu hören. „Satellite“ mag man da nämlich sehr, auch heute noch.
    .
    „Der Fisch stinkt zuerst am Kopf“,
    passt ja irgendwie zum NDR, diese nicht ganz abwegige Parallele.
    .
    Du hast leider so recht @Manboy, es ist unser Reden seit einigen Jahren. Schade für Deutschland und uns deutsche Fans des ESC. Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis sich etwas ändert. Schade !

  36. biobanane (210)

    22.05.2017 | 21:12

    @Jorge Ja, das deutsche Publikum ist hart, daher auch meine Überlegung für eine interne Nominierung. Andererseits hat auch das seine Problemchen, wenn ich an Herrn Ivory denke, den ich gerne mit seinem Video zum ESC geschickt hätte, bis er seinen ersten Live-Auftritt hatte. Ähnlich ist es auch mit Belgien dieses Jahr gewesen, das hätte auch voll in die Hose gehen können. Aber Möglichkeiten von Jury/Televote gibt es viele, nicht schlecht finde ich wenn die Jury aussortiert und das Publikum, dann die endgültige Entscheidung trifft. Was in Deutschland bisher ganz gefehlt hatte, war die gründliche Vorbereitung der Teilnehmer am Vorentscheid, da ist man vor zwei Jahren schon den richtigen Weg gegangen, als man die Bühnenpräsentationen von den Hochschulen vorschlug.

  37. Cali

    22.05.2017 | 21:49

    Vielleicht einfach intern nominieren. Und dann Ausschau halten nach Acts wie Belgien in den letzten Jahren, vielleicht nicht wie Irland…

  38. interrobang

    22.05.2017 | 22:06

    Hmm.
    Also, das Vorentscheidskonzept 2017 war nichts. Zwei Lieder! Und noch dazu welche, die höchstens durchschnittlich waren. Zwar mag die Idee, das gleiche Lied von verschiedenen Leuten interpretieren zu lassen, seinen Reiz haben — aber am besten ist immer noch, wenn die Leute die Lieder singen, die am besten zu ihnen passen. Ich hoffe, dieses Konzept kommt auf den Müllhaufen der Geschichte.
    Ansonsten fand ich aber die 2016-Vorauswahl gar nicht so schlecht — 10 Lieder unterschiedlichster Couleur, für jeden was dabei. Das ist doch eigentlich so was wie UMK oder der Melodi Grand Prix in Norwegen. Fehlt nur noch eine internationale Jury.
    2016 hatte ja sogar eine „föderalistische“ Komponente, weil doch die verschiedenen öffentlich-rechtlichen Pop-Sender der Republik jeweils ein Lied pushten. Man könnte diese Idee weiter treiben und die Sender eine regionale Vorauswahl treffen lassen.
    Leider funktionierte das 2016-Konzept halt doch nicht so ganz, weil Woods of Birnam (die man höchstens in Mitteldeutschland kannte) & Co. gegen Jamie-Lee antreten mussten, die gerade The Voice gewonnen hatte und somit halt einen Bekanntheits-Vorteil hatte. Und wenn Keøma den Auftritt nicht vergeigt hätten, hätte das womöglich der deutsche Vertreter in Stockholm sein können — und das wäre dann bestimmt nicht Letzter geworden.
    Ich will jetzt auch nicht in den Reigen derer einstimmen, die sagen „der Schreiber muss weg“ oder „Drecks-NDR“, aber es bleibt schon zu bemerken, dass es damals mit Stefan Raab irgendwie funktioniert hat. Vermutlich, weil der Kerl halt weiß, was beim breiten Fernsehpublikum so ankommt. Analoges lässt sich über das von vielen so gelobte Melodifestivalen sagen — dessen Obermotz weiß nun mal, was eine Show haben muss, damit sie beim Publikum wirkt. Also: Entertainment-Spezialisten vor!

  39. interrobang

    22.05.2017 | 22:10

    Interne Nominierung? Das war damals bei No Angels und „Alex Sings Oscar Swings Deeta Lungert auf diesem aufblasbaren Mund rum“ auch nichts. Bei Conchita hingegen oder den Common Linnets oder auch manch belgischem Beitrag der letzten Jahre lief’s. Ich würde vermuten, weil die dann ein Lied aussuchen und einstudieren konnten, das wirklich zu ihnen passte.

  40. BennyBenny

    22.05.2017 | 22:37

    Die No Angels wurden doch nicht direkt nominiert…

  41. HHStephan

    22.05.2017 | 22:57

    „Aber u. a. mit Fahrenhaidt oder Laing im Jahr 2015, mit MarieMarie 2014 oder Blitzkids mvt. 2013 waren vielversprechende Beiträge mit eigener Musik beim Vorentscheid am Start. Ihnen allen wurde zum Verhängnis, dass ein, zwei oder mehr etablierte Acts mit einer deutlich größeren Fanbasis ebenfalls am Start waren. Diese trugen dann den Sieg davon – mit bekanntem Ausgang.“

    LIeber DJ 12 Points … ich stimme Dir sowas von zu. Das waren absolut geniale Acts, die sicherlich deutlich besser abgeschnitten hätten. Man muss leider dabei am deutschen Geschmack und Mut zweifeln, denn genau das hat hier nicht funktioniert. Wenn sowieso mittlerweile bekannte Acts nicht mehr antreten und ihre Fanbase nicht mitbringen – warum dann nicht noch einmal solche Acts, die auch einfach eine tolle Show hingelegt haben, zu aktivieren – die wollten auf jeden Fall teilnehmen und hatten authentische Songs. Dann verzichte ich auch gern auf eine VE.

  42. JaNL

    22.05.2017 | 23:18

    Also ich habe auf jeden Fall keinen Bock mehr auf die Schöneberger und ihre Witzchen aus der RTL-Schmiede…

  43. 4porcelli

    22.05.2017 | 23:19

    Erst mal großer Dank an unsere Blogger, dass Ihr auch jetzt so aktiv seid anstatt eine durchaus verständliche Pause zu machen, Hochachtung!
    Zum Thema Vorentscheid: Zweifelllos sieht auch der NDR, dass das konfuse 2017er-Konzept zum Scheitern verurteilt war, Das war geradezu ein Fallbeispiel dafür, was ‚rauskommt, wenn eine Idee durch zu viele Abstimmungsrunden geht.
    Interne Auswahl wie in B oder Nl scheint eher schwierig zu sein, das letzte mal kam dabei Kiss Kiss Bang Bang raus, weil Alex C vor x Jahren mal einen Hit in Russland hatte. Aktuell erfolgreiche Künstler – ob Elektro, Techno oder Rock – werden dafür kaum zur Verfügung stehen, es käme vermutlich die Wiedergeburt von Modern Talking bei raus (Titel: „I lost to Verona“).
    Gut der Gedanke, einen direkten Aufruf an Sänger und Bands zu machen und so die Plattenfirmen zu umgehen, die den ESC gerne zur Resteverwertung benutzen. Teilnehmer sollten möglichst großen Freiraum bei Auswahl von Song und Inszenierung haben (siehe Laing oder z.B. Salvador, Jamala, Aminata) – nur so kommt etwas authentisches bei raus, hinter dem die Performer auch stehen und das nicht wie ein X-Faktor-Siegertitel klingt. Idealerweise nur Künstler, die noch keinen großen Bekanntheitsgrad haben, sonst gewinnt doch nur der/die Bekannteste. Entscheidung 50% Televote – 50% internationale Juries. Gemeckert wird so oder so und international lassen sich sicher eher kompetente Leute für die Jury finden,

  44. 4porcelli

    22.05.2017 | 23:28

    Ach ja und kann man die Entscheidungsträger vielleicht irgendwie dazu bewegen, nicht reflexiv nette Mädels aus „gutem Hause“ (unweigerlich irgendwie immer ohne Migrationshintergrund) zu präferieren? Das ist ja nicht nur in D ein Problem, wie man immer an der Flut der austauschbaren Balladensängerinnen sieht.

  45. Anmey

    22.05.2017 | 23:36

    Das Problem mit Juries im deutschen Vorentscheid ist ja, dass es schon bei einer Ankündigung wahrscheinlich einen überzogenen Shitstorm a là „das Volk wird ohnehin überstimmt“ geben würde. Da Thomas Schreiber und der NDR eher zu viel als zu wenig kritikfähig sind (allerdings dann die falschen Maßnahmen treffen) und ständig einknicken, würde die Entscheidung nach zwei Tagen wieder rückgängig gemacht ohne dass man überhaupt die Chance gehabt hätte, es mal auszuprobieren.

  46. Thimo Qwalle

    22.05.2017 | 23:39

    Mit Raab zusammen ein Konzept entwickeln

    Ja ich weiß…. ich gieß wieder Öl ins Feuer wenn ich sage dass Stefan Raab zurück zum ESC muss

    Aber ich glaube keiner hier kann leugnen dass er hier in Deutschland beim ESC immer abgeliefert hat. Ich wüsste nicht einen Song von ihm der nicht in die Top 10 kam.

    Ich weiß und aktzeptiere dass er nicht mehr VOR der Kamera stehen will…..Sonst würde er bis jetzt noch bei Pro7 bei TvTotal sitzen.

    Jedoch will ich das nichtmals. Er muss nicht VOR die Kamera kommen.

    Er muss sich zusammensetzen mit den Verantwortlichen des NDR und ein KONZEPT für den Vorentscheid ausarbeiten

    Da geht es meiner Meinung nach zum einen darum wie man den Vorentscheid selbst veranstaltet und (ganz ganz gaaaaaaanz wichtig) wie man einen passenden Song für die Künstler findet.

    Mal ganz nebenbei…..unsere Liebe Lena hatte auch KEINEN DEUTSCHEN komponisten für den Song. Da regt euch alle nicht so auf das Levina’s Song aus den USA gekauft wurde

    Lena’s Satellite wurde in dem Sinne auch aus dem Ausland eingekauft

    Der springende Punkt ist aber dass Raab nicht wie dieses Jahr versucht irgendwie einen song zu finden der glatt geschoren ist und dem Künstler ans bein gebunden ist, sondern bei ihm war es wichtig dass der Song und der Künstler zusammenpassen.

    Deshalb hatte man ja auch erst zum Finale die Songs gehört.

    Ich weiß es zwar nicht aber ich gehe auch stark beim Raab davon aus dass erst vorm Finale er sich mit Konsorten auf dem Weg gemacht hat einen Song zu finden. Nicht schon vor der Show.

    Alles in allem kann man sagen was man will aber wenn man ganz ehrlich ist muss man einfach sagen:

    Lieber Stefan Raab. Bitte bitte setz dich doch mit den Verantwortlichen der NDR zusammen und erarbeitet ein Konzept nach DEINEN EIGENEN vorstellungen

    Nur das das passiert muss erst Herr Schreiber seinen Tisch räumen…..und das wird leider leider nicht passieren in naher Zukunft wie es den Anschein hat…

  47. Bach

    23.05.2017 | 00:42

    Raabs Firma haben die letzten Vorentscheide produziert, das sollte man mal nicht vergessen.

    Ich wäre für eine zweite Chance für Max Mutzke. Er präsentiert 7 bis 9 Lieder und das Publikum wählt das beste Lied aus. Schlechter als Vorletzter oder Letzter kann es nicht mehr werden.

  48. Thimo Qwalle

    23.05.2017 | 01:01

    @Bach daruber weiß ich Bescheid

    Das Problem ist aber dass er selbst nicht an der Konzipierung beteiligt ist.

    Und das ist der Knackpunkt

  49. togravus

    23.05.2017 | 01:06

    Ich habe noch einen anderen Vorschlag. Erfolgloser als Portugal konnte man beim ESC bis zu Salvadors Sieg ja nicht sein. Was hat RTP getan? Sie haben nicht an den ESC gedacht, sondern etablierte Künstler eingeladen, Lieder für ein neues FdC zu schreiben, das dezidiert auf den heimischen Markt zielte. Und sie haben gewonnen. Aber vielleicht meint Douze Points ja auch genau solch ein Vorgehen, wenn er Gelassenheit fordert.
    Ich bekomme sowieso immer Herpes wenn ein deutsches Jurymitglied oder ein deutscher Experte sagt, dass dies oder das zwar gut, aber nichts für den ESC sei. Beim ESC hat alles eine Chance, es muss nur im richtigen Augenblick zünden. Ich glaube leider nicht, dass eine deutsche Jury ein deutsches Äquivalent zu ‚Amar pelos dois‘ durchgelassen hätte. Der NDR und seine Entourage lieben Schubladen, und bei der Lena-Schublade fangen alle das Sabbern an. Versteht mich nicht falsch: Ich mochte ‚Satellite‘, weil es nach einem Jahrzehnt voller Melodramatik, billiger Gimmicks und kitschiger Sieger (Ausnahme ‚Molitva‘) gezeigt hat, dass man den ESC auch mit einer ganz einfachen Performance gewinnen kann. Und ‚Taken by a Stranger‘ ist ohnehin in meinem ESC-Pantheon.

  50. togravus

    23.05.2017 | 01:15

    @ 4porcelli
    Internationale Jurys? Ach herrje, dann wird Wiwi William auch im deutschen Fernsehen zu sehen sein. In irgendeine Jury wird er sich schon als Punkteverkünder schleichen …

  51. eric999

    23.05.2017 | 01:43

    Als ich gerade den Namen Laing im Artikel gelesen habe, kam in mir wieder die Enttäuschung hoch. Und zwar darüber, dass sich Deutschland damals nicht getraut hat, diese unheimlich tolle Band zu schicken (eine meiner absoluten Lieblingsbands). Hätte Andreas Kümmert von vornherein abgesagt, wären sie vermutlich ins Superfinale gekommen und dann… ach hätte, hätte, Fahrradkette. :D

    Ich bin ähnlicher Meinung wie der Artikel. Ich frage mich immer, warum man nicht einfach auf die Ergebnisse schaut… man sieht ja, welche Art von Musik bzw. welche Genres bei den europäischen Zuschauern gut ankommt. Einfacher 08/15-Pop ist in den letzten Jahren selten vorne gelandet. Wie schon geschildert, sollte man einfach mal ohne Druck an die Sache rangehen und etwas wagen. Ich hätte auch nichts gegen eine interne Selektion, obwohl ich da bei den aktuellen Verantwortlichen so meine Zweifel habe. Somit wird es wieder auf einen Vorentscheid hinauslaufen. Hoffentlich dann mit einer tollen, breit gefächerten Auswahl. Mal was neues!

  52. Calv

    23.05.2017 | 06:29

    Es zeigt doch eigentlich wie toll die europäische Idee funktioniert, wenn wir uns mehr um unsere persönlichen Favoriten sorgen, als um unser Heimatland. Dieses patriotische Getue von manchen geht mir sowas von auf die Nerven. Was wir machen sollten? Wenn man am Boden liegt, sollte man wenigstens Lachen. Der Böhmermann hat doch bei Musik Blut geleckt.

    Ansonsten könnte man doch dem etwas moderneren ZDF (auch EBU Mitglied) die Auswahl überlassen. Was spricht dagegen? Solang ein chronisch unerfolgreicher Schreiber weiter Jahr für Jahr Sängerinnen verheizt ohne Konsequenzen tragen zu müssen, kann doch niemand beim NDR behaupten, dass sie den ESC ernst nehmen.

  53. 4porcelli

    23.05.2017 | 07:47

    @togravus lach Du hast 100-prozentig recht – der NDR würde natürlich WiWiWilliam in die Jury packen in der festen Überzeugung, so „die jugendliche Zielgruppe innovativ zu erreichen“. Barbara Schöneberger würde ihn als „Englands Antwort auf Jan Feddersen“ vorstellen ;-).

  54. Rainer1

    23.05.2017 | 07:50

    Ist der ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.
    Der vorteil ist doch, das wir nächstes jahr wieder völlig ohne erwartungen am esc in portugal starten.
    Wir haben keine chance, also nutzen wir sie.

  55. Olli D.

    23.05.2017 | 08:38

    Mir ist auch aufgefallen, dass in anderen Ländern die Teilnehmer des Vorjahres häufig gewürdigt werden, in dem sie ein Jahr später die Punkte ansagen dürfen. Und da ist es egal, welchen platz sie im Vorjahr erreicht haben. Warum durfte das Jamie-Lee nicht tun?
    Ich hätte mir auch eher mal Nicole als ehemalige Siegerin (!) für die Punktedurchgabe gewünscht als die ständig sich in den Mittelpunkt rückende Schöneberger!

  56. Mariposa

    23.05.2017 | 09:53

    @ Bach

    Max Mutzke hat sich neulich in einer Talkshow ein wenig vom ESC distanziert. Es sei zwar froh über die Erfahrung, kann sich aber mit dem Spektakel nicht so identifizieren. Ich denke, wir werden ihn nicht mehr dort sehen.

  57. Mariposa

    23.05.2017 | 09:59

    @ togravus

    Da merkt man, wie sehr mancher hier in seinem eigenen Paralleluniversum lebt – nicht nur Herr Schreiber. Ist schon ein erstaulicher Luxus, beurteilen zu dürfen, was alles angeblich nicht ESC-tauglich ist… Kein Wunder, daß es hierzulande tiefste ESC-Provinz ist. Es wird immer peinlicher.

    So langsam plädiere auch ich für einen Comedyact für Deutschland in Lissabon…….

  58. togravus

    23.05.2017 | 12:17

    @ 4porcelli, ROFL, und am Ende klatschen alle mit und wir schicken „Trying to find out of Verona“ nach Lissabon …

  59. vandyke

    23.05.2017 | 13:47

    Die Debattiererei können wir uns sparen. Schreiber hat doch schon gesagt, er plädiere dafür das Konzept beizubehalten, gehört eben nur etwas reformiert. Ich denke das war von vornherein Plan B. Plan A war wahrscheinlich die erste Tabellenhälfte zu erreichen, dann halt weiter ohne Reförmchen. Herres und Marmor werden das schon abnicken, schließlich haben die noch weniger Ahnung von der Materie.
    Es werden also zwei drei Leute ausgetauscht und man nimmt wieder Platz in der Echokammer oder halt am Fleischtopf und die Flickschusterei geht in die nächste Runde. ESC Deutschland ist echt gegeißelt.

  60. Bea

    23.05.2017 | 16:07

    Oder nächstes Jahr dann einen Vorentscheid mit Ann Sophie, Jamie Lee und Levina. Alle mit ein, zwei eigenen Songs und durchdachten Bühnenshows. :D

    Aber jetzt mal ernsthaft: Wenn man schon neue Talente zum ESC schicken will, dann sollte man ihnen auf jeden Fall keinen Song aufdrücken.
    Dann lieber im November/Dezember eine Vorrunde, bei der die Televoter den Künstler wählen (quasi eine „Cover“-Runde) und dann wird bis Februar einer oder zwei Songs für und vorallem MIT dem Interpreten geschrieben. Lieber einen Song FÜR den Künstler und nicht umgekehrt.
    Immerhin hatte man für Jamie-Lee und Levina innerhalb von drei Monaten ein ganzes Album zusammengebastelt. Und die meisten der Lieder hätten vermutlich sogar deutlich besser abschneiden können.

  61. escfan05

    23.05.2017 | 16:43

    Warum wurde den Künstlern in diesem Jahr überhaupt schon Songs aufs Auge gedrückt? Axel Feige ist doch Rockmusiker und hat doch bestimmt schon eigene Songs geschrieben. Warum durfte er nicht eigene Songs singen, so lange sie den ESC-Regeln entsprechen? Und wenn die anderen Künstler noch kein eigenes Songmaterial hatten, warum durften die Künstler bei der Auswahl nicht mitwirken? Bitte für die Zukunft beachten. Ich habe ja gar nix gegen unbekannte Künstler oder Nachwuchskünstler, aber dann sollte man ihnen Songs zur Verfügung stellen, die ihren Vorlieben entsprechen und nicht Songs aufdrücken, wie in diesem Jahr. Nochmal hier geht es nicht um Deutschland nächsten Suppenstar, sondern um den deutschen Teilnehmer für den größten Musikwettbewerb der Welt.

  62. DerJoe

    23.05.2017 | 17:15

    Absätze werden doch nicht verschluckt.
     
    Überhaupt nicht wahr ;-)

  63. 4porcelli

    23.05.2017 | 17:37

    @togravus – wobei „unser Song für/über Verona“ in der Abstimmung mit einem gewissen Handicap startet, da WiWiWilliam seine 12 Punkte an „that dancey, fun song“ vergibt – „because it makes me happy.and ohmygod they are so out there.“

  64. togravus

    23.05.2017 | 17:49

    @ 4porcelli, Honeeeeey :-)

  65. escfan50

    23.05.2017 | 21:16

    Ich wäre ja dafür das man mit Alexa Feser, Laing, La Brass Banda, Avantasia , Santiano, MarieMarie und Blitzkidz ne neue VE veranstalten. Die singen jeweils 2 Songs und der Sieger fährt nach Lissabon.

  66. escfan05

    23.05.2017 | 21:29

    @calv: Ich bin zuerstmal Saarländer, dann Deutscher und dann Europäer. Ich will trotzdem nicht, das mein Land immer letzter wird. Und mein Land ist nicht Europa, sondern Deutschland.

  67. Cedric (T0mb0)

    23.05.2017 | 22:03

    Alexa Feser wäre genial, „Gold von Morgen“ ist bisher das einzige Lied, das ich mir jemals gekauft habe.

  68. Matty

    23.05.2017 | 22:59

    Ich finde, wir sollten nächstes Jahr Jimmie Wilson, der in diesem Jahr für San Marino antrat, nächstes Jahr nach Lissabon schicken. Der hat jetzt sein neues Soloalbum veröffentlicht und es heißt „So damn beautiful“ und der gleichnamige Song hört sich ganz gut an:

    https://www.escxtra.com/2017/05/23/jimmie-wilson-releases-debut-solo-album-damn-beautiful/

    Das könnte was werden, denn Ralph Siegel hätte da nämlich seine Finger nicht im Spiel!

  69. Calv

    24.05.2017 | 05:24

    Ich wäre ja für ein Duett von Raiven und Måns, geschrieben von Ralph Siegel. Da würde ich zu gerne Matty’s Reaktion sehen :D

  70. biobanane (210)

    24.05.2017 | 09:26

    Diese Diskussion fing ambitioniert an und ist letztlich im Wunschkonzert versandet.

  71. Matty

    24.05.2017 | 09:45

    @Calv

    Das werde ich zu verhindern wissen!

  72. Matty

    24.05.2017 | 09:46

    @Calv

    Die beiden würde ich eher als Bösewichter im nächsten James-Bond-Film einsetzen, die dann ein grausiges Ende haben werden!

  73. Mariposa

    24.05.2017 | 10:08

    @ Matty

    Der Song ist wirklich nicht schlecht. Aber ich hätte gerne nächstes Jahr ausnahmsweise mal einen Beitrag in deutscher Sprache.

  74. Mariposa

    24.05.2017 | 10:13

    @ escfan05

    Und ich sehe mich in erster Linie als Europäer.

  75. Mariposa

    24.05.2017 | 10:15

    @ Cedric

    Auch das neue Album von Alexa Feser „Zwischen den Sekunden“ ist absolut hörenswert. Selten so gute Texte gehört, weitab fernab vom üblichen „Schlagergedöns“ – eben eine Songpoetin.

  76. escfan05

    24.05.2017 | 10:34

    @Mariposa: Schön für dich, aber wenn du dich als Europäer bezeichnest, warum soll dann Deutschland nächstes Jahr unbedingt in Deutsch singen. Warum nicht wieder englisch? Beißt sich doch. Ich dachte nationale Identität wäre dir nicht so wichtig. Europäische Beliebigkeit ist dir doch lieber.

  77. Mariposa

    24.05.2017 | 12:04

    @ escfan05

    Weil ich miche eben zur Vielfalt bekenne und die sollte es auch in sprachlicher Hinsicht geben und nicht nur anglophonen Einheitsbrei. Zudem ist Deutsch ja auch eine europäische Sprache, oder etwa nicht ???? Ich hätte nichts dagegen, wieder mal mit einem deutschen Beitrag mitzufiebern – vorausgesetzt, er würde zu meinen Favoriten gehören und das war in den letzten Jahren leider nicht mehr der Fall, eher das Gegenteil.

  78. togravus

    24.05.2017 | 12:45

    Warum bekommen wir beim ESC jedes Jahr so viel seelenlose Plastikware, die den Charttrends immer um 1 bis 2 Jahre hinterherläuft? Weil die EBU und einige Sender (leider auch der NDR) einem Missverständnis zum Opfer gefallen sind. Sie glauben, dass der ESC internationale Hits produzieren sollte und könnte. Das kann zwar zufällig alle 10 Jahre mal passieren, aber warum sollte sich der ESC-Interessierte oder zufällige Zuschauer für Beiträge wie DNK, AUS oder AZE 2017 begeistern (persönlich mag ich „Skeletons“ allerdings sehr …), wenn er Vergleichbares in höhere Qualität und besser produziert täglich im Radio hören kann? Glaubt wirklich irgendwer, dass man über Castingsternchen internationale Hits produzieren kann, wenn nicht einmal die globalen Topplayer involviert sind? Nein. Der ESC ist m. E. ein europäisches Ritual, das immer wieder magische Momente schafft, die überhaupt nichts mit dem globalisierten Einheitsschlonz zu tun haben, der in vielen Ländern die Charts dominiert. Als Salvador in einem Interview darauf angesprochen wurde, dass sein Beitrag nicht radiotauglich sei, konterte er den Einwurf mit den Worten: „Man, I never wanted to sing a radio song.“ That’s the spirit.
    Wenn die EBU nun auch endlich mal etwas begreift und die Jurys entsprechend instruiert, werden wir vielleicht nicht mehr so peinliche Juryvotings sehen wie dieses Jahr. AUS und DNK über HUN, BLR und FRA. Da kann man ja nur lachen, und glücklicherweise haben die Televoter den Jurys gezeigt, wie Vielfalt geht. Danke Televoter!

  79. Anna

    24.05.2017 | 13:54

    @togravus
    Einer von vielen Gründen, weshalb der NDR scheitert.

  80. escfan05

    24.05.2017 | 14:10

    @Mariposa: Ich habe auch nix gegen ein deutschsprachiges Lied. Die Mär das man mit Songs in Landessprache keinen Erfolg haben kann, wurde dieses Jahr widerlegt. Zumal ich die Songs in der Landessprache weitaus origineller fand, als die Songs in Englisch. Ich hätte auch nix dagegen wenn wir, wie 98 und 2000 mit einem Comedyact antreten würden. Im Finale sind wir ja sowieso. Und untergehen werden wir sowieso, aber dann wenigstens mit Spass.

  81. Nick

    24.05.2017 | 14:22

    @Mariposa: Ich wär auch mal wieder für ein deutsches Lied beim ESC! Find ich sowieso doof das Deutschland meist als einziges Big 5 Land nicht in seiner Landessprache singt. Hinzu kommt das es schon lange kein Lied mehr in deutscher Sprache gab (Frauen regiern die Welt bzw Woki mit deim Popo waren die letzten).

  82. EscFAN

    24.05.2017 | 17:40

    Wie wäre es mit einer internen Auswahl?

    Warum hat das niemand, aber wirklich niemand, als Option?

  83. 4porcelli

    24.05.2017 | 17:52

    @togravus – Honeeeeey hier unterscheiden sich unsere Meinungen: Ich bin mir zwar nicht mehr sicher, ob die (anscheinend nur mündlichen) Vorgaben an die Juries von radiofreundlichen Liedern oder Songs mit (internationalem) Hit-Potential sprechen, aber die Ansage an sich finde ich nicht schlecht – sie wird ja offensichtlich auch von Person zu Person unterschiedlich interpretiert, sonst hätte Schweden vermutlich auch die letzten beiden Jahre haushoch gewonnen. Viele gut bewertete Songs mögen bei uns nicht zu hören sein, sind aber regional erfolgreich (das scheint ja zB dieses Jahr bei MOL und BUL in Osteropa der Fall zu sein). Die Mischung macht’s für mich – wenn man nur (z.T. pseudo-) anspruchsvolle Beiträge hätte, würde ein 3er Block aus Jamala, Armenien 2017 und Finnland 2017 vermutich mindestens genauso viele Zuschauer verschrecken wie das diesjährige Horror-Triple DK/AUS/CRO. Die Tatsache, dass es eine Palette an Beiträgen gibt ist ein Grund, aus dem der ESC für mich so spannend ist. In der Hinsicht wie eine CD, auf der man selten auch nur die Mehrzahl der Lieder mag (Helene Fischer Fans einmal ausgenommen).

  84. Mariposa

    24.05.2017 | 18:18

    @ escfan05

    Da sind wir mal einer Meinung, sehr schön. Wobei ein Comedyact dann nur die „Ultima ratio“ sein sollte, wenn gar nichts anderes mehr klappt. Zu etwas richtig Mutigem sind leider die Entscheidungsträger bzw. letztendlich auch das Publikum nicht fähig. Man kann den NDR sicherlich kritisieren, letztendlich hat man sich dem „mainstreamorientierten“ Zuschauer angepaßt.

  85. togravus

    24.05.2017 | 18:49

    @ 4porcelli, unsere Meinungen unterscheiden sich nicht. Ich wünsche mir auch eine große Vielfalt an Liedern beim ESC, und dazu gehören eben auch Radiosongs, die man in meinem Hause allerdings Gedudel nennt. Es sollte ja für jeden Geschmack etwas dabei sein. Allerdings wundere ich mich, dass die EBU in den vergangenen Jahren offensichtlich versucht hat, den ESC mit Hilfe der Jurys mehr in Richtung Radio und Charts zu steuern. Das verstehe ich einfach nicht, weil Radiosongs ja für das Radio gemacht werden, aber nicht für die Bühne … und der ESC ist ja bekanntermaßen nur ein einziges Mal ein Radiowettbewerb gewesen. Das passt für mich einfach nicht zusammen. Wenn ich mir z. B. die deutschen und kroatischen Beiträge dieses Jahres anhöre, mag ich ‚Perfect Live‘ viel lieber als ‚My Friend‘, aber wenn ich mir die Liveauftritte aus Kiew anschaue, verstehe ich, warum manche Menschen für Kroatien gestimmt haben, die arme Levina aber links liegen ließen, auch wenn sie auf meiner persönlichen Liste weit vor Jacques rangiert.

  86. Nick

    24.05.2017 | 19:16

    @EscFAN: eine interne Auswahl kommt nach der Sache mit Xavier Naidoo nicht mehr so schnell in Frage.

  87. Anmey

    24.05.2017 | 19:38

    Bei einer internen Auswahl gilt das Gleiche wie bei der Sache mit der Jury im Vorentscheid, der NDR wird immer sofort einknicken. Wobei Xavier Naidoo ja jetzt eindrucksvoll bewiesen hat, dass die Kritiker mehr als richtig lagen.

  88. togravus

    24.05.2017 | 19:45

    @4porcelli, Man kann das Argument sogar noch weiterführen. Radiosongs sind ja dazu gedacht, im Büro, beim Putzen oder im Gym nebenher zu laufen. Wenn man vor dem Fernseher sitzt und sich 3 Minuten lang konzentriert, wirken sie meist leer und leblos, weil solch ein Werk-Rezipient-Verhältnis ja weder ihr Anliegen noch ihre Funktion ist. Und da kommen dann Melodrama (DNK17), visuelle Gestaltung (AUS17) oder/und Spezialeffekte ins Spiel. Der Zuschauer muss weiterhin andersweitig unterhalten werden, weil die Musik alleine nicht über 3 Minuten trägt. Sonst greift er zur Flasche oder schaltet um. Deshalb wird in den letzten Jahren auch so viel über die Inszenierungen gesprochen (denke nur mal an die Wiwi-Clips von den Proben). Lieder, die für einen Liveauftritt gemacht sind, werden natürlich keine Radiohits, weil das wiederum weder ihr Anliegen noch ihre Funktion ist. Sie sind für die Bühne gedacht und werden die Jahrzehnte als ESC-Klassiker überstehen: ‚Lane moje‘, ‚Et s’il fallait le faire‘, ‚I Feed You My Love‘, ‚Amor pelos dois‘ etc.

  89. 4porcelli

    25.05.2017 | 01:20

    @togravus – hmmm auch hier bin ich wieder etwas konträr. Ich glaube mit Radio-Potenzial ist Hit-Potenzial gemeint. Es gibt natürlich, da gebe ich Dir recht, eine ganze Menge Radio-Sender, die primär Kaufhaus-/Hintergrundmusik wie D/AT/AUS/DK spielen (WDR2 würg),aber anderee bedienen ganz klar Genres bzw. tun dies je nach Timeslot. Ohne Airplay oder komplese Promo-Kampagnen (Lana DelRay) wird man selten erfolgreich, und dauerhaft wird niemand seine Gesangskarriere durch kellnern finanzieren wollen.
    PS Das Melodrama bei DK hab ich wohl verpasst, ich dachte, die setzen einfach darauf, dass viele Hetero-Männer zugucken und anrufen ;-).

  90. togravus

    25.05.2017 | 01:28

    @ 4porcelli, Eine heiße Blondine, die auf die Knie sinkt, während sie schreit, dass sie ihre Waffen niederlegt, soll kein Melodrama sein? Das ist doch der melodramatische feuchte Traum vieler Männer …
    Ich verstehe, was Du meinst, aber ich verstehe nicht, warum ESC-Beiträge unbedingt Chart Hits sein müssen. Es gibt viele Künstler, die sich vor allem über Konzerte finanzieren. Das will ja z. B. auch Salvador. Trotzdem ist er in Portugal überall Nummer 1 … Charts, Downloads, Streaming … LOL

  91. Braudel

    25.05.2017 | 10:20

    @togravus,
    nach deinem Post habe ich mir mal wieder “ I feed you my love“ in Mehrfachschleife angehört und ich wie damals von Margaret Berger und ihrem Song hin und weg. Es ist schon faszinierend was für Musik der ESC auch hervorbringt.

  92. Mariposa

    25.05.2017 | 13:55

    @ togravus

    Für mich müssen ESC-Songs nicht auch zwangsläufig Charthits sein. Ich stimme Dir da gerne zu. „Unsterblichkeit“ hat so gar nichts mit irgendwelchen Plätzen in den Hitlisten zu tun…..

  93. Mariposa

    25.05.2017 | 14:01

    OK, ich wäre ja durchaus für ein attraktives VE-Format zu haben. Aber zum Beispiel unter der Bedingung, das nichts ausgeschlossen sein darf, was dem NDR nicht behagt: Bands mit selbstgeschriebenen Songs, deutsche Sprache, keine „eingekauften“ Songs aus USA, GB oder Schweden und Klänge weit fernab vom ESC-Mainstream. Ich würde dann schon eher plädieren, daß man aufhört, krampfhaft eine neue Lena suchen zu wollen – die gibt es nämlich nicht. Also mal keine Solosängerinnen nach dem bewährten Muster nominieren. !!!

  94. 4porcelli

    25.05.2017 | 14:36

    @togravus – ich musste jetzt lachen als ich Deinen – sicher bewußt so formulierten – Text von der „heißen Blondine, die niederkniet, während sie schreit, dass sie ihre Waffen niederlegt“ las, denn das Knien war sicher so choreographiert, dass es der Kamera erlaubte, die Waffen = den ich meine großzügigen Ausschnitt besonders zu erfassen. Von daher war es besonders interesant, dass der dänische Beitrag bei der Jury wesentlich besser ankam als beim Publikum. Es wäre sicher interessant zu sehen, was die gegebene Punktezahl männlicher vs. weibicherJury-Mitglieder ist.
    Ich sag ja auch nicht, dass alle Songs Chart-Material sein sollen, sondern dass die Mischung entscheidend ist – was sie nach dem Ausfiltern vielen Schrotts in den Semi-Finales gerade dieses Jahr war. Wenn wir nur Performance Art wie Jamala oder Latin Jazz (Genre?) wie Salvador hätten, würde der ESC schnell in digitalen Spartensendern verschwinden. Von daher find ich es (auch wenn mein Favorit Francesco nicht gewonnen hat) gut, dass wir so eine breite Palette angeboten bekommen haben (einschliesslich des ungewollt unterhaltsamen Modern Talking Drag Acts aus Estonia).

  95. 4porcelli

    25.05.2017 | 14:44

    @Mariposa, stimme Dir absolut zu, dass der NDR aufhören sollte, beim VE zu blocken, was ihm nicht behagt – die offensichtliche Abneigung gegen Bands finde ich besonders eigenartig. Bizarr ist, dass, den Eindruck hast nicht nur Du, man anscheinend versucht, eine neue Lena zu suchen, dabei aber völlig vergisst, was Lena damals besonders machte: Nämlich, dass sie damals so gut ankam, weil sie scheinbar unkonventionell, befreit und natürlich wirkte (auch wenn dies m.E. ebenfalls eine geschickt inszenierte Rolle war). Stattdessen trifft der NDR aber eine Vorauswahl an Mädls, die wie Bürokauffrauen (ein schönes deutsches Wort) wirken, die gerne ihren Arbeitstag (beim NDR?) damit verbingen, Ordnerstrukturen anzule2gen = persönlichkeitsfrei sind. Typisches Groupthink von Konzernen und Bürokratien.

  96. DerJoe

    25.05.2017 | 15:15

    Das Mainstream-Radio funktioniert ein bisschen wie die ESC-Bubble… Es kommen grundsätzlich immer die neuen Songs von bekannten Interpreten. Man bekommt sie ein paar Mal vorgesetzt und hört sie sich schön. In der Bubble heisst der Interpret bloß stattdessen ESC. Man kennt zwar die Küstler nicht, hört sich aber die Songs alle erst einige Male an und kann sich einen guten Teil davon schönhören. Das führt zu Diversity(!), da die Länder immer wieder was neues/anderes schicken, vielleicht von dem einen Land mal abgesehen, aber Ausnahmen platzieren sich in der Regel ;-)
     
    Im Radio laufen deshalb so viele mittelmäßige Songs, weil es an den bekannten Interpreten hängen bleibt, vieles sich schematisch wiederholt und langwelig wird, aber zum schönhören eben für den großen Teil der Hörer noch langt. Gewohnt aber anders, bestes Beispiel: Frans – If I were sorry. Originalität = 0, aber eben dadurch radiotauglich.
     
    Wenn jedoch ein neuer Name im Radio gespielt wird, der nicht aus diversen Casting-Formaten bereits Bekanntheit erlangt hat, dann kann man davon ausgehen, dass der Song richtig gut ist. Das gibts aber halt nicht allzu oft.

  97. Georg

    25.05.2017 | 17:47

    Es kann nur eine Frage der Zeit sein, bis D’land wieder interessante Beiträge schickt. „Wir“ kommen nämlich ESC-mäßig immer erst dann in die Pötte, wenn so rein gar nix mehr geht und der Karren so richtig im Dreck steckt: Ohne die kommerziellen Totalausfälle zwischen 1991 und 1997 hätte es das Riesenrevival mit Guildo Horn wohl nie gegeben. Ohne die schlechten Plätze zwischen 2005 und 2009 hätte man wohl nie aus Verzweiflung die Koop mit Pro7 gestartet. Vielleicht ist die Not immer noch nicht groß genug :-) aber spätestens 2019 dürfte dann doch mal wieder was Ordentliches kommen…

  98. Sven

    25.05.2017 | 18:20

    Ich glaube auch, dass es in einigen Jahren wieder bergauf geht, vielleicht schon nächstes Jahr. 5 Jahre hintereinander so schlechte Ergebnisse kann sich die ARD nicht leisten und wenn sich nichts ändert, werden Köpfe rollen.
    Eine interne Auswahl wird die Bevölkerung nicht zulassen, siehe Xavier Naidoo. Hauptkritik neben seinen Verbindungen zu den Reichsbürgern war doch, dass dem gebührenzahlenden Fernsehzuschauer sein Stimmrecht entzogen wird, womit er letztendlich völlig gegen die Wand gefahren ist. Ich glaube Xavier Naidoo hätte um einiges besser abgeschnitten als alle anderen, weil er polarisiert. Die einen lieben seine Musik, die anderen verachten sie. Trotzdem hätte er dadurch bessere Ergbnisse erzielt. Meiner Meinung nach war diese Reichsbürgersache eh nur vorgeschoben, davor wusste doch keiner, was er so getan hat. Es musste nur einen Grund geben, ihn loszuwerden. In der Situation hätte ich mir vom NDR mehr Standhaftigkeit gewünscht, wie der ORF nach dem Shitstorm auf Conchita.

  99. Matty

    25.05.2017 | 21:05

    @4porcelli

    Ich bin auch der Meinung, daß zu einem Vorentscheid nicht nur Solisten, sondern auch Gruppen gehören, die sich um das ESC-Ticket bewerben. Die Zeit, in der zum ESC nur Solisten und Duos zugelassen waren – und zwar von 1956 bis 1970 – gehört der Vergangenheit an! Deutschland würde es auch gut zu Gesicht stehen, mal wieder eine Gruppe zu entsenden, das war 2009 mit „Alex Swings – Oscar Sings“ zuletzt der Fall. Zwar hatten die nicht gut abgeschnitten, aber es gab durchaus auch gute Resultate:

    1977: Silver Convention – 8. Platz
    1979: Dschingis Khan – 4. Platz
    1985: Wind – 2. Platz
    1987: Wind – 2. Platz
    1994: Mekado – 3. Platz
    1999: Sürpriz – 3. Platz

    Norwegen hat es in diesem Jahr mit seinem zehnten Platz vorgemacht!

  100. Inger Johanne

    26.05.2017 | 01:14

    @Matty: Waren denn Elaiza keine Gruppe? ASOS würde ich hingegen als Duo bezeichnen. Alex und Oscar eben.

  101. Little Imp

    26.05.2017 | 08:44

    Abgesehen von diesem Jahr waren doch auch immer Gruppen im Vorentscheid-Lineup vertreten (LaBrassBanda, Santiano, Baseballs, Avantasia, Luxuslärm usw.). Selbst bei den Clubkonzerten gab es schon Duos und Gruppen. Wenn die nicht gewählt werden, kann der NDR doch nichts dafür. Ein Jahr ohne und schon stehen gleich wieder alle auf den Barrikaden. Da ist scheinbar nur das Kurzzeitgedächtnis noch intakt.

  102. Matty

    26.05.2017 | 08:47

    @Inger Johanne

    Ja, Elaiza ist eine Gruppe, aber sie platzierte sich beim ESC leider nicht in den Top Ten. Das Gleiche passierte auch den Les Humphries Singers 1976 in Den Haag. Weiter Gruppen, die das auch nicht schafften, sind:

    1991: Atlantis 2000 – 18. Platz
    1992: Wind – 16. Platz
    1993: Münchener Freiheit – 18. Platz
    2006: Texas Lightning – 15. Platz
    2008: No Angels – 23. Platz

  103. Mariposa

    26.05.2017 | 11:44

    @ Matty

    „No no never“ wird aber dennoch bei nicht wenigen Fans in guter Erinnerung bleiben, es ist mein liebster deutscher Beitrag im 21. Jahrhundert. Hätte wohl besser abgeschnitten, wenn es damals schon das 50/50-System gegeben hätte.

  104. Mariposa

    26.05.2017 | 11:49

    @ Sven

    „Köpfe rollen“ klingt natürlich sehr makaber – aber ich gebe Dir natürlich Recht.

  105. Inger Johanne

    26.05.2017 | 11:54

    @Matty:
    Du schriebst, wir hätten zuletzt 2009 mit ASOS eine Gruppe entsendet. Das schien mir eine recht seltsame Behauptung, da weder ASOS eine Gruppe noch Elaiza vor 2009 waren.
    Davon abgesehen hat Little Imp natürlich recht – es waren in den letzten Jahren immer wieder Gruppen in den VEs, sie wurden nur nie gewählt.

  106. Frank

    26.05.2017 | 14:26

    Statt junger Frauen hätten wir wohl doch ’nen alten Mann schicken sollen. Aber im Ernst: die Platzierungen der Männer waren tendenziell besser in den letzten 20 Jahren, wenn man Lena/Satellite außer Acht lässt.
    .
    Wichtig wäre, dass man das Musik affine Publikum besser erreicht, also Einbeziehung von Radio und/oder Spotify / Amazon Music / Apple Music in den Vorauswahlprozess.

  107. sunny42

    27.05.2017 | 00:09

    Einfach eine Gruppe oder Mann nächstes Jahr aus suchen und schauen wie das funktioniert .

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