Belgien

Die Belgier sind die Ersten: Laura Groeseneken alias SENNEK fährt nach Portugal

„België bijt de spits af“ oder auf gut Deutsch: Belgien macht den Anfang. Als erstes Land präsentiert Belgien ihren Künstler für Lissabon. Laura Groeseneken alias SENNEK wird die Nachfolge von Blanche antreten und versuchen die erfolgreiche Bilanz unserer westlichen Nachbarn fortzusetzen.

Während in vielen Ländern der Ruf nach Liedern für den nationalen Vorentscheid erklingt, verfolgen sowohl die Niederlande als auch Belgien die Tradition der internen Nominierung. Der Erfolg gibt ihnen recht. Vier Finalteilnahmen in fünf Jahren nach vielen mageren Jahren können sich sehen lassen.

Der wallonische Teil des Landes bewies mit der Wahl von Roberto Bellarosa (Platz 12 in Malmö), Loïc Nottet (Platz 4 in Wien) und Blanche (Platz 4 in Kiew) ein gutes Gespür, so dass sich dieses Jahr der Sender VRT aus dem flämischen Part des Landes auch für eine interne Lösung entschied. Vor zwei Jahren musste Laura Tesoro noch durch eine Vorentscheidung, bevor sie in Stockholm einen zehnten Platz mit „What’s The Pressure“ holte.

In der Sendung Van Gils & Gasten wurde nun die Sängerin Laura Groeseneken als belgische Vertretung für Lissabon präsentiert. Laura wurde 1990 in der Stadt Leuven geboren. Neben ihrer Gesangskarriere arbeitet sie als Visual Merchandiser bei IKEA und liebt skandinavische Popmusik.

Sie freut sich sehr auf die Aufgabe. Das Lied gibt es aber noch nicht. Sie möchte es gern selber schreiben, aber ist auch offen für Fremdkompositionen. Laura ist eine SingerSongschreiberin, die auch schon für andere Künstler Werke verfasst hat. So stammt das Lied „Gravity“ der Gruppe Hooverphonic aus ihren und den Händen von Alex Callier.

YouTube Preview ImageSENNEK – Butterfly

Zumeist steht sie aber mit Piet Goddaer alias Ozark Henry auf der Bühne. Er gilt als ihr Mentor und arbeitet mit ihr seit 2014 zusammen.

YouTube Preview ImageOzark Henry & Laura Groeseneken – Heroes

Bei Soloprojekten nutzt sie den Künstlernamen SENNEK. Unter welchem Namen sie in Lissabon antreten wird, das macht sie vom Lied abhängig. Der Stil des Liedes ist noch nicht festgelegt. Es kann sowohl eine Ballade als auch eine Up-Tempo Nummer werden. Sie möchte sich in das Lied verlieben, aber sie wird nicht dazu tanzen. Da werden Erinnerungen an Blanche wach.

Eines weiß sie jedoch schon genau. Es soll kein Lied in der niederländischen Sprache werden, sondern in Englisch. Ihre Stimme würde dann besser klingen.

YouTube Preview ImageLola(Laura Groeseneken) & Brussels Philharmonic Orchestra – Tomorrow never dies

Begeistert zeigt sich Laura Groeseneken von den Siegern der letzten Jahre. Das Lied „1944“ von Jamala wurde erwähnt und von „Amar pelos dois“ brachte sie bei Van Gils & Gasten eine englische Fassung zu Gehör.

YouTube Preview ImageLaura Groeseneken – Love For Both

Belgien wird zum 60. Mal am Eurovision Song Contest teilnehmen und hat bisher einmal (1986) gewonnen. Achtmal wurde man letzter.

Wann die Bekanntgabe des Beitrags sein wird, steht noch nicht fest. Also dranbleiben. Wir wünschen Laura Groeseneken schon mal viel Erfolg beim Suchen.

YouTube Preview ImageSENNEK – Kaleidoscope

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20 Kommentare Kommentar schreiben

  1. AndreasBay

    29.09.2017 | 02:52

    Sagt mal, wann gibt es eigentlich mal Neues zu unserer Vorentscheidung? Während andere Länder schon die Fristen für die Songeinreichungen beendet haben, gibt es bei uns noch nicht mal ein veröffentlichtes Konzept. Riecht wieder mal sehr nach einem Platz unter den letzten 5…

  2. Matty

    29.09.2017 | 09:12

    Schon wieder eine interne Nominierung und ich bleibe dabei, daß ich kein Freund davon bin! Dieses Jahr wäre das mit Blanche fast schiefgegangen! Vielleicht gibt es ja nächstes Jahr trotzdem einen ESC-Vorentscheid in unserem Nachbarland, bei dem dann die Zuschauer auswählen, welcher Titel die Künstlerin in Lissabon präsentieren wird.

  3. Olli D.

    29.09.2017 | 10:45

    @Matty: Bin gerade verwundert. War Blanche im Mai nicht auf Platz 4 gelandet??? Fast schief gegangen? Was sollen denn da Deutschland und Spanien sagen, die einen richtigen vorentscheid hatten?

  4. Cal X

    29.09.2017 | 11:33

    Matty konnte mit Blanche nie was anfangen und verhielt sich schon immer kindisch, anstatt zu akzeptieren, dass es auch andere Meinungen zu ihr geben kann.
    .
    Laura ist höchstwahrscheinlich die richtige Wahl: noch unerfahren auf der richtig großen Bühne, aber erfahren mit den Größen der belgischen alternativen Szene, bedacht auf das große Gefühl (im Kleinen), das beim ESC schon immer, lange vor Salvador Sobral, wichtig war. All das, was ich mir von der deutschen Delegation wünsche, machen die Belgier (na ja, die Wallonen und jetzt auch die Flamen) einfach.

  5. Lorena

    29.09.2017 | 12:19

    Ich bin mit der Wahl zufrieden. Ihre Stimme gefällt mir und nach den letzten Jahren habe ich Vertrauen, dass Belgien auch für 2018 wieder ein gutes Lied schreiben wird.
    Und wenn Laura/Sennek/wie auch immer sich in Lissabon genauso präsentiert wie Blanche in Kiew, hat sie alles richtig gemacht.

  6. manuel d.

    29.09.2017 | 14:00

    Joa… Singen kann Sie, Gefühl bringt Sie auch mit.
    Stimmlich irgendwie wie eine nette, aber leider glatte Version von Valeska Steiner von BOY. Mir fehlt da ein bisschen das besondere in der Stimme, der Faktor das Sie hervorsticht. Aber das ist vielleicht auch dem geschuldet, dass Blanche so eine extrem wiedererkennbare Stimme hat.
    Kommt wohl sehr auf das Lied an, das muss schon besonders sein, wenn Belgien wieder in die Top 5 möchte.

  7. Kjetil

    29.09.2017 | 16:44

    Eine sehr gute Wahl! Sie ist eine wirklich talentierte Sängerin, wirkt sympathisch und ihre bisherige Musik gefällt mir auch. Mit dem richtigen Song könnte das mal wieder für die Top 10 reichen – gönnen würde ich es ihr! :)

  8. Matty

    29.09.2017 | 20:07

    @Cal X

    Halt mal den Ball flach! Jeder hat mitbekommen, wie Blanche sich in den Proben zum ESC in Kiew gesangliche Blöße gegeben hat und verängstigt auf der Bühne stand! Selbst die Wettanbieter hatten Zweifel, ob sie es mit diesem langweiligen Titel ins Finale schafft!

    Daß interne Nominierungen ihre Tücken haben, hat man in diesem Jahr an Serbien, Mazedonien, Irland, Tschechien und Montenegro gesehen: alle im Halbfinale ausgeschieden.

  9. Cal X

    29.09.2017 | 20:58

    @Matty:
    .
    „Halt mal den Ball flach!“
    Nicht in dem Ton.
    .
    „Jeder hat mitbekommen, wie Blanche sich in den Proben zum ESC in Kiew gesangliche Blöße gegeben hat“
    Das sind Proben. Proben sind dazu da, um zu proben. Dass man nicht immer 100% gibt, ist trotz aller Präsenz von Fanmedien und eurovision.tv-Kamerateams normal. Jeder Newcomer muss sich an die Bühne gewöhnen. Manche können das, manche noch nicht. Loïc Nottet stand sich auch in den Proben die ganze Zeit selbst im Weg und schaffte es auch auf Platz 4.
    .
    „und verängstigt auf der Bühne stand!“
    Sie war 17. Und dieses Zittrige hat lustigerweise das gewisse Etwas ausgemacht. Bei vielen. Nicht bei dir, aber bei vielen. Wie sonst konnte sie sich auf Platz 4 schaffen.
    .
    „Selbst die Wettanbieter hatten Zweifel“, ob sie es mit diesem langweiligen Titel ins Finale schafft!“
    „Langweilig“ ist wieder deine Deutung – etwas, was du einfach nicht verstehen willst. Warum nimmst du nicht die Reaktionen anderer Leute wahr? Warum bewertest du nicht, welche Meinung wie oft vertreten wurde? Die Welt dreht sich nicht um dich. Und hey, mit dem Titel war sie zeitweise auf Platz 2, wenn man unbedingt Wert auf Wettquoten legen möchte.
    *
    Meine Güte, Matty, dein Recht auf freie Meinungsäußerung in Ehren, aber mit deiner Unfähigkeit zu einer differenzierten Haltung, die auch andere Meinungen zumindest anerkennt und respektiert, disqualifizierst du dich inhaltlich und menschlich.

  10. Cal X

    29.09.2017 | 21:00

    Sorry, „Wie sonst konnte sie sich auf Platz 4 schaffen“ sollte natürlich „Wie sonst konnte sie es auf Platz 4 schaffen?“ heißen. Weitere Tipp- und Satzbaufehler bitte ich aufgrund meiner Fiebrigkeit zu entschuldigen. ;-)

  11. Matty

    29.09.2017 | 21:23

    @Cal X

    Was auch in Deinem Antwortkommentar durchkommt!

  12. Cedric (T0mb0)

    29.09.2017 | 21:45

    „Daß interne Nominierungen ihre Tücken haben, hat man in diesem Jahr an Serbien, Mazedonien, Irland, Tschechien und Montenegro gesehen: alle im Halbfinale ausgeschieden.“

    Und Bulgarien, Belgien, Australien, die Niederlande, Kroatien, Aserbaidschan, Österreich, Israel, Armenien und Zypern haben es ins Finale geschafft. Cherry Picking bringt nichts ^^

  13. kaspar

    29.09.2017 | 23:14

    @Cal X: Danke, dass du das geschrieben hast, was wir alle uns täglich denken. Aber wir müssen wohl akzeptieren, dass wir nur gegen eine Wand reden, eine in ihrer eigenen Welt lebenden, für andere Meinungen verschlossenen, stichhaltigen Argumenten nicht zuträglichen Wand. Am besten, wir ignorieren sie einfach. Dass man zu vielen Menschen nicht mit logischer Argumentation beikommen kann, hat man doch erst vergangenen Sonntag nach achtzehn Uhr gesehen.

  14. Olli D.

    29.09.2017 | 23:17

    @ Matty:

    Sorry, aber ich muss Cal X absolut zustimmen. Was interessieren mich die Proben? Wenn die Show läuft wird gepunktet. Die Proben gucken sich dich nur Hardcorefans und Journalisten an. Bezogen auf die Tatsache, dass eine Direktnominierte eben doch auf Platz 4 gelandet ist – und Bulgarien sogar auf Platz 2! – ist deine Begründung jedenfalls sehr dürftig. Ist es denn so schwer zu sagen: Hey Ihr habt Recht? Ich lag daneben?

  15. Little Imp

    30.09.2017 | 15:38

    Ich bin mittlerweile auch sicher, dass dieses Zerbrechliche, Unsichere bei Blanches Auftritt absolut gewollt war.

  16. Kjetil

    01.10.2017 | 16:14

    @Little Imp

    Ich glaube eher, dass es im Halbfinale ihrer Nervosität geschuldet war und sie im Finale gemerkt hat, dass ein etwas unsicheres Auftreten gut zum Song(text) passt. Aber wie auch immer es geplant war: Es hat funktioniert und ich bin stolz auf meine Zweitplatzierte :D

  17. Cal X

    01.10.2017 | 16:39

    Wie der Auftritt mit einer komplett selbstsicheren Künstlerin ausgesehen hätte, kann man anhand der Stand-in-Probe mit einer ukrainischen Sängerin sehen:
    https://vimeo.com/218874515
    „Choreographie“, Struktur und Content im Hintergrund lehnen sich noch an Blanches vorhergehenden Auftritt bei The Voice Belgique an. Nanna hat eine tolle, rauchige Stimme. Man merkt aber auch, dass der Song nicht für sie geschrieben wurde, sondern für eine delikatere Stimme, wie Blanche sie hat.
    .
    Hm, so viel Klärungsbedarf zu Blanche unter einem Artikel zu ihrer Nachfolgerin. Schade eigentlich. Dabei ist Laura toll, sie gefällt mir immer besser.

  18. Kjetil

    01.10.2017 | 17:17

    @Cal X
    Ja, Laura ist wirklich toll. Je mehr Videos ich gucke (egal ob Cover oder eigene Songs) desto besser gefällt mir ihre Stimme! Und sympathisch ist sie auch :D

  19. DerMoment1608

    01.10.2017 | 17:49

    @Little Imp Ich bin auch immer noch davon überzeugt, dass die Unsicherheit Blanches real war. Aber ich bin aufgrund des guten Abschneidens auch davon überzeugt, dass viele „normale“ Zuschauer dachten, dass es gewollt war und Teil der „Inszenierung“ (zum Songtext passt es ja schon), weshalb sie dann doch so gut abgeschnitten hat, obwohl sie für die Hardcore-Fans, die sie vorher schon kannten, richtig abgerutscht ist.
     
    Laura gefällt mir spontan sehr gut. Sowohl vom Typ Frau her (was natürlich überhaupt keinen Einfluss hat 😎😜) als auch vom Stil ihrer eigenen Songs und dem Timbre in ihrer Stimme her. Hoffentlich bleibt sie sich diesem Stil beim Songschreiben / der Songauswahl treu!

  20. Frederic

    02.10.2017 | 22:20

    Fähige, sympathische Sängerin, aber dass man sich davon (noch) nicht viel kaufen kann – noch nicht mal mit einem einigermaßen dezenten Song – davon kann z.B. Martina Bárta … nun ja … ein Lied singen.

    Bezüglich des naheliegenden Vergleichs mit ihrer Vorgängerin, bleibt mir nur hinzuzufügen, dass Blanche für mich schon die spannendere Stimme hat. Diese hat nach meinem Dafürhalten zusammen mit dem Song auch den Ausschlag für den Erfolg gegeben und auch wenn letzterer vielleicht nie so richtig in Gefahr war, muss man schon einräumen, dass die Proben die (bis dahin) hohen Erwartungen schon deutlich dämpften.
    Auch die Ansicht, dass Blanche einen Vorentscheid womöglich nicht überstanden hätte, erscheint mir nicht ganz abwegig.

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