Finnland

Die ewige Zweite rückt auf – Finnland schickt Saara Aalto nach Lissabon

Mit einem Überraschungscoup wartete heute das finnische Fernsehen auf. Im kommenden Jahr wird es keine mehrstufige Vorentscheidung mehr geben, obwohl diese sich in den letzten Jahren im Lande eigentlich großer Beliebtheit erfreut hatte. Aber YLE ist es gelungen, die 30-jährige Saara Aalto für den Eurovision Song Contest in Lissabon zu gewinnen. Mit welchem Song sie im Mai in Portugal antritt, dürfen aber die TV-Zuschauer entscheiden.

Saara Aalto kann man getrost als ewige Zweite bezeichnen. Wo immer sie ihren Hut auch in den Ring geworfen hat – für den Platz an der Sonne hat es knapp nie gereicht.

2012 wurde sie Zweite bei „The Voice of Finland“. Ein Jahr zuvor bereits war sie in der finnischen Vorentscheidung mit ihrer selbstgeschriebenen musicalhaften Ballade „Blessed with love“ angetreten und musste das Ticket nach Düsseldorf in einer ausgesprochen knappen Entscheidung an Paradise Oscar abtreten.

YouTube Preview ImageSaara Aalto – Blessed with love (2011)

Fünf Jahre später versuchte sie noch einmal, das Ticket zum ESC zu ergattern. Mit der ebenso selbstgeschriebenen und an Musical erinnernden Uptempo-Ballade „No fear“ reichte es wieder nicht ganz oben. Statt Saara fuhr Sandhja nach Stockholm, wo sie allerdings sang- und klanglos unterging….

YouTube Preview ImageSaara Aalto – No fear (2016)

Im gleichen Jahr zog Saara mit ihrer Lebensgefährtin nach London und nahm dort an den Castings für die aktuelle Staffel von „X-Factor“ teil. Sie rollte das Feld in den darauffolgenden Wochen komplett auf und musste sich erst im Finale Matt Terry geschlagen geben. Hier einer ihrer Auftritte mit ABBA-ESC-Bezug: Das wunderschöne „The winner takes it all“:

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Wer von Saaras X-Factor-Erfahrung nicht genug bekommen kann, kann sich hier übrigens eine ganze Stunde lang ihre komplette Reise durch die Casting-Show ansehen:

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Mit ihrem Durchbruch im Mutterland der Popmusik wuchs auch Saaras Popularität in der nördlichen Heimat um ein vielfaches an. Kein Name wurde in 2016 so oft am Nördlichen Polarkreis gegoogelt wie ihrer,  folgerichtig wurde sie dann auch zur Person des Jahres in Finnland gewählt.

Mit welchem Song Saara nach Portugal fährt, werden die finnischen TV-Zuschauer am 3. März entscheiden, wenn die eigens für sie anberaumte Vorentscheidung in der Arena von Espoo abgehalten wird. Möglicherweise tritt sie wieder mit einer musicalhaften Ballade an – aber wer weiß! Sicher scheint nur eins zu sein: Gewinnen wird Saara Aalto in Lissabon nicht, aber sie wird Zweite!

Aktuell, ESC-News, ESC-Vorentscheid

29 Kommentare Kommentar schreiben

  1. Cursha

    07.11.2017 | 15:17

    Sehr gute Wahl ! Wäre dann aber lieber für eine Nominierung von Mikael Saari gewesen !

  2. BB

    07.11.2017 | 15:17

    DANKE YLE
    .
    ich habe ihre komplette X-Factor UK Reise verfolgt und hab jedes Wochenende die shows geguckt und bin währenddessen echt zu einem Saara Aalto Fan mutiert! Ich bin so froh dass sie es endlich geschafft hat! Saara weiß einfach wie es geht zu performen und die Zuschauer von ihr zu überzeugen. Sie kann halt auch alles singen wie man wärend dem X-Factor bestaunen durfte. Ich bin zuversichtlich für Finnland. Gute Entscheidung YLE, sehr gute Entscheidung.

  3. EuroPaul

    07.11.2017 | 15:20

    Ich finde es verdammt schade dieses Jahr auf das gewöhnliche UMK verzichten zu müssen. Abgesehen vom Melodifestivalen war’s in den letzten Jahren eigentlich mit Abstand mein Lieblingsvorentscheid. Als Liebhaber von Spaß(igen )beiträgen werde ich Songs wie:
    Club La Persé – My Little World, Shava – Ostarilla, Opera Skaala – Heart of Light, Günther & D’Sanz – Love Yourself
    schmerzlich vermissen. Aber auch sonst waren allein in den letzten drei Jahren so viele absolute Favoriten von mir mit dabei:
    Emma – Circle of Light, Lauri Yrjölä – Helppo Elämä, My First Band – Paradise, Mikael Saari – On It Goes, Saara Aalto – No Fear, Eeverest – Love It All Away, Solju – Hold Your Colours, Siru – Mustelmat, Angelo De Nile – All for Victory, Hans On The Bass – Loveshine
    und so weiter und so fort…
    Nächstes Jahr NUR 3 Songs geliefert zu bekommen ist dann doch gewaltig enttäuschend. Letztendlich wird’s dann wahrscheinlich auf ne dröge Ballade hinauslaufen, die nur dazu dient ihre Stimme zu präsentieren. Ich seh’s schon kommen… Zu hoffen bleibt, dass die Finnen sich nächstes Jahr wieder auf ihren traditionellen Vorentscheid zurückbesinnen.

  4. togravus

    07.11.2017 | 15:34

    Wahrscheinlich ist Saara keine schlechte Wahl, aber leider haben mir ihre Lieder bislang überhaupt nicht gefallen. Vielleicht überrascht sie mich ja mit einem weniger süßlichen Lied als bisher.

  5. Lorena

    07.11.2017 | 15:47

    Ich gratuliere Finnland schon mal zum 2. Platz beim ESC 2018

  6. Douze Points

    07.11.2017 | 15:59

    Konsequente Entscheidung von YLE. So richtig gezündet haben die UMK-Beiträge ja nie wirklich beim ESC. Und Saara hat etwas – in jedem Fall jede Menge Enthusiasmus. Und sie hat angekündigt, dass jeder der drei VE-Beiträge von vorn bis hinten durchdacht und auf den Punkt präsentiert werden wird. Aufgrund ihrer Auftritte bei X-Factor kann man da wohl gespannt sein. Ob sie dann am Ende beim ESC Zweite oder Zweiundzwanzigste wird, spielt dann auch keine so große Rolle mehr.

  7. Nico

    07.11.2017 | 16:43

    Die Wahl ist sicher ok, aber ich hätte mir viel lieber Mikael Saari gewünscht. Wann fährt er endlich mal dort hin. Ihn finde ich wirklich einen super Künstler mit toller Stimme und gutem Gesang.

  8. Calv

    07.11.2017 | 16:45

    Wenn ich es jemanden gönne, dann ihr! Wie muss sie sich gefühlt haben, als Sandhja 2016 eine solch schäbige Performance abgeliefert hatte und sie gegen Saara im Vorentscheid gewann. Es gibt also doch noch etwas Gerechtigkeit in dieser Welt! Wir sollten uns aber hüten Saara trotz ihrer Beliebtheit und Bekanntheit all zusehr zu hypen, denn das kann sich ganz schnell zu einer Blase entwickeln. Ich hoffe, dass sie an der Komposition beteiligt sein wird und dass es keine 0815 Ballade wird. Etwas ausgefallenes, wie es zu ihr passt. Obwohl das UMK eines meiner Lieblinge war, bin ich froh, dass so entschieden wurde. Und ich bin mir sicher, dass sie auch mit einem zweiten Platz in Portugal zufrieden wäre.

  9. Cursha

    07.11.2017 | 16:45

    @Nico
    Meine Rede

  10. Festivalknüller

    07.11.2017 | 16:47

    Wenigstens schon mal eine Teilnehmerin mit Format dabei.

  11. Jorge

    07.11.2017 | 16:50

    Trallali – Trallala .. so geht’s mit dem ESC wieder zurück in die Neunziger.
    Dreimal darf man raten, WAS für Nummern das wohl sein werden. :-(

    Ich habe ja kein Problem mit dem Gesangstalent (aus Castingshows), da gibt es schon tolle Acts darunter. Ich habe aber ein Problem mit den darum entwickelten Geschichten, dem Hype, der übertriebenen Lautstärke, dieses auf die Stimme fokussierte, dem eingewiesenen Publikum bei den Shows, der Comedy drumherum – und last but not least – der prädisponierten zuckerbäckerhaften Songauswahl für Interpretinnen ihrer Sorte. Also mag X-Factor Saara die Popularität beschert haben, von der sie beim ESC profitieren kann – sicher eine opportune Kalkulation der Finnen. Die Wahrscheinlichkeit auf eine überraschende Songauswahl setze ich aber mal unter 10% an.

  12. Branko

    07.11.2017 | 16:59

    All Aboard! Slogan 2018

  13. tomudu

    07.11.2017 | 17:08

    @Branko
    Interessanter Slogan, auch das Logo dazu gefällt mir!
    Zu Saara Aalto: Singen kann sie, das steht außer Frage, ich fand ihre Stimme in Kombination mit ihren beiden Vorentscheidungsbeiträgen allerdings eher nervig.

  14. Branko

    07.11.2017 | 17:13

    https://www.youtube.com/watch?v=iwQQFRm6R9M

  15. Frederic

    07.11.2017 | 17:41

    Wenn man bedenkt, dass es für Finnland fast schon einem Triumph gleich kommt, endlich wieder ins Finale einzuziehen (was sie in meinen Augen durchaus verdient hätten), kann man nur hoffen, dass Saara Aalto nicht auch noch daran knapp scheitert. Ihre bisherigen Versuche stimmen mich leider auch nicht zuversichtlicher als togravus, Jorge und tomudu.

  16. melodifestivalenfan

    07.11.2017 | 17:45

    Die Entscheidung von YLE ist nicht konsequent, sondern pure Verzweiflung. Das heißt aber noch lange nicht, dass es Finnland 2018 ins Finale schafft. Nun ist uns und den Finnen leider ein schöner VE entgangen. Ich wünsche Saaro viel Glück. Das wird sie brauchen.
    .
    Da Logo und den Slogan „All Aboard“ finde ich sehr gelungen, wenn man damit kein Yellow Submarine meint.

  17. BennyBenny

    07.11.2017 | 17:49

    Zur Diskussion über Motto und Logo bitte hier entlang: http://blog.prinz.de/grand-prix/alle-an-bord-logo-und-slogan-fuer-den-esc-2018-in-lissabon-vorgestellt/

  18. Martin T.

    07.11.2017 | 17:55

    Sehr gute Wahl!!!
    Durch X Factor hat sie eine recht große Popularität in Europa gewonnen (im Vergleich zu anderen ESC Teilnehmern) und kennt sich bestens mit großen Bühnen aus. Sie kann wahnsinnig toll performen und bombastischer Show und super Gesang.
    Würde mir ein Lied im Still von „It’s oh so quiet“ oder „Chandelier“ wünschen, wo sie im X Factor wirklich brilliert hat. Hoffe sie verschenken dieses Riesenpotential nicht mit einer (Musical-)Ballade sondern inszenieren was wirklich extravagantes.

  19. escfan05

    07.11.2017 | 17:55

    Und wegen dieser Diva nimmt man dem Zuschauer die Entscheidung weg, wen man für Lissabon haben will? Ich hätte der Dame gesagt, wenn du für Finnland starten willst, okay, dann gewinne den Vorentscheid. Und wenn nicht, dann ist auch gut. Ich finde sowas unmöglich. Nicht nur, das man dem Zuschauer die Möglichkeit nimmt zu entscheiden, wen man will, man nimmt anderen Künstlern die Chance sich zu präsentieren. Die Schweden hatten auch ne Zeit lang schlechte Ergebnisse beim ESC, die kämen aber nie auf die Idee ihr Melodifestivalen abzuschaffen nur um irgendeine semipopuläre Gesangsdiva direkt zum ESC zu schicken.

  20. alkibernd

    07.11.2017 | 17:58

    Nach den gruseligen Plumpvögeln von 2017., die mir noch heute gelegentlich Alpträume bescheren, fürs erste mal eine ansehnliche Entscheidung.

  21. Manboy

    07.11.2017 | 18:04

    @Frederic, togravus, Jorge und tomudu
    Also ich bin auch noch in eurer Gruppe bei der Einschätzung ihrer letzten gesungenen Lieder.
    2016 find ich schlecht. Kann mit solch einem Psydo-Indien-Ringelreihen-Nümmerchen gar nichts anfangen.
    Und hoffentlich keine klassische finnische Ballade 2018 alla 2012.
    Würde mit von ihr eine starke Europop-Hymne oder eine Uptemponummer wünschen.

  22. Matty

    07.11.2017 | 20:14

    Die Entscheidung der Direktnominierung von Saara Aalto ist in der Tat eine große Überraschung und ich bin gespannt, welche Details YLE in nächster Zeit bekanntgibt, wie der nationale Vorentscheid ablaufen wird. Ich denke, es dürfte so wie bei Lena 2011 ablaufen: Saara wird wahrscheinlich fünf oder sechs Titel präsentieren, von denen zwei in die Finaldrunde kommen und zwischen diesen beiden von den Zuschauern der Beitrag für Lissabon gekürt wird.

  23. Matty

    07.11.2017 | 20:22

    Update:

    Saara Aalto wid drei Titel präsentieren und die Zuschauer wählen daraus den für Lissabon aus:

    http://www.eurovision.de/teilnehmer/Saara-Aalto-faehrt-fuer-Finnland-zum-ESC,finnland614.html

    Moderiert wird die Show von Krista Siegfrieds (JA!) und Mikko Silvennoinen!

  24. eurohawk

    07.11.2017 | 20:46

    Ist es nicht unglaublich!!

    Wo hat das 2016 doch stattgefunden?? Ach ja, es war in Deutschland…
    Da wollte doch so ein „unfähiger“ Typ namens Schreiber das ganze Land entdemokratisieren (samt der besonders geschmackssicheren ESC Fangemeinde) und selbstherrlich den Vertreter Deutschlands bestimmen. Kann ja nicht sein, das „man“ sich nur zwischen 6 Nummern entscheiden kann, die irgend so ein talentloser Niemand trällert!. Zum Schluß hätte der ne eigene Meinug gehabt und die vielleicht auch noch geäußert??!! Nee, dass ging ja über haupt nicht!!
    Na Gott sei Dank, dass die Damen und Herren hier eine so konsequente Meinung haben, wie die Rüschenbluse im Windkanal…..
    Wenn die Finnen dem gleichtun, kann man dass natürlich nur bejubeln… ;)
    Fazit: Gehts nach meiner Nase, dann „passts scho“….

  25. Niki

    07.11.2017 | 21:31

    @Lorena
    Genau mein Gedanke :D

  26. Kjetil

    07.11.2017 | 22:08

    Saara ist toll und ich habe ihre Teilnahme bei X Factor UK begeistert verfolgt. Sie ist eine sehr gute Sängerin und versprüht Euphorie und Positivität. Das UMK ist zwar mein Lieblingsvorentscheid, aber für Saara kann ich auch ein Jahr (oder zwei, wenn 2019 Mikael Saari intern gewählt wird :D) lang darauf verzichten. Ich hoffe nur, dass sie keine Diven-Schreiballade bekommt, obwohl ich gegen das „Genre“ an sich nichts habe. Ich finde, dass ein ausgefallener Song (wie z.B. No Fear) viel besser zu ihr passt. Ihr Song für Lissabon sollte Energie versprühen, aber nicht billig sein und ihre starke Stimme hervorheben, aber dabei auch nicht gezwungen wirken. Das ist ein Spagat, der nicht so einfach zu meistern ist, doch ich bin optimistisch. Auf der Pressekonferenz wirkten die YLE-Mitarbeiter ebenfalls sehr erfolgssicher und sagten, ein Sieg wäre möglich. Ich habe mir von einem finnischen Freund sagen lassen, dass so viel Optimismus für Finnen eher ungewöhnlich ist, also wer weiß… Ich wünsche Saara auf jeden Fall ein gutes Ergebnis (vielleicht wieder den zweiten Platz?) und freue mich auf ihre drei Songs!

  27. Kjetil

    07.11.2017 | 22:13

    @eurohawk
    Der Vergleich mit Xavier Naidoo hinkt aber gewaltig. Ich denke, dass ein großer Teil der Gegner seiner Nominierung einfach nicht von einem paranoiden Populisten vertreten werden wollen. Solange Saara Aalto keine Reichsbürger-Hymne über Marionetten veröffentlicht ist alles gut.

  28. Calv

    07.11.2017 | 23:15

    @escfan05

    Ich finde, dass man den Sender auch verstehen muss. Wenn Sie, wie oben steht, die Person des Jahres in Finnland war, dann muss man diese Chance nutzen. Und ich als Saara Alto hätte mich auch in keinen Vorentscheid setzen lassen, da sie dort eigentlich nur verlieren kann. Ich möchte gar nicht an den Shitstorm denken, wenn Helene Fischer sich angeboten hätte, sie aber vor die Wahl Vorentscheid oder eben doch nicht stand. Ich glaube, dass es gar keine Alternative für den Sender gab, als die zur Zeit bekannteste finnische Sängerin bei erfolgreichen Verhandlungen zu engagieren

  29. Yasi

    07.11.2017 | 23:26

    Ewige Zweite gibt es viele.. Ich sag nur Catarina Pereira (POR 10 und 14). Hach, ich wäre die allerglücklichste Person, wenn sie am Vorentscheid teilnimmt. Was anderes akzeptier ich nicht! Das wäre auch ihr dritter Versuch und alle guten Dinge sind drei, wie man hier sieht.
    Aber zurück zum Thema: Ich find’s ein bisschen gemein denjenigen gegenüber, die sich beworben haben und jetzt enttäuscht wurden, aber man kann’s ihr schon gönnen. Zumal No Fear viel besser war als Sing it away…

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