Ukraine

Drama in Kiew: Ukrainische ESC Orgateam-Chefs werfen hin!

Viktoria Romanova EBU
Kürzlich wurde das ESC-Logo für 2017 präsentiert – und man hatte den Eindruck: Jetzt läuft es in Kiew mit den Vorbereitung des Contests im Mai. Doch weit gefehlt: Offenbar stocken die Planungen so sehr und das Gezerre innerhalb des staatlichen Fernsehens scheint so schlimm zu sein, dass es den Executive Producers um Victoria Romanova (Bild) jetzt zu viel wurde: Sie traten von ihrem Posten zurück. Was heißt das für den ESC 2017?

Endloses Drama in Kiew: Nun sind führende Mitglieder des Kernteams, das in der Ukraine beim staatlichen TV-Sender UA:PBC den Eurovision Song Contest 2017 vorbereitet, von ihrem Posten zurückgetreten. Wie die EBU hier bestätigt, haben Victoria Romanova, Oleksandr Kharebin, Iryna Asman, Denys Bloshchynski und sein Team sowie Oleksii Karaban die EBU am 10. Februar, also am vergangenen Freitag, über ihren Rücktritt informiert.

Viktoria Romanova und Kollegen Bild EBU Zurab Alsania, Victoria Romanova und Oleksandr Kharebin während eines Meeting mit der EBU (Bild: Stijn Smulders, EBU)

“Die Gruppe fühlte, sie könne die Arbeit an dem Projekt nicht fortsetzen aus Personalgründen bei UA:PBC” nicht fortsetzen, so die EBU. Kharebin und Romanova waren nach EBU-Angaben bisher Executive Producers des ESC, Asman war Commercial Director, Denys Bloshchynskyi war Event Manager. Oleksii Karaban war Sicherheitschef.

EBU Pressesprecher Dr. Eurovision Amsterdam 2016 - 1EBU Pressesprecher Paul Jordan bei EiC 2016 in Amsterdam

Die EBU dankte den Personen “für ihre harte Arbeit”. Zugleich betonte Pressesprecher Paul Jordan im Namen der EBU, die EBU habe gegenüber dem ukrainischen Fernsehen bekräftigt, wie wichtig ihr eine zügige und effiziente Umsetzung der bereits abgestimmten Pläne sei, trotz Personalveränderungen. “Wir halten am Zeitplan und an den Meilensteinen fest, die von der Reference Group festgestellt und gebilligt wurden, um einen erfolgreichen Contest im Mai sicherzustellen.”

Damit bestätigte die EBU eine Meldung der in der Regel gut informierten Website ESCKAZ, wonach das ukrainische Organisationsteam fast komplett ausgetauscht werde. Laut ESCKAZ gab das Versagen aller festgelegten Bedingungen für die ESC-Organisation den Ausschlag für den Rücktritt. Dabei geht es offenbar um die Ausschreibungsprozeduren für PR, den Euroclub, den eigentlichen Veranstaltungsort des ESC, Hotelservice, Catering usw. Das zumindest behauptet eine nicht namentlich genannte Quelle gegenüber der ukrainischen Website “Strana”, die über den Vorfall berichtete. Noch immer seien demnach keine Verträge mit ausländischen Subunternehmen unterzeichnet für Licht, Sound-Equipment und die Bildübertragung.

ESCKAZ hat den kompletten Brief veröffentlicht, den laut der Website die zurückgetretenen Verantwortlichen unterzeichnet haben sollen.

ESC 2017 Rücktrittsschreiben ESC Team UA PBC Teil 1

ESC 2017 Rücktrittsschreiben ESC Team UA PBC Teil 2 Unterschriften

Der Wortlaut:

“Im Dezember, nachdem unser Team die Bestätigung von der EBU erhalten hatte, dass der Eurovision Song Contest in der Ukraine stattfinden werde, sahen wir, dass unsere Befugnisse genommen wurden, weil ein neuer Contest-Chef in der Ukraine ernannt wurde, der die komplette Kontrolle über alle Aspekte des ESC in der Ukraine erhielt.

Diese Ernennung und alles, was dazu gehörte, führten dazu, dass die gesamte Arbeit an dem Projekt beinahe zwei Monate stillstand. Die Arbeit unseres Teams war komplett blockiert. Wir haben das Management von UA:PBC, das Rundfunk-Staatskomitee und Vertreter der Regierung wiederholt über den Status Quo der Dinge informiert, wir versuchten einen Kompromiss zu finden und alles zu unternehmen, um das Projekt voranzubringen.

In dieser Zeit hat das neue Management – abgesehen von einer Präsentation der Arbeitsergebnisse unseres Teams aus dem Zeitraum September bis Dezember – keinen einzigen wirklichen Schritt durchgeführt, um sicherzustellen, dass das Projekt in dem geforderten Zeitraum verwirklicht wird.

Wir bedauern, Sie darüber zu informieren, dass unser Team eine solche Ernennung nicht akzeptieren kann und keine Möglichkeit sieht, unsere Arbeit an dem Projekt zur Vorbereitung und Organisation des Eurovision Song Contest in der Ukraine fortzusetzen.

Die neue Managementstruktur des Contest, die uns vorgelegt wurde, sowie eine fehlende Transparenz in den Entscheidungsprozessen in Schlüsselbereichen des Projekts, fehlende rechtliche Verbindlichkeiten für die Fachleute, die von uns eingeladen wurden, an dem Projekt mitzuarbeiten, und eine Unterbrechung des Ausschreibungszeitplans – all das behindert in unserer Sicht die Qualität und zeitgemäße Vorbereitung des Events in der Ukraine.

Unser alternativer Kompromissvorschlag über die Verteilung von Befugnissen und Verantwortlichkeiten innerhalb des Eurovision-Teams wurde leider vom UA:PBC-Management nicht unterstützt. In dieser Hinsicht informieren wir Sie, dass das Team, Ihnen gut bekannt für viele Monate unserer Arbeit an der ESC-Vorbereitung, keine weitere Möglichkeit sieht, unsere Arbeit an dem Contest unter den uns vorgegebenen Bedingungen fortzusetzen.

Wir danken allen unseren Team-Mitgliedern aufrichtig für die vielen Monate der Arbeit, für ihre Professionalität und ihr Engagement.”

Wir bleiben an der Geschichte dran!

ESC-News

26 Kommentare Kommentar schreiben

  1. MaxiKing

    13.02.2017 | 17:26

    Na das geht ja schon mal gut los…

  2. Meckie

    13.02.2017 | 17:33

    Oh weia noch keine Verträge für Sound und Licht…

  3. Simon

    13.02.2017 | 17:35

    Wartet, ich lasse mal prüfe, ob ich das nebenbei ehrenamtlich noch bis Mitte Mai in meinen Terminkalender bekomme… So’n bisschen ESC organisieren kann doch nicht so schwer sein…

  4. Manboy

    13.02.2017 | 17:36

    Das die Ukraine einen steinigen Weg vor sich hat, war doch von Anfang an klar. Und das wird auch noch das letzte Problem gewesen sein.

  5. Manboy

    13.02.2017 | 17:39

    @Simon
    Also ich hätte am Fr. von 16:00-17:30 Uhr Zeit. Da könnte ich dir helfen. So wären wir bestimmt zu zweit auch schnell fertig ;))

  6. Simon

    13.02.2017 | 17:40

    @Meckie: Für Licht fragen wir einfach bei den Illuminaten an =)

  7. Simon

    13.02.2017 | 17:41

    @Manboy: Geht klar!
    .
    .
    .
    Welcher Freitag? 28. April?

  8. Festivalknüller

    13.02.2017 | 17:45

    Der Ticketverkauf ist ja auch noch mal neu ausgeschrieben worden.

  9. Jorge

    13.02.2017 | 17:48

    Hat doch was: Ein ESC, übertragen aus dem Darkroom mit dumpf knarzendem, raschelndem Ton. Bekommt der Gehörlosendolmetscher eben etwas mehr zu tun. Ein echtes Signal von Inklusion! Also, irgendjemand wird das schon rechtzeitig hinbekommen – ich bin da ganz optimistisch.
    P.S.: Aus Bloggersicht ist das sicher eine gute Nachricht, haben die Prinz-Blogger doch in der rechten Spalte auch immer noch das Logo und “alle Songs des ESC 2016″ stehen. Und so können die Bauarbeiten für die Strasse nach Kiew (last Update 19.12.) in die Sommerferien verschoben werden . ;-)

  10. Bandido

    13.02.2017 | 17:50

    Für ganz Mutige: ab morgen 19.15 gibt es Tickets für die Shows zu kaufen.
    Kein Scherz!

  11. Paul

    13.02.2017 | 17:56

    Tja, wäre uns in Russland erspart geblieben. Dort wäre man showmässig richtig entertaint wurden. Trauere ja immer noch Sergey hinterher…:(

  12. Manboy

    13.02.2017 | 17:56

    @Simon
    Hatte eigentlich diesen Freitag gemeint. Aber eigentlich hat die ESC-Vorbereitung auch noch bissl Zeit. Ja, wir machen das Ende April, da kann ich diesen Freitag mal noch in Ruhe Fensterputzen.

    ….

    Aber mal im Ernst: Sie werden es schon irgendwie hinbekommen, notfalls improvisieren. Dennoch: Gibt es von der EBU eigentlich einen Stichtag, wo alle Verträge geschlossen sein müssen? Oder ist eine Verlegung komplett ausgeschlossen?

  13. Manboy

    13.02.2017 | 18:01

    Das müssen wir jetzt durch, nächstes Jahr ist der ESC wieder in Skandinavien und dann läuft die Vorbereitung wieder tatenlos. Außerdem zählt nicht der Weg sondern das Ziel.

  14. Jan

    13.02.2017 | 18:03

    Nächstes Jahr ist italienisches Chaos…

  15. MaxiKing

    13.02.2017 | 18:05

    @Paul In Russland hätten wir zwar eine gute Show bekommen aber da gibt es auch noch andere Probleme.

  16. Jorge

    13.02.2017 | 18:06

    @Jan: Dann endet der ESC erst nach 10 Intevalacts um 2h nachts. :-)

  17. Bandido

    13.02.2017 | 18:09

    Das mit den Tickets war übrigens wirklich kein Scherz!
    http://www.eurovision.tv/page/news?id=tickets_for_eurovision_2017_to_go_on_sale_on_14th_february

  18. Simon

    13.02.2017 | 18:20

    @Manboy: Okay, ist gebongt! Und wenn Du schon mal frisch geputzte Fenster hast, kann man bestimmt den großartig Blick auf “….” aus Deiner Wohnung/Haus/Datscha genießen, sodass mir nicht Bange ist, dass wir was gutes auf die Bühne zaubern werden ;-)

    @Jan: Nicht, wenn wir es im Kurhaus Bozen machen! Die Südtiroler werden da schon mit Zucht und Ordnung sowie Unterstützung der Lega Nord ranklotzen!

  19. Jan

    13.02.2017 | 18:25

    Mit Bühne aus Marmor, gestiftet von Francescos Geburtsort Carrara…

  20. melodifestivalenfan

    13.02.2017 | 18:35

    Ticketkauf reicht ja auch an der Abendkasse oder vor der Kasse im freien Verkauf. ;o) Zur Zeit werden da bei concert.ua nur die Karten für den Vorentscheid am 18.2. Und 25.2. angeboten. Über die Hälfte der Tickets für den 25.2. noch verfügbar. In der Ukraine ist eben alles anders. Russisch sollte man da aber auch können. Ich werde das aber unterlassen. Fernsehen reicht mir in dem Fall.

  21. melodifestivalenfan

    13.02.2017 | 18:40

    @meckie
    Irgendwie schaffen die das schon. Notfalls können die ja die Lampen, die beim Autritt von Ann Sophie Verwendung fanden, vom NDR ausleihen.

  22. Tamara

    13.02.2017 | 22:33

    @melodifestivalenfan: Und als Pausenact dann Laing: “Wechselt die Beleuchtung”…

  23. Matty

    13.02.2017 | 22:38

    Ich finde das einfach nur furchtbar und dilettantisch, wie sich die Ukraine auf die ESC-Ausrichtung vorbereitet! Und wir hier in Deutschland regen uns wegen unserem diesjährigen Beitrag auf (kopfschüttel)!

  24. flo

    13.02.2017 | 23:21

    Wer ist denn der neue Head of Production, gegen den die sich da wehren? Ola Melzig?

  25. escfan05

    15.02.2017 | 11:03

    Okay, die Ukraine hat letztes Jahr gewonnen. Aber ich frage mich schon, warum die EBU sich, wenn ein Land so schwierig ist wie die Ukraine, nicht ein Plan B zurechtgelegt hat. Es gibt soviele Probleme in der Ukraine, warum man dann nicht sagt, okay ihr habt es versucht, aber wir geben die Ausrichtung in andere Hände. Jetzt ist es dafür zu spät.

  26. escfan05

    15.02.2017 | 11:06

    Und dann sollte sich die EBU wirklich mal überlegen, ob der Sieger wirklich im darauffolgenden Jahr den ESC zwangsläufig ausrichten muß und sich nicht eine feste Location für den ESC aussuchen soll. Das würde so manche Probleme lösen. Denn viele Sender, wenn man sich ihre finanzielle Lage ansieht, eine Ausrichtung des ESC gar nicht leisten.

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