Deutschland

ECG-Clubtreffen 2017: Ein Abend voller Emotionen

Das wohl bisher emotionalste ECG-Clubtreffen fand am letzten Samstag im Gloria Theater in Köln statt. Dabei wurden sowohl Tränen beim Andenken an den Tod mehrerer ESC-Größen als auch bei den Auftritten der ESC-Legenden Anne-Marie David und Nicole vergossen. Dennoch schaffte es Moderator Lars Redlich, den ausverkauften Saal mehrfach zum Lachen zu bringen und am Schluss herrschte nur noch überschwängliche Freude beim Auftritt von Sunstroke Project und der anschliessenden ESC-Disco mit DJ Ohrmeister.  

Los ging es um 16Uhr mit einem zusätzlichen Termin der NDR-Roadshow zum deutschen Vorentscheidungskonzept 2018. Thomas Schreiber und der neue HoD Christoph Pellander standen den Fans Rede und Antwort. Darüber haben wir bereits ausführlich hier berichtet.

Das eigentliche Fantreffen fing dann um 18.00 Uhr traditionellerweise mit einer Showeinlage des ECG Präsidiums an. Auf sehr lustiger Weise wurde hier nochmal gezeigt, wie Francesco Gabbani der sichergeglaubte Sieg von Salvador Sobral aus der Hand gerissen wurde.

Danach wurde es richtig traurig. Zuerst gab es eine Hommage für Heppi Herrlich, dem langjährigen Moderator des ECG Fantreffens (Bild unten rechts), der im April nach schwerer Krankheit gestorben ist. Dies war für viele Fans ein riesiger Schock, da es noch nicht jeder mitbekommen hatte. RIP Heppi und Danke für zahlreiche wunderschöne ESC Momente!

Aber auch mehrere ehemalige ESC Künstler haben uns im letzten Jahr verlassen: Margot Hielscher, Chris Roberts, Sandra Reemer und am überraschendsten wohl Joy Fleming. Ihr zu Ehren schrieb Hans-Peter Schmidt-Treptow, der sie persönlich sehr gut kannte, ein Lied und trug es auf der Bühne zu Bildern aus dem Leben von Joy vor. Im Saal war Totenstille und mehrere Tränen flossen. In solchen Momenten merkt man, dass die ESC Community schon sowas wie eine Familie ist und jeder Verlust richtig weh tut.

In einer derartigen Gemütslage das Publikum wieder aufzubauen ist sicherlich nicht einfach. Aber Lars Redlich, dem Moderatoren des Abends,gelang es! Mit Witzen, Gesangseinlagen und Slapstick päppelte der Berliner Komiker das Publikum wieder auf.

Lars kann neben Comedy richtig gut singen und die Ähnlichkeit zu Thomas Anders ist schon sehr verblüffend, so dass im Publikum schon gescherzt wurde, ob es denn sein unehelicher Sohn sei. Es würde einem nicht wundern.

Nach seinem Intro Song kündigte er auch schon die ersten Künstler auf der Bühne an: Norma John aus Finnland. Leena und Lasse sangen mehrere Lieder aus ihrem derzeitigen Album. Natürlich durfte auch das überraschenderweise im Halbfinale ausgeschiedene „Blackbird“ nicht fehlen. Als Bonbon für die Fans gab es noch eine Coverversion von „Citylights“, dem diesjährigen belgischen Beitrag von Blanche. Das finnische Duo überzeugte stimmlich sehr und man nahm ihnen ab, dass sie Vollblutmusiker sind.

Mit Brandan Murray ging es mit einem weiteren ESC Teilnehmer aus diesem Jahrgang weiter. Überraschenderweise hatte er seinen Freund Dylan dabei, den er kurz nach Kiew kennengelernt hat. Beide harmonisierten wunderbar auf der Bühne und sangen ein sehr breites Programm bekannter Songs. Von Jackson 5, über Clean Bandit bis – ganz groß – Britney Spears („Baby One More Time“).

Dylan durfte auch einen eigenen Song singen und zum Abschluss gab es „I am dying to try“ von Brandan in einer Acoustic Version. Ein sehr sympathischer Auftritt der beiden irischen Jungs.

Im Anschluss war wieder Zeit für eine Gesangseinlage des Moderators. Diesmal zeigte er seine weibliche Seite: Zuerst wurde seine Coverversion von Conchitas „Rise like a phoenix“ namens „Reis, Milch und Kleenex“ auf der Leinwand gezeigt und danach gab es Frank ´N Furters „Sweet Transvestite“ aus der Rocky Horror Picture Show.

YouTube Preview Image

 

Nach der einstündigen Pause betrat mit Anne Marie David die erste „Grande Dame“ des Abends die Bühne. Gemeinsam mit „Maverick“ sang sie „Du bist da“, eine neuproduzierte deutsche Version ihres Siegertitels von 1973.

Danach sang Anne-Marie mehrere französische Chansons, darunter auch ein Gedicht eines Vaters, dessen Sohn in den Krieg ziehen musste. Das Publikum war gerührt. Nach jedem Song gab es minutenlang Standing Ovations, vor allem natürlich nach ihren ESC Titeln „Je suis l’enfant soleil“ und “ Tu te reconnaitras“. Anne-Marie erzählte, wie viel sie dem ESC zu verdanken hat. Man merkte, dass sie sich voll und ganz mit dem Wettbewerb identifiziert und es richtig genoss, vor den Fans auf der Bühne zu stehen. Es war ein grandioser Auftritt, der den Zuschauern noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Nach dem Auftritt von Anne-Marie David, gab es von den Organisatoren des Eurovision Weekends Berlin die ersten Infos für das Event in 2018. Termin wird der 15.-17.Juli 2018 sein, Partnerland ist Israel, da in diesem Jahr Rilli Willow den OGAEvision Song Contest  gewonnen hat. Dementsprechend werden auch ehemalige ESC Künstler aus Israel und Deutschland beim Event auftreten. Wer Deutschland beim OGAEvision Song Contest 2018 vertreten möchte, kann sich gerne bei einem der beiden deutschen Fanclubs bewerben. Auch in nächsten Jahr wird es einen gemeinsamen Kandidaten von EC Germany und OGAE Germany geben.

Es folgte das große EC Germany Musical, in dem Michael Sonneck als „Donald Trump“ vergeblich versuchte, den ESC für die USA zu gewinnen. Unsere Angie schaffte dies zu verhindern und sicherte am Schluss für Deutschland den Sieg in Lissabon. Wiedermal gelang es dem Kreativteam des ECG mit tollen Kostümen, Songzusammenschnitten und einer spannenden Handlung zu überzeugen.  Ein weiteres Highlight des Abends!

Und der Nächste sollte kein geringerer sein, als der Auftritt unserer ersten ESC Gewinnern Nicole.

Nicole sang mehrere Songs aus ihrem deutschen ESC Coveralbum „12 Punkte“. Dazu sang sie ihre Wettbewerbsbeiträge „Flieg nicht so hoch mein kleiner Freund“ und “ Ein leises Lied“, mit dem sie 1991 das Deutsche Song-Festival in Berlin gewann. Kurz vor „Ein bißchen Frieden“ wurde es wieder sehr leise im Saal, als über Aktualität des Liedes gesprochen wurde. Nicole sagte, sie wird niemals müde sein „Ein bißchen Frieden“ zu singen, so lange es noch soviele Konflikte und Kriege gibt und es notwendig ist.

Nach dem grandiosen Auftritt von Anne-Marie David hatte es Nicole mit Sicherheit nicht leicht. Auch merkte man ihr anhand mehrerer Versprecher an, dass sie eine größere Distanz zum ESC hat als ihre Vorgängerin. Dennoch muss man sagen ,war sie stets bemüht und blieb auch nach dem Fantreffen für Selfies und Autogramme, etwas was man nicht unbedingt von ihr erwartet hätte. Und als es als Zugabe noch einen „Best Of Nicole-Remix“ (Ballermann-Style) gab, tanzte und feierte der Saal. Es ist schön, Nicole wieder in der ESC Familie dabeizuhaben, auch wenn eine volle Akklimatisierung wohl seine Zeit brauchen wird. Hoffen wir sie lässt sich darauf ein und wir sehen sie noch öfters in der ESC Bubble.

Als letzter Act des Abends traten Sunstroke Project auf. Sie lieferten ein wahres Stimmungsfeuerwerk ab. Neben „Hey Mama“ und „Runaway“ gab es jede Menge weitere Partysongs. Das ausverkaufte Gloria feierte mit und lies Sunstroke Project nicht von der Bühne, bis sie zum Abschluss nicht ein zweites Mal „Hey Mama“ sangen.

Sunstroke Project waren die perfekte Überleitung zur ESC Disco. In gewohnter Manier gelang es DJ Ohrmeister, das Tanzpublikum zu begeistern. Eine Besonderheit diesmal war, dass er auch viele Titel aus den deutschen Vorentscheidungen spielte wie z.B. „We can move a mountain“, „Grün Grün Grün“, „Miteinander“ uvm“. Dies kam beim Publikum sehr gut an. Zum Abschluss gab es, wie es schon lange bei den Berliner ESC Events Tradition ist, „Die Zeiger der Uhr“ von Margot Eskens. Diese zeigte auch leider schon 3.00 Uhr und ein wunderschönes Clubtreffen ging zuende. Gerne hätten wir alle noch viel länger zu DJ Ohrmeister getanzt, aber jeder schöne Abend ist auch mal vorbei.

Eine Bildergalerie von der Partynacht mit den größten Floorfillern wird in Kürze noch von Peter folgen. (Das Aufmacherbild und die jetzt folgenden Bildimpressionen stammen auch von Peter.)

Wer Lust bekommen hat beim nächsten Mal dabeizusein: Das nächste ECG Clubtreffen findet am 24.11.2018 wieder im Gloria Theater statt.

Aktuell, Partys

2 Kommentare Kommentar schreiben

  1. Jorge

    28.11.2017 | 20:25

    Mag täuschen, aber der szenetypische Fanfolklorismus plus karnevalistische Topics scheint sehr viel Raum eingenommen zu haben. ;-)

  2. Tom

    04.12.2017 | 12:19

    Der Duett-Partner von Anne-Marie David heißt nicht Maverick, sondern Mave O‘Rick. http://www.maveorick.com/index1.html

Kommentar schreiben