Deutschland

Empfang des deutschen Botschafters: Kulturelles, Kulinarisches und Nachdenkliches

Den Termin hätte man nicht passender wählen können. Am 23. Mai, dem Jahrestag des Inkrafttretens des deutschen Grundgesetzes, empfing der deutsche Botschafter in Aserbaidschan, Herbert Quelle, die deutsche Delegation, deutsche Pressevertreter sowie weitere deutsche, aserbaidschanische und internationale Gäste aus Kultur und Wirtschaft im Garten seiner Residenz.

“Allah hatte eine Einsicht” – mit diesen Worten begann Quelle seine kurze Begrüßungsrede angesichts des strahlenden Sonnenscheins. Noch am Morgen hatte es leicht geregnet, am Abend vorher war – passend zum ersten Semifinale – sogar ein heftiger Sturm über die Hauptstadt hinweggezogen.

Der Botschafter bezog sich angesicht des Grundgesetztages auf die dort verankerten unveräußerlichen Menschenrechte sowie die Unantastbarkeit der menschlichen Würde und ergänzte, dass er froh und stolz sei, diese Werte in Aserbaidschan repräsentieren zu dürfen. Er ließ das dann auch – ganz Diplomat – so im Raume (bzw. Garten) stehen. Eine Übersetzerin trug seine Worte auch in der Landessprache vor (Bild oben).

Auch Thomas Schreiber, Unterhaltungschef der ARD, begrüßte alle Anwesenden und freute sich, dass die Tradition, in den jeweiligen ESC-Städten Botschaftsempfänge durchzuführen, nach der letztjährigen Pause, als der ESC in Deutschland stattfand, nun in Baku fortgeführt wird.

Dann war “Unser Star für Baku” an der Reihe. Erneut mit Wollmütze (was mir angesichts der Temperaturen vor Ort ein Rätsel ist….) und in dem wohl zwischenzeitlich als Bühnenoutfit ausgeschiedenen Jeanshemd, sang Roman unseren Song für Baku,  am Keyboard live begleitet übrigens von dem Herrn Botschafter höchstpersönlich!

Von kulinarischer Seite waren hausgemachter Kartoffelsalat, Rostbratwürstchen vom Grill und als Nachtisch drei verschiedene Puffer im Angebot. Für jemanden wie den Autoren dieser Zeilen, der sich seit nunmehr nahezu drei Wochen nur von Chicken-Kebab und klebrigen Baklava ernährt, eine Gaumenfreude ohne Beispiel! Ein besonderer Dank an dieser Stelle an die Heinzelmännchen, die offenbar tagelang Kartoffeln gekocht und gepellt haben – You made my day!

Roman – und auch Thomas D – mussten im Anschluss vor diverse Kameras und ein Interview nach dem nächsten geben. Es ist schon erstaunlich, wie beide – insbesondere Roman – diesen täglichen Stress locker und mit fast stoischer Ruhe ertragen! Für alle anderen Gästen ergab sich währenddessen die Möglichkeit für interessante Gespräche rund um die Themen Aserbaidschan und Eurovision Song Contest.

Nachdem ein Großteil der Gäste schon gegangen war, bat Herbert Quelle die verbliebenen Anwesenden um kurze Aufmerksamkeit für eine kleine Band, die Teil der Oppositionsbewegung “Sing for Democracy” ist. Sie spielten für das Publikum zwei traditionellen aserbaidschanische Songs – ohne politische Botschaft. Vermutlich ein Kompromiss, denn einen Affront gegen das Gastgeberland will man sicher nicht riskieren. Hochachtung allerdings ganz grundsätzlich dafür, dass der Opposition von der Botschaft ein solches Forum geboten wird.

Fazit: Ein beschwingter Nachmittag mit gut gelaunten Menschen, tollem Wetter, prima Musik, leckerem Essen – aber auch ein wenig Nachdenklichkeit!

Ein kleines Schmankerl zum Schluss: Am Eingangstor zur Residenz die beiden wichtigsten Insignien einer deutschen Botschaft. Der Flaggenmast mit deutscher Fahne und zu dessen Füßen ein Gartenzwerg!


Weitere Bild vom Empfang gibt es hier.

Aktuell, ESC-News, Rückblick: 2012 Baku
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