Aserbaidschan

Erneute Manipulations-vorwürfe – Treibt Aserbaidschan ein doppeltes Spiel?

Aserbaidschan Farid 2013 Probe

Unterschwellige Vermutungen gab es bereits in den Vorjahren – auch wir haben im vergangenen Jahr darüber berichtet (hier), doch jetzt ist ein Video des litauischen Internetportals 15min.lt aufgetaucht, das dem Verdacht der Televoting-Manipulation des aserischen Fernsehens neues Futter gibt.

In diesem Video sind angeblich litauische Undercover-Journalisten zu sehen, die sich mit vermeintlichen “Agenten” aus Weißrussland – kann man der Übersetzung ins Englische trauen – über eine Manipulation des litauischen Televotingergebnisses zu Gunsten des Songs aus Aserbaidschan unterhalten.

YouTube Preview Image

Den Journalisten wird dabei offenbar angeboten, gegen eine nicht unerhebliche Summe an Geld (wahlweise in Euro oder in der heimischen Währung) Gruppen zu bilden, die – ausgestattet mit entsprechenden SIM-Karten verschiedener Anbieter – en masse für Aserbaidschan abstimmen sollen.

Natürlich können wir den Wahrheitsgehalt dieser Aufnahme nicht nachprüfen (spricht einer unserer Leser russisch?), aber es ist und bleibt eine Tatsache, dass die Wertungen für die aserischen Beiträge Ungereimtheiten aufweisen, denen von offizieller Seite aus dringend nachgegangen werden sollte.

Werfen wir deshalb einen Blick darauf, von welchen Ländern Aserbaidschan in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich die meisten Punkte erhalten hat. Ergibt sich daraus möglicherweise ein auffälliges Muster?

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Selbstverständlich ist es auffällig, dass Nationen wie die Türkei, die Ukraine, Georgien, Russland und Weißrussland ausgesprochen freigiebig mit Punkten für die Interpreten aus Baku sind. Dies lässt sich allerdings – ebenso wie bei den ex-jugoslawischen Staaten sowie mit einer gewissen Einschränkung bei den skandinavischen Ländern, Finnland und Island – mit einem kulturellen und gesellschaftlichen Zusammengehörigkeitsgefühl erklären; die hohen Punktzahlen werden nur allzu gern ausgetauscht.

Was ist aber mit den anderen Ländern, die stark überdurchschnittlich für Aserbaidschan stimmen? Insbesondere Malta, Moldawien, Bulgarien, Zypern, Montenegro, Israel und Litauen fallen einem auf der Stelle ins Auge. Allesamt Länder, in denen nicht zu Zehntausenden abgestimmt wird und wo das Televotingergebnis somit verhältnismäßig leicht mit einer konzertierten Aktion mit mehreren Gruppen und mehreren SIM-Karten an verschiedenen Orten zu manipulieren wäre.

Vor allem die Liebe, die Malta seit 2010 mit einem Mal für die aserischen Künstler entdeckt hat, macht stutzig, auch vor dem Hintergrund, dass Aserbaidschan sich umgekehrt ebenso generös verhält (16 Punkte bei zwei maltesischen Finalteilnahmen in den letzten fünf Jahren). Zahlt sich hier einfach Bakus massive Werbung für den eigenen Künstler auf der Mittelmeerinsel aus oder ist da noch mehr im Spiel? Angeblich sollen entsprechende “Anwerber” in ca. 10-15 Ländern europaweit ihr Unwesen treiben.

Größere Nationen mit einer erheblichen Anzahl an Televotingstimmen und entsprechend höheren Hürden für eine Manipulation finden wir nämlich hingegen eher am Ende der Tabelle, dort finden die aserischen Beiträge eher weniger Anklang:

Punkte_an_AZ_2

Großbritannien gab in 5 Jahren 5 Punkte an Aserbaidschan, Deutschland derer 4, Italien hat in drei Jahren sogar nicht einen einzigen Punkt an den späteren erst-, zweit- und viertplatzieren Song gegeben. Auch Spanien und Frankreich haben die Songs nur unwesentlich besser beurteilt.

Gegenüber der Fansite oikotimes.com, die übrigens erstaunlich unkritisch mit den Vorwürfen umgeht, hat die EBU zwischenzeitlich bereits erklärt, dass der Televotingverlauf und die entsprechenden Ergebnisse in enger Abstimmung mit Notaren in den jeweiligen Teilnehmerländern, PwC (Pricewaterhouse Coopers – eine weltweit operierende Unternehensberatungs- und Steuerprüfungsgesellschaft) und der Kölner Firma Digame beobachtet und ausgewertet wird. Sobald Ungereimtheiten festgestellt werden, werden die entsprechenden Stimmen nicht gewertet. Klingt gut und vermeintlich sicher, aber kann das wirklich innerhalb weniger Minuten während des Televotingfensters in der Live-Übertragung für ganz Europa geleistet werden? Ist dadurch tatsächlich jegliche Manipulation ausgeschlossen? Fragen, die man der EBU stellen sollte, was wir auch tun werden.

Während dessen dreht man in Aserbaidschan den Spieß offenbar um. Jamil Guliyev, Intendant des Staatssenders Ictimai, lässt in einem Statement zwischen den Zeilen den Verdacht aufkommen, dass das Jury- und Televotingergebnis Aserbaidschans von außen manipuliert worden sein könnte.

Jamil GuliyevNach seiner Darstellung hätte die russische Sängerin Dina Garipova im Televoting Platz 2 belegt. Auch die Jury hätte Russland hervorragend bewertet, so dass sich niemand erklären könne, weshalb es keinen einzigen Punkt aus Aserbaidschan für Russland gab. Ganz dramatisch fügt er noch hinzu, dass er hoffe, dass das gute brüderliche Verhältnis zwischen den beiden Ländern aufgrund dieses unerklärlichen “Vorfalls” nicht leiden werde. Nun soll sich Präsident Aliyev höchstpersönlich darum kümmern, dass neu ausgezählt und das Resultat von Malmö berichtigt wird. Am Samstag habe man keinen Einfluss auf das Ergebnis gehabt, da das Gesamtergebnis aus Deutschland von Digame geliefert werde.

Die Tatsache, dass man sich aufwändig bei Russland für die 0 Punkte entschuldigt, gewährt natürlich einen tiefen Einblick in das Verständnis Aserbaidschans für einen musikalischen Wettbewerb. Dennoch stellt sich die Frage, ob das nur die sprichwörtliche Flucht nach vorn ist oder ob das Televotingverfahren doch fehleranfällig ist, wenn Stimmen vermeintlich einfach “unter der Tisch fallen”.

Wir bleiben an diesem Thema dran und werden berichten, wenn sich neue Sachverhalte ergeben.

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49 Kommentare Kommentar schreiben

  1. Matthias

    20.05.2013 | 23:24

    Malta, Zypern und Litauen sind schon recht auffällig…

  2. DerMoment1608

    20.05.2013 | 23:39

    5 Top-5-Platzierungen in 5 Jahren sind schon sehr auffällig. Selbst Länder, die die Tendenz zeigen besser abzuschneiden, zeigen größere Schwankungen je nach Güte des Beitrags. Nur Aserbaidschan nicht.

    Es wäre auf jeden Fall schlimm, wenn sich das bewahrheiten würde, das würde dem ESC massiv Schaden zufügen. Ich könnte mir vorstellen, dass sich dann noch mehr Länder zurückziehen und vor allem wäre das öffentliche Bild total zerstört.

  3. biobanane

    20.05.2013 | 23:39

    Man muss aber bei Litauen immer bedenken, dass dort viele Russen leben, oder besser gesagt russisch stämmige Litauer, denen man nach langen hin und her die Staatsbürgerschaft gab. Und da die Russen eben die Schmachtfetzen aus Aziland mögen, ist das dann nicht mehr soo auffällig. Ich denke bei Malta sagt man einfach nichts, weil es eh klar und dann doch nicht entscheiden ist. Jeder weiß ja, dass ein Televoting in Malta oder San Marino eh ein Witz ist.

  4. OLiver

    20.05.2013 | 23:44

    Zur Info: Es leben lediglich rund 5,4 Prozent ethnische Russen in Litauen (Statistikamt Litauen, 2011). Die Russen in Baltikum sind sehr viel stärker in Lettland und in Estland vertreten (mehr als ein Viertel der Bevölkerung). Diese Länder geben indes (laut Tabelle) viel weniger Punkte an Aserbaidschan.

  5. MarkusK

    20.05.2013 | 23:49

    Nach Baku 2012 und den nicht eingehaltenen Regeln hätte die EBU hier eh ne rote Karte zeigen müssen..
    Aber ich frage mich: Lohnt sich das überhaupt insgesamt? Ich mein, das muss ein riesen Aufwand sein, wenn der wie im Gespräch nur mit ein paar Leuten so nen Geschäft macht und dann hat man in einem Land unter Umständen das Televoting-Ergebnis. Die Jury gibt es ja auch noch und noch weitere Länder. Aber im Gegensatz zu den “normalen” Siegertiteln ist es schon auffällig, wie extrem die Wertung über alle Länder hinweg schwankt..

  6. DerMoment1608

    20.05.2013 | 23:58

    Ich fände es auch seltsam, wenn da irgendwelche Leute rekrutiert werden, die müssten ja schon viele beteiligt sein, und dass so viele Personen vollkommen dicht halten ist ja auch recht unwahrscheinlich.

    Wie viele Televotes werden denn in den besagten Ländern abgegeben, wie viele Stimmen bräuchte man also für einen Gewinn des Televotings?

    Aber abgesehen davon ob das Video oben echt ist oder nicht, Auffälligkeiten gibt es auf jeden Fall.

  7. togravus

    20.05.2013 | 23:59

    Hier ist ein Interview mit 15min.lt:

    http://12points.tv/esc/item/1956-azerbaijan-vote-fixing-the-undercover-journalist-speaks

  8. Jorge

    21.05.2013 | 00:35

    2010 gab es schon einen in Frankreich ansässigen Insider, der das Voting der Mittelmeerinseln für Aserbaidschan als gekauft bezeichnete. Hat’s interessiert? Nein. Letztes Jahr gab es diese ominöse SMS-Flut auf Zypern, die Aserbaidschan 8 Punkte bescherte – ohne auch einen Punkt der Jury erhalten zu haben. Der Azeri-Beitrag wird ja kaum aus eigenen Stücken gegen Griechenland das Televoting gewonnen haben.
    -
    Man hat sich die letzten Jahre nicht darum geschert und wird es dieses Jahr auch nicht tun. Der Zeitpunkt dies aus deutscher Sicht zu kritisieren, ist auch irgendwie ungünstig. Läuft bei einigen dann schnell in die Richtung schlecht verlieren können und alberne Entschuldigungen für das eigene Abschneiden zu suchen. Die letzten Jahre hätte es weitaus mehr Anlass gegeben. Und irgendwie finde ich den aktuellen Beitrag ohnehin besser als die der 3 Jahre zuvor.

  9. Z.

    21.05.2013 | 00:40

    Dieses Jahr fällt schon auf, daß Aserbaidschan 10 x 12 und gleichzeitig 9 x 0 Punkte hat, das ist sehr ungewöhnlich. An sich sind 9 x 0 Punkte für einen Zweiten schon ungewöhnlich; Raphael Gualazzi hatte 2011 allerdings sogar 12 x 0 (bei 4 x 12). Im selben Jahr brachte der Sechste, Dino Merlin, das Kunststück fertig, 5 x 12 , aber insgesamt nur aus sechzehn Ländern Punkte zu bekommen. Bei Merlin erklärt sich das daraus, daß er in einer Region sehr belkannt und beliebt ist und darüber hinaus nicht ankommt. Bei Gualazzi ist es der Swing, der offenbar einerseits in Skandinavien, andererseits in einem Gebiet von Rußland bis zur Slowakei und in einigen anderen Ländern nicht zündet, wofür man kolturhistorische Gründe vermuten kann. Aber daß der aserbaidschanische Konsenspop diees Jahr so polarisieren sollte, wie es das Ergebnis zeigt, das erscheint doch sehr ungewöhnlich.

  10. Mirjam

    21.05.2013 | 00:48

    Kann man sowas überhaupt beweisen?

  11. Jorge

    21.05.2013 | 01:10

    Wenn die suggerierten 3500 SMS auf Zypern stimmen, entspräche das 175 Prepaidkarten – da reicht es, ein Diplomat drückt seinen Sprösslingen einige Phones zum spielen in die Hand. Voting und SIM-Kartentausch ist eine 30 Sekunden Sache. Dafür braucht man keine “Agenten”. Ich würde den angebotenen “Service” als überteuert erachten.
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    Wie sieht es in großen Ländern aus? In Italien gewann 2012 Rumänien das Televoting .. mit ca. 28,32% – die dort größte Gastarbeitergruppe, gefolgt von den Albanern. Euphoria-Schweden hat sagenhafte 3,12% bekommen und AZE damals 0,68%. Die 2,5% Unterschied können bei der geringen Aufmerksamkeit in Italien doch höchstens 5-10000 SMS sein!
    Durch das neue Abstimmverfahren ist es nun auch in mittelgroßen Ländern per Televoting möglich, einen Beitrag nach vorne zu pushen. Er muss nur mittelmäßig bei der Landesjury ankommen und es reicht, ihn beim Televoting so an Platz zu voten. Ein bei der Jury auf Platz 12-13 gewerteter Titel und Platz 4 beim Televoting ist locker in den Punkten.
    -
    Also ich finde den neuen Modus aus dieser Sicht – also eines kaukasischen Landes – effizient. Und mit der neuen App kann man sicher 20 SMS senden UND online voten. ;-)

  12. Kevin

    21.05.2013 | 02:03

    Man sollte Diktaturen einfach die Teilnahme verweigern.
    Das gilt für Aserbaidschan, genauso wie Weißrussland… aber auch Russland ist keine lupenreine Demokratie…

  13. Inger Johanne

    21.05.2013 | 02:22

    Ich möchte mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber auffällig ist es auf jeden Fall. Die EBU wird sich aber nicht trauen, das zu untersuchen oder jedenfalls im Falle des Falles einen Betrugsversuch bestätigen, das kann ich mir einfach nicht vorstellen. Außendarstellung und Image sind doch alles, so lange die Leute noch gucken und anrufen – und die Länder teilnehmen.
    -
    Wie viele SMS in den votingschwachen Ländern nötig sind, um das Publikumgsvoting zu gewinnen, würde mich auch mal sehr interessieren. Ich habe überhaupt keine Vorstellung davon, wie viel in großen oder kleinen Ländern überhaupt abgestimmt wird. In San Marino werden sie ihr Geld dafür wohl nicht auswerfen, da wird doch eigentlich immer nur das Juryergebnis gewertet, oder? Ist das in anderen Ländern auch (oft) der Fall? Wie hoch sind die Zahlen, die man benötigt, damit ein Televoting zählt? Ist das bekannt?

  14. Andre

    21.05.2013 | 05:23

    Man muss aber zumindest auch dazu sagen, dass die Lieder von Aserbaidschan vergleichsweise richtig gut sind, es meist ein tolle Show abgeliefert wurde und auch Aserbaidschan in den Wetten ja auch immer recht weit oben stand. So gesehen kann man das gute Ergebnis auch erklären (auch wenn ich nicht damit sagen will, dass ich die Manipulationsversuche ausschließe – kann mir das aber auch bei vielen anderen Ländern vorstellen)

  15. MarkusK

    21.05.2013 | 08:23

    @Jorge: Ich denke, wenn da knapp 1000 SMS von einer Funkzelle kommen (Wird das erfasst?) und aus dem Rest des Landes nichts für das Land, wäre das sicher so ein Vorfall, der von der Firma rausgeworfen wird?

  16. Z.

    21.05.2013 | 09:16

    @Andre
    Sicher kann man sich das vorstellen, es sind schließlich vielfältige Interessen im Spiel. Aber es ist doch etwas anderes, wenn es auf breiter Front geschehen sollte, und mit einer Regierung im Hintergrund, die dies als Angelegenheit des nationalen bzw. ihres eigenen Prestiges betrachtete.

    Und in der Folge den Austausch von Punkten als Pflege internationaler Bezieungen: Insofern sind die afghanischen Erklärungen zur Einleitung einer Untersuchung wegen anscheinend nicht gewerteter SMS für Rußland höchst interessant: http://www.bbc.co.uk/news/world-europe-22600892 Man darf auf die Reaktionen aus Rußland und von der EBU gespannt sein. Eine Erklärung dahin, daß politische Vereinnahmung die völkerverbindende Kraft von Musik und Unterhaltung unterminiert, fände ich sinnvoll. Wenn nämlich der Leiter von Ictimai erklärt: “We sincerely hope that this incident … will not cast a shadow over the brotherly relations of the Russian and Azerbaijani peoples”, dann ist dies doch wohl höchst unangemessen.

  17. Derregenmacher

    21.05.2013 | 09:48

    Ich glaube nicht, dass da was manipuliert wurde. Die meisten Lieder waren qualitativ einwandfrei und auf den (ost-)europäischen Geschmack zugeschnitten, sodass mir die guten Platzierungen plausibel erscheinen.

  18. Klaus Berg

    21.05.2013 | 10:50

    Ich habe schon vor diesen neuen Vorwürfen meine Konsequenzen gezogen und werde dem ESC nach 40 Jahren den Rücken zukehren. Aserbaidschan oder ich – beides zusammen geht beim ESC nicht. Es sind noch weitere Gründe, warum ich die Lust am Wettbewerb verloren habe, aber dieser Tropfen bringt das Fass zum Überlaufen.

  19. Ella

    21.05.2013 | 10:52

    Schwachsinn

    Also ich finde nicht, dass Aserbaidschan manipuliert. Ich finde Aserbaidschan schreibt seitdem sie teilnehmen super Songs und schicken auch super Sänger zum ESC. Wieso also sollten sie nicht in der Top5 oder Top10 landen?! Natürlich spielt auch die Politik mit. Nachbarländer verteilen sich gegenseitig Punkte und man muss auch sagen dass Aserbaidschan gute Beziehungen zu Malta und Israel pflegt. Und die Türken lueben wir ja sowieso weil sie unsere Sprache sprechen. Also es sind wirklich Leute die abstimme nicht weil sie Geld dafür bekommen. Ich denke auch dass Deutschland ziemlich neidisch ist. Deutschland hätte auch 12 Punkte bekommen von Zypern oder Griechenland oder all die anderen Nachbarländer aber durch die ganze EU Politik klappt das halt nicht. Cascada s Auftritt fand ich jetzt auch nicht geil..ich meine ja, man hat gesehen dass sie Bühnenerfahrung hat..aber mehr auch nicht. Keine Tänzer.. insgesamt blieb mir der auftritt nicht im Kopf.. Sorry aber da hat lena echt die Bühne genutzt und getanzt und einfach Deutschland besser präsentiert als cascada.
    Unterm Strich Ich liebe Aserbaidschan!
    Ich habe vor ein paar Tagen eine Reportage gesehen wo die Journalisten in Malmö sich darüber beschwert haben dass die für ihre Arbeit zu wenig Geld bekommen und zu wenig essen. Weil sie sitzen ja wirklich in diesen räumen und schreiben Berichte. Dann haben diese Journalisten (aus jedem Teilnehmerland und andere) Aserbaidschan gelobt wie die den ESC organisiert haben und was sie dort alles bekommen haben. Also insgesamt hat Aserbaidschan sich als Land sehr gut präsentiert und hat sich die Plätze inder TOP5 gut verdient.

    Eine frage noch: Wieso berichtet ihr nicht von Dänemarks Plagiat? ein ähnliches lied wurde schon einmal 2008 vorgestellt. Es wird jetzt nochmal überprüft.
    Falls sie mehr als 9 gleiche Töne finden, rückt Aserbaidschan auf Platz 1. Das ist euch doch bewusst oder? Also echt.

  20. Susanne

    21.05.2013 | 11:12

    Sind die diesjährigen hohen Wertungen von Griechenland und Zypern nicht primär der Tatsache geschuldet, dass der Komponist des Liedes Grieche ist? Das könnte man unter “Brotherhood” verbuchen!
    Vielmehr sehe ich den eigentlichen Skandal in den Äußerungen des Aserischen Präsidenten- der ESC ist kein diplomatisches Parkett- er ist ein Gesangswettbewerb! Und an dieser kruden Sichtweise- nicht nur im Aserbaidschan- geht die Veranstaltung kaputt! Es ist wieder wie in den späten 60ern, als Manipulation auch zum Festival gehörte!
    Aber solange sich der Rest durch Fehlentscheidungen selbst angreifbar macht- die Nicht- Auslosung der Statplätze wäre so ein Punkt- wird man solchen Fehlentwicklungen niemals Herr werden! Und da es dem Rest der Bevölkerung, ausserhalb unserer Fanblase, schlichtweg egal ist, wird weiter am Rädchen gedreht! Und zumindest hat die Änderung der Punktevergabe schon mal den Balkan gestoppt- nicht aber die Ex- Russland- Staaten. Was meiner Meinung nach damit zusammenhängt, dass die Exrussischen Staaten schlichtweg ihre Hausaufgaben gemacht haben, und der Balkan in Wirklichkeit nur aufgrund der Gemischtheit der Bevölkerung (besonders in Bosnien, wo doch viele Serben und Kroaten leben), seine hohen Wertungen an die Nachbarn vergab, die Jurys aber eher die Lieder bewerteten!

  21. ESCFrank

    21.05.2013 | 11:22

    Aserbaidschan hätte schon längst vom Contest ausgeschlossen werden müssen. Ich hoffe das die Vorwürfe genau untersucht werden und ggf. Konsequenzen folgen.

  22. Emalaith89

    21.05.2013 | 11:37

    Einerseits klingt es plausibel, dass die aserischen Beiträge in irgendeiner Weise den (nicht allzu “modernen”…) ost-europäischen Musikgeschmack treffen. Andererseits traue ich einem Präsidenten, der den ESC derart zu instrumentalisieren versucht, durchaus manipulative Handlungen zu!

  23. Manboy

    21.05.2013 | 12:19

    Es sollte wie auch bei anderen Untersuchungen erstmals die Unschuldsvermutung gelten, bis es stichfeste Beweise gibt. Aserbaidschan jetzt am Pranger zu stellen finde ich nicht richtig, auch wenn es auf dem ersten Blick einige Auffälligkeiten gibt. Die gibt es aber auch sonst in Skandinavien und anderen Disporaregionen. Komischerweise gibt es keinen Aufschrei, wenn Island seit Jahren 12 Punkte immer an DK gibt (teils verdient, teils auch nicht) obwohl sie tausende KM entfernt sind. Den Skandal sehe ich auch eher in den Aussagen des aser. Präsidenten. Für heute Abend wurde übrigens eine offizielle Stellungnahme zur Untersuchung der aser. Punktevergabe angekündigt. Aber auch eine Änderung ändert nichts am Aufgang dieses Jahr, da Russland auch keine 12 Punkte mehr zu Sieg verholfen hätten.

    Für meinen persönlichen Musikgeschmack hat Aserbaidschan 2009, 2010 und 2013 auch seine TOP 5 Platzierung voll verdient.

  24. Oliver

    21.05.2013 | 13:04

    @ESCFrank:

    Dem kann ich nur 100%ig zustimmen! Ich bin so froh darüber, dass Dänemark mit einem guten SONG gewonnen hat und nicht Aserbaidschan als beliebtes LAND, dass von allen in Europa lebenden Immigranten aus dem “Bruderland” Türkei mit Anrufen unterstützt wurde. Nur auf diese Weise sind überhaupt die 4 Punkte aus Deutschland möglich gewesen. Ich könnte wetten, dass die beim Televoting in Deutschland noch viel weiter oben standen und nur dadurch noch auf 4 Punkte abgerutscht sind, weil die Jury den Song (zu Recht!) überhörte! Mir gehen diese übertriebenen Auftritte des Landes schon seit Jahren auf die Nerven – und dieses Jahr war es ganz besonders schlimm. Wenn derr Song nicht zündet muss halt eine übertriebene Inszenierung her.

  25. OLiver

    21.05.2013 | 13:04

    @Ella: Ich erinnere mich an das Fernsehteam von AzTV, dass durch das Pressezentrum ging und Journalisten ansprach. Sie wollten nur wissen, was in Baku besser war als in Malmö, fragten nach kostenlosem Essen, der technischen Ausstattung und den Auswirkungen der Einsparungen der EBU. Was in Malmö besser lief, daran hatten sie kein Interesse. Kritik an der aserbaidschanischen Ausrichtung wurde natürlich nicht gefilmt. Und sie haben noch nicht mal den Namen der befragten Kollegen aufgeschrieben oder sich ein Kärtchen geben lassen, geschweige denn, sich selbst näher vorgestellt. Tolle Journalisten.

  26. Patrick

    21.05.2013 | 13:11

    Dass mit den Punkten für Aserbaidschan aus Deutschland war schon 2009 so, wie es Oliver hier mutmaßt: Keinen einzigen Punkt insgesamt, aber schon ein paar beim Televoting. Das ist wohl auch der Grund, weshalb es auch 2010-2012 keine Punkte gab: Die Jury hat wahrscheinlich jedes Mal 0 Punkte vergeben!

  27. Derregenmacher

    21.05.2013 | 13:13

    @Manboy: volle Zustimmung.

    Ich warte die Untersuchungsergebnisse ab, bevor ich mich weiter äußere. Verdient waren die bisherigen Platzierungen mMn allerdings.

  28. Christian W

    21.05.2013 | 13:29

    Manche Leute hier sind so himmelschreiend naiv… Natürlich manipuliert Aserbaidschan auf Teufel komm raus. Scheinbar haben viele ESC-Fans immer noch nicht ganz geschnallt, mit wem man es hier zu tun hat. Ein verbrecherisches, kleptokratisches Regime, das jede nur erdenkliche Bühne nutzt um sich selbst zu beweihräuchern, kauft nicht nur Songs (Von wegen Aserbaidschan schreibt gute Songs. BUllshit! Man kauft Lieder ein, nichts bis auf die Interpreten ist aserisch!), Choreographen und Backgroundsänger, sondern natürlich auch Stimmen. Geld ist doch nicht das Problem. Schon alleine die Begründung, man nehme ja teil, weil auch die “ungeliebten Nachbarn” teilnehmen anno 2008 ließ böses erahnen. Seither wird geschoben und geschachert und beschissen wo es nur geht. Dieses Land ist nicht einfach irgendein Land, sondern ein mit schweren Minderwertigkeitskomplexen beladenes Regime, dessen Verbrecherregierung den ESC dazu nutzt, um der hypernationalistischen, gehirngewaschenen Bevölkerung einzutrichtern, der Führer wisse schon, was richtig ist. Wie gesagt: Es wird beschissen wo es nur geht. Das geht bis hin zur Abstimmung im Pressezentrum, wo jeder Akkreditierte abstimmen darf. Das aserische Fernsehen schickt da auch noch den letzten Kabelträger hin um seine Stimme abzugeben. Und jeder zieht mit. Von OGAE Aserbaidschan (mitgeleitet von Leuten, die sonst andere Propagandatermine im Ausland planen, so zB Messen), über das Fernsehen, bis hin zur Regierung ist da jeder involviert. Jeder, der dieses Land und seine Machenschaften verteidigt, baut selbst mit am Sarg des ESC. Aserbaidschan benutzt diesen Wettbewerb in einem Ausmaß, das es einem schlecht wird. Mir vergeht da ehrlich gesagt der Spaß an diesem Wettbewerb, wenn er nur noch als Bühne für eine Diktatur existiert, die sich damit ihr Selbstvertrauen erkaufen muss. Und ob die EBU etwas unternimmt…?! Sehr witzig, natürlich nicht, denn Ölgeld stinkt auch da nicht…

  29. Gast007

    21.05.2013 | 14:25

    interessant ist auch wieso Aserbaidschan dann ausgerechnet dieses Jahr von den Deutschen die 4 Punkte bekommen hat?
    Die letzten 5 Jahre gab es 0 Punkte. und dieses mal erstaunlich 4 punkte.
    nach eueren angaben lassen sich deutschen dann auch manipulieren oder wie?

  30. Jack

    21.05.2013 | 14:26

    Hat sich schon mal jemand die Televoting-Ergebnisse aus Italien angeguckt und kann das inflationär hohe Ergebnis der Ukraine im ersten Halbfinale erklären.
    Basierend auf Diaspora in Italien hätte Moldova den Televote im 1. Halbfinale locker holen müssen und nicht die Ukraine.
    Mein Erklärungsansatz wäre, dass die Ukraine auch Stimmen gekauft haben muss, was im Halbfinale wegen dem geringen öffentlichen Interesse deutlich auffälliger heraus sticht als im Finale.

  31. Thomas Köhler

    21.05.2013 | 15:01

    Leider scheint die EBU kein großes Interesse an Skandalen zu haben, sie zeigt sich immer wieder als zahnloser Papiertiger. So wie auch die Fußballverbände oder die olympischen Komitees jahrelang den Korruptions- und Manipulationsvorwürfen nicht nachgingen. Erst wenn die unabhängige Presse stichfeste Beweise liefert, werden die Verantwortlichen zum Handeln gezwungen.

  32. hhtom

    21.05.2013 | 15:03

    Keine Ahnung, ob da Zusammenhang besteht, aber nachdem ich Jans Bericht gelesen habe, ziehe ich einen Querverweis zu einem anderen Vorkommnis:

    Neben der offziellen Delegation Azerbaidschans (mit Sänger Farid) reiste am 12. Mai eine zweite Delegation nach Malmö und quartierte sich im Mercure Malmö ein (in dem ich auch nächtigte). Neben einer Beflaggung wie bei einem Staatsbesuch durch das Mercure, eröffnete die ca 100 köpfige azerische Gruppe einen neuen TV-Sender (ausgerechnet in Malmö zur ESC-Zeit?) und gab mit ausgewählten Pressevertretern (u.a. war ein Fernsehteam von NRK aus Norwegen vor Ort) eine Party. Erstaunlicher Weise befand sich auch die “Punkte-Vorleserin” aus Azerbaidschan (wie alle anderen Azeris dieser Delegation mit einer Presse-Akkreditierung) die Woche über im Hotel…und natürlich alle mit besten Sitzplätzen beim Finale in der Halle.

  33. Alexander

    21.05.2013 | 15:16

    Meiner Meinung nach wird die EBU diesen Vorwürfen nicht weiter nachgehen. Es gibt einfach viel mehr zu verlieren, als dass sich wirklich eine “Verschwörung” aufdecken ließe. Natürlich könnte die EBU im Geheimen etwas recherchieren, das wäre die sinnvollste Art oder z.B. erst einmal statistisch nachrechnen, ob es wirklich Unregelmäßigkeiten in den letzten Jahren gegeben hat (Tests auf zufällige oder systematische Verteilung kann man ganz einfach rechnen!).
    Aber was sie für die Zukunft machen kann, dass es nicht wieder ständig solche Vorwürfe gibt, ist, dass sie einfach alle Votingergebnisse der Juries als auch des Publikums veröffentlicht! Ich will von jedem Land die Liste vom ersten bis zum letzten Platz sehen! Ich finde es keineswegs unfair gegenüber den Letztplatzierten oder aus welchem Grund auch immer…Es macht die Sache einfach transparenter und den Weg muss die EBU unbedingt gehen, um sich nicht immer irendwelchen Vorwürfen stellen zu müssen!

  34. Mirjam

    21.05.2013 | 15:29

    Realität ist erst, was bewiesen ist. -

    Oikotimes meldet, dass auch Serbien das Voting anzweifelt.

  35. OLiver

    21.05.2013 | 15:54

    Oikotimes ist keine valide Quelle. Hier etwa (Kommentare) bezeichnet der ‘Redakteur’ einen Leser, der ihm sachlich eine Copy-Paste-Übernahme eines Textes aus einem anderen Blog nachgewiesen hat, als “asshole”, der wo anders hingehen soll. Unprofessionell und einfach nur übel…
    http://oikotimes.com/2013/05/19/nos-calls-only-teardrops-a-copycat/

  36. Christian W

    21.05.2013 | 16:08

    Oikotimes ist die BILD-Zeitung des ESC-Universums. Als ich 2010 einen Liveblog kritisierte, in dem irgendein Schreiberling dort Stella Mwangi als “Neger Kannibalin” bezeichnete (und schlimmeres), hatte ich den auch am Hals… Gruselig.

    @Gast007
    Dieses Jahr stimmten die türkischen oder türkisch-stämmigen Televoter für Aserbaidschan, da kein türkisches Lied im Rennen war. So würde ich mir die 4 Punkte erklären. Und man kann viel mutmaßen, da man eh nie gesagt bekommen wird, wie das Ergebnis im Detail aussah. Und ich denke, die EBU weiß auch warum man das nicht erfährt…

  37. Manboy

    21.05.2013 | 16:43

    Christian W@

    Kann vielleicht sei, dass das jetzt etwas naiv klingt, aber ich wähle mit meiner Stimme das beste Lied und die beste Darbietung und nicht das politische System in dem jeweiligen Land. Bin dennoch dafür das die EBU alles nachprüft und anschließend alle Ergebnisse im Detail offen legt. Aber so wird es wohl nicht kommen. Soviel werden wir zu dem Thema bald nix mehr hören.
    Und das Aserbaidschan sich dem ausländischen Musikmarkt bedient ist legitim. Das war übrigens auch bei unserem Sieg vor 3 Jahren so!

  38. Jan

    21.05.2013 | 17:29

    @ OLiver

    Dieser “Redakteur” ist sogar der Macher der völlig indiskutablen Website.
    Ich lese das alles nur noch zu Recherchezwecken, aber bei jedem zweiten Artikel rollen sich einem die Fußnägel auf……

  39. OLiver

    21.05.2013 | 17:40

    @Jan, es gibt noch mehr Beispiele für Copy-Paste-Storys auf dieser Website und den haarsträubenden Umgang mit der zurecht einsetzenden und anhaltenden Kritik. Es wundert mich, dass solche Machwerke beim ESC als Berichterstatter akkreditiert werden, aber das ist natürlich Aufgabe der nationalen TV-Stationen.

  40. Manboy

    21.05.2013 | 18:23

    Habe hier mal eine Betrachtung vom lieben NDR
    http://www.ndr.de/info/programm/sendungen/auf_ein_wort/esc1737.html

    Außerdem San Marino ist auch 2014 wieder dabei ;)

  41. Frank

    21.05.2013 | 18:35

    @Ella: immer gute Sänger aus Azerbaijan? Jedenfalls nicht 2011 – das war grottenschlecht gesungen. Und die Plagiatvorwürfe (die gar keine sind), sind ja wohl eher (gelungene) Versuche einiger in Vergessengheit geratener Bands, ihre Namen (endlich mal wieder) in die Medien zu bringen. Eine Flöte und Trommeln machen noch kein Plagiat!

  42. Abt

    21.05.2013 | 19:57

    Ich hatte eine gute Freundin, russische Muttersprachlerin, Sprachwissenschaftlerin an einer renommierten Uni, perfekt in mehreren Sprachen, auch in Englisch und Deutsch, gebeten, sich das Video anzusehen/anzuhören.
    Die englische Übersetzung ist korrekt.

  43. Inge Periotte

    21.05.2013 | 21:06

    Was mich an dieser Diskussion ankotzt, ist die unglaubliche Gedankenlosigkeit, mit der hier die völlig unterschiedlichen Phänomene des i) Block- oder Nachbarschaftsvotings zum einen, ii) des Diasporavotings zum anderen und iii) der Voting-Manipulation in einen Topf geworfen werden.

    Man kann sich natürlich hinstellen und sämtliche eklatanten und jeglicher statistischer Verteilung und auch den jeweiligen Gewinnersongs eines Jahrgangs widersprechenden Auffälligkeiten der Punkteverteilung an Azerbaidschan ignorieren, indem man sagt, dass Azerbaidschan einfach immer nur tolle Songs einreicht und man Azerbaidschan eben liebt. Völlig legitim, solche Pamphlete hat man ja auch bereits in musikalischer Form 2011 aus Weißrussland zu hören bekommen.

    Man kann natürlich auch solche Auffälligkeiten schönreden, indem man hinkende Vergleiche bemüht und behauptet, andere Länder würden es genauso machen und da würde sich niemand aufregen (nur zum Vergleich: anders als von Manboy behauptet wurde die 12-Punkte-Serie von Island an Dänemark in den letzten fünf Jahren immerhin zweifach durch 4 bzw. 5 Punkte durchbrochen – man vergleiche hierzu die 12-Punkte-Serie von Malta an Azerbaischan).

    Ich für meinen Teil entnehme der von unseren Bloggern dankenswerterweise zusammengestellten Tabelle jedenfalls, dass wenigstens zwei der oben genannten Phänomene für Platz 1 bis 6 im Ranking der Punktevergabe an Azerbaidschan ausschlaggebend sind. Das ist sicher zumindest in Sachen Blockvoting weder etwas Neues, noch beschränkt es sich auf Azerbaidschan. Ob hier ein drittes Phänomen zumindest bei Platz 4 der Tabelle ein Rolle spielt, lassen wir mal dahingestellt – die Maltesische Wertung mit den “guten Beziehungen” der beiden Länder erklären zu wollen, erscheint mir doch sehr bemüht…
    Nur als kleiner nostalgischer Schwenk: Die maltesische Wertung war schon früher für auffällige Überraschungen gut. Direkt nach dem maltesischen Comeback in den Neunzigern konnte man mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass einige der bottom five der Punktetabelle wenigstens 50 bis zu 100% ihrer Gesamtpunktzahl aus Malta erhalten hatten, und zwar gerne mit Höchstwertungen: 1992 zehn Punkte an Luxemburg (=100%), 1993 zehn Punkte an Luxemburg (91%, naja, aber die guten Beziehungen eben), 1994 zwölf Punkte an die Slowakei (80%) … gut, aber immerhin 1995 hatten wir auch was von diesen Merkwürdigkeiten, sonst wären Stone and Stone noch mit Null Punkten nachhause gefahren…

  44. Christian W

    21.05.2013 | 21:11

    @ Manboy
    Erstens: Ja, sehr naiv. So macht mich sich nämlich insgeheim zum Komplizen von Manipulation, Korruption und Propaganda, die dieses Land mit Millionenbeträgen überall dort fördert, wo sie möglich ist. Die lachen sich doch über die Idioten aus dem Westen tot, die meinen, sie könnten das kontrollieren. Zweitens: Sicherlich hat Deutschland einen ausländischen Komponisten benutzt. Allerdings war damals alles sonst deutsch (Chor, Team, Choereographen usw). In Aserbaidschan ist nichts aserisch außer den sog. “Sängern”, die irgendwoher auftauchen, zum ESC gedrillt werden wie kleine Äffchen oder Hündchen um für “Volk und Füh… Vaterland” zu singen, um dann wieder zu verschwinden. Das einzig aserische ist das Geld.

  45. ESCfan

    21.05.2013 | 21:30

    Nicole C

    Ich finde es echt lächerlich, dass man sowas überhaupt behaupten kann. Im Video sieht man 5 Menschen und auf einmal sollen die ganzen Votes in vielen Ländern manipuliert sein.. Können es 5 Leute alleine schaffen?

    Außerdem gibt es doch seit 2009 Juryvoting wenn das Lied den Juroren nicht gefällt und schlecht bewertet wird kriegt man doch eh keine Top 3 Wertung mehr. Das widerspricht zum Beispiel die Gerüchte bezüglich der Topwertung aus Malta!

    Es nervt mich, dass jedes Jahr nach dem Contest, Aserbaidschan vorgeworfen wird das und das gemacht zu haben.. Bewiesen werden die eh nie..

  46. Manboy

    21.05.2013 | 22:14

    Christian W@
    Nur weil man das aser. Lied gut findet und es wählt, ist man noch kein Komplize von Manipulation, Korruption und Propaganda. Finde das geht zu weit. Sollte Aserbaidschan oder auch ein anderes Land betrügen und es wäre bewiesen, dann gehört es auch ausgeschlossen. Ganz klar. Aserbaidschan, Weißrussland und Ukraine sind derzeit feste EBU-Mitglieder und dürfen daher auch am ESC teilnehmen. Wenn du anderer Meinung bist, dann respektiere ich sie. Mir persönlich geht es aber ganz allein um die Musik. Und mit dem ausgestreckten Finger auf andere Länder zeigen ist nicht mein Stil. Und damit wurde aus meiner Sicht alles zum Thema geschrieben.

  47. Christian W

    21.05.2013 | 23:16

    Natürlich ist man ein Komplize und zwar indirekt, denn man unterstützt ein auf Lügen und Betrügen aufgebautes System aus eigenen Stücken und zwar in der falschen Annahme, man würde ja nur “das beste Lied” wählen. Genau darauf wird ja gesetzt, dass es nämlich genug Menschen finden, die das alles ja gar nicht so schlimm finden (oder es nicht besser wissen) und bereitwillig mitmachen. Und dieses “Mir geht es allein um die Musik” ist die allgegenwärtige Ausrede von Leuten, die sich ihren Spaß nicht durch die Realität vermiesen lassen wollen und ggf. auch keine Lust haben sich mit ihr auseinanderzusetzen. Es könnte ja die Party stören, wenn man ein Problem anspricht. Auch darauf setzt Aserbaidschan. Erst so kann man so dreist auftreten, wie man es tut. Wer es gut findet, dass der ESC zur Propaganda für menschenverachtende Regime benutzt wird, der soll bitte gerne weiter so tun, als ob es “um die Musik geht”. Geht es leider schon längst nicht mehr in diesem Fall. Aber hier in Deutschland, wo man sämtliche Rechte genießt, hat man ja leicht Reden, wenn man meint, es wäre ja gar nichts dabei für Aserbaidschan beim ESC zu stimmen, weil es “um die Musik” geht… Sorry, ist nicht persönlich gemeint, aber ich kann solche “ist ja alles nicht so schlimm”-Aussagen nicht nachvollziehen.

    @ESCfan
    Die sind ja auch nicht ganz blöd in Aserbaidschan. Natürlich wird man das nie beweisen können. Daran wäre der EBU ja auch nicht gelegen. Kommt das nämlich raus, kann man speziell in der jetzigen wirtschaftlichen Situation sicher sein, dass Länder reihenweise ihre Teilnahme absagen. Was man ihnen dann aber auch nicht mehr verübeln könnte…

  48. Peter

    22.05.2013 | 15:47

    Das manipuliert wird ist doch klar. Als ich als Österreicher hörte Aserbaidchan 12 Punkte glaubte ich, ich höre schlecht. Balkan wählt Balkan. Russen wählen Russen egal ob das Lied gut ist oder nicht. Mit Singen hat es kaum noch was zu tun sondern mit Sympathie zu den einzelnen Ländern. Kein fairer Wettbewerb mehr sondern verarsche

  49. eurovicious

    22.05.2013 | 16:27

    Report on corruption in Eurovision 2013: http://www.eurovisionista.com/articles/eurovision-2013-corruption-allegations-must-be-dealt-with-now-through-full-transparency.aspx

    Petition for the EBU to prove full transparency by immediately releasing the split televote/jury results for all individual participating countries: https://www.change.org/en-GB/petitions/european-broadcasting-union-release-full-split-results-now-for-all-countries-in-eurovision-2013

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