ESC 2011: Berlin soll die Nase vorn haben

Elton “verplappert sich” angeblich, der Hamburger Medienjournalist Renner hat aus dem Umfeld des NDR auch wieder Infos. Neues aus der Gerüchteküche rund um den Veranstaltungsort des ESC 2011.

Je näher der Eurovision Song Contest 2011 rückt, desto mehr wächst jetzt die Spannung – der NDR möge doch endlich einmal verkünden, wo der Wettbewerb denn nun stattfindet. In Düsseldorf und Umgebung wird man gestern Abend um 23.31 Uhr kurz aufgehorcht haben und dann in Jubel ausgebrochen sein: Angeblich “verplapperte” sich Elton, der Dauerpraktikant von Stefan Raab, in dessen Bundesvision Song Contest beim Gespräch im Green Room mit der für Nordrhein-Westfalen startenden Band Unheilig. Elton sagte da, wenn Unheilig den BuViSoCo gewinne, dann wären ja nächstes Jahr zwei Contests in NRW, also neben dem BuViSoCo auch der ESC.

Entsprechend ist Eltons kurzer Satz für den Kölner Express eine der wichtigsten Meldungen des Tages, zu finden auf der Startseite der Express-Website mit dem einleitenden Satz “Die Zeichen für Düsseldorf als Austragungsort des nächsten Eurovision Song Contests mehren sich”.

Doch das ist nicht die einzige Geschichte, die am Tag nach dem BuViSoCo die ESC-Fangemüter beschäftigt. Kai-Hinrich Renner vom Hamburger Abendblatt hat in der Samstagsausgabe nämlich ganz andere Infos: Demnach ist zwar Hamburg nicht mehr im Rennen; das will Renner zumindest aus Kreisen des NDR erfahren haben. Vorn liegt beim NDR laut Renner aber nicht Düsseldorf, sondern – Berlin! (Foto oben: der mögliche Veranstaltungsort Flughafen Tempelhof)

“Bis vor kurzem habe auch Düsseldorf gute Chancen gehabt”, zitiert Renner in seiner (regelmäßig erscheinenden) Medienkolumne aus den Senderkreisen. Berlin habe aber jetzt die Nase vorn, weil die Hauptstadt offenbar am stärksten finanzielle Unterstützung für den Grand Prix zugesagt hat. Dabei gehe es dem Vernehmen nach um eine siebenstellige Summe. Hamburg sei zu einem so großen finanziellen Engagement offenbar nicht bereit gewesen, so Renner.

Zudem war wohl die Hamburger Messehalle doch nicht geeignet für den ESC, weil dort eine angemessene Bühne “nur schwer” zu installieren sei. Der NDR bezeichnet alle diese Infos weiterhin als “reine Spekulation”. Schön wäre es aber, wenn der Sender auch mal einen konkreten Termin nennen würde, zu dem diese “reine Spekulation” unwichtig würde, weil dann die offizielle Bekanntgabe vorliegt.

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5 Kommentare Kommentar schreiben

  1. Jan

    02.10.2010 | 17:22

    Pleite!

    Wenn es denn letztlich auf siebenstellige Summen als “Bonbon” hinausläuft, um sich dadurch die Ausrichtung zu kaufen, verzichte ich als Hamburger Steuerzahler gern.
    Erst in der vergangenen Woche hat ja der Hamburger Senat ein ziemlich umfassendes Sparpaket verabschiedet, das z.B. u.a. die Schließung des Norddeutschen Landesmuseums beinhaltet, wogegen sich großer Protest regt. Dazu der in die Elbphilharmonie versenkte neunstellige (!!!) Betrag. Wenn man dann den NDR noch mit Millionen beschenkt hätte, wäre das hier gar nicht mehr zu vermitteln gewesen.

    Aber ich dachte eigentlich, Berlin kann sich sowas auch nicht mehr leisten, denen geht es ja noch “schlechter” als Hamburg.

    Sollte Hamburg also wirklich aus dem Rennen sein, dann muss es mit oder ohne Millionen in Berlin sein. Düsseldorf ist nun wirklich ein Abturner!

    Allerdings könnte der ESC dann genauso beginnen wie 1982: Wo ist Düsseldorf? Where is Dusseldorf? Où est Dusseldorf?

  2. Matthias

    02.10.2010 | 17:28

    Ein Investment in die Stadtwerbung

    Naja, die Summe ist ja auch ein Investment für eine Stadt – schließlich kommen dann viele ESC-Touristen in die Stadt, was wieder Geld bringt.

    Als Werbung für die Stadt braucht Berlin den ESC sicherlich nicht mehr, schließlich ist Berlin in aller Welt gut bekannt. Für eine solche Wirkung des ESC könnte Düsseldorf den Wettbewerb eher brauchen, eben damit sich dann viele nicht mehr fragen “Où est Dusseldorf?”

    Insofern wird sich Düsseldorf bestimmt auch nicht lumpen lassen, finanzielle Unterstützung zu geben. Der OB hat sich ja eh schon ins Zeug gelegt.

  3. Jan

    02.10.2010 | 17:48

    Ich sprach ja auch von der Vermittelbarkeit des Investments.
    In Hamburg wäre es momentan ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt gewesen, glaube ich. Hier sind sowieso gerade alle auf Krawall gegen den Senat gebürstet – eine Bürgerinitiative jagt die nächste.
    Und brauchen tut Hamburg den ESC für´s Image ja auch genauso wenig wie Berlin, da hätten Hannover und Düsseldor in der Tat mehr aufzuholen.

    Wahrscheinlich versteigert der NDR des ESC jetzt und reizt das solange aus, bis keiner mehr das Event will. Dann wird´s am Ende das NDR-Studio in Hamburg-Lokstedt :-)

  4. Matthias

    02.10.2010 | 17:52

    Retro

    Genau. ESC mal ‘ne Nummer kleiner… ein bisschen Retro. Warum nicht mal einen ESC wie anno 1973 oder so? :-D

  5. Frank D.

    03.10.2010 | 14:50

    Aber wo will man bitte auf einem Flughafen einen ESC ausrichten ? In der Eingangshalle ? Auf den Landebahnen ? Ich finde es ehrlich gesagt peinlich, dass man in Hamburg und Berlin keine der großen Hallen freimachen konnte. Wozu gibt es die denn, wenn nicht für einen solchen internationalen und publicity-fördernden Event ? Kann man nicht mal André Rieu und Konsorten, die da vielleicht schon gebucht haben, anderswo hin verlegen ?

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