ESC 2017 Download-Charts: Die Achterbahnfahrt von Blanche aus Belgien

Welche ESC Songs 2017 entwickeln sich zu kommerziellen Hits und treten damit in die Fußstapfen z.B. der Common Linnets oder Frans? Wir betrachten die Auswirkungen der beiden Semifinals auf die iTunes Download-Charts. Wie charten die beiden Topfavoriten aus Italien und Portugal in Europa im Vergleich und gibt es vielleicht einen lachenden Dritten?

Warum ziehen wir für den Vergleich die iTunes-Charts heran? Die Seite ESCtracker.com bietet sich hier als übersichtliche Quelle für den Vergleich an. Allerdings muss bedacht werden, dass die Relevanz der iTunes-Charts in den europäischen Musikmärkten sehr unterschiedlich ist. In manchen Ländern dominieren andere Musikportale oder es werden Streamingdienste bevorzugt.

Nichtsdestotrotz kann ein Erfolg in den Download-Charts ein Indikator sein, dass der Song beim TV Publikum schnell zündet und als Folge eben zum Download animiert. Schön zu sehen war dies 2014 bei den Common Linnets. „Calm after the storm“ hatten zunächst weder die Buchmacher noch die ESC Experten auf der Rechnung. Direkt nach dem Semifinal schossen die Common Linnets in zahlreichen Ländern Europas in die Top 5 der Download-Charts. Als Konsequenz stieg „Calm after the Storm“ auch bei der Siegwette ganz nach oben und nach dem fantastischen 2. Platz beim ESC 2014 in Kopenhagen wurde der Song auch noch zum Radio- und Charthit in mehreren Ländern Europas.

 

Semifinal 1

Im ersten Halbfinale am Dienstag hatten die beiden führenden Länder der Wettbüros ihren Auftritt: Salvador Sobral aus Portugal und als ‚Snippet‘-Einspieler für das Grand Final auch Francesco Gabbani aus Italien. Für viele überraschend ausgeschieden ist Finnland. Qualifiziert für das Finale haben sich: Schweden, Australien, Belgien, Aserbaidschan, Portugal, Griechenland, Polen, Moldawien, Zypern und Armenien.

Hier nun die iTunes Downloadcharts vom Mittwoch 10.5.2017 (16 Uhr):

Überraschung! Den größten Chart-Impact landete Blanche aus Belgien und konnte sich gleich in 21 Ländern platzieren. Darunter zwei Länder mit Platz 1 (Belgien und Estland) sowie weitere zwei Länder in der Top 10 (Schweden und Niederlande). Die vergangenen Tage waren für Blanche eine verrückte Achterbahnfahrt. Nach der Songpräsentation im Frühjahr noch als einer der 3 Top-Favoriten gehandelt, stürzte sie nach etwas missglückten Proben und Outfitversuchen zunächst stark ab, um jetzt nach der Halbfinal-Show mit neuer Power wieder nach den Sternen zu greifen.

YouTube Preview ImageBelgien – Blanche

Die zweitbeste Download-Performance legte Topfavorit Salvador Sobral hin und landete ebenfalls in 4 Ländern in den Top 10, darunter in Portugal und Litauen auf der 1. Wo landete Konkurrent Francesco Gabbani aus Italien?

Die drittmeisten Downloads verzeichnete überraschend SunStrokeProject aus Moldawien. Da hat das Internet-Phänomen „Epic Sax Guy“ gut lachen. „Hey Mamma“ chartete in 13 Ländern, allerdings nirgends in der Top 10.

YouTube Preview ImageMoldawien – SunStroke Project

Etwas überraschend im Hintertreffen ist Francesco Gabbani. Von „Occidentali’s Karma“ war zwar nur ein Ausschnitt in der Live-Show zu sehen, aber der erzeugte wohl weniger Spontanimpulse, die zum Download animierten. Er chartete in 10 Ländern und landete dabei einmal in der Top 10 (Finnland). So richtig tanzt der Gorilla noch nicht in den Download-Charts.

YouTube Preview ImageItalien – Francesco Gabbani

Robin Bengtsson aus Schweden und Isaiah aus Australien konnten sich jeweils in 9 Ländern platzieren. Die siebtmeisten Downloads der ESC Beitrag generierten Norma John aus Finnland. Der „Blackbird“ flog zwar nicht ins Grand Final, aber immerhin noch in die Charts von 5 Ländern, darunter in die Top 10 im Heimatland Finnland. Die neuntmeisten Downloads generierte die ebenfalls ausgeschiedene Svala aus Island.

YouTube Preview ImageFinnland – Norma John

Fazit nach Semifinal 1:

Mit Blanche aus Belgien und Salvador Sobral (Foto unten) aus Portugal konnten nur 2 Songs auf breiter Front die Charts entern und in höhere Regionen vordringen. Auf den folgenden plätzen ist die Charts-Ausbeute schon sehr dünn. Obwohl sich Finnland und Island nicht qualifizieren konnten, liegen sie bei den Downloads vor Aserbaidschan, Griechenland, Polen und Armenien.

 

Semifinal 2

Spannend wird es nun, wie sich die TV Ausstrahlung des Semifinal 2 auswirkte, denn nun kamen weitere 18 Songs hinzu sowie Ausschnitte von Alma (Frankreich), Levina (Deutschland) und O.Torvald (Ukraine). Kristian Kostov aus Bulgarien, der ebenfalls zu den Topfavioriten gehört, greift erstmals ins Geschehen ein. Können sich Blanche und Salvador ganz oben halten oder werden sie vom Thron gestoßen und wenn ja, von wem?Qualifiziert für das Finale haben sich: Österreich, Rumänien, Niederlande, Ungarn, Dänemark, Kroatien, Norwegen, Weißrussland, Bulgarien und Israel.

Hier nun die iTunes Downloadcharts vom Freitag 12.5.2017 (16 Uhr):

Gähn… niemand aus Semifinal 2 konnte Belgien und Portugal die beiden Plätze an der Sonne wegnehmen. Allerdings hat Salvador Sobral mit seiner gefühlvollen Interpretation seines Chansons „Amar pelois dos“ nun sogar die Pole Position bei den ESC Songs übernommen. Es ist noch in 18 Ländern in den Charts, allerdings im Vergleich zum Mittwoch nur noch einmal auf der 1 (Portugal) und nirgends mehr in den Top 10.

YouTube Preview ImagePortugal – Salvador Sobral

Blanche hingegen konnte die 1 in Belgien und Estland halten und ist zudem Top 10 in den Niederlanden. Ihr Erfolg mit „City Lights“ scheint etwas nachhaltiger zu sein.

Nun endlich ein Song aus dem 2. Semifinale: Auf dem Bronzerang schob sich Mitfavorit Kristian Kostov aus Bulgarien vor. Allerdings schaffte er es mit „Beautiful Mess“ nur in Schweden in die Top 10, aber insgesamt ist sein Song in 12 Ländern platziert.

YouTube Preview ImageBulgarien – Kristian Kostov

Topfavorit Francesco Gabbani musste erneut Federn lassen. „Occidentali’s Karma“ ist zwar weiterhin der ESC Song mit den viertmeisten iTunes Downloads, aber er ist nur noch in 11 Ländern vertreten und überall aus der Top 10 gefallen.

Die kühle Dressman-Show von Robin Bengtsson verteidigt hartnäckig Rang 5 bei den ESC Downloads. Im Heimatland Schweden reicht es für „I can’t go on“ sogar noch für die Top 10. Insgesamt ist Robin in 10 Ländern platziert.

YouTube Preview ImageSchweden – Robin Bengtsson

Hey Mamma“ von SunStrokeProjekt aus Moldawien musste hingegen gehörig Federn lassen. Nach Semifinal 1 noch der ESC Song mit den drittmeisten Downloads, reicht es nun nur noch für Rang 6.

Endlich weitere Beiträge aus dem Semifinal 2 auf Rang 7 und 8: Joci Papai aus Ungarn konnte mit seinem Ethno-Song „Origo“ in gleich 3 Ländern in die Download-Top 10 einsteigen. Darunter Estland, Ungarn und die Ukraine. Insgesamt ist „Origo“ in 8 Ländern vertreten.

YouTube Preview ImageUngarn – Joci Papai

Der Spaßbeitrag aus Rumänien „Yodel it“ scheint zwar 3 Minuten schön anzuschauen, aber zieht nicht wirklich viele Downloads nach sich. Zwar haben sich Ilinca und Alex Florea in 8 Ländern platziert, aber für die Top 20 reichte es nirgends.

YouTube Preview ImageRumänien – Ilinca feat. Alex Florea

Die Top 10 der ESC Songs mit den meisten Downloads wird komplettiert von zwei weiteren Beiträgen aus dem zweiten Semifinal: JOWST aus Norwegen sind mit „Grab the Moment“ in 7 Ländern vertreten, aber immerhin Top 3 in Norwegen und Estland. Dahinter findet sich Imri aus Israel noch in 6 Ländern platziert. Im Heimatland Israel reichte es noch für die Top 10.

YouTube Preview ImageNorwegen – JOWST

Zur Vollständigkeit hier nun die weiteren Plätze der ESC Songs 2017:
Platz 11 Niederlande – OG3NE (in 5 Ländern platziert)
Platz 12 Irland – Brendan Murray (5 Länder)
Platz 13 Österreich – Nathan Trent (4 Länder)
Platz 14 Estland – Koit Toome & Laura (4 Länder)
Platz 15 Frankreich – Alma (3 Länder)
Platz 16 Mazedonien – Jana Burceska (3 Länder)
Platz 17 Schweiz – Timebelle (2 Länder)
Platz 18 Australien – Isaiah (2 Länder)
Platz 19 UK – Lucie Jones (2 Länder)
Platz 20 Kroatien – Jacques Houdek (2 Länder)

 

Fazit nach Semifinal 2:

Die Songs aus dem zweiten Semifinal sind durch die Bank schlechter platziert als die Songs von und nach Semifinal 1. Lediglich 3 Songs (Bulgarien, Ungarn und Rumänien) haben es unter die Top 10 der ESC Download-Charts geschafft. Im Moment herrscht noch Ruhe vor dem Sturm. Kein Song des diesjährigen ESC Jahrgangs drängt sich derzeit auf ein großer kommerzieller Erfolg zu werden. Am ehesten wäre dies im Moment noch Blanche aus Belgien zuzutrauen.

Auch im Vergleich zu den Vorjahren bewegen sich die Download-Platzierungen in den einzelnen Ländern auf eher niedrigem Niveau. An die Chartsnotierungen der Common Linnets kommt der aktuelle Jahrgang noch nicht im Ansatz heran, aber auch im Vergleich zum Vorjahr ist das mau. Zoë hatte es damals direkt nach dem Semifinal in zahlreichen Ländern in die Download-Top 10 geschafft und räumte im Grand Final dann ja auch im Televoting ab. Heuer hat sich Nathan zwar für das Finale qualifiziert, aber die Download-Platzierungen sind leider schwach.

Deutschland liegt mit Levina bei den iTunes Downloads an 27. Stelle im Ranking der 42 ESC Songs 2017. Sie ist nur in einem Land platziert, nämlich in Deutschland auf Platz 91.

Hoffnung für Italien? Francesco Gabbani ist überraschend etwas im Hintertreffen im Vergleich zu Salvador Sobral aus Portugal. Das ist die etwas überraschende Erkenntnis aus den Download-Charts. Italiens Trumpf könnte sein, dass sein Song ja noch nicht live und in voller Länge aufgeführt wurde und vielleicht erst ab Samstag Nacht mit voller Wucht in die Charts einschlägt. Es bleibt also spannend!

Anmerkung: Am Samstag 13.5.2017 folgt dann um die Mittagszeit noch das finale Wettquoten-Update.

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47 Kommentare Kommentar schreiben

  1. Jorge

    12.05.2017 | 16:31

    Für den Vergleich der bereits konkurrierenden Qualifikanten ein sehr schönes Gimmick. Für den Vergleich Big5+UKR vs. Semifinalisten und ohne verlässliche Zahlen aus Osteuropa (wo vermutlich BUL vorne liegt), ist man leider so schlau wie zuvor. ;-)

  2. biobanane

    12.05.2017 | 16:47

    Ich bitte doch das nächste Mal für Donald Trump und mich um eine kurze Zusammenfassung, es hat ziemlich gedauert bis ich mich da durchgelesen habe. Ich denke die Ausschnitte der Big5 waren kaum zu bemerken, weil sie in viel Gelaber von unfähige Moderatoren eingebettet waren.

  3. Rainer1

    12.05.2017 | 17:25

    Das wir esc-fans eine ziemlich download und klickfreudige spezies sind, wissen wir alle.
    Für mich wäre die nachhaltigkeit eines songs wichtiger. Nochmal so einen sieger wie letztes jahr möchte ich nicht. Oder hat ausser uns fans schon jemand mal was von jamala gehört? Oder kennt den song noch jemand?
    Von daher gibt es nur einen sieger….francesco gabbani.
    Wenn jemand anders gewinnt, muss ich mich nachher wieder wochenlang auslachen lassen(was hörst auch du für komische musik)

  4. deutscheland

    12.05.2017 | 17:36

    Salvador Sobral führt hauchdünn bei den Buchmachern

    https://www.oddschecker.com/tv/eurovision/winner
    Als ich zum ersten Mal „Amor pelos dois“ zu hören und zu sehen bekam, war ich durch das Auftreten des Sängers und auch die Musik irgendwie irritiert und war erst recht perplex, als ich sah, dass er bei den Buchmachern unter den ersten fünf liegt. Aber es scheint wohl so zu sein, dass das schier Unmögliche wirklich wahr wird: nämlich ein Sieg Portugals !!!
    Ich bin zwar immer noch ziemlich erstaunt über die so enorme Begeisterung für den portugiesischen Beitrag, aber irgendwann muss ja auch mal Portugal gewinnen…

  5. AndiTR

    12.05.2017 | 17:47

    Portugal hat mit Italien in den Wettquoten gleichgezogen. Aber Italien hatte noch keinen Liveauftritt.
    Würden die BIG 5 und der Gastgeber als Intervallact in den Semis auftreten (statt den gezeigten Ausschnitten), wären die iTunescharts und gerade in diesem Jahr die Wetten, so kurz vor dem Finale aussagekräftiger.
    Gespielt wird morgen, Bzw für die Juries heute Abend und dann zählt es.
    In diesem Sinne: ommh 👌🏼

  6. Der Knebelini

    12.05.2017 | 17:56

    Eine kleine Korrektur: Im zweiten Semi gab es das Snippet von Frankreich (Alma) und nicht vom UK (Lucie Jones)

    „…sowie Ausschnitte von Lucie Jones (UK), Levina (Deutschland) und O.Torvald (Ukraine).“

  7. Marc

    12.05.2017 | 17:57

    Es ist passiert: soeben gab es den Führungswechsel bei den Buchmachern. Nachdem Italien wochenlang ziemlich unangefochten auf der 1 das Feld dominierte, liegt nun Salvador Sobral vorne. Ein Wettquoten-Update folgt nach dem Jury-Final am Samstag um die Mittagszeit.
    .
    @Knebelini: Danke für den Hinweis. Ist bereits korrigiert.

  8. benne

    12.05.2017 | 17:59

    @AndiTR
    Doch, Francesco hatte schon einen Auftritt, der auch teilweise im TV gezeigt wurde. https://www.youtube.com/watch?v=rafsdrfRM4o
    Und was man da gesehen hat, war eben alles andere als eine Siegershow, daher halte ich die Wettquoten, in denen Portugal nun vorne ist, für plausibel.
    .
    Übrigens auch in den youtube- Klickzahlen ist Salvador vorne.
    Im Vergleich mit den Semi1- Konkurrenten vor Belgien und Moldawien.
    Schweden und Armenien sind überraschenderrweise deutlich abgeschlagen.
    Vom 2. Semi wurde Bulgarien vor Kroatien, Ungarn und Rumänien am meisten gesehen.

  9. deutscheland

    12.05.2017 | 18:07

    Aber eins ist schon jetzt sicher: ich habe Salvador – wie schon Conchita Wurst und die Common Linnets – verdammt unterschätzt. Ich konnte wirklich gar nichts damit anfangen. Aber beklagen will ich mich dennoch nicht, denn erstens wird es jetzt noch einmal spannend und zweitens könnte es endlich mal wieder einen Sieger geben, der ohne ein einziges Wort Englisch auskommt oder den Gebrauch dieser Sprache auf „singing in the rain“ beschränkt. Dann bekommt das Motto „Celebrate Diversity“ doch noch Hand und Fuß.

  10. Matty

    12.05.2017 | 18:10

    Schade, daß Deutschland in dieser Liste fehlt und das sollte denjenigen, die in diesem Jahr die beiden Vorentscheidtitel ausgewählt haben, deutlich zu denken geben.

  11. cars10

    12.05.2017 | 18:12

    News alert!

    Portugal hat gerade Italien bei den Wetten überholt!
    Es verspricht, ein spannender Samstag zu werden…

  12. AndiTR

    12.05.2017 | 18:20

    @benne: ja den Ausschnitt meine ich . Aber die BIG 5 durften ja noch nicht ihren gesamten Auftritt während der Show zeigen. Ist ja schon ein Unterschied ob ein Ausschnitt gezeigt wird oder ob jemand einen Liveauftritt in der Show hat . Aber ich stimme Dir zu , den Auftritt von Italien kommt nicht an den Auftritt von San Remo dran. Auch diese ständigen Kamerafahrten durch die Halle finde unpassend.

  13. Maiposa

    12.05.2017 | 18:21

    Ich kriege gleich einen Herzanfall …. So sehr ich es Salvador wünsche, das ist nun auch mir eine Nummer zu krass.
    Eine portugiesische Bekannte von mir guckt morgen zum ersten Mal in ihrem Leben (!!!!) ein ESC-Finale. Hoffentlich übersteht sie es gesundheitlich…… In Österreich muß es ja gestern ähnliche Vorfälle gegeben haben……

    @ deutscheland
    Muite obrigado für deinen schönen Worte.

  14. Maiposa

    12.05.2017 | 18:26

    @ Matty

    Das ganze Konzept gehört auf den Müll…. Aber laß uns erst nach der Entscheidung morgen darüber quatschen.

  15. Paul

    12.05.2017 | 18:49

    Nach dem Sieg der Ukraine letztes Jahr wäre es für den ESC eine Katastrophe, wenn dieses Jahr mit Portugal wieder ein sperriges und nicht massentaugliches Lied gewinnt. Dann verkommt der ESC immer mehr. Wir brauchen mehr schwedische Beteiligung in den einzelnen Kändern!!

  16. varad

    12.05.2017 | 18:50

    @Marc @cars10 Ganz ehrlich dies überrascht mich gar nicht. Ich habe lange gefühlt, dass Salvador und auch Kristian dem italienischen Beitrag gefährlich werden können. Nun die Bestätigung in dem Portugal auf Platz 1 der Buchmacher klettert und auch Bulgarien hat was die Buchmacher angeht stark zugelegt. Es wird ein Dreikampf. Bei allem Respekt vor Francesco das Lied wurde doch stark gehyped und das Resultat sieht man nun kurz vor dem Finale.

  17. varad

    12.05.2017 | 18:54

    @Paul Das Lied von Portugal ist absolut ok und man braucht nicht andauernd massentaugliche Lieder zu bringen nur weil die Schweden es so machen. Hier sollte es darum gehen wer am besten singt und nicht wer irgendeine massentaugliche Ware produziert. Diesen Drang irgendetwas massentaugliches zu produzieren ist gerade etwas was mich extrem bei den Schweden stört. Dies brauchen die anderen Ländern ganz sicher nicht nachzumachen.

  18. Paul

    12.05.2017 | 18:57

    Wenn der ESC nicht wieder zum Nischen-Produkt verkommen soll, so wäre es von Vorteil, wenn sich mehr Länder am schwedischen Konzept orientieren würden.

  19. Maiposa

    12.05.2017 | 18:57

    @ Paul

    Natürlich ist es massentauglich – sonst würden die Leute nicht dafür anrufen. Außerdem gibt es für mich wichtigere Aspekte, nämlich daß Musik die Menschen berührt und Salvador tut es zweifellos. Das mit „verkommen“ nehme ich mal zur Kenntnis, ich kann bestenfalls darüber lächeln. Und noch mehr schwedische Beteiligung: DAS wäre eher das Ende des ESC. Ich habe die Nase voll von dem ganzen Kommerz und letztendlich hat es wenig gebracht.

  20. AndiTR

    12.05.2017 | 18:58

    @paul: da stimme ich Dir zu . Aber noch mehr schwedische Beteiligung in den anderen Ländern ist genauso blöd . Und an Belgien sieht man ja , dass es auch möglich ist, einen starken Song aus dem eigenen Land auf die Bühne zu bekommen. Das gilt natürlich auch für Italien und Portugal. Auch wenn der portugiesische Beitrag wohl kein Hit werden wird.

  21. Maiposa

    12.05.2017 | 19:02

    @ varad

    Ich habe auch keine Lust auf einen „Swedish Song Contest“. Vor allem wünsche ich mir auch keinen „Anglovision Song Contest“, da hat der ESC in den letzten Jahrem viel an Herzblut verloren. Es sollten wieder mehr Länder den Mut haben, einen authentischen Beitrag in Landessprache zu liefern. IN der jetzigen Form könnte man die Landesflaggen dann gleich konsequenterweise weglassen, bei vielen ist es immer nur der gleiche Einheitsbrei (zum Glück sind mit Serbien und Mazedonien zwei von dieser Gattung gestern ausgeschieden).

  22. Maiposa

    12.05.2017 | 19:04

    @ Andi

    Genau – ich begrüße auch jenseits der Sprache innovative Trends, aber auch das wurde in den letzten Jahren leider sehr ausgebremst und die Reißbrettnummern hatten mehr Zulauf.

  23. Cedric (T0mb0)

    12.05.2017 | 19:04

    Bei Spotify ist in Deutschland Salvador am höchsten platziert (#9), weltweit ist nur Blanche in den Viral Charts (#44). Könnte doch spannender werden als erwartet.

  24. Cedric (T0mb0)

    12.05.2017 | 19:06

    Das ist natürlich jetzt blöd, dass ich gestern nochmal Geld auf Italien gesetzt habe :D

  25. Jorge

    12.05.2017 | 19:10

    Da die Quoten nicht abstürzen, braucht man auch den Sieg Italiens nicht beerdigen, Seit einiger Zeit ist es aus Quotensicht ohnehin nicht lohnend, auf Francesco zu setzen. Wenn sich seine Quoten noch verschlechtern, würde ich vielleicht doch noch was drauf setzen. :-)

  26. Jorge

    12.05.2017 | 19:13

    @AndiTR, paul:
    Sehe ich ähnlich. Sollte Portugal gewinnen, hätten wir schon wieder ein Dramathema als Sieger für Special Interest Publikum.

  27. Tamara

    12.05.2017 | 19:16

    Ich geh mich dann mal entleiben.
    .
    Alles, was Ihr oben gesagt habt von wegen „keine Anglovision“, „nicht aus Schweden“ und so weiter trifft in diesem Jahr 1:1 auch auf Italien zu. Allerdings gibts in der Qualität und der Eingängigkeit der beiden Songs gewisse Unterschiede.

  28. miramax09

    12.05.2017 | 19:17

    Ohje Cedric… ;-)

  29. Jorge

    12.05.2017 | 19:19

    @Tamara: *hugs*

  30. Mariposa

    12.05.2017 | 19:23

    @ Tamara

    Klar – gegen Italien als Siegert hätte ich auch nix, ganz im Gegenteil…. Der Süden wäre endlich mal wieder dran !!!

  31. Realest

    12.05.2017 | 19:33

    Dieses Prinzipielle feiern von Landessprachlern und schlechtreden von englischsprachigen Songs ist so unnötig. Frans hätte letztes Jahr in Landessprache niemals so einen Erfolg in Deutschland und überall gehabt. Und die Common Linnets ebenfalls etc… Klar sind die Beiträge aus zB Ungarn ziemlich stark, aber die Künstler sollen nicht durch so eine Sprachregel eingeschränkt werden.

  32. Tamara

    12.05.2017 | 19:47

    Ich hab Gründe, warum ich die Landessprache sehr, sehr, SEHR mag und haben will. Besonders dann, wenn ich sie nicht verstehe.

  33. Little Imp

    12.05.2017 | 19:48

    @ Realest

    Es geht hier auch gar nicht ums Einschränken. Es geht hauptsächlich darum, dass nicht immer alles zwanghaft in ein englisches Korsett gepresst muss. Manche Interpreten hätten in Muttersprache sicher mehr zum Zuschauer herüberbringen können als in schlechtem Englisch. Wo Englisch passt und sich der Interpret wohlfühlt, gerne. Aber bitte nicht Englisch, nur um auf Teufel komm raus die internationalen Chancen zu erhöhen.

  34. as

    12.05.2017 | 20:07

    Wünsche Portugal sehr den Sieg… Und dass Blanche auch chartmässig zündet, ist alles andere als überraschend.

  35. Tamara

    12.05.2017 | 20:45

    @Jorge; Hug back!

  36. DerJoe

    12.05.2017 | 22:14

    „Ich hab Gründe, warum ich die Landessprache sehr, sehr, SEHR mag und haben will. Besonders dann, wenn ich sie nicht verstehe.“
    @Tamara: Genau so ist das bei mir auch :-)
     
    Ansonsten: Gut, dass ich nur imaginär auf Francesco gesetzt habe… so kann ich mich über die nicht mehr für möglich gehaltene Spannung freuen. Es war schon abzusehen in den letzten Wochen, dass einzig Salvador evtl. Chancen haben würde.
    Gesundheitlich fragiler Interpret, muss in Proben von seiner Schwester vertreten werden, singt wie in Trance einen anachronistischen Song, wird in einem Maße eins mit der Musik wie man es im Mainstream-TV eigentlich nicht zu sehen bekommt. Ich war schon gerührt bevor er angefangen hatte… und ich habe es ja Live verpasst und nur am Mittwoch in der Mediathek reingeschaut.
    Die Story ist einfach verdammt gut und nichts davon ist gestellt. Aber Koit Toome oder Omar Naber wären auch mit „Amar Pelos Dois“ im Halbfinale ausgeschieden, so viel ist sicher.
     
    Und mit Blanche kristallisiert sich wohl nach vielen Zweifeln doch ein weiterer recht sicherer Top5-Kandidat heraus, wenn man die Abmischung noch etwas besser hinbekommt als im Semi (Begleitmusik etwas lauter) und Blanche einen Tick sicherer im Gesang wirkt. Deutlich selbstbewusster rüberkommen in der Ausstrahlung muss sie gar nicht. Gerade das ängstlich-fragile trifft einen Nerv und passt zum Song. Mein Arbeitskollege, den ich zum ESC-Schauen gebracht habe, meinte gleich, dass ihm Belgien am besten gefallen hat und das scheint ja doch trotz allen Unkenrufen recht vielen so gegangen sein…

  37. lasse braun

    12.05.2017 | 22:17

    leute!
    quoten sind nicht alles – wie war das noch bei lena 2010?
    ich meine mich erinnern zu können,daß lena bei oddchecker kurz vorm finale auf platz 5 oder 6 stand – auf 1 war von anfang an ein opernfranzose(der dann übel abgeschmiert ist) und auf 2 aserbaidschan und dann kam die magie des auftritts von lena und der rest ist geschichte.
    vielleicht gibt es die magie bei blanche morgen auch?
    der song gibt das doch locker her.

  38. ESC17

    12.05.2017 | 23:29

    So sehr der Hype um Portugal die Spannung für morgen anheizt; das kann doch nicht gewinnen. Wenn die Radios z. B. In Deutschland den ESC Siegertitel ankündigen verkommt das für alle die den ESC nicht gesehen haben zur absoluten Farce und lachnummer was der ESC denn für Sieger hervorbringt. Das wäre nicht gut
    Mein Vorschlag:entweder Italien oooooder BULGARIEN
    Ich schwöre euch das wird ein Radio Hit noch mehr als das von Frans letztes Jahr . Egal wie Kristian am Ende platziert wird dieses Lied wird auch nach dem ESC eine Rolle spielen weil es verrammt nochmal das aller fucking geilste ist

  39. Rainer1

    12.05.2017 | 23:39

    Hab heute abend etwa 30 nicht esc-affinen freunden den portugisischen song vorgespielt. Und alle, ALLE haben nur gelacht und den kopf geschüttelt. Wen der gewinnt heisst der esc nächstes jahr special song contest.

  40. Realest

    13.05.2017 | 00:03

    @Lasse du verwechselst die Jahre 2010 mit 2011.

    2010 war Lena die 2 hinter Aserbaidschan als sie gewonnen hat.

    2011 war der Franzose auf 1 in den Wetten, als die Nummer 6 Aserbaidschan gewonnen hat.

  41. varad

    13.05.2017 | 00:19

    @ESC17 Sorry aber gerade diese Denke ist mit ein Grund warum Deutschland seit längerer Zeit nichts mehr reißt beim ESC. Es gibt einen Haufen an ESC Siegertitel die keine Welthits wurden. Hier geht es nicht darum welcher Song wo im Radio gespielt wird, sondern welcher Song gefällt. Gerade dass der Song des Portugiesen kein 0815 Mainstream Lied ist, ist der Grund warum er ganz oben bei den Buchmachern steht. Ich finde es auch nicht ok, ein Lied ins lächerliche zu ziehen, weil es vielleicht etwas altmodisch ist. Portugal kann sehr wohl gewinnen und hat beste Chancen

  42. lasse braun

    13.05.2017 | 00:37

    @realest uff!
    aber da kann schon mal durcheinander kommen.

  43. 4porcelli

    13.05.2017 | 03:05

    Ich finde die Angst vor Anglovision und Schwedifizierung völlig überzogen: Gerade dieser Jahrgang zeigt doch mit IT, PT und HU, dass Beiträge in der Landessprache gut ankommen; das wichtige ist wie bei allen Songs, dass sie rund sind und connecten. Ein „Molitva“ gewinnt; eine blondierte Serbin die in Leder-Strapsen aggressiven Turbo-Folk schreit, käme hingegen sicher weniger gut an. Dasselbe gilt für Songs, die zwar in der Landessprache aber völlig generisch sind; hier trägt die Sprache nicht wirklich was zum Lied bei (austauschbare Balladenfrauen).
    Englisch und erfolgreich heisst nicht schwedisch; B und NL zeigen in den letzten Jahren immer wieder, wie das klappt. Und die eingekauften Schweden-Songs sind i.a. nur dann erfolgreich, wenn das Gesamtpaket stimmt. AZE – mit griechischen Choreographen – hatte sich in seiner Hoch-Zeit (wie Zypern dieses Jahr oder immer wieder Israel) Gedanken über die Präsentation gemacht, damit der Song dadurch einen stärkeren Eindruck hinterläßt statt durch Effekthascherei zur Zirkusnummer zu werden (Russland).

  44. 4porcelli

    13.05.2017 | 03:10

    PS und die Präsentation kann auch ganz simpel sein und funktionieren – siehe unkonventionell sexy junge Frau tanzt alleine im kleinen Schwarzen und man sieht, daß es ihr Spaß macht.

  45. Mariposa

    13.05.2017 | 15:03

    @ 4porcelli

    Noch kommen sie ja „nur“ bei den Fans und den Buchmachern an. Wenn es sich wirklich bewahrheiten sollte, dann wäre das Ziel erreicht. Aber eben erst dann !!!!

  46. Mariposa

    13.05.2017 | 15:12

    @ Deutscheland

    Ich bin gar nicht unbedingt dafür, wieder die Pflicht zur Landessprache einzuführen. Aber es wäre halt nur sehr erfreulich, wenn es für viele Länder selbstverständlich wäre, sich nicht in Englisch zu präsentieren. Solche Songs wie die von Dir erwähnten (die ich beide sehr mag) wird es ja genauso nach wie vor geben.

  47. Mariposa

    13.05.2017 | 15:15

    Sorry, ich meinte mit meinem letzten Eintrag eigentlich @Realest

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