ESC 2017: Keine Tickets für Fanclubs, keine Fan-Akkreditierungen!

ESC Logo 2017 quer

Das Chaos in Kiew zieht Kreise. Nach dem Rücktritt des ESC-Organisationsteams in der Ukraine informierten die deutschen Fanclubs nun ihre Mitglieder, dass es keine speziellen Fantickets und auch keine F2-Fan-Akkreditierungen mehr geben wird. Jeder Fan muss seine Tickets im regulären Verkauf erwerben statt sie über die OGAE Fanclubs beziehen zu können.

Das ist zumindest der aktuelle Stand, den Klaus Woryna, Präsident von OGAE Germany und im Vorstand der OGAE International, einen Tag vor dem offiziellen (verspäteten) Verkaufsstart der ESC Tickets mitteilte.

„Seit etlichen Monaten verhandelte OGAE International, die Dachorganisation der europäischen Fanclubs, mit den ‚Verantwortlichen‘ in Kiew. Freundliche Zusagen, wohlwollende Prüfungen, Versprechungen waren an der Tagesordnung. Vor ca. 2 Wochen kam dann plötzlich die Nachricht, dass es 2017 keine Fanticket-Pakete geben werden, als Begründung nannte man Systemschwierigkeiten oder strenge Antikorruptionsgesetze, die Rabatte bei Ticketpaketen unmöglich machen würden“, schrieb Woryna in einer Eil-Mail an die Fans, die bereits ihre Ticketbestellungen über den Club abgegeben hatten.

Simon Bennett, Vorsitzender der OGAE International, sei daraufhin nach Kiew geflogen und habe dort mit den (aktuell zuständigen) Verantwortlichen verhandelt und einen Vorverkauf für Fans und spezielle Fanbereiche erreicht. Über allem schwebte noch ein wettbewerbsrechtliches Verfahren in der Ukraine, da verschiedene Ticketagenturen gegeneinander klagen.

Laut Michael Sonneck, Präsident des anderen deutschen ESC-Fanclubs ECG, habe man einen dreitägigen Vorlauf vor dem Start des allgemeinen Ticketverkaufs zugesichert bekommen. Aus diesem Grund hatten die beiden deutschen Fanclubs (wie auch alle anderen internationalen Fanclubs) ihre Ticketwünsche am vergangenen Samstag gesammelt und heute durch Simon Bennett nach Kiew übermittelt. „Nun bekam er heute Nachmittag die Nachricht, dass alle Absprachen, die vorher getroffen worden waren, hinfällig seien und man dem OGAE überhaupt keine Tickets anbieten werde. Die EBU bedauert das, aber man hat dort wohl offensichtlich größere Probleme als die der Fans“, so Sonneck.

Grund für den Schlag ins Gesicht der ESC-Fans ist wohl der Rückzug der verantwortlichen Organisatoren. Das heißt: Nur 24 Stunden vor dem ohnehin überstürzt bekannt gegebenen verspäteten Start des ESC Ticketverkaufs ist klar:

Jeder Fan muss über die Website www.concert.ua/en seine Tickets beziehen. Die Fanclubs werden in diesem Jahr – nach aktuellen Stand, der sich bei dem derzeitigen Durcheinander in Kiew jederzeit ändern kann – nicht beteiligt.

Nach den bisherigen Angaben sollen die besten Stehplätze vor der Bühne im sogenannten „Golden Circle“ liegen. Die russische Website ESCKaz hat einen vorläufigen Sitzplan der Halle veröffentlicht, der aber nicht endgültig ist, aber eine erste Orientierung erlaubt.

ESC KIew Hallenplan Damit jedoch nicht genug: Laut den Informationen von OGAE Germany sollen Nicht-Akkreditierte keinen Einlass in den Euroclub erhalten, der offenbar kleiner als in den letzten Jahren üblich ausfallen soll. Dort soll außerdem auch ESC-ferne Musik gespielt werden! Das erinnert an den ersten ESC in Kiew in 2005. Damals anwesende ESC Fans berichten, dass es auch in 2005 paradoxerweise wenig ESC-Musik im Euroclub gegeben habe. Teile des Gebäudes seien zudem als Casino in Betrieb gewesen und anscheinend schlecht-informierte (weibliche) Prostituierte hätten im Euroclub (vergebens) auf Kundschaft gewartet.

Ein Euroclub ohne ESC-Musik in 2005 war außerdem etwas ganz anderes als ein Euroclub in 2005. Die eigentliche Euroclub-Blüte startete erst zwei Jahre später in Helsinki und seitdem wird das Phänomen von Jahr zu Jahr gigantischer und gipfelte 2016 in Stockholm darin, dass sich Euroclub und Euro Fan Café eine Location teilten.

Die internatinalen ESC DJs der Fanszene werden wohl nur im Euro Fan Café auflegen können. Doch ob dies überhaupt zustande kommt, ist derzeit ebenfalls völlig offen. OGAE International will sich darum kümmern, es fehlt aber momentan an Infrastruktur und Unterstützung der Veranstalter.

Dies ist der aktuelle Stand. Womöglich ist kurzfristig wieder alles ganz anders, aber dann sind zumindest die Finaltickets längst ausverkauft. In der Regel passiert das innerhalb von einer Stunde. Offenbar werden nun alle Tickets auf einmal in den Verkauf gegeben, in den vergangenen Jahren hatte es Tranchen gegeben. Es kann durchaus sein, dass die Binnennachfrage nach ESC Tickets überschaubar ist. Für den ukranischen Vorentscheid in gut einer Woche sind noch reichlich Tickets im Verkauf.

Es fällt unter diesen Umständen schwer, sich als ESC-Fan in Kiew wirklich willkommen zu fühlen. Wir haben die EBU um eine Stellungnahme gebeten und werden Euch weiter auf dem Laufenden halten.

ESC-News

27 Kommentare Kommentar schreiben

  1. miramax09

    13.02.2017 | 20:45

    Autsch…

  2. Jorge

    13.02.2017 | 21:02

    Bin gespannt, wieviele Russenfans in der Halle sein werden. Wohl weniger Spanier, weniger Skandinavier ..

  3. melodifestivalenfan

    13.02.2017 | 21:10

    Da wird es noch einige Überraschungen geben. Auweia, das wird einen Aufschrei geben in der weltweiten Fanszene.

  4. Bernd

    13.02.2017 | 21:18

    So ein Mist hab ich noch nie gehört, ESC-ferne Musik im Euro Club? Mir kommt es eher so vor wie wenn die Ukrainer diesen ESC komplett an die Wand fahren… das hört sich alles sehr bedenklich an, und die Producer haben das Handtuch geschmissen, na dann gut Nacht…

  5. biobanane

    13.02.2017 | 21:26

    @Jorge Immerhin muss man dann nicht mehr faken mit dem Applaus wie in Wien

  6. Jorge

    13.02.2017 | 21:29

    @biobanane: .. das sagst du .. aber ich stelle mir gerade die angespannte Atmo zwischen ukrainischen & russischen „Fans“ vor.

  7. Mitch

    13.02.2017 | 21:55

    Das wird wieder ein typischer Ostblock-ESC werden. Ohne Fans, ohne Humor, aber mit viel Propaganda für das eigene Land, das doch so großartig ist.

  8. Matty

    13.02.2017 | 22:22

    Das sind furchtbare Nachrichten!

  9. biobanane

    13.02.2017 | 22:26

    @Jorge Ist schwer zu sagen ob auch die ESC-Fans diesen nationalitischen Konflikt mitmachen. Man muss auch bedenken, dass auch in der Ukraine die Russischstämmigen eine bedeutende Minderheit sind und die Ukraine für die Russen als ihr Ursprungsgebiet gilt. Eigentlich also viel Zuneigung, wenn eben die Rechten auf beiden Seiten nicht wären.

  10. Meckie

    14.02.2017 | 07:59

    *lol*

    Na dann werden die Ukrainer beim ESC wohl „unter sich“ bleiben.

    Das wird alles noch sehr lustig werden… mal gucken ob sie es überhaupt gepeilt bekommen?

    Wer kauft sich denn jetzt Karten? Also ich hätte eh nie vor in die Ukraine zu reisen… aber noch weniger hätte ich Lust darauf mir im Internet auf gut Glück (teure) Karten zu bestellen und ich wüsste nicht, ob die Veranstaltung dann überhaupt in dieser Form da stattfindet.

  11. ESCFrank

    14.02.2017 | 09:04

    Kann ich nur zustimmen. Wer sich da jetzt womöglich total überteuerte Karten kauft, ist echt selber schuld. Würde mich auch nicht wundern, wenn ein Großteil der Tickets, die sonst an die einzelnen Fanclubs gegangen wären, bereits unter Hand in anderen Kanälen verschwunden sind.
    Wird man ja spätestens bei den Übertragungen sehen…wenn das Ding da überhaupt noch stattfindet.

  12. togravus

    14.02.2017 | 10:06

    Was für ein Durcheinander. Das ist sehr schade für die Hardcorefans von den OGAE-Clubs, und auch unfair, weil viele ja bereits Flüge und Hotelzimmer gebucht haben. Obwohl mir die Schlager-, Europop- und Schreiballadenseligkeit vieler OGAE-Fans machmal auf die Nerven geht, haben sie den ESC in den letzten Jahren doch immerhin ziemlich groß gemacht. Ich fühle mit ihnen.
    Falls Kiew den ESC überhaupt noch auf die Reihe bringt, ist meine schlimmste Befürchtung, dass wir eine Propagandaveranstaltung mit durchchoreografierter Publikumsreaktion sehen werden. Bei solch einer Veranstaltung würden die politisch unberechenbaren Hardcorefans nur stören …

  13. Geri

    14.02.2017 | 11:21

    Dorthin würde ich nicht mal gratis fahren!!
    Wien war übrigens perfekt

  14. Olli D.

    14.02.2017 | 11:26

    Die EBU sollte sich mal überlegen, ob sie künftig nur noch die Länder teilnehmen lässt, die bei einem eventuellen Sieg auch in der Lage sind, das Event in jederlei Hinsicht würdig auszutragen! Ist ja ne Schande, was die Ukraine da treibt!

  15. Meckie

    14.02.2017 | 11:33

    Ne es reicht auch, das wenn klar ist, das der Sieger Probleme mit der Ausrichtung im nächsten Jahr hat das Dingen einfach an den 2. platzierten geht…

  16. Candy

    14.02.2017 | 11:43

    Ich stimme euch zu, aber wie könnte man nachweisen, ob ein Land in der Lage ist, den ESC auszutragen? Man kann schlecht im Voraus wissen, ob ein Großteil des Managements kurzfristig zurücktritt.
    Prinzipiell ist eure Idee gut und nachvollziehbar, aber ich denke, dass sich die betroffenenen Länder unfair behandelt fühlen würden; und jegliche Art von Ausgrenzung ist beim ESC fehl am Platz.

  17. Bandido

    14.02.2017 | 11:58

    Mein Gott, die Welt wird nicht untergehen. Werde ich halt so eine nette Woche in Kiew verbringen, ohne in der Halle zu sein. Ein paar Fans wird man ja garantiert treffen.
    Ich würde es locker nehmen, dann ist halt dieses Jahr alles etwas improvisierter. Vielleicht auch gar nicht mal schlecht, nach den technisch perfekten aber den etwas unterkühlten Skandinavischen Jahrgängen. Ändern kann man eh nix mehr, in der kurzen Zeit kann jetzt auch kein anderes Land mehr was Anständiges auf die Beine stellen. Man muss es mal so sehen: in Italien läuft auch jedes Jahr das San Remo irgendwie über die Bühne, trotz Streiks, Skandale und dem legendären „Organisationstalent“ der RAI (das dem von NTU in nichts nachstteht)
    .
    Finde es auch gut, dass die EBU das jetzt auch so konsequent durchzieht – hab keine Lust auf ne eurovisionäre Zweiklassengesellschaft, in der nur Skandinavien, Benelux und die Big-5 den Wettbewerb austragen dürfen. Das wär auch total gegen den Spirit der Veranstaltung.

  18. cars10

    14.02.2017 | 12:37

    Meine einfache Regel, die ich gern in jedem Jahr befolge: Keine Diktaturen, nicht schon wieder Skandinavien, und schon hat man mehr Spaß beim ESC, ohne gleich mehr als € 2000 ausgeben zu müssen.

    Und da gebe ich meinem Vorredner Recht: Düsseldorf war ziemlich gut, Malmö ebenso (mein erster ESC in Skandinavien), Kopenhagen orga-seitig eine mittlere und sehr teure Katastrophe (mein zweiter ESC in Skandinavien), Wien close to perfection, und alles ab Stockholm schenke ich mir (weil ja wieder Skandinavien).

    Aber im nächsten Jahr geht’s ja momentan nach Italien. Mal sehen, welches Land da noch mitspielen darf.

  19. miramax09

    14.02.2017 | 12:50

    Weil es manche hier erwähnt haben, Wien war der bisher einzige ESC, den ich Live, also in der Halle, miterlebt habe und die Zeit werde ich nie mehr vergessen.

    Allerdings, PERFEKT war Wien auch nicht, vor allem, was den Umgang mit den (OGAE)Fans betrifft. Es waren so wenige Ticketkontingente verfügbar, dass fast alle in die Röhre schauen mussten. Ein paar Wochen vor dem Songcontest wurden dann plötzlich Restkarten en masse auf den Markt geschmissen.

    Es gab teilweise Publikum in der Halle mit Aufdrucken auf den T-Shirts „No Bridges without Tickets“…

  20. Matty

    14.02.2017 | 13:09

    @Meckie

    Wenn Kiew die Ausrichtung zurückgegeben hätte, dann würden wir uns in diesem Jahr wahrscheinlich in Sotschi am Schwarzen Meer zum ESC mit Sicherheit getroffen haben.

  21. Yannick Bork

    14.02.2017 | 16:05

    Wien war perfekt:)

  22. roxy

    14.02.2017 | 20:02

    Es gibt viel mehr Fans, die nicht in Fanclubs organisiert sind. Warum sollen die nicht die gleichen Chancen bekommen? Bei den hohen Ticketpreisen ist sowieso davon auszugehen, dass die nur von Hardcorefans gekauft werden.

  23. beluga

    14.02.2017 | 20:07

    Was Organisation und Gastfreundschaft betrifft war Wien top. Kopenhagen war eine Frechheit. Stockholm und Malmö ganz gut.

  24. Micha

    14.02.2017 | 20:33

    Lt. OGAE Germany soll es nun doch Fan Ticketes geben.
    http://www.ogae.de/forum/newsforum.php?news=8485

  25. Matty

    14.02.2017 | 21:53

    @beluga

    Dann warst Du in den falschen Restaurants!

  26. Thom

    15.02.2017 | 14:43

    Wien

    …war echt super!

  27. Gisa Klockemann

    16.02.2017 | 02:17

    ESC und das Hundemassaker

    Bitte bloggen Sie auch mal darüber: Seit Januar betreibt Kiew unter Vorwand des ESC ein reines Hundemassaker: Vergiften, quälen, verbrennen, totschlagen, lebendig begraben etc.. Und Herr Klitschko als Bürgermeister hat dazu aufgerufen, es ist dort keine Straftat. Bitte schauen Sie sich die Bilder an. Der ESC wird gefeiert, das Tier-Massaker wird totgeschwiegen. Vor den Augen von Kindern liegen tote Hunde auf der Straße: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=1279573155445735&set=a.291952927541101.66808.100001791890159&type=3&theater

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