ESC 2017: Meet & Greet mit O.Torvald, Francesco, Manel, Lucie und Alma

Zum Nachmittag endlich wal wieder so richtig Spannung: Der Gastgeber und die Big 5 stehen zum ersten Mal auf der Bühne, allerdings wie üblich natürlich für uns nur auf dem Bildschirm zu sehen. Und auch heute wird es on stage tierisch zugehen – es ist Gabbani time! Wir verfolgen natürlich auch die Meet and Greets mit den neuen Acts.

Update: Nun auch mit Bildern von Lucie und dem Text zu Alma.

O. Torvald werden als Erstes gefragt, wie die Probe lief, wie die Bühne war usw. Sie wollen tatsächlich ein paar Dinge ändern (sagen aber nicht genau, was), und loben die technische Crew für ihr professionelles Arbeiten.

Der riesenhafte Kopf, der während des Auftritts zu sehen ist, symbolisiert den Umstand, dass die größten Probleme der Menschheit im Kopf ihren Ursprung haben, und man besser mit dem Herzen „denken“ sollte. Der Kopf solle immer klar bleiben. Das ist die Hauptbotschaft des Songs.


Sie versuchen trotz der düsteren Botschaft jede Phase ihrer Bandgeschichte zu einer glücklichen, guten, erinnerungswürdigen Zeit zu machen. Sie hängen also nicht unbedingt nostalgisch ihren wilden Anfangsjahren nach. Sich die Eurovision direkt als Tattoo stechen zu lassen als Erinnerung, das will der Leadsänger jetzt zwar nicht, aber vielleicht bastelt er sich eine Kette mit einem ESC-Logo (komische Fragen stellen die Leute….)

O.Torvald haben eine Fanbase in Polen, touren dort hin und wieder. Und Zhenja, der Sänger, wünscht sich mehr Aufmerksamkeit von weiblichen Groupies. Hört, hört….! Kann mir kaum vorstellen, dass er zuwenig Fans hat.


Alistair Birch aus Australien hat mal wieder recherchiert und fragt nach dem Videoclip zum Song „Mr DJ“, mit dem es Probleme zu geben scheint… was es damit auf sich habe? In dem Video ging es um die Vergangenheit der Band – sie fühlen sich immer nostalgisch und glücklich, wenn sie das Video sehen. Welche Probleme es damit gab, wird nicht erläutert. Bisschen lost in translation heute wieder hier, ähnlich wie neulich bei Moldawien! Obwohl sich das übersetzende Mädel redlich Mühe gibt….

Als länger existierende Band nehmen sie Kritik an ihrere ESC-Teilnahme von Musikerkollegen nicht wirklich ernst und lassen sie einfach abperlen. Genau darum geht es ja auch im Song wie gesagt, der ganze belastende Müll findet im Kopf statt. Einfach ignorieren, lautet die Devise. Sie fühlen sich hier im ESC-Zirkus gerade jetzt wohl und an der richtigen Stelle. Sie sagen, dass sie häufig vor Zehntausenden Leuten live spielen, und immer was zu sagen haben. Von daher sei es gar nicht so abwegig, hier guten Gewissens teilzunehmen.

Lordi erwähnen sie, den georgischen Beitrag vom letzten Jahr, und Jamala, das sind ihre Favoriten beim ESC. Zumindest die von Zhenja, die anderen haben eigentlich nichts gesagt die ganze Zeit…..

Ihr größtes Ziel ist es, zu zeigen, dass sie als Vertreter der Ukraine, zumal aus einer Kleinstadt, es schaffen, ihre Ziele zu verwirklichen. Und das wünschen sie zum Abschluss auch den Journalisten – dass jeder hier im Raum seine Ziele erreichen kann.

 

Nun warten wir auf Francesco Gabbani. Es werden bereits Gorillamasken angezogen, das Publikum ist vorbereitet. Denke, es wird gleich ganz schön laut und lustig werden hier!


Die Italiener sind erst gestern gekommen, konnten also noch nichts sehen oder essen – das ist ja IMMER die Einstiegsfrage hier. Er isst am liebsten Tagliatelle ai funghi

Die Favoritenrolle ist ihm bewusst aber er lässt das nicht so sehr an sich ran. Den Erfolg des Songs in dieser Form hat er natürlich nicht erwartet. Er schrieb ihn einfach, um die Oberflächlichkeit vieler Leute im Westen im Umgang mit fernöstlichen spirituellen Dingen zu zeigen. Ein bekannter Choreograph steckt übrigens unter der Gorillamaske (Name ist mir entfallen) – es ist nicht Adriano Celentano. Diese Frage stellte ein Kollege vom ukrainischen Fernsehen übrigens…


Clever war seine Antwort auf die Frage nach dem Text, an wen er gerichtet sei. „Nun ja, es gibt Leute, die den Text verstehen, und welche, die gemeint sind mit dem Text….“ Er erklärt auch die Funktion des Gorillas – was allerdings gar nicht die Frage beantwortete, die gestellt war: „Wo ist der Gorilla Man?“ Schwierig heute mit den Übersetzungen.


Italien unterstützt den diesjährigen Beitrag aus vollstem Herzen, und er hofft, dass diese Unterstützung auch auf Europa übergreifen wird. Passend dazu wird es nächste Woche auch das neue Album „Magellano“ rauskommen (angeblich im Ausland, in Italien ist es schon raus und auf 1). Und um den Erfolg noch zu steigern, zeigt er uns auch live die Choreographie mit dem gelüpften Knie. Großer Applaus! Streng genommen, verwechselt er sogar rechts und links…. aber das ist wohl letztlich auch egal…!


Die Sprache ist noch ein Thema – er wollte bewusst das Italienische stehenlassen und damit diese Sprache weiter verbreiten. Im Video ist der englische Text untertitelt.

 

Manel ist da, der Saal ist wesentlich übersichtlicher besetzt. Und wir haben eine neue Delegationsführung – ein Duo (gab es das schon mal?)!

Manel ist total beeindruckt von der großen Bühne, der Sound war gut, und Änderungen wollen sie noch einige machen. Anderes Licht, mehr Close-ups. Sie experimentieren noch etwas mit der Videowall, sagen sie, sind aber weitgehend zufrieden.


Ed Sheeran ist sein großes Idol, er sagt sogar, wegen ihm habe er das Gitarrespielen und Singen begonnen – das kann ja solange nicht her sein…. Neben dem Singen surft er auch gern, das sieht man auch auf der Bühne. England nennt er, und natürlich Spanien. Das ist Manels Surferparadies.

Er hat sich im Vorfeld von Kiew ein Tattoo stehen lassen – „muzika“, also Musik auf Ukrainisch. Die ukrainische Presse ist sichtlich beeindruckt. Er findet es etwas unfair, dass die Big5 nur einmal live auftreten, um sich vorzustellen, aber das sind eben die Regeln.

Eine ukrainische Kollegin will auch noch wissen, ob er schon Engagements in der Ukraine nach dem ESC habe (wieder mal so eine merkwürdige Frage) – naja, schön wäre das natürlich, sagt er… Er war aber immerhin zur Promo-Tour schon mal hier in Kiew, zwischen all den anderen Promo-Konzerten in Amsterdam, London, Tel Aviv. Das ist doch schon mal ein Anfang! Vielleicht schreibt er mal einen Song über Kiew, sagt er.


Die weibliche Hälfte der Delegationsleitung ist auch happy und wiederholt letztlich die Änderungen, die sie noch vornehmen wollen zur zweiten Probe. Nix Neues hier.

Sergio Dalma, Barei, Common Linnets und Mans Zelmerlöw, sowie Loreen sind seine ESC-Heroes. Er schaut den Contest seit vielen Jahren, würde sich aber nicht als EuroFan bezeichnen – zumindest nicht bis vor kurzem. Jetzt ist er voll dabei. „I consider myself a EuroFan now….!“

Zum Schluss singt er noch ein Medley der Beiträge des UK und Schweden!

 

An dieser Stelle übernimmt nun Blogger-Kollege Tjabe für die Meet & Greets von Großbritannien und Frankreich.

Lucie Jones betritt mit einem sehr gewinnenden Lächeln die Bühne des Presseraums, wo das britische Meet & Greet abgehalten wird. Sie ist mit ihrer Probe sehr zufrieden. Ganz besonders der Spiegel-Shot lag den Briten am Herz und sie haben extra eine ukrainische Firma konsultiert, um diese Idee zu verwirklichen. Die Szene reflektiert Passagen des Liedes.

Von Kiew hat sie noch nicht so viel gesehen, aber sie äußert sich sehr positiv über die Freundlichkeit der Ukrainer. Zudem möchte sie unbedingt die schönen Kirchen der Stadt ansehen.

Sie wird vom ukrainischen Rundfunk über ihr Privatleben gefragt und da kann sie mitteilen, dass sie ihren Mann, den sie über X-Factor kennengelernt hat, dieses Jahr heiraten durfte.


Die Eurovision hat Lucie Jones schon als Kind verfolgt und später die passenden Parties dazu besucht. Für sie ist es das Größte bisher. Der Ausspruch „Are You Kidding?“ macht das deutlich, als sie einen Vergleich zur Arbeit am Westend ziehen soll.


Ihre Musicalarbeit hat sie bei der Vorbereitung schon unterstützt, jedoch ist eine Fernsehshow ganz was anderes als in London ins „Les Misérables“ auf der Bühne zu stehen. In diesem Musical hat sie auch mit Frances Ruffelle (UK 1994) und Michael Ball (UK 1992) gemeinsam gesungen, jedoch seit der Auswahl zur britischen Teilnehmerin konnte sie noch nicht mit ihnen wieder reden, aber sie wüsste sowieso, dass deren Ratschlag für die Eurovision nur wäre, es zu genießen.

Auch gab es keine direkte Zusammenarbeit mit Emmelie de Forest, der Komponistin von „Never Give Up On You“. Sie hat sich den Titel bei dem Casting für die nationale Auswahl gleich in diesen Song verliebt und durfte ihn dann bei der Vorentscheidung singen. Sie steht voll und ganz hier diesem Beitrag und hofft, dadurch die Seriösität des Eurovision Song Contest zurück nach Großbritannien bringen zu können.

 

Der Abschluss des gestrigen Abends bildete das Meet & Greet mit Alma aus Frankreich. Eine wunderhübsche Frau betrat den Raum. Sie zeigte sich sehr zufrieden mit der Probe, es würde aber noch ein paar Änderungen geben. Auf Rückfrage des Prinz-Blogs, dass Alma doch etwas „lost“ sei in dem großartigen Bühnenbild, bekannte der Delegationsleiter, dass einige Kameraeinstellungen noch überarbeitet würden. Insbesondere sollte es noch mehr Close-ups geben. Ein anderes Kleid käme jedoch nicht in Frage.


Alma sei zum zweiten Mal in der Ukraine, aber dieses Mal hätte sie noch nicht so viel gesehen und würde sich daher über den freien Tag am Samstag freuen.

Die Eurovision bedeutet der Künstlerin sehr viel. Bisher stand sie immer nur in kleinen Clubs vor einer überschaubaren Zuschauermenge und nun bietet der Song Contest ein Millionenpublikum, was sie auch ein wenig ängstlich macht.

Die Promo-Tour in den Wochen vor Kiew fand sie sehr beeindruckend. Sie hätte zwar schon in vielen Ländern gelebt, aber der Grand Prix würde sie sehr viel weiterbringen und ihr ständen auch andere Musikmärkte ausserhalb Frankreichs offen.

Die Meinung zum Eurovision Song Contest hätte sich durch den Erfolg von Amir im letzten Jahr verändert. Zunächst wollte man Amir nicht haben und anschließend waren alle pro Amir. Alma empfinde den Erfolgsdruck, der durch Amirs 6. Platz auf sie lastet als sehr positiv. Dieses könnte sie gut in Energie für ihre Teilnahme in Kiew umsetzen. Sie hätte auch mit Amir im Vorfeld gesprochen.

Kontakt hat sie auch zu Mans Zelmerlöw. Mit ihm ist sie schon aufgetreten und gleich nach ihrer Probe wurden Messages zwischen ihnen ausgetauscht.

Angesprochen auf die französische Musikszene nannte sie als ersten Namen Michel Berger, den verstorbenen Mann von France Gall. Sie würden ihn sehr bewundern.

Mit einer kurzen A-Capella-Version von „Requiem“ wurde ein langer Probentag abgeschlossen und wir kennen nun alle Auftritte des 62. Eurovision Song Contest. Hier und hier geht es nochmals zu den Proben der fünf Nationen.

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6 Kommentare Kommentar schreiben

  1. Inger Johanne

    05.05.2017 | 17:24

    Hihi … „Nun ja, es gibt Leute, die den Text verstehen, und welche, die gemeint sind mit dem Text….“

  2. Lady Madonna

    05.05.2017 | 17:40

    „Die Sprache ist noch ein Thema – er wollte bewusst das Italienische lassen und damit weiter verbreiten.“ Ich bin bisher kein Fan des diesjährigen italienischen Beitrags, aber mit dieser Aussage hat Francesco Gabbani bei mir echt einen Stein im Brett. Ich hatte ja befürchtet, dass die Italiener – wie in den letzten Jahren – ihren Songtext wieder teilweise ins Englische setzen. Super, dass sie dies scheinbar dieses Jahr nicht machen! Daran sollte sich Frankreich dringend ein Beispiel nehmen. Ich kann mir „Requiem“ mit dem englischen Refrain nicht anhören, was aber zum Teil auch an Almas schlechter Englischaussprache liegt…

  3. Puffalump

    05.05.2017 | 22:21

    „Magellano“ von Francesco Gabbani ist bereits erschienen (VÖ: 28.4.)!
    Das Album hatte ich letzte Woche bei amazon.it bestellt, und gestern vom DHL-Zusteller in empfang genommen.

  4. Puffalump

    05.05.2017 | 22:28

    Nachtrag: ich sehe gerade, daß „Magellano“ in den italienischen Albumcharts auf Platz 1 eingestiegen ist. Und „Occidentali’s Karma“ hält sich in der 12. Woche immer noch auf Platz 6.

  5. DerJoe

    05.05.2017 | 22:56

    @Puffalump: Ordentlich anhören! Am Sonntag zur zweiten Probe Italien hätte ich gerne eine Rezension ;-)
     
    „Sie steht voll und ganz hier diesem Beitrag und hofft dadurch die Seriösität des Eurovision Song Contest zurück nach Großbritannien bringen zu können.“ Hehe, dumm dass Seriösität in UK offensichtlich nicht sehr angesehen ist in letzter Zeit…

  6. Tamara

    06.05.2017 | 00:30

    Seine lustigste Antwort haben sie leider nicht übersetzt. Er wurde gefragt, ob er was an der Sache ändern will, seine Antwort: „Vielleicht den Sänger austauschen?“ Sagte dann aber ernsthaft, dass er nichts ändern will.

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