Portugal

ESC 2017: Siegerpressekonferenz mit Salvador und Luísa Sobral nach dem Finale

Die Wettbüros hatten also Recht, Portugal gewinnt mit „Amar Pelos Dois“ den Eurovision Song Contest 2017. Hier ist unsere Zusammenfassung der Siegerpressekonferenz mit Salvador Sobral und seiner Schwester Luísa.

Zunächst dauerte es einige Zeit, bis die Pressekonferenz überhaupt starten konnte. Die portugiesischen Fans sind einfach zu glücklich und stehen und singen und lassen niemanden zu Wort kommen.

Salvador sagt, er habe das Votingprozedere nicht verstanden, man müsse wohl Mathematiker sein dafür, aber irgendjemand aus dem Team habe ihm dann gesagt, dass er gewonnen habe.

Als nächstes geht er auf Tour in Portugal und will sein Leben einfach unverändert weiterleben. Heute gewinnt man, morgen ist man wieder vergessen. So ist das einfach, er will in Ruhe an seinem zweiten Album arbeiten und einfach weitermachen wie bisher. Eine Europatour kann er sich aber schon vorstellen.

Salvador sagt auf eine Frage, er schreibe keine Lieder, damit sie im Radio gespielt werden. Dafür bekommt er Applaus. Auch um sein erstes Album habe sich keiner geschert.

Er wird auch nochmal auf sein Flüchtlingsstatement aus der letzten Konferenz angesprochen. Er habe über Flüchtlinge gesprochen, weil das im Moment Europas größtes Problem ist. Mehr möchte er dazu jetzt eigentlich nicht mehr sagen. Nach der Pressekonferenz sei ihm aber von der EBU verboten worden, das Sweatshirt im Rahmen des ESC weiterhin zu tragen, weil es eine politische Message sei. Er fragt, ob dann nicht auch ein Shirt mit Adidas-Schriftzug eine kommerzielle Botschaft sei und verboten werden müsse und bekommt dafür Applaus im Pressezentrum.

Salvador würde sich freuen, wenn er mit seiner Musik dazu beitragen kann, die Musikindustrie zu verändern, so dass Musik weniger ein Produkt und mehr Kunst sein kann.

Er ist allen sehr dankbar, die den Song unterstützt haben. Er hat viele Nachrichten aus allen Teilen der Welt bekommen und freut sich darüber sehr.

Salvador findet nicht, dass man ihn als Helden bezeichnen sollte, denn der eigenliche Held sei doch Ronaldo – Gelächter. Salvador würde gern eher ein friedliches Leben weiterleben.

Er glaubt, dass das Motto „Celebrate Diversity“ gut dadurch repräsentiert wird, dass sein Song gewonnen hat und er würde sich freuen, wenn zukünftig mehr unterschiedliche Musikrichtungen zu hören wären.

Salvador hat nie überlegt, in Englisch zu singen, weil ihm immer egal war, wie viele Stimmen er bekommt und deswegen wollte er den Song einfach so lassen, wie er ist.

Er sagt, dass Luisa die beste Komponistin im Land sei und von Anfang an stand fest, dass er von Anfang an als Interpret festgestanden habe und Luisa dann erst im zweiten Schritt den Song für ihn geschrieben habe.

Luisa glaubt, dass es vor allem die Einfachheit des Songs war, die die Leute zum Anrufen bekommen haben. Aber natürlich sei auch Salvadors Interpretation ausschlaggebend gewesen. Sie habe zwischendurch gedacht, dass sie ihn auch „Happy Birthday“ hätte singen lassen können und er damit gewonnen hätte. Man konnte einfach jedes Wort in seinen Augen fühlen.

Luisa hat in ihrem Song keine geschlechtsspezifischen Endungen verwendet. Sie sagt, dass das keine politische Message sei, sondern dass es einfach passiert sei. Vermutlich, weil der Song dann sowohl für sie als auch für Salvador passend sei.

Schließlich kommt auch noch Jon Ola Sand zur Pressekonferenz und übergibt Portugal ein Starterpaket für den ESC 2018 in Portugal – und lässt den Namen der Gastgeberstadt bewusst noch offen. Mal sehen, wann es dazu die ersten Neuigkeiten gibt.

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23 Kommentare Kommentar schreiben

  1. kaspar

    14.05.2017 | 03:06

    Wenn man vom diesjährigen portugiesischen VE ausgeht, dürfte der ESC 2018 wohl bis 11 Uhr morgens gehen – aber es gäbe immerhin äußerst attraktive Moderatorinnen in schönen Kleidern.

  2. Mariposa

    14.05.2017 | 03:10

    Wir sehen uns im schönen Lissabon !!!!!

  3. mary

    14.05.2017 | 08:05

    Dieser Sieg ist einfach unglaublich! Ich hoffe, daß der ESC wieder an seine Wurzeln zurückkehrt: mehr Landessprachen, weniger Ablenkungsmanöver und anderer Brimborium auf der Bühne.
    Und vor allem freue ich mich für Portugal – nach über 50 Jahren beim ESC und niemals unter den 5 gewesen, ist das echt FABULOSO! Das ganze Land wird heute feiern wie erst vor 10 Monaten – PARABEMS À PORTUGAL!

  4. Torsten P.

    14.05.2017 | 08:40

    Ich freue mich so für Portugal und die Geschwister Sobral!

  5. Klaus

    14.05.2017 | 08:51

    Bin auch zufrieden mit Portugal
    Wenigstens mal kein Batlic oder Nortic Land
    Mit Österreich bin ich auch zufrieden

  6. Mariposa

    14.05.2017 | 09:16

    @ Klaus

    Hat mich gefreut, daß Österreich zumindest bei den Juries ankam. Zum Glück – 0 Punkte wären für den sympathischen Nathan absolut unverständlich gewesen.

  7. Klaus

    14.05.2017 | 09:20

    Ja gott sei dank hätte ich aber eher umgekehrt erwartet
    Wie gesagt bei zoe hat uns das Publikum geholfen und dieses Jahr die Jury

  8. Klaus

    14.05.2017 | 09:25

    FAZIT
    Nächstes Jahr brauchen wir Österreicher ein Lied mit mehr WUMS und einen sympathischen Sänger wie Nathan dann gewinnen wir den Schaß !!!

  9. Matty

    14.05.2017 | 09:28

    Herzlichen Glückwunsch an Portugal zum Sieg! Ich fand den Song zwar am Anfang ziemlich einschläfernd, aber mittlerweile habe ich mich mit ihm versöhnt und freue mich! Nach einem Jahr Pause den ESC zu gewinnen hat letztes Jahr die Ukraine geschafft, denn 2015 war sie in Wien nämlich nicht dabei gewesen. Der ESC wird nächstes Jahr mit Sicherheit in der MEO-Arena in Lissabon ausgetragen, es ist die größte Mehrzweckhalle Portugals. Vor 12 Jahren wurden darin die MTV Europe Music Awards vergeben.

  10. varad

    14.05.2017 | 09:39

    Ich finde es schön, dass Portugal für diesen mutigen, da auf viele vielleicht etwas altmodisch wirkenden Song belohnt wurde. Salvador hat es toll gemacht und für Portugal, ein Land welches sooft scheiterte ist es ein schöner Erfolg. Trotz allem sollte man auch Kristian Kostov loben, was er mit seinen 17 Jahren an einer Ausstrahlung und Präsenz gezeigt hat war unglaublich. Wenn Salvador nicht im Finale dabei gewesen wäre, hätte er wohl den Sieg für Bulgarien geholt. Dieser ESC hat vor allem eines gezeigt. Es braucht keine große Show um weit vorne zu landen. Weder Belgien noch Portugal oder Bulgarien haben extrem viel Show gezeigt. Es ist ja immer noch ein Musikkontest.

  11. Robby Schubert

    14.05.2017 | 10:43

    Jetzt ist es amtlich – die Mehrheit der ESC – Zuschauer hat wohl zu viel gekifft. Wie kann man sonst dieses weinerliche Gejammer aus Portugal derartig gut finden??? Mal ehrlich – es waren doch sehr gute Songs dabei, die z.B. mit 2 oder 3 (!) Stimmlagen in einem Lied gemacht waren (Kroatien, Belgien),mit einer schönen Melodie + Super Gesang +Tanz (Schweden, Zypern !) . Sowas z. B. nenne ich musikalisch – künstlerische Qualität. Nicht sowas wo von Anfang bis Ende fast monoton „durchgejammert“ wird. Wenn man das 2 mal nacheinander anhört, muss man sich anschließend auf Depris behandeln lassen.
    Neuerdings muss man wohl wieder so richtig schlecht sein um zu gewinnen…… nehmt mir’s nicht übel, aber das musste mal raus.
    Meine Meinung: Deutschland zahle nicht mehr ein, nimm nicht mehr teil, lass die Ex – Jugo und Ex – Sowjetstaaten sich weiter die Punkte gegenseitig zuschieben, aber ohne unser Geld!
    Noch was: Liebe EU – Nachbarn – kein einziger Punkt von Euch an uns – schämt euch was !!!

  12. Andreas NRW

    14.05.2017 | 11:20

    Die Sache ist einfach dass es in den letzten Jahren dazu gekommen ist: Hauptsache, man ist anders! Dann gewinnt man, und wie schön es dann doch die eigene Schwester kommentiert hat: „Sie habe zwischendurch gedacht, dass sie ihn auch „Happy Birthday“ hätte singen lassen können und er damit gewonnen hätte.“

    So war es in den letzten Jahren, entweder anders weil als Frau mit Bart verkleideter Schwuler (Österreich 2014), bester Song wurde an dem Abend leider nur zweiter (Niederlande Common Linnets). 2016 hätte Australien oder Russland gewinnen müssen, aber hier setzte sich das politisch angehauchte Lied durch. Lied ansicht hat danach auch niemanden mehr interessiert. Und dieses Jahr reicht es mit spastischen Bewegungen und einem Lied das einfach nur komplett anders klingt zu gewinnen. Ich will ja nicht abstreiten dass das Lied auch einige schön finden, aber ich hätte da viel eher mit einem Sieg Bulgariens leben können oder, der für mich der Beste Song des ganzen Contest und auch einer der besten der letzten Jahre, Belgien mit City Lights. DAS geht einem nah und ist eine super Komposition! Ja sogar Italien hätte ich mir am Ende lieber gewünscht als Portugal obwohl ich mit dem italienischen Lied nie viel anfangen konnte. Und dann ist der Sänger von Portugal auch noch total unsympatisch, selbstverliebt und eingebildet, was man an vielen seiner (sollten wohl lustig sein?) Reaktionen sehen konnte wenn er eingeblendet wurde bei den Punktevergaben oder bei Schnelldurchläufen, und dann noch seine Bemerkung dass ja nun „echte“ Musik gewonnen hat und keine Plastikliedchen, genauen Wortlaut weiss ich gerade nicht mehr. Finde ich auch nicht gut gegenüber den anderen Liedern und Teilnehmern dieses und der letzten Jahre diese so zu Bezeichnen. Komisch das auf sowas so viele Jurymitgleider und Zuschauer anspringen. Ich kann die Veranstaltung jedenfalls nicht mehr ernst nehmen und nun ist es mir auch wirklich egal wer nächstes Jahr gewinnt, mitfiebern werde ich da nicht mehr. Dann doch lieber die 1-2 Songs pro Jahr finden die einem persönlich gefallen und sich um die Abstimmung am Ende gar nicht mehr kümmern, einfach nur lächerlich.

  13. varad

    14.05.2017 | 11:39

    @AndreasNRW Er hat sich nicht klug ausgedrückt und jedes Lied hat er mit Sicherheit nicht gemeint. Gerade von City Light haben er und Luisa ein tolles Akkustik Cover gemacht und auch vom viel zu wenig geschätzten finnischen Song https://www.youtube.com/watch?v=DX7bBKT5l7I

  14. Mariposa

    14.05.2017 | 14:09

    PORTUGAAAAAAAL

  15. Trust

    14.05.2017 | 14:21

    Leute, beruhigt euch mal. Passend zum Motto „Celebrating DIVERSITY“ hat ein etwas anderes Lied gewonnen. Ich persönlich bin darüber froh, denn die Lieder werden immer mehr zum Einheitsbrei. Durch solche mutigen Songs werden auch andere Länder animiert, mehr zu wagen. Ich wünsche mir von Deutschland so sehr, dass wir endlich mal mehr Mut zeigen. Vielleicht mit einem Rock-Pop? Schlimmer kann es ja nicht mehr werden

  16. Cali

    14.05.2017 | 14:38

    Urimë an Portugal, die mal nachgefühlten Jahrhunderten mal wirklich etwas gerissen haben beim ESC. Ich freue mich auf einen ESC in Portugal (auch wenn ich mir nach wie vor vorstelle, dass der ESC in einer Ruine ohne Dach und Fenstern direkt an der Küste in der Abendsonne stattfindet, ich mag diesen Gedanken total xD), allerdings enttäuscht mich (das ist noch höflich formuliert) der Siegersong doch sehr. Nach zwei Jahren sollte so langsam wieder etwas Peppigeres gewinnen. Hey Mamma!

  17. Anmey

    14.05.2017 | 14:54

    Ich freue mich für Portugal und ich freue mich für Salvador und Luisa, obwohl ich das Lied überhaupt nicht mag. Und das erste mal seit dann zwölf Jahren mal wieder ein ESC in Südeuropa, Portugal wird garantiert eine großartige Atmosphäre liefern!

  18. Jorge

    14.05.2017 | 16:10

    Etwas vorgespielt halte ich seine Ahnungslosigkeit bezüglich der Siegesbekanntgabe schon deshalb, weil das portugiesische FdC-Voting ja keine Ausgeburt der Einfachheit ist, er also mit Punktearithmetik vertraut sein dürfte.

  19. Hinz und Kunz

    14.05.2017 | 17:20

    Auch wenn ein Körnchen Wahrheit drin steckt und er Umstände anspricht, die ich selbst beim ESC oft genug kritisiere – das Schulmeistern der Konkurrenz hätte er sich verkneifen sollen. Das steht einem Gewinner überhaupt nicht.

  20. Frau Nachbar

    14.05.2017 | 17:27

    Tja, wieder hat ein intelligenter Sänger gewonnen, marketingstrategisch alles richtig gemacht. ;) Da hat das Psychologiestudium ja was gebracht.
    Salvador mag ein guter Sänger sein, das übertriebene ‚I don’t give a shit if I get any votes‘-Getue brauche ich aber nicht unbedingt. Er hätte sich ja auch einfach nur hinstellen und singen können, wär sicher auch gut angekommen, vielleicht wär’s dann nicht der erste Platz geworden, aber, wäre ihm ja egal gewesen, oder?
    Ich finde das Lied ja ganz okay und freue mich auch für Portugal, weil’s der erste Sieg ist. Arroganz (gegenüber wem auch immer) mag ich aber gar nicht.
    Ein Grund mehr, weshalb ich viel lieber Francesco auf den Thron gesehen hätte.

  21. Frau Nachbar

    14.05.2017 | 17:29

    auf dem Thron! :)

  22. Little Imp

    14.05.2017 | 19:02

    @ AndreasNRW

    „Ich kann die Veranstaltung jedenfalls nicht mehr ernst nehmen“, hätten bestimmt auch viele nach dem Sieg Russlands im letzten Jahr gesagt: „Da gewinnt Optik über musikalischer Originalität.“ Man wird es nie allen Recht machen können. Irgendwer meckert immer. Freuen wir uns doch lieber, dass Portugal mit seinem Beitrag Europa verzaubern konnte. Egal, was wir persönlich darüber denken.

  23. Cali

    14.05.2017 | 22:08

    @Frau Nachbar
    Das mit dem Psychologiestudium wusste ich gar nicht und bestärkt mich der Annahme, dass das alles oder zumindest große Teile eine einzige Farce seien. Schade, dass Europa darauf reinfiel.

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