
In mehr als 30 nationalen Vorentscheidungen findet sich neben allerhand Songschrott auch so manche Perle (im Bild: Miriam Cani & Alban Skenderaj). Die PRINZ-Blogger haben sie aufgestöbert und präsentieren ihre gescheiterten Favoritensongs aus dem diesjährigen Jahrgang des Eurovision Song Contest.
Nachdem wir bereits ausgiebig die Schaudersongs des diesjährigen ESC-Jahrgangs präsentiert haben (Teil 1 hier, Teil 2 hier), folgt nun zum Ausgleich eine Linkliste mit Empfehlungen der PRINZ-Blogger: 15+1 Titel aus 15+1 verschiedenen Ländern, die es auch verdient gehabt hätten, in Düsseldorf einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt zu werden.
1. Kroatien von Jan
Zweiter Platz bei der kroatischen Songauswahl DORA. Der im Finale Daria Kinzer unterlegene Jacques Houdek hat ihn jetzt – sozusagen als „Trostpreis“ – veröffentlicht. Sowohl Sänger als auch dieser Song sind für mich die „wahren“ Sieger. Jacques, weil er bestimmte Songs einfach unglaublich gut performen kann und Daria rein gesangstechnisch locker in die Tasche steckt, „Stotinama Godina“, weil das einfach nach Balkan klingt und dabei auch absolut zeitgemäß ist – das wäre für mich ein sicherer TOP 10-Platz in Düsseldorf gewesen – jetzt müssen die Kroaten um den Einzug ins Finale zittern……
Kroatien: Jacques Houdek – Stotinama godina
2. Schweden von Peter
Kultig und groovy. Das ist “ABBA meets the Silversurfer”. Zweimal FANTASTIC FOUR! AS GOOD AS NEW ins neue Jahrtausend übersetzt. Der Track würde auch auf ABBAs Discoalbum VOULEZ VOUS passen. Ein Superbeat, der Refrain ist sehr catchy, die Choreo schnell und originell. Das war ein Super-Auftakt im ersten Mello-Semi. Alles prima, bis auf die Frisur von Jenny, was aber nicht so tragisch ist, denn im Vergleich zum Vorjahr kam sie optisch richtig classy rüber. Sehr schön auch die Windmaschine. Love that. Es ist sehr, sehr schade, dass SOMETHING IN YOUR EYES bei Andra Chansen der Finaleinzug verwehrt wurde. Am Mello-Weekender war das neben POPULAR der beliebteste und am häufigsten aufgelegte Track in den Clubs.
Schweden: Jenny Silver – Something in your eyes
3. Albanien von OLiver
Niemand hatte in diesem Jahr im Festival von Kenges eine Chance gegen die virile Aurela Gaçe, die sich bei Live-Auftritten oft als Greifvogel fühlt. Trotzdem: Auch der zweite Platz, ein zauberhaft nachdenkliches Duett zweier höchst attraktiver junger Sänger hätte der eher schwach vertretenen Balladen-Fraktion in Düsseldorf gut angestanden. “Es gibt noch Hoffnung” lautet der Titel von Alban & Miriam, die als ehemaliges Mitglied der früheren Popstars-Castingsiegerband “Preluders” auch hierzulande Fans haben dürfte.
Albanien: Miriam Cani & Alban Skenderaj – Ende ka shprese
4. Estland von Marc
Mein Favorit aus dem estnischen Finale. Es handelt sich um einen schönen 80iger Jahre Retro-Titel einer sympathischen Band, absolut radiotauglich.
Estland: Outloudz – I wanna meet Bob Dylan
5. Belgien von DJ Ohrmeister
Ein absolutes Highlight in französischer Sprache, erinnert an die guten alten 70er-Jahre-Chansons von Sardou und Konsorten, auch wenn es leider von dem Song nur diesen Liveauftritt auf dieser schebbigen Bühne gibt. Der Song ist ein Riesen-Ohrwurm, und die Begeisterung der beiden Backingsänger (inklusive Militärmarsch-Choreo ab 02:14 Minuten!) hat mich völlig fasziniert. Fabelhaft!
Belgien: Steve Linden – C’est la musique
6. Griechenland von Douze Points
“I don’t wanna dance alone” steht zwar auch in unserer Schreckensliste. Ich finde aber: Einer der modernsten und bestproduzierten Titel der diesjährigen Vorentscheide in bester David-Guetta-Tradition. Stimmlich beim Live-Auftritt nicht perfekt und auch über die Outfits lässt sich streiten. Die Studioaufnahme (auch im deutschen iTunes Store für 99 Cent) kann problemlos im Dauerrepeat laufen.
Griechenland: Nikki Ponte – I don’t wanna dance
7. Niederlande von Tjabe
Untypisch für die Interpreten 3JS, die im niederländischen Finale alle Songs sangen, eine solche Up-Tempo Nummer zu bringen. War ihnen eigentlich zu kommerziell. Die Interpreten mögen doch eher die leiseren Töne. Trotzdem toll.
8. Island von Armen
Zweite war sie schon beim ESC 2009. Nun wäre der Sieg zum Greifen nah gewesen, wenn Yóhanna, die etwas reifer geworden ist, in Island denn die Vorentscheidung gewonnen hätte. Eine zauberhafte Stimme, ein süßes Lächeln und eine zu Herzen gehende Ballade, auch wenn man nicht versteht, von was sie singt (Sie erinnert sich in dunkler Nacht an ihren Geliebten…)
9. Israel von DJ Ohrmeister
Der kleine Möchtegern-Rybak hat in einer recht guten israelischen Auswahl dieses Jahr mit den schönsten Song abgeliefert. Sowohl was für die Boaz-Harel-Schmacht-Fraktion (die erste Minute), als auch ein Floorfiller für den Euroclub in Düsseldorf. Tragisch, dass ein drittklassiger, dröger Song von Frau International das Rennen machen musste. Was will man da noch sagen? Ding dong, say no more…
10. Norwegen von Matthias
Die Band kommt aus Oslo und wurde schon Ende der 80er gegründet. Sie benannte sich nach dem Babelfisch aus dem Roman-Zyklus “Per Anhalter durch die Galaxis” von Douglas Adams. Mit “Depend on me” versuchte die Gruppe in Norwegen ein Comeback, nachdem man neun Jahre lang nicht mehr viel von ihnen gehört hatte. “Depend on me” gewann die zweite Vorrunde beim Melodi Grand Prix 2011. Mir gefällt das Lied, weil es so einen leichten Britpop-Touch hat und so an Bands wie Rialto oder Oasis erinnert. Außerdem find ich den Text klasse.
Norwegen: Babl Fish – Depend on me
11. Schweiz von OLiver
Ein wenig wie ein Disney-Clip, allerdings tiefgründiger und mit einem durchaus ernsten Thema Entwurzelung (Leben fern der Heimat) behaftet. “Home”, das drittplatzierte Lied aus dem Schweizer Finale von einer albanischstämmigen jungen Schweizerin in einer stimmigen Sprachmischung aus Albanisch und Schwytzerdütsch sehr authentisch und anrührend präsentiert. Hier geht es zum Live-Auftritt, ein weiteres Video als Zeichentrick gibt es hier.
Schweiz: Ilira & The Colors – Home
12. Irland von WM
Seit Jahren dümpeln die irischen Vorentscheidungen im Freitagabendspätprogramm vor sich hin. Allerlei wird dort geboten, oft jenseits von Gut und Böse und vor allem abseits von dem was man sich unter irischer Musik vorstellt. So war dann Don Mescalls Auftritt beim diesjährigen “Eurosong” ein bisschen wie Balsam. Ein klarer, direkter Popsong, gut gesungen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ein Hauch von Ronan Keating ist auch mit drin. Irland im neuen Millenium.
Irland: Don Mescall – Talking with Jennifer
13. Malta von Jan
Kurz gesagt: Eine große Ballade und die Verschmähung des Jahres in Malta, wo ein zwar flottes, aber vollkommen chancenloses Lied das Ticket nach Düsseldorf gewann.
Malta: Raquela – If I could do it all again
14. Dänemark von Peter
Der Dansk Melodi Grand Prix war für mich der beste VE des aktuellen Jahrgangs. Die Hommage an Tommy Seebach in der Votingpause war der ergreifenste Moment der Saison. Und der DMGP-Song 25 HOURS A DAY ist der beste neue ESC Partyschlager des Jahres, auf Augenhöhe mit Sanna´s I´M IN LOVE. Le Freak kamen super an in Ballerup. Leiden mussten sie im Halbfinale gegen A Friend In London antreten, das war dann quasi das eigentliche Finale. Der Ausgang ist bekannt: Dänemark hat sich für ein Andreas Johnson Revival in Boygroup-Verkleidung entschieden. Schade, den Le Freak Guitaristen hätte ich gern in Düsseldorf wiedergesehen. Den Song werden wir im EUROCLUB sicher in heavy rotation hören.
Dänemark: Le Freak – 25 hours a day
15. Portugal von Tjabe
Eine klassische Ballade mit kleinen urportugiesischen Anklängen und einer sehr guten Stimme. Wurde beim Televoting im portugiesischen Festival do Cançao zweiter, von den Juries jedoch leider nur ins Mittelfeld gesetzt.
Portugal: Rui Andrade – Em nome de amor
Bonus: Italien (Sanremo) von OLiver
Das traditionsreiche Sanremo-Festival ist keine klassische Vorentscheidung für den ESC, sondern steht völlig für sich und den italienischen Publikumsgeschmack. Wie in den frühen Jahren diente es dem italienischen Fernsehen RAI als eine Art Auswahl-Schaufenster. Im 8 Titel umfassenden Nachwuchswettbewerb wurde Raphael Gualazzi Sieger und als Comeback-Hoffnung der RAI für den ESC nominiert. Auf Platz 3 landete jedoch ein mindestens ebenso ambitioniertes Lied, allerdings Pop statt Jazz, und mit einem – für Sanremotitel eher unüblich - ziemlich professionellem Videoclip.





























28.04.2011 | 18:13
Nikki Ponte – I Don’t Wanna Dance
Yohanna – Nótt!!!
Ilira & The Colors – Home
Don Mescall – Talking With Jennifer
Rui Andrade – Em Nome De Amor
Raquela – If I Could Do It All Again!!!
Mag ich auch sehr gerne, meiner Meinung nach sollten diese Songs jedoch auch nicht vergessen werden:
Dorina Garuci – Mirëmbrëma Ëngjëlli Im (Albanien)
Goldi Halili – Në Krahët E Tua (Albanien)
Kamela Islamaj – Jetova Për Të Dy (Albanien)
Kejsi Tola – Pranë (Albanien)
Maria Prifti – Pasuri e pasurive (Albanien)
Marsida Saraci – Vetëm S’Jemi Në Botë (Albanien)
Besa Kokedhima – E Bukura Dhe Bisha (Albanien)!!!
Emmy – Good-Bye (Armenien) – nicht dass ich “Boom Boom schlechter finde!
Emilia Valenti – Pleniavash Me (Bulgarien)
Milena Slavova – Fire In My Hair (Bulgarien)
Ithaka Maria – Hopa’pa-rei (Estland)!!!
Shirubi Ikazuchi – St.Cabah (Estland)!!!
Jana Kask – Don’t Want Anything (Estland)
Cardiant – Rapture In Time (Finnland)
Saara Aalto – Blessed With Love (Finnland)!!!
Soma Manuchar – Strong (Finnland) jedoch die Studioversion
Lena’s Songs :D
Bryndís Ásmundsdóttir – Segðu mér (Island)
Erna Hrönn Ólafsdóttir – Ástin mín eina (Island)
Kristján Gíslason & Íslenzka sveitin – Þessi þrá (Island)
Matthías Matthíasson & Erla Björg Káradóttir – Eldgos (Island)
Adi Cohen – Just About Love (Israel)!!!
Eglė Jakštytė – Meilė yra (Love is alive) Litauen
Monika – Days Go By (Litauen)
Rūta Ščiogolevaitė – I Will Break Free (Litauen)!!!
Baklava – Moon Dance (Malta)
Claudia Faniello – Movie In My Mind (Malta)
Eleanor Cassar – Hypnotized (Malta)
Natalia Barbu – Let’s Jazz (Moldau)
Helene Bøksle – Vardlokk (Norwegen)!!!
Susperia – Nothing Remains (Norwegen)
Use Me – Daisy (Norwegen)!!!
Anna Gogola – Ktoś Taki Jak Ty (Polen)
Claudia Pavel – I Want You To Want Me (Rumänien)
Distinto, Ianna & Anthony Icuagu – Open Your Eyes (Rumänien)
Aleksandra Kovač – Idemo Dalje (Serbien)
April – Ladadidej (Slowenien)
Mista – Vandetta (Slowakei)
Melissa – Eos (Spanien)
Loreen – My Heart Is Refusing (Schweden)!!!
Andrina – Drop Of Drizzle (Schweiz)
Anastasija Prikhodko – Action (Ukraine)!!!
Jamala – Smile (Ukraine)!!!
Zlata Ognevich – The Kukushka (Ukraine)!!!
Vitalij Galay – My Expression (Ukraine)
Mila Nitich – Goodbye
30.04.2011 | 18:52
Keine Nikki - schade
Ich finde es echt sehr schade, dass nicht Nikki Ponte für Griechenland nach Düsseldorf fährt. Der Song hat es echt sehr drauf!
Dieses “Watch My Dance”-Ding hat mich dermaßen verstört, dass ich diesen Song einfach nicht mehr hören kann. Selten so etwas Schlechtes gehört.