In einem sehr bekannten Sozialen Netzwerk, das in eurovisionären Zusammenhängen nicht genannt werden darf, kursieren sie schon: die neuen Mini-Pop-Icons des Schotten Ben Morris (Interview hier). Und eben dieses Soziale Netzwerk ist Thema und Stein des Anstoßes des diesjährigen ESC-Beitrages aus San Marino.
Über “The Social Network Song (Oh Oh Uh Oh, Oh)” wurde bei uns und anderswo deutlich mehr geschrieben, als über viele andere, wesentlich aussichtsreichere ESC-Songs diesen Jahrgangs. Und das lag an zwei Dingen: Der Song stammt 1. von ESC-Methusalem Ralph Siegel, 2. wurde durch ihn – laut EBU – in seiner ersten Version Produktwerbung betrieben. Ersteres ist beim ESC erlaubt, letzteres nicht. Ralph Siegel darf bleiben, das Wort “Facebook” musste geändert werden.
Wie San Marino und Herr Siegel zusammen kamen, ist nicht überliefert, ebensowenig, warum der an Italien angedockte Zwergstaat es ausgerechnet mit einem so unitalienischen Song versuchen möchte. Aber erlaubt ist ja, was gefällt.
Bei “The Social Network Song (Oh Oh Uh Oh Oh)” handelt es sich um ein simpel gestricktes, aber nicht uneingängiges Machwerk, das allerdings Gefahr läuft, entweder nicht ernst genommen oder recht schnell wieder vergessen zu werden. Der Facebook-Gag ist weg, was dem Song nicht unbedingt zu Gute kommt. Valentina Monetta, im wirklichen Leben Jazz-Diseuse, macht das aber ganz hübsch, flott und fröhlich. Und selbstverständlich ist sie bei Facebook (s.u.)
Persönlich habe ich mehr Freude an diesem Stückchen Gebrauchsmusik als an vielen anderne Siegelliedern, dennoch bleibt das Ganze eher dünn.
San Marino 2012: Valentina Monetta – The Social Network Song (Oh Oh Uh Oh Oh)
Valentinas Facebook-Seite findet sich hier.
Unser Bericht über San Marinos erste Präsentation.
Unser Bericht über San Marions zweite Präsentation.
PRINZ-Blog-Urteil
Songqualität: 2/10
Interpretation: 4/10
Chancen auf Finaleinzug: 13% (damit auf Platz 17 von 18 im ersten Semifinale nach Ansicht der Blogger)

























10.04.2012 | 09:07
Außer dem äußerst peinlichen Sujet des Songs und seiner Geschichte ist das Lied nicht so schlimm wie alle meinen… Ich würde mich freuen, wenn sie im Finale dabei wäre.
10.04.2012 | 10:02
Das ist Siegel Müll. In den 80ern habe ich viele seiner Beiträge geliebt, aber irgendwann hat der den Boden verlassen, und so komische Dinger wie Can Can, und Kids gemacht. Bei Siegel Kompositionen liegt der Grad ja nun oft zwischen Genie und Wahnsinn. Leider gehört dieses Lied in die zweite Kategorie. Simpelstes Strickmuster mit niedlichem Mädel. Ich frage mich, warum eine junge Sängerin sich für so was verkauft! Nein ehrlich: Da mache ich lieber weiter Musik in kleinen Clubs und bleibe unbekannt, als mich so verheizen zu lassen. Zumal ja damit zu rechnen ist, dass sie nie und nimmer ins Finale kommt. Glaubt sie etwa, damit (ernst zu nehmend) bekannter zu werden? Wer die beraten hat, gehört den Hintern versohlt. Zumal ihr ja schreibt, dass sie aus dem Jazz kommt. Da ist das Ganze dann noch weniger nachvollziehbar. Ich hoffe, dass für das Mädel wenigsten die Kohle stimmt.
Ich bin mir sicher, dass dieses Ding nicht ins Finale kommt. Und das ist auch gut so. Von mir: 1/10
10.04.2012 | 10:11
Ich weiß nicht, was ich zu dem Song sagen soll. Er ist der einzige bei dem mir nichts weiter einfällt außer: er ist einfach nur schlecht!
10.04.2012 | 12:34
@ Susanne
Junges Mädel? Die ist 37!!!
Aber davon mal abgesehen: Unbekannt ist sie ja jetzt auch schon – da kann man es doch auch mal so versuchen :-)
Ich find´s gar nicht mal so schlimm. Kein Meisterwerk, aber eben auch kein Totalschaden in meinen Augen. Da hat sich Ralph Siegel schon deutlich größere Klopper geleistet (alles aus 1998 z.B.).
Allerdings sind Themensongs auch sowas von Achtziger Jahre – damit sollte nun echt mal Schluss sein!
10.04.2012 | 15:19
Man muss bei Herrn Siegel ja schon von Grand-Prix-Sucht sprechen, dass er es immer wieder versucht, na ja wer könnte das besser verstehen als wir. Hat aber “C´etait ma vie” noch einen gewissen nostalgischen Charme, so ist die Idee das Internet, die heilige Kuh der Gegenwart zu besingen ein eher peinliches Ranschmeißen an ein jugendliches Publikum. Siegel hat dabei aber den Zeitgeist längst verpasst und konserviert sein Weltbild aus dem Kindergarten. Frische junge Menschen finden sich bei Facebook und gehen Hand in Hand ein fröhliches Lied trällernd in eine rosige Zukunft. Es ist eher unwahrscheinlich, dass die Piratenpartei den “Social Network Song” zu ihrer Hyme erklärt, wirkt das Video vielmehr wie ein verzweifelter Werbespot der “Jungen Liberalen”. Und Facebook zeigt mehr und mehr seine häßliche Fratze, wenn dort zu Lynchjustiz gegen Unschuldige aufgerufen wird oder ein zügelloser Mob zu irgendwelchen Geburtstagen Privatwohnungen terrorisiert. Doch auch wenn Siegel sang-und klanglos damit untergehen sollte, wir können sicher sein, dass er nächstens wieder dabei ist…
10.04.2012 | 16:02
Ich finde das Lied zwar sehr eingängig, aber wenn das Land 2008 & 2011 nach Teelvoting auf dem letzten Platz lag, wird es auch ein Ralph Siegel nicht richten können. Ich mag ihn zwar nicht wirklich, aber man muss neidlos anerkennen: Manche seiner Beiträge sind in meiner Top100-Liste auf jeden Fall dabei.
10.04.2012 | 16:03
*Televoting
10.04.2012 | 16:04
Also erlich gesagt, ich finde diesen Beitrag nicht schlecht. Ist zwar unpassend für den ESC weil es da um ‘Facebook’ geht.
Aber mir ist es klar, dass San Marino niveaulos rüberkommen wird und nicht ins Finale schaffen. Da bin ich mir 100% sicher.
Aber nach meiner Sicht: Mich persöhnlich würde es schon freuen, wenn sie ins Finale kommen, weil ich den Song lustig finde….
10.04.2012 | 18:01
@ Jan: 37??? Oh, Mann! Da hat er ja eine gefunden, die nicht aussieht wie Lou…. :-)
Aber das macht das Ganze in meinen Augen noch peinlicher…
10.04.2012 | 21:04
San Marino & Siegel, alles klar…Wo bleibt der Vatikan mit Benedettos Chor?
Leute, Leute…Weiß nicht ob ich lachen oder weinen soll..