Ungarn

ESC Songcheck (26): „Origo“ von Joci Pápai

Ethnische Klänge mit einer Prise Rap gibt es dieses Jahr aus Ungarn. Der 35-jährige Roma Joci Pápai gewann überraschend die mehrstufige ungarische Vorentscheidung  A Dal. Sein Titel „Origo“ ist einer der bisher wenigen ungarischen Beiträge auf Landessprache und bietet alles, was das Herz jedes klassischen „Grand Prix“ Fans begehrt.

Joci Pápai gehört zur ethnischen Minderheit der Roma in Ungarn. Bereits im Alter von vier Jahren fing er an Gitarre zu spielen und Lieder zu schreiben. Schon in der Jugend nahm er an mehreren Musikwettbewerben teil und gewann auch zahlreiche von ihnen. Parallel zur Musik war er auch ein erfolgreicher Basketballspieler, entschied sich aber später eher für die musikalische Karriere.

Diese startete so richtig im Jahr 2005 mit der Teilnahme an der ungarischen Talentshow Megasztár. Denn im Anschluss erhielt er einen Vertrag vom Plattenlabel Magneoton und veröffentlichte sein erstes Album. In den folgenden Jahren wurde es etwas still um Joci, bevor er ab 2012 wieder anfing neue Songs zu veröffentlichen. Den größten Erfolg in seiner Heimat landete er 2015 gemeinsam mit dem Rapper Majka. Der Song „Mikor a test örexik“ eroberte die ungarischen Charts:

YouTube Preview Image

 

In der Folgezeit folgten auch Kooperationen gemeinsam mit anderen ungarischen Künstern, u.a auch dem Rapper Caramel, der in diesem Jahr Teil der A Dal Jury war. Am 8. Dezember 2016 wurde bekanntgegeben, dass Joci Pápai einer der 30 Kandidaten bei der ungarischen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest sein würde. Überraschend setzte er sich in dem mehrstufigen Entscheidungsprozess gegen die starke Konkurrenz (u.a auch András Kállay-Saunders, dem ungarischen Teilnehmer vom ESC 2014) durch.

 

Der Song

„Origo“ heißt Ursprung und wurde von Joci Pápai selbst komponiert. Dabei hat er seine ethnisch-kulturellen Wurzeln stark in den Song einfließen lassen, denn dieser enthält viele Elemente der Roma Musik. Auch inhaltlich handelt er von dem nicht immer leichten Leben dieser Minderheit in Ungarn. Es geht im Song um ernste Themen wie ethnische Diskriminierung und Vorurteile. Anbei einige Stellen des Textes von Origo auf englisch:

Why did you lie to me
That the color of skin doesn’t matter?
You know that I have brown eyes,
This never changes

God spoke to me when I was 4 years old.
He put a real gun in my hand
I knew only He can take care of me
I practised more than a samurai
I can trust Him, He always tells the truth
I cry with Him but he shows me the way
This alliance will last forever
It’s not expendable, He is the most supreme treasure

Mysterious forces were in the child
They were afraid of him, it shows in their eyes
My strings are attached, the body cries
You defend yourself in vain – the instrument is poisoned
I soak the people with music
You hear my melody, you know my name
The road is long, I have sores on my back
Tears of a thousand people are played on my guitar

Es geht folglich darum, auch wenn man in einer schwierigen Situation ist, nicht den Glauben an Gott zu verlieren. Joci singt davon, wie er in seinem Leben gelitten hat und sein Glaube an Gott ihm immer wieder geholfen hat stark zu bleiben. Menschen, die ihn nicht akzeptieren, sollen fernbleiben, denn er braucht sie nicht. Sein Lied soll das Schicksal tausender Menschen, die in Minderheiten leben, repräsentieren und ihnen auch Mut geben.

Wenn man den Inhalt nicht kennt, kommt der Song einem viel fröhlicher vor. Das ist die Kehrseite der Medaille, dass der Song auf ungarisch bleibt und nicht übersetzt wird. Denn die Botschaft, die Joci transportieren möchte, wird wohl nur von den Landsleuten verstanden werden. Für den Rest wird es einfach ein schöner Ethnosong sein, zu dem sie im Euroclub tanzen und Spass haben werden.

Im Gegensatz dazu wird die ernste Thematik des Songs im Musikvideo recht deutlich. Da wird das traurige Leben eines Romakindes gezeigt, der Trost in der Musik durch seine Gitarre findet. Vieles deutet darauf hin, dass damit Jocis eigene Kindheit dargestellt wird.

YouTube Preview Image Ungarn 2017 – Joci Pápai: Origo

 

Die Präsentation

Nach drei Vorrunden und zwei Semifinals fand das Finale von A Dal am 18. Februar in Budapest statt. Joci Pápai hatte die Startnummer 7.

Anfangs steht er im Dunkeln und ist nur alleine zu sehen. Er hat ein blaues Hemd mit Goldapplikationen und einer schwarzen Lederjacke an. Schon nach dem ersten Vers taucht im Refrain eine Romatänzerin in bauchfreier weißer Kleidung  mit traditionellem Muster auf. Diese ist im gesamten weiteren Auftritt sehr präsent. Es folgt ein Instrumentalteil, in dem eine Streicherin dazukommt und Joci ein traditionelles Instrument (man erinnere sich an Love-Love-Peace-Peace *zwinker*) spielt.

Im zweiten Vers bewegt sich die Tänzerin heftiger und dadurch wirkt der Song wie schon erwähnt sehr fröhlich. Sie dreht sich mehrfach im Kreis und schwingt den Rockzipfel. Im darauffolgenden Refrain kommen sich dann Joci und die Tänzerin immer näher, bevor sie dann anfangen für eine kurze Zeit gemeinsam zu tanzen.

Danach folgt der Rapteil, während die Tänzerin einen Bauchtanz aufführt und sich um ihn herum bewegt. Nach Ende des Raps fällt die Tänzerin auf den Boden. Man sieht in ihrem Gesicht Traurigkeit und Verzweiflung. Doch sie steht wieder auf und fängt wieder an zu tanzen. Hier wird die Botschaft des Songs sehr schön vermittelt, dass man auch in schwierigen Situationen die Hoffnung bewahren sollte. Die schwierige Beziehung zwischen Sänger und Tänzerin scheint ein Happy End zu haben, denn am Schluss umarmt sie ihn und sie scheinen vereint.

Mit dieser Darbietung überzeugte Joci nicht nur die Jury (34 von 40 Punkten) sondern er gewann auch das Televoting bestehend aus SMS, Mobile App und Online Voting.

YouTube Preview Image

 

Der Auftritt ist in sich sehr stimmig. Deshalb würde ich in Kiew nicht viel verändern. Um die Botschaft des Songs klarer rüberzubringen, könnten – wie im Musikvideo – deutlicher Elemente des schwierigen Romalebens und der Kindheit gezeigt werden. Auch wäre eine Überlegung, dass er statt der Lederjacke auch ein traditionelleres Gewand wie die Tänzerin anzieht. Vielleicht soll aber gerade der Kontrast (schwarz und weiss) die schwierige Beziehung zwischen beiden Personen zeigen.

Da „Origo“ einer der wenigen ethnischen Songs in diesem Jahr ist, wird er meiner Meinung nach herausstechen, und ich sehe Ungarn recht sicher im Finale, wenn nicht sogar in den Top 10.

 

Was PRINZ-Blogger darüber denken

DJ Ohrmeister: Noch so was Ausgefallenes, was für eine Überraschung sorgen könnte. Der Beitrag polarisiert, und das ist ja meist ein gutes Zeichen für das Abschneiden beim ESC. Eine erneute Finalqualifikation halte ich für gut möglich. Hoffentlich verpassen sie ihm keine allzu lahme Bühneninszenierung.

Jan: Eigentlich mag ich Ethno, aber das hier holt mich überhaupt nicht ab. Ich finde es sogar unglaublich anstrengend, den Song zu Ende zu hören. Sympathisch wirkt das auf mich auch nicht, von daher muss ich hier den Daumen absenken.

Matthias: Die Folklore, die beim ESC nicht fehlen darf, kommt in diesem Jahr aus Ungarn. An sich habe ich nichts gegen solche Musik. Und Respekt, dass Ungarn mit Joci dem Motto „Celebrate Diversity“ Ehre erweist. Aber seine Stimme ist mir zu weinerlich, und das Gejammer ist über 3 Minuten kaum zu ertragen. Da skippe ich schnell weiter.

Salman: Traditionelle Töne aus Ungarn in der Landessprache. Die Grand-Prix-Liebhaber werden diesen Beitrag lieben. Ich denke der Song hat gute Chancen in die Top 10 zu kommen. Bin sehr gespannt wie es in Kiew auf der Bühne inszeniert wird.

Tjabe: Das Land bleibt sich treu und schickt wieder ein besonderes Lied ins Rennen. Einige der kleineren Länder besinnen sich wieder auf Qualität. Zudem ist Ungarn eines der vier rein nicht englischsprachigen Lieder, was auch zu honorieren ist.

Jeder ESC-Titel wird im Songcheck von allen PRINZ-Bloggern nach ihrem persönlichen Gusto auf einer 11-stufigen Skala (12-10-8-7-6-5-4-3-2-1-0) bewertet, wobei 12 die höchste Wertung darstellt. Die Wertungen werden addiert. Unser persönliches subjektives Gesamtbild:

 

Die Prognose der PRINZ-Blogger

Hier geht es nicht um das persönliche Gefallen, sondern um eine Prognose. Ungarn hat nach Einschätzung aller PRINZ-Blogger eine Qualifikationschance von 70 Prozent und landet damit auf Platz 3 in Semifinale 2. Hier geht es zur Prognose der PRINZ-Blogger für das zweite Semifinale.

 

Was PrinzBlog-Leser darüber denken

Schnüdel: Brilliant Ungarn! Die eigene Kultur, Sprache und Musik sehr toll verpackt in einem zeitgemäßen Song.

Mariposa: Es wird auf jedenfalls in Kiew in Ungarisch/Romani gesungen, um so die Botschaft glaubwürdig rüberbringen zu können. Joci Papai hat es in einem Interview so verlauten lassen, daß er auch nicht in Englisch und mit einer Übersetzerin geführt hat (beherrscht die Sprache anscheinend nicht). Hier wird die diesjährige Botschaft „Celebrate diversity“ authentisch gelebt – weiter so !!! Man muß „Origo“ nicht unbedingt möge, aber eines steht fest: Es ist kein altbackener Folkloreschlager sondern klingt eindeutig nach 2017.

Benne: Puh, da reiht sich Papai Joci in meiner Liste ganz hinten ein. Die furchtbare Kitschigkeit der Inszenierung (trommelt der auf einer Milchkanne?) wird nur durch den noch schlimmeren Rapteil übertroffen.

roxy: Eine schöne Entwicklung, dass es wieder mehr Beiträge in der Landessprache gibt. Leider hat der Song keine Ohrwurmqualitäten und die Präsentation war wirklich miserabel. Könnte mir vorstellen, dass es Ungarn heuer nicht ins Finale schafft.

DerMoment1608: Das ist so ein Track, den ich im „normalen Leben“ kaum hören würde, der mir aber im Rahmen des ESC richtig gut gefällt und wofür ich den ESC auch liebe. Ethnoelement und Muttersprache. Außerdem schafft es der Song traditionell und durch die Eletrospuren trotzdem modern zu wirken. Den Rap mag ich auch – aber mir gefallen Rap-Parts in Sprachen, die ich nicht verstehe, erstaunlicherweise fast immer. An der Präsentation muss aber noch gearbeitet werden. Das wirkt wie sämtliche Ethno-Klischee-Elemente zusammengeschmissen, aber das total zusammenhanglos und ohne roten Faden. Und auch stimmlich finde ich ihn live etwas quäkig, das klingt in der Studioversion viel besser.

 

Social Media

Mehr Infos über Joci Pápai gibt es auf Facebook, Twitter und Instagram.

 

ESC Songcheck Ungarn: Joci Pápai...

  • kommt bombensicher ins Finale (60%, 176 Stimmen)
  • kommt vermutlich ins Finale (27%, 78 Stimmen)
  • scheidet im Semifinale aus (9%, 26 Stimmen)
  • ist schwer einzuschätzen (4%, 14 Stimmen)

Wähler gesamt: 294

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Vorschau: Im nächsten Soundcheck wird sich BennyBenny heute Abend mit dem dänischen Beitrag „Where I am“ von Anja Nissen beschäftigen.

 

Bereits erschienen:

Semifinal 1:
(1) Albanien: „World“ von Lindita
(2) Aserbaidschan: „Skeletons“ von DiHaj
(3) Australien: „Don’t come easy“ von Isaiah
(4) Belgien: „City Lights“ von Blanche
(5) Finnland: „Blackbird“ von Norma John
(6) Georgien: „Keep the faith“ von Tamara Gachechiladze
(7) Montenegro: „Space“ von Slavko Kalezić
(8) Portugal: „Amar pelos dois“ von Salvador Sobral
(9) Schweden: „I can’t go on“ von Robin Bengtsson
(10) Griechenland: „This is love“ von Demy
(11) Polen: „Flashlight“ von Kasia Moś
(12) Moldawien: „Hey Mamma!“ von SunStroke Project
(13) Island: „Paper“ von Svala
(14) Tschechien: „My turn“ von Martina Bárta
(15) Zypern: „Gravity“ von Hovig
(16) Armenien: „Fly with me“ von Artsvik
(17) Slowenien: „On my way“ von Omar Naber
(18) Lettland: „Line“ von Triana Park

Semifinal 2:
(19) Serbien: „In too deep“ von Tijana Bogićević
(20) Österreich: „Running on air“ von Nathan Trent
(21) Russland: „Flame is burning“ von Yulia Samoylova
(22) Mazedonien: „Dance alone“ von Jana Burčeska
(23) Malta: „Breathlessly“ von Claudia Faniello
(24) Rumänien: „Yodel It!“ von Ilinca ft. Alex Florea
(25) Niederlande: „Lights and Shadows“ von OG3NE

Aktuell, Charts & Rankings

47 Kommentare Kommentar schreiben

  1. Usain

    18.04.2017 | 09:15

    Finde ich super! Wunderbare Melodie, schön gesungen und präsentiert. Einen kleinen Punktabzug gibt es für den Rap-Teil, der zwar OK ist, aber ein klein wenig zu lang. Sehe ich sicher im Finale und dort in den Top10.

  2. Philipp19965

    18.04.2017 | 09:31

    Mein Lieblingssong dieses Jahr.
    Die Performance in Amsterdam war hervorragend.
    Und der Song sticht perfekt aus der Masse hervor.

  3. Mona

    18.04.2017 | 09:36

    Finde den Song echt super!!! Wenn der rap Part nicht wäre, würde dieses Lied auf meinen ersten Platz kommen! Obwohl ich kein einziges Wort verstehe, berührt mich dieses Lied. Drücke die Daumen für eine top 5 Platzierung 👍🏼

  4. Kathrin

    18.04.2017 | 09:46

    Ganz toller Beitrag, bei mir klar in den Top 5 und ich würde mir ein solches Ergebnis auch für Kiew wünschen. Aber das wird wohl ein Wunsch bleiben, leider.
    Ich hoffe erstmal, dass er nicht im Semi steckenbleibt (wäre meiner Meinung nach eh ein Skandal ;-)). Nachdem aber sogar meine Kids Origo sehr mögen, bin ich einfach mal guter Dinge, dass wir Joci im Finale sehen werden.

  5. Matty

    18.04.2017 | 10:14

    Dieser Beitrag ist der schlimmste, den Ungarn zum ESC schickt und der liegt deshalb bei mir zurecht auf dem letzten Platz! Dieses Jahr wird das Finale ohne Ungarn über die Bühne gehen.

  6. Butterblume

    18.04.2017 | 10:18

    Mein Favorit dieses Jahr – trotz der Rapeinlage. Ich denke auch, dass der Song stark polarisieren wird und stark polarisierende Beiträge haben gute Chancen beim ESC. Bin mir sehr sicher, dass das ins Finale kommt und sich dort im oberen Mittelfeld platziert.
    Rückblickend ist es interessant, wie viele unterschiedliche, aber in meinen Augen gleichermaßen gute Beiträge Ungarn in den letzten 10 Jahren gebracht hat. Ich erinnere mich da sehr positiv an „Forogj Vilag“, „Unsubstantial blues“, „Kedvesem“ und natürlich den guilty pleasure „What about my dreams?“. Neben Armenien, Frankreich und Georgien eines meiner Lieblingsländer beim ESC.

  7. CHUPACABRA

    18.04.2017 | 10:30

    Meine Nr 1 im Semi 2.

  8. Rainer1

    18.04.2017 | 10:41

    Wenn ich die ungarn wäre, würde ich das mit dem roma im bösen orban-reich noch stark medial ausschlachten. Wie wärs mit einem protest-plakat.? Oder einen eingerapten anti roma-diskriminierungs text?
    Nach dem letztjährigen krim geschreie dieses jahr ein anti roma-diskriminierungs gejaule? Wer weiss…?

  9. Mariposa

    18.04.2017 | 10:45

    Ich liege mit meiner Bewertung über der der Blogger….. Vielen Dank an Ungarn für diesen emotionalen Song !!! Seitdem ich mich auch mit dem Text von „Herkuhft“ beschäftigt habe, ist es noch weiter in meiner Gunst gestiegen. Ein Roma, der verbittert ist über Rassismus – topakueller könnte kein anderer ESC-Beitrag sein. Für mich ganz klar Platz 1 im zweiten Semi, 8 von 10 Punkten. Dürfte gute Chancen für das Finale haben, da es eigenständig ist und musikalisch herausragt.

    1. Ungarn 8/10
    2. Österreich 7/10
    3. Niederlande 5/10
    4. Mazedonien 4/10
    5. Rumänien 3/10
    6. Malta 3/10
    6. Serbien 2/10

  10. ESC17

    18.04.2017 | 10:55

    Wow das sticht wie ähnlich wie Rumänien komplett raus dieses Jahr. Der große Unterschied ist das dieser Song viel besser ist als das Gejodel aus Rumänien. Das einzige was mich etwas stört ist der meiner Meinung nach zu lang geratene Rap Part, anseonten coole Nummer mit einer sehr schönen und besonders auch für Joci wichtigen Message, trotz aller Widrigkeiten nie den Glauben zu verlieren. Kann uns alle ziemlich überraschen (ich errinere an Ukraine 2016, das Ende ist bekannt). Zwar glaub ich nicht an den Sieg aber eine top Platzierung ist nicht ausgeschlossen wenn es ankommt… auf der Bühne wirkt es jedenfalls, das hat Amsterdam gezeigt. Bin echt gespannt

    Von mir gibt’s 8/10 Punkten

  11. Inger Johanne

    18.04.2017 | 11:43

    Ein Song bei mir im oberen Drittel, wenn nicht gar im oberen Viertel. (Ich gehöre nicht zu den Leuten, die fast täglich neue persönliche Ranglisten aufstellen, deswegen gibt’s das nicht genauer.) Der Rap-Part müsste jetzt nicht sein, aber irgendwie muss ja auch mal was anderes passieren in den drei Minuten, und in Sprachen, die ich nicht verstehe, kann ich Rap sowieso viel besser ertragen als auf Englisch oder gar auf Deutsch. Über Sympathie punktet Joci vielleicht nicht so sehr, aber der Song sticht heraus und hat durchaus eine Qualität, die auch der eine oder andere Juror zu schätzen wissen dürfte. Insofern sollte das Finale kein Problem sein, aber ganz nach oben geht es am Samstag sicherlich nicht.

  12. Harald H.

    18.04.2017 | 11:46

    Wird mit Sicherheit am 13. Mai eine Top 10 Platzierung einfahren.
    Im zweiten Semi nach Bulgarien auf dem 2. Platz!

  13. Jonathan

    18.04.2017 | 12:18

    Einer meiner Favoriten

  14. togravus

    18.04.2017 | 12:23

    Ein eigenständiger Beitrag mit Persönlichkeit, der tatsächlich auch eine künstlerische Idee hat. Ganz ganz groß und mehr als willkommen in der Flut kalkulierter, oberflächlicher und abgekupferter Lieder.
    Was ist das nur für eine Geschichte mit den ESC-Fans und Rap? Kann mir das mal jemand erklären? Ich finde den Übergang vom Rapteil zum Refrain den stärksten Moment beim Liveauftritt.

  15. Usain

    18.04.2017 | 12:48

    @togravus, klar kann man das erklären:
    Mit Rap assoziieren wir ESC-Fans meist: Böser, aggro Hetero-Mann. Das mögen (wir Tunten) nicht so gern… :)
    Es sei denn, er sieht sehr gut aus. Das geht dann wieder. Siehe Alex Florea aus Rumänien.

  16. Manboy

    18.04.2017 | 12:48

    Kein Platz in meiner Komplett-Top 10. Finalwahrscheinlichkeit 50 %
    Ich kann weder mit ungarischen Rap noch mit Romamusik was anfangen. Fällt bei mir vollkommen durch. Ist in meiner persönlichen Flop 5.

  17. togravus

    18.04.2017 | 13:39

    @ Usain, danke für die Erklärung. LOL

  18. miramax09

    18.04.2017 | 13:41

    Bei diesem Beitrag habe ich genau das gleiche Bauchgefühl wie bei Jamala letztes Jahr. Die Frage ist, ob Ethno dieses Jahr auch wieder funktioniert. Der Rap verändert dann natürlich das „Songfeeling“ im Vergleich zum letzten Jahr wieder etwas, aber im Kern sind beide Songs „Ethno“.

    So nebenbei, für diesen Song gibt es übrigens auch eine 360° Variante auf Youtube für VR-Geräte – sehr imposant muss ich sagen.

    Ich drücke Ungarn jedenfalls die Daumen für eine Top 5 Platzierung im Finale.

  19. Little Imp

    18.04.2017 | 14:00

    Einen Achtungserfolg sehe ich als möglich an, den großen Wurf auf dem Tableau hingegen nicht. Dafür schwimmt es doch ein wenig zu sehr im Fahrwasser von 1944 („Modern Ethno“ mit ernstem Thema) und Wiederholungen werden beim ESC meist abgestraft. Ich drücke die Daumen für ein ordentliches Top-Ten-Ergebnis.

  20. Philipp1996

    18.04.2017 | 14:13

    Ich liebe Roma Musik und freue mich, dass ein Land diese Musik repräsentiert.
    2013 war Mazedonien auch schon dabei.
    Anlässlich deswegen noch einmal RIP Esma :(

  21. benne

    18.04.2017 | 14:42

    @togravus
    Bezüglich des Rapteils stimme ich dir nun zu.
    Der Schlussteil des Raps ist essentiell, live wirkt es mit dem Wissen über den Inhalt echt sehr stark, besonders in Amsterdam hat er seine Geühle gut transportieren können.
    (fast so gut wie Jamala)
    .
    Wie oben zu lesen ist, fand ich das am Finalabend des Vorentscheids (natürlich ohne den Text zu verstehen) komplett unpassend, da spielte auch die schlechte Kameraführung eine Rolle.
    Zu diesem Zeitpunkt müssen natürlich beide in Nahaufnahme zu sehen sein.
    Nicht wie bei A dal zuerst die komplette Bühne mit anschließender Großaufnahme von ihrem Gesicht.
    .
    Das wird ein wichtiger Punkt in Kiew, bringt man die Message rüber oder lässt man die Zuseher mit ungewohntem Gejohle und Bauchtanz verwirrt zurück?
    .
    Aufgrund wenig direkter Konkurrenz sollte der Finaleinzug aber gelingen.

  22. Jorge

    18.04.2017 | 14:49

    Ethno mit Rap, das Ganze mit modernen synthetischen Flächen & Beats unterlegt und super produziert. Stallgeruch & Authentizität geht eben auch ohne orchestralen Aufguss der musikalischen Vergangenheit. Bin grundsätzlich ein Freund dieser modernen Elemente/Rap.
    Englisch macht hier ja kaum Sinn, aber für den neutralen Zuschauer sollte man schon eine Symbolik zur Erschliessung des Songthemas anbieten. Mann wehleidig, Roma-Frau umtanzt ihn – diese A Dal Präsentation kennt man eher als Klischee aus Budapester Touri-Shows. Kann zwar auch funktionieren, ist aber kaum zielführend. Soviel zum Thema, warum andere Acts gerne auf englisch zurückgreifen *Büchse-der-Pandora-öffne*.
    Zweites Problem: Sein Gesichtsspiel wirkt angestrengt, wie das eines in Selbstgeißelung verlorenen religiösen Eiferers. Stört mich subjektiv etwas, lässt sich aber kaum abstellen. Pech. „Origo“ würde hinter meinen Favs so ab Rang 7 bis 12 in meiner nicht vorhandenen Liste hängen.

  23. Puffalump

    18.04.2017 | 14:50

    Der Beste Beitrag ohne Jodeln im 2. Semi.
    Ein Platz in der linken Tabellenhälfte halte ich für durchaus realistisch.

  24. Jorge

    18.04.2017 | 14:52

    Achja, Rap und die Aversion: Hängt für mich weniger an der sexuellen Orientierung, mehr am eher konservativen Klientel des ESC.

  25. Jorge

    18.04.2017 | 14:55

    Salman auf dem Weg zu einem neuen Rekord? Satte 9 Punkte vergibt er im Durchschnitt an die Acts des zweiten Semi. Schon im ersten Semi waren es sicher 7 Punkte. …

  26. togravus

    18.04.2017 | 15:00

    @ benne, dann drücken wir mal die Daumen, dass Joci und sein Team die Performance noch auf den Punkt bringen. Der A Dal-Auftritt wird m. E. auf der großen ESC-Bühne sowieso nicht funtionieren. Da würden die 3 wahrscheinlich einen ziemlich verlorenen Eindruck machen, wenn alles bleibt, wie es ist.
    ————————————–
    @ Jorge, darf ich „orchestralen Aufguss“ in meinen aktiven Wortschatz aufnehmen? Das scheint mir im ESC-Universum eine sehr nützliche Formulierung zu sein …

  27. Inger Johanne

    18.04.2017 | 15:06

    @togravus: Dass ich Rap nicht so sehr mag, hat weder mit meiner sexuellen Orientierung (nicht jeder ESC-Fan ist ja ein schwuler Mann, ich bin quasi das Gegenteil ;-)) noch damit zu tun, dass mir Rap zu modern wäre. Ich kann bei Rap einfach nicht so gut mitsingen und er ist ja in der Regel nicht besonders melodiös. Und ich glaube, als eigentlich Kein-Rap-Möger bin ich bei ESC-Titeln sogar noch ziemlich „tolerant“ und lasse mich von den Einschüben weniger stören als manch anderer.

  28. Jorge

    18.04.2017 | 15:48

    @togravus: Ich fühle mich geehrt. Natürlich darfst du. :-)

  29. 4porcelli

    18.04.2017 | 16:14

    Meine Oma hätte verschreckt „Zigeuners“ gerufen und wäre aus dem Wohnzimmer geflüchtet; mir gefällt’s persönlich nicht, glaube aber an einen Achtungserfolg für Jamala 2.0. Wenn man die anti-Orban Karte (durchaus glaubhaft) spielt sind mindestens die Top 10 drin. Für mich unter den authentischen Beiträgen hinter Portugal aber vor Schweden (das ja im Melodifestivalen-/Sturehof-Rahmen 100% authetisch ist).

  30. biobanane

    18.04.2017 | 16:47

    Ja ok, Ethnobonus aber ansonsten ist das Lied eher repetitiv. Besonders die Refrainzeile wird unzählige Male ohne wirkliche Steigerung wiederholt. Der Rap-Teil bringt etwas Abwechslung, aber für die Meisten wohl keine Steigerung. Daher sehe ich das Lied bei Vielen hier überbewertet. Ich hoffe ja auch auf Finale, aber auf der linken Seite sehe ich das nicht.

  31. Mariposa

    18.04.2017 | 17:06

    @ Jorge

    Nur wird wieder angenommen, es würden alle Englisch verstehen (was nicht zutrifft) oder bei jedem Song würde der Text eine so große Rolle spielen (in diesem Fall durchaus, entfaltet sein Ethnoflair aber auch ohne). Leider sind diese Klischees Jahr für Jahr absolut nicht totzukriegen und gerade deshalb wäre eine hervorragende Platzierung für Ungarn absolut wünschenswert (und durchaus realistisch, da es keine direkte Konkurrenz in diesem Genre gibt, am ehesten noch Armenien)

  32. OLiver

    18.04.2017 | 18:11

    @Jorge: Zählst Du etwa mit? Salman vergibt in der Tat recht viele Punkte, er ist aber nicht derjenige Blogger, der am allermeisten mit Punkten um sich schmeißt… auf der anderen Seite haben wir auch einen Punkte-Geizkragen ;-) Wir müssten mal ausrechnen, welche Blogger am meisten musikalisch und bewertungstchnisch miteinander korreliert sind…

  33. Jorge

    18.04.2017 | 18:15

    @Mariposa: Du konntest nicht mal diese Formulierung so stehen lassen? Für dieses Landessprachen-Dauerposting wirst du sicher bessere Stichwortgeber finden. Ich folge jedenfalls der These, dass die paar Brocken Englisch, welche 75% der Zuschauer drauf haben, wenigstens zum groben Verständnis der allermeisten Songthemen ausreichen, während sich Lieder in Gagausisch oder Rätoromanisch idealerweise anders erschliessen müssen und das ist der wunde Punkt bei „Origo“.

  34. Jorge

    18.04.2017 | 18:20

    @Oliver: Fällt schon auf, spezell in den letzten Songchecks und habe dann mal zurückgeklickt. Er war ja auch bei Russland überaus spendabel. Semi1 habe ich dann mal grob gemittelt (so ca.7 Punkte). Fand’s lustig. :-)

  35. Inge Periotte

    18.04.2017 | 18:59

    Ganz herrlich! Genau sowas will ich beim ESC hören, und wenn das in einem Jahrgang mal kein Teilnehmerland hinbekommen hat, fehlt’s mir ein bisschen. Gut verpoppten Ethnokram in Landessprache! Und ich zähle ebenfalls zu den Fans, denen sich beim Rap erstmal ein wenig die Nackenhaare aufstellen – aber in diesem Jahr kriegen da schon zwei Beiträge die Kurve: Ungarn und Rumänien. In beiden Songs finde ich die Rap-Parts stimmig und passend – bei Rumänien noch ein bisschen mehr, weil die einfach für das selbstironische Augenzwinkern notwendig sind.
    Doch, sehr schön! Muss unbedingt ins Finale!

  36. Salman

    18.04.2017 | 19:01

    @ Jorge: Da ich auf den Preevents in Riga, London und Amsterdam war, habe ich mir die Songs in diesem Jahr wohl schon sehr früh schöngehört ;-)

    Russland hat mir in der Tat gefallen. Unabhängig von der Diskussion rund um Yulia , hat mich die Melodie und der Text des Songs bewegt. *schäm*

    Es gibt aber auch Songs, an die ich mich mittlerweile schon satt gehört habe und denen ich heute weniger Punkte geben würde z.B. Malta.

  37. OLiver

    18.04.2017 | 19:01

    @Jorge: Wir haben zu zehnt in 43 Songchecks insgesamt 2576 Punkte vergeben, in absteigend-spendabler Reihenfolge: 1. Peter 323, 2. Salman 322, 3. OLiver 263, 4. Marc 256, 5. Jan 242, 6. Tjabe 241, 7. Douze Points 240, 8. DJ Ohrmeister 232, 9. BennyBenny 231 und unser Knauser 10. Matthias 226. Erstaunlicherweise ist derjenige Blogger, der nur eine einzige 12 vergeben hat in dieser Liste in der ersten Hälfte zu finden.

  38. Jorge

    18.04.2017 | 19:35

    @Oliver/Salman: Tja, Salman in der Fanfalle als Bubblevictim. Ist auf den Preevents nunmal wie in kommunizierenden Röhren. Ich hatte mir schon so etwas gedacht. :-)

    OK, bin neugierig geworden. Weitere Funfacts: Peter hat das erste Semi haushoch „gewonnen“. Peter 7,78, Salman 7,22, Marc 6,17, Matthias 6,12
    aktueller Stand nach 26 Checks aber:
    Salman 7,81, Peter 7,50, Tjabe 6,12, .. (9.) Matthias 5,58, (10.) BB 5,38

    Am stärksten korreliert sind bisher (nach Excel, nicht verifiziert)::
    Jan/Tjabe vor DP/DJO und (Achtung!) BB/OLiver
    Die niedrigste Korrelation weisen bisher auf:
    OLiver/DP, gefolgt von Marc/Jan und DP/BB

    Mal sehen, wie die Korrelation nach allen Songchecks aussieht. :-)

  39. Lorena

    18.04.2017 | 21:08

    Ich finde ethnische Musik toll! Ungarn ist dieses Jahr in meiner Top3.

  40. kaspar

    18.04.2017 | 21:21

    Och nein… Ich mochte schon „1944“ nicht und die ungarische Jamala-Kopie in männlich ist nicht besser. Lässt in meiner Rangliste nur Moldawien und die Ukraine hinter sich. Trotzdem wird sich Ungarn problemlos für das Finale qualifizieren – außer Rumänien sehe ich im zweiten Semi keinen sichereren Finalkandidaten und seine Fans dürfte Joci auch finden. Budapest 2018 dürfen wir aber hoffentlich ausschließen.

  41. Mariposa

    18.04.2017 | 22:02

    @ Kaspar

    Für mich sind Bulgarien und Estland die sichersten Finalkandidaten, dann möglicherweise Ungarn.

  42. Mariposa

    18.04.2017 | 22:04

    @ Jorge

    Sorry, ich folge dieser These eben nicht,

  43. kaspar

    18.04.2017 | 23:04

    @Mariposa: Estland halte ich am drittwahrscheinlichsten, gefolgt von Serbien und Israel. Bei Bulgarien weiß ich nicht, wie es auf der großen Bühne ankommen wird, daher habe ich es nur als siebtwahrscheinlichsten Qualifikanten getippt, noch knapp hinter (schlagt mich jetzt nicht, ich glaub da echt dran) Malta.

  44. Kontrapunkt

    18.04.2017 | 23:19

    Ohne diesen Rap-Teil könnte es sogar eine einigermaßen brauchbare Ethno-Nummer sein. Aber wie schon bei Griechenland 2011 zerstört hier ein völlig stilfremdes Element ein Lied. Wobei ich den Gesang und die Stimme – Rap hin oder her – trotzdem noch gewöhnungsbedürftig und nicht jedermanns Sache finde. Sehe das also wie Jan und Matthias.

  45. Mariposa

    19.04.2017 | 11:57

    @ Kaspar

    Israel sehe ich am viertwahrscheinlichsten. Serbien ist Wackelkandidat, wird sich mich Mazedonien um die gleiche Zielgruppe streiten.

  46. deutscheland

    19.04.2017 | 17:36

    Das ist ein Beitrag, den ich nicht oft gehört habe, aber auch einer, der mir gut gefällt, weil derart folkloristische Beiträge rar sind. Ich wusste schon, dass das ein recht nachdenkliches Lied sein könnte, aber dass es sich hier um ein so deutliches Thema dreht, hätte ich nicht erwartet. Da ist es für mich gar überraschend, dass Joci Papai damit in Ungarn Konsens hatte. Ich dachte immer, dass Roma auf der Beliebtheitsskala gerade dort die rote Laterne tragen. Aber egal, dafür weiß man in diesem Jahr den ESC zu bereichern und durch das Alleinstellungsmerkmal von „Origo“ ist das Finale eigentlich Formsache, wenn nicht zu viele Europäer dem ungarischen Beitrag aus welchen Gründen auch immer die kalte Schulter zeigen. Aber wirklich ein super Beitrag, auch wenn das nicht die Musik ist, die man tagtäglich hört.

  47. as

    23.04.2017 | 07:10

    Meins ist das so gar nicht. Weder das unpassende Gerappe, noch das Gejohle, was ja vermutlich der Refrain sein soll… Ethno ja, aber dann bitte Jamala und nicht so was. Das klingt für mich null modern, sondern eher nach 90er-Jahre (Sandra, Enigma, usw…) und sehr konstruiert. Das dann drei Minuten lang in unerbittlichen Wiederholungen. Brauche ich nun wirklich nicht im Finale.

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