Deutschland

ESC-Voting 2017: Wer mochte Levina ein bisschen?

ESC-Deutschland ist am Boden, so wie Levina in ihrer ersten Kamera-Einstellung. Erneut sind die nackten Zahlen auf dem Scoreboard brutal, das reine Punkte-Ergebnis ist sogar (bei Umrechnung des Punktesystems) noch schlechter als 2015 und 2016. Doch es gab sie – Juroren, die mit „Perfect Life“ tatsächlich etwas anfangen konnten. Wir haben sie gefunden.

Die Situation ist ja nicht neu, schon in den letzten beiden Jahre haben wir ähnliche Artikel verfasst (hier für 2015 und hier für 2016), und die Magerernte mit der Lupe untersucht.

Ann Sophie hätte 29 Punkte erhalten, wäre damals schon das nun aktuelle Votingssystem mit der vollen Addierung der Punkte aus Jury- und Televoting in Kraft gewesen – 24 von den Jurys und 5 aus dem Televoting. In der Kombination damals wurde eine blanke Null daraus. Jamie-Lee erhielt 11 Punkte, einen Punkt von den Jurys und 10 Punkte aus dem Televoting. Genauer gesagt: 1 Punkt von der georgischen Jury, 2 Punkte aus dem österreichischen und 8 Punkte (Platz 3) aus dem Schweizer Televoting.

Und nun sind es 6 Punkte für Levina geworden – 3 aus der irischen Jury und 3 aus dem Schweizer Televoting. Mit anderen Worten: Die mageren Punkte haben sich zwei Mal nacheinander halbiert! Dennoch war Levina nicht Letzte, weder in der gesamten Jurybetrachtung (hier Rang 25 vor Spanien), noch im Televoting (Rang 24 vor Australien und Österreich).

Innerhalb der Jurys gab es aber auch abweichende Meinungen. Insgesamt waren in den 42 Jurys jeweils 5 Juroren am Bewerten. Ohne die 5 deutschen Juroren haben 205 internationale Juroren „Perfect Life“ bewertet – und zwar mit einer Platzziffer zwischen 1 und 26.

In 2015 fanden 42 von damals 185 Juroren (22 Prozent!), die Ann-Sophie in ihre persönliche Top10 setzten. In 2016 sahen noch 17 von 205 Experten (8 Prozent) Jamie-Lee in in ihren TopTen. Und in diesem Jahr? Sind es 24 von 205 Juroren (knapp 12 Prozent) geworden, davon hatte nur ein einziger – der Franzose Antoine Gouiffes-Yan – Levina in den Top 3.

Mochte Levina sehr: Antoine Gouiffes-Yan. Und wir mögen ihn.

Das sind die 24 Experten, die „Perfect Life“ in den TopTen hatten:

Platz 3 – Antoine Gouiffes-Yan (FRA), *1986, Marketing Director
Platz 4 – Enea (FRA), *1992, Sängerin
Platz 5 – Mirian Kukulashvili (GEO), *1982, Musical Produzent
Platz 5 – Maia Baratashvili (GEO), *1969, Sängerin, Musikerin
Platz 5 – Jay London (GBR), *1987, Radio DJ
Platz 6 –Greg French (IRL), *1982, Musical Direktor, Produzent, Komponist
Platz 6 – Suzanne Doyle (IRL), *1968, Music industry consultant
Platz 7 – Iisa (FIN), *1979, Songwriterin, Sängerin
Platz 8 – Orlin Pavlov (BUL), *1979, Sänger und Schauspieler
Platz 8 – Fabrizio Brocchieri (ITA), *1967, Produzent, Label Manager, Tour Manager
Platz 8 – Marek Dutkiewicz (POL), *1969, Songtexter
Platz 8 – Maria Marcus (SWE) *1980, Musicproduzentin, Komponistin
Platz 8 – Pele Loriano (SUI), *1969, Songwriter, Produzent
Platz 8 – Emma Stevens (GBR), *1986, Songwriterin
Platz 8 – Kipper Eldridge (GBR), *1962, Musikproduzent, Musiker
Platz 9 – Angela Socolov (MLD), *1973, Musikerin
Platz 9 – Bozo Bulatović (MNE), *1972, Musiker, Radio DJ
Platz 9 – Anna Känzig (SUI), *1984, Sängerin, Songwriterin
Platz 10 – Andreas Zahradnik (AUT), *1958, Moderator, Autor, Journalist
Platz 10 – Sys Bjerre (DEN), *1985, Songwriterin, Sängerin
Platz 10 –Amanda Lane (IRL), *1970, Sängerin, Band Manager, Musikdirektorin
Platz 10 – Michael (SWE), *1964, Musiceditor
Platz 10 – Jean-Marie Fontana (SUI), *1957, Künstler und A&R Consultant
Platz 10  – Matthijs Jacobus Thomas van Duijenbode (NED), *1981, Sänger, Produzent, Songwriter, Musiker

Letztlich reichte es dann nur in der irischen Jury insgesamt zu einer Wertung – Rang 8 und 3 Punkte blieb hier die einzige Ausbeute für Levina. In Frankreich waren zwei Juroren mit Top-Plätzen für Levina nicht genug. In Österreich hatte Andi Zahradnik Levina auf Platz 10, Christian Ude hatte sie auf 11 und Zoe Straub auf Rang 14, Juror Sasha Saedi verhinderte allerdings mit Platz 22, dass Levina dort eine Chance auf Punkte hatte. In der Schweiz lag es an Daniela Simons (ESC 1986), die den deutschen Song auf Rang 23 klassierte, drei andere Schweizer Juroren hatten Levina jedoch in der TopTen.

Hier die komplette Übersicht über den deutschen Rang bei Jury und Televoting in allen teilnehmenden Ländern:

Jury Televote
Albanien 23 21
Armenien 17 12
Australien 17 23
Aserbaidschan 19 23
Belgien 16 22
Bulgarien 25 25
Dänemark 20 18
Estland 24 26
Finnland 15 25
Frankreich 16 21
Georgien 13 14
Griechenland 25 23
Großbritannien 11 23
Irland 8 22
Island 22 25
Israel 21 24
Italien 18 23
Kroatien 17 18
Lettland 16 25
Litauen 19 24
Malta 16 23
Mazedonien 20 16
Moldawien 17 23
Montenegro 18 22
Niederlande 16 20
Norwegen 23 25
Österreich 17 14
Polen 15 23
Portugal 23 23
Rumänien 21 15
San Marino 17 26*
Schweden 11 24
Schweiz 15 8
Serbien 22 26
Slowenien 16 18
Spanien 18 12
Tschechien 16 22
Ukraine 23 24
Ungarn 19 22
Weißrussland 22 25
Zypern 22 25


*In San Marino kann aus technischen Gründen (kein von Italien unabhängiges Telefonnetz) kein Televoting stattfinden, hier hat die EBU einfach einen Durchschnitt gewisser anderer Länder, die so ähnlich werten wie San Marino, errechnet und miteinbezogen.

Bei Lektüre dieser Liste wird schnell klar, dass man keinesfalls knapp an Punkten vorbeigeschrammt ist und Deutschland eben nicht auf breiter Front Elfter, Zwölfter oder Dreizehnter wurde, Vielmehr hat der deutsche Song die TopTen sowohl bei Jury als auch beim Televoting in vielen Ländern glasklar verfehlt.

Bei der Jury lag Levina nur in Schweden und Großbritannien (Rang 11) nah an einem Punkt, 15 Jurys hatten sie dagegen auf Rang 20 und schlechter gesetzt. Schlimmer noch das Televoting: In sage und schreibe 30 Ländern plus dem künstlichen San-Marino-Voting hatte Deutschland eine 2 vorne stehen, etliche letzte und vorletzte Plätze inklusive. Hier waren nur in Spanien und Armenien (Rang 12) Punkte in Reichweite. Man muss festhalten: die Promotour in kleinere Länder wie Mazedonien, Georgien oder Armenien hatte keinen irgendwie in Punkte zählbaren Erfolg.

Fazit: Im Zahlendschungel des ESC 2017 finden wir leider keinen Trost. Das Detailergebnis bestätigt das Scheitern des NDR-Konzepts aus Sicht des Ergebnisses auf breiter Front. Man muss Spaniens Staatssender TVE wirklich dankbar sein, dass er uns in diesem Jahr vor dem in Fankreisen gefürchteten „Triple“ bewahrt hat.

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49 Kommentare Kommentar schreiben

  1. Winter

    14.05.2017 | 21:06

    2018 alles auf Anfang. Völlig neues Konzept. Nicht noch einmal so ein billiger Vorentscheid wie dieses Jahr mit Menschen, die niemand kennt und 2 in Worten Zwei Songs, die beide völlige Grütze waren.

  2. David Z

    14.05.2017 | 21:11

    Wie ich Herrn Schreiber kenne wir man sich denken dass sich die Promotour gelohnt hat da man ja in Armenien 12. war und fast Punkte bekommen hat

  3. David Z

    14.05.2017 | 21:11

    *wird man sich denken

  4. Jorge

    14.05.2017 | 21:15

    Lustig, ausgerechnet in den Popländern UK & SWE war Levina dicht an Punkten von der Jury. Und der Trip nach Armenien hat sich doch auch gelohnt: Platz 12 im dortigen Televoting. Könnte aber Sympathie für Deutschland wegen Armenien-Beschluss gewesen sein. ^^ Spanien gibt uns regelmäßig Televoting-Punkte (wenn was Gutes geschickt wird) da wundert Platz 12 im Televoting nicht.
    Ein paar Anrufe aus Portugal für den Spanier mehr (wahrscheinlich nur 2-300), der dann im Televoting 6 geschossen hätte, auch den früheren Startplatz hatte, dann wäre es das Triple geworden.

  5. biobanane

    14.05.2017 | 21:21

    @Jorge Man sollte den ESC auf die Hauptreisezeit legen, dann gäbe es noch mehr Punkte aus Malle.

  6. Saphira

    14.05.2017 | 21:25

    Ziel des NDR im nächsten Jahr: Überall ne 2 vorne – und wenn das nicht klappt, dann wenigstens 0 Punkte.
    Ich hab gestern vor der Show noch gesagt, dass es beim neuen System fast unmöglich ist, 0 Punkte zu kassieren. Zwei Länder haben gestern bewiesen, dass es man mit genügend Willen durchaus schaffen kann.
    Ich hoffe wirklich, dass die Analyse dem NDR zeigt, dass sie auf ganzer Linie versagt haben – so wie es ein Großteil der Fans ab dem ersten Hören der Songs vorhergesagt hat.

  7. Matty

    14.05.2017 | 21:32

    Da hatten die britische und die schwedische Jury den Song Levinas auch fast in den Top Ten gehabt und beim Zuschauervoting schrammte Levina in Spanien und Armenien knapp an der Top Ten vorbei – das ist bitter!

  8. CHUPACABRA

    14.05.2017 | 21:53

    Schade, dass mein Anruf für Levina zu wenig war. Mir und den meinen hat es nämlich gefallen.

  9. DerKai

    14.05.2017 | 22:04

    So langsam überwinde ich meine Enttäuschung. Letztlich war der Song eben nicht gut genug. Vielleicht sollte man über eine neue Big-5-Regel nachdenken? Immer auf der linken Seeite des Tableaus?

  10. Sven

    14.05.2017 | 22:14

    Ich verstehe nicht, was man da groß analysieren will!? Auch ein Platz 11 sind keine Punkte, auch wenn es noch so haarscharf an der 10 vorbei war. Es kam einfach nicht an und da sagen die Zahlen auch nichts anderes. Und Gründe warum kann man daraus kaum ablesen, lediglich, dass eine Promotour nicht gleichbedeutend ist mit Punkten, aber dazu muss man nicht selbst auf die Fressen fallen, andere Länder gehen jedes Jahr auf jedes Pre-Konzert und scheiden trotzdem in Semifinale aus.

  11. Cali

    14.05.2017 | 22:17

    *In San Marino kann aus technischen Gründen (kein von Italien unabhängiges Telefonnetz) kein Televoting stattfinden, hier hat die EBU einfach einen Durchschnitt gewisser anderer Länder, die so ähnlich werten wie San Marino, errechnet und miteinbezogen.
    …= 26. Platz (Letzter)
    .
    Das allein sagt schon alles aus :D

  12. cars10

    14.05.2017 | 22:29

    Wieso in „Fankreisen gefürchtetes Triple“? Verdient ist verdient, das muss man neidlos anerkennen.
    Ein schlechtes Ergebnis wird gerade dadurch relativiert, dass man nicht Letzter geworden ist. Sachen gibt’s!
    Auch ein Quasi-Triple ist ein Triple, und vielleicht ein heilsamer Schock, der Gutes nach sich zieht.

  13. Inger Johanne

    14.05.2017 | 22:41

    Ich frage mich jetzt gerade am meisten, wie man denn Länder bestimmt, die ähnlich werten wie San Marino, wenn es von San Marino aufgrund der Umstände überhaupt noch nie ein Televoting gegeben hat. Wie kann man ähnlich voten wie jemand, der nie votet? Ähnlich wie die Jury? Das kann ja nicht Sinn und Zweck von Televotingpunkten sein. Kann das jemand erklären?

  14. biobanane (210)

    14.05.2017 | 22:45

    @cars10 Wie oft willst du uns noch mit dem Triple kommen? Komm doch mal runter, es gibt Wichtigeres auf der Welt als das Abschneiden eines TV-Senders beim ESC. Andererseits hat Portugal nun das Double geschafft EM und ESC!

  15. GEF

    14.05.2017 | 23:00

    Die Promotour zeigt doch, dass es was bringt. Und zwar ziemlich deutlich. Wenn Deutschland da beim Televoting nicht 23-26 wird, sondern, 12, 14 oder 16. Nur ohne einen guten Song bringt das alles nichts…

  16. Matty

    14.05.2017 | 23:20

    @biobanane (210)

    Er will nicht, daß ich Recht habe.

  17. Nico

    14.05.2017 | 23:26

    @ GEF: Das wollte ich auch gerade sagen! Da schließe ich mich an

  18. J0911

    15.05.2017 | 01:01

    Auch dieses Jahr schreibe ich mein Empfinden über den ESC.
    Jedes Jahr bitte ich darum das etwas passieren muss bei den Verantwortlichen der ARD.
    Für mich gibt es seit Jahren nur eine Lösung.
    Und diese ist so einfach. Warum fragen die ARD nicht endlich Helene Fischer ob Sie für uns zum ESC fährt.
    Sie hat so ein erfolgreiches Team hinter sich.
    Und somit müsste man sich um nichts kümmern.
    Ich glaube alle Verantwortlichen und vor allem Helene wüsste genau was es für ein Lied braucht um erfolgreich zu sein.
    Ich sehe es schon vor mir. Entweder würde Sie eine Ballade singen wie aktuell wenn du lachst in einem bodenlangen Kleid. Nur ein Scheinwerfer auf sie gerichtet , Nebel am Boden zieht auf und zum Schluss ein Feuerwerk mit Gospelsänger.
    Oder eine Up Tempo Nummer wie Flieger. Sie im engen Body mit 20 Tänzern die sie in der Luft umher wirbeln. Windmaschine wird eingesetzt zum Schluss gibt es ebenfalls ein Feuerwerk und sie singt ein Teil auf englisch und Russisch.
    Und jeder sollte erkennen das wir von Startplatz 1 sogar um den Sieg mitsingen. Und dann würden es auch sicher wieder über 10Millionen Menschen in Deutschland anschauen.
    Aber warum sollte man auch das schon gegebene Geschenk das Helene ist auch sehen. Man bleibt lieber weiter blind.
    Da würde man leichter auf den ESC verzichten und diese sinnlosen Millionen die man dafür jedes Jahr ausgibt, lieber an Notleidende Kinder spenden. Das wäre viel wertvoller.
    Danke

  19. miramax09

    15.05.2017 | 08:34

    J0911, du hast recht. Allerdings wird Helene mit Sicherheit niemals beim ESC mitmachen. Wozu das Risiko eingehen? Die Plattenfirma würde da jederzeit ein Veto einlegen. Ich würde es aber auch klasse finden, wenn sie es machen würde.

  20. escfan05

    15.05.2017 | 08:43

    Wenn Europa unsere Sänger nicht mag, dann halt scheiß drauf. Die ARD soll sich zurückziehen und das gesparte Geld in was sinnvolleres investieren. Ich sehe nicht ein, warum man hier noch weitere Sänger für den ESC verheizen soll. Bringt ja eh nix. Ich bin mir sicher der ESC geht auch ohne Deutschland weiter.

  21. roxy

    15.05.2017 | 08:47

    Ich denke, dass der beste Weg eine interne Auswahl wäre. In Deutschland gibt es genügend gute Komponisten und Interpreten, die sich aber anscheinend nicht einer öffentlichen Auswahl stellen wollen. Es braucht eine Person, ähnlich wie in Österreich, die gute Kontakte zur Musikszene hat und den einen oder anderen überreden kann mitzumachen.

  22. escfan05

    15.05.2017 | 08:50

    @J0911: Natürlich es gibt so viele Lösungen. Helene Fischer ist doch nicht so doof und versaut sich ihre Karriere mit dem ESC. Aber die deutsche Musikszene besteht eben nicht nur aus Helene Fischer. So professionell sie auch sein mag. Aber die deutsche Musikszene, jedenfalls die aktuellen Stars, braucht den ESC ungefähr so wie Fusspilz. Und das merkt man. Sicher wenn es darum geht die eigene Mucke zu vermarkten ist man gerne beim Countdown und ist auch gerne bei der Jury, um dann Interesse am ESC vorzugaukeln. Die ARD müsste wohl ordentlich Gage einem Star anbieten, damit er überhaupt darüber nachzudenken beim ESC für Deutschland zu starten. Anders geht es wohl nicht. Und ob der dann auch erfolgreich ist beim ESC, ist höchst zweifelhaft. Deutschland kann ja schicken was es will, es wird ja eh abgestraft.

  23. escfan05

    15.05.2017 | 08:53

    @roxy: Ja, aber dann gibt es einen Shitstorm, weil es keinen öffentlichen Vorentscheid gibt. Ich würde nur eine interne Auswahl akzeptieren, wenn es ein absoluter bekannter und aktuell erfolgreicher Act wäre. Und da spreche ich mindestens von der Kategorie von Helene Fischer oder Mark Forster. Kein abgewrackter Altstar, der sein Comeback versucht. Und dann müssten die Zuschauer mindestens über den Song entscheiden.

  24. Mission: Eurovision

    15.05.2017 | 09:00

    Mit einer internen Auswahl bist du aber noch mehr zum Erfolg verdammt, als mit einem Vorentscheind. Und falls zudem dieselben Personen Song und Künstler intern bestimmen, die heuer „Perfect Life“ und „Wildfire“ unterm Wühltisch hervorgeholt haben, dann kann man auch diesen Plan getrost vergessen.

  25. Frederic

    15.05.2017 | 09:10

    Ich bin wohl nicht der einzige, der bei den mickrigen fünf Televoting-Pünktchen für Spanien enttäuscht aufstöhnte. Und das war wirklich nicht aus Boshaftigkeit, sondern einfach der blanken Tatsache geschuldet, dass das Hattrick unseren drei Pech-Maries wenigstens etwas Ruhm beschert hätte, zugegeben etwas bitter, aber besser als das absehbare Abrutschen in Vergessenheit.
    @GEF, Nico
    So eine Promotour ist schön und gut, aber Punkte gibt es in der Masse nur für Song und Performance. Soweit ich es überblicke, hat Kroatien mit nahezu null Promoaufwand wesentlich mehr erreicht.
    @J0911
    Wie Helene Fischer im Fall einer Teilnahme abschneiden würde, bleibt reine Spekulation. Wenn man sieht, wie die risikoärmere Countdown-Variante nun auch nicht gerade mit Glanz und Gloria statt fand, bin ich auch eher skeptisch, dass da noch viel kommen wird.

  26. Frederic

    15.05.2017 | 09:27

    @escfan05
    „Deutschland kann ja schicken was es will, es wird ja eh abgestraft.“
    Das kann man nur subjektiv diskutieren. Meiner Ansicht nach waren die deutschen Acts der letzten zwölf Jahre selten überdurchschnittlich. In meine jeweilige Top-Ten hätten es auch nur gerade so Lena, Texas Lightning und mit viel Wohlwollen noch Roman Lob geschafft. Und zumeist war die Begeisterung über den deutschen Beitrag ja auch hierzulande nicht besonders groß. Da sich letzteres auch auf die Quote auswirken dürfte, erhoffe ich mir schon eine gewisse Steigerung im deutschen Vorentscheid.

  27. Stefan

    15.05.2017 | 09:46

    Zweistufiger Verbesserungsvorschlag

    Stufe 1: nächstes Jahr schicken wir die Helene, damit dieses ständige Gerufe nach ihr zum Wohle der deutschen Eurovisions-Seele mal aufhört. Mit allen drei auf der Reeperbahn aufgeführten Songs hätte sie das Halbfnale nicht überstanden (in welches Sie ja zum Glück nicht gemusst hätte – ja, ich weiss, reine Spekulation, aber diese Art von Song sind im Halbfinale reihenweise rausgeflogen, siehe Albanien, Island, Mazedonien). Und nach einer erneuten Pleite und der Einsicht, dass der Interpret völlig egal ist (kannte irgendjemand die Interpreten aus den anderen Ländern – den Italiener, die Belgierin oder den Portugiesen?), könnten wir endlich bei Null starten (was ja von der Punktzahl her sogar stimmen könnte.

    Stufe 2: der NDR oder vielleicht noch besser eine motivierte ARD-Sendeanstalt besinnt sich auf das Wesentliche: „Gewinnen wollen“. Dann suchen wir einen tollen, eingängigen Song (ggf. in einer Show, in der es nur um den Song geht), den das Publikum aus 10 Songs (gerne auch von motivierten deutschen Songschreibern und nicht von ausländischen Profis, die noch Ausschuss in ihrer Grabbelkiste haben) aussuchen kann. Dann suchen wir einen authentischen Künstler, jemand, der auf Anhieb im Ausland begeistern kann (Lena war so jemand). Das ist also kein Grönemeyer oder Westernhagen, und das ist eben ggf auch nicht Helene. Und auch das vielleicht in einer separaten Show, damit man am deutschen Zuschauer sehen kann, wer begeistert (wir einnern uns an Westernhagen, der damals spontan zu Lena sagte: „du hast Starappeal“ und er hatte recht). Und dann kann man beides (Song und Interpret) in einer Entscheidungsshow zusammenbringen (z.B. die drei besten Interpreten mit den drei besten Songs).

    Kleine Einschränkung: vielleicht ist Helene mit einem richtig guten Song vielleicht sogar eine mögliche Teilnehmerin einer solchen Auswahl.

    ABER: solange der NDR für jedes Desaster eine Ausrede findet (siehe heutige Zeitungen, z.B. Interview mit Herrn Schreiben auf Bild.de) und es nur darum geht, dass man ja für 380.000 € rund 8 Stunden Sendezeit total günstig gefüllt bekommt (und das bei guter Einschaltquote), solange werden wir nichts holen beim ESC.

    Denn das ist der entscheidende Unterschied zwischen Stefan Raab und Thomas Schreiber: für Stefan Raab gab es nur ein Ziel: GEWINNEN! (und damit möchte ich NICHT nach Stefan Raab schreien, sondern nur sagen, dass sich die Grundmotivation ändern muss).

    Wenn wir einmal kurz in uns gehen: 5 Minuten nach dem deutschen Vorentscheid war doch allen klar, dass das auch dieses Jahr nichts wird. Und damit möchte ich abschliessend persönlich feststellen: liebe Levina, die hast mir so leid getan. Aber Du bist nur das Opfer. Du hast alles gegeben, viel investiert und das bestmögliche rausgeholt. Aber mit dem Song und dem Team um dich herum hattest du keine Chance. Lass dich nicht unterkriegen!

  28. Mariposa

    15.05.2017 | 14:01

    Bitte nicht Helene Fischer !!!!!!!!!!!! Ich wäre für Alexa Feser

  29. Kjetil

    15.05.2017 | 15:51

    Meiner Meinung nach muss bei einer internen Auswahl gar nicht unbedingt ein bekannter Sänger ausgesucht werden. Blanche kannten vor der ESC-Teilnahme auch nicht wirklich viele, da sie bei The Voice bereits in einer früheren Runde ausgeschieden war. Der NDR (oder vielleicht doch besser ein anderer Sender?) könnte es ähnlich machen: Eine(n) vielversprechende(n) Sänger(in) mit einem modernen Song intern nominieren. Und wenn ihnen eine interne Auswahl doch zu riskant ist könnten sie vielleicht wenigstens einen Vorentscheid mit öffentlicher Ausschreibung und einer jungen Jury zur Auswahl der Teilnehmer veranstalten. Unsere letzten Beiträge waren alle nicht zeitgemäß. Okay, das war Amar Pelos Dois auch nicht – aber City Lights zum Beispiel. Ich wäre mit der linken Hälfte schon überglücklich.

  30. Georg

    15.05.2017 | 18:26

    Helft mir, vielleicht stehe ich grade aufm Schlauch, aber wie kann man überhaupt bei Jury oder Televote bei 26 Teilnehmern auf dem 26. Platz landen, wo man doch für das eigene Land nicht werten kann? Wäre dann nicht vielmehr Platz 25 der unterste Platz? :-)

  31. Little Imp

    15.05.2017 | 18:47

    @ Georg

    Ist dein eigenes Land nicht im Finale, dann hast du 26 zur Auswahl. ;-)

  32. Cupcake

    15.05.2017 | 19:10

    @Stefan Warum muss man denn erst einen Song finden und den dann irgendeinem Sänger, der damit persönlich nichts zu tun hat, aufdrücken? Ich wäre für eine Öffnung des Vorentscheids. Jede/r Sängerin; jede Band aus jedem Keller darf sich bewerben. Diese Bewerbungen werden auf einer Internetseite für einen bestimmten Zeitpunkt zum Voting freigegeben (verknüpft das mit YouTube und ihr erreicht auch das jüngere Publikum in Deutschland, das eigentlich nichts mit dem ESC zu tun hat). Die besten 10/ 20/ 30 (je nachdem) Beiträge treffen sich im TV in einem Fernsehfinale. Authentische Bands/ Künstler aus dem ganzen Land mit ihren eigenen Songs. Fänd ich mal dezent sexy..

  33. Little Imp

    15.05.2017 | 20:17

    @ Stefan, Cupcake

    Stimmt, das Aufdrücken eines Songs aus irgendeiner „Hit“-Fabrik hat dieses Jahr einigen Ländern das Genick gebrochen (Serbien, Mazedonien, Irland, Deutschland, San Marino – Valentina Monetta ist ja auch eher im Jazz zuhause, usw.). Und auf der „authentischen“, eigenen Seite haben wir dann die Erfolge von Portugal, Ungarn, Italien, Moldawien, Niederlande sowie für ihre Verhältnisse Österreich, Weißrussland. Belgien hat Blanche das Lied auch auf den Leib geschneidert. Klar, ein authentischer Song allein ist auch noch kein automatischer Erfolg (siehe Slowenien, Lettland, usw.), man muss trotzdem noch den Nerv von Publikum und Jury treffen. Garantie gibt es nie, aber es wäre an der Zeit, mal ein anderes Konzept ausprobieren als „nettes Mädchen singt beliebigen internationalen Midtempo“.

  34. biobanane (210)

    15.05.2017 | 21:12

    @Little Imp Schön wäre es ja, wenn Portugal die Rede Salvadors aufgreifen würde und ein ESC-Motto ausgeben würde, dass irgendwas mit Echtheit zu tun hat. Vielleicht kommen dann wieder einige Länder auf die Idee zu den Ursprüngen des ESC als Liederwettbewerb zurück zu finden. Also Künstler die auch hinter dem stehen, was sie singen,

  35. DerJoe

    15.05.2017 | 21:15

    Es ginge viel gerechter zu, wenn wir endlich Helene schicken…
    Geteiltes Leid ist halbes Leid ;-)
    Bis jetzt müssen nur wir gefühlte 10 Songs von ihr hören, wenn ESC ist o.O

  36. DerJoe

    15.05.2017 | 21:18

    @Cupcake: Deinen Vorschlag unterstütze ich. Fernsehfinale mit den 20 beliebtesten Bands. Und am wichtigsten: EINE Votingrunde!! Nur so gewinnt nicht der kleinste gemeinsame Nenner!

  37. Georg

    15.05.2017 | 22:24

    @ Little Imp
    aaah natürlich, ich wusste, ich war ganz nah dran :-)) danke

  38. 4porcelli

    16.05.2017 | 03:45

    Es ist ja irgendwie bezeichnend, dass Das not-so Perfect life nur aus 2 Ländern Punkte bekam, die seit x Jahren ähnliche 08/15 Nummern schicken.
    Nächstes Jahr schicken wie Helene im Duett mit einem syrischen Flüchtling. Gemeinsam singen sie zunächst ein Klagelied, das nach dem key change dann positiv wird, weil Helene Assad durch die Androhung eines Auftritts gebracht hat, zurückzutreten.

  39. escfan05

    17.05.2017 | 09:17

    Mal davon abgesehen, das Helene Fischer mit Sicherheit gar nicht will. Aber selbst wenn sie wollte, hätte sie 2018 gar keine Zeit, weil sie doch ihre Stadiontour macht. Außerdem besteht die Deutsche Musikszene nicht nur aus Helene Fischer. Nur aus dieser Szene gibts ja gar keinen Hinweis, das die aktuellen erfolgreichen Acts überhaupt beim ESC für Deutschland starten wollen. Gibts nen Vorentscheid, dann sehen sie es als Majestätsbeleidigung an, da durch zu müssen, gibts keinen Vorentscheid wollen sie auch noch. Dabei kann ich das gar nicht verstehen. Inszwischen gibt es sehr wenige Möglichkeiten für Künstler, außerhalb von Schlager und Volksmusik, seine Musik im Fernsehen zu repräsentieren. Selbst in Zeiten von Spotify und You-Tube, schauen im Fernsehen immer noch Leute mehr zu. Und selbst wenn man den Vorentscheid nicht gewinnt, ist doch unter den Zuschauer immer noch jemand dabei, der das betreffende Lied toll findet oder den Künstler selbst. Das gleiche gilt für den ESC doch auch, wenn unter den 200 Millionen Zuschauer, nur 5 % darunter sind, die den betreffenden Künstler mögen, dann werden die entweder die Platte kaufen oder zu einem Konzert des betreffenden Künstlers gehen. Auch das Argument vieler namhafter Künstler, die in Deutsch singen, das sie damit keine Chance hätten beim ESC, zieht nicht mehr. Portugal hat bewiesen, das man sogar mit einem Song in der Landessprache gewinnen kann. Und außerdem sprechen in Europa viel mehr Menschen Deutsch als nur in Deutschland, Österreich und Schweiz. Also Arsch hoch, ihr aktuellen Acts.

  40. escfan05

    17.05.2017 | 11:17

    @Frederic: Also ich war erleichtert das wenigstens Spanien hinter uns geblieben war. Gut Platz 25 ist zwar jetzt nicht soviel besser, aber wenigstens nicht wieder letzter. Und tatsächlich ist es so, das Deutschland in den letzten 5 Jahren verschiedene Stile und Songs geschickt hat und bei allen abgestraft wurde. Also was bringt dann doch noch so ein Wettbewerb? Ach, ich vergaß, die Quoten.

  41. Frederic

    17.05.2017 | 13:36

    Nun irgendeiner muss ja letzter sein, was ja letztlich nur bedeutet, dass die restlichen Beiträge einfach NOCH besser ankamen. ;)
    Und nichts für ungut, aber ich habe vollstes Verständnis, wenn jeder Anrufer einen anderen Song besser fand und ehrlich gesagt hätte ich auch als Juror in keinem der letzten Jahre Probleme gehabt, zehn bessere Songs zu finden. Keine Ahnung, was da in Irland schief gelaufen ist.
    Und nochmal: dreimal hintereinander letzter wäre ein einzigartiger Rekord, den uns auf Jahrzehnte hinaus niemand hätte nehmen können (auch das natürlich ein Big-5-Vorteil, da andere Länder mit schlechten Songs zu leicht im Semi hängen bleiben).

  42. escfan05

    18.05.2017 | 13:01

    @Frederic: Mir ist dieser Rekord scheißegal und als Deutscher möchte ich nicht, das mein Land letzter wird. Punkt. Und wenn Deutschland ins Halbfinale müsste und käme nicht weiter, würde ich mir das Finale nicht anschauen. Und es würde auch nicht in der ARD gezeigt, sondern bei irgendeinem kleinen Digitalsender. Was ja auch nur verständlich wäre. Ein Finale ohne Deutschland würde viele Leute einfach nicht interessieren. Und es wäre ja noch schöner, wenn das Land, das am meisten bezahlt auch noch durch das Halbfinale müsste.

  43. Anmey

    18.05.2017 | 14:34

    @escfan05: Dann ist dein Nickname wohl irreführend…

  44. TorstenWF

    18.05.2017 | 21:42

    @escfan05:
    Ich würde es begrüßen, wenn sich der deutsche Beitrag erst im Halbfinale qualifizieren müßte. Dann müßte sich der NDR, der den ESC mehr als stiefmütterlich behandelt, endlich mal was einfallen lassen und sich aus seiner Komfortzone (naja, es wird schon irgentwie, wir sind ja eh ein Teil des großen Finals) bequemen.

  45. Mariposa

    24.05.2017 | 12:21

    @ escfan05

    Tja, irgendwie geht Deine Rechnung nicht auf. Selbst ein Finale MIT Deutschland wie dieses Jahr hat das breite Publikum nicht interessiert. Kein Wunder bei dem belanglosen Liedchen…..

  46. escfan05

    29.05.2017 | 06:19

    @ThorstenWF: Aber dann müsste der Mitgliedsbeitrag deutlich gesenkt werden. Es kann ja nicht sein, das Deutschland dann immer noch mit am meisten bezahlt. Außerdem bin ich dafür, das diesbezüglich alles so bleibt wie es ist. Italien z. bsp ist trotz Direktqualifikation fast immer unter den Top 10 gewesen und hat sogar zweimal die Top 3 erreicht.

    @Mariposa: Immerhin haben den ESC 2017 durchschnittlich über 7,76 Millionen Zuschauer gesehen, in der Spitze waren es 9,33 Millionen Zuschauer. Auch wenn das eine relativ geringe Quote ist, von nicht interessieren kann man da wohl kaum sprechen.

  47. escfan05

    29.05.2017 | 06:21

    Sollte Deutschland nicht im Finale, würden die Quoten noch weiter senken. Warum soll man sich das Finale ansehen, wenn das eigene Land nicht dabei ist? Macht doch keinen Sinn. Und die ARD würde das Finale dann höchsten auf One oder einem anderen kleinen Kanal versehen. Oder direkt ins Internet verbannen. Seid froh das Deutschland direkt qualifiziert ist. Trotzdem müssen sie sich was einfallen lassen, damit die Platzierungen endlich deutlich besser werden.

  48. Inger Johanne

    31.05.2017 | 00:26

    Der Platz am Samstagabend im Ersten wäre so oder für das Finale geplant und geblockt, vermutlich mit der unvermeidbaren Schöneberger Vor- und Nachbereitung live aus Hamburg (mit irgendwelchen Acts, in deren Vertrag eine Liveaustrahlung auf ebendiesem Sender steht). Das würde wohl kaum vier oder gar zwei Tage vorher mal spontan auf einen anderen Sender verlegt werden, der ja auch ein geplantes Programm hat. Komisch, wenn’s um so was geht, wird in den Köpfen der Nörgler die unflexible ARD auf einmal beweglich wie nur was. Dass die Einschaltquoten deutlich sinken würden, liegt auf der Hand, denn die Deutschen interessieren sich in der Tat hauptsächlich für sich selbst. In Island liegen die Einschaltquoten auch ohne isländischen Beitrag im Finale regelmäßig über 90 % …

  49. Matty

    31.05.2017 | 23:43

    Levina ist am 02.06.2017 zu Gast in der „NDR Talk Show“:

    http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/ndr_talk_show/NDR-Talk-Show,sendung644800.html

    Und wer moderiert: richtig – Babse Schöneberger!

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