ESC-Wetten 2012 mit Rona und ohne Tierorakel

Prinz-Blogger OLiver konnte trotz ruinöser Erfahrungen aus dem letzten Jahr auch diesmal die Finger nicht von den Buchmachern lassen. Der Kassensturz nach der ESC-Wettsaison 2012 fällt nicht zuletzt dank der Dame in Rouge (Foto) sehr erfreulich aus – und das ganz ohne Hilfe eines Tierorakels.

Im letzten Jahr hatte ich alles generalstabsmäßig geplant. Angeregt durch einen Artikel über einen britischen Nerd, der offenbar ein Vermögen mit dem Wetten auf den ESC (und auf britische Reality Game Shows) gemacht hatte, stürzte ich mich in die Wettlisten der Buchmacher und setzte vor allen 3 Shows munter dreistellige Einsätze. Schließlich ist man ja ESC-Experte mit jahrelanger Erfahrung. Das Ergebnis war nach einem Zwischenhoch nach dem zweiten Halbfinale ernüchternd: Fast 125 Euro Verlust.

In diesem Jahr soll es besser laufen. Doch mein Wettanbieter vom letzten Jahr Bet365 lässt sich ungewöhnlich viel Zeit und bietet lange gar keine Wetten auf die Semifinals an. Und irgendwo anders ein Wettkonto eröffnen will ich auch nicht, am Ende wird man noch spielsüchtig und setzt auf Pferderennen und Fußballspiele… Im Stress der Vor-Baku-Zeit und unmittelbar vor der Abreise vergesse ich dann völlig, rechtzeitig Wetten zu platziere. Erst als in der zweiten Probenwoche in Baku Blogger Marc, unser Youtube-Click-Analyst und Wettexperte zu unserem Team stößt und von seinen Wettideen spricht, fällt es mir wieder ein. Zu diesem Zeitpunkt ist das erste Semi schon gelaufen. Egal, setze ich in diesem Jahr eben nur aufs Finale.

Und da ist die Auswahl groß, man kann nicht nur auf den Sieger, sondern auch auf die Top 10, einzelne Länderergebnisse, den besten skandinavischen Titel, letzte Plätze und allerlei Spezialwetten setzen. Da mir Kombinationswetten, bei denen verschiedene Wetten kombiniert werden, zu kompliziert sind, suche ich nur Einzelwetten heraus. Zuvor hätte ich aber gern noch ein wenig spirituelle Unterstützung und bemühe mich darum, dass wir noch wie im letzten Jahr mit Hundedame Gina (Bild) ein motiviertes Tier-Orakel bekommen.

Meine individuellen auffordernden Anfragen (“Eilt: Tier-Orakel gesucht”) an die vier in Deutschland gebliebenen Prinz Blogger, gewissermaßen unser Back-Office, fliegen mir allerdings umgehend um die Ohren. “Ich habe Angst vor Hunden, keinen Bezug zu Katzen und kenne keine Kühe”, antwortet WM. “Die mir bekannten Paarhufer sind leider allesamt unpässlich”, teilt Tjabe trocken mit.

Als Prognose-Versuchsanordnung hatte ich das sogenannte Kuhfladen-Lotto vorgeschlagen. Man teilt eine Rasenfläche in 26 Quadrate (die 26 Startnmmern der ESC-Finalisten) auf, stellt eine Kuh auf die Weide und das Quadrat, in das die erste dampfende Rinder-Notdurft klatscht, ist unser Orakel-Tipp. Eigentlich ganz einfach und ergibt hübsche Bilder mit ländlichem Flair. “Promi-Kuh Yvonne hat schon ein Engagement als EM-Orakel angenommen und befindet sich bereits im Trainingslager”, lässt Matthias mich wissen.

Bleibt noch Armen, dem ich eine kreative Tier-Orakel-Simulation vorschlage: Er könnte in mein Weihnachts-Rentierkostüm schlüpfen, sich mit verbundenen Augen auf die Weide führen lassen und dann 3 Liter konzentrierte Glaubersalzlösung trinken, die Detonation im richtigen Rasen-Quadrat wäre dann nur noch ein Frage der Zeit. Leider ist er nicht überzeugt (“Falls Du es noch nicht bemerkt hast: Karneval ist rum!”) und auch die Zentrale meldet sich ebenfalls und fragt nach, ob ich die Ansage möglichst explosive Themen zu liefern eventuell etwas missverstanden habe…

Seufz. Dann muss es eben ohne Orakel gehen, ist vielleicht auch besser so. Im letzten Jahr hat mich das Hundeorakel mit dem Tipp für die Blue Boys (Bild) am Ende schließlich so richtig reingerissen. Ich setze zwei Tage vor dem Finale (die Quoten sind schon ziemlich gesunken) insgesamt auf 6 Wetten - schließlich muss man das Risiko streuen. Zwei Wetten auf Sieg (Schweden, Italien), und vier Wetten auf eine Platzierungsrange (Albanien, Deutschland, Ungarn und Rumänien). Dazu setze ich mein komplettes vom letzten Jahr übrig gebliebenes Kapital in Höhe von 267,51 Euro ein.

Nach dem Finale am Sonntagmorgen und Loreens Sieg schaue ich auf mein Wettkonto und kann es gar nicht fassen: ich bin im Plus, sogar deutlich, obwohl ich 3 der 6 Wetten verloren habe.

Die Abrechnung:

1. Schweden gewinnt, Einsatz 50 Euro, Quote 2,25:1.
Wette gewonnen: Auszahlung: 112,50 Euro.
Gewinn: 62,50 Euro

2. Italien gewinnt, Einsatz 50 Euro, Quote 10:1.
Wette verloren, Auszahlung: 0 Euro.
Verlust: 50 Euro

3. Rumänien kommt in die Top4, Einsatz 50 Euro, Quote 4,75:1.
Wette verloren, Auszahlung: 0 Euro.
Verlust: 50 Euro

4. Albanien kommt in die Top10, Einsatz 50 Euro, Quote 8:1.
Wette gewonnen, Auszahlung: 400 Euro.
Gewinn: 350 Euro

5. Ungarn kommt in die Top10, Einsatz 40 Euro, Quote 9:1.
Wette verloren, Auszahlung: 0 Euro.
Verlust: 50 Euro

6. Deutschland kommt in die Top 12, Einsatz 27,51 Euro, Quote 2,2:1.
Wette gewonnen, Auszahlung: 60,53 Euro.
Gewinn: 33,02 Euro

SUMME aller 6 Wetten:
Einsatz: 267,51 Euro
Auszahlung: 573,03 Euro
Gewinn: 305,52 Euro

Hurra! Vielen lieben Dank, Rona!!!
Obwohl…  nun ja, hinterher ist man immer klüger. Hätte ich nicht gestreut und mich auf plötzliche Eingebungen wie Ungarn verlassen und stattdessen einfach ALLES auf Rona Nishliu gesetzt, diejenige Sängerin, die mich während der Liveproben in Baku mit Abstand am meisten beeindruckt hat (hier nachzulesen), hätte ich die beeindruckende Summe von 1.872 Euro gewinnen können… aber ich will nicht klagen, letztes Jahr landete ich schließlich kräftig im Minus (damals auch wegen Albanien). Mit dem Gewinn lässt sich für den ESC 2013 in Schweden zumindest ein neues Tierorakel mieten… Vorschläge nehmen wir gern entgegen.

Aktuell, ESC-News, Rückblick: 2012 Baku

4 Kommentare Kommentar schreiben

  1. deutscheland

    25.06.2012 | 00:08

    Glückwunsch!
    Mutig, auf eine Top10-Platzierung von Rona Nishliu zu setzen. Mit ihrem Gekreische war sie eigentlich eine Kandidatin für die hinteren Plätze, aber es haben auch schon einige für sie angerufen; sie ist nicht nur wegen den Jurys Fünfte geworden.

  2. OLiver

    25.06.2012 | 00:16

    Stimmt, sie war 3. bei den Jurys und immerhin 8. im Televoting!

  3. Patrick

    25.06.2012 | 07:43

    Also ich liebe ja Hunde über alles und das Orakel ist ja wirklich mal knuffig. Ich habe in den letzten 3 Jahren immer den Sieger vorausgesagt und in jedem Semi von 2012 war meine Quote 9 von 10. Ich sollte wohl ab nächstem Jahr mal wetten.

  4. labär

    27.06.2012 | 23:06

    Wärst du einfach auf Nummer sicher gegangen

    und hättest alles auf einen schwedischen Sieg gesetzt hättest du jetzt mehr Geld.
    Dass Schweden sicher gewinnt hattet ihr hier im Blog ja alle ständig gebetsmülenartig wiederholt. Wozu beschäftigt man sich denn so intensiv mit dem ESC wenn man dann am Ende der eigenen Überzeugung doch nicht vertraut und einfach auf irgendwen setzt? Ungarn? WTF?

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