Großbritannien

Eurovision Song Contest 2011 – BBC will Mika für Großbritannien

Die BBC hat sich fest vorgenommen, im kommenden Jahr anzugreifen. Offenbar beflügelt durch den Erfolg Deutschlands beim Eurovision Song Contest in Oslo, ist man in London bereits jetzt auf der Suche nach einem Act, der modern und erfolgreich sein kann – eine Variante, die den britischen Zuschauern in den vergangenen Jahren leider vorenthalten wurde.

Die Briten wurden in den letzten Jahren immer wieder Opfer der Tatsache, dass sie dem Contest ein Image gaben, das er nirgends sonst in Europa hat – nämlich eine Art Comedy-Sendung. Flankiert durch den legendären Kommentator Terry Wogan, der nicht weniger als 36 Jahre lang (!!!) bis 2008 den Wettbewerb zu seinem persönlichen Steckenpferd machte und mit Ironie und Sarkasmus nur so um sich warf, geriet die musikalische Bedeutung des ESC mehr und mehr ins Hintertreffen. Man versammelte sich nur noch vor dem TV, um abzulästern über Kostüme, Choreographien und die Deko.  Ein wenig war das ja auch bei uns so, allerdings glich ein schlechtes Abschneiden in Deutschland dann immer noch einer kleinen Staatsaffäre, während die Briten nur noch müde lächeln konnten.

Nun wird die BBC die Geister, die sie selbst rief, nur schwer wieder los. Deshalb versucht man seit dem vergangenen Jahr, bekannte Namen ins Boot zu holen, um zu signalisieren, dass man die ganze Angelegenheit sehr wohl ernst nehme. 2009 schrieb dann  der weltberühmte Musicalmogul Andrew Lloyd-Webber den britischen Song,  in diesem Jahr durften zwei Drittel des legendären Produzenten Trios der 80-er Jahre, Stock-Aitken-Waterman, ran.

Während der erste Versuch noch funktionierte (Platz 5), ging es in diesem Jahr wieder den Bach runter. Und eines wurde klar: Große Namen sind kein Erfolgsgarant, erst recht nicht, wenn sie ihre beste Zeit längst hinter sich haben und den Anschluss an das aktuelle Musikgeschehen verpasst haben. Und sowohl Lloyd-Webber als auch Waterman versprühten trotz ihres “großen” Namens eine ordentliche Portion Kult- und Trash-Charakter, so dass das britische Publikum nicht beunruhigt sein musste, jetzt mit einer seriösen Unterhaltungssendung konfrontiert zu werden.

Nun ist die BBC also hinter Mika her, dem Sohn einer Libanesin und eines Amerikaners, der immer wieder gesagt hatte, dass er, wenn überhaupt, gern für den Libanon bei dessen ESC-Debüt antreten würde. Da der Libanon auf absehbare Zeit wohl nicht dabei sein kann, könnten die Chancen also sogar ganz gut sein, dass es klappt. Zumal Mikas Stern langsam wieder im Sinken begriffen ist, wie man den Chartsplatzierungen seiner letzten Singles entnehmen kann. Trotzdem: “Grace Kelly” oder “Big Girl” wären erstklassige Eurovisionsbeiträge gewesen. Irgend etwas in dieser Art und die Briten haben meinen Anruf!

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Mika – Grace Kelly

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Mika – Big Girl

ESC-News

1 Kommentar Kommentar schreiben

  1. Matthias

    17.07.2010 | 14:24

    Mika

    Leider war Mika zuletzt nicht mehr so erfolgreich wie noch vor ein paar Jahren mit “Grace Kelly” oder “Relax, take it easy”. Dabei ist “Rain” mindestens genauso gut:
    http://www.youtube.com/watch?v=RjbjDa938MA

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