Wo wird der Eurovision Song Contest 2011 stattfinden? Heute lief die Bewerbungsfrist beim NDR ab. Ab sofort wird geprüft, geprüft, geprüft.
Vier Städte haben sich offiziell beworben: Berlin, Hamburg, Hannover und Düsseldorf. Zwei weitere Städte, die eine Bewerbung zumindest ernsthaft erwogen hatten, nämlich Köln und München, haben hingegen keine Bewerbung abgegeben, da sie im Zeitraum April/Mai 2011 nicht über mehrere Wochen eine kompatible Veranstaltungshalle anbieten können.
Wer hat jetzt die besten Chancen? Schauen wir uns die Stadte mal im einzelnen an:
Berlin als Hauptstadt wäre die natürliche Wahl. In den allermeisten Fällen findet der ESC in der Hauptstadt eines Landes statt. Allerdings soll sich Berlin nicht mit der fast nagelneuen O2-World beworben haben, sondern mit dem Flughafen Tempelhof und dem Messegelände gleich zwei Varianten angeboten haben, wie durchgesickert ist. Verkehrs- und hoteltechnisch muss man sich hier allerdings keine Sorgen machen. Allerdings kommen auch auf die Ausrichterstadt erhebliche Kosten zu und wie man weiß, ist Berlin klamm an allen Ecken und Kanten.
Hamburg ist der Hauptsitz des ausrichtenden NDR und hat sich in den vergangenen Jahren in Freud und Leid jährlich als die deutsche “Grand-Prix-Hauptstadt” etabliert. Die Freie und Hansestadt geht mit der Halle A1 auf dem Messegelände mitten im Stadtzentrum ins Rennen. 9.000 Zuschauer sollen hier untergebracht werden, in einer Halle mit mittigen Stützpfeilern – ob das fernsehtauglich ist? Aber auch Hamburg verfügt über eine hervorragende touristische Infrastruktur. Ein ESC in Hamburg wäre eindeutig ein ESC der kurzen Wege, Shuttle-Busse wären nahezu überflüssig.
Hannover ist das zweite Standbein des NDR und Heimatstadt der Siegerin von Oslo, Lena Meyer-Landrut. Dort soll der ESC ebenfalls auf dem Messegelände stattfinden, und zwar in der Halle 2 (Fassungsvermögen etwa 10.000 Personen). Hannover ist eine erprobte Messe- und Ausstellungsstadt (Cebit, EXPO 2000) mit vielen Besuchern, die Bewerbung wird vom Land Niedersachsen mitgetragen. Nachteil hier ist, dass das Messegelände außerhalb der Stadt liegt.
Düsseldorfs Bewerbung scheint etwas überraschend zu sein, aber auch in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt hat man Erfahrung mit vielen Messebesuchern. Dumm nur, dass dort im kommenden Mai zeitgleich zum ESC auch eine große Messe abgehalten wird, was die Stadt vor eine große logistische Herausforderung stellen dürfte. Zur Verfügung stünde die Esprit-Arena, die Heimstatt von Fortuna Düsseldorf mit Platz für über 50.000 Zuschauer, was ich mir für einen ESC schlechterdings nicht vorstellen mag.
Nun, man darf gespannt sein, wie sich der NDR entscheidet. Vor dem Hintergrund gähnend leerer Ränge bei den Halbfinals in den vergangenen Jahren käme vielleicht tatsächlich eine “kleine” Lösung in Frage.
Aber auch, wenn ein ESC in Hamburg für mich als Hamburger natürlich ein Traum wäre, scheint mir Berlin doch klar in der Vorhand zu liegen -zumindest von der Symbolkraft her, und die ist ziemlich stark. Einen Song Contest in einem Flugzeughangar hätte ja auch irgendwie etwas. Wenn der NDR aber tatsächlich ausschließlich nach harten Fakten entscheidet (die wir ja alle auch nicht im Einzelnen kennen), könnte es wohl doch noch einmal spannend werden. Laut Iris Bents vom NDR soll die Entscheidung im Laufe des kommenden Monats fallen.
Ich schau mich schon mal nach einer Unterkunft in Berlin um.























21.08.2010 | 12:44
dass das messegelände in hannover vor den toren der stadt liegt, ist mitnichten ein nachteil! man stelle sich mal vor, halb europa landet in deutschland und sieht die innenstadt von hannover. die schnüren glatt ein rettungspaket!
21.08.2010 | 18:44
Oh jee Deutschland...
Also da gibt es in Deutschland jede Menge Arenen und was bieten die Städte?? Messehallen und alte Flughäfen???
Also ich war ja immer für Berlin. In der o2 World wäre es sicherlich ein Super-ESC geworden. Aber was wollen wir in den Hallen oder Hangars vom Tempelhof??? Die Hallen sind schmal und nicht hoch. Ich denke da passen noch nichtmal 10.000 Leute rein.
Also ich bin mittlerweile für Düsseldorf. Dach zu und es entsteht eine gigantische Halle. Da könnte dann sicherlich jeder ein Ticket bekommen.
21.08.2010 | 19:10
Eine Arena mit über 50.000 Leuten ist für ein solches Ereignis völlig ungeeignet, das Erleben vor Ort eine Zumutung – stecknadelgroße Sänger auf einer gigantischen Bühne.Nee, danke!
Es ist halt schwer, die einschlägigen Konzerthallen für sechs Wochen frei zu bekommen, und verlegen kann man Konzerte ja auch nicht einfach, sonst wird ziemlich was an Konventionalstrafen fällig. Ich finde 10.000 Leute im Saal eigentlich auch genug, wenn man sich mal überlegt, dass die Halbfinals in den letzten Jahren schon äußerst schlecht besucht waren. Wie sieht das wohl am TV aus? 6.000 Leute in der Düsseldorfer Esprit-Arena? DAS wäre peinlich.
Berlin will übrigens erst noch eine Eventhalle auf dem Flughafengelände bauen….
24.08.2010 | 11:05
Schon übel. Die Städte, die an sich am besten geeignet wären (Hamburg und Berlin), blamieren sich durch die übelsten Locations. Wer auf der verlinkten Hamburger Messe-Homepage mal die Innenansicht der Halle A1 anklickt, bekommt ja das nackte Grausen.
@octapolis: wenn’s danach geht, ist es ja gut dass Köln sich nicht beworben hat. ;-)