Schweden

Eurovision Summer Special – Teil 7: Sommer in Schweden

Wer hätte gedacht, dass sich ausgerechnet die Skandinavier mit dem Thema “Sommer” beim Grand Prix in ganz besonderer Weise hervorgetan haben? Aber wie das Nachbarland Norwegen haben auch die Schweden mehrfach darauf zurückgegriffen.  Und es sind zwei ganz besondere Werke, die das nordische Land auf die Grand-Prix-Bühne gebracht hat.

Der Beitrag aus dem Jahre 1973 wurde von einer Gruppe präsentiert, die sich für den Grand Prix den Namen Nova zugelegt hatte – eigentlich hieß man Malta, aber da gab es ja schon ein Land. Sie präsentierten mit “You are summer (you never tell me no)” eine der inzwischen klassischen Grand-Prix-Liebes-Hymnen.

Der Sommer dient hier als Metapher für sämtliche positiven Eigenschaften, die der / die Angesungene in sich trägt:

Du bist Sommer, Leben wächst in dir, Sommer, Wind weht in dir.
Sommer, Regen fließt in dir, Sommer singt schwach in dir
Du bist Sommer, du sagst nie “Nein” zu mir.

Auch in diesem Song zeigt sich, ähnlich wie bei der Norwegerin Ellen Nikolaysen der in den 70er Jahren medial propagierte und tatsächlich wohl vorhandene Hang der Skandinavier zur körperlichen Liebe. Nova bleiben hier jedoch wesentlich subtiler als Ellen zwei Jahre später. “Leben wächst in dir” kann ja auch ganz etwas anderes bedeuten…

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Die Jungs schafften 1973 einen sehr, sehr guten 5. Platz. Dies ist eindeutig die beste Position, die ein “Sommer-im-Titel-Lied” bisher beim Grand Prix erzielt hat. Das Lied ist in Schweden immer noch sehr populär und wurde im letzten Jahr in einer geschmackvollen Neuaufnahme von Magnus Carlsson & Wille Craaford angeboten – am Piano übrigens die Dirigentin von 1973.

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Bereits ein Jahr zuvor, 1972, waren die Schweden ebenfalls mit einem Sommerlied im Rennen. Und wo der 73er Beitrag ein Metaphermutterschiff war, wurde es bei “Härliga Sommardag”, intoniert von der damals sehr populären Vokaltruppe Family Four, sehr konkret:

Die Morgensonne glitzert in der Bucht.
Der Tag erwacht und zum letzten Mal blinkt der Leuchtturm von Hanö.
Siehst du unser Segelboot, kannst du die Musik hören,
Während wir einen neuen Abenteuer entgegensteuern.

Summe ein Lied, sing eine Melodie,
summe eine Weise, die dich an den Sommer erinnert.
Sing über einen herrlichen Sommertag.

Dieser vor Lebens- und Sommerfreude strotzende Text ist in eine Melodie eingebettet, die mit ihrer Leichtigkeit das beschwingte Lebensgefühl auf den Punkt bringt und in einem furiosen La-la-la-la-la-Finish mündet. Sommer in Perfektion.

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Nach einem guten 6. Platz im Jahre 1971 (übrigens mit einem Winterlied), wurde das schwedische Quartett unverständlicherweise mit einem 13. Platz abgestraft. Der Grand Prix fand 1972 bereits Ende März statt und zwar im möglicherweise recht kalten Schottland. Es kann nur so gewesen sein, das die ultimative Sommerstimmung von “Härliga Sommardag” die Juroren angesichts die tatsächlichen Wetterverhältnisse vor Ort heftig brüskiert hat.

Für den Autor dieser Zeilen ist “Härlige Sommardag” dennoch die ultimative Eurovision-Sommer-Hymne. Sie hat alles, was das Sommerherz begeistert, vor allem eine herrliche Leichtigkeit, die den Wunsch auslöst, den Grand Prix immer im Juli oder August stattfinden zu lassen! Da das aber nicht passieren wird, bleibt uns nur,  den Textern und Komponisten immer wieder “Härliga Sommardag” um die Ohren zu hauen und   für die nächsten Jahre auf viele, weitere, richtige Sommerlieder beim Grand Prix im Mai zu hoffen! Wie gesagt: es ist der Vorabend des Sommers!

ESC-News, Grand-Prix-Historie

3 Kommentare Kommentar schreiben

  1. Peter

    26.07.2010 | 19:53

    Ist das toll!

    Skansen! Sommer! Magnus im weissen Anzug! Die 70er! Und überhaupt! Noch drei Tage bis zur Schlagerpride Eurovisionsnite!

  2. Matthias

    27.07.2010 | 21:13

    @ Peter

    Ein klarer Fall von Hyperventilation… :)))

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