Heute wurde in Vilnius der elfte litauische Teilnehmer für den Eurovision Song Contest ermittelt. Zu verdanken haben wir dies einer Tochtergesellschaft des Telekommunikationskonzerns Telia Sonera (Teo LT). Denn eigentlich hatte der litauische Fernsehsender seine Teilnahme am diesjährigen Contest bereits abgesagt. Doch Dank einer kräftigen Finanzspritze konnte LRT wieder zusagen.
Insgesamt 12 Teilnehmer traten bei der nationalen Vorentscheidung gegeneinander an. Neun der Teilnehmer wurden in drei Semifinalen ermittelt. Komplettiert wurde das Starterfeld durch drei Jury-Wildcards.
Die Wertungen in den Semifinalen, wie auch im Finale, setzten sich aus einer Mischung von Televoting und Jurywertung zusammen.
Bevor es los ging wurde eine Einspielung über die Auslosung der Startreihenfolge gezeigt. Anschließend wurden alle Teilnehmer in der Reihenfolge ihres Auftritts vorgestellt.
Nach Vorstellung der Jury ging es dann endlich los.
Angefangen mit Agama und dem Song “Field of Kings”. Ein sehr mystisches und gewöhnungsbedürftiges Lied, wie ich fand. Ob das etwas für den Eurovision Song Contest ist??? Einziger Lichtblick – die feuerschwingenden Tänzer :-)
Aistè Pilvelytè folgte mit “Melancolia”. Aiste, die bereits 1999 beim ESC antrat versuchte es dieses Jahr noch einmal. Mit kraftvoller Stimme sang sie ihre Ballade. Auf einer großen Bühne käme dieser Song sicher besser zur Geltung. Das Potential hat Aiste auf jeden Fall. Sei es ihr gegönnt!
Als Dritter stellte sich Ruslanas Kirilkinas mit “I love a boy who’s in love with a fairytale” der Jury und den Zuschauern. (Na Hallo, Schwester! Ist er etwa in Alexander Rybak verliebt??) Ein Discosong aber auch schon tausendfach gehört, was bei Disco auch nicht schwierig ist.
Mit “Rosa” sang Merũnas die zweite Ballade des Abends. Eine klassische Ballade in italienischer Sprache. Will er damit Didrik in Oslo Konkurrenz machen? – No chance!
Als nächstes folgte die erste Wildcard. Ramũnas Difartas mit “Blues of life”. Wie der Titel es schon andeutet– Ein Blues Song. Zwar ist es kein typischer Bluessong, eher ein “easygoing”-Song. Das Lied scheint aber selbst für den ESC etwas altmodisch zu sein.
Mit der Startnummer 6 versuchte Monika Linkytè ihr Glück. Ihr Lied ”Give away” hat eine eingängige Melodie. Ob das aber reicht?
Die in den Umfragen führende Gruppe InCulto besang den “East European Funk”. Eine hektische Bühnenshow, die aber zum Song passt. Entweder liebt man den Song oder nicht.
Evelina Sasenko – “For this I’ll pray” Ballade Nummer 3. Für mich mit die Beste der heutigen Veranstaltung. Gute Stimme.
Danach kam einer mit ESC-Erfahrung. Sasha Son, der bereits letztes Jahr sein Land beim ESC vertrat. Zusammen mit seiner Gesangspartnerin Nora sang er “Say yes to life”. Endlich auch mal etwas Farbe auf der Bühne.
Jũratè Miliauskaitè sieht eher aus wie ein Rockstar. Sie versuchte mit dem Popsong ”Let it rain” die Zuschauer zu überzeugen. Sie kam durch einer der Wildcards ins Finale.
Jetzt kam Metalrock. Eden (ebenfalls im Finale durch eine Wildcard) sangen mit kräftiger und lauter Stimme ihren Song “Nirvana”. Wie die Vorjahre gezeigt haben durchaus etwas für den Eurovision Song Contest.
Nach einem kurzen Blick auf die Wertungstafel ( das Televoting lief seit Beginn der Sendung/ InCulto führte vor Aiste) bekamen dann auch Amberlife mit ihrem Lied “Material World” die Chance auf ihre Fahrkarte nach Oslo. Ein sehr “angenehmes” Lied.
Am Ende holte sich die Gruppe InCulto das Ticket nach Oslo.
Sicher mal etwas anderes für den Songcontest und zu erwarten war der Sieg nach den Umfragen auch. Ich hätte aber lieber Aiste in Oslo gesehen.
Leider brach der Livestream alle paar Minuten zusammen, so dass ich bei einigen Liedern auf die Semifinal Videos zurückgreifen mußte.























04.03.2010 | 23:26
Das beste Gesamtpaket hat gewonnen
Ich habe bei Inculto zu Anfang gedacht, die wollen mich total veräppeln. Aber dann hat mich das Lied gepackt. Und die Glitzerunterhosen waren dann auch noch das visuelle Gimmick, das dazu gehört. Meines Erachtens eine gute Wahl für Oslo.
Die beste Stimme hatte defintiv Evelina Sasenko. Ihr hätte ich den Sieg eher gewünscht als Aistè. Zu einem etwas schrägen Lied kam bei Letzterer ein noch schrägerer Auftritt mit weißen Fäustlingen und Kunstschnee. Och nö.
Die Trashnummer des Abends und mein Gute-Laune-Highlight war unsere kleine Schwester, die in Herrn Rybak verliebt ist. In Anbetracht der z. T. homofeindlichen Gesetzgebung in Litauen war das so gay-in-the-face wie es überhaupt nur werden kann. Allein dafür Respekt!
Insgesamt war ich gut unterhalten. Fast schade, dass man die Vorrunden so ignoriert hat. Andererseits ist einem so vermutlich auch viel Schund erspart geblieben.