Frankreich

Frankreichs Song für Baku: Ein Sprachgemisch mit Pfiff

Am heutigen Nachmittag stellte das französische Fernsehn im Rahmen einer Pressekonferenz bei der MIDEM in Cannes den Beitrag der Grande Nation für Baku vor: “Echo (You and I)”, interpretiert von Anggun. (Foto: Warner Music)

Bereits seit einigen Monaten stand die 1974 in Indonesien als Anggun Cipta Sasmi geborene Sängerin als französische Botschafterin für Baku fest. Mitte der 90er zog sie aus ihrem Heimatland nach Frankreich und konnte kurz danach bereits mit “La neige sur le Sahara” ihren bisher größten Hit im Land des fünmaligen ESC-Siegers verbuchen. Der Song wurde als “Snow on the Sahara” auch in englischer Sprache aufgenommen und landete auch in Deutschland in den Charts. Ein weiterer Hit in Frankreich war im Jahre 2005 “Etre une femme”. Als Gastsängerin des Electroprojektes Schiller auf deren Album “Atemlos” schnupperte sie im Jahr 2010 auch die Luft der höheren Chartsregionen in Deutschland.

Während sie in Frankreich nie ganz oben aber auch nie ganz weg war, ist sie bereits seit Ende der 80er ein großer Star in Indonesien und Malaysia. Nahezu jedes ihrer Alben landet dort auf Platz 1 der Charts. Nun, vielleicht ist ihre ESC-Teilnahme ja der Schlüssel zu einem ähnlichen Erfolg in Europa.

Erste ESC-Erfahrungen sammelte sie übrigens bereits im vergangenen Jahr bei der Präsentation des französischen Beitrags für Düsseldorf:

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Nach Amaury Vassilis Crossover-Hymne von 2011, setzt man diesmal auf einen modernen, multilinugalen Pop-Dance-Beitrag mit treibendem Beat. Geschrieben wurde das Stück von William Rosseau und Jean Pierre Pilot, die bereits an der französischen Rockoper “Mozart”  mitgearbeitet haben und zur Zeit große Erfolge mit der neuen Rockoper “1789″ feiern. Der darin enthaltene  Song  “Ca ira mon amour” feiert in unserem Nachbarland zur Zeit Riesenerfolge:

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Die beiden zeichen auch für einige Songs aus Angguns aktuellem Album “Echoes” verantwortlich, das Ende vergangenen Jahres u.a. in Indonesien und Frankreich erschienem ist. Nun soll es – natürlich ergänzt durch den Eurovisionstrack – international erscheinen.

“Echo (You and I)” erhielt seine Dancefloor-Tauglichkeit durch Veronica Ferraro, die gerade dabei ist, sich in Frankreich und anderen Ländern einen Namen als Remixerin zu machen und bereits mit David Guetta zusammengearbeitet hat, u.a. für die Rihanna-Collaboration “Who’s that chick?”.

Anggun pendelt in “Echo (You and I)” geschickt zwischen der englischen und französischen Sprache hin- und her. Zusätzlich gibt es kleine Soundspielereien, Tempowechsel und andere Gimmicks, wodurch das Ganze auch noch einen exotischen Touch erhält. Und obendrauf wird bei “Echo”, wie es sich wohl bei einem Song zu diesem Thema gehört, noch ordentlich gepfiffen. Anders als bei ihrer deutschen Kollegin Angela Wiedl im Jahre 1996 allerdings nicht auf einer Panflöte, sondern mit dem Mund (oder dem Synthesizer).

Wie in den letzten Jahren schon häufiger hat Frankreich auch dieses Mal wieder eine komplette Kehrtwendung zum vorherigen ESC-Beitrag vollzogen. Dafür auf jeden Fall Respekt! Wie die vielschichtige Tanznummer sich in Baku machen wird, bleibt allerdings abzuwarten.

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Und  hier kann man die gute Anggun bei der Arbeit im Studio bewundern!

 

ESC-News, ESC-Vorentscheid, Rückblick: 2012 Baku

13 Kommentare Kommentar schreiben

  1. Max

    29.01.2012 | 18:19

    Kate Ryan reloaded.

    Anggun tut mir leid. Dass sie sie echt mit so einem fürchterlichen 90er Eurodance Kram zum ESC schicken wollen. Das muss doch schief gehen.

  2. Flo

    29.01.2012 | 18:20

    Anspruchsvoll und intellektuell? Boah, mit was für einem Geschwurbel ihr den Song versucht “gutzuschreiben”…

    Ich hab zwar schlimmeres erwartet, aber das ist doch wirklich mehr als dürftig und fad… Intro und 1. Strophe total konfus, der Refrain geht dann, aber der Rest zieht sich wie 10 Minuten Kaugummi… Wahnsinnig öde. Und sie wirds sicher auch live nicht rausreißen – eher im Gegenteil…

    Für so eine große Musiknation wie Frankreich echt ‘ne Blamage. Dass man da auch nicht in der Lage ist, ein einigermaßen offenes Verfahren für die Auswahl zu installieren macht einen sprachlos…

  3. Douze Points

    29.01.2012 | 18:26

    Kate Ryans Titel war im Gegensatz zu dem von Frl. Anggun eingängig…
    Wenn man die ersten 20 Sekunden überstanden hat, hat der Titel durchaus etwas. Ob das am Ende vom breiten Publikum positiv angenommen wird, bleibt abzuwarten. Ich bin eher skeptisch.

  4. Thomas K.

    29.01.2012 | 19:30

    Also ich fand den Song auf Anhieb toll, der beste der bisher feststehenden.

  5. DJ Ohrmeister

    29.01.2012 | 19:58

    Kein Weg und kein Ziel

    Kann das leider nicht unterschreiben, lieber WM. Nee nee nee, mir gefällt das nicht. Man weiß ja weder, wo es herkommt, noch wo es hinwill. Muß Flo recht geben, das zieht sich und klingt für mich nicht experimentell, sondern konfus. Und diese entsetzliche Zweisprachigkeit, wieso muß das beim ESC immer sein? Solche Songs klingen m.E. total unnatürlich und aufgesetzt. Frankreich mit dem Riesenpotential an Hitlieferanten verheizt dann auch noch einen guten Namen aus der Pop-Szene mit diesem Machwerk. Schade.

  6. Roland

    29.01.2012 | 21:48

    Jetzt habe ich mir den Song ein paar Mal angehört – mal mit Video und mehrmals ohne bewegtes Bild. Und ich stelle ebenfalls fest, dass sich das Lied leider hinzieht, wenn man es hört (das Video bietet wenigstens etwas Abwechslung, da fällt die Eintönigkeit nicht sofort auf). Anggun hat eine schöne Stimme und kann gut singen. Aber der Song wird wohl das Schicksal vieler französischer Beiträge erleiden – er wird nicht zünden. Nach anfänglicher Aufmerksamkeit wandert man mit den Gedanken fort. Fazit: Ein netter Song als Hintergrundmusik.

  7. OLiver

    30.01.2012 | 00:35

    Zweifel sind angebracht

    Ich messe Angguns Entry an ihrem Meisterwerk “La neige au Sahara”
    http://www.youtube.com/watch?v=jNEqMsrZ17M

    …und da kommt “Echo” natürlich nicht heran, nicht mal annähernd… Leider kein instant appeal, ziemlich zäh und unausgegoren, das Intro stimmt überhaupt nicht auf den Song ein, das Gepfeiffe erinnert mich an ein Wanderlied und lenkt eher ab, positiv nur ihre unverwechselbare Stimme, die im Arrangement aber ziemlich untergeht…
    wie schade!! Hoffentlich macht Pastora für Spanien es besser!!

  8. EricSaadeFan

    30.01.2012 | 15:40

    ich find den song ja nicht so gut….mein favorit ist bis jetzt “La La Love”;))

  9. Jan

    01.02.2012 | 19:34

    Einem scheint es besonders gut zu gefallen:
    http://www.youtube.com/watch?v=Hk8W8ESO6Ug&feature=youtu.be

    Unfassbar…..:-)

  10. OLiver

    02.02.2012 | 09:42

    Toller Clip! Da findet Anggun ja schon geeignete Anregungen für ihre Choreographie ;-)

  11. Armin Hamzic

    02.02.2012 | 19:56

    finds nicht sooo schlecht ist aber auch nich sooo gut naja das untere mittelfeld^^

  12. Nousetta

    22.02.2012 | 19:45

    Ich finde der Refrain ist eine schlechte Kopie von ‘Just the way you are’ von Bruno Mars….
    Also ich persöhnlich, find den song nicht schlecht aber auch nicht gut…. das ist nix besonderes für mich :)

  13. Minze

    23.05.2012 | 15:16

    Anggun. You andI

    Super modern, tole Stimme, fantastische Ausstrahlung!
    Bitte unter die ersten 3!!!

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