Malta

Glen Vella im PrinzBlog Interview: „Ich bin glücklich meinen Traum zu leben“

Er war der Sunnyboy beim ESC 2011 in Düsseldorf und versprühte mit seinem Titel „One Life“ viel gute Laune bei den Fans. Trotzdem verpasste Glen Vella den Finaleinzug hauchdünn. Im Rahmen des Eurovision Weekend traf er sich mit PrinzBlogger Marc zum Interview und erzählte über die Erfahrungen von damals, wovon er heute seine Brötchen verdient und warum er seinen Traum lebt.

PrinzBlog: Hallo Glen, schön Dich wieder in Deutschland zu sehen. Blicken wir zurück in das Jahr 2011. Du hast beim ESC in Düsseldorf teilgenommen. Welche Erinnerungen schießen Dir als erstes durch den Kopf, wenn Du zurück denkst?

(Singt das ESC-Intro „Te deum“) Wenn ich diese Melodie schön höre, dann löst das in mir Vorfreude, Begeisterung und auch Spannung aus. Rückblickend kommt mir der ESC 2011 wie eine Reise vor. Ich kann mich auch noch gut an die Proben und die Auftritte erinnern. Der Sound, das Licht, die Esprit Arena … alles war hochprofessionell. Ach, ich komme ins Schwärmen. Am liebsten würde ich nochmal teilnehmen und dann könnte Nutzen aus meinen Erfahrungen ziehen.

Welche Erfahrungen hast Du gemacht?

Ich würde heute noch mehr auf das Visuelle achten, eben wie es am TV Bildschirm aussieht. Außerdem würde ich mich noch stärker fokussieren und mir beispielsweise gezielt Einladungen zu Partys und Events in der ESC Woche aussuchen. Nicht, dass ich nicht gerne Partys feiere, aber in Düsseldorf wollte ich niemand vor den Kopf stoßen und habe nahezu jede Einladung angenommen.

Glen Vella 2011 in Düsseldorf

Hast Du noch Kontakt zu manchen Teilnehmern aus 2011?

Überraschenderweise nein. Das liegt vielleicht daran, dass wir damals auch nicht so viele und so lange Promo Events wie heute hatten. Ich erinnere mich 2011 nur an das Promo Event in Amsterdam. Vor Ort in Düsseldorf ging natürlich auch viel Zeit für die Proben und Pressekonferenzen drauf und abends eben dann Auftritte auf den Länderpartys. Aber man hat seinen Gig und manchmal geht’s dann auch sofort weiter zum nächsten Auftritt. So richtig Zeit zum Freundschaften knüpfen blieb da gar nicht. Aber: da ich im Anschluss bei einigen ESC Fan-Events aufgetreten bin, stehe ich mit ESC Künstlern anderer Jahrgänge in Kontakt. Esther Hart oder Lisa Angell sind mir z.B. richtig ans Herz gewachsen.

2011 hast Du mit „One Life“ im Halbfinale 54 Punkte erzielt und wurdest Elfter. Anna Rossinelli aus der Schweiz hatte 55 Punkte und qualifizierte sich für das Finale, wurde dort aber Letzter. Hättest Du gerne mit Anna getauscht?

Meine erste Reaktion als ich vom 11. Platz erfuhr war ‚aaaargh‘ (verzieht das Gesicht). Aber nachdem die Enttäuschung abgeklungen war, habe ich mich damit arrangiert. Ich habe meine Bestes gegeben mit dem Wissen, das ich damals hatte. Nicht zu vernachlässigen ist aber, dass man ja sein Land repräsentiert und dann habe ich mich nach dem Ausscheiden schon gefragt, wie das nun in Malta aufgenommen wird. Kann ich mich da noch blicken lassen?

YouTube Preview ImageESC 2011 Malta: Glen Vella – One Life

Wie war die Heimkehr und der Empfang für Dich in der Heimat?

Ich kam am Flughafen an und da warteten unzählige Fans und sangen mein Lied „One Life“. Das war einer der schönsten und emotionalsten Momente überhaupt. Ich bekomme jetzt noch feuchte Augen, wenn ich daran denke. Ich habe soviel Zuspruch und Unterstützung erhalten und viele Fans waren trotz des Ausscheiden stolz auf mich. Das hat mir sehr viel bedeutet und deshalb würde ich auch gerne nochmal für Malta beim ESC antreten.

Die Fans in Malta lieben Dich also, aber kann man sich in Malta auch ein Leben als Popstar aufbauen?

Nein, unser Musikmarkt ist nicht groß genug um nur allein davon leben zu können. Mein Traum war es aber immer, die Popkarriere nicht aus den Augen zu verlieren und dazu noch andere Standbeine zu haben. Ich habe zum Beispiel Musik studiert und arbeite als Vocal Coach oder auch Mentor für junge Talente im Musik Business. Aktuell coache ich Joseph Refalo, der beim OGAEvision Song Contest beim Eurovision für Malta antritt.

Foto oben: Glen (links) mit Claudia Faniello, Joseph Refalo (rechts neben Axel Feige) beim Eurovision Weekend 2017 in Berlin

Wie sieht dann ein typischer Tagesablauf bei Dir aus?

Unter der Woche liebe ich es ruhig in den Tag zu starten. Dann am Nachmittag steht coachen auf dem Programm, meistens ist es Vocal Coaching. Wenn Hochsaison ist (z.B. ESC Vorentscheid in Malta), dann kann das Coaching schon mal bis Mitternacht dauern. Samstag vormittags habe ich das Projekt „Vocal Troops“ und am Abend habe ich öfters Gigs mit meiner Band und montags probe ich mit dem Gospel Chor. Reich werde ich von meiner Arbeit natürlich nicht, aber ich bin sehr dankbar und glücklich meinen Traum leben zu können.

Erzähle uns von Deinem Gospel Chor…

Ich bin Mitbegründer des Animae Gospel Choir. Das ist einer der bekanntesten Chöre Maltas. In diesem Chor haben auch schon einige maltesische ESC Acts mitgesungen, z.B. Amber. Wir sind auch schon beim maltesischen Vorentscheid aufgetreten als Interval Act.

YouTube Preview ImageAnimae Gospel Choir – Heal the World (Malta Preselection 2012)

Wie geht es denn mit Deiner eignen Karriere weiter? Beim Eurovision Weekend habe ich Dich das erste Mal als Moderator erlebt. Wie wäre es, wenn Du nochmal beim ESC teilnimmst und gewinnst und im Jahr darauf dann in La Valletta den ESC moderierst?  

Das war in der Tat das erste Mal, dass ich der Host einer „größeren“ Show war. Und ich muss zugeben, es hat mir wirklich Spaß bereitet. Noch viel lieber würde ich aber ein zweites Mal für Malta beim ESC teilnehmen. Gerne wieder mit eineme Uptempo-Song. Es ist zwar mit einer Ballade einfacher stimmlich zu brillieren, aber ich liebe es zu sehen, wenn die ESC Fans richtig abfeiern. Das gibt mir den richtigen Satisfaction-Kick.

Lieber Glen, ein herzliches Dankeschön für das Interview und weiterhin viel Freude und Erfolg mit Deinen zahlreichen Projekten und wir drücken die Daumen, dass es mit einer zweiten ESC Teilnahme für Malta klappt.

Social Media: Mehr von Glen Vella gibt es bei Facebook und Instagram.

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6 Kommentare Kommentar schreiben

  1. J.D.L

    31.08.2017 | 22:09

    Meine Unterstützung für ein weiteres Mal, Malta beim ESC zu vertreten, hat er. Ich fande seinen Beitrag 2011 schon ziemlich gut & er hätte es deutlich mehr verdient als die schwindliche Rossinelli. Die war nicht ohne Grund Letzte im Finale geworden!
    Er hatte es schon 2014 probiert mit „Breakaway“, ist 3. geworden & auch damit konnte er mich überzeugen!
    Der ESC & Malta brauchen ihn!

  2. kaspar

    01.09.2017 | 00:40

    @J.D.L: Hey, nix gegen Anna! Mit Evelina war sie die beste aus dem 2011er Jahrgang.

  3. Matty

    01.09.2017 | 09:52

    Ich bin gespannt, ob Glen nächstes Jahr beim ESC-Vorentscheid in Malta dabeisein wird, denn es war um ihn doch etwas still geworden, nachdem er vor sechs Jahren das ESC-Finale knapp verpaßte.

  4. Jorge

    01.09.2017 | 10:20

    Sind (männliche) maltesische ESC-Interviewpartner nicht eigentlich @Matthias‘ Revier? Tzzz … Sachen gibt’s … ;-)

    Die Frage, lieber strahlender (knapp gescheiterter) Nicht-Qualifikant oder im Punkteghetto am langen Finalabend konnte Glen komischerweise nicht beantworten. In Zwergstaaten würde man so eine Diskussion wohl nicht führen und die Finalteilnahme dankend annehmen. Irgendwie war das schon drollig, mit seiner verkratzten Stimme, dem eingefrorenen Gesicht und der Puppenkisten-Motorik. That’s Eurovision.

  5. Matty

    01.09.2017 | 21:29

    @Jorge

    Der Maltabeauftragte vom Prinz Blog ist anscheinend im Urlaub.

  6. Jorge

    01.09.2017 | 23:45

    @Matty: Im Juli war unser Maltaspezi aber vor Ort. guckstduhier, bro‘

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