Kroatien

Im 7. Anlauf: Jacques Houdek vertritt Kroatien in Kiew

jacques houdek

Wie der kroatische Staatssender HRT heute vermeldete, hat man sich in einer Direktnominierung für Jacques Houdek (35) als Vertreter Kroatiens beim ESC in Kiew entscheiden. Für den schließt sich nach 15 Jahren und sechs vergeblichen Anläufen, beim ESC zu singen,  endlich der Kreis.

In den Jahren 2002 bis 2006 nahm Jacques ununterbrochen an den kroatischen Vorentscheidungen, der “DORA”, teil – über einen vierten Platz kam er aber nie hinaus. Dafür wurde er in den Folgejahren mit diversen Preisen ausgezeichnet – die Anerkennung wurde ihm also nicht gänzlich verwehrt!

Besser sahen seine Chancen aus, als das Land 2011 einen Vertreter für Düsseldorf im Rahmen einer Castingshow suchte. Runde für Runde galt er als großer Favorit, wurde aber erst im Finale durch Daria Kinzer abgefangen. Tatsächlich muss man sich fragen, weshalb Jury und Publikum seinerzeit so entschieden haben, rein gesanglich wirken seine Auftritte von “Lahor”, dem späteren “Celebrate”, sowie “Stotinama Godina” deutlich überzeugender. Letzterer Song war auch ein ziemlicher Hit für Jacques in Kroatien.

YouTube Preview ImageJacques Houdek – Lahor

YouTube Preview ImageJacques Houdek – Stotinama Godina

 

Seit 2015 fungiert Jacques Houdek auch als Juror bei “The Voice of Croatia”. Und gleich die erste Siegerin, die er in seinem Team durchgebracht hat, fuhr 2016 zum ESC nach Stockholm – Nina Kraljić!

Nun folgt also der große Mentor, der sich damit nach der langen Warterei endlich einen großen Traum erfüllen kann. Der Song, mit dem er in Kiew an den Start gehen wird, soll schon in Kürze veröffentlicht werden.

Einen kleinen Beigeschmack kann diese Nominierung aber dennoch haben. Aus kroatischen Fankreisen wird kolportiert, dass Jacques sich in den vergangenen Jahren immer mal wieder extrem homophob geäußert haben soll. Im Internet gibt es diverse kroatische Seiten, die dies auch thematisieren – welche Gewichtung man diesen Berichten allerdings beimessen darf, lässt sich zurzeit nicht endgültig einschätzen. Man kann aber davon ausgehen, dass man Jacques in Kiew eingehend  zu dieser Thematik befragen wird.

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22 Kommentare Kommentar schreiben

  1. Mission: Eurovision

    17.02.2017 | 12:09

    Gefällt mir! ‘Stotinama Godina’ war damals eines meiner absoluten Highlights im Jahr 2011, endlich darf Jacques Houdek auch mal am ESC teilnehmen.
    Ich hoffe auf einen guten Song für den imposanten Houdek, der nicht nur mit seiner Figur, sondern auch mit seiner Stimme auffällt.

  2. Alen

    17.02.2017 | 12:56

    Er wurde 2011 zum grössten Homophob des Jahrzents in Kroatien nominiert. Er nennt den LGBT-Lifestyle krank und eine Rückkehr zu Sodom und Gomora. JUHUUUUUUU bin so stolz auf mein Land.

    http://www.jutarnji.hr/vijesti/hrvatska/izbor-za-homofrenda-i-homofoba-desetljeca-u-hrvatskoj-procitajte-tko-su-finalisti/2053785/

  3. Rainer1

    17.02.2017 | 13:11

    Alen,
    Groteskt….der wird in kiev die ganze zeit vor der lgbt-community davonrennen müssen.

  4. Bandido

    17.02.2017 | 13:23

    Naja … stellt sich die Frage, wer in einem Land wie der Ukraine vor wem wegrennen muss.

  5. Vladimilan and Daan

    17.02.2017 | 13:48

    Ich hab gehört, dass die Tschechen auch schon ihre Vertreterin gewählt haben, konnte allerdings noch nichts offizielles lesen. Ist da jemand besser informiert?

  6. Chupacabra

    17.02.2017 | 14:05

    Zwischen LIVE und Video ist oft ein ordentlicher Unterschied. Kräftiges Stimmchen bedeutet nicht automatisch schön oder berührend…. Lahor ist ja grottenschlecht…. Das Stimmtimbre erinnert meine Ohren an eine sich einschmeicheln wollenden Männerzicke. Zum nächsten Punkt: Der ESC ist keine CSD-Veranstaltung. Solange TeilnehmerInnen dort nicht homophob agieren und verbalen Sondermüll absondern, ist mir deren Vergangenheit egal.

  7. flo

    17.02.2017 | 14:13

    Homophob und selber die größte Tucke vor dem Herrn?

  8. Alen

    17.02.2017 | 14:15

    Ok wie es aussieht, hat er das ganze dementiert und eine Stellungsnahme damals gemacht:

    https://www.facebook.com/notes/jacques-houdek/slu%C5%BEbeno-o%C4%8Ditovanje-jacquesa-houdeka-o-izboru-za-homofoba-desetlje%C4%87a/10150203728332227

  9. ESCNOW

    17.02.2017 | 14:38

    @Vladimilan and Daan
    Hier steht was zu Tschechien:
    http://www.eurovision.de/news/ESC-Tschechische-Republik-schickt-Martina-Barta-,barta122.html

  10. Vladimilan and Daan

    17.02.2017 | 14:45

    @ESCNOW
    Vielen Dank :)

  11. Matty

    17.02.2017 | 15:15

    Da geht also in diesem Jahr die kroatische Antwort auf die Zelmerlöwin aus Schweden an den Start und das im siebten Anlauf! Interessant und bizarr zugleich. Mal sehen, welchen Song die ihm auf den Resonanzkörper – äh – Leib schneidern werden!

  12. Bandido

    17.02.2017 | 15:21

    Wie wär’s mit einem Loblied auf seine Mama?
    (“And once again – mother….”)

  13. Jorge

    17.02.2017 | 15:49

    Homophob? Mit DIESEM Vornamen? Wenn das stimmt, konnte Jacques ja nicht auf einen ESC in Moskau warten, da ist Kiew eben als zweite Wahl auch eine passende Heimat für seine Gesinnungsgenossen. Mit 35 ist man ja schliesslich schon Frührentner in Sachen ESC-Teilnehmer …

  14. Manboy

    17.02.2017 | 16:12

    Beim ersten flüchtigen Blick dachte: Ach, der Axel aus Belgien tritt dieses Jahr für Kroatien an.
    Ich habe kein gutes Gefühl.

  15. Ray

    17.02.2017 | 17:31

    Der wird im Semi stecken bleiben.

  16. Mariposa

    17.02.2017 | 18:05

    @ Matty

    Man wird ihn keinen Song “auf den Leib schneidern”, sondern er will mit einer Eigenkomposition antreten. Das alleine hat bei mir schon Pluspunkte.

  17. Matty

    17.02.2017 | 19:28

    @Mariposa
    -
    Von Eigenkomposition ist aber im Artikel nichts zu lesen.

  18. Jorge

    17.02.2017 | 19:51

    Wenn seine Eigenkompositionen auf dem Level der Hörbeispiele sind, wird garantiert nur die kurze Stadtrundfahrt Kiew gebucht. Das Bonuspunktelevel Eigenkomposition sieht für mich eher nach Game Over aus.

  19. Meckie

    18.02.2017 | 19:04

    Wird sicher ne fette Nummer.

  20. alkibernd

    18.02.2017 | 19:09

    Oh Graus – schon mal vorsorglich 0/10 für diesen Beitrag – obwohl, das Kleid von Nina aus dem letzten Jahr könnte er wohl auftragen.

  21. alkibernd

    18.02.2017 | 19:13

    Man kann ihm den Song ja nicht auf den Leib schneidern, weil der dann 30 Minuten dauern würde. *kalau

  22. escfan05

    19.02.2017 | 18:05

    Also ich finde das kroatische Moppelchen sieht doch ganz knuffig aus. Bin gespannt auf seinen Song.

    @alkibernd: Wäre wohl bei ihm ein T-Shirt.

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