San Marino

Jimmie Wilson im PrinzBlog-Interview: „Ein Hoch auf Deutschland für den einen Punkt“

„Give Me 5“ ist der Titel der brandneuen Single von Jimmie Wilson. Welche Verbindung der Song mit Audi hat, wie Jimmie die Ergebnisse des ESC in Kiew einsortiert und warum er sich über einen Anruf vom NDR freuen würde, darüber unterhielt er sich im PrinzBlog Exklusiv-Interview mit Blogger Marc.

PrinzBlog: Hallo Jimmie, blicken wir zurück auf den ESC in Kiew. Was waren Deine persönlichen Highlights in den 2 Wochen vor Ort in Kiew?

Jimmie Wilson: Herausragend war für mich der 300 Meter lange rote Teppich bei der Eröffnungszeremonie. Ich habe jede Sekunde genossen und es hat mir wirklich sehr viel Spaß bereitet.

Die ESC Fans können ganz schön crazy sein: Was war die verrückteste Frage, die Dir gestellt wurde und was hast Du geantwortet?

Das stimmt. Aber das ist eine liebe Art von „crazy“. Manchmal waren auch Fragen dabei, die ich hier lieber nicht wiederholen möchte (lacht). Aber ich muss ja auch nicht jede Frage beantworten.

Was war die krasseste Falschmeldung, die Du in der Zeit über Dich (und oder Valentina) im Netz/Social Media gelesen hast?

Gute Frage. Es gab zum Glück keine gravierenden Falschmeldungen. Aber es gab ein paar Trolle, die sehr negativ über San Marino geschrieben oder kommentiert haben und nicht immer den richtigen Ton getroffen haben. Außerdem war ich überrascht, wie unterschiedlich manche Blogger informiert sind. Ich erinnere mich an einen Blogger, der wie ich aus dem Raum Frankfurt kommt, dessen Blog-Beitrag wirklich schlecht recherchiert war. In meiner Karriere hatte ich gerade dort in der Frankfurter Gegend schon unzählige Auftritte, daher sagt dieses Verhalten viel über ihn und seine Meinung aus. Vielleicht sollte er mehr in Frankfurt ausgehen, anstatt Bullshit zu schreiben.

Der ESC ist immer wieder für Überraschungen gut. Mit dem Ausscheiden welcher Länder hast du nicht gerechnet?

Das ist schwer zu sagen. Es gab so viele wunderschöne Lieder, die nicht weiter gekommen sind, z.B. Norma John aus Finnland. Bei „Black Bird“ fasziniert mich der Text, die Meldodie und gesanglich war es ebenfalls top. Aber das macht den Reiz des ESC aus: man weiss vorher nie, ob man mit seinem Lied genau den Nerv von Millionen von Menschen trifft.

Für San Marino hat es leider ebenfalls nicht gereicht. Immerhin gab es aber 1 Punkt aus dem deutschen Televoting für „Spirit Of The Night“. Kam das Ausscheiden für Dich und Valentina sehr überraschend? Warum hat es aus Deiner Sicht nicht geklappt?

Leider haben wir es nicht ins Finale geschafft, aber dabei sein ist alles. Und ich muss sagen: ein Hoch auf Deutschland für den einen Punkt.

Wie gesagt, der ESC ist manchmal unberechenbar. Ich war selbst nicht überrascht über das Ausscheiden. Man kann sicher berechtigt über alle möglichen Punkte diskutieren, woran es gelegen haben könnte. Am Gesang hat es jedoch meiner Meinung nach nicht gelegen.

YouTube Preview ImageValentina Monetta & Jimmie Wilson – Spirit Of The Night

Wie ist Ralph Siegel mit dem Ausscheiden umgegangen? Er ist ja bekannt für seinen Perfektionismus.

Klar war Ralph genauso enttäuscht, wie wir alle. Es war sein 25. ESC Beitrag und wir wollten mit ihm zum Jubiläum natürlich den Finaleinzug schenken. Ich habe es ihm sogar mehr gegönnt als für mich selbst. Wer ihn kennt, weiss dass es ihn jedes Mal sehr fuchst, wenn er im ESC-Finale nicht dabei sein kann.

Salvador Sobral hat in seiner Siegerrede die Bedeutung der „wahren Musik“ im Gegensatz zur Plastikmusik hervorgehoben. Wie fandest du seine Rede und wie denkst Du über „wahre Musik“ und „Plastikmusik“?

Wir leben in einer Demokratie und jeder kann seine Meinung äußern. Das ist vollkommen okay. Aus seiner Sicht als Songwriter kann ich ihn auch verstehen. Es gibt eben Songs, die haben als Inhalt nur „Baby Baby Baby“ und es gibt Musik mit sehr tiefgründigen, emotionalen oder bedeutungsvollen Texten.

Im Gegensatz zu Salvador vertrete ich aber die Meinung, dass Musik keine Grenzen hat. Jede Art von Musik ist auf ihre Art „wahre Musik“. Kunst soll vielseitig sein und die Geschmäcker sind schließlich ebenfalls verschieden. Kannst du dir eine Welt vorstellen, in der jeder Song klingt wie „Amar pelos dois“? Ich nicht. „Celebrate Diversity“ sollte auch im Musikbusiness gelebt werden.

Wie geht es nun nach dem ESC mit Dir und Valentina weiter? Habt Ihr noch regelmäßig Kontakt? 

Valentina und ich haben gerade erst am 20. Juli gemeinsam ein Konzert in San Marino gegeben. Wir haben zusammen mit einer Live Band den legendären Motown-Sound aus meiner Heimat Detroit zum Leben zelebriert. Es hat mir sehr viel Spaß bereitet.

Beim Konzert habe ich sogar ein paar neue Kontakte knüpfen können mit Leuten, die in Detroit geboren wurden. Sie haben mir berichtet, dass nicht nur in Detroit viele Sammarineser leben, sondern auch rund 10 % der Einwohner von San Marino in Detroit geboren wurden. Die Verbindung zwischen San Marino und Detroit ist untrennbar. Das hat mich sehr beeindruckt.

YouTube Preview ImageJimmie Wilson – So Damn Beautiful

Du hast im Halbfinale ein auffälliges Shirt mit der Aufschrift „So Damn Beautiful“ getragen. Was hatte es damit auf sich?

Das hast Du gut beobachtet. „So Damn Beautiful“ ist der Titel meiner aktuellen CD. Ich hatte bei meinen Auftritten in Kiew verschiedene T-Shirts mit meinem Logo getragen, denn trotz unseres Duetts bin ich natürlich in erster Linie auch Solo-Künstler. Ich wollte damit zeigen „Seht her, ich bin Jimmie Wilson“ und etwas Cross-Promotion machen. Es hat mir auch sehr viel bedeutet, dass ich „So Damn Beautiful“ bei der Wiwibloggs-Party vorstellen durfte. Selbst Ralph Siegel mag den Song. Trotzdem möchte ich unterstreichen, dass ich auch „Spirit Of The Night“ mit der gleichen Leidenschaft und Power performt habe, wie meine eigenen Songs.

Du hast gerade ein Album am Start. Welche Musikstile sind darauf vertreten?

Das Album ist wie ich: ziemlich vielseitig. Eine knackige Mischung aus Rock, Pop und Soul und ganz wichtig: es ist „wahre Musik“ (lacht).

YouTube Preview ImageJimmie Wilson – The Color Red (performed at Must Be The Music/Polish TV)

Welche Songs auf Deinem Album haben eine besondere Bedeutung für Dich und warum?

In erster Linie natürlich „So Damn Beautiful“, denn dieser Song hat mich inspiriert ein komplettes Album zu kreieren. „Human“ war der ursprüngliche Titel des Albums, bedeutet mir ebenfalls sehr viel, denn es geht darum, dass Menschen den Mut haben Dinge zu tun oder loszulassen, egal was andere darüber denken. In dem Song „The Color Red“ geht es um das Thema Vorurteile. Wir sind zwar als Menschen vielfältig und unterschiedlich, aber unter unserer Haut sind wir auch wieder gleich. Wenn ich nun auf mein fertiges Album blicke, dann bin ich wirklich stolz auf das Ergebnis.

Wann und wo können Deine Fans Dich in nächster Zeit live erleben?

Ich bin viel in Europa unterwegs – meist auf privaten Events: ich war diesen Sommer in St. Tropez und auch in Stockholm, wo ich bei einem Konzert im Hard Rock Café aufgetreten bin. Außerdem bin ich musikalischer Botschafter für das Audi Zentrum Frankfurt. Es gibt sogar eine A5-Edition mit dem Namen „Give Me 5“ darauf bin ich sehr stolz.

YouTube Preview ImageJimmie Wilson – Give Me 5

Und nun die Frage aller Fragen: War der ESC für Dich ein einmaliges Abenteuer oder würdest Du gerne nochmal antreten? Wenn ja, für welches Land?

Der ESC war für mich rückblickend eine echt geile Erfahrung. Ich würde daher nicht „nein“ sagen, aber darauf achten, dass die Bedingungen für mich passen: ich möchte gerne als Solo Künstler teilnehmen, damit ich mehr Freiheiten habe z.B. wie ich singe und wie ich mich auf der Bühne bewege. Als Teil eines Duos oder einer Gruppe muss man natürlich mehr Kompromisse eingehen.

Am liebsten würde ich für Deutschland antreten wollen, da ich ja hier lebe. Falls sich Optionen in anderen Ländern ergeben, wäre das auch okay. Mal sehen, ob der NDR nun bei mir anruft. Ich warte darauf (lach).

Lieber Jimmie, herzlichen Dank für das Interview. Wir wünschen Dir mit Deiner neuen Single „Give Me 5“ viel Erfolg!

Social Media:
Mehr von Jimmie gibt es auf seiner Website, bei Facebook und Instagram.

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2 Kommentare Kommentar schreiben

  1. Matty

    25.08.2017 | 12:32

    Ein tolles Interview und wie ich schon in einem anderen Thread sagte, wäre es schön, wenn Jimmie nächstes Jahr für Deutschland am Vorentscheid für Lissabon teilnehmen würde. Sein aktueller Song ist zwar tanzbar, aber es kommt etwas zuviel „Give me 5“ darin vor, was mich an „La La La“ von Massiel erinnert, das 1968 gewann und in dem das „La“ auch ziemlich oft vorkommt.

  2. escfan05

    25.08.2017 | 19:56

    Sympathischer Typ, hätte gar nicht gedacht das er in Deutschland lebt. Hätte eher gedacht, das er im englischsprachigen Raum wohnt. Aber naja, apropos NDR. Bin gespannt mit welchem Konzept man nächstes Jahr scheitern wird.

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