Bisher hörte man Fräulein Meyer-Landrut in erster Linie auf Englisch singen. Das würde die 20-jährige Contest-Siegerin gerne ändern, wie sie in einem Interview verriet.
“Ich würde gern viel ausprobieren, mal ein französisches Lied aufnehmen”, sagte Lena der ZEIT. Eine interessante Vorstellung, nachdem die Gewinnerin des Osloer Grand-Prix bislang nur auf Englisch in Erscheinung trat. Ob aus dem Ausflug ins Französische was wird, wisse sie aber nicht, schob Lena hinterher.
Hoffen wir, dass Mentor Stefan Raab das gehört bzw. gelesen hat. Falls er sich noch genauso umfangreich um Lena kümmert wie in der Vergangenheit. Allerdings will ja auch Fräulein Meyer-Landrut selbst nun kürzer treten: “Ich will weitermachen, aber nicht unbedingt in dem Ausmaß”, sagte sie der ZEIT. Logisch, schließlich möchte sie ja nun afrikanische Kultur und Philosophie in Köln studieren.
Ansonsten erzählte Lena in dem Interview über ihren Schulwechsel nach der 9. Klasse, den sie – neben dem Sieg des Eurovision Song Contest – als wichtigen Wendepunkt in ihrem Leben beschreibt. Ungewöhnlich, wie offen sie da über ihr Leben erzählt, denn bisher hielt sie nach dem Vorbild Raab ihr Privatleben recht geheim. Nun erfährt man, dass sie damals drei Monate wegen einer Operation nicht im Gymnasium war und nach ihrer Rückkehr kaum Hilfe von ihren Lehrern erhielt. Daraufhin habe sie in Hannover auf die integrierte Gesamtschule IGS Roderbruch gewechselt.
Dort sei sie “mit einer anderen Welt” konfrontiert worden, sagt sie. “Da gab es viele Immigranten-Kinder, die die deutsche Sprache noch nicht gut konnten.” Sie lobt das Gemeinschaftsgefühl auf der IGS, es sei alles “familiär” und “entspannt” gewesen, die Leute toleranter als am Gymnasium. Dort habe es einen gewissen Druck zu Coolness gegeben. Viele hätten Markenkleidung getragen: “Da waren oft Dinge wichtig, die mir nicht so wichtig sind”.
Etwas widersprüchlich ist allerdings, dass Lena dennoch behauptet, sie habe auf der Gesamtschule weniger “von der echten Welt mitbekommen” als dass auf dem Gymnasium vielleicht der Fall gewesen wäre. Sie hält sich nämlich für zu wenig egoistisch: ”Auf dem Gymnasium wäre ich vielleicht ein bisschen egoistischer geworden. Was natürlich gar nicht schädlich ist.” Sie habe erst lernen müssen, auch mal eigennützig zu handeln. Auf der IGS sei einem vermittelt worden, Probleme diplomatisch zu lösen.
Dann hoffen wir mal, dass Lena auch in Sachen französisches Chanson ganz eigennützig bleibt – und uns demnächst mit Gesang en français erfreut. Das könnte dann ja gleich ein französischer Autohersteller aufgreifen. Schließlich ist lovely… äh… “douce Lena” ja in Bälde wieder auto-frei. Und wenn sie an der Uni erst einmal Suaheli gelernt hat, wäre es nicht mehr weit zu einem Lied in der afrikanischen Sprache. Vielleicht im Duett mit Stella Mwangi?

























