
Seit einigen Tagen läuft Lenas neue Single “Stardust” im Radio. Und wie immer, wenn die Hannoveranerin in Erscheinung tritt, geht gleich mächtig die Post ab. Diesmal waren zwar nur einige Radiosender mit einem neuen Song bemustert worden, das war aber für Lena-Hater und Lena-Lover überhaupt kein Grund, die Kommentar-Abteilungen diversester Internetforen NICHT überquellen zu lassen. Um den Song und ihre Musik geht es dabei selbstverständlich nur marginal. Das ist hier anders. Wir fragen: Was liefet Lena musikalisch ab?
In den vergangen Monaten haben wir relativ wenig von Lena gehört, sie hatte ja auch zu tun. Das für viele Künstler “schwierige dritte Album” stand an, bei dem es oft darum geht, nach einem Erfolgsdebüt und einem sich daran orientierenden Nachfolger, neue Wege einzuschlagen. Oft wird dabei mit Worthülsen wie “radikaler Bruch”, “persönlicher werden”, “selber was schreiben” usw. um sich geworfen. Auch in Lenas Fall. Stefan Raab sollte oder wollte nicht mehr an Bord sein, von Eigenkompositionen war oft die Rede und persönlich sollte es sowieso sein. Vielleicht auch anders. Was man erwarten konnte, war allerdings lange nicht klar.
Ende letzten Jahres äußerte Lena bei einem Rundgang über den Kölner Weihnachtsmarkt, dass sie “mit Schweden” zusammen arbeiten würde, eine Äußerung, die ein Großteil der ESC-Fans erst einmal mit Wohlwollen aufnimmt. Viel mehr rutschte nicht durch, aber Ende Juli lud Lena ausgewählte Journalisten ein, um ihnen Teile ihres neuen Produktes vorzustellen.
Bei der sogenannten “Wohnzimmer-Promo-Tour” wurden diese bewirtet und mit 8 neuen Songs konfrontiert. Neben viel Klimbim wurde tatächlich auch mal über die Albumsongs geschrieben, und, ja, es ist immer noch Popmusik im Lena-Stil. Aha.
Erinnern wir uns: Lena ist – zumindest für den Autor dieser Zeilen – weniger eine Sängerin, mehr ein Mädchen, das singt. Dabei bedient sie sich allerlei Ingredienzien und Einflüssen aus der Popgalaxie, tritt mal als Indiegirl, mal als Elektrobraut an, bleibt aber in der Regel im radioverträglichen Universum. Und das könnte auch bei ihrem neuen Album so sein.
Mit Blick auf den neuen Song “Stardust” ist das auf jeden Fall so. Mehr Radio geht nicht. “Stardust” ist ein sehr ordentlicher Midtempo-Popsong, der durch den marschigen Beat, den großen Chor und die vielen Oh-ohs und Ah-ahs etwas Hymnisch-Gospelhaftes erhält und sich schnellstens im Gehörgang einnistet. In diesem Zusammenhang stören auch der doch recht simple Text und die vielen Textwiederholungen überhaupt nicht, im Gegenteil, dadurch wird das Mitsingen noch leichter. Und Weltraummetaphorik war ja auch bei “Satellite” schon ganz prima.
Der von Singer-Songwriterin Rosi Golan (schrieb auch schon die VE-Songs “Bee” und “I like you”) und Tim Myers (ehemaliger Bassist der Hymnenband One Republic) verfasste Song ist klassisch aufgebaut: Strophe – Refrain – Strophe – Refrain – textfreie Oh-Oh-Bridge – modulierter Refrain – Aus. Da überrascht wenig, aber muss es ja auch nicht. Ein typischer Schweden-Schlager-Pop-Aufbau, ideal für den direkten Konsum und gar nicht kompliziert. Leider allerdings ohne den von uns so geliebten Key change, aber es sind ja auch keine schwedischen Songwriter. Dafür gibt es zumindest keine Schlussblende.
Das Lied erinnert in der Struktur an Songs wie “A new tomorrow” von A Friend in London und wäre auf der ESC-Bühne sicher kein Fehler. Im Radio aber auch nicht und dort wird es punkten. Ähnlich wie Roman Lob, der “Standing Still” auch vor allem über den Rundfunk zu einem Dauerbrenner machte, könnte “Stardust” zu einem Hit werden, den jeder kennt und gern mal hört, der aber nicht unbedingt so mannigfach verkauft wird, wie seinerzeit “Satellite”. Auf jeden Fall hat Lena sehr gute Chancen, sich mit dem Lied nett im Gespräch zu halten und die Albumverkäufe anzukurbeln.
Hier ein kurzer Schnipsel:
und hier noch einer mit dem modulierten Refrain:
Und hier kann man (zumindest im Moment noch) den gesamten Song hören.
“Stardust” erscheint als Single am 21. September, das gleichnamige Album, am 12. Oktober. Es wird natürlich an dieser Stelle ausführlich vorgestellt.
Übrigens hat die immer noch sehr rege Lena-Fansite “Lenaisten” eine sehr ansprechende Timeline online gestellt, bei der man ihre Karriere minutiös nachverfolgen kann: Lenas Allee. Wenn man sonst nichts zu tun hat, kann man sich bis zur Albumveröffentlichung damit wunderbar die Zeit vertreiben.

























11.08.2012 | 12:40
Wann erscheint das Album nun, am 12. oder am 15. Oktober? In den ersten Berichten wurde der 15. genannt, seit ein paar Tagen der 12.
(Die astrologischen Konstellationen für beide Termine zeigen Erfolg, am 15. aber ausgeprägter.)
Ich habe den Song zwei Tage lang auf Youtube gehört, bis er gesperrt wurde. Die Tanzliedchen beim ESC gehen mir ja oftmals gewaltig auf die Nerven, weil sie oft so primitiv sind ( z. B. Aphrodisiac: unerträglich!), aber dieses Lied kann ich ganz gut ab. Auch wenn ich von mir aus nicht das Bedürfnis habe, es zu hören.
Für mich ist Lena auch keine Sängerin. Aber auch nicht nur ein Mädchen, das singt. Nur ein Mädchen, das singt, kann man beim ESC nicht auf die Bühne stellen, und abräumen würde so eine auch nicht einfach. Lena hat dieses Mehr an Ausstrahlung, Lebendigkeit, Spritzigkeit, Lebensfreude, Schauspieltalent und Willen und Rangehen ans Publikum, das man nicht so oft sieht. Deshalb macht sie auch mir viel Spaß.
(Die USFD-Show mal ausgenommen: GÄHN…)
Sie hat eine ganz eigene, besondere Stimme, aber…Ja, Lena, tut mir leid, Deine Töne klingen nicht schön, meistens klingen sie garnicht. Und manchmal quäkst du immer noch. Nach zwei Jahren, das muss nicht sein. Das Gequäke finde ich anstrengend zu hören, manchmal nervt es richtig. Obwohl ich dich wirklich gerne mag.
Eigentlich fängt Lena doch erst jetzt richtig an, nachdem sie sich darüber klar werden konnte, was sie will und wo sie hinwill und wo nicht.
Viel Erfolg!
12.08.2012 | 11:05
Lenas neues Album
Nach der Pressemitteilung von Universal Music erscheint das Album am 12.Oktober. Das ist, wie bei soetwas üblich, ein Freitag. Der 15.Oktober -ein Montag- wurde durch irgendeine Zeitung kolportiert und andere haben -ebenfalls wie fast üblich- abgeschrieben.
14.08.2012 | 21:09
Hm... :/
Also ich habe wirklich nix gegen Lena oder so, aber als ich mir die 34sec Preview angehört habe, dachte ich nur “Mein Gott, hört sich das grottich an” Eine quickige Stimme und so ein einschlafenen Getrommel geht ja garnicht. Das hört sich schon für mich sch**ße an. Sorry….
14.08.2012 | 21:12
Aber dann habe ich mir den Refrain angehört und dachte, das geht ja noch, aber die Strophen sind ein No-Go!
15.08.2012 | 11:23
Absolut starke Nummer
Wow, den Song endlich mal komplett gehört und ich bin total begeistert.
Ist bisher der beste Song von Lena!
Würde mich nicht wundern, wenn Stardust erfolgreicher als Satellite wird.
Verstehe die Kritik an Lenas Stimme nicht. Sie hat eine signature voice, die in Opern zwar wenig zu suchen hat, aber gerade in Stardust hervorragend klingt und im Pop-Business starken Eindruck hinterläßt.
Und da der Song garantiert bis ins Jahr 2013 im Radio totgespielt werden wird, können sich ja einige auf viel Sternenstaub in den Gehörgängen freuen :-)
15.08.2012 | 13:27
Vorsicht!
Stardust ist ein fieser Ohrwurm, setzt sich extrem schnell fest und kann auch operativ nicht wieder entfernt werden!
Das Gesundheitsministerium befürchtet eine Epidemie. Experten gehen davon aus dass bereits in wenigen Wochen weite Teile der Bevölkerung betroffen sein werden. Zur Vermeidung einer Infektion empfehlen wir das Radiogerät vorerst nicht einzuschalten. Die WHO hat bereits die Entwicklung eines Impfstoffes in Auftrag gegeben.
20.08.2012 | 22:19
Don't Panic!
Wie die WHO mitteilt, befindet sich das einzig wirksame Gegenmittel auf dem 3 Wochen nach der Single erscheinenden Album. Nicht auszuschließen ist allerdings, das sich auch weitere Ohrwürmer darauf befinden, deshalb ist vorsichtiger Umgang mit entsprechenden Vorhörschnipseln angesagt.