Großbritannien

Live-Blog Großbritannien: Lucie Jones mit klassischer Ballade nach Kiew

Lucie Jones Großbritannien 2017„You decide“ hieß der britische Vorentscheid, der wie im vergangenen Jahr von Mel Giedroyc moderiert wurde. 6 Interpreten bewarben sich um das Ticket nach Kiew. Gewonnen hat es die 25-jährige  Lucie Jones mit ihrer klassischen Piano-Ballade „Never give up on you“. Hier könnt Ihr noch einmal unseren Live-Blog zur TV-Show nachlesen.

Guten Abend aus Hamburg, Good Evening! Der Stream funktioniert, allerdings scheint es zwischendurch immer mal wieder unkontrollierte Werbung zu geben – wir werden sehen! Ich habe mir Vinegar Chips besorgt – mag ich zwar nicht, aber es passt zum Anlass…

Wir werden heute eine Wertung aus 50 Prozent Televoting und 50 Prozent Jurywertung erleben. Die Jury besteht aus Sophie Ellis-Baxtor, Popikone der 90-er Jahre, Bruno Tonioli, dem „Joachim Llambi des UK“ und früheren Bandmitglied bei „Duke and the Aces“. Dritte im Bunde ist Cece Sammy, die als Vocal Coach in verschiedenen Castingformaten gewirkt hat.

Und los geht´s! Mel steht inmitten in der Menge und macht klischeehafte Andeutungen à la Petra Mede. In diesem Jahr soll die Show noch größer werden als 2016. Gesucht wird der 60. britische Beitrag der ESC-Geschichte.

Die sechs Acts betreten die Bühne zu Lenas „Satellite“ und werden kurz vorgestellt. Bei mir läuft jetzt Werbung für Hustensaft – Gesundheit und Gute Besserung! Das müssen wir jetzt ertragen…

Pünktlich sind wir zurück zur „Fairytale“ von Alexander Rybak. Zum warm werden sicher nicht die schlechteste Idee, ihn jetzt schon auftreten zu lassen. Thank you and Goodbye, Mr. „Reiback“!

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Nun stellt Mel die Jury vor und erwähnt, dass Bruno 1980 selbst an der britischen Vorentscheidung mitgemacht hat. Großes Gelächter beim Einblenden der Choreographie. Sophie liebt den ESC, weshalb hat sie dann nie mitgemacht – mit der Frau hätten die Briten ein Pfund im Wettbewerb gemacht.

Starten wir mit dem Wettbewerb, die Interpreten werden in kurzen Filmchen vorgestellt.

Holly Brewer – I wished I loved you more
(Kevin Fisher, Courtney Harrell, Laurell Barker, Mattias Frändå, Johan Åsgärde, Oliver Lundström)

Holly trägt ihre wasserstoffblonden Haare engelsgleich gewellt und trägt dazu das „kurze Schwarze“.  Der Song ist eine Midtempo-R&B-Ballade, die sie stimmsicher und kraftvoll vorträgt. Sowohl optisch als auch gesanglich ist das ausgesprochen ansprechend. Musikalisch nicht wirklich etwas Neues, aber man hört gern drei Minuten zu. Auch der hohe Ton nach der Bridge sitzt halbwegs. Guter Start. 6/10 Punkte von mir.

Cece ist total begeistert von der kontrollierten Stimme, Bruno mochte die Eleganz und Hollys Energie, Sophie hat es lediglich „gefallen“…

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Danyl Johnson – Light up the world
(Dan McAllister, Rick Blaskey, Greg Walker, Chris Sutherland, Ameerah Roelants)

Oha, da ist aber jemand out of tune. Offenbar ein technisches Problem, es wird schnell besser. Danyl trägt casual Streetwear. Es gibt zum hymnischen Refrain eine hübsche kleine Schrittchoreographie, aber stimmlich wackelt er insgesamt doch ziemlich. Es wird viel geschrien, bei diesem Song hätte ich doch gern, dass er bald vorbei geht.  Nach Kenntnis der Studioversion ein ziemlich enttäuschender Auftritt! 2/10 Punkte.

Bruno mochte den Boybandcharme der Nummer, Cece sondert begeisterte Allgemeinplätze ab und Sophie schließt sich an…

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Lucie Jones – Never give up on you
(The Treatment, Emmelie de Forest, Laurie Martin)

Lucie trägt ein rotbraunes ärmelloses Samtkleid und steht allein auf der Bühne. Sie ist sehr stimmsicher zu ihrer Piano-Cello-Ballade. Der Song baut sich klassisch auf, haut mich allerdings auch nicht vom Hocker. Gesanglich ist sie aber die Beste heute Abend. Da es aber nicht ausschließlich darum geht, bleibe ich etwas ratlos zurück mit dieser dunklen Ballade. Ich sage mal: 5 von 10 Punkten.

Sophie fand ebenfalls Lucie besser als den Song. Bruno meint, dass es schwieriger ist, allein und überzeugend auf der Bühne zu stehen, als eine wilde Choreo abzuliefern. Cece findet heute alles „stunning“, na ja…

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Olivia Garcia – Freedom hearts
(Gabriel Alares, Sebastian Lestapier, Linnea Nelson, Laurell Barker)

Bei mir kommt jetzt erstmal wieder Werbung, ich hoffe, das meiste vom Song dennoch mitzubekommen…

Olivia trägt ein sexy anmutendes Silberglanzkostüm mit kurzen Hosen, dazu geflochtene Haare mit Pferdeschwanz. Der Song ist eine „R&B-Marsch-Midtempo-Ballade“. Gefällig und auch stimmlich ordentlich vorgetragen. Im Hintergrund werden Fahnen geschwenkt, aber mich erreicht das irgendwie nicht komplett. 5/10 Punkte.

Sophie ist nicht wirklich angetan, Bruno hingegen schon. An dieser Stelle muss man mal sagen, dass Sophie die einzige zu sein scheint, die versucht, ein objektives Urteil abzugeben. Bruno und Cece sind offenbar nur da, um alles ganz, ganz großartig zu finden. Make the UK great again!

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Nate Simpson – What we are made of
(Jon Hällgren, Eric Lumiere, DWB)

Nate singt einen Song, der vom Feeling her ein wenig an „Made of Stars“ von Hovi Star aus dem vergangenen Jahr erinnert. Sternenhimmel im Hintergrund und alle Spots auf Nate. Ich mag den Song sehr, auch, wenn er ein wenig vor sich hin plätschert, und er singt ihn auch gut. Das ist einfach klassisches ESC-Material, das man immer schicken kann. Tolle lange Töne in Kopf- und Bruststimme, leider ein ziemlich abruptes Ende. Ja, doch – 7/10 Punkte.

CeCe fühlte sich schon wie beim ESC-Finale, Sophie fühlte sich an Conchita Wurst erinnert (…) und Bruno hat geglaubt, dass Nate nur für ihn gesungen hat. Da geht doch was…

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Salena Mastroianni – I don’t wanna fight
(The Treatment, Nicole Blair, Marli Harwood)

Ob Salena wohl mit dem legendären italienischen Schauspieler mit dem gleichen Nachnamen verwandt ist? Sie trägt einen glitzernden Hosenanzug im leichten Domina-Stil und hat vier bemützte Tänzer zur Seite. Tja, der Song kommt bei mir überhaupt nicht an. Klingt billig produziert. Hat zugegebenermaßen etwas Power, wirkt aber in seinen Einzelteilen total unorganisch zusammengeklöppelt. Die beste Sängerin ist Salena auch nicht. Pluspunkt: Der Song ist tanzbar. Trotzdem nur 3/10 Punkte. Und ich hab Angst, dass die Briten das wählen, weil sie den ESC für ein Trashfestival halten…

Bruno lobt, dass sie gleichzeitig tanzen und singen kann. Cece findet toll, wie sie das Publikum animiert hat und Sophie sagt etwas weises….

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Die Favoriten hier in Ottensen also: Nate Simpson und Holly Brewer. Alles andere fände ich dann doch schon etwas enttäuschend. Es kann gevotet werden, dazu läuft jetzt der Schnelldurchlauf.

Irgendwelchen Studenten werden ESC-Auftritte vorgespielt und sie müssen etwas dazu sagen. Eine der Studentinnen ist ganz begeistert von MONZ. So muss es sein. Schöne Grüße an dieser Stelle an Matty!

Weiter geht es mit den Vamps und dem Song „All Night“. Das wäre ein schöner Song für den nächsten Junior Eurovision Song Contest. Die Jungs sind doch sicher noch startberechtigt! Kennt die jemand? Ich bin dafür mit Sicherheit schon deutlich zu alt…

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Es gibt einen weiteren Schnelldurchlauf, nur noch sechs Minuten, dann kommt die Jurywertung. Mel muss nun nochmal erklären, weshalb die ehemalige Kolonie Australien eigentlich auch beim ESC dabei ist. Dazu plaudert die gebürtige Australierin Danii Minogue aus dem Nähkästchen.

Das Voting ist jetzt beendet, das Panel sondert noch ein paar Allgemeinplätze ab. Vor den Ergebnissen gibt es noch einmal einen Rückblick auf Petra Mede und den Kollegen Zelmerlöw und ihr „Love Love Peace Peace“ vom ESC in Stockholm. Interval Acts aus der Konserve – interessant! Aber das hier kann man sich immer ansehen! Man wird aber das Gefühl nicht los, dass die Briten das, was die Schweden mit Augenzwinkern präsentieren, völlig bierernst übernehmen und für ESC-Realität halten.

So, nun wird es ernst. Werden Punkte präsentiert oder nur noch der Sieger bekannt gegeben?

Nein, keine Punkte, gewonnen hat: LUCIE JONES!!!!

Nun ja, kann man machen, Lucie singt fantastisch, aber der Song ist doch ein wenig „plitscherplätscher“. Diesmal also eine klassische Ballade für das UK, ich bin ein wenig ernüchtert. Aber beim ESC ist ja immer alles möglich, vielleicht auch ein TOP 20-Platz in Kiew. Emmelie de Forest als Co-Songwriterin zu haben, ist vielleicht auch nicht das schlechteste Omen…

YouTube Preview ImageLucie Jones – Never give up on you (Großbritannien 2017)

Danke für die Aufmerksamkeit, morgen geht es an dieser Stelle weiter mit dem finnischen Finale.

Der britische ESC-Beitrag "Never give up on you"

  • ist solala (36%, 120 Stimmen)
  • gefällt mir gut (23%, 77 Stimmen)
  • gefällt mir weniger (20%, 68 Stimmen)
  • ist ganz ausgezeichnet (12%, 41 Stimmen)
  • ist ganz furchtbar (9%, 30 Stimmen)

Wähler gesamt: 336

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