Israel

Live-Blog Israel: Imri Ziv schlägt Favoritin und fährt nach Kiew

Imri Ziv

Zum dritten Mal nutzte IBA die Castingshow HaKokhav HaBa für den Vorentscheid. Gefunden wurde mit Imri Ziv (Foto oben) ein Interpret – der ESC-Beitrag wird ihm später auf den Leib geschneidert. Hier gibt es noch einmal unseren Live-Blog vom Finale der Castingshow zum Nachlesen.

Schönen Guten Abend aus Hamburg! Wen schickt Israel nach Kiew oder auch anderswo hin? Je nachdem, ob man in der Ukraine noch die Kurve kriegt oder nicht…

Es moderieren heute abend Asi Azar und Rotem Sela. Die Expertenjury hat im Finale kein Votingrecht mehr. Sie besteht aus Harel Skaat, Keren Peles, Asaf Amdurski und Static & Ben-El Tavori.

Vier Finalisten haben sich seit Anfang des Jahres bis in dieses Finale gesungen:

Imri Ziv (war im Chor von Hovi Star und Nadav Guedj)
Beatbox Element
Diana Golbi
Julietta

Alle vier werden heute abend Coversongs singen und vom TV-Publikum mit einer App bewertet. Drei ziehen in ein Superfinale ein, zwei durch das Publikum und einer durch die Jury. Danach werden erneut Coversongs präsentiert und der Sieger steht fest.

Die Nachrichten sind vorbei, es gibt das Wetter. Morgen werden in Israel „Nekodot Grad“. Jedenfalls Regen und zwischen 12 und 15 Grad – durchwachsen…

Da sind Rotem und Asi und es geht los! Die vier Finalisten werden vorgestellt, das Publikum jubelt! Es gibt einen kleinen Film, in dem die Kandidaten und die Moderatoren gemeinsam flotte israelische Schunkelliedchen singen. Ich versteh kein Wort, aber es geht um die Reise nach Kiew und es kommt rüber wie eine große Revue-Nummer – Klasse!

Die Jury zieht unter Getöse ins Studio ein und die Abstimmungs-App wird noch einmal erklärt. Jetzt singen die vier Finalisten auch noch einmal einen weiteren Song zusammen vor einer großen LED-Wand mit allerlei Spezialeffekten. Man zeigt ganz offenbar gern, was man hat in Israel! Jetzt gibt es erst einmal Werbung und per mail gerade die schockierende Nachricht, dass es für Fans in diesem Jahr in Kiew keine Karten über die Fanclubs geben wird. Alle müssen selbst versuchen, über den offiziellen Kanal Tickets zu buchen. Na, das kann ja was werden…

So, nun kann es aber auch mal langsam losgehen. Wir wollen hier ja keine italienischen Verhältnisse heraufbeschwören…Ah, es wird in Runde 1 zwei Duelle geben.

Das erste Duell lautet: Imri Ziv gegen Beatbox Element

Imri sing „Halo“ von Beyoncé. Gut sieht er aus im dunklen Anzug mit Einstecktuch. Der Song scheint für eine Männerstimme aber irgendwie nicht zu passen. Es kommen zum Refrain vier weitere Jungs für eine gemeinsame Choreographie auf die Bühne. Imri singt o.k., aber vom Hocker hat mich das jetzt nicht – die Modulationen bekommt er nicht wirklich sauber hin. Ein paar falsche Töne sind auch dabei. Aber er sieht sehr gut dabei aus, das hilft sicher! Das Zustimmungsbarometer endet für Imri bei 78%. Ich glaube, das ist ein ganz ordentlicher Wert…

Die Jury sagt offensichtlich ganz nette Sachen zu ihm, er freut sich jedenfalls.

Beatbox Element (Fünf Männer und eine Frau) treten an mit „Hey Mama“ von David Guetta. Wie der Name schon sagt, kommt hier kein Ton vom Band, die Sechs machen alles mit den eigenen Stimmen. Der Song klingt in dieser Version ein wenig unmelodisch, die Jungs dröhnen die arme Sängerin ziemlich zu, sie hat Probleme, sich gesanglich durchzusetzen. Aber auch hier gibt es – ganz israel-like – eine hübsche Choreographie. Das Barometer steigt langsam, es sieht nicht so aus, als könnten sie Imri schlagen. Aber die Sechs schaffen schon einen ziemlich satten Sound, das muss man sagen. Schluss, Aus – nur 49%. Deutlicher Sieg für Imri. Kann man machen, aber das ist viel zu deutlich!!!

Aber noch gibt es ja die Chance, als Wildcard der Jury ins Superfinale einzuziehen.

Das zweite Duell bestreiten Julietta und Diana Golbi.

Beide werden ESC-Siegersongs singen. Zunächst Julietta mit „My Number One“ von Helena Paparizou. Sie trägt Sanna Nielsens ESC-Kleid von 2014 in weiß und hat wie Helena vier muskelbepackte Tänzer an der Seite, die total von ihr ablenken. Auch hier ist der Gesang o.k., aber weit entfernt davon, Begeisterungsstürme auszulösen. Mit zunehmender Songdauer wird sie auch dünner. Die Stimme wird natürlich dünner, nicht die Frau! Alles ein bisschen farblos, Julietta endet bei 53%. Ich glaube, die Reise ist hier für sie zu Ende. Und womit? Mit Recht!

Aber warten wir zunächst ab, wie Diana Golbi sich mit „Euphoria“ schlägt. Sie hat ja 2010 schon einmal eine Castingshow gewonnen, vielleicht hilft ihr das heute? Im schwarzen Paillettenkleid mit Stiefeln und Pferdeschwanz sieht sie ein wenig gewöhnlich aus, finde ich. Stimmlich ist sie aber deutlich besser als ihre Gegnerin. Aber der Song scheint nicht einfach zu singen zu sein, ganz leicht fällt es ihr nicht. An einigen Stellen muss sie ganz schön pressen. Und schon im zweiten Refrain explodiert die Wand vor ihr – das heißt, dass sie schon mehr als 53% Zustimmung erhalten hat. Stolze 84% sind es am Ende. Das macht sie natürlich auch zur leichten Favoritin für das Superfinale.

Imri Ziv und Diana Golbi sind also durch, ein dritter Kandidat wird von der Jury bestimmt. Aber zunächst singt Harel Ska´at einen Popsong im Duett mit Imri Ziv. Chic, die beiden! Und Keren singt gemeinsam mit Diana Golbi einen orientalisch angehauchten Song. Die singen sich an, als wollten sie was voneinander. Ich muss doch bitten, meine Damen!

Und weiter geht es mit den Duetten. Asaf singt mit Julietta eine Piano-Ballade. Die leiseren Töne liegen ihr eindeutig mehr! Dann fehlen ja noch Beatbox Element und das Juroren-Duo Static & Ben-El. Dort wird aber eher gerappt als gesungen.

Jetzt geht es aber endlich um den dritten Finalisten. Die Jury entscheidet sich mit 3:1 für Julietta! Beatbox Element sind also ausgeschieden.

Im Superfinale wird nun alles auf Null gestellt und die drei verbliebenen Kandidaten singen erneut drei Coversongs gegeneinander. Ich tippe auf die Reihenfolge Julietta, Imri und zum Schluss Diana – entsprechend der Prozentzahlen der ersten Runde. Werbung!

Och nö, es geht immer noch nicht in Runde 2. Static & Ben-El dürfen erst noch einmal etwas zum Besten geben…

Es folgt ein Filmchen mit Fürsprechern von Julietta. Sie hat sich umgezogen und singt jetzt „Shikorim me`ahava“ von Eden Ben-Zaken. Der Song beginnt langsam und nimmt dann folkloristisch ordentlich an Fahrt auf. Gesanglich ein Quantensprung zu ihrem ersten Auftritt. Die Jury springt auf und wackelt ordentlich mit den Hüften dazu. Natürlich gibt es auch wieder eine ordentlich ausgeklügelte Choreographie. Das Barometer bleibt stehen bei 58%. Vermutlich wird das am Ende nicht reichen…Schon wieder ein Werbeblock. Das israelische TV refinanziert sich damit offenbar die komplette Sendung – wirklich nervtötend!

Als Zweiter ist erwartungsgemäß Imri Ziv an der Reihe. Er singt „Because of you“ von Kelly Clarkson. Diemal mit Fliege zum Anzug! Er wird sich richtig anstrengen müssen jetzt, wenn er das Ticket nach Kiew ergattern möchte. Warum er nur Frauensongs singt, bleibt wohl sein Geheimnis. Diesen allerdings trägt er ganz ordentlich vor, selbst den hohen Ton trifft er. Er gibt alles für ein paar restliche Prozente und kämpft. Julietta hat er bereits eingeholt. Zum Schluss singt er sehr unsauber, aber er endet bei 74%. Wird das reichen? Die Favoritin kommt ja noch. Vermutlich müsste sie ihren Song gegen die Wand singen, um den Sieg noch zu verpassen.

Und was singt Frau Golbi? „Purple Rain“ von Prince! Da kann doch wohl nichts schiefgehen, oder? Aber erst einmal: Werbung…

Diana jetzt mit offenen Haaren und einer silbernen Paillettenjacke über dem schwarzen Shirt. Gute Interpretation, obwohl man diesen Übersong eigentlich gar nicht covern dürfte. Aber sie überzeugt wirklich stimmlich mit lautem und rauem Ton. Das wird wahnsinnig knapp. Das Barometer stagniert bei 65% , ich halte die Luft an. Aus, Vorbei – 66%. Imri Ziv guckt völlig aufgelöst und ungläubig in die Kamera – er hat gewonnen.

Imri Ziv vertritt Israel in Kiew!

Er kann sein Glück kaum fassen, Jury, Verwandte und Freunde stürmen die Bühne und beglückwünschen ihn. Und das war es dann auch. Den Song für Imri werden wir vermutlich in ein paar Wochen zum ersten Mal hören. Er singt hier zum Schluss noch einmal „Halo“.

Ich sage vielen Dank für´s Mitlesen und verabschiede mich für heute. Die nächsten Live-Blogs gibt es am kommenden Samstag, wenn Ungarn, Malta und Polen ihre Beiträge für Kiew auswählen. Tschüss!

Videos aus der Sendung stehen leider derzeit nicht zur Verfügung.

Imri Ziv Israel 2017

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