Schweden

Melodifestivalen 2017 – Quickcheck Semi 3: Krista und Robin geben Gas

Krista Sigfrids Melodifestivalen 2017

Dritte Runde beim Mello 2017. Die Sendung am Samstag kommt aus Växjö. Mit dabei ist auch Krista Siegfrids, die 2013 in Malmö für Finnland antrat und schon im vergangenen Jahr dem Mello die Ehre erwies. Wie jede Woche werfen wieder zwei Blogger einen kurzen Blick auf die sieben Wettbewerbsbeiträge. Diesmal sind es Jan und Marc.

Einminütige Ausschnitte von allen sieben Songs sind hier zu finden, Ausschnitte aus allen Proben gibt es hier zu sehen. Einen Überblick über alle Teilnehmer des diesjährigen Melodifestivalen gibt es hier.

 

1. Robin Bengtsson I Can’t Go On
(David Kreuger, Hamed ”K-One” Pirouzpanah, Robin Stjernberg)

Jan: Solide Elektropop-Nummer, die ein bisschen auch an Robins Song aus dem letzten Jahr erinnert. Schon wieder taucht das Wort „fu..ing“ auf, in Schweden ist man in diesem Jahr wohl ein bisschen in der „Street-Slang-Spur“. Dazu eine Choreo mit Laufbändern, auf denen zum Refrain ganz nach vor marschiert wird. Ob es für ganz vorn reichen wird? Robin hat uns eine spektuläre Performance versprochen – ich bin gepannt.
Bewertung: 3 Sterne

Marc: „I can’t go on“ ist schmissiger als sein „Constellation Prize“ vom Vorjahr. Ich finde es gut, dass er nun eine neue Seite von sich zeigt und einen schnelleren Song im Gepäck hat. Irgendetwas an dem Song erinnert mich an Justin Timberlake. Spontan flasht es mich zwar nicht zu 100%, aber ich finde es auch nicht schlecht. Durch die Laufbänder bekommen wir vermutlich eine dynamische Inszenierung. Ich bin neugierig. Könnte für die Direktqualifikation reichen.
Bewertung: 3 Sterne

 

2. Krista Siegfrids – Snurra min jord
(Krista Siegfrids, Gustaf Svenungsson, Magnus Wallin, Gabriel Alares)

Jan: Erstaunlich: gleich dahinter ein weiterer Song aus dem gleichen Genre. Klingt für mich aufgrund des höheren „Elektroanteils“ einen Hauch überzeugender als Robins Nummer. Krista macht diesmal auf ganz cool und ganz „unschlagerig“ – gefällt mir ganz gut!
Bewertung: 3,5 Sterne

Marc: Bin positiv überrascht. Krista möchte man ja sowieso am liebsten heiraten und mit „Snurra min jord“ festigt sie ihren Status als Fanliebling. Der Song klingt moderner und frischer als die Schlagerware, die sie zuletzt beim Melfest offeriert hat. Nicht der ganz große Ohrwurm, aber absolut Euroclub tauglich und mit Außenseiter-Chancen auf Andra Chansen.
Bewertung: 3 Sterne

 

3. Anton Hagman – Kiss You Goodbye
(Christian Fast, Tim Schou, Henrik Nordenback)

Jan: Schwedischer Gitarrenpop kommt ja auch nicht so oft vor. Haut mich nach einmaligem Hören jetzt zwar nicht vom Hocker und könnte von Anton sicher auch besser gesungen werden, aber zeigt, dass Menschen mit Gitarre auch fröhliche Songs performen können. Nach den vorherigen durchchoreographierten Nummern kommt die Bühne offenbar auch etwas zur Ruhe – angenehm!
Bewertung: 3 Sterne

Marc: Ein neues Gesicht beim Melfest mit einem locker flockigen Gitarren-Pop Song, hinter dem u.a. Tim Schou von ‚A Friend in London‘ steckt. Nette, reduzierte Inszenierung. Könnte aufgrund der Optik ein paar Zusatz-Stimmen einheimsen. SVT vergleicht den Song mit George Michaels Ouevre … da kommt er meiner Meinung nach nicht wirklich ran. Trotzdem mit Potenzial für Andra Chansen.
Bewertung: 2,5 Sterne

 

4. Jasmine Kara – Gravity
(Anderz Wrethov, Jasmine Kara)

Jan: Jasmine im langen roten Lackkleid könnte vielleicht zur Überraschung dieses Semis werden. Der erste Song, den ich unbedingt ganz sehen und hören möchte. Langsamer sphärischer Beginn mit schnell einsetzenden hastigen Beats. Fast ein bisschen wie „Euphoria“, aber dann doch auch wieder ganz anders.
Bewertung: 4 Sterne

Marc: Netter Euro-Dance-Song. Ich verspüre bei ‚Gravity‘ zwar sofort Lust zu tanzen und die Strophen klingen zunächst vielversprechend, aber der Refrain ist mir dann etwas zu platt und das ‚Gravity Gravity Ey‘ klingt mir bei mehrmaligem Anhören etwas hektisch und anstrengend. Jamines Kleid erinnert mich etwas an Britneys „Ooops I did it again“ -Outfit.
Bewertung: 2,5 Sterne

 

5. Owe Thörnqvist Boogieman Blues
(Owe Thörnqvist)

Jan: Owe wird am kommenden Sonntag unglaubliche 88 Jahre alt. Er wagt sich an einen Rockabilly-Song heran, der eigentlich 50 Jahre zu spät kommt. Natürlich hat das mit zeitgemäßer Musik rein gar nichts zu tun, aber ich vermute, das schwedische Publikum könnte dafür eine Schwäche haben. Und er führt einen neuen Gimmick ein – ein Hot Dog! Musikalisch gibt es allerdings, was 2017 hinter ihm landen dürfte…
Bewertung: 1 Stern

Marc: Owes Song macht dieses Halbfinale bunt. Der Song ist herrlich aus der Zeit gefallen und das schwedische Publikum ist für sowas  gerne mal anfällig. Vor allem könnte der 88jährige Owe sicher ein paar Sympathie-Punkte einheimsen, aber sein Rockabilly-Song ist leider so gar kein Ohrwurm und daher wird es schwer für, eine Runde weiter zu kommen.
Bewertung: 1,5 Sterne

 

6. Bella & Filippa – Crucified
(Peter Hägerås, Mats Frisell, Jakob Stadell, Filippa Frisell, Isabella Snihs)

Jan: Gleich zwei Gitarren auf der Bühne. Eine davon scheint auf den ersten Blick die junge Agnetha zu bedienen, das Ganze im Bühnenbild von Ilse & Waylon aus Kopenhagen. Das ist lässiger und an sich Folk-Gitarren-Pop, der zwar nicht belästigt, mir aber definitiv nichts gibt. Links rein und rechts raus.
Bewertung: 2 Sterne

Marc: Bella & Filippa sind aufstrebende YouTube Stars in Schweden und haben ein fröhliche Country-Pop Nummer im Gepäck. Der Song macht mir spontan gute Laune und animiert zum Mitwippen. Auf die „Calm after the Storm“ ähnliche Projektion am Boden hätte man jedoch verzichten können. Könnte vielleicht für Andra Chansen reichen.
Bewertung: 3 Sterne

 

7. FO&O – Gotta Thing About You
(Robert John ”Mutt” Lange, Tony Nilsson)

Jan: Das hat zum Schluss noch gefehlt – eine zu Tode choreographierte Midtempo-Boyband-Nummer! Schon tausend mal gehört – zwar wieder hervorragend produziert, aber leider von einer Schablone komponiert. Vermutlich aber auch ziemlich kompatibel für die Nutzer der Abstimmungs-App.

Das ernüchternde Ende eine insgesamt eher durchschnittlichen Semis ohne wirklich begeisternde Höhepunkte.
Bewertung: 2 Sterne

Marc: Meine Erwartungen an den vermeintlichen Topfavorit (Schwedens angeblich beste Boyband) wurden nicht erfüllt. Der Song liegt zwar mit Abstand auf Platz 1 bei der Wette „Direktqualifikation“, aber mehr als eine typische Boyband-Nummer, die mit ihrer Choreografie auch noch jedes Boyband-Cliché erfüllt, steckt nicht dahinter. Die Teenie-Mädels werden verzückt sein. Außerdem könnte die große Fanbase den Ausschlag geben, dass es am Ende sogar für die Direktqualifikation reicht.

Fazit: Bin mir relativ sicher, dass der schwedische Beitrag für Kiew nicht aus diesem Halbfinale kommen wird ;-)
Bewertung: 2,5 Sterne

 

Tipp fürs Finale:
Jan:
Robin Bengtsson, FO&O
Marc:
Robin Bengtsson, FO&O

Tipp für Andra Chansen:
Jan: Anton Hagman, Jasmine Kara
Marc: Bella & Filippa, Anton Hagman

ESC-News, ESC-Vorentscheid

18 Kommentare Kommentar schreiben

  1. Kathrin

    17.02.2017 | 08:28

    Ganz schön dünnes Stimmchen, der Anton. Und auch wieder so ein Bieber/Mendes Verschnitt. Aber naja, das Lied ist ganz nett. Für die AC sollte es meiner Meinung nach reichen.
    Ansonsten gefällt mir noch Robin (ziemlich gut sogar) und Jasmine hört sich auch nicht so schlecht an. Diese beiden würde ich Stand jetzt direkt ins Finale schicken.
    Mit Krista kann ich nichts anfangen, aber sie ist bei mir eh untendurch seit einem bestimmten finnischen VE vor ein paar Jahren ;-).
    Über das restliche Programm dieses Semis möchte ich lieber den Mantel des Schweigens hüllen:-).

  2. Lorena

    17.02.2017 | 08:38

    Ich würde Krista und Jasmine direkt ins Finale schicken und Bella&Filipa in die AC. Der 4. wäre mir egal.
    Ich tippe aber auf FOO und Robin auf 1./2. und Jasmine und Bella&Filipa auf 3./4.
    Insgesamt scheint das bisher das schwächste Semi zu sein.

  3. Manboy

    17.02.2017 | 10:19

    Für mich mit Abstand die stärkste Vorrunde bisher. 6 der 7 Lieder finde ich besser als unseren Beitrag. Im Probenausschnitt hat mich Jasmine sehr beeindruckt, wäre bei mir derzeit auf Platz 2. Im Musikschnipsel hingegen klang sie sehr nasal. Für Owe und die anderen gestandenen Künster der anderen beiden Vorrunden tut es mir sehr leid, dass sie so verheizt werden und chancenlos sind. Jedoch waren sie musikalisch wirklich schwach.

  4. Manboy

    17.02.2017 | 10:29

    Mit Kristas Beiträgen konnte ich noch nie viel anfangen. Wird sich aber wahrscheinlich für die AC qualifizieren. Für mich wäre sie klar draußen. Bin mir sicher, dass FO&O eine super Bühnenshow abliefern werden und sich die schwedischen Mädels (und vl. auch mancher Junge) die Finger wund wählen.

  5. biobanane

    17.02.2017 | 11:25

    Bitte nicht hauen!
    Habe mir mal die Schnipsel angeschaut und bin mir sicher, dass da kein ESC-Sieger 2017 dabei ist. Nur schwedisch, weichgespülter Pop und Dance-Pop ist dann doch zu wenig, aber vielleicht kommt das Besondere ja wieder durch die Inszenierung wie bei letzten Sieg.

  6. tomudu

    17.02.2017 | 12:19

    Meiner Meinung nach die schwächste Vorrunde bisher, allerdings auch die mit dem größten Überraschungspotential. Klar, FO&O werden es direkt ins Finale schaffen, aber dahinter sehe ich ein offenes Rennen.

  7. flo

    17.02.2017 | 12:25

    Dieser ganze Dance-Pop-Brei ist eigentlich der neue Schwedenschlager… In diesem Jahrgang klingt schon eine Menge ziemlich gleich…

  8. Manboy

    17.02.2017 | 13:02

    Glaube auch, dass eine Vorhersage für die AC extrem schwer ist. Da liegen alle eng beieinander. Den die Kandidaten für den direkten Finaleinzug sehe ich jedoch ganz eindeutig.

  9. Cedric (T0mb0)

    17.02.2017 | 13:10

    Bei FO&O wird es genauso laufen wie bei JTR 2015. Sie werden sich sicher fürs Finale qualifizieren und dort dann ganz weit hinten landen.

    Meine Favoriten im bisher schwächsten Semi sind Krista und Jasmine.

  10. Cedric (T0mb0)

    17.02.2017 | 13:10

    Meine Prognose wäre
    Finale: Robin und FO&O
    AC: Jasmine und Krista

  11. Manboy

    17.02.2017 | 17:54

    @Marc
    Warum gibt es denn keine Abstimmungsmöglichkeit zu den Mello-Vorrunden?

  12. Jorge

    17.02.2017 | 20:34

    Das Semi bietet etwas weniger Mobbing-Niveau an: Für mich eigentlich klar, dass es vorne zwischen Jasmine und Robin ausgeht, dahinter Anton (angesagter Stil, bringt er glaubwürdig rüber). Den letzten AC-Platz müssen die angestrengt ihre Moves übenden Songpantominen FO&O mit den Wackeldackel-Gitarren (Belle & Filippa) ausmachen. Tippe da auf letztere, denn meist kommt das „unschuldigere“ weiter. Krista hat zuviele schräge Samples und Fülltöne im Song drin.

  13. melodifestivalenfan

    17.02.2017 | 21:44

    Ich wage mal einen Tip:
    1. Robin Bengtsson ( ganz sicher im Finale )
    2. Jasmine Kara
    3. Anton Hagman
    4. FO&O
    5. Krista Siegfrids
    6. Bella & Filippa
    7. Owe Thörnqvist
    .
    FO&O sind nach dem Weggang von Oscar Molander Ende letzten Jahres umbenannt ( früher mal FOOO Conspiracy, Vorband von One Direction und auch Justin Bieber) nicht mehr ganz so angesagt , aber vielleicht können sie ja doch noch vom „alten“ Ruhm profitieren. Inzwischen sind bei den Teenies diese beiden M&M (Marcus & Martinus) die absoluten Lieblinge in Schweden mit zig Millionen Aufrufen bei YouTube und Co.
    https://youtu.be/ri5_fzndMBg
    Sie sind aber zu jung für das Mello.

  14. melodifestivalenfan

    17.02.2017 | 22:56

    Ich vergaß zu erwähnen, dass die beiden Jungs aus Norwegen stammen.
    Nichts desto trotz, sie sind in ganz Skandinavien sehr beliebt.

  15. togravus

    17.02.2017 | 23:58

    Ganz, ganz grottig. Wenn mir jemand eine Knarre an die Schläfe halten würde, um mich dann aufzufordern, mir eines dieser Machwerke in Gänze anzuhören, würde ich niederknien, mich bekreuzigen (dabei bin ich nicht einmal katholisch) und „Bella & Filippa“ flüstern. Diese Flut musikalischen Mülls und musikalischer Ausschussware werde ich mir morgen ersparen.

  16. Jorge

    18.02.2017 | 00:15

    @togravus: Das geht nun wirklich nicht!
    Das ist 1x grottig zum Quadrat („ganz, ganz“ als Exponent identifiziert), und multipliziert mit dem lokalen Maximum auf dem Knarre/Schläfen-Koordinatenkreuz), plus dem Integral zum Volumen aus musikalischem Müll & Ausschuss. Damit werden sämtliche Grenzwerte auf der Mobbingskala gesprengt! ^^

  17. togravus

    18.02.2017 | 00:41

    @ Jorge
    #MasterofMelloMobbing

  18. Marc

    18.02.2017 | 09:21

    @Manboy Gute Frage.
    Folgender Grund steckt dahinter: wir haben die Konvention, dass wir keine Umfragen zu Snippets/Songschnipseln machen möchten, daher gibt es keine bei den schwedischen QuickChecks.

    Viel Spaß heute Abend beim Super Saturday :-)

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