Deutschland

NDR-Roadshow in Frankfurt: Die Neue Nationale Aufgabe

Mit München und Frankfurt am Main haben ARD-Unterhaltungschef Thomas Schreiber, der neue Head of Delegation Christoph Pellander und ihre Mitstreiter bereits zwei Termine der Roadshow zum deutschen Finale absolviert. In Frankfurt haben wir einige interessante Details zur Vorentscheidung 2018, zur Idee hinter dem Konzept und auch spannende Hintergrundinformationen zu den Beiträgen der vergangenen Jahre bekommen.

Zunächst: Es macht sicherlich wenig Sinn, hier nochmal das komplette Konzept und den gesamten Prozess (die natürlich ausführlich vorgestellt wurden) darzustellen. Für diese Details sei hier auf die Presseinformation des NDR sowie unser ausführliches Interview mit Thomas Schreiber verwiesen. Ich werde mich hier stattdessen auf einige Details, die ich bisher nicht kannte oder die mir deutlicher geworden sind, und auf die Stimmung bei der Veranstaltung konzentrieren. (Bessere Bilder folgen nach den anderen Roadshows, wenn Leute vor Ort waren, die Bilder können).

Neben den schon genannten Thomas Schreiber und Christoph Pellander waren heute Werner Klötsch von digame und Daniel Korany von Simon-Kucher & Partners vor Ort im Lesbisch-schwulen Kulturhaus in Frankfurt. Allen Beteiligten war dabei die (Vor-)Freude auf das Projekt Vorentscheidung 2018 anzumerken und der Stellenwert zeigt sich ja auch schon alleine daran, dass diese Roadshow auf die Beine gestellt wurde. Oder wie es ein Fan heute – in Anlehnung an einen von Thomas Schreiber und Stefan Raab geprägten Begriff aus 2010 – ausdrückte: Man bekommt das Gefühl einer „Neuen Nationalen Aufgabe“. Die Roadshow soll nun dabei helfen, auch die Fans auf dieser Reise mitzunehmen.

Ausgangspunkt des jetzigen Vorgehens waren Überlegungen zum europäischen Abstimmungsverhalten. In vielen europäischen Ländern sind zum einen die Votinggebühren sehr viel höher als in Deutschland und zum anderen Televoting nicht so verbreitet. Verbreitet im Sinne von dass es nicht viele Fernsehsendungen gibt, in denen es angewendet wird. Das führt dazu, dass der überwältigende Anteil der Televotingstimmen aus Deutschland, Großbritannien, Skandinavien und den größeren westeuropäischen Ländern kommt. Wer stimmt also in den anderen Ländern überhaupt ab? Junge, partyaffine, tolerante Menschen. Diese gilt es also mit dem nun zu findenden Beitrag anzusprechen.

Nun wählt beim deutschen Vorentscheid aber nicht diese Zielgruppe den Beitrag, sondern das ARD-Publikum. Hier sollen deshalb im kommenden Jahr das aus 100 ausgewählten Deutschen bestehende Europa-Panel und eine internationale Jury aus 20 bis 25 Personen unterstützen – sowohl im vorgeschalteten Auswahlprozess als auch während der Vorentscheidungsshow selbst.

Warum sind nur Deutsche im „Europa-Panel“? Weil das deutsche Televotingergebnis über die vergangenen Jahre fast deckungsgleich mit dem europäischen Zuschauerergebnis war. Wir sind sozusagen repräsentativ für Europa. Das Panel wird sich für die Abstimmungen an vier oder fünf über die Republik verteilten Orten treffen. Im ersten Schritt des Auswahlprozesses (Reduzierung der Kandidaten von 200 auf 20) werden ihnen jeweils 100 40-sekündige Clips gezeigt, die in mehrere „Portionen“ unterteilt werden.

Wichtig war den Beteiligten dabei vor allem herauszustellen, dass besondere Beiträge bevorzugt behandelt werden sollen. Das heißt, dass einige sehr gute Bewertungen mehr ins Gewicht fallen als viele mittelmäßige Bewertungen. So sollen vor allem einzigartige, nicht-stromlinienförmige Künstler ausgewählt werden. Vorgaben über Geschlecht, Alter, usw. der Künstler gibt es übrigens explizit nicht. Außerdem sind Einzelkünstler ebenso gern gesehen wie Duos oder Bands.

Und warum gibt es dann überhaupt noch eine internationale Jury? Nun, weil eben im Ernstfall nicht nur das Publikum, sondern auch die Jurys abstimmen. Und das teilweise ganz anders als die Zuschauer. Als extremes – und mir bislang unbekanntes Beispiel – nannte Thomas Schreiber Roger Cicero, der bei der – damals nicht in das Voting eingerechneten – Back-up-Jury auf Platz 1 gelandet war, beim Publikum aber bekanntermaßen nur auf dem 19. Platz. Der Beitrag muss also Zuschauern und Jurys gefallen und deshalb werden die Jurys schon in den Auswahlprozess einbezogen.

Die Jury kommt allerdings erst zum Einsatz, wenn aus den 20 Künstlern fünf für die Vorentscheidung ausgewählt werden. Das passiert anhand von neuem Videomaterial, das während eines Bootcamps kreiert wird und vor dem Vorentscheid auch öffentlich zu sehen sein soll. Welche fünf Künstler am Ende übrig bleiben, entscheiden Europa-Panel und Internationale Jury dann schließlich jeweils zur Hälfte.

Dieser Prozess soll vor Weihnachten abgeschlossen sein. Es bleiben dann also noch gut zwei Monate, um Songs für die Kandidaten zu suchen, an den bereits vorhandenen Songs zu feilen, Bühnenshows zu entwickeln, usw. Hier begegnete Thomas Schreiber auch explizit den Vorwürfen, der Prozess der Songauswahl käme in dem neuen Konzept zu kurz: Man nehme sich viel Zeit für die Auswahl und die Weiterentwicklung der Songs und spreche mit vielen potenziellen Partnern (Plattenfirmen, Komponisten, …), um diese schon jetzt ins Boot zu holen.

Zur eigentlichen Vorentscheidung gab es auch einige spannende Einblicke. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr sollen die Auftritte möglichst ähnlich dem potenziellen ESC-Auftritt sein. D.h. es dürfen höchstens sechs Personen auf der Bühne stehen und die Bühnenshow soll schon mehr oder weniger abschließend stehen. Auch die Bühne selbst soll das können, was die Bühne in Lissabon später kann. Und: Die Songs sollen wahrscheinlich nicht mehrmals vorgetragen werden, um auch hier möglichst nah am ESC zu sein. Zur Erinnerung: Hätte es dieses Jahr nur einen Durchgang gegeben, wäre Levina mit „Wildfire“ nach Kiew gefahren.

Aktuell läuft ein Pitch für Produktionsfirmen, so dass viele Details der Vorentscheidungsshow tatsächlich noch nicht feststehen. Das Votingverfahren habe man sich aber schon überlegt, bekanntgegeben werden soll es aber noch nicht. Zuschauer, Europa-Panel und internationale Jury werden aber alle in den Abstimmungsprozess involviert sein.

Eine der letzten Fragen ging dann an Christoph Pellander und beschäftigte sich mit der Promo für den deutschen Beitrag 2018. Ihm ist es wichtig, dass die Auswahl des deutschen Beitrags in der Vorentscheidung schon eine positive Geschichte erzählt, der Song hierzulande ein Hit wird und diese Stimmung dann einen Schub für den ESC gibt. Auch eine Teilnahme an den Fanevents im Vorfeld von Lissabon hat die deutsche Delegation angepeilt, wobei das natürlich auch noch von den Künstlern abhängig ist.

Die Roadshow-Station in Frankfurt war eine wirklich informative Veranstaltung, die den doch sehr komplexen Auswahlprozess relativ anschaulich und gut verständlich dargestellt hat. Ich glaube, dass dieses Veranstaltungsformat wirklich gut geeignet ist, die Fans „mitzunehmen“ und auch Vorfreude auf die deutsche Vorentscheidung zu entfachen. Mir jedenfalls ist einiges klarer geworden und ich bin gespannt, was am Ende dieses Marathons steht. Es gab viel Zeit für Fragen aus dem Publikum und wer von euch die Gelegenheit hat, sollte bei den Roadshow-Events am 10.11. in Berlin oder am 13.11. in Hamburg vorbeischauen. Gehen wir die Neue Nationale Aufgabe an!

Aktuell, ESC-News, ESC-Vorentscheid

50 Kommentare Kommentar schreiben

  1. alkibernd

    09.11.2017 | 00:09

    Endlich Rücktritt !

  2. togravus

    09.11.2017 | 00:24

    „Wir sind sozusagen repräsentativ für Europa.“
    ROFL Solch eine Aussage kommt in Europa bestimmt gut an.
    *fällt in Ohnmacht*

  3. Realest

    09.11.2017 | 01:26

    „Als extremes – und mir bislang unbekanntes Beispiel – nannte Thomas Schreiber Roger Cicero, der bei der – damals nicht in das Voting eingerechneten – Back-up-Jury auf Platz 1 gelandet war, beim Publikum aber bekanntermaßen nur auf dem 19. Platz“

    Ich hoffe Benny beschwert sich hiernach nie wieder über die Juries ;)

    Ich gib dem Ganzen jedenfalls mal eine Chance anstatt aus Prinzip Herr Schreiber zu bashen wie viele Andere Eurofans.

  4. Realest

    09.11.2017 | 01:40

    Ein Bisschen Offtopic grad, aber so hätte laut einem ForumUser scheinbar das 50/50-Voting von 2007 ausgesehen:

    01. Serbia
    02. Russia
    03. Hungary
    04. Ukraine
    05. Belarus
    06. Germany
    07. Greece
    08. Latvia
    09. Georgia
    10. Bulgaria
    11. Moldova
    12. Former Yugoslav Republic of Macedonia
    13. Bosnia and Herzegovina
    14. Turkey
    15. Sweden
    16. Slovenia
    17. Armenia
    18. Finland
    19. Spain
    20. Romania
    21. France
    22. Lithuania
    23. United Kingdom
    24. Ireland

  5. Ruhrpottler

    09.11.2017 | 05:49

    Wir Deutschen müssen jetzt zusammen halten und nicht schon wieder das neue Konzept schlechtreden. Das komplexe und neue Konzept ist auf jeden Fall ein Versuch wert und an sich wird das sehr unterhaltsam. Ich freue mich schon sehr drauf! Ich bin absolut begeistert und habe echt nichts zu bemängeln. Es ist einfach wunderbar, dass die Fans nun so extrem mit einbezogen werden – als ob unsere Kritik der letzten Jahre nun gehört wurde.
    —-
    PS: Wer hat es hier auch in die zweite Runde beim Panel geschafft?

  6. Ruhrpottler

    09.11.2017 | 05:58

    Ahja…
    Es hatten hier welche gefragt, ob man als Panel-Mitglied alles von zu Hause aus erledigen kann. Antwort: Nein, denn es gibt voraussichtlich zwei Vor-Ort-Termine und einmal muss man bei der Sendung dabei sein.

  7. BennyBenny

    09.11.2017 | 06:32

    @Ruhrpottler: Es hieß, dass auch die Votingsituation für das Europa-Panel in der Vorentscheidung möglichst realistisch sein soll. Soll heißen: Voraussichtlich wird das Panel nicht IN der Sendung sein, sondern auch wieder anhand des Fernsehbildes dezentral und nicht im Studio abstimmen.

  8. Ruhrpottler

    09.11.2017 | 06:36

    Okay. Ich habe mich vermutlich verlesen aber ich meine, dass während der zweiten Runde der Bewerbung von einer Anwesenheit in einer Sendung etwas stand.

  9. Trakol

    09.11.2017 | 06:39

    @Ruhrpottler
    Na dann werden von den angeblich 15000 bewerbern wahrscheinlich viele rausfallen, weil viele die Zeit nicht haben und viele auch nicht zur Liveshow reisen können.

  10. Matty

    09.11.2017 | 08:57

    Nach der Raodshow ist die ESC-Fangemeinde nun schlauer und ich finde, es ist ein gutes Konzept und ich gebe diesem auch eine Chance.

  11. Ruhrpottler

    09.11.2017 | 09:24

    @Trakol – Ja, das wäre schade. Ich hoffe, dass ich genommen werde, denn ich habe als Student diese Zeit und auch Lust drauf. Das wäre ein Traum. Und Reisekosten sollen auch übernommen werden. Des Weiteren wohne ich nicht weit von Köln (falls alles dort wieder statt findet wie in 2017) und könnte sogar mit meinem Semesterticket ohne Extra-Kosten nach Köln fahren.
    —-
    Hat denn hier jemand auch noch die Email bekommen und durfte den zweiten Fragebogen machen?

  12. Marius

    09.11.2017 | 09:43

    Bin beim Pannel auch in die zweite Runde gekommen. Man merkt, dass sie dort eine wesentlich sensiblere Differenzierung erwarten. Die zweiten 6 Clips waren ja nur vom letzten Jahr und dort waren Bulgarien, Moldawien und Belgien im direkten Vergleich zu bewerten. Also die letztjährigen Plätze 2, 3 und 4. Ich vermute, dass darauf geschaut wird, dass man nicht einfach nur alles als gut bewertet, weil es beim ESC gut abgeschnitten hat, sondern sehr differenziert zwischen den Teilbereichen Sänger/in, Lied und Bühnengestaltung.

  13. Marius

    09.11.2017 | 09:47

    Und @BennyBenny: Du schreibst im ersten Absatz „spannende Hintergrundinformationen zu den Beiträgen der vergangenen Jahre“. Meinst du damit die Info mit Roger Cicero oder gab es Infos zu „Perfect Life“, „Ghost“, „Black Smoke“? Würde mich sehr interessieren.

  14. escfan05

    09.11.2017 | 10:16

    Ich denke, man sollte dem ganzen eine Chance geben. Wenn ich es richtig verstanden habe, wird wohl 2018 es keine Liveband geben beim Vorentscheid. Was ich gut finde, denn das gibt es beim ESC ja auch nicht. In der Theorie klingt das alles ganz gut, bleibt die Frage wie es in der Praxis umgesetzt wird. Man kann nach der VE immer noch meckern. Ich bleibe trotzdem grundsätzlich skeptisch, aber warte jetzt mal ab, was in den nächsten Monaten so passiert.

  15. Inger Johanne

    09.11.2017 | 10:26

    @Ruhrpottler: Schau mal in die Kommentare zu diesem Beitrag: http://blog.prinz.de/grand-prix/deutscher-vorentscheid-das-ist-der-fragebogen-fuer-das-europa-panel/ – die zweite Mail haben sehr viele bekommen. Und ja, es stand da, dass man wahrscheinlich zu zwei Vor-Ort-Terminen und zur Vorentscheidungsshow kommen muss, sollte man ausgewählt werden. Deswegen finde ich es zwar einerseits gut, dass die Kandidatensuche noch vor Weihnachten abgeschlossen werden soll, damit man genug Zeit hat, an den Songs und den Auftritten zu feilen, andererseits ist der Dezember aber für mich traditionell ein extrem stressiger Monat, in dem mir schlicht die Zeit fehlen würde, sollte ich tatsächlich ausgewählt werden. Wovon ich allerdings nicht ernsthaft ausgehe. ;-)

  16. togravus

    09.11.2017 | 10:28

    „Wir Deutschen müssen jetzt zusammen halten“
    Was ist denn das für ein völkischer Blödsinn? Ich lasse mir doch nicht von einer fiktiven kollektiven Identität vorschreiben, was ich muss.
    Für mich hat das deutsche Vorentscheidkonzept den Charme eines Termins beim Finanzamt. 5 Acts in 3 Stunden? Nein danke. Ich werde mir, wie bereits letztes Jahr, etwas anderes vornehmen.
    Wie bereits Goethe sagte: Getretener Quark wird breit, nicht stark.

  17. melodifestivalenfan

    09.11.2017 | 10:39

    @Ruhrpottler
    Du hast Dich nicht verlesen. Man muss im Falle des Falles zu zwei Vorortterminen und zur VE. Ich habe meinen 2. Part gerade eben abgesendet.
    .
    Dass man die Interessiertengemeinde in den Entscheidungsprozess zur Wahl des deutschen ESC-Beitrages für 2018 einbezieht, ist vom NDR mutig und begrüßenswert. Auch die Roadshow trägt dazu bei, die Fans mitzunehmen. Meine Hauptsorge aber bleibt: Die Auswahl der 5 Songs bleibt bisher im Nebulösen! Welche Komponisten und Producer kommen zum Einsatz? Das ist es ja, was in den letzten Jahren im Ergebnis wie auch in der Vorauswahl gründlich in die Hose gegangen ist. Auch wenn man sich da offen gibt, bleibt diese Frage unbeantwortet bzw. unkonkret. Es darf bitte nicht wieder der Kardinalfehler passieren, dass irgendeinem armen Würstchen ein Song übergestülpt wird, der 1. nichts taugt und 2. nicht zum Künstler passt.
    Wer entscheidet über die Auswahl der Komposition und der anderen zum Song notwendigen Bestandteile eines gelungenen Gesamtbildes? Die Beteiligten der Roadshow sind alle keine Musikexperten, also brauchen sie da externe Beratung.
    Und bitte nicht vergessen: Musik ist Emotion und wenn sie gut sein will, braucht es die Authentizität eines Künstlers, der sich mit dem Vorzutragenden identifiziert. Dann nimmt er/sie das Publikum auch mit auf seinem Weg nach Lissabon. Ich möchte, wie wir alle hier, wieder stolz sein auf die Musiknation Deutschland im Wettbewerb mit den anderen tollen Ländern.
    Am Freitag bin ich dann auch bei der Roadshow im RBB Berlin. Die Zeit nehme ich mir. Mal sehen, was es da Neues gibt.😊

  18. Matty

    09.11.2017 | 10:44

    @melodifestivalenfan

    Was die Auswahl der Titel betrifft, so sollen europäische Autorenteams auf jeden Fall vorgezogen werden. was ich sehr begrüße! Immerhin nehmen ja am ESC mit Ausnahme von Australien und Israel europäische Staaten teil.

  19. BennyBenny

    09.11.2017 | 11:20

    @melodifestivalenfan: Im Prinzip hast du dir deine Antwort schon selbst gegeben. Die Songs müssen zum Künstler passen (nicht wie im vergangenen Jahr, was der NDR genauso sieht) und deshalb kann es aktuell noch gar keine genaueren Details geben. Vielleicht werden ja am Ende nur Künstler ausgewählt, die schon gute und passende eigenen Songs mitbringen, vielleicht gibt es fünf Künstler die aus ganz unterschiedlichen musikalischen Richtungen kommen… da kann man jetzt keine Plattenfirma, keinen Komponisten und auch kein Prozedere festlegen. Das soll dann für jeden der fünf ausgewählten Künstler ganz individuell passieren. Deshalb werden mögliche Partner vom NDR jetzt schon gebrieft, aber entschieden wird eben erst, wenn die Künstler feststehen.

  20. Jorge

    09.11.2017 | 11:36

    Was mir etwas Hoffnung macht ist nicht das Panel, sondern die Integration von ambitionierten Musikredakteuren ohne Scheuklappen für moderne Sachen, wie z.B. Matthias Wallerang, bei der Vorselektion.

  21. Ruhrpottler

    09.11.2017 | 11:41

    @togravus – Jo, bye! Adios Amigos! Dann mach dir einen schönen Abend und schaue den VE halt nicht.

  22. flo

    09.11.2017 | 11:57

    Ok, das Europapanel ist also quasi ein repräsentatives Panel ungefähr so wie bei den BR-Vorentscheidungen Ende 70er, Anfang 80er… Sowas hatte ich mir ja immer zurückgewünscht, damit waren wir ja immer erfolgreich… Mal gucken, wie das in der Gewichtung dann ist… Scheint aber wirklich so, dass das Voting dann wohl ähnlich verlaufen wird wie beim MF-Finale evtl mit 3 statt 2 Blöcken, also wie bei uns 2013 wohl…

  23. Bonello

    09.11.2017 | 12:05

    @Realest
    Woher hast du die Info? Link?

  24. BennyBenny

    09.11.2017 | 12:11

    @Marius: Danke für die Nachfrage, das ist beim nächtlichen Schreiben tatsächlich etwas zu kurz gekommen. Ich hatte den Eindruck, dass der NDR intern tatsächlich sehr genau die Gründe für die Platzierungen der letzten Jahre analysiert und daraus Schlüsse gezogen hat.

    Interessant fand ich die Geschichte (die, glaube ich, auch schon irgendwo stand, aber mir nicht mehr präsent war), dass der NDR „Perfect Life“ tatsächlich gerne noch gerevampt hätte, das aber von Produzenten/Komponisten-Seite verweigert wurde.

    Auch Fehler wurden relativ klar benannt, also z.B. die nur zwei Songs für alle fünf Künstler und das mehrmalige Vortragen dieser Songs in diesem Jahr.

    Und zum Thema „Wir wollen individuelle Künstler, die dann auch alles so machen sollen, wie sie wollen“: Gestern wurde nochmal deutlich, dass es natürlich immer wieder Reibungen zwischen den Vorstellungen der Künstler und der Delegation gibt. Was tun, wenn eine Künstlerin in der ersten Runde des Vorentscheids – trotz guten Zuredens – ihren schlechteren Song singen will? Was tun, wenn eine Künstlerin – trotz guten Zuredens – ihr liebstes silbernes Kleid tragen möchte, das aber im Fernsehen nur grau aussieht?

    Da ist die unbefriedigende aber ich fürchte unvermeidliche Antwort, dass man natürlich Fehler analysieren kann, aber auf einige Faktoren eben trotzdem keinen Einfluss nehmen kann (das geht bei der Individualität der Künstler los über die Tagesform und die Umsetzung der geplanten Bühnenshow von den Verantwortlichen vor Ort (Stichwort Kopenhagen) bis hin zu unvorhersehbaren Ereignissen (Kümmert)).

    Wie gesagt: Ich denke, vermeidbare Fehler wurden ganz gut herausgearbeitet und sollen durch das neue Konzept nun korrigiert werden. Ob das klappt, werden wir hinterher wissen.

  25. Frederic

    09.11.2017 | 12:24

    Bei mir besteht weiterhin Vorfreude (ist aber eigentlich jedes Jahr so). Trotzdem kriege ich zunehmend den Eindruck, dass der enorme Aufwand, der momentan betrieben wird, hauptsächlich in die Auswahl der Künstler und weniger in die Auswahl der Songs fliesst. Ich hoffe zwar, dass der ein oder andere Bewerber schon das richtige Lied mitbringt und dieses dann auch bei der Auswahl der fünf Finalisten von Bedeutung sein wird, aber zumindest bei allen anderen Künstlern würde dieser wesentliche Punkt erst entschieden werden, wenn er/sie schon für das Finale ausgesucht wurde(n), offenbar ohne Mitsprache der Jury oder des Panels.
    Hier hoffe ich, dass die Song-Auswahl von anderen Personen/Teams getroffen wird, als für 2017, denn auch auf die Kandidaten zugeschnittener Wohlfühl-Pop ist und bleibt … nun, Wohlfühl-Pop – da würde im Finale auch die Jury oder das Panel nicht mehr viel retten können.
    Zum Panel bliebe auch noch die Frage, welchem Zweck es im Finale dienen soll, wenn die deutschen Televoter doch sowieso schon nachweislich den europäischen Geschmack treffen?
    Hmm.
    Liest sich jetzt doch skeptischer als ich mich eigentlich fühle…

  26. Jorge

    09.11.2017 | 12:34

    Ich hoffe, das Beispiel Kümmert stammt nicht von Schreiber selbst, denn das Problem von Kümmert WAR branchenweit bekannt und der hatte sich mehrfach in der Presse zu seinem Problem mit Musikwettbewerben geäussert. Und das Beipiel Bühnenshow Kopenhagen lenkt nur von Elaizas Song ab, der einfach nur das durchschnittliche deutsche Televotingdilemma beim Vorentscheid repräsentiert. Platz 18 war ohnehin schmeichelhaft, weil 16 (von 39) Punkten auf a) Ethnostimmen (POL/UKR) für Elsbieth und b) dem armenischen Jurywunder (umgedrehte Wettquoten) beruhen. Ohne die Sondereinflüsse hätte man 2014 auch schon auf Platz 23 aufgesetzt. Nur, weil das auch zu einer ehrlichen Analyse gehört…

  27. flo

    09.11.2017 | 12:42

    Waylon singt für Holland… https://www.facebook.com/EurovisionSongContest/posts/10155895873213007

  28. melodifestivalenfan

    09.11.2017 | 13:02

    @Frederic
    Du sprichst es aus. Genau das ist meine Befürchtung, dass die gleichen Leute die 5 Songs für 2018 auswählen, die „Perfect Live“ und „Wildfire“ ausgesucht haben. Dann wäre der ganze Aufwand für die Katz. Dann bleibt auch dem Panel nur die Wahl zwischen Pest und Cholera und 3 anderen fürchterlichen Krankheiten. Das ist natürlich zugespitzt formuliert. Da kann man dann nur hoffen, dass die Künstler gutes eigenes Material mitbringen.

  29. Trakol

    09.11.2017 | 13:11

    Aber Schreiber meinte doch in einem Interview, dass man die Songs zusammen mit den Kandidaten aussucht und im Studio verschiedenes ausprobieren möchte und man sich im Vorfeld nicht auf eine Plattenfirma festlegen möchte, da sonst wieder so etwas wie letztes Jahr passieren könnte und der NDR nur einen „aufsichtsposten“ innehat und man die Auswahl den Künstler und Profis überlassen möchte.

  30. BennyBenny

    09.11.2017 | 13:27

    Das, was Traksol sagt.

  31. Ruhrpottler

    09.11.2017 | 13:53

    @melodifestivalenfan – Das wäre der blanke Horror, wenn die Leute, die WF und PL ausgesucht haben, wieder ran dürften. Ich hoffe mal nicht. Sonst werden die fünf Titel lauten: Firewild, Life is Perfect, Wildlife, Perfect Fire und Wildperfect-Firelife. Um Gottes Willen.

  32. escfan05

    09.11.2017 | 15:03

    Ich hoffe das sie sich das mit den nur 5 Kandidaten fürs Finale noch mal überlegen. Ich wäre für 10 Kandidaten fürs Finale. Und wenn es bei 5 Kandidaten bleibt, dann bitte jeweils 2 verschiedene Songs pro Kandidat.

  33. Frederic

    09.11.2017 | 15:21

    @Trakol & BennyBenny
    Ich will da auch gerne zuversichtlich sein und obwohl ich noch nicht sehe, in welchen Punkten sich das neue Verfahren zur Songauswahl nun genau vom Vorjahr unterscheidet (mal abgesehen vom Mitspracherecht der Künstler, welches sicherlich auch seine Grenzen hat), räume ich ein, dass das Team um Schreiber in früheren Jahren schon bessere Songs in den Vorentscheid brachte (wenn auch keine, die ich mir gekauft habe).

    @Jorge
    Wallerang von Inas Nacht scheint in der Tat einen guten Riecher für eigenständigere Acts zu haben, ist aber über die von ihm zusammen gestellte Künstler-Liste hinaus oder eben dann, wenn es um die Songs geht, möglicherweise nicht mehr aboard (höhö).

    @togravus & escfan05
    Dass da nicht nur fünf Songs auf drei Stunden gestreckt werden, kann man doch wohl vermuten. Ich rechne mit Zusatz-Acts ausser Konkurrenz (SC, WW, JUBLÖF, younameit), die üblichen Coverversionen zum Aufwärmen und/oder auch mal bereits gewählte Vertreter anderer Länder (natürlich live).

  34. biobanane (210)

    09.11.2017 | 15:35

    Da wird nun anfangs das Positive gesehen, aber ja länger die Diskussion geht, desto zweifelnder werden einige wieder. Man hat richtig das Gefühl, dass manch einer schon wieder in die Schnappatmung verfällt, ob möglicher Fehler des NDRs. Also mal ganz ruhig durchatmen. Das Konzept ist im Prinzip so offen, dass auch Menschen und Gruppen ihre eigenen Lieder singen können und der NDR gar keine Songs suchen muss. Zweites ist das Panel wohl mit ESC-Internen besetzt, sodass auch hier zumindest eine bessere Auswahl wie die letzten Jahre entstehen könnte. Und als letztes verspricht der NDR für jeden einzelnen Finalisten und zusammen mit ihm einen Song zu suchen, sofern dieser einen braucht. Das hört sich alles gut an, leider ist damit aber – wie bei jeder anderen Vorauswahl – nicht sicher, ob was wirklich Gutes dabei ist.

  35. Jorge

    09.11.2017 | 15:37

    @Frederic, kann sein (oder wahrscheinlich) dass es anschliessend „panelisiert“ wird, aber man bekommt über Vernetzung & Reputation dieser Personen wenigstens Zugang zu den Künstlern.

  36. escfan05

    09.11.2017 | 16:34

    Ich will aber nicht, das die Songklassiker singen, zusätzlich zum Wettbewerbssong. Wenn es nur 5 Kandidaten sind, können sie doch 2 Wettbewerbssongs singen. Auch möchte ich alle Wettbewerbssongs hören und dann entscheiden welcher am Ende der beste für Lissabon ist. Wir sind ja schließlich nicht in einer üblichen Castingshow, sondern es ist der Vorentscheid zum ESC.

  37. togravus

    09.11.2017 | 16:46

    @ Frederic, all das Füllmaterial, das Du aufzählst, mag ich überhaupt nicht. Außer natürlich in San Remo, aber das ist eine vollkommen andere Geschichte.

  38. Frederic

    09.11.2017 | 17:56

    @escfan05
    D’accord. Zwei Songs pro Kandidat wären in Hinblick auf die Trefferwahrscheinlichkeit wohl die beste Streck-Option.
    @togravus
    Das kann ich gut nachvollziehen, würde es jetzt aber pauschal nicht unterschreiben wollen (bin wohl doch zu sehr Optimist).

  39. Trakol

    09.11.2017 | 19:49

    Auch wenn Herr Schreiber gesagt hat, dass die Planung aktuell 5 Sänger je 1 Song ist, bezweifel ich es. in 15 Minuten sind alle Songs gesungen. und 2 oder 3 mal den selben song singen, in einer Sendung, find ich fragwürdig und langweilig. Zuerst einen Coversong vortragen wäre eine option, aber meiner Meinung nach auch überflüssig. Lieber 2 verschiedene Songs singen, damit man eine Auswahl und einen besseren überblick hat.

  40. roxy

    09.11.2017 | 20:40

    Die Songauswahl wird quasi an die Wissenschaft vergeben. Falls das gut gehen sollte, dann wird es ein reiner Zufall sein. Getrennte Suche nach Interpret und Song ist der gleiche Fehler wie im Vorjahr.

  41. escfan05

    09.11.2017 | 21:09

    @roxy: Jetzt warte doch mal ab, wie es in den nächsten Monaten weitergeht. Ich bin auch skeptisch, aber in mir keimt etwas Hoffnung auf. Viel zu verteidigen gibts nicht und viel zu verlieren hat Deutschland auch nicht. Schlechter wie in den letzten Jahren kann es gar nicht mehr werden. Hoffentlich ist endlich die praktische Umsetzung so gut, wie es in der Theorie klingt. Auch im letzten Jahr klang das Konzept in der Theorie eigentlich ganz gut, es haperte aber gewaltig in der Umsetzung.

  42. Little Imp

    09.11.2017 | 21:47

    Es wird doch auch nicht getrennt gesucht. Interpreten mit eigenen Songs sind schließlich nicht ausgeschlossen worden.

  43. Alex

    10.11.2017 | 00:05

    Wer sagt eigentlich, dass die Show wieder 3 Stunden dauern wird? Ich dachte zur Sendung und zum Verlauf der Show steht noch nichts fest. Oder liege ich da falsch?

    Ich freue mich übrigens, dass es in diesem Jahr einen pitch für die Produktion der Sendung gibt! Bei Brainpool war doch echt die Luft raus…

  44. BennyBenny

    10.11.2017 | 08:00

    Ich hoffe auch, dass die Show bei „nur“ fünf Kandidaten nicht wieder so lange geht wie dieses Jahr. Eineinhalb oder zwei Stunden kann man doch auch gut mit The Voice-mäßigen, spannenden Vorstell-Filme über die Kandidaten und dann natürlich mit den Videos füllen, auf deren Grundlage die Acts überhaupt in die Show gekommen sind.

  45. Matty

    10.11.2017 | 10:05

    Außerdem gehören beim deutschen ESC-Vorentscheid die Einspieler über die bereits feststehenden Mitbewerber dazu.

  46. Christian

    10.11.2017 | 13:33

    Frau Conze ist nicht mehr Delegationsleiterin? Wie kommt es denn dazu? Mir ist das gar nicht aufgefallen.

  47. OLiver

    10.11.2017 | 13:42

    @Christian: Dazu hat Herr Schreiber in unserem Interview Stellung genommen:
    http://blog.prinz.de/grand-prix/exklusiv-30-fragen-an-thomas-schreiber-so-antwortet-der-ndr-unterhaltungschef/

  48. Adrian

    10.11.2017 | 19:17

    @Alex Schreiber und Grabosch sind dicke Kumpel, freu dich also nicht zu früh, es ist ja nicht der erste pitch und @Christian OLiver auch nicht der erste HoD, der aus „persönliche Gründen“ geht. Wie umgänglich der gute Herr Schreiber noch ist wenn ihm was nicht passt, machen seine Kommentare in eurem Blog deutlich.

  49. Micha

    11.11.2017 | 19:36

    War jemand am Freitag bei der Roadshow in Berlin? Man liest ja gar nichts.

  50. BennyBenny

    12.11.2017 | 09:51

    Hier geht‘s zum Bericht zur Berliner Roadshow: http://blog.prinz.de/grand-prix/ndr-roadshow-aufbruchstimmung-ueber-den-daechern-von-berlin/

Kommentar schreiben