Ukraine

Rund um Kiew (9) – Reise nach Tschernobyl

1986 explodierte in der Ukraine ein Atomreaktor mit katastrophalen Folgen. Wie sieht es 30 Jahre später in dem unweit von Kiew gelegenen Tschernobyl aus? Die Blogger streifen durch verlassene Straßenschluchten einer Geisterstadt, essen mit den Arbeitern des immer noch im Betrieb befindlichen Kernkraftwerks und werden mit verstrahltem deutschen Liedgut konfrontiert. Ein Bericht mit vielen Bildern von OLiver.

Ich erinnere mich gut an jene Zeit Ende April/Anfang Mai 1986. Damals ging ich in Süddeutschland in die Schule. Im Chemieunterricht besprachen wir die verstörenden Meldungen aus der Sowjetunion. Mein Chemielehrer hatte einen Geigerzähler und führte ihn über meine Turnschuhe, mit denen ich über den nassen Rasen gelaufen war. Der Geigerzähler schlug aus und ein Mädchen aus meiner Klasse begann zu weinen, weil sie am Vortag in einen heftigen Regenschauer gekommen war.

Das Unbehagen steigerte sich, in den Wochen und Monaten danach gab es einen Run auf Tiefkühlkost, inwieweit Milch und Obst von dem radioaktiven Fall-Out in Mitteleuropa betroffen waren, wurde in der Presse diskutiert. Das Thema war unausweichlich. Mittlerweile sind 31 Jahre vergangen, als ich nun anlässlich des ESC in Kiew die Chance hatte jenen Ort aufzusuchen, zögerte ich nicht. Und ich war nicht allein, auch Co-Blogger Jan, Matthias und DJ Ohrmeister sowie Foto-Volli hatten Interesse und so buchten wir gemeinsam für etwa 100 Euro pro Nase eine Tour ins etwa 100 Kilometer entfernte Sperrgebiet von Tschernobyl. Individuell bereisen lässt sich jener Ort nicht.

Volli, Jan und OLiver vor der Buchung des Trips bei einem der dafür lizensierten Anbieter

Am Mittwoch zwischen den beiden Semifinals stehen wir sehr früh auf, fahren praktisch noch schlummernd mit der Metro zum Hauptbahnhof und suchen dort den Abfahrtsort der Tour. Aufgrund des großen Andrangs gibt es zwei Busse, wir entscheiden uns für den kleineren und erhalten die quirlige Kiewerin Katja als Reiseleiterin. Während unsere Truppe nach der Pass- und Ticketkontrolle beim Einsteigen schnell in einen hypnotischen Dämmerschlaf fällt, klappe ich meinen Laptop auf und arbeitete. Unglücklicherweise muss ich gerade heute einen kleinen Auftrag für meinen Hauptjob erledigen.

Dämmerblogger zu Beginn des Tagesauflugs in der Metro

„Aber ist es dort nicht immer noch gefährlich?“, fragen mich später Freunde. Nein, ist es nicht. Natürlich ist nach 31 Jahren immer noch Reststrahlung vorhanden, aber diese ist im unmittelbaren Umfeld sehr lokal zentriert. Bei einem Aufenthalt von einem halben Tag in der Zone bekommt man in etwa genauso viel Strahlung mit wie bei einem einstündigen Flug. Das erzählte uns zumindest die Fachkraft im Reisebüro.

Nach einer Pause in einer Autobahnraststätte – die einzige Gelegenheit des Tages, sich mit Getränken und Snacks zu versorgen – erreichen wir nach etwa zwei Stunden einen Checkpoint, die äußere Grenze der Sperrzone um das havarierte AKW ist erreicht.

PrinzBlog goes Tschernobyl: Jan, Volli, DJ Ohrmeister und Matthias

Informationstafeln am Checkpoint mit der äußeren und der innerenS perrzone und dem Grad der radioaktiven Verseuchung mit Cäsium-137

Hier muss unsere Gruppe registriert werden, was uns die Möglichkeit gibt, etwas Luft zu schnappen und das Eingangsschild der Stadt zu fotografieren. Aus einem anderen zeitgleich ankommenden Bus quellen Touris und wir entdecken die Schweizer Kollegen Tom und Alain von douzepoints.ch, die ich bereits in unserer Presseumfrage eingebunden hatte. Tom ist dann auch so nett und lichtet uns ab.

Die strahlenden Schweizer im Sperrgebiet…

… machen gern ein Bild von uns.

Die Touren sind streng getaktet und alle Teilnehmer sehen die gleichen Locations. Zuerst geht es in den Wald zu einem der verlassenen Dörfer in der äußeren 30-Kilometer-Zone. Einige meist ältere Menschen sind zurückgekehrt und wohnen ohne Wasser und Strom in ihren alten Dörfern, hier aber ist niemand zu sehen. Wir dürfen (während der gesamten Tour im Sperrgebiet) nichts auf dem Boden abstellen und keinerlei Pflanzen abbrechen und mitnehmen. Volli hat daher die Enden seines Stativs mit Plastiktüten umwickelt.

Wir streifen durch das verfallene Dorf, das längst von der Natur überwuchert ist, auf der Suche nach pittoresken Foto-Gelegenheiten. Während wir stimmungsvolle Bilder machen (vergessenes Stofftier blickt traurig durch zerstörte Scheibe nach draußen), ist Volli eher an künstlerischen Bildern interessiert (Risse, abblätternde Wände und Dinge, für die wir kein Auge haben).


„Das Stofftier hat doch jemand hingestellt“, meint Jan und ja, einiges wirkt wie absichtlich hindrapiert. Nach 15 Minuten geht es weiter, allerdings bricht kurz Panik unter den Co-Blogger aus, weil ich versehentlich beim Austreten hinter einem der verfallenen Häuser unbemerkt etwas mit meinem Rucksack mitgenommen hatte.

Kontanimiertes Blattwerk versehentlich mitgenommen. Panik!

Wir fahren weiter und biegen von der Hauptstaße ab. Als nächstes steht eine verborgene Abhöranlage der Sowjets auf dem Programm. Dazu müssen wir etwa 10 Minuten in den Wald laufen. Dort taucht plötzlich ein stählernes Monstrum auf. So etwas habe ich noch nie gesehen. Ein riesiges Gerüst, eine skurrile Kletteranlage, verborgen im Wald und nach Westen gerichtet (sowas hätte ich eher auf einem Hügel in Grenznähe zu Ungarn oder Polen erwartet).


Volli entwickelt nun eifrige Aktivitäten, während ich versuche einem uns offenbar freundlich gesonnen Vierbeiner zu entgehen. „Wer weiß, wie heftig er kontaminiert ist“, mein Matthias und ich denke an meine unheilvolle Begegnung mit einem Hund auf einer meiner letzten Reisen, die ich für unser „Wir spielen Christer“-Aktion geschildert hatte.


Hier hätte ich gern noch länger verweilt, aber flott geht es weiter, wir haben schließlich noch einiges auf der Agenda. Dann ein unerwartetes Intermezzo: Auf dem Rückweg zum Bus spricht Katja uns als Deutsche an, was es mit einem bestimmten Lied auf sich habe, dass sie offenbar häufig von älteren deutschen Touristen aufgrund ihres Namens um die Ohren gehauen bekommt.

Nach einigen investigativen Nachfragen unsererseits eruieren wir, dass es sich um „Jaja, die Katja, die hat ja…“ von Heino handeln muss. Jan ist in diesem Genre textsicher und singt zur Freude von Katja umgehend den Refrain dieses womöglich leicht russophoben Schlagers aus dem Jahre 1980 an.

Ja, ja die Katja, die hat ja Wodka im Blut
Feuer im Herzen und die Augen voll Glut
Ja, ja die Katja, die hat ja nur eines im Sinn
Sie schaut dich nur an und Du bist hin

YouTube Preview ImageHeino – Ja ja, die Katja…

Wir übersetzen Katja den Inhalt, offenbar hat sie diese Frage schon länger beschäftigt. Wir fahren weiter zu einem verlassenen Kindergarten, dort zeigt uns Katja einen der radioaktiven Hotspots und wir messen 25 Mikrosievert (pro Stunde) an einer Stelle neben dem Haus. Katja erklärt uns, dass die Radioaktivität kaum in den Boden eindringt. Daher sei das Grundwasser in der Sperrzone sehr viel reiner als etwa in Kiew. Im Haus Zeitzeugen eines aufgegebenen Kinderhorts, rostige Betten, kaputtes Spielzeug, verblichene Fotografien und bemooste Gebrauchsgegenstände.

Dann erreichen wir einen weiteren Checkpoint und die Stadt Tschernobyl – Katja muss erneut die Liste mit unseren Namen den Autoritären aushändigen und irgendwelche Stempel einholen – hier ist alles strikt geregelt. In Tschernobyl lebten 1986 rund 14.000 Einwohner, sie liegt knapp außerhalb der inneren Sperrzone und ist hauptsächlich von mehreren Hundert Arbeitern des Kernkraftwerks bewohnt, das 15 Kilometer weiter nördlich liegt (und nach Tschernobyl benannt ist). Erst seit 2000 ist das AKW stillgelegt, die anderen nicht bei der Katastrophe zerstörten Blöcke wurden noch Jahre lang weiterbetrieben, die Ukraine war auf die Energie angewiesen.


Wir haben 15 Minuten Zeit, um ein paar Schnappschüsse von der Kirche und von einem Denkmal zu machen, dass von den damals im Einsatz gewesenen Feuerwehrmännern gewidmet ist (alle sind offenbar innerhalb von wenigen Jahren an den Folgen der erhaltenen Strahlendosis gestorben). Es geht nun auf 13 Uhr zu, wir passieren das ehemalige Bassin, ein künstlich angelegter See, aus dem Kühlwasser entnommen wurde und der heute fast ausgetrocknet ist. Am Horizont erscheint nun der „Sarkophag“, eine riesige Betonhülle, die 2016 über die nach der Katastrophe erstellte erste und nicht mehr ausreichende Schutzhülle des zerstörten Kernkraftwerks geschoben wurde.

AKW Tschernobyl – das letzte Bild zeigt die 1986 im Bau befindlichen Reaktoren Nummer 5 und 6, die nicht mehr fertiggestellt wurden.

Seit dem letzten Zwischenstopp sind alle mitgebrachten Miet-Geigerzähler der Tourteilnehmer in Betrieb, es piept unentwegt im Bus und wird immer lauter, je näher wir dem Reaktor kommen. Volli ist von den Tönen maximal genervt und fragt, ob wir das bitte nicht abstellen können, aber für die Besucher gehört das natürlich zur Tour und zum Lokalkolorit. Wenn man die Radioaktivität schon nicht sehen oder fühlen kann, soll man sie wenigstens hören. Und zwar kräftig.

Wir werden dem AKW noch etwas näherkommen, aber zunächst steht Lunch an – und zwar in der Kantine des AKW. Wir essen tatsächlich in Tschernobyl. Dazu muss man erst eine Art Strahlendetektor passieren. Katja trägt uns auf, keinesfalls die dort arbeitenden Frauen in Kantinenkleidung zu fotografieren. Das Essen hingegen dürfen wir ausdrücklich abbilden und mit mehr oder weniger geschmacklosen Äußerungen a la „radioaktives Lunch, mein strahlendes Mittagsmahl etc.“ auf Social Media posten.

Volli bei der Kantinen-Einlaßkontrolle

Das Essen ist gewissermaßen gutbürgerlich und unterscheidet sich nicht wesentlich von dem, was es auf dem Boulevard Kreschatyk in ukrainischen Fastfoodketten aufgetischt wird. Die Atmosphäre ist ein wenig spooky, ich muss an ein ähnliches Essen in der demilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea denken, als ich einen Ausflug von Seoul aus unternahm (nein, es hatte nichts mit K-Pop und Gangnam Style zu tun). Hier gibt Salat, Borstsch, ein Fleischgericht mit Sättigungsbeilage, einen Nachtisch und ein warmes Getränk. Ich schnüffele misstrauisch, aber DJ Ohrmeister weiß, dass es eine Art Trink-Kompott ist, typisch für die Ex-Sowjetunion.

Wir futtern, ich kämpfe mit meinem Laptop (kaum Netzabdeckung und kein Wlan) und versuche meine im Bus erstellte Arbeit zu mailen. Dann fahren wir zum Sarkophag. Hier steht ein entsprechendes Denkmal und wir werden von Hunden umlagert. Es werden zahlreiche Erinnerungsbilder geschossen, darunter auch eines mit unserer gesamten Gruppe, während ich einen Vierbeiner auf Strahlung messe.

Die Hülle ist 36.000 Tonnen schwer, 257 Meter breit, 162 lang und 108 Meter hoch und soll sowohl Tornados als auch Erdbeben der Stärke sechs sowie Temperaturen von minus 30 bis plus 50 Grad standhalten. „Das ist die größte bewegliche Konstruktion, die jemals von Menschenhand geschaffen wurde“, sagte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko bei der Übergabe-Zeremonie. Die Konstruktion kostete 1,5 Milliarden Euro und wurde mit der Hilfe von 40 Staaten realisiert. Der Sarkophag soll 100 Jahre halten.

Was war 1986 eigentlich passiert? Der Unfall geschah in der Nacht auf den 26. April 1986 während einer Routineübung. Der Reaktor sollte heruntergefahren werden, um ein Notsystem für den Fall eines Stromausfalls zu testen. Es kam zu einer Kette verhängnisvoller Fehler der Belegschaft (hier steht die ganze Geschichte), in deren Verlauf der Reaktor Nummer 4 explodierte und unvorstellbare Menge radioaktiver Strahlung freisetzte, die sich im Umland verbreitete. Der nebenliegende Wald wurde buchstäblich von der Strahlung verbrannt und färbte sich rot. Eine Wolke zog durch ganz Europa, insbesondere die Nachbarländer Russland und Weißrussland, aber auch Skandinavien und Süddeutschland, wo ich damals zur Schule ging waren betroffen.

YouTube Preview ImageEin ähnlicher Infomationsfilm mit Bildern aus dem Jahr 1986 lief auch im Bus während unserer Fahrt nach Tschernobyl.

Die erste Hülle erstellte die Sowjetunion hastig nach der Katastrophe. Zuvor hatten Hubschrauber Sand, Kies und Beton in den offenen Reaktor gekippt. Mit dem noch heißen Uran verschmolzen diese Stoffe zu einer lavaähnlichen Masse, die erst Tage später erstarrte. Diese Masse macht den Kern immer gefährlich. Unter der neuen Schutzhülle soll nun die alte Hülle entfernt werden. Daher beschäftigt die Atomruine immer noch viele Arbeiter.

Auf dem Weg nach Pripyat.

Höhepunkt unserer Tour – die verlassene Stadt Pripyat, nur wenige Kilometer nordwestlich des AKWs. 1970 gegründet, lebten hier 1986 rund 50.000 Menschen. Sie alle wurden wenige Tage nach der Katastrophe evakuiert und seitdem bröselt der verlassene Ort vor sich hin – und zieht Dark Tourism an, Menschen, die gern gruselige, verlassene oder mystische Orte aufsuchen in ihrer Freizeit. Heute gehören wir auch dazu.


Von der vierspurigen Straße ist nichts mehr vorhanden, auf einem Schotterweg fahren wir nach Pripyat. Dort hat die Natur in 31 Jahren die Stadt zurückerobert, ich kann kein Straßennetz mehr erkennen. Wir laufen an einigen 12-stöcigen Gebäuden vorbei, ein Hotel, eine Bank, ein Supermarkt noch mit umgestürzten Regalen und Einkaufswagen. Wir sind nun allein zu zwölft, von anderen Gruppen ist nichts mehr zu sehen. Katja ermahnt uns zusammenzubleiben, offiziell darf man nur bestimmte Orte aufsuchen, aber sie hat vor, wenn wir entsprechend leise sind, uns auch unerlaubte Dinge zu zeigen (das wird vermutlich allen erzählt).


Passenderweise fängt es nun an leicht zu schneien und meine bisweilen überbordende Phantasie versetzt mich augenblicklich in den US-Horror-Film „Silent Hill“, wo es auch um eine Geisterstadt geht und schneit… ich mache Bilder und muss mir in Erinnerung rufen, dass hier niemand gestorben ist, zumindest nicht gleich im April 1986. Offiziell kamen im Kernkraftwerk beim Unfall wenige Dutzend Menschen ums Leben. Über die wahre Anzahl der Opfer insbesondere die Spätfolgen gibt es keine klaren Angaben.

Pripyat wurde erst 36 Stunden nach dem Unfall evakuiert, man sagte den Menschen, sie müssten nur für wenige Tage die Stadt verlassen und sollten nur das nötigste mitnehmen. Haustiere mussten zurückbleiben. Später entstand am linken Ufer des Dnepr außerhalb der Sperrzone eine neue Stadt für die Einwohner von Pripyat.

Die Atmosphäre ist anhaltend gruselig, wir betreten das Theater, wo noch die Plakate der geplanten 1.-Mai-Feier 1986 herumliegen, eine Sporthalle, das Stadion und dann ein Schwimmbad.


Überall modriger und abblätternder Verfall, Artefakte einer aufgegebenen vergangenen Welt.


In einer Halle einer Schule liegen Hunderte von Gasmasken und Schulbücher, in den Wohnhäusern alte Küchengeräte, Möbel und sogar Reste eines Klaviers.

Schweigend streifen wir durch Pripyat, Katja führt uns dann in das einstige Zentrum, hier war ein Lunapark, ein Rummelplatz, der am 1. Mai 1986 hätte eingeweiht werden sollen. Ein vor sich hin rottender Autoscooter, eine rostige Schifferschaukel und ein mahnendes Riesenrad zeugen davon. Katja erzählt uns, dass die Fahrgeschäfte am Tag der Evakuierung für einige Stunden in Betrieb waren, damit die Kinder der Stadt, die auf ihre Evakuierung warten mussten, sich ein wenig ablenken konnten.

Es ist nun schon 17 Uhr, der Himmel ist grau, wir besuchen noch einen weiteren Kindergarten und kehren dann zu unserem Bus zurück. Wir haben viel gesehen und sind ziemlich erschöpft, das war kein Tag wie jeder andere. Ich habe Hunderte von Bildern gemacht. Auch Volli ist nach seinen Maßstäben relativ zufrieden: „Acht Bilder sind brauchbar.“ Im Bus füllt Katja unsere Strahlendiplome aus, eine Art Erinnerungsdokument an den Besuch, unser Geigerzähler wird ausgelesen und festgestellt, wie viel Strahlung wir während der Tour insgesamt mitgenommen haben, offenbar 2 Mikrosievert. Das sind 0,002 Millisievert.

Ab wann wird es gefährlich? Die Wahrscheinlichkeit für eine Krebserkrankung steigt maßgeblich, wenn man mit mindestens 100 Millisievert ein Jahr lang durch Strahlen belastet wird. Eine Einzeldosis von 1.000 Millisievert führt zu einer akuten Strahlen-Erkrankung mit Symptomen wie Übelkeit, ist aber nicht tödlich. 5.000 Millisievert führen in 50 Prozent der Fälle binnen einem Monats zum Tod. Unser Ausflug war also wirklich extrem harmlos.

Mein Tschernobyl-Diplom mit radioaktivem Stempel.

Gegen 19.30 Uhr erreichen wir Kiew. Da ich als einziger unserer Gruppe eine Karte für das Juryfinale des zweiten Semis habe, wird die Zeit für mich knapp. Ich lasse DJ Ohrmeister und Jan, die noch mit Katja plaudern stehen, übergebe Volli meinen Rucksack und laufe zur U-Bahn. Ich fahre direkt zur Halle, wo ich es noch rechtzeitig in die Show schaffe.

 

Vorschau: In der nächsten Folge vervollständigen wir unser „Netzwerk ESC“, fünf weitere Bloggerkontakte aus der Bubble werden vorgestellt.

Bisher in „Rund um Kiew“ erschienen:
(1): Auf dem Weg nach Odessa (Jan)
(2): Im Golden Circle und in der Fan Zone (Marc und BennyBenny)
(3): Network ESC, Teil 1 (diverse Blogger)
(4): Deutsche Delegation Deluxe (BennyBenny)
(5): Die Transen im Lift (Douze Points)
(6) Hetzjagd durch die Hauptstadt (OLiver und Peter)
(7) Überleben zu kleinen Preisen in Kiew (Tjabe)
(8) Die Qual der Wahl im Bloggerleben (Salman)

Aktuell, Serien

9 Kommentare Kommentar schreiben

  1. Cal X

    02.07.2017 | 18:03

    Ein wirklich spannender Bericht, danke!
    .
    Leicht off-topic: Ich glaub, hier sehe ich Volli zum ersten Mal lächeln. Ausgerechnet in Tschernobyl!

  2. JaNL

    02.07.2017 | 20:57

    @Cal X

    Na ja er scheint wohl eher zu strahlen….😂
    Sorry der musste sein

  3. Matty

    02.07.2017 | 21:36

    Ich hätte nicht den Mut gehabt, dorthin zu fahren!

  4. deutscheland

    03.07.2017 | 11:10

    Wow! Man kann wirklich ohne Bedenken in Tschernobyl essen? :O

  5. Saphira

    03.07.2017 | 18:03

    Ich muss zugeben, dass ich solchen Berichten – und auch noch mit Fotos – nichts abgewinnen kann. Es gibt Orte, an denen hat Tourimus nichts zu suchen. Und wenn man sich nur informieren will, muss man keine Selfies o.ä. machen.

  6. interrobang

    03.07.2017 | 18:51

    Danke für diesen Bericht und dafür, dass Ihr Eure Eindrücke mit uns teilt, liebe Blogger – wirklich sehr informativ. Ihr schreibt nicht nur toll über unser aller Lieblingswettbewerb, sondern garniert das auch mit sehr interessanten Reiseberichten.
    Und dieser Rummelplatz in Pripjat ist und bleibt eines der traurigsten Bildmotive, die ich kenne.

  7. Little Imp

    03.07.2017 | 19:00

    Mich hätte es auf diesem Rummelplatz gegruselt. Wie in einem Horrorfilm. Die toten Seelen von Tschernobyl… Aber es hatte sich nichts von selbst bewegt, oder?

  8. Ansgar

    04.07.2017 | 15:07

    Wir waren am Tag des Finales da (unmittelbar im Anschluss an die legendäre Euroclub-Party nach dem Juryfinale) und es war wirklich beeindruckend. Es dauert ein bisschen, bis man das Gesehene verarbeitet hat. Aber ich bin froh, es gesehen zu haben… trotz Schlafdefizit.
    .
    PS: Prypjat liegt m.E. nord-westlich von Tschenobyl, nicht südlich.

  9. OLiver

    05.07.2017 | 14:02

    @Ansgar: Du hast recht, da hat wohl mein innerer Kompass durch die Strahlung gelitten. Pripyat liegt nordwestlich von AKW, dieses wiederum liegt nordwestlich von Tschernobyl und dieses wiederum ligt nördlich von Kiew.

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