Ukraine

Ruslana im Prinz-Blog Interview: „Für die Ukraine ist der ESC mehr als nur ein Musikwettbewerb!“

Eine der Gäste bei der London Eurovision Party war auch Ruslana, die ukrainische Siegerin des Eurovision Song Contests 2004. Im Prinz-Blog Interview erzählt sie uns über die Bedeutung des ESCs in ihrem Heimatland, ihrer Rolle beim diesjährigen Contest und ihre Einstellung zum Einreiseverbot der Russin Yulia Samoylova.

Prinz-Blog: In diesem Jahr richtet die Ukraine ja bereits das zweite Mal den ESC aus. Was hat sich in Deinem Land seit 2005 verändert?

Ruslana: Die Ukraine ist heute ein komplett anderes Land. Mein Sieg im Jahr 2004 hat uns das Tor zu Europa geöffnet. Er hat unserem Land Flügel verliehen und auf einmal waren wir wer. Ohne meinen Sieg damals hätte der Prozess viel länger gedauert. Nun sind wir ein modernes, freiheitliebendes Land. Wir sind ein fester Teil Europas!

Es ist schön, dass der ESC soviel verändern kann. Aber letztendlich ist er doch „nur“ ein Musikwettbewerb?

Für die Ukraine ist der ESC mehr als nur als ein Musikwettbewerb. Er ist Teil unserer nationalen Identität. Der ESC ist für uns eine der wenigen Chancen zu zeigen, wer wir sind und dass wir zu Europa dazugehören. Durch den ESC bekommt es die ganze Welt mit.

Das Motto in diesem Jahr heisst ja „Celebrate Diversity“. Ist die Ukraine schon so weit das Motto zu leben?

Absolut! Wir sind ein sehr weltoffenes und demokratisches Land. In der Ukraine ist jeder willkommen unabhängig von Hautfarbe, sexueller Orientierung und Herkunft. Wir lieben Vielfalt und werden im Mai gemeinsam mit unseren internationalen Freunden die größte Party aller Zeiten in Kiew feiern.

Die russische Vertreterin Yulia Samoylova ist aber nicht willkommen?

Nein! Sie hat ukrainisches Gesetz gebrochen. Und das kann nicht einfach geduldet werden. Auch in einer Demokratie muss es Recht und Ordnung geben. Niemand hat Yulia Samoylova gezwungen auf der Krim aufzutreten.

Die russische Bevölkerung auf der Krim hat sich aber scheinbar über ihren Auftritt sehr gefreut. Kann es nicht sein, dass sie einfach nur Musik machen wollte?

Ein Regelverstoß ist ein Regelverstoß. Wir können sie nicht ins Land lassen.

Stellt denn Yulia Samoylova aus Deiner Sicht wirklich eine Gefahr dar? 

Das spielt keine Rolle. Ein Gesetz ist ein Gesetz. Und auch die EBU sollte unsere Gesetze respektieren.

Das würde ja heißen, die EBU müsste auch alle anderen Gesetze der Mitgliedsländer respektieren ohne sie zu hinterfragen. In einigen Mitgliedsländern gibt es Gesetze gegen Minderheiten wie zum Beispiel Homosexuelle. 

Ich habe zu diesem Thema bereits alles gesagt. Lass uns wieder über den ESC in Kiew sprechen.

Okay. Es gab ja anfangs jede Menge Probleme bei der Organisation. Bist Du sicher, dass ihr das alles rechtzeitig hinbekommt?

Absolut! Das neue Team ist hervorragend und arbeitet sehr eng mit der Regierung zusammen. Ziel ist es ein Top Event zu organisieren. Es gibt hier und da noch ein paar kleinere Baustellen wie zum Beispiel der Sound in der Halle, aber ich bin sicher bis Mai kriegen wir das alles hin. Es wird ein toller ESC werden! Und ihr seid alle willkommen!

Wirst Du denn in Kiew auch selbst auf der Bühne sein?

Ich werde das zweite Halbfinale mit einer großen Show eröffnen. Dort werde ich einen Song singen, der total das neue Lebensgefühl der Ukraine wiederspiegelt. Der Song ist von mir selbst geschrieben und heißt: „It’s magical – Love is unbreakable“. Heute abend werdet ihr ihn hier in London zum ersten Mal zu hören bekommen.

Wir sind sehr gespannt! Vielen Dank für das Interview! 

Interviews

33 Kommentare Kommentar schreiben

  1. Rainer1

    12.04.2017 | 08:34

    Die alte ist mir extrem unsymphatisch. Die drängt sich überall so in den vordergrund. Und ihre schreierei bewirkt bei mir immer einen starken würgereiz.
    Egal ob ruslana oder jamala……beide ukrainische sieger sind völlig überbewertet worden. Bitte nie mehr eine ukrainische schreielse als sieger

  2. miramax09

    12.04.2017 | 08:53

    LOL, Rainer… die alte… also wirklich :-)

    Aber ich verstehe dich. mir kommt Ruslana viel zu politisch-aggressiv vor.

    Der song wild dances gefällt mir aber schon sehr.

  3. togravus

    12.04.2017 | 09:06

    „Für die Ukraine ist der ESC mehr als nur ein Musikwettbewerb!“
    ———————————–
    Und genau das ist das Problem. Wer so etwas sagt, hat überhaupt nicht verstanden, was die eigentliche Idee des ESC ist … Überrascht mich bei Ruslana aus verschiedenen Gründen aber überhaupt nicht und bestätigt einmal mehr meine Abneigung gegenüber dieser Frau.

  4. Philipp19965

    12.04.2017 | 09:10

    Furchtbar diese Frau.
    Absolut politisch und sie repräsentiert auch nur eine Minderheit in dem Land.

    Ich glaube nicht, dass ihr Song soooo viel gebracht hat

  5. Matty

    12.04.2017 | 09:12

    Der ESC rückt immer näher und ich frage mich, wie es denn mit Rußland weitergeht! Langsam sollte man Gewißheit haben, ob Rußland von einer Teilnahme in diesem Jahr Abstand nimmt oder einen anderen Interpreten, der vorher nie auf der Krim aufgetreten ist, nach Kiew schickt und statt Yulia diesen – zugegeben – langweiligen Song präsentiert.

  6. Jorge

    12.04.2017 | 09:23

    Ach Gott, sie ist halt oft ein wenig instinktlos und „laut“ auf ihre Art, nicht der größte Sympathiebolzen, aber wenigstens geradeheraus.

  7. benne

    12.04.2017 | 09:31

    Ist das nun die Meinung von Ruslana oder ihre auswendig gelernten Antworten, die ihr seitens der Politik gegeben wurden?
    .
    Naja, um beim Kernpunkt des ESC, der Musik zu bleiben:
    Hoffentlich wird ihr Auftritt in Kiew nicht so schlecht wie bei „Unser Song 2017“
    Das war ja echt grottig.

  8. Bandido

    12.04.2017 | 10:23

    Ich mag sie. Natürlich kann man ihren politischen Aktivismus blöd finden. Oder dass sie nicht immer das nötige Feingefühl beweist. Aber sie ist in dem, was sie tut und vertritt leidenschaftlich, ungekünstelt und absolut authentisch. Mir tausendmal lieber als die glatten Püppis aus dem Kaukakus, die sich in Interviews immer kuschelweich geben und dann vor den Kamera plötzlich mit der Bergkarabach-Keule hantieren.

  9. Ansgar

    12.04.2017 | 11:29

    „Die Ukraine ist heute ein komplett anderes Land. Mein Sieg im Jahr 2004 hat uns das Tor zu Europa geöffnet. Er hat unserem Land Flügel verliehen und auf einmal waren wir wer. Ohne meinen Sieg damals hätte der Prozess viel länger gedauert. Nun sind wir ein modernes, freiheitliebendes Land.“
    .
    Ja nee… is klar!

  10. miramax09

    12.04.2017 | 11:42

    @Ansgar

    Dachte ich mir auch, klingt ja fast schon wie eine Siegerin einer Misswahl :)

  11. Chupacabra

    12.04.2017 | 13:42

    Die Dame sondert das so ab, wie ihr Gekreische beim Vorentscheid in Deutschland geklungen hat. Peinlich.

  12. Cal

    12.04.2017 | 13:47

    Ruslana treibt letztlich das auf die Spitze, was mich am ESC am meisten abfuc*t: Nationalismus. Das nervt an den ganzen YouTube-Kommentaren, das nervt mich an vielen Künstlern. Inzwischen bin ich so weit, dass ich überlege, wie man den ESC geschickt ohne die Fixierung auf Nationalitäten aufbauen könnte. Ist nicht einfach, aber das, was wir jetzt haben, wird immer mehr untragbar.

  13. togravus

    12.04.2017 | 14:05

    @ Cal, geht mir genauso und ärgert mich auch immer ganz furchtbar bei Sportübertragungen …

  14. Nick

    12.04.2017 | 14:56

    @Cal: Meine Meinung!!! Ich hoffe uns bleibt das in den Shows im Mai wenigstens erspart. Da hör ich lieber „The Land of fire – Aserbaijan..

  15. Cal

    12.04.2017 | 15:26

    @Nick: Ich bin mir nicht sicher, ob du meine Kritik verstanden hast. Ich spreche nicht vom „ukrainischen Nationalismus“, sondern schließe in meiner Kritik auch den steifen ESC 2012 in Baku mit ein (und fairerweise auch das Gebitche auf armenischer Seite).

    Im Grunde nerven mich alle. Außer Ralph Siegel. Dessen Pragmatismus ist bemerkenswert.

  16. Nico

    12.04.2017 | 16:21

    @Cal: Ich hab dich schon verstanden, aber für mich zählt das genannte Beispiel nicht wirklich unter Nationalsozialismus.

  17. Cal

    12.04.2017 | 16:41

    Oh je, Nationalismus ist nicht Nationalsozialismus.

  18. Nico

    12.04.2017 | 16:52

    @Sorry, hab mich im Stress vertippt. Aber genau wie du bist ist dir sicher aufgefallen das ich als Nico und nicht als Nick geantwortet habe ;)

  19. Festivalknüller

    12.04.2017 | 17:29

    Sehr verbiestert das „Gesetz ist Gesetz“ Statement.
    Gerade Ruslana hat in ihrem Land in den vergangenen Jahren vom Hinwegsetzen über Normen profitiert.
    Medial gehört sie aufs Abstellgleis !

  20. Tamara

    12.04.2017 | 17:34

    Ufff…. anstrengend bleibt anstrengend. Wild Dances fand ich damals für einen Abend gut. Aber seitdem…. uff.

  21. Cursha

    12.04.2017 | 17:45

    Ich schließe mich meinen Vorrednern an. Ruslana nervt gewaltig.

  22. Rainer1

    12.04.2017 | 17:50

    Na ja@festivalknüller,
    Ob du dich über eine norm hinwegsetzt oder über ein gesetz, sind ja wohl zwei paar schuhe. In dieser beziehung hat ruslana recht. Gesetzt ist gesetz. Und das wussten alle beteiligten zum vorherein.
    Und ob es sich,als dunkelhäutiger schwuler,in kiev nach dem esc sieg besser lebt als vorher, wage ich mal zu bezweifeln

  23. Dennis

    12.04.2017 | 18:07

    Ich wusste es schon früher als sie vor Zeljko Joksimovic gewann, dass das mit ihr negativ laufen wird. Ich verstehe bis heute nicht, wie das Lied von Serbien mit Emotion und Tradition gegen eine schreiende Wanderin unterlag weiß ich bis heute nicht.

  24. Jorge

    12.04.2017 | 19:03

    Wie Ruslana gewinnen konnte? Na das hat doch „love, love,peace,peace“ letztes Jahr veranschaulicht. Einen Grammy Award hat Ruslana dafür ja nicht erwartet.
    Für mein Empfinden könnten hier einige mal einen Gang runterschalten: Wirklich üble Dinge hat sie im Interview nicht gesagt, die zweite/dritte Nachfrage zum Gesetz implizierte ja die Auffassung „sollte die Ukraine nicht so wichtig nehmen“ und wenn sie merkt, die eigene Meinung führt nicht weiter, dann ist es legitim, das Thema so abzukürzen, auch wenn „wir“ da einen Seelentröster erhofft hatten. Dass über die nationenbildende Zugkraft des ESC geschwafelt wird, ist nicht osteuropaspezifisch. Das wird man von Interviewpartnern vieler kleinerer Staaten oder jüngeren Ländern von Griechenland bis … immer wieder zu hören bekommen.

  25. escfan05

    13.04.2017 | 06:41

    Ruslana hat doch recht. Gesetz ist Gesetz. Was ist denn nun mit Russenjulchen? So langsam sollte man mal zur einer endgültigen Entscheidung kommen.

  26. Antonios Georgiadis

    13.04.2017 | 08:43

    Die feindselige russophobe Dame sollte mal über die Herkunft ihres Namens nachdenken…..Ruslana ;)

  27. Festivalknüller

    13.04.2017 | 11:25

    Erst die Revolution im Land unterstützen und dann Gesetzestreue einfordern.
    Hier verbiegt sich jemand ungeheuerlich !

  28. varad

    13.04.2017 | 16:41

    Hier bestigt sich die Ansicht die Ruslana auf mich schon 2004 machte als sie den ESC gewann. Sympathisch ist was ganz ganz anderes.

    @escfan05 Keine Sorge an Stelle von Yulia hätte ich selbst wenn es jetzt noch möglich gemacht werden würde keinen Bock mehr dort aufzutreten und würde der EBU und den Ukrainern als Gastgebern nen Vogel zeigen.

  29. EscFAN

    13.04.2017 | 18:35

    Ihre Aussagen sind voller Doppelmoral!

    Ihre dämlichen Aussagen sind voller Doppelmoral und Widersprüche. Alle sind herzlich willkommen, nur Russland nicht. Und dann kann sie ihre eigenen Argumente nicht einmal verteidigen, sondern schweift komplett vom Thema ab. Dieses Jahr werden wir keinen Song Contest schauen, sondern eine politische Propaganda-Show über die ach so tolle Ukraine und ihre Gastfreundschaft. Vom Gedanken wird mir übel. Kann´s kaum erwarten, 2018 in ein zivilisiertes und tatsächlich europäisches Land zu reisen. Übrigens eine große Ungerechtigkeit, dass Serbien damals nicht gewonnen hat. Das Halbfinale hatte Zeljko haushoch gewonnen!

  30. melodifestivalenfan

    13.04.2017 | 20:28

    @EscFAN
    gerade Ruslana ist nun gerade das perfekte Beispiel für Intoleranz und Doppelzüngigkeit. Da gebe ich dir recht. Aber ihren nationalistischen Ansichten muss man ja nicht folgen. Auf der einen Seite will sie in Europa ankommen sein, nach ihrem Verständnis. Auf der anderen Seite verteidigt sie die merkwürdigsten Werte einer heruntergekommenen korrupten Regierung. Ich kriege regelmäßig Würgereize, wenn ich diese Frau nur sehe. Den letzten Informationen folgend, hat sich das mit der Teilnahme von Russland nun ja erledigt. Ich bin auch froh, im nächsten Jahr hoffentlich wieder in einem wahrhaft europäischen Land den ESC zu erleben.
    Morgen fliege ich wieder bis in den Mai hinein in meine zweite Heimat, werde dem Prinzblog treu bleiben und die weiteren Ereignisse verfolgen.

  31. Anmey

    13.04.2017 | 21:54

    Natürlich ist die Ukraine mindestens seit 2014 auf einem guten Weg in Richtung Europa (wenngleich sie noch nicht angekommen ist, wie Ruslana hier impliziert). Aber natürlich sowas passiert in einem Land wie diesem nicht von heute auf morgen, besonders nicht wenn ein derart großer Nachbar wie Russland dies mit aller Gewalt (leider im wahrsten Sinne des Wortes) zu verhindern versucht. Was aber auf gar keinen Fall hilft, ist die Ablehnung bis Herabwürdigung von Menschen wie Ruslana, die sich (wenn auch etwas sehr direkt) so leidenschaftlich für die europäische Perspektive der Ukraine einsetzt.

    Und noch eine kleine Anmerkung: Wenn einer unserer Nachbarn sich Teile unseres Staatsgebiets völkerrechtswidrig einverleiben und in anderen Teilen militärische Gruppen in einem Krieg gegen uns auf unserem Staatsgebiet unterstützen würde (was dank der EU glücklicherweise natürlich nie passieren wird), dann würden wir über dieses Land auch anders denken als über andere.

  32. Geli

    13.04.2017 | 23:03

    Tolle Künstlerin!

    Wie hier viele über Ruslana herfallen, finde ich erschreckend. Meines Erachtens ist sie eine großartige Künstlerin, die sich ungeheuer engagiert für das, was ihr wichtig ist. Dafür zolle ich ihr größten Respekt! Sie ist kein Kunstprodukt, sondern authentisch. Das, was sie macht, macht sie mit vollstem Herzblut – das kam schon bei ihrem hochverdienten Sieg 2004 zum Ausdruck als auch heute noch mehr denn je.
    Russland hat mit der Nominierung der Yulia ganz klar provoziert. Sie wollten, dass die Ukraine in einem schlechten Licht da steht. Ich hätte es besser gefunden, die Ukraine hätte Yulia reingelassen, dann hätte Russland nicht den Skandal bekommen, den sie wollten. Aber, sie nicht reinzulassen, ist eine Entscheidung, die ich auch nachvollziehen kann.
    Auf jeden Fall finde ich es super, dass Ruslana immer noch so präsent ist. Wild Dances ist ein echter Klassiker und auch 13 Jahre danach performt sie ihn immer noch mit einer Mega-Power! Tolle Frau!

  33. deutscheland

    14.04.2017 | 16:51

    Jaja, alle sind willkommen, die Ukraine ist so bunt und vielfältig und tolerant, aber sobald es um Russland geht, wechselt sie schlagartig die Tonart. Hat NTU nicht versprochen, die Freizügigkeit und Sicherheit ALLER Delegationen zu respektieren? Schönen Dank nach Kiew und Moskau, dass wir seit 2014 einen neuen politischen Brandherd beim ESC haben. Bezeichnend finde ich, dass Ruslana nicht begründen kann, inwiefern Julia Samoylova eine Gefahr für die Ukraine darstellt und schnell das Thema wechseln will. :D
    Aber mal ganz abgesehen davon: das Motto in diesem Jahr ist eh ein schlechter Witz. „Celebrate diversity“ aber drei männliche Moderatoren, die sich optisch kaum voneinander unterscheiden; nur Timur Miroschtnytschenko hebt sich noch ein wenig ab. Dazu kaum Lieder, die nicht auf Englisch sind. Dann lieber kein Motto.

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