Russland

Russia goodbye – Die Flamme ist aus: Russland sagt Teilnahme für Kiew ab

Vielleicht ist es besser so. Der russische Sender Channel One hat die Teilnahme seines Beitrags „A Flame Is Burning“ am 62. Eurovision Song Contest 2017 endgültig abgesagt. Damit endet das langwierige Hin und Her um die Sängerin Yulia Samoylova, der die ukrainische Obrigkeit die Einreise ins Land verweigerte. Der EBU ist es nicht gelungen, eine glückliche Lösung für beide Seiten zu finden. Ob Russland 2018 wieder zum Wettbewerb zurückkehrt, ist ungewiss.

Zum ersten Mal seit 1999 wird das größte Land Europas nicht am größten europäischen Musikwettbewerb teilnehmen. Russland debütierte 1994 und war bis zur Jahrtausendwende unregelmäßig und mit nur durchschnittlichen Erfolgen dabei. Ab 2000 änderte sich mit dem zweiten Platz von Alsou alles und Russland fand sich immer im Finale wieder. Man glänzte mit drei dritten Plätzen, vier zweiten und einem ersten Platz in 2008.

Doch seit der Bekanntgabe von Yulia Samoylova als diesjähriger russischer Vertreterin Mitte März hing der Haussegen in der Eurovision schief. Yulia Samoylova trat 2015 bei einem Musikwettbewerb auf der Krim auf, für den sie nicht über ukrainisches Gebiet auf die Krim reiste. Eine Einreise von russischer Seite aus in die 2014 von Russland annektierte Halbinsel bricht nach ukrainisches Gesetz. Nach Bekanntwerden des Sachverhalts sprach die Ukraine daher ein dreijähriges Einreiseverbot aus. Wir haben hier dazu berichtet.

Die EBU unternahm mehrere Anläufe, das Problem zu lösen. Eine Live-Zuschaltung per Satellit oder der Austausch des Interpreten lehnte das russische Fernsehen als inakzeptabel ab. Gespräche mit den ukrainischen Autoritäten verliefen auch im Sande und verhärteten die Fronten immer mehr, was nun die russische Absage zur Folge hatte. Das russische Fernsehen wird den Contest 2017 auch nicht übertragen.

Laut der EBU liegt die Schuld auf ukrainischer Seite, da man dort nicht vom Einreisebann für Yulia Samoylova absehen wollten und somit den unpolitischen Charakter des Wettbewerbs nicht respektiert hat. Die EBU bedauert die Absage der Russen, aber die kurze Zeit bis zum Wettbewerb lässt jetzt keine weitere Diskussion zu. Nachstehend die Aussage vom Chairman der Reference Group, Frank Dieter Freiling:

We strongly condemn the Ukrainian authorities’ decision to impose a travel ban on Julia Samoylova as we believe it thoroughly undermines the integrity and non-political nature of the Eurovision Song Contest and its mission to bring all nations together in friendly competition. However, preparations continue apace for the Eurovision Song Contest in the host city Kyiv. Our top priority remains to produce a spectacular Eurovision Song Contest with our Member UA:PBC in May.

Ein Sprichwort sagt: Steck alle in einen Sack, schlag drauf und du triffst immer den richtigen. War es nun eine geplante Provokation der Russen ausgerechnet Yulia Samoylova zu schicken? Man wird es nicht erfahren, da über die Auswahlmethode der Russen nichts bekannt ist.

Auch die EBU hat sich nicht mit Ruhm bekleckert. Der aktuelle Fall ist nicht der erste Rückzug. So lehnte die EBU 2009 den georgischen Beitrag für den ESC in Moskau „We don’t wanna put in“ als politisch ab, das georgische TV weigerte sich einen anderen Song zu nominiren und sagte ab (mehr dazu und über andere verhinderte Songs hier). Die Ukraine selbst sagte 2015 wegen der schwierigen politischen Lage ihre ESC-Teilnahme ermöglicht.

Seitdem Osteuropa mit von der Partie ist, überschattet die Politik wieder stärker den Wettbewerb. Jährliche Provokationen zwischen Armenien und Aserbaidschan, Kontroversen zwischen Russland und der Ukraine sowie in den 90er-Jahren die Konflikte auf dem Balkan waren auch jeweils beim ESC zu spüren.

Bloggerkollege OLiver hatte schon vor acht Jahren über die politischen Dimensionen des Wettbewerbs gebloggt. Waren es in den Sechziger Jahren Spanien und Portugal, ein Jahrzehnt später Griechenland, Türkei und Israel, so folgte dann der zerfallene Balkan und das neue Jahrtausend prägten die Länder der ehemaligen Sowjetunion. Will die EBU weiterhin auf dem unpolitischen Charakter des Contests beharren, so sollte sie all die Länder, die in den letzten Jahren ihre politische Meinung nicht zu Hause lassen konnten, ermahnen und gegebenenfalls ausschließen.

Nun sind die Russen erst mal raus aus dem ESC und der Wettbewerb kann durchgezogen werden. Vielleicht kann die permanente Präsenz aufgrund dieses Themas zur Freude der EBU die Einschaltquote erhöhen.

Ob die Russen 2018 weiterhin wie angedroht dem Eurovision Song Contest fernbleiben, wird sich sicher erst im Herbst herausstellen. Aber es bleibt die Frage, inwieweit es wünschenswert ist, Ländern wie Russland, Armenien, Aserbaidschan oder auch der Türkei eine Plattform zu bieten, um andere Länder zu provozieren.

Die einzige, die sicherlich die Sympathie vieler hat, ist Yulia Samoylova, die zum Spielball der Mächte wurde. Aber vielleicht ist es ihr auch egal, da die internationale Medienpräsenz in den letzten Wochen sicherlich mehr ihrem Bekanntheitsgrad genutzt hat, als zwei Auftritte im großen Musikwettbewerb.

Im morgen planmäßig anstehenden Songcheck werden wir uns ihrem Lied „A Flame Is Burning“ auf jeden Fall noch widmen trotz der russischen Absage. Daher zeigen wir hier das Siegerlied von 2007 „Molitva“, von Yulia Samoylova interpretiert.

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57 Kommentare Kommentar schreiben

  1. Patsch

    13.04.2017 | 21:48

    Schade für Julia, aber wohl die beste Lösung. Russland bleibt damit eine eventuelle Nicht-Qualifikation erspart.

  2. Lorena

    13.04.2017 | 21:50

    War abzusehen. Also schön, dass das Thema endlich durch ist.
    Mir tut Julia überhaupt nicht leid. Wenn sie nicht komplett blöd ist, wird ihr bewusst sein, warum Russland sie ausgerechnet in die Ukraine schickt und nicht in einem anderen Jahr antreten lässt. Sie hat sich trotzdem darauf eingelassen.

  3. Bango

    13.04.2017 | 21:51

    Dann können wir uns ja jetzt endlich auf das Wesentliche konzentrieren.

  4. Der_Samu

    13.04.2017 | 21:55

    Da es den Russen eh nur um Provokation ging, bin ich froh, dass es dieses Ende genommen hat und hoffe auf entspannte zwei Wochen in Kiew.

  5. Simon

    13.04.2017 | 21:57

    Ich glaube nicht, dass Julia Samoylova das Unschuldslamm in diesem Dilemma spielen kann. Schon letztes Jahr wurde überall berichtet, dass es zu einem Einreiseverbot kommen kann. Sie selbst tritt bei der Propagandashow in Sotchi auf und begibt sich auf die völkerrechtswidrig annektierte Krim… wie naiv kann man sein, zu denken, dass man kein Problem darstellen könnte? Es ist traurig, dass sie missbraucht wurde, ja. Aber warum hat sie sich bewusst missbrauchen lassen? Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie man glauben kann, dass man mit dieser Vorgeschichte und diesen Spannungen zwischen Russland und der Ukraine keine Probleme haben wird… Ich unterstelle ihr ohne jemals mit ihr gesprochen zu haben keine böse Absicht. Aber sie hätte es von sich aus nicht zulassen dürfen und trägt für mich ganz klar eine Mitschuld.

  6. Festivalknüller

    13.04.2017 | 22:01

    Yulia werden wir wahrscheinlich 2818 als Repräsentantin bei einer Teilnahme Russlands wiedersehen. So ist es ja versprochen worden….

  7. Festivalknüller

    13.04.2017 | 22:02

    2018 natürlich !

  8. cars10

    13.04.2017 | 22:03

    Lasha tumbai

    Gut.
    Ist dieses Schmierentheater zumindest für 2017 vorbei.

  9. togravus

    13.04.2017 | 22:14

    Gut, dass das Thema endlich durch ist. Die in Russland Verantwortlichen haben jetzt also genau das erreicht, was sie wollten: Sie müssen in Kiew nicht teilnehmen und können sich der eigenen Bevölkerung gegenüber in den gleichgeschalteten Medien als „Opfer des faschistischen Regimes in der Ukraine“ inszenieren. Toll gemacht, Ukraine und EBU … *vergibt an jeden eine Eselskappe*
    Nun hoffe ich, dass es sowohl für die Ukraine als auch für Russland deftige Strafen gibt, die richtig wehtun, aber ob der zahlose Tiger EBU die Macht dazu hat? Angebracht wäre es, damit all die politische Instrumentierung des ESC durch einige ehemalige Sowietrepubliken endlich ein Ende nimmt.

  10. Simon

    13.04.2017 | 22:18

    Eine Strafe für die Ukraine ist eine Schelte an die Demokratie und den Rechtsstaat! Ist für mich echt erschreckend, dass ernsthaft über eine Bestrafung der Ukraine nachgedacht wird.
    ___
    Und nein, ich sage nicht, dass die Ukraine eine Vorzeigestaat ist und alles toll läuft. Aber nachdem die EBU ihnen die Ausrichtung gegeben hat, mit allen den nervigen Problemen, ist es immer noch ein souveräner Staat, der seine Gesetze hat. Diese Gesetze einzuhalten soll bestraft werden? Eine gruselige und bedenkliche Vorstellung! Auch wenn ich bei der EBU leider davon ausgehe, dass es wirklich dazu kommen wird.

  11. Eric Gro

    13.04.2017 | 22:25

    Russland erst 2019 wieder dabei?

    Laut Regelwerk ist eine Voraussetzung für die Teilnahme eines Landes am ESC, dass die Show des vorangegangenen Jahres im Fernsehen zu sehen sein musste.
    .
    Wenn Russland den ESC dieses Jahr nun nicht übertragen wird – wie sie es androhen – dürften sie demnach auch nächstes Jahr nicht am Wettbewerb teilnehmen.

  12. Jorge

    13.04.2017 | 22:27

    Vorhersehbares & beabsichtigtes Ende, Armenien hatte dagegen 2012 noch wenigstens die Eier, seine Teilnahme vorher freiwillig abzublasen. Opfermystik für Yulia ist überflüssig. Sie bekam ja schon vom Sender die „Zusage“ für 2018, dann vermutlich mit einem richtigen Lied. Ich ahne auch schon das doppelzüngige Thema des Songs: Ein zurückgelassener Vogel mit gebrochenem Flügel sieht seine Artgenossen gen Süden fliegen … mir fällt da vieles ein …

  13. cars10

    13.04.2017 | 22:30

    Es ist bezeichnend, wie die EBU am russischen Rockzipfel hängt. Man zeigt also recht deutlich, was man von Neutralität hält, offensichtlich nichts.

  14. interrobang

    13.04.2017 | 22:31

    Julia hat zumindest an Bekanntheit gewonnen; vielleicht gibt es ja demnächst ein Album oder eine Europatournee oder so was. Für sie vielleicht sogar besser als ein zweiundzwanzigster Platz beim ESC.
    .
    Wobei ich natürlich jetzt ein paar Fragen habe: Wird das Samojlova-Opus trotzdem auf der ESC-CD zu hören sein? Wer zahlt für die Absage? (Es ist doch ziemlich teuer, wenn man nach der Anmeldefrist absagt.) Wann darf Russland wieder mitmachen? In der Tat ist es doch eigentlich so, dass man im Folgejahr nicht mitmachen darf, wenn man den ESC nicht ausstrahlt. Und musste der Libanon nach dem Einziehen des Schwanzes nicht drei Jahre lang aussetzen? (Nicht, dass die seither je wieder teilnehmen wollten … warum eigentlich nicht?)

  15. Matty

    13.04.2017 | 22:33

    Nun ist endlich mal ein Schlußstrich unter dem ewigen Hin und Her von Rußland und der EBU gezogen worden und das ist auch gut so. Erstmals seit 1999 gibt es wieder ein ESC-Finale ohne das größte Land der Erde! Damit sind es nun insgesamt 42 Teilnehmernationen in diesem Jahr und zwei Halbfinals mit jeweils 18 Kandidaten.

  16. Paul

    13.04.2017 | 22:34

    Russland hat in den letzten Jahren hervorragende Beiträge präsentiert. Sehr sehr schade, wenn 2018 das Land erneut nicht antreten würde!

  17. interrobang

    13.04.2017 | 22:38

    Und das ganze Hin-und-her war doch Grütze. Da lobe ich mir tatsächlich das armenische Vorgehen 2012 (@Jorge).

  18. Saphira

    13.04.2017 | 22:54

    „Die einzige, die sicherlich die Sympathie vieler hat, ist Yulia Samoylova, die zum Spielball der Mächte wurde.“
    Falsch, sie war selbst Teil des Spiels und zwar bewusst. So dumm und naiv kann niemand sein (mal Leute mit einer geistigen Behinderung ausgenommen). Meine Sympathie hat sie jedenfalls nicht.

  19. roxy

    13.04.2017 | 22:55

    Ich gehe davon aus, dass die Ukraine von der Teilnahme am nächsten ESC ausgeschlossen wird.

  20. David Z

    13.04.2017 | 22:57

    Jetzt wird die Abstimmung doch um einiges Interessanter. Wem geben Weißrussland und Co. nun ihre 12 Punkte? Wird es am Ende vielleicht doch noch was für Kristian Kostov zu holen geben? Von den Östlichen Ländern Bulgarien das einzige das um den Sieg mitsingen kann. Wenn sich Schweden, Italien und evtl. noch Belgien und Portugal im Westen die Punkte wegnehmen und Kristian im Osten komplett abräumt könnte es im Finale doch noch spannend werden

  21. David Z

    13.04.2017 | 22:58

    *ist Bulgarien
    Vielleicht vorher nochmal drüber lesen bevor man auf „Abschicken“ klickt :D

  22. Frederic

    13.04.2017 | 23:05

    So schwer die Indizien auch wiegen mögen, kann man nicht mit Gewissheit ausschließen, dass Samoylova womöglich doch als ideale diesjährige Repräsentantin dieser gefälligen Gutkin-Komposition ausgewählt wurde und die Krim-Problematik von der Delegation schlicht unterschätzt wurde.
    Müßige Frage jetzt.
    Ich bin nur sehr gespannt, ob Russland 2018 zurückkehrt (wegen der diesjährigen Nicht-Ausstrahlung wird die EBU wohl kaum Stress machen) und mehr noch, ob das Versprechen, an Samoylova fest zu halten, auch eingelöst wird.

  23. OLiver

    13.04.2017 | 23:07

    @interrobang: Nach unseren Informationen wollte Télé Liban eigentlich niemals am ESC teilnehmen. Aline Lahoud wollte aber und sie bzw. ihr Management haben den Sender überzeugt und die Teilnahme 2005 arrangiert. Nach der späten Absage, weil man der EBU nicht zusichern konnte den israelischen Song zu übertragen (verboten laut libanesischer Gesetzeslage), musste Télé Liban eine Strafe zahlen und erhielt natürlich die Teilnahmegebühr nicht zurück. Logisch, dass man dann nie wieder etwas aus Beirut gehört hat.

  24. miramax09

    13.04.2017 | 23:09

    @Eric Gro

    Die Regel wurde beim italienischen Comeback 2011 gestrichen, sonst hätte Italien in Düsseldorf nicht dabei sein können.

    Somit kann Russland 2018 laut Regelwerk wieder beim Contest mitmachen.

  25. Inge Periotte

    13.04.2017 | 23:15

    Yepp! @Jorge & interrobang
    100%ige Zustimmung! Mehr gibt’s dazu nicht zu sagen! Ich freu mich auf einen ESC ohne das übliche vorhersehbare Televoting in Sachen Russia.

  26. Sven

    14.04.2017 | 01:33

    Wurde die wirklich gestrichen? Armenien musste den ESC 2012 doch übetragen, um im darauffolgenden Jahr teilnehmen zu dürfen!?
    Aber wahrscheinlich ist der EBU sowieso mal wieder völlig egal, was in ihren Regeln steht, entschieden wird danach, wem man mehr in Arsch kriechen muss.

  27. Stefano

    14.04.2017 | 03:54

    Ich bin froh, diesen russischen Titel nicht zweimal zu hören und dass ein 10. Land ausm 2. Halbfinale im Finale dabei sein wird. Ggf. startet Russland nächstes Jahr in Italien wieder im ersten Halbfinale, dann aber bitte mit Qualität :)

  28. Ruhrpottler

    14.04.2017 | 04:12

    Vielleicht war Italien als einer der BigFive gerne gesehen und deswegen durften sie ohne eine Vorjahrsübertragung direkt teilnehmen? Außerdem finde ich diese Regel eher unnötig. Strahlt eigentlich die Türkei den ESC seit 2012 aus?
    Ich schließe mich DavidZ an. Vielleicht wird das doch was mit einem bulgarischen Sieg? Ich finde deren Song besser als den italienischen Beitrag. Wenn nur genug Länder 12 Punkte geben und wenn Bulgarien der Juryfavorit wird, dann kann es ja was werden.
    Der Song aus Russland war in meinen Finalisten (also in meiner Top10) drin. Schade. Ich fand den Song nicht schlecht. Aber für mich ist das 100% von den Russen absichtlich provoziert. Die haben dort 142 Millionen Bewohner und unter diesen haben sie ausgerechnet eine gefunden, die illegal auf die Krim-Halbinsel gereist ist?

  29. escfan05

    14.04.2017 | 05:58

    Na endlich eine Entscheidung und eine, die mich wirklich jubeln lässt. Russland hat eh nix beim ESC zu suchen. Das sich die EBU an die Seite dieses Schurkenstaats stellt, zeigt doch klar, welch Geisteskind die Verantwortlichen sind. Wer einen Staat unterstützt, der einem Verbrecher wie Assad hilft, der hat moralisch schon längst abgewirtschaftet. Hoffentlich bleibt Russland für immer fern. Jetzt kann man den ESC auch genießen.

  30. benne

    14.04.2017 | 07:00

    @Jorge
    Genau so etwas in der Richtung erwarte ich mir auch.
    Entweder darf Yulia 2018 einen provokanten Beitrag darbieten.
    Oder besser noch: Diese Breitseite gegen die Ukraine wird von einem anderen vorgetragen und man bestätigt so nebenbei die Vermutungen, Yulia nur wegen des Konfliktpotentials um die Einreise auf die Krim gewählt zu haben.
    (Yulia darf dann selbstverständlich bei der Punktevergabe Mitleid ernten)

  31. alkibernd

    14.04.2017 | 07:56

    Russland gehört zum ESC und Putin vor den Strafgerichtshof in Den Haag. Hoffen wir, dass beide Ergebnisse bald eintreten

  32. biobanane

    14.04.2017 | 08:38

    Einige seltsame Äußerungen hier, aber gut. Im Grund nichts Schlimmes, wenn ein Land aussteigt. Gut auch dass der EBU beiden Ländern Druck gemacht hat, auch wenn es wahrscheinlich innenpolitisch nicht wahrgenommen wurde, denn nur darum geht es ja bei dem Streit, beide Länder werden das vor der Bevölkerung als Sieg verbuchen. Die EBU sollte sich Gedanken machen damit sich das nicht mehr wiederholt, bei Armenien hat man das noch als noch als Kleinigkeit abgetan, aber solche Konflikte gibt es noch zwischen den EBU-Ländern.

  33. Rainer1

    14.04.2017 | 08:39

    Dieses ganze theater gibt es erst, seit der ganze ostblock dabei ist.
    Ich bin nach wie vor für einen west-und einen ostblock- esc. Die besten 10 sollen dann ein finale in einer grossen europäischen stadt bestreiten.
    Ob die ostblöckler dann gegeneinander singen oder sich die köpfe einschlagen, ist ihnen überlassen

  34. Jappie

    14.04.2017 | 10:34

    Anscheinend gelten ukrainische Gesetze in der Ukraine auch nur dann, wenn sie der Ukraine genehm sind. Ansonsten können russische Künstler aktuell wohl gerne vorher auf der Krim auftreten und dort nach diesem Gesetz wohl auch „illegal“ eingereist sein – und danach in der Ukraine:

    „Am 30.3.2017 ist in Kiew das russische Comedy-Ensemble „Comedy-Woman“ aufgetreten. Die Kick besteht nun darin, dass diese Truppe überhaupt kein Geheimnis aus der Tatsache gemacht hatte, dass sie zuvor – mehrfach – auf der Krim aufgetreten waren (Schnipsel der Krim-Auftritte konnte man auf ihren Seiten in den sozialen Netzwerken finden). Dort hatten sie überdies Wladimir Putin ein Liedchen spendiert. ;)
    Bei ihren Auftritt in Kiew befanden sich einzelne ukrainische Rada-Abgeordnete im Publikum.

    Davon nun hatte der ukrainische Exil-Journalist Anatoli Scharij berichtet.
    > https://www.youtube.com/watch?v=iYD5WFnWkYA [Anmerkung: mit englischem Untertitel]

    Daraufhin hatte der SBU behauptet, eine andere Besetzung von „Comedy Woman“ sei auf der Krim gewesen, was selbstverständlich gelogen war.
    > https://www.youtube.com/watch?v=vGUgVF73WcI [Anmerkung: leider ohne Untertitel]
    …“ [1]

    Quellenangabe: http://tinyurl.com/mxtvzud

  35. interrobang

    14.04.2017 | 10:49

    Ich bin definitiv dafür, dass Russland in der Zukunft wieder beim ESC dabei ist, und zwar mit einem möglichst ernsthaften und guten Beitrag, von denen es in der Vergangenheit durchaus einige gab. Russland gehört zu Europa und damit auch zum ESC. Ebenso übrigens auch die Türkei. Klar funktioniert unser liebster Wettbewerb auch ohne diese Teilnehmer (und auch ohne die Slowakei oder Bosnien-Herzegowina, und selbst ohne Italien hat er lange Zeit funktioniert!) — aber die ganze Sache ist nun mal bunter, wenn möglichst viele mitmachen.

  36. Krissi

    14.04.2017 | 11:17

    Den Song werde ich nicht vermissen. Und so kommt immerhin am Ende ein höchstwahrscheinlich besserer Song ins Finale, der es sonst nicht geschafft hätte.

  37. Mariposa

    14.04.2017 | 11:47

    Dann ist wohl Julchen nächstes Jahr (höchstwahrscheinlich in Italien) dabei. Politisch möchte ich mich dazu nicht äußern, musikalisch ist es definitiv kein Verlust……

  38. Mariposa

    14.04.2017 | 11:48

    @ Interrobang

    Aber nur dann, wenn sie alle nicht nach total austauschbarer Anglovisionskost made in Sweden klingen…..

  39. Festivalknüller

    14.04.2017 | 11:51

    EIn schönes Osterei zum Osterfest, was uns da präsentiert wird.
    Ich gehe davon aus, dass die EBU den Wettbewerb nun nur noch aus der Notlage heraus hohe Vertragsstrafen zu umgehen, weiterhin in der Ukraine stattfinden lässt, denn im Grunde ist das Einreiseverbot inakzeptabel und widerspricht dem Kerngedanken des ESC.
    Ich plädiere für einen Ausschluss der Ukraine und Russland vom Wettbewerb bis auf weiteres. Solange der Disput zwischen den Ländern schwelt ,3-5 Jahre mindestens !
    Es gibt einfach keinen Platz für Länder die in Sachen ESC wenig kooperativ sind (Russland lehnt 2 Gegenvorschlag ab) oder einfach gegen das Regelwerk verstoßen (Ukraine schert sich um Einreisezusage). Von der politischen Instrumentalisierung des Wettbewerbes durch die Teilnehmer ganz zu schweigen.

  40. 4porcelli

    14.04.2017 | 13:09

    Dass Leute meinen, man müsse die Ukraine nächstes Jahr bestrafen ist absurd: Die EBU hat selber Schuld; es war doch von jedem normalen Menschen abzusehen, dass ein Land, in dem leider ein Krieg (von Russland inszeniert) stattfindet, kaum in der Lage sein würde, den ESC auszutragen (neben dem bekannten Einreiseverbotsgesetz einfach eine Frage von Sicherheit und Geld; dazu organisatorisches Chaos). Aber diese Art der Entscheidungsfindung liegt ja wohl in der Natur von Organisationen wie EBU, UEFA, etc. Siehe auch die Anordnung, das Champions League Spiel von Borussia Dortmund am Tag nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus stattfinden zu lassen. Und das wohlgemerkt nicht um 20:45, sondern 2 Stunden früher, damit es ja nicht mit dem Bayern-Spiel kollidiert.

  41. Bandido

    14.04.2017 | 13:16

    Ja dann, tschüss.
    Ist ja nicht so dass EBU und das ukranische Fernsehen genügend Alternativen angeboten haben (Satellitenschaltung, Neunominierung).

  42. ESCFrank

    14.04.2017 | 13:21

    Na endlich und hoffentlich auch für die nächsten Jahre.
    Thema beendet!

  43. Jorge

    14.04.2017 | 14:00

    Immer diese Wutbürgerreflexe nach solchen Vorfällen: Kein Kodex, Regel und kein Sanktionsaktionismus wird allgemein derlei Probleme regeln können, geschweige denn etwas ändern. Führt nur dazu, dass Unbehagen allgemein auf die EBU projeziert würde. Remember: EBU-Fahnenzulassung und Fanproteste. Russland hat sein Ziel ja auch auf sehr subtile Weise („regelkonform“) erreicht. Sollte man jetzt mal souverän abhaken und im Mai können EBU-Offizielle die Delegationen nochmal an das Verbindende des ESC zu erinnern. Wichtiger als Regelkunde oder Rekordteilnahmen zu bestätigen, wäre das frühzeitige, informelle Abklopfen des Goodwill bestimmter Länder.

  44. varad

    14.04.2017 | 15:17

    Die einzig richtige Reaktion Russlands. Noch besser und da stimme ich Vorrednern zu wäre es gewesen man hätte gleich gesagt wir schicken niemanden nach Kiew und boykottieren die Entscheidung den ESC dort auszutragen. Durch diese Geschichte mit Yulia Samoilova ist auch noch mal ganz klar deutlich geworden, dass die Ukraine komplett ungeeignet ist einen Eurovision Song Contest auszutragen und entgegen der Kritik einiger User finde ich es auch in Ordnung und berechtigt, wenn der ESC die ukrainische Seite bestraft. Korrekt wäre es wenn die Ukraine 2018 nicht antreten darf. Es gab offensichtlich absprachen mit der EBU und an diese hat man sich als Gastgeber und Veranstalter nicht gehalten. Die Ukraine kann auch nicht erzählen von nichts gewusst zu haben. Bereits im September des letzten Jahres hat die EBU die Ukraine darauf hingewiesen, dass man es nicht akzeptieren wird wenn irgendwelche Künstler nicht am ESC teilnehmen könnten und sich das Gastgeberland über die Werte der EBU stellt und genau dies hat die Ukraine getan.

  45. varad

    14.04.2017 | 15:24

    @Jappie Danke, dass Sie darauf hinweisen. Ich finde es unmöglich, dass man sehr wohl viele Ausnahmen macht und auf dieses Gesetz gepfiffen hat und wo es diese Aufmerksamkeit durch den ESC gab hat man es genutzt und ist plötzlich so regel und gesetzestreu. Das zeigt ganz eindeutig dass die Ukraine dieses Gesetz willkürlich anwendet oder teilweise gar nicht anwendet und damit selbst nicht ernst nimmt. Es tut mir Leid für Yulia Samoilova und an ihrer Stelle würde ich nie wieder am ESC teilnehmen, schon aus Prinzip nicht. Hier wurde insbesondere von der Ukraine mit diesem absurden Gesetz, welches man selber nicht immer Ernst nimmt Politik auf dem Rücken Samoilovas gemacht.

  46. Festivalknüller

    14.04.2017 | 15:49

    Das schlimmste wäre einfach so zur Tagesordnung überzugehen.
    Immerhin haben sich ein paar Polittechnokraten der Dame ESC gegenüber ordentlich daneben benommen. Das darf die EBU sich nicht bieten lassen.
    Der Aufschrei in der Fancommunity und der Protest bei den anderen Teilnehmerländern erscheint mir bisher viel zu gering. Man befürchtet wohl eher den Imageschaden für Künstler und Land und mag an der heiligen Kuh ESC keinen Schmutzfleck sehen.
    Die Strategie ist wohl: so wenig Wind wie möglich um die Sache machen und hoffen, dass über Ostern Wut und Unmut verpufft.
    Ich kann nur hoffen, dass angemessene und harte Sanktionen gegenüber Russland und der Ukraine erfolgen.
    Schließlich hat man den Goodwill der EBU längst schon überstrapaziert.

  47. Jan

    14.04.2017 | 16:19

    Wie man hört, hat aus Russland doch sowieso niemand in den letzten Wochen und Monaten an den wichtigen Delegationstreffen teilgenommen und Hotelzimmer wurden wohl auch nicht geblockt. Das kann im Umkehrschluss doch nur heißen, dass man gar nicht teilnehmen wollte und diese ganze Nummer nur für die Öffentlichkeit konstruiert hat, um die Ukraine in die Enge zu treiben.
    Ich bin inzwischen auch sicher, dass Russland auch nicht erschienen wäre, wenn das Einreiseverbot aufgehoben worden wäre. Vielleicht hätte man dann die fehlende Barrierefreiheit im IEC vorgeschoben oder sowas – oder Madame wäre unpässlich geworden.
    Die Ukraine hat sich auch nicht gerade klug verhalten – aber die ganze Posse wurde in Russland eingefädelt – anstatt einfach zu sagen: Wir verstehen uns gerade überhaupt nicht, deshalb machen wir nicht mit!

  48. David

    14.04.2017 | 16:44

    Sängerin Julij Samojlowa wird für Russland in 2018 auftreten, es wurde mit EBU besprochen, bestätigte am Freitag der Generaldirektor „des Ersten Kanals “ Konstantin Ernst.

  49. Rainer1

    14.04.2017 | 17:15

    Eigentlich ist schon der titel eine frechheit. Russland sagt ab?
    Wenn alles normal gelaufen wäre, müsste es heissen….Russland darf nicht am esc teilnehmen.
    Genau so frech ist, das russland einfach so annimmt, nächstes jahr dabei zu sein. Was sich die ebu nicht so alles bieten lässt. Lächerlich

  50. Siegmar Lorenz

    14.04.2017 | 19:06

    Die Politisierung des Eurovision Song Contest durch die Ukraine verurteile ich und boykottiere durch Nichtanschauen. Feindseligkeiten zwischen den Völkern sollten hier keinen Platz finden. An den Organisatoren ist es, die Ukraine dafür zu sanktionieren, z.’B. durch Ausschluss 2018.

  51. escfan05

    15.04.2017 | 06:13

    Diejenigen, die verlangen das die Ukraine bestraft wird, zeigen, das sie Menschen sind, die keinerlei Empathie für ein kriegsgeschädigtes Land haben oder sowas wie Anstand haben. Natürlich darf Putins Propagandaschreiber Varad nicht fehlen. Russland hätte jederzeit einen anderen Künstler nominieren können. Aber das wollten sie nicht. Sie wollten von Anfang an nicht am ESC in Kiew teilnehmen. Dann hätten sie gleich absagen sollen. Ich bin absolut dagegen das die Ukraine bestraft wird. Eher sollte Russland endlich vom ESC ausgeschlossen werden. Kein Mensch, der Anstand hat und demokratisch eingestellt ist, wird Russland vermissen.

  52. Frank

    15.04.2017 | 12:52

    Schade: ich hatte erst gelesen „Ruslana sagt Beteiligung beim ESC in Kiew ab.“

  53. Philipp1996

    15.04.2017 | 13:27

    @Frank: Das wäre mal eine schöne Nachricht für alle :D

    @escfan05 Naja, ich würde Russland schon beim ESC vermissen.
    Und was Demokratie angeht, da müssten auch ein paar andere Länder wie Belarus (Mit Todesstrafe und Diktatur) oder Rumänien kürzer treten…

    So, bin immer noch skeptisch ob die Ukraine das hinbekommt..
    Auf der einen Seite mit der Technik, aber auf der anderen Seite auch mit der Menschenrechtslage und Sicherheit für alle Besucher und Teilnehmer.
    Es gibt schließlich nicht nur „prorussische Terroristen“, sondern auch rechtsradikale Parteien in der Ukraine, die keinen Deut besser sind…

    Also ich wünsche mir nur, dass alles reibungslos verläuft und hoffe auf einen würdigen Sieger, der nächstes Jahr einen unpolitischen und funktionierenden ESC plant

  54. Anmey

    15.04.2017 | 14:03

    Eine Ausladung von Ruslana wäre noch viel schlimmer als das hier und ein absolut fatales Signal.

  55. Philipp1996

    15.04.2017 | 14:12

    @Anmey:

    Das war ein Witz…
    ich persönlich finde sie furchtbar nervig und politisch überladen

  56. Ospero

    16.04.2017 | 01:21

    @Rainer1:

    „Dieses ganze theater gibt es erst, seit der ganze ostblock dabei ist.“

    Ja, klar doch. Die wechselseitigen Absagen von Griechenland und der Türkei in den 70ern, wenn der jeweils andere dabei war, oder die permanente Nichtteilnahme der Nordafrikaner (mit der Ausnahme Marokko 1980, als Israel nicht dabei war) hat natürlich keinerlei politischen Hintergrund und ist ausschließlich künstlerischen Idealen geschuldet. Und der griechische Beitrag von anno 1976 beschäftigte sich natürlich auch nur rein zufällig mit einem hochbrisanten politischen Thema, was absolut nichts mit der Zyperninvasion zwei Jahre vorher zu tun hatte. /sarcasm Solche bedauerlichen Begebenheiten gibt es, seit „umstrittene“ Länder mitmachen – also seit der spanischen und jugoslawischen Erstteilnahme 1961.

    @Topic: Good riddance. Vielleicht nächstes Jahr auf etwas weniger umstrittenem Terrain – ich habe ebenso wenig an eine russische Teilnahme dieses Jahr geglaubt wie an die der Armenier vor fünf Jahren.

  57. escfan05

    16.04.2017 | 06:01

    Lieber Juroren, liebe Televoter wählt bitte einen Song aus, der aus einem Land kommt, bei dem sichergestellt ist, das sich sowas wie dieses Jahr nicht wiederholt. Bitte kein osteuropäisches Land als Sieger wählen.

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