Schweden

Schweden beim ESC: Das Schicksal des Strebers

Nano Melodifestivalen

Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich verdienen. Klassenbeste können ein Lied davon singen. So wie Schweden, das sich in den letzten Jahren zum ESC-Besten entwickelt hat. Dennoch: Ob Top-5-Platzierung oder kommerzieller Hit – alles Schwedische wird, gerade von vielen „Hardcore-Fans“, schlechtgeredet. Dabei wäre Dankbarkeit durchaus angezeigt.

Nano (Aufmacherfoto, Foto: Jessica Gow/TT) hatte am letzten Samstag noch nicht seine letzte Note gesungen, da waren sie schon wieder da: die Plagiatsvorwürfe. „Ist doch eh alles bei aktuell erfolgreichen Acts abgekupfert! So kann ja jeder beim ESC Erfolg haben!“ Nein, das kann er nicht. Wenn es so einfach wäre: Warum machen es dann die anderen nicht? Weil sie sich lieber mit C-Ware blamieren? Weil sie weitere 30 Jahre auf ihren ersten ESC-Sieg warten wollen? Ganz sicher nicht.

Schweden – das wird nicht zuletzt im Hinblick auf den deutschen Vorentscheid deutlich – hat eine funktionierende und prosperierende Musikwirtschaft, die national und international reüssiert. Während sich Deutschland für seinen Vorentscheid in diesem Jahr lieber gar nicht erst auf nationale Liedschreiber verlassen wollte, sind alle 28 Beiträge des Melodifestivalen auf schwedischem Mist gewachsen. Diese 28 – oder zumindest einer von denen – müssen es in Kiew reißen. Und vermutlich werden sie es auch, wenn die schwedischen TV-Zuschauer zusammen mit den internationalen Jurys weiter ein so gutes Händchen bei der Kür des Siegers beweisen wie in den letzten Jahren (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Dass Schweden der weltweit drittgrößte Musikproduzent ist, ist keine Selbstverständlichkeit. Sonst wäre es das gleichgroße Österreich auch. Der schwedische Staat fördert die Musikausbildung, es gibt passende Strukturen und eine Medienindustrie, die bereits ist, nationalen Newcomern eine Chance zu geben. Und die schwedischen Künstler und Songschreiber haben Lust auf die Welt. Ja sie brauchen sie, weil ihr nationaler Markt zu klein wäre, um eine solche künstlerische Vielfalt zu finanzieren. Wenn in Deutschland ein mäßig begabter Sänger mit einem einzigen mäßigen Radiohit für einen viertelstündigen Auftritt bei einem Firmenevent einen Betrag weit jenseits der 20.000 Euro aufruft, kann es ihm (aus finanzieller Sicht) völlig egal sein, dass seine Musik international nicht kompatibel ist.

In Schweden sind solche Gagen utopisch. Nicht zuletzt deshalb schielen die meisten schwedischen Komponisten, die sich am Melodifestivalen beteiligen, selbstverständlich auf den internationalen Markt. Und sie haben damit Erfahrung. Sie wissen, was ankommt. Genau solche Songs reichen sie auch für den ESC ein. Dass manche Titel dann international erfolgreichen Hits ähneln, ist dabei nur logisch. Denn wenn jedes Lied ein alleinstehendes, originäres Meisterwerk sein sollte, könnten Spotify & Co. ihren Musikkatalog auf 0,1% der aktuellen Titelzahl reduzieren. Mindestens.

Ob „1944“, „Sound of Silence“ oder „You Are The Only One“ – sie alle haben ihre musikalischen Brüder und Schwestern, die schon vorher da waren. Diese wurden aber vorher nicht populär. Und das hat vermutlich denselben Grund, weshalb auch die (vermeintlichen) Originale der Top 3 des letzten ESC-Jahrgangs nicht dauerhaft bei der breiten Masse erfolgreich waren. Sie haben – mal abgesehen von „Sound of Silence“ – einfach nicht das, was es braucht. „If I Were Sorry“ hingegen hat(te) es und wurde deshalb der kommerziell erfolgreichste Titel des letzten ESC-Jahrgangs. Und es ist durchaus denkbar, dass auch in diesem Jahr der kommerziell erfolgreichste ESC-Song aus Schweden kommt. Who knows?

Die Reaktion von vielen Fans darauf: „Schon wieder Schweden! Und schon wieder mit einem Plagiat!“ Doch anstatt sich über den (aktuell) ESC-Klassenbesten zu echauffieren, sollten sich die ESC-Fans freuen, dass mit den schwedischen Beiträgen die musikalische Relevanz des Wettbewerbs unterstrichen wird. Hätte es letztes Jahr nicht „If I Were Sorry“ gegeben, wäre kein 2016er-Beitrag über viele Monate im Radio gespielt worden und hätte Menschen und Musikredakteure daran erinnert, dass es den ESC gibt und dieser gut ist für Hits. Sollte man als Fan dafür nicht dankbar sein?

Ein weiteres Argument, das die Schweden-Hasser (kein schönes Wort und sicher auch übertrieben, hier aber schön griffig) bringen, ist die „Schwedisierung des ESC“. „Müssen die denn überall ihre Lieder einreichen? Ist es wünschenswert, dass ein Viertel der Länder mit schwedischen Produktionen beim ESC antreten? Wo bleibt da die Vielfalt?“ Gegenfrage: Ist der ESC in den letzten Jahren musikalisch weniger vielfältig geworden? Und liegt das wirklich an den von Schweden verfassten Beiträgen? Wohl kaum. Denn die Schweden verstehen ihr musikalisches Handwerk und können mehr als „Schweden-Schlager“. Offenbar eine ganze Menge mehr.

Was Schweden bei ESC-Fans erlebt, ähnelt damit dem Schicksal des typischen Strebers bzw. Klassenbesten: Er kann es niemandem recht machen. Greift er Schwächeren unter die Arme, ist es nicht recht. Macht er es nicht und kümmert sich nur um sich, gilt er als arrogant. Wenn er mal eine schlechte Note schreibt, ist die Schadenfreude der anderen umso größer. Und nach der Schule erwartet ihn Klassenhaue.

Für Streber endet derartiges Mobbing mit dem Ende der Schule. Beim ESC gibt es – hoffentlich – nie ein Ende. Deshalb muss(te) sich Schweden ein dickes Fell zulegen und darauf fokussieren, dass es da punktet, wo es wirklich zählt: bei den TV-Zuschauern und den Musiknutzern, also der breiten Masse jenseits der Fan-Bubble.

Vielleicht wäre es für die missgünstigen Fans aber auch an der Zeit, das Mobbing einzustellen. Das ist nämlich nicht nur schlecht für die Aura. Es bringt einen selbst auch keinen Meter voran.

ESC-News

48 Kommentare Kommentar schreiben

  1. BL

    12.02.2017 | 14:17

    Sehr schöner Artikel, kann ich nur zustimmen.

  2. Matty

    12.02.2017 | 14:29

    Danke!

  3. Marius

    12.02.2017 | 14:39

    Sehr guter Kommentar.
    Ich bin der Meinung, dass es in Deutschland ganz sicher auch jene gibt, die verstehen, wie man Popsongs schreibt, deren Dramaturgie in 3 Minuten zur vollen Entfaltung kommt.
    Songwriting oder Pop-Musikproduktion kann man an verschiedensten Pop-akademien oder Hochschulen in DE studieren.
    Das Problem ist, dass in Deutschland niemand die jungen – vielleicht gerade erst fertig studierten – kleinen Fische fragt.
    Mein Problem mit Black Smoke, wie jetzt auch mit Perfect Life sind, dass die eigentlich ganz guten Songs durch eine Einheitsbrei-Produktion absolut unspektakulär werden.
    Nun sind es Lieder ohne Höhepunkt unterlegt mit gewohnten Klängen (bei Perfect Life so gewohnt, dass jeder genau weiß woher man diesen Klang gewohnt ist #Titanium).

    2 Beispiele:
    - Die Original-Version von Black Smoke von Ivy Quainoo (leider aus dem Netz genommen) hatte Ecken und Kanten, war sehr modern und elektronisch produziert. Vielleicht nicht Everybodys Darlin’, aber mit 0 Punkten wären wir nicht nach hause gefahren.

    - 1944 hat bei all dem geschichtsbeladenen Content von der produktionstechnischen Seite betrachtet das Modernste Lied (vlt zusammen mit Aminatas für Lettland geschriebenen Song “Heartbeat”) im Rennen gehabt. Die Beats, die Synth-Sounds, sowie die Mischung aus heimischen und west-euopäisch-genormten Tonskalen (Tonleitern) machten den Song aufregend.

    Bestimmt für viele unüblich und fremdartig. Aber wer darauf steht und für so einen Song anrufen möchte, hat dann halt nur noch einen (oder vlt 2) zur Auswahl. Dass man nicht 50% der Televoting stimmen braucht, sondern statistisch gesehen alles über ca 8% schon Punkte bringt (Auf Nachfrage kann ich euch das gerne vorrechnen) wissen wir seit spätestens Conchita.

    Wenn wir also was aus Schweden lernen wollen, dann ganz sicher nicht, dass wir auch ein Mello brauchen (es würde ja an der Lage nichts ändern, wenn dabei keine anderen Songs rumkommen), sondern eher, dass wir unsere Newcomer, kleinen Fische und Popmusik-studenten fördern sollten. Nur frischer Wind in der deutschen ESC Landschaft kann andere Ergebnisse zustande bringen.

    Aber dass der olle Schreibe endlich gehen soll, sagen wir Fans ja auch nicht zum ersten mal.

  4. Manboy

    12.02.2017 | 14:42

    Danke für diesen tollen Beitrag. Von mir 100% Zustimmung. Meinen größten Respekt und Anerkennung für die schwedische Leistung. Was im Melodifestivalen geleistet wird, ist phänomenal. Es sollte als Vorbild gelten, was man mit Ergeiz und Hingabe beim ESC erreichen kann. Am Ende zählt wie überall die Leistung. Und die ist überzeugend. Ein Blick in diesem Jahrzehnt wird dies besonders sichtbar: in 5 der letzten 7 Jahre waren sie in der Top 5 und hatten dabei 2 Siege. Nur einmal mussten sie in einem Halbfinale ausscheiden. Damit sind sie am erfolgreichsten in diesem Jahrzehnt. Und werden sicherlich auch bald mit Irland auf der ewigen Bestenliste gleich ziehen. Nach Punkten sind sie schon auf Platz eins.
    Den ewigen Schwedennörgel fehlt einfach die Weitsicht. Das sind meist diejenigen, die auf andere Aufsehen müssen.

  5. togravus

    12.02.2017 | 14:46

    Ich weiß, dass viele Fans Schweden lieben, wenn es um den ESC geht, und freue mich, dass so viele Fans das Melodifestivalen lieben. Ich selbst gehöre allerdings zu jenen Fans, die mit dem schwedischen ESC-Ansatz nur wenig anfangen können. Ich finde das MF ziemlich steril und vorhersehbar sowie fürchterlich überchoreografiert. Zudem mochte ich in den vergangenen Jahren nur einen einzigen schwedischen ESC-Beitrag. Aber selbst “Euphoria” ist auf meiner 2012-Liste nur auf dem siebten Platz. Das hat überhaupt nichts mit Neid zu tun, sondern mit persönlichem Geschmack und individuellen Vorlieben. Warum sollte ich Schweden dankbar sein, wenn sie seit einigen Jahren versuchen, den ESC in eine Richtung zu bugsieren, die mir nicht gefällt?

  6. Jorge

    12.02.2017 | 14:52

    Ich habe den Artikel nicht zu Ende gelesen. Ich bekam mich mittendrin vor Lachen schon nicht ein. Und das hat nichts mit Schweden oder dem Mello zu un, sondern mit der Fanbrille des Autors. :-)

  7. Jorge

    12.02.2017 | 14:54

    *zu tun (werfe ein t hinterher)

  8. Lady Madonna

    12.02.2017 | 15:13

    Ich mobbe Schweden in Sachen ESC nicht. Ich ignoriere es! :-)

  9. Festivalknüller

    12.02.2017 | 15:16

    Ich finde auch, dass hier eine Wahrnehmungsverzerrung vorliegt.
    Das schwedische Mello wird doch stets lobenswert angeführt. Es führt etablierte und junge Künstler seit Jahrzehnten zusammen und präsentierte in dieser Zeit überwiegend zeitgemäße Musikstile.Auch das Votingsystem ist einigermaßen akzeptabel. Das war es aber auch schon.
    Die Kritik am Mello ist teilweise auf die Einseitigkeit und Einfachheit der Musikstile und die Überinszenierungen der Acts gerichtet und daher berechtigt.
    Und ein Streber ist das Mello mit Sicherheit nicht, denn dieser würde niemals solche Schlampig- und Belanglosigkeiten wie sie auch dieses Jahr vorkommen, abliefern.

  10. BennyBenny

    12.02.2017 | 15:16

    @Jorge Wenn du uns noch verrätst, was an den Ausführungen du falsch findest, kann man vielleicht sogar darüber diskutieren

  11. BennyBenny

    12.02.2017 | 15:24

    Ich finde, Douze Points hat Recht. Die schwedischen Ergebnisse sprechen da eine ganz eundeutige Sprache. Es gibt aber auch andere vorentscheide, die dabei sind, aufzuholen. Estland, zum Beispiel, oder Italien.

  12. biobanane

    12.02.2017 | 16:05

    Richtig ist, dass Schweden eine international erfolgreiche Musiknation ist. RIchtig ist auch dass die großen Europäischen Länder Probleme mit dem ESC haben, weil der Musikmarkt groß genug ist und deshalb die Künstler nicht exportieren müssen. Aber auch in Schweden ist der Markt geteilt, wirklich international erfolgreiche Künstler lächeln genauso über den ESC wie es hier ein Grönemeyer macht. Was Schweden hat ist ein Heer von Produzenten und Autoren, die auf einem Niveau arbeiten, das über dem Durchschnitt des ESC Dargebotenen stehen, aber immer noch lange nicht auf Weltniveau. Diese Masse drängt immer mehr bis in die letzten Ecken der Teilnehmerländern und das ist keine gute Entwicklung, kann nicht verstehen, warum wir dafür Schweden dankbar sein müssen. Wirklich Gutes kam schonlange nicht mehr aus Schweden, und gerade die letzten zwei Jahre hat man gesehen, dass die Inovationen von dort auch nur zusammengeklaut sind, aber eben auf einem ansprechenden Niveau. Experimente und Neues kommt doch eher von den Balten ider aus Staaten die man nicht mit Musik verbindet wie Albanien oder Georgien.
    Aber ich will euch eurer Melodienland nicht kaputt machen, wobei ich dieses Jahr schon wieder die Befürchtung habe, wenn die Balten nix gebacken krigen, dann werde es wieder die üblichen verdächtigen sein, die um den ersten Platz kämpfen, Schweden, Russland und nun auch Australien,

  13. Meckie

    12.02.2017 | 16:15

    Hmmm??? Da wird hier Schweden im wohl fast jedem Artikel mit Lob und Anerkennung überschüttet… man möchte meinen, 95% der User und Blogger hier haben einen Melodienfestival-Schrein zu Hause… und jetzt dieser wehleidige Artikel?

    Schweden kann doch jeden Müll schicken und es wird hier frenetisch abgeklatscht.

  14. togravus

    12.02.2017 | 16:18

    Es gab in den letzten Jahren doch einen schwedischen ESC-Beitrag, der mit einer 12/12 auf meiner Liste steht: Sabina Babayevas “When the Music Dies”.
    Übrigens habe ich noch nie verstanden, was ein Liederwettbewerb mit radiotauglichkeit zu tun hat. Mein Wunsch ist, dass man beim ESC die beste Komposition wählt, was glücklicherweise letztes Jahr erstmals seit 2007 wieder passiert ist, und nicht irgendein belangloses Gedudel wie Schweden 2016, bei dem man Staub wischen, Abspülen oder die Fenster putzen kann. Radiotaugliche Musik wird doch jenseits des ESC wahrlich genug produziert. Beim ESC solte es schon etwas Besonderes sein, ein Beitrag, bei dem man denkt: das ist hochwertig und eigenständig. Wenn ich auf all die Jahre seit 1956 zurückblicke, komme ich allerdings nur auf 15 bis 20 Beiträge, die dieses Kriterium für mich erfüllen. Darunter sind sogar ein paar Siegertitel wie “Dansevise” oder “Un premier amour”.

  15. Nico

    12.02.2017 | 16:22

    Ich bin da mit meiner Meinung voll bei togravus. Diese Art Musik, die sehr viele (es gibt auch mal Ausnahmen) Songs beim Mello bzw. aus Schweden haben, gefällt mir einfach persönlich nicht. Warum soll ich mich also darüber freuen, dass Schweden Jahr für Jahr einen Song zum Contest schickt, der vielleicht massentauglich ist, mir persönlich aber nicht zusagt. Mir geht es in erster Linie darum, Songs zu sehen die mir gefallen, aber auch vielfältige Songs aus verschiedenen musikalischen Bereichen.
    Wenn schwedische Komponisten nun in weniger erfolgreichen Ländern “nachhelfen”, ist das natürlich für die Länder nicht schlecht, aber es geht nun mal mit der Zeit auch die Vielfalt weiter verloren, je mehr Länder sich dieses Konzepts bedienen. Es gibt Jahr für Jahr insgesamt weniger Beiträge, die mir sehr gut gefallen. Für mich geht es beim ESC um die Vielfalt und unterschiedlichen Kulturen, die dort zusammenkommen und ihr Land in gewisser Weise vorstellen.Dafür liebe ich den ESC. Daher ist es schade, dass man mittlerweile fast keinem Land seinen kulturellen Background an den Songs mehr anhört und die wenigen Länder, die bspw. noch ihrer Landessprache treubleiben, fallen damit meistens sofort durch. Und wenn das irgendwann völlig verloren gegangen ist, gibt es für mich eigentlich auch keinen Grund mehr mich mit dem ESC zu beschäftigen. Dann kann ich auch einfach das Radio aufdrehen und hören, was es international neues gibt.
    Das soll jetzt nicht heißen, dass ich keine schwedischen Produktionen mehr sehen möchte, denn auch die gehören ja zu einer bunten Mischung dazu. Und ich stimme auch durchaus zu, dass es gut ist, wenn die “normalen” Zuschauer den ESC gerne schauen und ihn nicht nur als völlig skurril und lächerlich abtun. Aber die Lösung kann nicht sein, dass man den ESC zum Radio-Contest umbaut. Damit ginge meiner Meinung nach der Grundstein des ESC verloren.
    Und zum Thema Plagiatsvorwürfe… klar kann man das Rad nicht immer neu erfinden, aber nur ein gleicher Stil ist etwas anderes, als Teile vom Song, die sich wirklich fast identisch anhören von der Tonfolge und somit schnell an das Original erinnern. Man kann das vielleicht nich immer vermeiden, aber das macht für mich keine gute Komposition aus, wenn man da mit Absicht drauf setzt. Vielleicht liegts nur an meinen Ohren, aber für mich hatten die letzten 2 schwedischen ESC-Songs beide totale Erinnerungen an andere Songs (Plagiate waren es für mich nicht, denn ganz identisch waren sie ja nicht, aber teilweise starke Ähnlichkeiten waren nun mal da. Für mich gilt da Einmal ist keinmal, aber zweimal hintereinander ist zweimal zu viel :P).
    Dann wollte ich noch loswerden, dass ich den Artikel etwas einseitig finde. Es klingt ja jetzt, als ob die meisten “Hardcore-Fans” erstmal alles aus Schweden schlechtreden würden. Ich bin der Meinung, dass mindestens genauso viele, alles aus Schweden erstmal mit rosa Brille extrem überbewerten. Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte. Schweden polarisiert nunmal damit. Die einen lieben es, die anderen finden es schrecklich, aber das hat nichts mit Neid zu tun, sondern einfach mit Geschmack.
    All in all: Ich kann einige im Artikel aufgeführte Punkte nachvollziehen und sehe sie auch ähnlich, aber der Grundaussage möchte ich klar widersprechen.

  16. Nico

    12.02.2017 | 16:28

    @ togravus: Deinem zweiten Beitrag möchte ich auch unumfänglich zustimmen. Sehe ich ganz genauso!
    .
    @ all: “When the music dies” ist übrigens ein gutes Beispiel, wie es auch gehen kann mit schwedischer Hilfe. Es ist eine schwedische Komposition. Aber es enthält auch ein paar orientalische Musikinstrumente durch die Land oder die Region zu erkennen ist, die repräsentiert werden soll. Das ist für mich dann gelungen. Und auf so einer Basis hab ich nichts dagegen, wenn mal hier und dort schwedischer Komponisten angeheuert werden. Und es muss ja auch kein Zwang sein, dass es jedes Jahr nach der eigenen Kultur klingt, aber es sollte schon immer mal wieder zu hören sein und nicht nur alle 10 Jahre einmal oder so…

  17. Jorge

    12.02.2017 | 16:32

    @BennyBenny: Du wärst überrascht, WAS ich persönlich am Mello mag, wenig überraschend. Offensichtlich trifft die gelegentlich eingeworfene Kritik ja, sonst würde man nicht mitten in der Hochsaison ein derartiges Plädoyer schreiben.

    Mal abgesehen davon, dass ich mich nicht zu “Hardcorefans” zähle, weil ich persönlich viel chartorientierter bin als andere, und mir sehr viele Genres Spass machen, die sich in meiner Musiksammlung wiederfinden. Allein schon dieser Kniff von DP war der erste Brüller für mich – soll er ja die Kritiker als “retardierende Spiesser” brandmarken.
    -
    Lachen muss ich zum Beispiel, wenn DEN schwedischen Komponisten angedichtet wird, was international geht, sind die überhaupt identisch mit dem Pool der Produzententeams vom Mello? Sind eigentlich die international wirklich erfolgreichen Produzententeams beim Mello vertreten, oder nicht viel mehr ein inhaltlich eng umrissener Pool von Wiederholungstätern? Es wurde (bin da völlig mit DP d’accord) z.B. Frans angeführt, würde da auch noch Eric Saade anführen. Gefiel mir beides, weil Eric 2011 hier von den Kids(!) gesungen wurde. Ich hätte nur ein Problem, wenn ZU billig bei Chartproduktionen abgekupfert wird. Aber wie steht es mit dem Rest der (der beim ESC overperforming) kommerziellen Underperformer (Sanna, Robin)? Hat Mans als Winner etwa die Charts gestürmt? Das Ergebnis war doch eher lauwarm.
    -
    Es wird auch immer wieder vom kleinen Schweden gesprochen. DIE schwedischen Produzenten haben einen viel größeren (skandinavischen) Heimatmarkt. So wie in Ex-Jugoslawien Künstler nicht nur im eigenen Nationalstaat ihr Publikum haben oder Russland. Also wieviel Prozent bleiben von diesem Argument?
    -
    Richtig peinlich finde ich die “Mobbing”-Vergleiche: Zig Leute posten hier im Blog hochfrequent gerade dann ihre Mello-Vergleiche, wenn sie andere Sachen damit runtermachen wollen. Aus der Fanecke selbst kommt doch dieser Benchmark-Mist. Von welcher Seite wird denn gemobbt?

    Und woher kommt diese “Prototyp”-Argumentationsschiene eigentlich? Wäre vielleicht ja auch mal einen Gedanken wert, wieso die Mello-Nachbauten (auch die mit Mello-Produzenten) soviel weniger erfolgreich sind. Vielleicht sind die Argumente pro Mello nicht ganz soooo international (& chartkompatibel), wie DP es im Plädoyer durchscheinen lässt.
    -
    Ich könnte noch nachlegen, aber waren schon zuviele Zeilen für eine völlig wertlose Diskussion. Das Mello ist viel weniger mein Problem als das was ihr hier gerade daraus macht. Mich nervt daran hauptsächlich das Geklone untereinander, also wenn bestimmte Beiträge die Produktionen aus denselben Tonspuren & Beats zusammen basteln und jährlich die gleichen Hüpfshowelemente karikieren (OK, sind ja auch über 20 Beiträge). Ansonsten finde ich jedes Jahr beim Mello auch 1-2-3 Songs, die mir gefallen. Da DPs Artikel ja offensichtlich eine Reaktion auf einige Kommentare der letzten Tage ist: Diese “man wird als Mellofan gedisst” Attitüde ist jedenfalls lächerlich, weil verzerrt wahrgenommen. Ihr Blogger lebt inhaltlich euren Mello- und Schlagertraum, ihr bekommt über kurz oder lang damit euer schwedenaffines Publikum. Ob ihr dann damit zufriedener sein werdet, müsst ihr schon selber wissen.

  18. togravus

    12.02.2017 | 16:44

    @ Nico, gut zu wissen, dass ich noch nicht der Allerletzte einer offensichtlich aussterbenden Spezies bin. ;-)

  19. Ray

    12.02.2017 | 17:06

    Ich lach mich gerade schlapp…die armen Schweden als Mobbingopfer. Schweden ist die Nr. 1 der Länderfähnchenfetischisten, ein bisschen Kritik darf auch sein. Die deutschen Songs werden inzwischen gemobbt und zwar kollektiv. Wer wird denn bei den Wettquoten schon auf Platz 37 durchgereicht ? Die Schweden sind es nicht, die sind ganz weit oben, auch wenn noch kein Song feststeht.

  20. Manboy

    12.02.2017 | 17:24

    @Meckie
    Was du sagst stimmt doch gar nicht. Es wird nicht alles gut gefunden, was das Mello einem bietet. Schau dir z.B. mal den Liveblog von gestern im Bezug auf Allyawan an.

  21. ESCFrank

    12.02.2017 | 17:44

    Guter Kommentar, Danke dafür.
    Natürlich produziert das Mello eine ganze Menge billige Massenware. Allerdings kann ich mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal einen schwedischen ESC-Beitrag richtig schlecht fand….ok doch, “Popular” fand ich echt übel.
    Trotzdem gab es, selbst in diesem Falle immer noch mindestens 3 top Beiträge, die dann im Mello hintere Plätze belegten.
    Im Endeffekt ist mir die top Platzierung eines einfachen, gut gemachten Popsongs lieber als jene, die aufgrund von Nachbarschafts-und/oder Diasporastimmen zu Stande kommt.
    Ja,ja ich weiß, jetzt kommt wieder das Skandinavien-Argument, welches bei max. 4 wohl gesonnen “Nachbarn” aber extrem hinkt.

  22. Manboy

    12.02.2017 | 17:44

    Oder beim ESC: Aserbaidschan 2012+2014, selbst Schweden 2013 war eher schwach.

  23. Gaby

    12.02.2017 | 18:16

    Also bitte! Gleich von Mobbing zu sprechen, ist doch ein bisschen arg dick aufgetragen. Mir gefallen viele schwedische Beiträge, aber eben nicht alle. Und es ist mir völlig egal, ob sie bei der breiten Masse ankommen oder nicht.
    Was mich allmählich nervt ist, dass das “Mobbing” (wenn man es so bezeichnen möchte, eher in die andere Richtung geht.
    Wie oft haben sich die Schweden schon von anderen Songs “inspirieren” lassen, und es hat kaum jemand gestört. Es hat ihren Erfolg auch keinen Abbruch getan. Bei Deutschland zum Beispiel wird direkt ein riesen Fass aufgemacht. Ich meine, Perfect Live gefällt mir überhaupt nicht, und ich hätte Levina echt einen besseren Song gewünscht, aber hier wird doch bitte mit zweierlei Mass gemessen. Mittlerweile kann ich jedem jungen Menschen nur abraten für Deutschland zu starten, denn sie werden hinterher eh nur zerrissen.
    Übrigens hatte der Frans ein auch eher nur durchschnittlichen, zusammengeklauten Song am Start. Ergebnis ist bekannt. Meine Meinung.

  24. Nico

    12.02.2017 | 18:21

    @ Manboy: Nichts gegen Aserbaidschan 2012 und 2014 :P

  25. Cursha

    12.02.2017 | 19:03

    Passt gerade nicht zum Thema, aber wo findet man den einen Live Stream zum zweiten Semi Final in Lettland ?

  26. OLiver

    12.02.2017 | 19:16

    @Cursha: müsste hier sein:
    https://supernova.lsm.lv/

  27. Cursha

    12.02.2017 | 19:25

    @ OLiver
    Super, Dankeschön ;)

  28. Cedric (T0mb0)

    12.02.2017 | 20:01

    Da ich schwedophil bin, kann ich dir nur zustimmen. Sehr guter Kommentar!

  29. jeremy

    12.02.2017 | 20:16

    Alternative Fakten?

    Alles Schwedische wird doch immer von allen gelobt und gehyped wie blöde? Und das ist es was so manchem einfach zuviel ist.

  30. OLiver

    12.02.2017 | 20:33

    @Cursha: oder eher doch hier:
    http://supernova.lsm.lv/live-stream/supernova-live

  31. Christian Harbich

    12.02.2017 | 20:57

    Ich hab jetzt schön öfters rechts massive Kritik am Mello als solchem gelesen – vor allem weil es vom musikalischen Angebot her angeblich immer schlechter wird. Das ist natürlich – wie sooft wenns um Musik geht- auch eine Frage des persönlichen Geschmacks und/oder der musikalischen Vorlieben. Das Mello ist zweifelsohne kein Skandi-Schlager-Event mehr – auch das ist den Schweden ja ne zeitlang auch stets zum Vorwurf gemacht worden. Das Melodiefestivalen gibts in der Form mit den vielen Vorrunden und dem Finale schon ne ganze Weile – und es hat immer solche und solche Beiträge gegeben – inzwischen ist es halt poppiger, vielfältiger und der reine Schlager ist ein Stück weit zurück gewichen. Das mögen manche schade finden – insgesamt gesehen hat dem Event aber eher genutzt – das Mello ist ja nach wie vor ein Strassenfeger in Schweden. Und wenn wir ehrlich sind – auch für uns Fans ist es doch jedes Jahr im Februar ein echts MUSS via Live-Stream dabei zu sein. Das Mello ist quasi die Pflicht vor der Kür im Mai wenns dann zum grossen ESC-Finale geht. Eine ESC-Saison ohne Mello wäre für mich nur das halbe Vergnügen und eigentlich ist es unvorstellbar. Und auch wenn andere Länder stark aufholen (wie z.B. Ungarn) – das Mello ist das Mello ist das Mello !!!

    Im Übrigen wird ja auch bereits in diesem Jahr wieder sehr gut die Spreu vom Weizen getrennt – bis jetzt zeichnet sich ein ziemlich hochwertiges MF-Finale ab, jedenfalls wurden zielsicher die besten Acts weitergevotet. Fan-Herz – was willst Du mehr ;-)

  32. Matty

    12.02.2017 | 21:00

    Für mich ist das in diesem Jahr das zweite Melodifestivalen und ich finde das Konzept klasse; Deutschland wäre sehr gut beraten, etwas Ähnliches auf die Beine zu stellen, denn genug Künstler, die auf Deutsch oder aber auf Englisch singen, gibt es ja. Das Gleiche gilt auch für Produzenten und Autorenteams. Ich denke, ein Robin Schulz oder ein Felix Jaehn hätte aus dem aktuellen Song für Kiew “Perfect Life” das Optimale herausgeholt und wir wären in den Wettquoten nicht aktuell auf dem 41. Platz!
    -
    Es stimmt auch, daß manche Songs beim Melodifestivalen einfach fehl am Platz sind. Das beste Beispiel hben wir ja gestern Abend bei der Show in Malmö gesehen: ein Künstler, der mit einem Song antrat, der eine ziemlich üble Hiphopnummer mit gutem Rap aber unterirdischem Gesang war und zurecht von den Zuschauern mit dem letzten Platz abgewatscht wurde! Selbst auf einem Hiphopkonzert würde der Song gnadenlos untergehen.
    -
    Die Inszenierung der Beiträge ist auch manchmal gewöhnungsbedürftig. Das beste Beispiel war der von Benjamin Ingrosso. Da habe ich mich gefragt, was das denn für merkwürdige Aufbauten gewesen sind, die auf der Bühne nach dem Intro beiseite geschoben wurden. Sollte wohl mit Sicherheit ein Herz gewesen sein, was aber ziemlich mißlungen war. Oder nehmen wir die an Bungeeseilen befestigten Tänzer beim Auftritt von Mariette.
    -
    Was mir am schwedischen ESC-Vorentscheid besonder gefällt ist, daß nicht nur auf Englisch, sondern auch auf Schwedisch gesungen wird, obwohl man beim Titel “Roadtrip” von De Wet Du zuerst dachte, daß die Jungs in letzterer das Ding singen, aber dann die Erstere der Fall gewesen ist.
    -
    Auch die Einspieler sind – auch wenn ich kein Wort verstehe – dieses Jahr besser im letzten, wobei mir aber die spitzzüngigen Kommentare von Comedian Jonas Gardell fehlen, ich finde den Mann einfach super!
    -
    Man kann von den Wettbewerbsbeiträgen halten was man will, aber ich habe mir schon den einen oder anderen Titel zugelegt, wie z. B. den Song “Don’t stop believing” von Mareitte oder “Don’t worry” von Ace Wilder und natürlich den meines wahren Gewinners vom vergangenen Jahr, “Human” von Oscar Zia. Sie gefallen mir sehr gut und auch dieses Jahr werde ich meine Musiksammlung um den einen oder anderen Melotitel erweitern.
    -
    Was mir jedoch auch auffällt ist der merkwürdige Modegeschmack der Teilnehmer. Ace Wilder trat letzten Samstag in einem Outfit auf, das mich an einen Haus- oder Jogginganzug erinnert. Dinah Nah sah aus, als würde sie nebenberuflich noch im Moulin Rouge in Paris arbeiten. Seltsam fand ich auch gestern Abend das transparente Regencape von Lisa Ajax, sie sollte es bei ihrem Auftritt bei den “Andra Chansen” bitte weglassen, denn es sieht einfach nur peinlich aus.
    -
    Allerdings greifen auch Moderatoren manchmal daneben. Das sah man vor allem letztes Jahr an Gina Dirawi. Wenn ich ihr persönlicher Berater gewesen wäre, hätte ich nur mit dem Kopf geschüttelt, denn das ging ja gar nicht! Das sah aus wie aus der Kleidersammlung der Caritas! Da sind die drei Personen, die in diesem Jahr den Wettbewerb moderieren, deutlich besser und geschmackvoller gekleidet.

  33. Cursha

    12.02.2017 | 21:33

    @ OLiver

    hatte es schon gefunden. Aber nochmal danke für deine Mühe. =)

  34. escfan05

    13.02.2017 | 06:58

    Ja, alle Macht den Schweden. Was für ein anbiederischer Artikel. Den Schweden haben wir auch zu verdanken, das das alte Voting abgeschafft wurde, die Startnummernvergabe nach Gutdünken des Veranstalters abläuft usw. Letztes Jahr klangen viele Lieder gleich, weil fast alles nur Schwedengrütze war. Deshalb bin ich froh, das Deutschlands Song nicht aus Schweden kommt. Und ich wünsche den Schweden wirklich, das sie dieses Jahr mal so richtig auf die Schnauze fliegen. Denn sie sind so richtig arrogant geworden und abgehoben. Und sie meinen doch tatsächlich, sie müssten jedem Land vorschreiben, wie sie ihr VE-Konzept zu gestalten haben. Außerdem stelle ich fest das beim Mello immer dieselbe Mucke kommt. Kaum wirklich neue Musikgenres, wie Hiphop oder Rockmusik. Immer der selbe Mist. Und letztes Jahr habe ich selten so ein lustlosen, schlechten Auftritt erlebt wie durch diesen Frans. Und das wurde mit dem 5. Platz belohnt, obwohl der Song nicht besser war, als der von Jamie Lee.

  35. DerJoe

    13.02.2017 | 07:32

    Steht viel Wahres im Artikel, vor allem die Ursachen, warum es in Deutschland einfach nicht so nötig ist, sich international erfolgreicher Musik verpflichtet zu fühlen, sind natürlich vollkommen richtig, aber seit langem keine neue Erkenntnis mehr.
     
    Für mich gibt es vor allem das Problem, dass ich die schwedischen Beiträge der letzten Jahre alle nicht mochte, musste ich grundsätzlich weiterschalten. “Heroes” kam so gar nicht an mich ran, wirklich übelste Stangenware.. “If I were sorry” war schon besser, da man diesmal in den Strophen Anleihen bei einem wirklich großen Song genommen hat, “Catch & Release” ist imho einer der besten Songs die die letzten Jahre im Radio liefen. Aber dann kommt ein Refrain, der so gar nichts ist. Da muss ich dann wieder wegschalten.
     
    Es gibt gewisse Regeln, wann der Status “Plagiat” erfüllt ist und die werden offensichtlich nicht gebrochen, demnach also alles in Ordnung. Ich finde die daraus resultierenden Songs aber einfach Mist ;-)
    Was aber in Deutschland als kontemporäre inländisch produzierte Musik läuft, ist zugegebenermaßen keinen Deut besser. Und wenn jetzt der Schweighöfer auch noch singt, sinken wir definitiv unter Normal Null.

  36. Manboy

    13.02.2017 | 08:41

    @escfan

    Warum machst du solche Falschaussagen? Unerträglich wie du argumentierst. Rap war in der ersten und auch in der zweiten Vorrunde dieses Jahr zu hören, beide Beiträge sind mit Ach und Krach rausgeflogen (vorletzter und letzter Platz). Soft(Rock) gabs auch schon in früheren Jahren. Ebenfalls chancenlos. Und Jemand der anderen Ländern nur schlechtes wünscht, ist für mich kein richtiger ESC-Fan.

  37. Chris Cross

    13.02.2017 | 10:04

    Ich liebe Schweden und das Mello und ich bin sehr dankbar dafür. Das für Deutschland der biedere NDR zuständig ist, ist einfach nur zum heulen!

  38. escfan05

    13.02.2017 | 11:25

    @Chris Cross: Das Schlimme ist, mir fällt jetzt kein Sender bei der ARD ein, der es garantiert besser machen könnte als der NDR. Ich wäre ja mal dafür, das sich die Zuständigkeit für den ESC jedes Jahr ändert. Mal der WDR; mal der NDR, mal der MDR, mal der BR usw.

  39. Matty

    13.02.2017 | 11:30

    @escfan05
    -
    Mir fallen da zwei ein, die einen ESC-Vorentscheid noch nicht ausgetragen haben, und zwar der RBB (Rundfunk Berlin-Brandenburg) sowie der WDR. Der SWR hatte 1978 mal einen ESC-Vorentscheid im Radio durchgeführt und wäre sicherlich auch im TV dazu in der Lage.
    -
    Am längsten hatte der Hessische Rundfunkt (HR) die Federführung beim ESC-Vorentscheid, und zwar von 1956 bis 1977.

  40. melodifestivalenfan

    13.02.2017 | 13:34

    Mehr Gelassenheit tut uns allen gut.

    Ich halte den Kommentar eigentlich für überflüssig .Nach dem alten Sinnspruch:”Was ficht es die Eiche an, wenn sich das Schwein dran wetzet”. Es wird immer Neider geben. Meine Meinung zum Mello ist mit meinem Nicknamen schon deutlich genug. Auch das Mello hat auch schon schwere Zeiten hinter sich. Seit 10 Jahren bin ich regelmäßig beim Finale in Stockholm. Das ist für mich ein fester Termin wie Weihnachten. Ich bin auch nicht mit allen Performance einverstanden, aber es ist immer für jeden was dabei, auch HipHop, Rock, Schlager, Ethno, Alternative und eben Popmainstream. Für Alt und Jung, und immer ist das eine echte Samstagabendunterhaltung im besten Sinne. Mir macht das Freude.
    Jedes Land findet da seinen eigenen Weg. Schweden schreibt das doch keinem vor , so ein Quatsch. SVT schafft es jedenfalls das halbe Land an den Fernseher zu holen für dieses Highlight des Jahres. Ich finde es nur schade, dass in Deutschland so etwas nicht möglich sein soll. Man experimentiert an immer neuen absurden Formaten mit dem bekannten Ergebnissen. Darüber klagen dann die Fangruppen und alle anderen amüsieren sich. Schweden hat seinen Weg gefunden, Deutschland eben noch nicht. Es muss ja kein Melodifestivalen sein, von mir aus auch eine interne Entscheidung. Aber die Wahrscheinlichkeit da daneben zu greifen, ist dann aber ungleich höher, als die Wahl von halb Schweden aus 28 vollproduzierten Beiträgen.
    Und nicht vergessen: “Die Geschmäcker sind verschieden.” ;o)

  41. Meckie

    13.02.2017 | 14:12

    Also man muss neidlos anerkennen, dass das Melo in Schweden DIE TV-Sendung schlechthin ist und SVT da für Schweden einen guten Job macht.

    Nur so was läuft in D einfach nicht. So etwas wurde in dieser Art schon ein paar mal versucht und es ist immer an den Einschaltquoten und am Desinteresse des deutschen TV-Publikum gescheitert.

    Für mich ist das Melo nix. Nicht weil es da bestimmt auch mal den ein oder anderen Song gibt, sondern mir reicht vollkommen unsere mickrige VE und dann der ESC. Andere nationale VE’s gucke ich mir nie bis selten an… gut bis auf die spanische… aus familiären Gründen ;-)

    Vom Melo und so höre ich mir dann bei YT im nachhinein ein paar Songs an.

    Was aber schon auffällt, das hier von einigen äußerst empfindlich auf Kritik auf das Melo oder auf schwedische Beiträge insgesamt reagiert wird. Das zeigt auch der Artikel.

  42. melodifestivalenfan

    13.02.2017 | 14:49

    @meckie
    Ich liebe deine klare Sprache.

  43. Jan

    13.02.2017 | 15:04

    Meine Meinung zu dieser Meinung: Ja und Nein!
    Ja, weil das Mello wirklich eine Sendung mit einem Produktions- und Kreativitätsniveau ist, die in Europe ihres Gleichen sucht.
    Nein bzw. Jein, weil die angebotenen Wettbewerbssongs mehr und mehr dieses kreative Potenzial vermissen lassen. Die einzelnen Runden wirken von Jahr zu Jahr mehr und mehr formatiert. Es muss ein Schlager dabei sein, ein Rap, ein Ex-Star mit Comeback, eine rockige Nummer, ein Ethnosong und ein junger Mann mit Zukunft. So ungefähr kommt es mir jedenfalls vor. Die Musik dazu ist nicht unbedingt unterirdisch, aber eben auch nicht sonderlich innovativ. Ich finde, dass das Melodifestivalen früher musikalisch vielfältiger war, weil man nicht zwanghaft versucht hat, jeden Musikstil unterzubringen.
    Verglichen mit vielen anderen Musikwettbewerben ist es allerdings vermutlich noch immer das Maß aller Dinge – zumindest produktionstechnisch.

  44. melodifestivalenfan

    13.02.2017 | 15:23

    @Jan
    Ja, du hast Recht damit, der Zwang von allen Stilrichtungen etwas in jedem Deltävling dabei haben zu wollen, führt dann dazu, wie am letzten Wochenende, dass eine unterirdische HipHop Nummer zur Wahl stand. Da wäre weglassen vielleicht besser gewesen. Nichts gegen HipHop, aber es muss mit Qualität einhergehen. Trotzdem ist das reine Konzept des Melodifestivalen mit der Vielfalt in Ordnung, da es die Generationen am Ball hält. Bis zum Finale ist Schrott aber aussortiert. Was nicht ausschließt, dass auch mal nicht so kreative Beiträge gewählt werden. Das Empfinden, dass es früher mal anders war, trügt. Man hört den Müll von damals eben nicht mehr. Da verschwimmt die Wahrnehmung und man denkt: “Früher war alles besser!”. ;o)

  45. deutscheland

    13.02.2017 | 16:27

    Naja, irgendwo muss man aber schon einmal Schweden respektive Christer Björkman bremsen. Das gilt insbesondere für die Idee mit der Festlegung der Startreihenfolge durch die Produzenten. Beim Melodifestivalen scheint das wohl kaum jemanden zu stören, da das weniger ein Wettbewerb als das Volksfest der schwedischen Musikindustrie ist, wo man fast schon so nebenbei den ESC-Beitrag auswählt. Aber beim ESC ist das anders, weil die internationale Aufmerksamkeit viel größer ist als beim Melodifestivalen. Mit der individuellen Festlegung der Startreihenfolge anstatt einer kompletten Auslosung kann man durchaus den Ausgang des Wettbewerbs (der ESC ist immer noch ein Wettbewerb!) beeinflussen.
    Und das neue Votingsystem hat offen gelegt, wie weit der Juror vom Bürger entfernt ist (Polen!!!) – da bin ich mir nicht sicher, ob das gut ist.
    Beim Melodifestivalen gefällt es mir, dass es nicht lange dauert und dass es so gut wie keine Beiträge gibt, die musikalisch anstrengend sind. Aber dennoch bietet Schweden wenig Erstrebenswertes. Es gab so zwei oder drei Mello-Beiträge, wo ich mich schon fragte: “Ernsthaft?”. Das waren letztes Jahr “Bada nakna” und dieses Jahr “I don’t give a… (F-Wort)”. “Bada nakna” hätte das Zeug zum “Rock me” des Melodifestivalen haben können, aber die Juroren haben keine Punkte gegeben. Dass Lisa Ajax eine zweite Chance bekommt und Roger Pontare, der sich mal was hat einfallen lassen, heimgeschickt wird, ist für mich nicht nachvollziehbar. Es gibt zwar da wie gesagt kaum Beiträge zum davonlaufen, aber manchmal muss ich schon innerlich die Frage des musikalischen Anspruchs stellen.
    Und das System der internationalen Jurys hab ich eh gefressen, als die Yohio verhindert haben. Was für eine tolle Entscheidung das war, hat man ja später gesehen: Robin Stjernberg ist mit Abstand der erfolgloseste schwedische Teilnehmer in der Post-Bergendahl-Ära.

  46. Little Imp

    13.02.2017 | 18:34

    “Und das neue Votingsystem hat offen gelegt, wie weit der Juror vom Bürger entfernt ist (Polen!!!) – da bin ich mir nicht sicher, ob das gut ist.”
    .
    Es macht die Auszählung auf jeden Fall spannender.

  47. Cali

    16.02.2017 | 18:33

    “Und das neue Votingsystem hat offen gelegt, wie weit der Juror vom Bürger entfernt ist (Polen!!!) – da bin ich mir nicht sicher, ob das gut ist.”
    .
    Fragt sich, wie weit der Juror vom Bürger oder der Bürger vom Juror entfernt ist. ^^

  48. Jorge

    16.02.2017 | 19:06

    @Cali: Dass du dafür den Artikel hervorkramst, macht dich zum Oberstreber, dafür mobbe ich dich gleich mal! ;-)
    Vielleicht keine Entfernung zu den Juroren, aber die Frage an die Community (Schlagerelfe Zoe) oder Polenfreaks (Schmalzlocke), ob da nicht eine gewisse Entfernung zur Musik besteht. ^^

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