Foto oben: NDR/Uwe Ernst
Der NDR hat heute auf seiner Homepage die Wertungsergebnisse der deutschen Jury im zweiten Semifinale und im Finale veröffentlicht.
Dabei konnten sich Anke Engelke, Sabine Heinrich, Tim Bendzko, Mieze Katz und Ben ganz offensichtlich sehr für die Songs aus Skandinavien und vom Balkan erwärmen. Im Finale gehen ganze sieben Wertungen in diese beiden Regionen, abgerundet mit den klassischen südeuropäischen Nationen Italien und Spanien sowie dem Rekord-ESC-Siegerland Irland.
Im Einzelnen sah das im zweiten Semifinale so aus:
12 P. Schweden
10 P. Estland
8 P. Slowenien
7 P. Serbien
6 P. Niederlande
5 P. Bosnien-Herzegowina
4 P. Slowakei
3 P. Kroatien
2 P. Malta
1 P. Portugal
Zusammen mit dem (wahrscheinlich stark “diasporageprägten”) Televoting ergab sich dann folgende Wertung:
12 P. Schweden
10 P. Serbien
8 P. Niederlande
7 P. Estland
6 P. Türkei
5 P. Bosnien-Herzegowina
4 P. Slowenien
3 P. Portugal
2 P. Bulgarien
1 P. Kroatien
Keinen Anklang bei der Jury fanden bedauerlicherweise die wunderbare Kaliopi aus Mazedonien, die stimmgewaltige Gaitana aus der Ukraine oder unser Tooji-”Tuntji” mit seinem Ethno-Pop-Song aus Norwegen.
Die Finalwertung der deutschen Jury sah folgendermaßen aus:
12 P. Schweden
10 P. Estland
8 P. Island
7 P. Dänemark
6 P. Albanien
5 P. Serbien
4 P. Bosnien-Herzegowina
3 P. Spanien
2 P. Italien
1 P. Irland
Interessant, dass hier mit vier Songs aus dem vermeintlich schwächeren ersten Semifinale die gleiche Anzahl wie aus dem zweiten Semifinale berücksichtigt wurde.
Zusammen mit dem finalen Televoting ergab sich folgende bekannte Reihenfolge:
12 P. Schweden
10 P. Serbien
8 P. Türkei
7 P. Russland
6 P. Albanien
5 P. Dänemark
4 P. Estland
3 P. Island
2 P. Italien
1 P. Griechenland
Ob das reine deutsche Televoting gesondert veröffentlicht wird oder ob die EBU in Kürze nur ein Televoting-Gesamtergebnis zur Verfügung stellt, ist noch unklar, aber rein rechnerisch ergibt sich hier folgendes Ergebnis für das Televoting in Deutschland:
12 P. Türkei
10 P. Russland
8 P. Serbien
7 P. Schweden
6 P. Griechenland
5 P. Italien
4 P. Albanien
3 P. Dänemark
2 P. ???
1 P. ???
Klar ist, dass Ott aus Estland nicht zu den TOP 10 des Televotings gehörte und das isländische Duo maximal einen Punkt erhalten hat.
Auch die Portugiesen haben ihre Jury-Ergebnisse inzwischen veröffentlicht und danach ist zumindest eine Tendenz erkennbar, dass die russischen Großmütter erheblich vom Televoting profitiert haben dürften, genau so, wie es im Vorwege des ESC 2012 immer wieder prognostiziert wurde. Ob sie im Televoting letztlich die schwedische Siegerin Loreen überflügeln konnten, wird sich in Kürze zeigen, wenn die EBU – wie in den Vorjahren – das getrennte Jury- und Televotingergebnis veröffentlicht.
Und nun wird um reichlich Spekulationen gebeten!


























05.06.2012 | 18:22
Italien hat seine Televoting- Ergebnisse (incl. Prozentzahlen) veröffentlicht:
http://www.escchat.com/news/televote-results-revealed.37521/
Dort hat natürlich Rumänien haushoch gewonnen. Loreen war in den Top 10. Auch die Finnen haben schon veröffentlicht (auf esctoday zu sehen)
Bin mit der deutschen Jury ganz zufrieden. Die haben die guten Sänger, die Landessprachen und auch den Mut z.B. Albaniens belohnt. Die Wertungen hätten etwas gemischt werden können, Skandinavien vor Balkan und den Rest liest sich etwas komisch, aber sei’s drum! Da haben wir im letzten Jahr doch weitaus Schlimmeres erlebt. (Der 12er für Österreich war, nun ja, seltsam…) Interessant, dass die Babushkis tatsächlich im Televoting weit vorne waren. (Das alleine rechtfertigt in meinen Augen die Notwendigkeit einer Jury. Wer so out of tune singt, sollte nicht so weit oben liegen!)
So, und jetzt verhaut mich….
05.06.2012 | 18:30
Wow, das bedeutet ja, dass unser Roman die italienische Jury-Wertung gewonnen hat! Klasse!
05.06.2012 | 19:04
Hä, warum denn? Von Italien hat Roman doch allgemein gar keine Punkte bekommen…
05.06.2012 | 19:30
@Susanne: Danke für den Link! Wenn Loreen beim Televoting in den Top 10 lag, aber dennoch keine Punkte bekam, muss die italienische Jury sie ja erheblich “downgevotet” haben… das riecht für mich fast nach Taktik. ;) Desweiteren teile ich deine Meinung bezüglich der Juries – ein bisschen Niveau sollte dem ESC schon erhalten bleiben! Es ist bitter genug, dass die Omas noch vor der serbischen Gänsehautballade gelandet sind.
05.06.2012 | 19:33
@ Anna
Doch – 8!
05.06.2012 | 19:50
Ich bin sehr zufrieden mit unserer Jury. Super, dass Estland und Island so weit vorne sind. Sogar Spanien fand Anklang. Nur beim Televoting leider nicht. Schade! Diesmal hatte die Jury mehr Geschmack als wir Televoter.
Dass die Omis von den Jurys keine Punkte bekommen haben, hat schlimmeres verhindert. Ich bin sicher, dass fast jeder die Omis mag (mich eingeschlossen), aber das Lied ist nichts für den zweiten Platz.
05.06.2012 | 20:16
wow..
Unsere Jury hat ENDLICH mal nach der gesanglichen Leistung bewertet!! Bravo!! Leider versteh ich nicht, wie man für den türkischen Beitrag stimmen konnte??? Der war mehr als schlecht…hilfe…naja leben ja nicht um sonst 2 mio. Türken in Deutschland..
Wie dem auch sei!!! Slowenien auf Platz 3 bei unserer Jury – gefällt mir sehr gut !!
05.06.2012 | 21:08
Unsere Jury hat Geschmack bewiesen – zweimal zwölf für Loreen, zweimal zehn für Ott und im Finale sieben an Soluna. So langsam glaube ich dann doch an den Musikgeschmack der Jurys, nachdem sie letztes Jahr im ersten Semi Evelina Sasenko auf die eins gesetzt und die wunderbare Stella Mwangi rausgekegelt haben.
Und die Italiener haben echt keine Ahnung von Musik. Oder waren es albanische Migranten, die für Rona Nishliu angerufen haben?
05.06.2012 | 23:00
@ Deutscheland: International war Litauen auf 1, hat 2011 aber von der deutschen Jury keine Punkte bekommen. Der 12er ging im Semi an Dänemark, 10 an Österreich und im Finale 12 an Österreich und 10 an Dänemark….
Das soll einer verstehen….
06.06.2012 | 11:47
Was soll an dem schwedischen Plastikpop künstlerisch wertvoller sein als der originelle Beitrag von Can Bonomo? Bin selber kein Türke, ohne Migrationshintergrund zu 100 % Deutscher und habe trotzdem für die Türkei angerufen, weil mir der Beitrag besser gefiel.
Selbst den sympathischen Omas aus Russland hätte ich , obwohl wirklich künstlerisch wenig wertvoll, den Sieg eher gegönnt, als dem glatten Mainstrean-Pop aus Schweden.
Wer vom der EBU das Eintreten für Demokratie fordert, der kann ein derartig undemokratisches Votingsystem nicht befürworten.
Die Jurys werden völlig intransparent willkürlich ausgewählt. Je nachdem, wen man in die Jurys beruft, wird man ganz unterschiedliche
Wertungen erhalten.
Was qualifirziert eine Sabine Heinrich für die Jury? Warum erhält ihr
Geschmacksurteil mehr Gewicht als die Anrufe Hundertausender Normalbürger.
Das Diasporavoting kann man auf ein demokratisch vertägliches Maß
zurückführen, indem man pro Telefonummer nur eine sehr begrenzte Anzahl von Anrufen wertet.
Aber das Juryvoting gehört abgeschafft. Man stelle sich vor, bei Parlamentswahlen wäre die Verteilung der Mandate zu 50 % abhängig
von einer kleine Clique willkürlich ausgewählter Menschen.
06.06.2012 | 13:43
@ vulkansturm: Grundsätzlich kann ich diese Argumentation verstehen, mit einem ” Nur ein Anruf”- Televoting wäre ich auch sehr einverstanden. Und auch ihre Kritik auf die Zusammensetzungen der Jurys, kann ich nachvollziehen. Das ist überhaupt der Knackpunkt an der ganzen Geschichte. Die Fachleute, die keine sind, haben zu viel Macht! In diesem Jahr hatte ich aber das Gefühl, dass sich die Juroren, doch sehr viel Mühe gegeben haben. Durch den 12er an Schweden, aber auch den 5er an Serbien hätte man Serbien als Televoting- Sieger mit 12 Punkten von deutscher Seite aus bedacht. Das war also möglich. Im Falle des türkischen Liedes, muss man aber leider bemerken, dass er nicht sauber sang! 2010 allerdings fand ich es auch befremdlich, dass die deutsche Jury Manga keine Punkte gab, war es doch eines der stärksten Lieder im Contest. Und wenn man in Deutschland mit der Jury eine türkisch- griechische Verhinderungs- Maschine gebaut wurde, so ist das nicht in Ordnung! Ihre Beispiele Russland und die Türkei sind in diesem Falle aber leider schlechte, eben weil bei beiden Auftritten doch einige schiefe Töne zu hören waren. Wenn sie sich die Studioversionen beider Songs anhören, müssen sie den Unterschied doch hören. Und dies hat nichts mit der Musikrichtung, sondern mit mangelnder Technik zu tun. Ist für manche Lieder wirklich schade, aber: so was sollte dann aber zu einer Abwertung durch Juroren, die ein geschultes Gehör für Missklänge haben ( bestenfalls) haben, führen. Darum hat mich lediglich der eine Punkt für Irland geärgert!
06.06.2012 | 13:59
@Susanne,
ich habe auch eher alle Jurys im Allgemeinen gemeint… 2011 war Deutschland im Litauen-Semi nicht stimmberechtigt.
Auch andere Jurys werden wohl hohe Punktzahlen an Schweden gegeben haben, sonst hätte Loreen wohl keine 372 Punkte bekommen…
Ich erwarte bald das gesplittete Televoting- und Juryergebnis. Albanien hat wohl bei den Jurys abgeräumt und nicht viele Televoting-Punkte erhalten; Russland andersrum.
06.06.2012 | 14:03
@vulkansturm,
meines Wissens nach gibt es bereits schon eine Anrufbegrenzung, die allerdings viel Freiraum zulässt. Mit einer Telefonnummer kann man maximal zwanzig Mal abstimmen, wenn ich mich nicht irre.
06.06.2012 | 19:13
Wenn man von einer Telefonnummer 20 mal anrufen kann, dann finde ich das eindeutig zuviel. Würde nur einen oder maximal 3 Anrufe pro Telefonnummer erlauben. Und gleichzeitig das Juryvoting abschaffen, welches auch ein Einfallstor für Manipulation ist. Da einzelne Personen einen viel zu grossen Einfluss auf das Gesamtergebnis haben, ist die Gefahr von Bestechung viel zu gross. Selbst wenn man die Zusammensetzung aller Jurys tatsächlich effektiv geheimhalten könnte, so kann man nicht verhindern, dass einzelne Jurymitglieder in Versuchung kommen von sich aus ihre Stimmen zu verkaufen.
Ein restriktiv gehandhabtes reines Televoting ist nicht nur gerechter und demokratischer, sondern auch weniger anfällig für Manipulation.
06.06.2012 | 20:31
Ich bin stolz auf unsere Jury. Da wird es um Begabung bewertet, zb Slovenien, Island, Estland….. Gut gemacht, Leute! :D
07.06.2012 | 19:26
Sabine tries Fashion - Again
Erstaunlich, dass noch keiner was zur Denver Clan “Frisur” und zum asymetrischen Discounterjeans-Look der erblondeten Sabine Heinrich auf dem offiziellen Juryphoto gesagt hat.
07.06.2012 | 19:46
Womöglich hat keiner Sabine Heinrich vom Foto her erkannt und ihren Namen in der BU für einen Fehler gehalten… ich finde, der Schlagertanten-Look ist ein echter Fortschritt im Vergleich zu ihren traurigen Hängerchen bei USFO, sie sieht jetzt aus, als würde sie bei der Gruppe “WIND” mitsingen…
10.06.2012 | 01:36
Ach ja, wieder die Geschichte mit den Jurys. Ich finde sie richtig und notwendig. Ich mag die Russen-Omas und hätte ihnen den Sieg allemal mehr gegönnt als Loreen, die für mich wirklich mindestens eine genau so schlechte Gewinnerin ist wie Lena. Da wirkt Aserbaidschan (2011) ja direkt wieder gut dagegen. Aber rein vom musikalischen Anspruch her ist es richtig, dass Russland nicht gewonnen hat. Dass Albanien deutlich von den Jurys profitiert haben dürfte, dürfte auch klar sein. Nicht ganz zu Unrecht. Ich hätte dafür nie angerufen, weil es einfach nicht meinen Geschmack trifft, aber den musikalischen Anspruch muss man anerkennen. Im übrigen hätte ich vorher nie gedacht, dass Albanien so gut abschneiden würde. Müssen doch mehr Leute angerufen haben als gedacht. Ich finde die Jurys auch nicht undemokratisch, weil es hier gar nicht um das Kriterium Demokratie oder nicht gehen kann. Es ist eine kulturelle Veranstaltung, bei der ich es richtig finde, dass geeignete Leute darauf achten, dass ein Mindeststandard eingehalten wird. Auf das Urteilsvermögen der normalen Leute kann man sich da nur schwer verlassen. Wenn man bedenkt, dass es nun sogar Parteien gibt, die überhaupt nichts Politisches machen und keine Antworten auf existenzielle Fragen haben, aber in alle Parlamente gewählt werden, sieht man, dass da oft Kriterien für die Wahl eine Rolle spielen, die so eigentlich gar keine Rolle spielen dürften.
Wenn es etwas an den Jurys zu kritisieren gibt, dann den Umstand, dass gar nicht klar ist, nach welchen Kriterien die ausgesucht werden. Was hat Engelke mit Musik zu tun? Was qualifiziert die, auf 50% der Gesamtwertung Einfluss nehmen zu können? Und was hat Tim BendzKLO bitte erreicht? Abgesehen davon, dass ich lieber ihn zum ESC geschickt hätte, weil wir mit dem BSC ja eigentlich eine geeignete Sendung zur Vorauswahl haben, in der wenigstens Deutsch gesungen wird (wobei man Kleinigkeiten ändern müsste). Aber sonst hat er ja wirklich gar nichts, was ihn qualifiziert. Ich habe nichts dagegen, Musiker in die Jury zu lassen, aber dann bitte solche mit Erfahrung und einem gewissen Lebenswerk. Sozusagen einen Engelbert Humperdinck Deutschlands in die Jury setzen. Ansonsten sollten in der Jury neben erfahrenen Musikern und – was ich auch wichtig finde, um das Ergebnis nicht zu sehr zu verfremden – jemanden aus dem normalen Volk, der gar nichts mit Musik zu tun hat vor allem auch Komponisten, bzw. Kompositionsexperten sitzen (mir fällt da spontan z.B. Klaus Kauker ein, der auch regelmäßig die deutschen ESC-Beiträge aus kompositorischer Sicht analysiert). Denen traue ich gute Ergebnisse am ehesten zu, schon weil die klare Kriterien haben, nach denen sie Musik bewerten (besonders imponiert hat mir das bei dem Vergleich zwischen den beiden Versionen von “Satellite”).
Mein Vorschlag also z.B.: 1-2 Musiker, (ggf. 1 Musikredakteur oder -produzent), 2 Komponisten/Kompositionsexperten, 1 “normaler” Bürger.
Im konkreten Fall hat das die Jury trotz allem nicht schlecht gemacht. Nur: Schweden 12 Punkte von der Jury? WARUM? Abgesehen davon, dass ich den Erfolg Schwedens, erst recht in dieser Deutlichkeit, nie verstehen werde, fehlt mir jedes Verständnis dafür, wie man als Jury diesem musikalischen Drogen-Trip 12 Punkte geben kann? Das hat doch keinerlei künstlerischen Anspruch. Gerade wenn man es mit Estland, Island, Slowenien, Serbien, Albanien oder Spanien vergleicht. Ausgerechnet beim Spitzenplatz hat die Jury ihre Aufgabe verfehlt. Die Punkte für Bosnien, Malta und Irland finde ich zwar auch ein wenig seltsam, aber nun gut.
Wäre ich Juror gewesen, hätten meine Ergebnisse so ausgesehen (und das wäre wirklich meine Meinung als Juror, nicht als “Privatperson”. Nicht alles, was hier Punkte von mir bekommt, finde ich auch persönlich gut. Für Albanien hätte ich z.B. nicht angerufen):
2. HF:
1. Slowenien (12)
2. Serbien (10)
3. Kroatien (8)
4. Portugal
5. Estland
6. Litauen
7. Georgien
8. Norwegen
9. Niederlande
10. Mazedonien
Finale:
1. Island (12)
2. Serbien (10)
3. Großbritannien (8)
4. Spanien
5. Albanien
6. Estland
7. Litauen
8. Italien
9. Norwegen
10. Mazedonien
Eine andere Sauerei ist aber, dass man bei uns offenbar beliebig oft abstimmen kann, wenn ich das richtig verstanden habe (ich meine Peter Urban hätte das so gesagt). Da wundert mich ja dann nicht mehr, wie die Türkei beim Publikum offenbar auf 12 Punkte gekommen ist (anders kann es nicht sein, wenn sie 0 von der Jury und insgesamt 8 hatten). Da werden die ganzen Türken und einige Deutsche, die offenbar auf diese Musik standen, die Finger wund telefoniert haben. Ich habe immer brav nur eine Stimme abgeben (HF: Slowenien, Finale: Island). “One man – one vote” – warum nicht beim ESC? In anderen Ländern ist das ja zumindest teilweise auch so. Das schützt auch viel besser vor Missbrauch. Da war meine Stimme ja nun im Vergleich zu den anderen, die mehrfach angerufen haben, viel weniger wert. Sehe ich nicht ein.
Das Bewertungssystem ist also dringend renovierungsbedürftig, auch wenn man durch die Einführung der Jurys auf dem richtigen Weg ist. Aber da steckt der Teufel noch in vielen Details. Da muss dringend was gemacht werden. Die Leute verlieren sonst das Vertrauen in dieses Bewertungssystem. Ist ja ohnehin schon so, wenn man sieht, wie schlecht Island, Slowenien und Großbritannien abgeschnitten haben (da haben Publikum und Jurys kollektiv versagt, auch wenn hinsichtlich der ersten beiden die deutsche Jury wenigstens noch einigermaßen seiner Aufgabe gewachsen war).
14.06.2012 | 22:39
Ich habe diverse Artikel darüber gelesen wo Leute spekuliert haben die Ergebnisse wären verfälscht worden und die es gar nicht verstehen könnem, wie eine Jurys Deutschland und Estland hohe Punkte gegeben haben und diese Leute sollten wirklich keine Artikel schreiben. Ich habe eine ganz einfache Erklärung für alle die jammern, weil der eine Song so viele Punkte von Jurys bekommen haben: Sie haben den verdammten Song schlichtweg gemocht und darüber sollte man sich echt nicht so aufregen.
16.06.2012 | 09:02
Nachdem jetzt wieder vier Länder ihre Jury-Ergebnisse veröffentlicht haben (Irland, Belgien, Bosnien und Slowenien) gebe ich mal den Tipp ab, dass Schweden das Juryvoting erdrutschartig gewonnen haben muss und dass es im Televoting ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Schweden und Russland gegeben hat, angesichts der mehr als mageren Punkteausbeute der Omis bei den Jurys wahrscheinlich mit Vorteilen für Russland.
30.06.2012 | 17:43
Ich halte es für völlig bekloppt, von einer Jury zu verlangen, nur Punkte an qualitativ hochwertige Songs vergeben zu dürfen.
Es geht beim ESC nicht darum, eine ‘pseudomusikalische-qualität’ zu erhalten. Es geht um den besten Song Europas, den Song, der die meisten Europäer berührt oder gepackt hat. Das war in diesem Jahr ganz klar Schweden – und das war in diesem Jahr leider auch ganz klar Russland, die vielen Menschen unterschiedlichem Alters Freude bereitet haben.
Und wer bitte soll über den besten Song Europas entscheiden, wenn nicht die Zuschauer vor den Fernsehapparaten, derjenige, der evtl. die Single kauft, die Lieder weiter mit sich rumträgt und hört?
Ist ein Lied gleich besser, nur weil es ohne Fehler gesungen wurde (Spanien hat in diesem Jahr z.B. recht wenigen Menschen eine Gänsehaut bereitet)? Ist ein Lied schlechter, nur weil es durch einen gelungenen Auftritt visuell stark umgesetzt wird und bei späterem Hören immer wieder diese Bilder hervorruft? Warum zählt eine Stimme eines Jurymitgliedes (und dabei ist ganz egal wieviel dieser Mensch in seinem Leben mit Musik zu tun hat, Musik löst in jedem Menschen etwas aus) mehr wert, als eines Anrufers, der für seine Stimme sogar noch Geld bezahlt?
Meiner Meinung nach sollten diese Jurys abgeschafft werden, da Sie bisher in jedem Jahr ein Televotingergebniss zum Teil erheblich verfälscht haben.
Und wenn die Jurys schon nicht mehr abgeschafft werden sollen – so MUSS eine Jury natürlich den gleichen Auftritt bewerten, wie auch der allgemeine Zuschauer vor den Apparaten. Es ist einfach ein absolutes Unding, dass die Hälfte der Wertungen schon fest stehen, bevor der Wettbewerb für den Zuschauer überhaupt stattgefunden hat.
Und abschließend noch zum Gemeckere über Albanien:
Es war völlig klar, dass der Titel in den Top 10 landen würde – egal ob mit Juryhilfe oder nicht. Das ist genauso ein Lied gewesen, mit dem zwar viele nichts anfangen konnten, der aber andere so stark berührte, dass diese definitiv dafür stimmen wollten. Denn darum geht es auch – ein Lied muss den Zuschauer so stark packen, dass er eben zum Hörer greift um anzurufen.