Die Schweden bezeichnen ihn als “Herzstück” des alljährlichen Stockholm Pride Festivals (bei uns besser bekannt als CSD), für viele Eurovisionsfans aus ganz Europa ist er das Ziel einer sommerlichen Pilgerreise nach Nordeuropa: der Schlagerabend am Donnerstag der Pridewoche.
Auch in diesem Jahr gaben sich wieder zahlreiche schwedische und internationale “Eurostars” ein Stelldichein bei dem wohl größten Konzert mit Eurovisionsbezug außerhalb des Eurovision Song Contest selbst. Diesmal waren es insgesamt 24 Interpreten, die ein paar Tausend vom Starkregen vollkommen durchnässten Zuschauern eine Show boten, die europaweit ihres Gleichen suchen dürfte.
Das Event war in zwei Teile à eineinhalb Stunden aufgeteilt. Der erste, ausschließlich schwedische Teil wurde moderiert von Anne-Lie Rydé, einer Art “altem Schlachtschiff” der schwedischen Musikszene, die in der jüngeren Vergangenheit auch selbst zweimal an der schwedischen ESC-Vorentscheidung, dem Melodifestivalen, teilgenommen hat. Sie holte sich zunächst Shirley Clamp
auf die Bühne, die dann alle ihre vier Melodifestivalen-Songs “Mr. Memory”, Med hjärtat fullt av ljus”, “Att älska dig” und “Min kärlek” zum besten gab und das bis zu den Knöcheln im Schlamm watende Publikum in eine Bombenstimmung versetzte.
Ja, und so ging es dann Schlag auf Schlag weiter: Das “Who is who” der schwedischen Melodifestivalen-Szene gab sich die Ehre. Besonders schön ist es auch, dass es den Organisatoren immer wieder gelingt, Teilnehmer bereits lange zurückliegender Jahre für das Konzert zu gewinnen. So konnten die Zuschauer sich diesmal über Claes-Göran Hederström (ESC 1968!!), The Nova (ESC 1973) und Björn Skifs (ESC 1978 und 1981) freuen.
Nach einer etwa einstündigen Pause ging es dann weiter mit Teil 2, moderiert von Christer Björkman, der grauen schwedischen Schlagereminenz. Jetzt kamen auch internationale Künstler von einigem Kaliber vor:
Neben Teilnehmern des diesjährigen Melodifestivalen wie z.B. Elin Lanto, Sibel, Pain of Salvation oder Hanna Lindblad war es den Pride-Veranstaltern gelungen, Chiara (ESC Malta 1998, 2005 und 2009) sowie aus dem aktuellen Jahrgang
2010 Didrik Solli-Tangen (Norwegen),
Anna Bergendahl (Schweden), Safura (Aserbaidschan),
Hera Björk (Island) und nicht zuletzt unsere Lena nach Stockholm zu locken. Von ihr waren die Zuschauer dermaßen begeistert, dass sie ihren Siegersong von Oslo gleich zweimal singen musste/durfte. Hier nochmal zum Mitwippen:
Lena befand sich übrigens vergangene Woche auf einer Promotour für ihr Album “My Cassette Player” in Schweden und hatte neben dem Auftritt beim Pride zahlreiche weitere Termine. Darüber wird Bloggerkollege WM in den kommenden Tagen mehr berichten.
Und das war die komplette beeindruckende Songliste in der Reihenfolge der Auftritte:
Teil 1:
Shirley Clamp – Mr. Memory (Melodifestivalen 2003)
Shirley Clamp – Med hjärtat fullt av ljus (MF 2009)
Shirley Clamp – Att älska dig (MF 2005)
Shirley Clamp – Min kärlek (MF 2004)
Claes-Göran Hederström – Det börjar verka kärlek banne mej (ESC Schweden 1968)
Jan Johansen – Se på mig (ESC Schweden 1995)
Christer Sjögren – I love Europe (MF 2008)
Nanne Grönvall – Jag måste kyssa dig (MF 2007)
Nanne Grönvall – Avundsjuk (MF 1998)
Nanne Grönvall – Det vackraste (MF 1995)
Nanne Grönvall – Den vilda (ESC Schweden 1996)
Sound of Music – Eldorado (MF 1986)
Sound of Music – Alexandra (MF 1987)
Nanne Grönvall – Håll om mig (MF 2005)
The Nova – Du är sommar´n (ESC Schweden 1973)
Svenne & Lotta – Bang a boomerang (MF 1975)
Blond – Bara hon älskar mej (ESC Schweden 1997)
Jill Johnson – Crazy in love (MF 2003)
Jill Johnson – Kärleken är (ESC Schweden 1998)
Björn Skifs – Fångad i en dröm (ESC Schweden 1981)
Björn Skifs – Det blir alltid värre frammåt natten (ESC Schweden 1978)
Björn Skifs – Hooked on a feeling
Teil 2:
Elin Lanto – Money (MF 2007)
Sofia Berntson – Alla (MF 2009)
Chiara – What if we (ESC Malta 2009)
Sibel – Stop (MF 2010)
Jenny Silver – A place to stay (MF 2010)
Neo – Human Frontier (MF 2010)
Pain of Salvation – Road Salt (MF 2010)
Hanna Lindblad – Manipulated (MF 2010)
Elin Lanto – Doctor Doctor (MF 2010)
Sofia Berntson – Hypnotized (MF 2007)
Sibel – That is where I´ll go (MF 2008)
Chiara – Angel (ESC Malta 2005)
Didrik Solli-Tangen – My heart is yours (ESC Norwegen 2010)
Anna Bergendahl – This is my life (ESC Schweden 2010)
Safura – Drip Drop (ESC Aserbaidschan 2010)
Hera Björk – Je ne sais quoi (ESC Island 2010)
Lena – Satellite (ESC Deutschland 2010)
Zu der Veranstaltung wird in den kommenden Tagen auch noch eine komplette Bildergalerie an dieser Stelle veröffentlicht.

























12.08.2010 | 11:05
Wusste nicht, dass Lena lesbisch ist
Augenscheinlich ist Lena lesbisch oder zumindest bi, aber warum gehen sie und ihre Fans damit nicht offen um?
Nebenbei: “Pride” heisst ja eigentlich nur “Stolz”. Es gibt auch einen “White Pride”.