Deutschland

Thanksgiving im Januar – Das OGAE-Jahrestreffen 2016

Nicole Hurra

Ein erster Höhepunkt im Kalenderjahr für viele ESC-Fans ist das Jahrestreffen des ESC-Fanclubs OGAE Germany, das mittlerweile schon traditionell im Münchener Gasthaus zum Isartal stattfindet – und das schon mehr als 10 Jahre lang. Diesmal traf man sich am 23. Januar und etwa 200 Fans und Freunde des europäischen Liedgutes schwebten mehr als 10 Stunden gemeinsam mit illustren Gästen aus der bewegten Geschichte des Festivals auf einer emotional-eurovisionären Wolke. Oder so. (Foto: © S.Doppler)

„Ist det hier ‘n Kindergeburtstag?“ So begrüßte Katja Ebstein frech-charmant das Publikum zu Beginn ihres Auftritts am frühen Abend. Vor dem Hintergrund, dass die manchmal etwas launische Sängerin sich inzwischen von ihrem erfolgreichen Oeuvre aus den 70ern Jahren eher distanziert und stattdessen lieber ihren rezitatorischen und chansonesken Neigungen nachgeht, kann man dieses Opening sicher als netten Scherz auslegen. Dennoch war dem ein oder anderen im Saal sicher ein wenig bange, was die Gute denn wohl servieren würde.

Aber Katja wusste, was zu tun war und erfreute das Publikum gleich zu Beginn mit ihrem 71er ESC-Erfolg „Diese Welt“. Danach gab es ein buntes Potpourri diverser Stilrichtungen, ein bisschen Softjazz („As time goes by“), ein Chanson von Robert Long („Stark sein“), Adamos „Inch Allah“, „Wein nicht um mich Argentinien“, aber auch ein schwungvolles „Theater“ (das Katja Ebstein, wie wir inzwischen aus Ralph Siegels Autobiographie wissen, erst in der siebten Textversion akzeptierte) und ein soul-gospeliges „Wunder gibt es immer wieder“ rundeten ein Programm ab, das dann tatsächlich Beispiele für die vielen musikalischen Facetten der ESC-Legende beinhaltete – und bei dem sich Katja und das Publikum immer mehr aneinander zu gewöhnen schienen.

Geplaudert wurde natürlich auch. Stefan Raab bekam sein Fett weg, Ralph Siegel wurde in Schutz genommen („Der macht nur seinen Job!“) und eine Prise Politik gab’s natürlich auch hier und da. Der ESC wurde von Katja vor allem für sein völkerverbindendes Potential gelobt, die große Showsause, die er heute darstelle, sei das ihrige nicht. Aber Aufeinanderzugehen und Bindungen schaffen ist ja immer gut und dafür stehe das Festival immer noch.

Katja Ebstein

(Foto: © S.Doppler)

Eigene Bindungen wurden auch thematisiert. Familär-freundschaftlich bezeichnete sie ihren anwesenden Ex-Gatten Christian Bruhn als ihren zweitbesten Freund. Auf dessen Frage, wer den der beste sei, kam von ihr ein lakonisches “Der ist jestorben, aber du bist nachjerückt!”, wohl eine Anspielung auf Klaus Überall, ihren zweiten Mann. Eine Zuneigungsbekundung der Berliner Art.

Die Diva hat verständlicherweise nicht mehr die strahlende Stimme von 1970, aber singt immer noch kraftvoll und mit sehr viel Ausdruck und Theatralik, vor allem in den tieferen Lagen. So mussten gegen Ende alle kapitulieren, auch die Sängerin selbst, die den ganzen Auftritt über im Applaus baden durfte. „Ihr werdet et nich globen, ick komme wieda!“ waren ihre letzten Worte. Nicht nur das Publikum, auch Katja selbst schien vom besonderen Spirit erfasst, der alljährlich durch den überhitzten Wirtshaussaal weht.

Katja Ebstein und Stefan Wald
(Foto: © S.Doppler)

Es sind vor allem die guten alten Zeiten, die im Wirtshaus zum Isartal eben diesen ganz besonderen Spirit hervorrufen. Viele der anwesenden Fans sind nicht erst seit zwei, drei Jahren mit dabei, nein, es hat den Anschein, als wäre das Durchschnittsalter des Publikums in den letzten 10 Jahren um genau 10 Jahre gestiegen. Wir werden gemeinsam älter, aber das mit guter Laune!

Die guten alten Zeiten sind inzwischen auch personell fester Bestandteil des Treffens im Wirtshaus. Christian Bruhn war wie schon in den letzten Jahren wieder zu Gast, mit strahlendem Lächeln und weit ausgebreiteten Armen hieß er das Publikum willkommen. Und Ralph Siegel? Natürlich war auch er wieder da, und von ihm gab es die berühmten Luftküsse. Carolin Reiber konnte diesmal nicht, ließ aber ganz herrrzlich grrrüßen.

Als Neuzugang wurde die VE-Moderatorin von 1984, Sabine Sauer, begrüßt, die von einem der Cheforganisatoren des Treffens, Reinhard Ehret, dem Alfred Biolek der Fangemeinde, in altbekannter Kuschelmanier engagiert befragt wurde und sich dabei höchst auskunftswillig zeigte. Der Vorentscheid sei schon so etwas wie ihr Durchbruch gewesen und ihr Favorit war damals „Aufrecht geh’n“ (Heut kann sie’s ja sagen).

Reinhard und Sabine Sauer
(Foto: © S.Doppler)

Der ESC der Neuzeit stehe immer noch bei ihr auf dem Programm, er ist ihr nur a bisserl zu lang (Na, da schüttet sie ja Wasser auf die Mühlen von SVT.). Auch wenn Sabine Sauer nach ihrem einmaligen VE-Auftritt mit dem Festival nur am Rande zu tun hatte (z.B. bei ihrer ZDF-Sendung “Showfenster”, in der sie 1986 ein hübsches Interview mit Ingrid Peters führte, wie sich der Autor dieser Zeilen erinnert), ließ sie es nicht nehmen, noch eine ganze Weile am Tisch im Eck Platz zu nehmen zwischen all den „großartigen Menschen“ und wurde ohne Federlesens in die Familie aufgenommen.

Sabine Sauer
(Foto: © S.Doppler)

Noch ein Mensch aus der guten alten Zeit war erstmals da. Sylvester Levay, seines Zeichens einer der Köpfe des “Munich Sound” der 70er Jahre, Komponist von Filmmusik, erfolgreichen deutschsprachigen Musicals und vielem mehr. Auch er erwies sich als ein fabelhafter Gesprächspartner und plauderte mit viel Humor über seine Musicals und vor allem über das Projekt „Silver Convention“, mit dem er Mitte der Siebziger gemeinsam mit Michael Kunze und mit Unterstützung von Ralph Siegel eine Art Weltkarriere hinlegte, und das 1977 intern zum deutschen ESC-Act gekürt wurde (So etwas war im Zeitalter vorm Internet noch ungestraft möglich).

Man erfuhr, dass Sylvester dem Hessischen Rundfunk seinerzeit drei Songs vorgelegt hatte, sein persönlicher Favorit sei eine Nummer namens „My favourite song“ gewesen (die er kurze Zeit später, wie Mit-Blogger Jan bereits herausgefunden hat, mit Sister Sledge aufgenommen hat), der Sender habe sich aber für „Telegram“ entschieden. Auch verwies er auf seine besondere Freundschaft zu Ralph Siegel, der ihn Silvo nennen darf und einen besonderen Platz in seinem Herzen trage. Ralph habe ihm damals vorgeschlagen, das Orchesterarrangement für den ESC noch etwas aufzupeppen, was er hätte tun sollen, aber diese Erkenntnis sei ihm erst Jahre später gekommen.

Viele warme Worte, mit entzückendem ungarischen Akzent garniert, flogen Richtung Gästeecke, so dass einem richtig warm ums Herz wurde. Besonders fabelhaft an Ralph sei es, dass er egal ob er gewinnt oder verliert immer wiederkomme und sich nicht unterkriegen lasse. Ralph dankte Silvo mit lots of Luftküssen.

Sylvester und Monika Levay

Und dann traten die drei Damen auf die Bühne, die damals als Silver Convention in London an den Start gegangen waren. Penny und Rhonda waren ja bereits im letzten Jahr im Wirtshaus zu Gast gewesen, aber diesmal war auch Ramona da, die im letzten Jahr krankheitsbedingt absagen musste.

Und so wurde „Telegram“ erstmals seit vielen Jahrzehnten wieder von der Originalbesetzung dargebracht – wenn auch nur mit angedeuteter Choreographie. Das Publikum tobte die kompletten drei Minuten lang und als Penny am Ende die Arme über der Brust kreuzte und das Signal an die Kolleginnen weitergab, kannte der Saal kein Halten mehr. Hunderte jubelnder Herren und ein paar Damen sorgten gemeinsam mit den drei Sängerinnen für einen der strahlendsten und berührendsten Momente der Veranstaltung.

Silver Convention - Blumen - Siggi
(Foto: © S.Doppler)

Die Silver-Convention-Reanimation brachte neben Sylvester Levay und seiner Gattin Monika auch noch eine Reihe anderer Freunde mit und so schnupperte auch Original Silver-Convention Mitglied Linda Übelherr (zu der Ralph Siegel, wie wir aus seiner Autobiographie wissen, eine besondere Zuneigung hegt) Wirtshausluft. Penny hatte noch ihre Freundin, die Schauspielerin Marie-Theres Kroetz-Relin, im Schlepptau. Und so füllte sich die Ecke mit allerlei Menschen, mit denen zu Beginn des Nachmittags kaum jemand gerechnet hätte.

Auch überhaupt nicht zu rechnen war mit einem kleinen Geschenk, das Ralph Siegel den Besuchern machte. Der Meister scheint in diesem Jahr wirklich auf Wolke 7 zu schweben. Nach 11 Jahren gibt es im Februar wieder eine Teilnahme am deutschen Vorentscheid und Katja, Sabine, Sylvester und noch ein paar mehr überschütteten ihn von der Bühne mit Lobeshymnen. Er scheint sich im Wirtshaus wirklich pudelwohl und vor allem anerkannt zu fühlen, ist er doch wie Kumpel Bruhn in den letzten Jahren immer da gewesen. Und mag der ein oder andere seine fortwährenden Versuche, sich in den ESC einzubringen, nicht ganz so positiv sehen, wie er selbst oder Sylvester Levay, eines kann man ihm nicht absprechen – und das ist Großzügigkeit.

Ralph Siegel

Für die Fangemeinde habe er eine Überraschung organisiert druckste er vor dem verschlossenen Vorhang herum. Was mochte es sein? Valentina Monetta (again?), Tammy Swift?, Adrian Wolf?, ein Kind aus San Marino?, Laura Pinski? Nein, es war tatsächlich der goldene Fixstern des Siegelschen Musikuniversums, seine ureigene ESC-Siegerin Nicole, die mit ultraintensiven Ovationen gefeiert wurde, ohne überhaupt einen Ton gesungen zu haben. Frau Seibert zeigte sich sichtlich erfreut.

NIcole Bye Bye
(Foto: © S.Doppler)

So klang ihr Vortrag von „Ein bisschen Frieden“ dann auch wie eine Wiedergeburt der Fischer-Chöre – jeder sang mit. Es entstand ein emotionaler Flashmob, der der Sängerin sicher genauso viel Spaß gemacht hat, wie dem höchstaktiven Publikum selbst. Weil’s so nett war, machte sie gleich weiter: der Saal sang mit Nicole eine Handvoll Hits aus ihrer Anfangszeit an und dann plauderte Nicole ein wenig über ihre Zeit in Harrogate, schilderte (sehr erhaben) ihr Verhältnis zu „Ein bisschen Frieden“ und attestierte dem Lied fast das Potential, den Weltfrieden herbeizuführen. Sie ließ sich natürlich auch nicht nehmen, den Komponisten des Songs in besonderer Weise  zu würdigen. Eine kleine Telefonkampagne für den 25.02. wurde auch noch eingeflochten. “Bitte ruft für Ralph Siegel an!” bat sie inständig.

NIcole singt
(Foto: © S.Doppler)

Und es gab ein paar eindeutige Kommentare zum ESC. Das Liveorchester und die Qualität der Kompositionen seien es, die zu ihrer Zeit das Besondere des Festivals ausgemacht hätten, heute könne man eher einen Light Award verteilen. Das mag (wie so einiges bei diesem Treffen) ein wenig gestrig klingen, aber ganz unrecht hat Nicole nicht. Scheint es heute besonders wichtig zu sein, eine gute TV-Show auf die Beine zu stellen, bei der auch über Songs abgestimmt wird, war es damals tatsächlich eher ein Song Contest, der im Fernsehen übertragen wurde.

Nicole sang dann noch ein Medley mit flotter Musik aus der Uwe-Hübner-Hitparadenzeit, wurde wie alle Gäste des Abends zum OGAE-Germany-Ehrenmitglied ernannt und war dann schon wieder weg. Für den Saal, aber auch für das Organisationsteam der Veranstaltung war das Siegelsche Geschenk eine besondere Freude, hatte man doch seit Jahren vergeblich versucht, die erste deutsche ESC-Siegerin ins Wirtshaus zu locken. Und auch sie nimmt ganz sicher eine schöne Portion Wirtshausspirit mit.

Aber es gab nicht nur den Blick in die goldenen Zeiten, sondern auch musikalische Gäste, die der jüngeren ESC-Geschichte zuzuordnen sind.

Daniel Kajmakoski beispielsweise, der beim ESC 2015 für Mazedonien im Halbfinale aufgetreten war. Er präsentierte einen kleinen Blumenstrauß aus Coverversionen wie Aviciis „Wake me up“ und John Legends „All of me“ und hatte neben seinem ESC-Beitrag „Autumn leaves“ auch noch etwas Material seines gerade entstehenden Debütalbums anzubieten. Daniel gelang es, mit diesem Programm und vor allem mit seiner Stimme und seinem gesanglichen Können, für sich einzunehmen.

Daniel Kajmakowski
(Foto: © S.Doppler)

Besonders erfreute aber die von ihm formulierte Erkenntnis, dass er hier in München erst gemerkt habe, was für ein „großes Ding“ der ESC sei und dass er sich stolz und geehrt fühle, zur ESC-Familie dazu zu gehören. Eine zukünftige weitere Teilnahme schloss der junge Mann dann im anschließend Interview mit Reinhards Co-Moderator Frank Albers, dem Kulenkampff von OGAE Germany, auch überhaupt nicht aus.

Mickey Harte äußerte sich ebenfalls zu zukünftigen ESC-Plänen, hielt sich da aber bedeckter. Direkt nach der Nicole-Überraschung auftretend, hatte er einen schweren Stand, obwohl er, wie die Sängerin damals in Harrogate, mit Gitarre auf die Bühne trat. Er sang zunächst zwei ansprechende eigene Songs, die aber von Teilen des Publikums wenig goutiert wurden, mit schönen Klampfenversionen von „What’s another year“ und „Rock’n’roll kids“ gewann er aber Teile der Menge wieder für sich und sein ESC-Beitrag aus dem Jahre 2003, „We’ve got the world tonight“ fand ebenfalls Gefallen. Mickey Harte löste mit seinem Singer-Songwriter-Stil deutlich zurückhaltendere Publikumsreaktionen aus, als Lady Grand Prix vor ihm. Das ist aber in keinem Fall ein Indiz für seine musikalischen Kompetenzen, denn Musik machen kann er.

Mickey Harte
(Foto: © S.Doppler)

Den Abschluss des Abends durfte eine weitere dreimalige ESC-Teilnehmerin bestreiten. Chiara erfreute zunächst mit ihren überaus erfolgreichen Balladen „The one that I love“ und „Angel“, die stimmgewaltig über die Rampe gebracht wurden. Anschließend streifte sie die guten alten Zeiten aber ab und stieg voll in die Electro-Disco-Welt ein. Mit einem kleinen Duracell-Hasen am Computer (es war ihr Manager!), der die Musik einspielte und sich auf seine Art dazu bewegte, gab sie eine Handvoll Uptempo-Synthie-Popstampfer zum Besten, u.a. Dolly Partons “9 to 5″ und ihren dritten ESC-Beitrag „What if we“ in einem Dance-Remix.

Aber nicht nur musikalisch, sondern auch optisch macht Chiara deutlich, dass für sie zurzeit wohl Veränderungen anstehen. Dieser Eindruck manifestierte sich vor allem an ihrer neuen Frisur: halb Rasierschnitt, halb Lockenpracht. Jedem das seine, aber der ein oder andere Fan im Saal kam bei soviel Avantgarde dann doch nicht mehr ganz mit, schließlich war man über große Teile des Tages und Abends in die weit verlässlichere Vergangenheit eingetaucht.

Chiara
(Foto: © S.Doppler)

Dennoch, Chiara ist und bleibt eine Nette und durfte dann auch beim abschließenden Chorauftritt aller Beteiligten und Verantwortlichen die Leadstimme singen. „Love shine a light“ wurde, wie auch bereits viele andere Songs des Abends, als Statement zur aktuellen gesellschaftlichen Situation umfunktioniert. Und so hatten wir dann auch noch eine Lichterkette mit Chiara als Gallionsfigur, eine Rolle, die sie perfekt ausfüllte.

Love shine a light

Und wie es sich für eine solch traditionsreiche Veranstaltung wie das Münchener Treffen gehört, gab es auch noch ein paar klassische Programmpunkte: Die Plattenbörse, u.a. mit der wunderbaren Bea de Vrind, die sich freut, wenn ihr möglichst viele ESC-Fans als Kunden die Treue halten und sich nicht nur irgendwo im Internet die ESC-Songs zusammensuchen, sondern sie stattdessen legal in ihrem Web-Shop erwerben.

Beim Cover-Contest gleich zu Beginn war das Jahr der Duos und Gruppen. Sieger wurden Dewayne und sein Partner Martin aus Berlin, die als Newcomer in München teilnahmen (aber in Berlin schon alte Karaokehasen sind) und mit dem tschechischen Song aus Wien, „Hope never dies“ gewannen. Eine flotte Gruppe um Biggi Müller schleppte die notwendigen Props auf die Bühne und kam als polnische„Slavic girls“ wirklich sehr spaßig rüber – Platz 2 war der Lohn. Und elegant wie stets gewannen die erfahrensten Teilnehmer Markus Tritremmel und Christian Deußen, diesmal als Duett, mit „I love the little things“ Bronze.

Interview mit fünf Polinnen

Karl Jakob weckte bereits nostalgische Gefühle für den letztjährigen ESC mit seinen schönen Filmimpressionen aus den zwei Wochen in Wien. Und selbst sieben der zehn Interpreten für Stockholm, die eigentlich erst ab dem 25. Februar so richtig zur Familie gehören, taten was fürs Gemüt und grüßten per Videobotschaft – eine hübsche Idee von Clubpräsident Klaus Woryna, quasi dem Klaus Wowereit der Gemeinde. Mangamädchen Jamie-Lee tat dies bereits im Regenbogenrock. Sie hat also schon etwas verstanden. Alex Diehl kam sogar persönlich vorbei und gab eine A-cappella-Kurzversion seines VE-Titels “Nur ein Lied” zum Besten.

Nach vielen, vielen Stunden mit Musik von heute und vor allem gestern, mit emotionalen und lustigen Momenten, mit umfassenden Wertschätzungen, Zuneigungsbekundungen und Danksagungen war es mal wieder geschafft und PRINZ-Blogger DJ Ohrmeister packte seinen Plattenkoffer aus. Es gelang ihm mühelos, die durch das Programm bereits elektrisierte Menge auf die Tanzfläche zu bugsieren. Man tanzte zu ESC-Klassikern und Hits und lernte auch bisher nicht so bekannte Vorentscheidungstitel kennen. An der Bar wurde fröhlich geplaudert, das Organisationsteam wechselte die Kleidung und gab sich nach getaner Arbeit sportiv.

Von unserer Seite ein ganz herzliches Dankeschön an alle Organisatoren und Helfer vor und hinter den Kulissen, insbesondere natürlich an Bio, Kuli und Wowi. Und natürlich muss auch das wie in jedem Jahr vorzügliche Serviceteam um Wirtshausgöttin Helma Erwähnung finden und ein knackiges Dankeschön einstreichen (Ist Helma eigentlich schon Ehrenmitglied?)

Schön, dass wir Treffen wie diese schon seit vielen Jahren besuchen und genießen dürfen. Und schön, dass sich der Spirit immer wieder einstellt und auf so viele übergreift, die zwischen Zwetschgenkuchen und Münchener Schnitzel kräftig in die Hände klatschen und auch mal ein Tränchen verdrücken. Und schön, dass an diesem Tag irgendwelche Homepages und Kommentarspalten, auf denen man mal schnell seine ungefilterte Meinung postet oder sich zackig die neuesten News und Gerüchte zieht, gar nicht mehr so wichtig sind.

Beim ESC wird über Freundschaft, Brüderlichkeit, über zu bauende Brücken und fallende Grenzen gesungen, im Wirtshaus zum Isartal wird all dem für ein Tag Raum gegeben. Und so ist das OGAE-Jahrestreffen mit all seinen wunderbar wattigen Momenten so etwas wie unser eigenes Thanksgivingfest. Wie gesagt, danke an alle Macher und Anwesenden und auf ein Neues in 2017!

P.S.: Ein besonderes Dankeschön an Siggi Doppler von OGAE Germany, der uns, nach krankheitsbedingtem Ausfall unseres Hoffotografen und Mitbloggers Peter ganz unbürokratisch mit einem Schwung hübscher Fotos versorgt hat. Diese Woche folgen noch ein paar weitere Fotoimpressionen!

Aktuell, ESC-News, Grand-Prix-Historie, Partys

7 Kommentare Kommentar schreiben

  1. Aufrechtgehn

    25.01.2016 | 20:56

    Und dem Artikel-Aufmacherfoto zu Folge war ja sogar Niamh Kavanagh da!

  2. Jorge

    25.01.2016 | 21:26

    Gab es auf der Veranstaltung auch brandheiße Diskussionen, wie die Gäste zum Beispiel zu den Fragen der offenen Wiedervereinigung, dem Nato-Doppelbeschluß oder dem Waldsterben stehen?

  3. Ansgar

    25.01.2016 | 22:01

    “Duracell Hase” trifft es ziemlich gut. Der “DJ” von Chiara wirkte doch schon sehr übermotiviert. Aber das absolute Highlight war natürlich der Moment als alle andächtig Ralph Siegel lauschten und er dann aus heiterem Himmel sagte “Hier ist für euch…. Nicole”, der Vorhang im selben Moment aufging und die Lautstärke von 0 auf 100 schnellte. Gibt’s davon ein Video?
    Und als man schon enttäuscht war, dass Silver Convention ohne Choreographie auftraten, aber Penny (mittlerweile auch schon 67!) für die letzten Takte doch noch zu den finalen Moves ansetzte, was die Menge zum Ausrasten brachte, hatte ich Gänsehaut. Dank euch weiß ich auch endlich, was die Choreographie bedeutet, Stichwort: Signale senden. Hätte ich auch selbst drauf kommen können.
    Nicht zu vergessen der Satz von Silvester Levay über die Reißverschluss-Panne Sekunden vorm Auftritt in London: “Wäre der nicht genäht worden, hätten wir gewonnen.”
    Es war wirklich ein großartiges Clubtreffen mit wunderbaren Rückblicken und musikalischen Highlights. Danke an alle Beteiligten.

  4. Branko

    27.01.2016 | 01:19

    Wie kann man denn mal dabei sein? Kann man einfach vorbeikommen oder kauft man Tickets vorher? Muss man sich da irgendwie vorher anmelden? Wie läuft das alles denn so ab? Kann man da auch mal mithelfen, z. B. bei Organisation usw.?

  5. Peter

    27.01.2016 | 18:54

    Hej Branko, auf der Website von OGAE Germany findest Du die richtigen Ansprechpartner für Deine Fragen. Nimm´ doch einfach einmal Kontakt auf.
    .
    http://www.ogae.de/infos/ger/team.php

  6. biobanane

    28.01.2016 | 10:36

    Das Schlagerdings ist ja nicht das meine. Habe dann mal zufällig den Bericht gelesen und finde mich da mal wieder voll bestätigt, Besonders witzig ist die Bemerkung, dass es damals nur um den Song ging, hat man dann ganz vergessen. dass selbst Siegel schon mit Tänzer aufgetreten ist und Trickkleid und Windmaschine keine Erfindungen dieses Jahrtausends sind.

  7. Mario Lackner

    29.01.2016 | 19:14

    …offenbar wurde das größte Buch, dass es je zum ESC gegeben hat, nicht präsentiert. Ich bin offensichtlich nur im Traum den halben Abend an der Theke gestanden und hab meinen Buchkoffer selbst ausgekauft ,-))

Kommentar schreiben