Großbritannien

The London Eurovision Party – der Konzertreport 2016

LEP 2016 Café de Paris London Poli Genova If Love Was A Crime

Die Serie von Preview-Konzerten fand am Sonntagabend im Londoner Café de Paris ihren Abschluss. 18 der 43 diesjährigen ESC-Acts (Im Bild: Poli aus Bulgarien) plus vier Gaststars mit ESC-Bezug ließen sich vor rund 500 enthusiasmierten ESC-Fans hymnisch feiern. Welche Erkenntnisse haben wir aus den Auftritten der London Eurovision Party gewonnen?

Der lange Anlauf von den ersten Vorentscheiden bis hin zum ESC hat sich sehr verändert, seit einigen Jahren haben für den ESC ausgewählte Künstler die Möglichkeit, nicht nur auf selbst organisierte Promotouren quer über den Kontinent zu juckeln, sondern sich auch schon im Vorfeld des ESC bei Konzerten gegenseitig kennenzulernen und sich gewissermaßen unter Live-Bedingungen einzugrooven. Riga, Moskau, Eurovision in Concert in Amsterdam, Tel Aviv und zum Abschluss London finden innerhalb von nur drei Wochen statt und zogen viele Künstler an. Manche wie Barei aus Spanien waren tatsächlich überall im Einsatz, andere wie Frans aus Schweden wählten nur einen Auftritt. Und wieder andere wie Jamie-Lee wurden überhaupt nirgends gesichtet.

Die London Eurovision Party fand in diesem Jahr zum neunten Mal statt und ist damit das älteste dieser Konzert-Events. In Amsterdam sind stets mehr Acts zu erleben, aber in London ist die Atmosphäre intimer. Das Café de Paris unweit des Leicester Square im Art-Deco-Stil, mit einer kleinen, gerade 3 mal 3 Meter großen quadratischen Bühne ermöglicht den ESC-Fans, die Stars buchstäblich anzufassen. Anders als in Amsterdam, wo sie Künstler nur ihr ESC-Lied singen (dürfen) und gelegentlich Fließband-Atmosphäre entsteht, gibt es in London etwas mehr Luft für das ein oder andere genussvolle Extra.

LEP 2016 Café de Paris London Dancefloor Lightshow

Dabei gibt es vier Varianten: 1. Ex und Hopp: die Künstler singen nur ihren ESC-Song (weil sie kein weiteres Lied haben oder schnell weg müssen); 2. Promo: die Künstler singen ihr ESC-Lied und ein weiteres aus ihrem Repertoire, meist ein den Fans völlig unbekanntes Lied aus ihrem neuen Album (wie bei Francesca Michielin oder Zoe). Oder 3. Stimmung: die Künstler singen als zweiten Song einen anderen bekannten Song, der zu ihnen passt und die Menge aufputscht (Ovidiu etwa „Highway to hell“) oder 4. Profis: Sie zelebrieren als erfahrene ESC-Fachkräfte ihren anderen ESC-Song (wie Kaliopi, Poli und Greta Salome).

Ergebnis: Meist sind alle trotz bisweilen bescheidener Bühnentechnik gut bis sehr gut bei Stimme, das Fan-Publikum geht frenetisch mit und alle freuen sich. Erkenntnisgewinn für den ESC-Auftritt in Stockholm: Zero. Denn dort gelten andere Regeln. Wer einen Saal mit 500 Fans zum Kochen bringt, kann in einer ESC-Choreographie auf dem Bildschirm der TV-Zuschauer kläglich versagen – Beispiele dafür gibt es genug, es sei nur an Soraya erinnert, die 2009 das Amsterdamer EiC im Sturm eroberte. Andersherum geht es auch: Alyosha enttäuschte 2010 in Amsterdam mit einem lustlosen Auftritt ziemlich, um dann in Oslo in einem sensationell fetzigen Bühnensetting in die TopTen zu segeln.

Man muss als ESC-Interpret also nicht unbedingt zu den Previews, sie bringen keinen einzigen Extra-Punkt auf dem ESC-Scoreboard ein. Dennoch ist ein Preview-Konzert natürlich ein schönes Event, bei der die Fans den aktuellen Cast und Ihre Live-Performer-Qualitäten unter die Lupe nehmen können und die Stars einfach eine schöne Zeit haben.

Die Show im Café de Paris begann am Sonntag bereits um 18.50 Uhr und lief unterbrochen von zwei Pausen vier Stunden lang. Zu den 18 ESC-Acts gesellten sich einige weitere ESC-Künstler vergangener Tage. Das Publikum bestand überwiegend aus britischen ESC-Fans beiderlei Geschlechts, auch Paare und Familien wurden gesichtet sowie der internationalen ESC-Fanpresse. Glücklicherweise ließen die Organisatoren keine Überfüllung zu – auf den Rängen, auf denen es spezielle VIP-Arrangements für die Logen zu kaufen gab, ging es etwas luftiger zu.

Die Moderatoren waren die gleichen wie sonst: Journalist Paddy O’Connell meinte dazu: „Wir sind wie Chubaka und Prinzessin Lea, eigentlich müssten wir tot sein, aber wir kommen jedes Jahr wieder und haben immer noch die gleiche Frisur.“ Seine derart schmeichelhaft bezeichnete Co-Moderatorin, ESC-Schlachtross Nicki French („Don’t play that song again“), machte die mangelnde Varianz bei den Frisuren durch insgesamt neun (!) Kleiderwechsel wett und recycelte dabei offensichtlich mehrere Outfits aus dem letzten Jahr – neben einigen geschmackvollen Abendroben in gedeckten Farben auch Albträume in Flieder und Mauve.

Hier nun der komplette Ablauf des Abends mit einigen persönlichen Anmerkungen:

1. Nicki French ließ es sich nicht nehmen, den Abend gleich selbst zu eröffnen. Sie hat eine sehr sympathische und muntere Jetzt-machen-wir-mal-einen-drauf-Ausstrahlung (Typ Mutti nach ein paar Likörchen) und sang wie im letzten Jahr „Ding-a-dong“.

LEP 2016 Café de Paris London Nicki French Don´t Play That Song Again

2. Von Nicki zu Nicky: Der Ire Nicky Byrne war sehr kurzfristig zum Cast gestoßen, er war erst an diesem Tag aus Dublin eingefolgen und wollte abends noch zurück, daher durfte er gleich als Anheizer ran. Als Ex-Westlife-Mitglied war er schon 1998 im Café de Paris aufgetreten. Er sang nur „Sunlight“.

Nicki nach dem Abgang von Nicky: „He’s so gorgeous… so sweet… and straight!“ Das hatten wir uns schon gedacht.

LEP 2016 Café de Paris London Nick Byrne

3. Kaliopi hatte sich als einzige entschieden, ihren Auftritt zu splitten. Daher gab es zuerst nur „Dona“ inklusive ihrer sagenhaft schwingenden Stimmbänder und eine Ankündigung, sie käme später wieder… nach 3 Songs war die Stimmung schon prima, es wurde gerufen, mitgesungen und mit Fahnen geschwenkt.

LEP 2016 Café de Paris London Kaliopi Dona für Mazedonien

4. Poli Genova kam prima an. Sie sang „Na inat“ und ihren ESC-Song „If love was a crime“. Poli hatte letztes Jahr den Junior ESC in Bulgarien moderiert und kündigte daher den ersten Special Guest an…

LEP 2016 Café de Paris London Poli Genova If Love Was A Crime

5. Destiny aus Malta hatte in Sofia nämlich gewonnen und sang mit einer für 13 Jahre unglaublich reifen und vollen Stimme ihren JESC-Siegertitel „Not my soul“ und „Crossroads“, das Whitney-Vibes durch den Saal sandte. Passenderweise ging es mit Malta gleich weiter.

LEP 2016 Café de Paris Destiny JESC 2015 Malta

6. Ira Losco ließ Destiny nicht von der Bühne und die beiden sangen a capella Iras ESC-Song aus dem Jahr 2002 „Seventh Wonder“, wie Ira betonte „in the least cheesy way“. Dann folgte Ira mit ihrem aktuellen Molly-Petterson-Hammar-ESC-Song.

LEP 2016 Café de Paris London Ira Losco MaltaLondon Eurovision Party 2016 Ira Losco

7. Special Guest Eleftheria Eleftheriou erfreute mit einem griechisch-zyprischen ESC-Medley, das sie unmittelbar nach „Euphoria“ anstimmte. Mit dabei: La la love, My secret combination, My number one, dazu reichlich Haareschwenken… und natürlich Aphrodisiac.

LEP 2016 Café de Paris London Eleftheria Eleftheriou

8. Barei aus Spanien wurde ihren anwesenden Landsleuten erwartungsgemäß lautstark begrüßt und sang neben einem mir unbekannten Song ihren ESC-Beitrag „Say yay!“

LEP 2016 Café de Paris London Barei Say Yay

9. OGAE UK Chef Alastair hielt dann eine kleine Ansprache, zu der Kaliopi nochmal auf die Bühne kam und ihren zweiten Song singen wollte. Doch Moderatorin Nicki meinte, das ginge jetzt nicht und stünde erst später auf dem Programm, jetzt wäre erstmal Pause.

Zeit, ein bis drei Colamixgetränke zu sich zu nehmen und einen der Organisatoren anzusprechen. Kabir Naidoo erzählte mir, dass maximal 750 Personen in den Club hineingehen, wenn alle Räume genutzt würden. Mit 650 Leuten sei man heute aber schon am Limit, davon wären 450 verkaufte Tickets, darunter auch ziemlich teure speziell VIP-Tickets (für 100 Pfund).

Der Rest gehöre entweder zur Organisation oder zu den zahlreichen Gästen der ESC-Stars – jeder Künstler darf 4 bis 6 Gäste mitbringen, von dieser Regel hatten die Herrschaften offensichtlich reichlich Gebrauch gemacht. Die schwache Präsenz aus den Nicht-EU-Ländern Osteuropas erklärte Kabir damit, dass es wie im letzten Jahr „Visa Issues“ gegeben hätte, drei bis vier Wochen Vorlauf würden nicht ausreichen, um ein Visum für Großbritannien zu bekommen.

10. Das zweite Set startete mit Minus One aus Zypern, die gerade so Platz fanden auf der kleinen Bühne. Neben dem ESC-Song gab es einen weiteren mir unbekannten Song ähnlicher Bauart.

LEP 2016 Café de Paris London Minus OneLEP 2016 Café de Paris London Minus One Cyprus Rock The Club

11. Eine kaum gealterte Selma aus Island (die dortigen Temperaturen konservieren offenbar prima) war die Nächste und natürlich erfreute sie die Fans mit ihren beiden Beiträgen aus 1999 und 2005 („It didn’t go to the final, but I still love the song“).

LEP 2016 Café de Paris London Selma Island Eurovision Icon

12. Auch Highway aus Montenegro (die Jungs inklusive herausragender Gitarren brauchen ziemlich Raum) hatten kaum Platz auf der Bühne, stellten sich in Quadrat-Formation auf und beschränkten sich auf ihren Beitrag „The real thing“.

LEP 2016 Café de Paris London Highway The Real Thing

Bis zu diesem Zeitpunkt war alles flott im Fluß, jeder Künstler wurde ungefähr mit einem ähnlich intensiven Applaus verabscheidet, bis dato hatte Barei wohl am meisten Zuspruch erhalten. Dann geschah etwas, was ich so trotz der Berichte der Kollegen aus Amsterdam nicht für möglich gehalten hätte:

13. Zoe aus Österreich betrat elfenhaft die Bühne und sang ihren Song. Ich stand zu diesem Zeitpunkt auf der Empore und sah neben Zoes zauberhafter Hinteransicht in die Gesichter des Publikums in den ersten Reihen – die erste Reihe bestand aus jungen Mädchen, dahiner eine Wand aus leicht untersetzten Glatzenträgern. Es war wirklich erstaunlich, beide Fantypen waren gleichermaßen HINGERISSEN und sangen mit.

Der komplette Saal wollte nicht mehr aufhören zu applaudieren und gab Zoe eine spontane Ovation. Zoe rang sichtlich berührt um Fassung und sang noch einen zweiten Song Ihres Albums, ebenfalls aus Französisch und in ähnlicher Anmutung und wieder wurde sie FRENETISCH gefeiert. Mit Abstand der größte Applaus des Abends. Offensichtlich trifft Zoe mit Ihrem Gesamtpaket einen echten Nerv und BEZAUBERT.

LEP 2016 Café de Paris London Zoë breaks into tears of joyLEP 2016 Café de Paris London Zoë Loin d´ici Austria 2016LEP 2016 Café de Paris London Zoë ist wieder der meist umjubelte Star des AbendsAuch die Moderatoren schienen sichtlich überrascht und leiteten dann einen harten Bruch ein:

14. Ovidiu Anton aus Rumänien sang erst mit Vollgas seinen Martialo-Song und dann sehr gekonnt „Highway to hell“ – auch hier gefiel das vielen, aber kein Vergleich zu der Welle, die kurz zuvor das Chanson aus Österreich entfacht hatte.

London Eurovision Party 2016 Ovidiu Anton

Danach bat Nicki French Zoe, die offenbar nach ihrem Auftritt in Tränen ausgebrochen war, für eine Reprise auf die Bühne und Zoe sang einen Teil von „Loin d’ici“ acapella nocheinmal und der ganze Saal verwandelte sich in ihren Background-Chor. Kein Zweifel, das Publikum im Café de Paris liebte die junge Österreicherin. Ein schöner Moment.

Ich blieb auf der Empore stehen und konnte von dieser Position neben den Publikumsgesichtern auch gut erkennen, in welchem Zustand die Haare der Künstler waren.

15. Nina Kraljic aus Kroatien schien frisch aschblond nachgefärbt und trug das gleiche auffällige Wald-Sumpf-Kleid wie in Amsterdam und kam stimmlich sehr sicher rüber – auf diesen Auftritt war ich besonders gespannt. Auch dieser Song hinterließ einen hervorragenden Live-Eindruck.

LEP 2016 Café de Paris London Nina Kraljic LighthouseLondon Eurovision Party 2016 Nina Kraljic

16. Michal Szpak aus Polen müsste dringend mehr Conditioner für seine Haarpracht nutzen. Er hatte Nachmittags seinen Pressetermin geschwänzt und beschränkte sich abends wie Nina auf seinen ESC-Song. Auch hier ging der Saal super mit und Michal machte zum Abschied ein Selfie.

London Eurovision Party 2016 Michal SzpakLondon Eurovision Party 2016 Michal Szpak

17. Frans aus Schweden ließ sich nicht auf den Haaransatz schauen (er trug Mütze), es gelang ihm mühelos, die Stimmung auf dem hohen Level zu halten, auch hier hingen die Mädels in Reihe an seinen Lippen.

London Eurovision Party 2016 FransLEP 2016 Café de Paris London Frans If I Were Sorry

Dann folgte die zweite 15-minütige Pause, in der ein DJ Musik machte. Paddy erinnerte nun an den verstorbenen Terry Wogan und streifte dabei auch die aktuell ausgebrochene Debatte um die biestigen Bemerkungen von Christer Björkman. Offenbar war befürchtet worden, dass Frans deswegen ausgepfiffen wird, daher hatte Paddy vor dessen Auftritt beim britischen Publikum eigens um einen besonders warmen Applaus gebeten.

LEP 2016 Café de Paris London Eye Candy Fans of Nicki French

18. Francesca Michielin aus Italien eröffnete die dritte Runde und sorgte für eine weitere Überraschung – zumindest beim Autoren dieses Beitrags. Nach ihrem melancholischen Sanremo-/ESC-Beitrag setzte sie sich an ein eigens aufgebautes Miniklavier und sang einen weiteren, noch ruhigeren, aber sensationell hochwertigen Beitrag. Der passte zwar nicht wirklich in einen Saal von aufgeputschten ESC-Fans, verleitete mich aber zur Notiz „unbedingt Album kaufen“.

LEP 2016 Café de Paris London Francesca Michielin Italy

19. Aminata war die Nächste und erzählte, wie gut es ihr im letzten Jahr hier gefallen habe. Sie zelebrierte „Love injected“ und einen ähnlich experimentellen anderen Song (ihr neues Lied) und begeisterte damit die Londoner. Als Autorin ist sie ja auch in diesem Jahr dabei.

LEP 2016 Café de Paris London Aminata Love InjectedLEP 2016 Café de Paris London Aminata live

20. Nämlich mit Justs aus Lettland, der die übliche Lederjacke trug und nach seinem von Aminata für ihn geschriebenen ESC-Beitrag ein weiteres Lied seines Albums sang. Die Stimmung war nun durchgehend auf Top-Niveau. Und sie erreichte eine neuen Siedepunkt.

LEP 2016 Café de Paris London Justs HeartbeatLEP 2016 Café de Paris London Justs Heartbeat Latvia

21. Amir aus Frankreich, der wirklich ein sehr gewinnendes Wesen hat, gab neben seinem aktuellen Beitrag auch „Golden Boy“, den letztjährigen israelischen Somng zum Besten. Nach zwei Songs wollte ihn das Publikum einfach nicht gehen lassen und so stimmte der Franzose zunächst acapella einen Ofra-Haza-artigen Klagegesang an, um dann in eine bekannte Melodie einzuschwenken.

Offenbar hatte er Poli Genova am Bühnenrand bemerkt, denn in phonetisch zweifelhaftem Bulgarisch sang er AMILUTOV oder so ähnlich… Schwupps, war Poli auf die Bühne geklettert und die beiden sangen gemeinsam Polis Refrain. Küsschen, Umarmung, ein schönes Paar… wenn man asymmetrische Frisuren mag.

LEP 2016 Café de Paris London Amir Golden Boy CoverLEP 2016 Café de Paris London Amir J´ai cherchéLEP 2016 Café de Paris London Amir gets Poli Genova on stage

22. Greta Salome war die Nächste, sie brachte eine Geige mit auf die Bühne und hatte natürlich leichtes Spiel, denn fast alle im Saal kannten „Never forget“, ihren Beitrag aus Baku. Leider hatte sie Jonsi nicht dabei, daher fragte sie, ob vielleicht jemand im Publikum seine Rolle übernehmen könnte. Jede Menge Hände reckten sich und schwupps, stand ein bärtiger Beglatzter neben ihr und verkörperte Jonsi erstaunlich professionell (offenbar ein abgesprochenes Intermezzo). Dann kam natürlich auch noch „Hear them calling“, wobei Greta die Botschaft des Songs deutlich hervorhob.

LEP 2016 Café de Paris London Greta and Guest Never Forget liveLEP 2016 Café de Paris London Greta and Guest Never Forget

23. Albanien erst so spät im Ablauf anzutreffen war etwas befremdlich, aber Eneda Tarifa, die nur ihren ESC-Song sang, profitierte davon. Als sie am Ende ebenfalls ihren Refrain nocheinmal extra a capella anstimmte, ging das Publikum mit und sie freute sich geradezu inbrünstig darüber – kein Wunder nach den ganzen schlechten Kritiken auf den Fanforen zu „Fairytale“.

LEP 2016 Café de Paris London Eneda TarifaLEP 2016 Café de Paris London Eneda Tarifa live on stage

24. Kaliopi durfte zum dritten Mal auf die Bühne und nutze das leidlich. Nicht nur ihren früheren ESC-Titel „Crno i belo“, sondern wie zu Beginn auch nochmals „Dona“ schmetterte die sympathische Mazedonierin mit Verve in den Saal. Am Nachmittag war ihr Songcheck wegen technischer Probleme noch richtig daneben gegangen. Man muss anerkennen: Sie hat live eine ganz besondere Ausstrahlung, viel Kraft und eine sehr authentische Präsenz. Und anders als bei so manch jüngeren ESC-Mitstreitern wissen wir ja aus Baku, dass sie dies alles sehr wohl auch über die Kameras transportieren kann. Sie kostete die Zuneigung des Publikum voll aus.

LEP 2016 Café de Paris London Kaliopi Mazedonien FanLEP 2016 Café de Paris London Kaliopi gibt alles

25. Der heimische Act, die beiden Welpen Jake & Joe, beschlossen die London Eurovision Party und wurden logischerweise frenetisch bejubelt. Genau wie die beiden Briten im letzten Jahr, an deren Namen ich mich leider nicht mehr erinnern kann (in meinem Gedächntnis nur als „Balu der Bär und die Frau mit dem Sprengstoffgürtel“ gespeichert)

LEP 2016 Café de Paris London Joe and Jake live

26. Natürlich fehlte dann doch noch was. Nicki French mit „Don’t play that song again“, ihrem Gute-Laune-Beitrag aus dem Jahr 2000 (ESC Platz 16 und eine Nummer 43 in den britischen Charts), gewissermaßen als Rausschmeißer, aber halt, es wurde nicht rausgeschmissen, schließlich war es erst 23 Uhr und nun folgte noch eine ESC-Disco für alle, die Montag morgen nicht so früh zur Arbeit mussten. Einige ESC-Künstler bleiben auch noch ein wenig länger und ließen sich mit den Fans fotografieren, gaben Autogramme oder tranken noch ein Gläschen oder zwei…

LEP 2016 Café de Paris London Selfie Joe and Jake mit Scott Mills von der BBCLEP 2016 Café de Paris London Dancefloor

Ein rundherum gelungener Abend – wer als Fan nicht zum ESC fahren kann oder will, keine Tickets (oder keine Akkreditierung) bekommt, dem sind die ESC-Pre-Events wirklich wärmstens ans Herz zu legen. Für sehr viel weniger Geld bekommt man hier einen kräftigen Schuss aktuelle ESC-Stimmung serviert und kann mit Gleichgesinnten feiern und das ganze in eine interessante Städtereise integrieren.

Etwas erschöpft wankten wir noch vor Mitternacht aus dem Café de Paris zum nächsten Taxistand und ließen es gut sein. Vorab am Sonntag Nachmittag während des Presse-Meet-and-Greets hatten wir die Gelegenheit genutzt, noch einige ausgewählte Interviews zu führen – mit Kaliopi, Frans und Francesca. Sie werden demnächst veröffentlicht, zuvor haben wir noch einige der Amsterdam-Interviews der Kollegen in der Pipeline. Stay tuned.

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38 Kommentare Kommentar schreiben

  1. miramax09

    19.04.2016 | 09:26

    Vielen Dank OLiver für den super Bericht; als ob man selbst dabei gewesen wäre :)

    Ach Zoe… hoffentlich schwappt diese Begeisterung auch im ersten Semi in entsprechende Votes über…

  2. Liane

    19.04.2016 | 09:30

    Zoe… <3
    Würde mir wirklich wünschen, das das in Stockholm auch so wunderbar funktioniert und wir sie auf jeden Fall im Finale und dort dann bitte bitte ganz weit oben sehen werden! (… doch leider geht mir der Ausdruck FanWank nicht aus dem Kopf, obwohl ich es soooo liebe und ich mir sooo wünsche das es gut abschneidet)

  3. melodifestivalenfan

    19.04.2016 | 09:32

    Ja, die gute ZOË. Auch in Schweden kann man das „Loin d’ici“ sehr gut leiden. Nachdem Christer Björkman den schwedischen Schlager für tot erklärt hat, was natürlich Quatsch ist, sucht man sich eben Ersatz. Und wer hat das schönste, kitschigste, liebenswürdigste, authentischte und französischsprachige Chanson in der Tasche, die Österreicher. Ist schon toll.;o)

  4. melodifestivalenfan

    19.04.2016 | 09:39

    Kleine Ergänzung. Nicht wundern wenn im Globen der Beifall losbrandet und alle mitträllern.

  5. Jorge

    19.04.2016 | 09:54

    Soso, muss auch hier wieder (mit Bloggerunterstützung) paralysiert eine Fan-Zo(n)e eingerichtet und damit vollgequatscht werden. In mir reift ein wenig schmeichelhafter Gedanke für die nächste Saison heran. …

  6. Jorge

    19.04.2016 | 09:57

    Btw: Weil es hier passt, was wurde eigentlich aus den HHer Eventplänen?

  7. Jan

    19.04.2016 | 10:21

    @ Jorge
    Welche Eventpläne?

  8. Jorge

    19.04.2016 | 10:29

    @Jan: Ich erinnere mich an Aussagen von Peter, in denen der Wegfall der EDC mit einem Herbstevent ab 2016 in Verbindung gebracht wurde. Und wann war der HGP?

  9. Jorge

    19.04.2016 | 10:30

    EDN, nicht EDC

  10. miramax09

    19.04.2016 | 10:41

    Bei diesen ganzen Abkürzungen verstehe ich nur noch Bahnhof :)

  11. Jorge

    19.04.2016 | 10:53

    @miramax09 ;-)
    Eurovision Dance Night = EDN
    blog.prinz.de/grand-prix/join-us-eurovision-dance-nite-v-am-19-april-2014-in-hamburg/
    Hanse Grand Prix = HGP
    blog.prinz.de/grand-prix/hanse-grand-prix-2015-common-linnets-gewinnen-doch-noch/

  12. nick

    19.04.2016 | 10:59

    Es freut mich so das Zoë so gut ankommt. Ich frag mich nur warum sich das nicht auf die Wettquoten oder das OGAE Voting auswirkt.

  13. biobanane

    19.04.2016 | 11:06

    @nick Weil das immer noch ein bescheidenes Liedchen ist, auch wenn man innerhalb der ESC-Blase und da ist es egal ob es Schwule oder schlageraffine Mädchen sind, es doch schon immer (zumindest in der Masse) zuckersüß mochte, und nun besinnungslos sich den ZOEismus (Zoephiliie ist nicht ganz passend) hingibt.

  14. Peter

    19.04.2016 | 11:11

    Hej Jorge, da wir Blogger alle neben unserem Bloggerdasein im wahren Leben viele andere Engagements und Verpflichtungen beruflicher und privater Natur haben, werden wir den HGP aus der ESC Saison weg in den Herbst verschieben, d.h. es gibt den HGP weiter und er findet im September oder Oktober statt. Den genauen Termin werden wir auf dem Blog rechtzeitig bekanntgeben. Und wir werden den HGP16 in der Tat mglw. an einem Weekender mit einer Neuauflage der EDN koppeln, so dass es für Fans von weiter weg mehrere ESC Anlässe gibt, in die HH zu kommen.
    .
    @OLi, die LEP Reportage ist wirklich fantastisch geschrieben. Ich war im Café de Paris so konzentriert mit dem Fotographieren, mit der Vorbereitung unserer ESC Charity Aktion 2016 und dem regelmäßigen Twittern parallel, dass Du für mich die Stimmung noch einmal prima zurückgeholt hast. Und Du lässt meine Fotos richtig strahlen, die wirken viel besser durch Deine Text-Bild-Verschränkungen. Es ist vielleicht etwas überzogen, wenn ein Blogger den anderen hochjubelt, aber – ganz spontan – der Bericht ist klasse, zumal ich aus dem System erkenne, dass Du die halbe Nacht dafür geackert hast.
    .
    @alle: Wir haben bei den Press Meetings im Ruby Blue am Leicester Square bei strahlender Londoner Sonne auch noch eine Menge großartiger Fotos geschossen, die Besten davon werden wir in einem Backstage Report im Laufe der Woche publizieren.

  15. Jorge

    19.04.2016 | 11:21

    Danke für die Info @Peter. Nebenbei möchte ich noch beim Stichwort Fotos anbringen, dass die von Justs beim EIC sehr gewinnend waren. :-)

  16. Frank

    19.04.2016 | 12:04

    Also im OGAE Voting ist Zoë derzeit auf Platz 10 – was für österreichische (Beliebtheits-) Verhältnisse sehr gut ist. Die Clubs aus Deutschland und Frankreich kommen auch noch, somit sollten Top 10 abgesichert sein..

  17. Eugen

    19.04.2016 | 16:26

    Hallo zusammen, für alle die von den prinzBlogger Songchecks noch nicht genug haben: Gleich ab sechs Uhr gibt es bei eurovision.de die 2. von insgesamt 4. Songchecksendungen. Geht insgesamt gut 1:30 std. und ist echt empfehlenswert. (Nur für die die das noch nicht gehört haben) gibt ein livestream und dann kann man die Checks mitverfolgen. Gleich sind dort die 2. hälfte des 1. Semifinals dran (also u.a Island und Malta) und aus den ,Big five‘ auch 2 Länder.

  18. melodifestivalenfan

    19.04.2016 | 17:06

    ZOË in London

    https://youtu.be/2RwpTb7AMuI
    Es ist sehr berührend, wie ZOË mit dem Beifall umgeht.

  19. JS22like

    19.04.2016 | 17:13

    Ich guck’s mir auch an. Aber die Experten dort sind alles andere als objektiv und sehr vom eigenen Geschmack beeinflusst. Dort haben zwei Meinungen genauso viel Gewicht wie die ganze Community mit Zigtausenden Stimmen. Und dann wird’s zusammengezählt. Sehr „realitätsnah“. :( Insofern muss es auch noch nichts heißen, dass Jamie-Lee beim Finnlandschwedischen TV letzte wurde. Alles relativ. Die Niederlande (The Common Linnets) waren Mitte April 2014 noch ca. auf Platz 20 bei den Wetten. Die Live-Performance zählt!

  20. JS22like

    19.04.2016 | 17:17

    Und da hier wieder die Zoemanie ausgebrochen ist ;) Auch sie wird in den Wetten noch steigen, wenn sie das Finale erreicht.

  21. melodifestivalenfan

    19.04.2016 | 17:24

    Wer braucht denn den Feddersen -Songcheck?

  22. Eugen

    19.04.2016 | 17:24

    @JS22Like da hast du absolut recht. Bei manchen Ländern Können die Vorhersagen ordentlich daneben gehen, wie letztes Jahr eben das Beispiel Niederlande zeigt. Und auch Deutschlands letzter platz im Finnlandschwedischen TV heißt überhaupt nichts, zumal der 43. platz sowieso völliger Schwachsinn ist!!! Das war ein Griff ins Klo von denen. Am wichtigsten sind die 3 Minuten am Finalabend, denn da gilt es Europa und die Welt zu überzeugen. Und Überraschungen gibt es jedes Jahr, auch dieses Jahr werden wieder Songs dort landen, wo sie nicht einsortiert worden sind ( das kann dann sowohl nach unten als auch nach oben gehen)!! Dennoch schaue ich mir die Songchecks an um mir noch mehr Meinungen von anderen zu den Songs zu holen.

  23. NoName

    19.04.2016 | 17:38

    Irgendwie wird man durch die ganzen Artikel doch etwas angesteckt, mal hier und da etwas anzuhören/-sehen.
    Ich beschränke mich da aus geringem Interesse für den ESC und möchte im Mai noch einen Überraschungseffekt haben. Man will ja auch nicht wissen, was man zum Geburtstag geschenkt bekommt ;)
    Herausgepickt habe ich mir: Frans, Zoe, Ovidiu Anton und Minus One

    Absolut geil fand ich den Veranstaltungsort: Klassische kleine Bühne ohne Pyros, Licht- und Spezialeffekte und Tänzer! Hier muss der Song alleine wirken und der Artist muss seinen Song gut präsentieren können! Wer kann das Feeling, die Leidenschaft seines Liedes am besten auf das Publikum übertragen!

    Zoe hat schon so einen leichten Ohrwurm produziert und die Akustikgittarren gefallen mir aus musikalischer Sicht – bringt so einen französischen Flair in den Song. Das Problem bei mir: Französisch! Ich mag diese Sprache nicht …
    Frans war schon etwas aufgeregt oder? Bisschen gepatzt hier und da :)
    Mit dem HipHop-Touch kann ich mich nicht anfreunden und gefühlt besteht der Song aus 1000-„Sorrys“. Aber irgendwie passt der Song zu dem Teenager wie die Faust aufs Auge!
    Zu Ovidiu schrieb ich im anderen Blogbeitrag: Geiler Piano Anfang, danach wird etwas eintönig und hier und da hätte ich mir mehr tiefe in der Stimme gewünscht.
    Minus One ist von den 4 Interpreten mein Favorit. Zwar denkt man sich bei Francois (3 Tage Bart, Halbglatze, Tattoos): Jetzt gibt es Hard-Rock … aber raus kommt eine Synthesizer Pop-Rock Nummer. Absoluter Ohrwurm mit „Take it on“ und hat nette auf und abs: nach einem leicht rockigen Anfang reduziert man sich auf Bass-Drums und synt. Beat zum Gesang und steigert sich durch Einsatz von E-Gitarre. Zum Ende wirds mal kurz ruhig inkl. Wolfsgeheule und E-Gitarren Solo. Gesang passt, NUR der verdammte elektro Beat stört mich. Guter Tanzsong!

    Auffällt, dass alle Spaß an ihrer Musik haben und mit entsprechender Leidenschaft dabei sind.
    Schade ist, dass Jamie nicht dabei ist. Nein, nicht um Promotion zu machen! Sondern ich würde gerne sehen wie sie ohne „Tim Burton Staging“ ihren Song rüber bringt.
    Hätte sie auf der kl. Bühne vor normalen musikbegeisterten Menschen das Feeling für ihren Song gefunden, mit dem Publikum agieren können?

  24. roxy

    19.04.2016 | 18:32

    Zoe spricht die ganze Palette an, nicht nur ESC Hardcore-Fans. Das ist ihre Stärke. Trotzdem wird es schwierig werden, das Finale zu erreichen. Wenn sie es im SEMI schafft, dann wird das wohl ein Zeichen dafür sein, dass sie sehr gut ankommt. Zoe sehe ich nur entweder ganz unten oder ganz oben.

  25. miramax09

    19.04.2016 | 19:40

    Ha. Platz 1 im Soundcheck für Zoe sowohl bei Jury als auch bei den Usern. Damit liegt sie direkt hinter Jame Lee. Freut mich :)

  26. Bango

    19.04.2016 | 22:53

    Ich gehe jetzt mal bewusst nicht auf Zoe ein, die bekommt eh schon viel zu viel Aufmerksamkeit – Die Österreicher heben sonst noch völlig ab :P
    Wer mich wirklich umhaut ist Amir. Was ist das für ein sympatischer natürlicher und bodenständiger Typ? Man hat einfach das Gefühl, dass er so richtig in der ESC-Welt aufgeht und das er wirklich Spaß daran hat andere Künstler kennen zu lernen. Dazu sein wirklich erfrischender und eingängiger gute-Laune-Song – Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber ich sehe da einen „Lena-Effekt“. Sein Charisma wertet den ohnehin schon guten Song noch um 100% auf. Mir gefällt auch seine Haltung zum ESC sehr – Er weiß um Frankreichs schlechte Bilanz der letzten Jahre und geht da dennoch ganz befreit ran und genau das unterscheidet ihn von Lazarev, der wirkt meistens ziemlich verbissen und fast schon „robotermäßig“ , vermutlich weil er genau weiß, dass etwas anderes als der Sieg für sein Land dieses Jahr belanglos ist.
    Das Ganze spiegelt sich auch gut in den Quoten wieder – Amir gewinnt an Momentum und wird Sergej vermutlich in den nächsten Tagen überholen. Ich gönne es Frankreich von Ganzem Herzen – Es wird mal wieder Zeit :)

  27. NoName

    20.04.2016 | 03:07

    So, habe mir eben mal den 1 & 2. Songcheck von eurovsion.de angetan. Ja angetan, ich musste mich da durchkämpfen.
    Auffällig bei den Songschecks ist, dass man oft zuerst den Sympathie- und Niedlichkeitsfaktor des Interpreten/in beziffert. Ich dacht immer: Es geht um Musik und nicht wie bei Teenies, die schwärmen wie sexy ihr Idol ist.

    Von dem was ich gehört habe, beigeistert mich kein Song. Alles ist „nett“, aber nichts geht durch Mark und Bein.
    Das ganze Show- und Spezieleffektzeug drum herum, interessiert mich weniger. Ein gutes Lied lebt durch sich selbst – wie es bei klassischer/instrumentaler Musik der Fall ist – und nicht durch optische Ablenkung.

    Da ich Musik anders auswähle, zieht bei mir wohl auch einfach das Prinzip ESC nicht. Hier geht es mehr um Entertainment und Show und gefühlt weniger um musikalische Elemente.

    Finde es ebenso sehr langweilig, dass so viele Castingstars/Newcomer mitmachen. Will man andere Songs eines Interpreten hören, findet man meist gar nichts. Da ist der ESC Song deren erstes „eigenes“ Lied bzw. man kann sich die Coverversionen aus der Teilnahem der Castingshow ansehen. Wie soll man da von jemand Fan werden … ich will was in der Hand haben und keine Digitale-Eintagsfliege.

    So, ich gehe jetzt Schäfchen zählen – Gute Nacht

  28. biobanane

    20.04.2016 | 08:40

    @NoName Leider lassen sie nicht nur die Profis – nämlich die Musikredakteure – ran, sondern eben jeden der im Team ist. Die ersten beiden Checks kann man vergessen, nun kommen aber die Profis.
    Am Besten fand ich Madame Juno, die für Schweden stimmen würde und gleichzeitig sagt, dass es natürlich geklaut ist. Nicht wirklich eine Empfehlung für die Jury.
    @Bango Wäre doch mal ein schöner Kampf zwischen dem durchproduzierten (russischen) Lied mit wahrscheinlich optisch glanzvollen Präsentation und dem lockeren Typen, der einfach sein Lied singt. Hoffentlich macht der fanzösische Sender nichts falsch und kommt mit Tänzern oä.. Hat damals bei Lena auch gut funktioniert, die ja in den Quoten hinter Safura lag.

  29. JS22like

    20.04.2016 | 09:09

    @miramax09
    Nein, Zoe liegt nicht direkt hinter Jamie-Lee beim Songcheck auf eurovision.de – sie führt das Feld bisher an, ist also ERSTE! Jamie ist sogar auf Platz 5 gerutscht derzeit, wenn ich das richtig gesehen habe (nach zwei Songchecks von vieren – könnte also noch weiter bergab gehen). Da spielt ein großes Stück Patriotismus mit rein. Wir alle ahnen, dass es Jamie-Lee hart treffen könnte. Einer jedoch ist scheinbar immer noch überzeugt von einem Erfolg: Dr. Irving Wolther sieht sie in den Top 10, wie er gestern mitteilte. Ich glaube daran aber mittlerweile nicht mehr. Sie zeigt einfach zu wenig Emotionen und konzentriert sich wohl wirklich zu sehr darauf, jeden Ton exakt zu treffen, wie jemand auf eurovision.de in den Kommentaren schrieb. Und da genau liegt das Problem. Es kommt nicht darauf an perfekt zu singen, sondern die Leute in irgendeiner Form zu fesseln und emotional zu berühren (so wie Lena damals). Und das schafft Zoe halt locker. Ich freu mich für Österreich. Nach Conchita finde ich den diesjährigen Beitrag mal wieder super! Bei unserer Jamie-Lee fehlt mir da was. Ich drück ihr aber sehr die Daumen, dass es am Ende ein passables Ergebnis wird, sprich Platz 12-15.

  30. miramax09

    20.04.2016 | 09:11

    Hallo biobanane, ich muss dir da ein bisschen widersprechen. Die Jury beim Songcheck muss nicht ausschließlich Expertise in der Musikbranche aufweisen, sondern vor allem Expertise mit dem Songconest. Und da ist Dr. Irving Wolther ja wohl sehr prädestiniert dafür, welcher ja sogar seine Promotion mit einer Doktorarbeit über den ESC erlangt hat. Juno Madleine war ja selbst schon in der ESC Jury 2014, daher wird sie vermutlich auch den Platz im Songcheck bekommen haben. Ich fand merkwürdig, dass sie (zumindest ist mir das so vorgekommen) bei den Fragen zur Jury relative rumgedruckst hat (Bewertungskriterien, Ablauf, etc…). Vermutlich gibt es da eine Art NDA (Verschwiegenheitsklausel) oder ähnliches. Mit dem Ergebnis war ich als Zoe-Fan natürlich sehr zufrieden, da Zoe auf dem ersten Platz liegt, noch vor Jamie-Lee. Ansonsten ist es natürlich eine subjektive Wahrnehmung, aber so ist es bei der Musik und dem Songcontest eben immer.

  31. miramax09

    20.04.2016 | 09:23

    @JS22like: vielen Dank für die Aufklärung :) hab es gestern noch „geschnallt“ (so wie es in Österreich gesagt wird) und mich sehr gefreut darüber. Normalerweise wird ja der „Heimatbeitrag“ mit den meisten Punkten beehrt.

  32. JS22like

    20.04.2016 | 09:26

    @biobanane
    Ja, das fand ich gestern auch zum Schreien, dass Madame Juno Schweden als Favoriten hat und trotzdem die Ähnlichkeit zu Catch & Release ansprach. Sie summte die Passage ja sogar vor. Aus dem Grund habe ich Schweden nur 1 Punkt gegeben, weil es mich so richtig ankotzt, dass man schon wieder klaut. Ansich ist der Song ganz chillig. Aber da kommt bei mir der Gerechtigkeitssinn durch. Sie hatte Conchita auf dem 13. Platz gesetzt und erzählte irgendwas von 6. oder 7. Platz. Die gesamte Jury hatte Conchita so weit hinten. Und von wegen sie mussten ihre Punkte nach den Proben oder so abgeben und speziell sie (also die Juno) hatte das nicht mitgekriegt wie Conchita letztendlich ankam. Wozu gibts das Jury-Finale, wo genau die Auftritte so ablaufen wie im Finale?! Madame Juno ist bei mir unten durch und ein Beispiel dafür welche Leute man nicht in eine Jury setzen sollte. Außerdem trat sie damals selbst im NF an und vergeigte. Keine guten Voraussetzungen, um in einer Jury mitzuwirken.
    Und noch zum „Kampf“ zwischen Russland und Frankreich. Auch ich würde es begrüßen, wenn Frankreich gewinnt. Dauert sicher nicht mehr lange, bis er Russland in den Wetten überholt (Schweden sinkt übrigens langsam – endlich!). Amir ist locker, authentisch und hat einfach einen guten Song. Russland will zu viel und versucht Mans mit einer ähnlichen, aber noch pompöseren Präsentation zu überbieten.

  33. Patrick Schneider

    20.04.2016 | 09:54

    Madeline Juno ist sowieso ein hoffnungsloser Fall, zum einen weil sie sich (so ihre Aussage gestern) lieber auf ihr Gefühl verlassen hat anstatt wie ihr alle geraten haben mit dem bekannteren (und wie ich finde besseren) Song zuerst anzutreten.
    .
    Besser als MJ ist allerdings Sido, der Georgien damals auf Platz 1 und Conchita auf dem letzten Platz hatte. Hat sich ja im Gesamtergebenis nicht so ergeben…

  34. Jorge

    20.04.2016 | 10:35

    Ist ja ein absolut legitimer Standpunkt, MJs Meinung zu „If I were sorry“ wg. Songwriting-Plag zu hinterfragen. Sie hat aber für ihre Meinung ebenso relevante Gründe angeführt und im übrigen auch ihren damaligen VE-Auftritt selbst ehrlich beurteilt. Die meisten Einstufungen von „Doc Irving“ sind absolut fundiert (auch wenn ich ihm bei Fan-Zoe absolut nicht folgen kann und er etwas ZU gute Laune hatte), seine Artikel auf eurovision.de sind für mich ein Bonus. Beim Lesen mancher Kommentare hier zu den Songcheckern ist man schnell mal peinlich berührt!

  35. biobanane

    20.04.2016 | 17:54

    @Jorge wäre eben schön, wenn er wirklich seine Entscheidung nach dem Musikwissen gefällt hätte. Aber leider hat auch er nach seinem Bauchgefühl geurteilt, bei Zoe war es ja besonders schlimm, weil er deutlich der allgemeinen Zoe-Verliebtheit anheim gefallen ist.

  36. NoName

    20.04.2016 | 22:31

    @biobanane
    Die Songchecks sind irgendwie nur Stammtischgesäusel.
    Ich hätte mir mehr Objektivität und Fachwissen (Takte, Inhalte Songtexte, muskalische Elemente, Arrangements) gewünscht. Interessiert vermutlich viele aber nicht und ist auch zu langweilig.

    Bezüglich der Plagiate gibt es m.M.n. viele unterschiedliche Sichtweisen.
    Der Zufallszuhörer sagt entweder „geil“ oder „geht gar nicht“, je nachdem wie ihm das Plagiat bzw. Original mundet.
    Ein andere Ansatz ist die reine Vermarktung: an alte Erfolge anknüpfen und auf Wiedererkennungswert setzten. Möglichkeit 3 ganz einfach: Der Songwriter/Komonist ist einfach ein Fan von dem Original (Song/Artist) und hat sich davon beeinflussen lassen. Das fiel bei Avantasia auf: Tobi ist großer Meat Loaf Fan
    Solange alles innerhalb der ESC-Regeln ist, stören mich Kopien nicht. Gut, bin allerdings selber ein Fan von solchen Songs!
    _
    @JS22like
    Mit dem Kommentar von eurovision.de zu Jamies fehlendem emotionalen Einsatz gehe ich voll mit. An sich sollte die Stimmung/Aussage eines Liedes durch Musik und Gesang grundlegend geprägt werden. Live möchte man dann dieses Gefühl durch den Interpreten bestätigt haben. Was mir bei Jamie live auch fehlt, ist die generelle Freude an der Musik – am Singen, dass was einen Musiker aus macht: das kreative ausleben.
    Für mich steckt hinter Jamie eine Vermarktungsstrategie, die völlig in die Hose geht. Man setzt auf Kindchenschema durch übertrieben süßes Outfit … das Staging spricht Tim Burton Fans an (Alice im Wunderland 2 läuft doch demnächst im Kino). Hinzu ein Song mit dem sie inhaltlich eigentlich gar nichts anfangen kann, da fehlen ihr die Erfahrungen (eigene Aussage).
    Bei anderen Acts steht da sicherlich auch eine gute Marketing-Strategie dahinter – nur passt das im Gesamtbild:
    Bei Schweden haben wir einen süßen Milchbubi, der über Liebe „rappt“ mit einem gefühlt leicht amerikanischen Akzent und Mimik passt ebenso. Frans kauft man seine Message ab!
    .
    Es kann auch sein, dass ich mit meiner Meinung komplett daneben liege und Jamie einfach live zu aufgeregt oder schüchtern ist… aber warum schickt man sie dann auf so eine große Bühne?

  37. bella cool

    22.04.2016 | 09:39

    Ich denke dass Frans kann die eurovision gewinnen.Es ist schwierig aber er kann.Was glauben sie?

  38. bella cool

    22.04.2016 | 09:40

    Frans hat Erfolg im Spotify und itunes.

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