Ticket-Chaos in Kiew: Nichts Genaues weiß man nicht

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Tausende von Fans wissen nicht, ob die von ihnen gekauften Tickets gültig sind, hunderte von Fanclub-Mitgliedern hoffen und bangen, dass die Fanclubs nun doch ein Ticketkontigent erhalten. Derweil schweigen die Verantwortlichen in Genf und Kiew zu der Frage, wer denn jetzt den Job des 21-köpfigen Orgateams macht, welches in dieser Woche hingeschmissen hat.

Celebrate? Definitely later. So richtig rund läuft´s nicht. Nach dem hektischen Rücktritt maßgeblicher Instanzen des Produktions- und Orgateams beim verantwortlichen Sender UA:PBS kam der kurz darauf angekündigte Vorverkaufsstart der ESC Community fast so vor, als wolle man die Hiobsbotschaften mit einem Aufbruchssignal klein machen.

Das ist aber nur mittelmäßig gelungen, denn der Vorverkaufsstart lief alles andere als rund. Signifikante Probleme gibt es (zumindest in Westeuropa)  mit dem beauftragten Zahlungsabwicklungs-Dienstleister Wayforpay. Während sich der Bestellvorgang nach Überwindung der Warteschlange als sehr simpel und gleichzeitig komfortabel gestaltete und der Besteller kurz nach Abschluß der Bestellung bereits pdfs der gewählten Tickets erhielt, machte sich bei Kreditkartenzahlung mit Mastercard oder Visa (einzige internationale Option) ein bis zwei Stunden nach vermeintlich erfolgreicher Bestellung Ernüchterung breit.

Denn (hochgerechnet) hunderte von Fans bekamen eine „Notice of unsuccessful payment„, aus der hervorgeht, dass ihre Zahlung storniert wurde. Die (für ein bis zwei Stunden) Glücklichen sind nun in Sorge, ob die übersandten elektronischen Tickets nun Gültigkeit haben oder nicht? Wir wissen logischerweise nicht, wie viele internationale Kreditkartenbesteller davon betroffen sind,  darüber gibt Wayforpay keine Auskünfte. In den Fanforen kann man Dutzende von Fällen nachlesen, so dass hier mutmaßlich ein systematisches Problem vorliegt, das alle internationalen Bestellungen mit Kreditkarte betrifft. (Auch alle PRINZ Blogger, die elektronische Ticket zugeschickt bekommen haben, haben die o.g. Unsuccessful-Email erhalten.) Auch Karten, die vorher explizit (auch) für die Ukraine zugelassen/freigeschaltet sind, sind betroffen.

Es gibt viele weitere technische Klagen, aber die hier geschilderte Problematik scheint die grundsätzlichste zu sein. Die Besteller, die sich an Wayforpay wenden, werden nun angefragt, ob sie einer erneuten Abbuchung zustimmen. Wayforpay kommuniziert dabei eher spärlich und spröde und nicht sonderlich vertrauenserweckend ohne namentliche Nennung des Email-Absenders, ohne Signatur und ohne Erläuterungen. Ende offen.

ESC 2017 Warteschleife concert.ua

Insgesamt 12.000 Besteller haben sich laut The Eurovision Times um Tickets bemüht, maximal vier Tickets pro Besteller waren zugelassen. Bereits zum Vorverkaufsstart waren über 5.000 Besteller in der Warteschleife, die ersten 1.500 Besteller kamen zum Zuge, weil anders als avisiert nicht alle der insgesamt 70.000 Tickets in den Verkauf kamen. Bestellt werden konnten eine Stunde lang nur Finaltickets, etwa eine Stunde später auch das Dress Rehearsal am Nachmittag. Die unangekündigte Filetierung der Ticketkontingente dürfte dazu dienen, die technischen Systeme zu entlasten. Erst heute gehen weitere Tranchen in den Vorverkauf und die pdf-Ticketinhaber befürchten nun, dass ihre (bislang unberechneten) Plätze ein weiteres Mal verschachert werden. Finaltickets koste(te)n zwischen 50 und 500 Euro, auf dem Graumarkt wird jetzt schon etwa das Fünffache verlangt.

In den sozialen Netzwerken macht sich ob dieser Erfahrungen ein gewisser Zynismus breit:

ESC 2017 Celebrate Incompetence

Bessere Neuigkeiten gibt es von den Fanclubs. Nach einem Verhandlungsmarathon am Valentinistag haben die OGAE Länderpräsidenten ihren Mitgliedern am frühen Abend weniger als zwei Stunden vor Vorverkaufsbeginn mitgeteilt, dass es nun doch die ursprünglich gecancelten Fan(club)tickets geben soll, dass sei der OGAE vom Veranstalter mündlich zugesichert worden. Eine schriftliche Bestätigung stehe aber noch aus. Es handelt sich um 1.000 Tickets in der „Front standing zone“ und 850 Sitzplätze im Block B. Tatsächlich waren diese Bereiche im Sitzplan, der den Online-Bestellern angezeigt wurde, geblockt und nicht buchbar.

ESC KIew HallenplanDiese 1,850 Tickets sind nicht ausreichend, um alle Bestellungen, die OGAE International insgesamt vorliegen, zu bedienen. Erstmals soll es auch keine Ticketpackages geben sondern nur Einzeltickets, womit sich der Veranstalter keinen Gefallen tut, denn das ist eine Einladung zum Cherrypicking (und macht die Organisation für die nationalen Fanclubs megakomplex).

Details zur Abwicklung der Fanclubtickets gibt es noch nicht. Die EBU habe „diesen Last-Minute-Deal abgesegnet“ schreibt uns Klaus Woryna von OGAE Germany, der auch im internationalen Präsidium einen Sitz hat. Bewegung gibt es bei der EBU auch hinsichtlich der Fanakkreditierungen, die es nun doch geben soll: „There will bei F accreditatiions passes and we are currently working with PBC to explore how many fan packages will be available“, schreibt Alex Walker von der EBU auf unsere Nachfrage hin an den PRINZ ESC Blog.

Während sich die EBU zu den Vor-Ort-Personalfragen in Kiew bislang noch ausschweigt, kommt auch das Thema „Playlist im Euroclub“ wieder auf die Agenda, nachdem Fans auf Eurovision.tv und auf den offiziellen Seiten der nationalen Sender wie Eurovision.de angekündigt haben, ihre geplante Reise nach Kiew zu stornieren. Das Thema sei nicht ausdiskutiert, schreibt uns Alex Walker. „We assure that the Euroclub will very much be related to Eurovision and all its contestants.“ Was immer das heisst.

Fazit: Keep calm and celebrate patience.

ESC 2017 Ommm....

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9 Kommentare Kommentar schreiben

  1. cars10

    15.02.2017 | 18:10

    Abschreiben, einfach abschreiben...

    … und es sich auf der Couch gemütlich machen. Einfach so. Ohne Stress, ohne Kreditkarte, ohne Papierticket. Party bei mir zuhause :-)

  2. Manboy

    15.02.2017 | 18:22

    @cars10
    Das ist wohl eine Einladung für uns Alle?;))

  3. Ansgar

    15.02.2017 | 18:47

    Habe eine Antwort von wayforpay bekommen:

    „Previously you bought Eurovision’s tickets, and your payment was refunded because of technical issues with concert.ua. If you don’t need that tickets – please confirm it with response to that email, in other case concert.ua will charge amount which were refunded previously, because bought tickets are valid.

    If you want to cancel ordered tickets, please send us number of your order.

    After your email we will cancel your tickets..

    Please, send us confirmation as soon as possible.
    If you haven’t received e-tickets, please, write it in email.“

    Bin mir nur unsicher, ob ich darauf nun reagieren soll? Ich habe das Gefühl, die werten jede Antwort als „ja, bitte cancel meine Tickets“.

  4. Ben

    15.02.2017 | 20:41

    Bei mir ist der Stand, dass ich gestern Abend nach etwa 2 h an 6 Tickets (auf einmal) für FDR rangekommen bin (GF war auch nicht möglich nach ner Stunde des Wartens mit 2831 Leuten vor einem). Dazu kamen heute Nachmittag (was schon etwas einfacher ging, aber auch erst beim zweiten Versuch gegen 16 Uhr) nochmal insgesamt 6 Tickets (aufgeteilt auf SF1 und JF). Bei mir kam glücklicherweise keine unsuccessful-Mail an nach Erhalt der Tickets (obwohl die Tickets heute auch erst knapp 50 Minuten nach Erhalt der successful-payment-mail kamen). Auf der anderen Seite seh ich auch noch keinerlei Kontobewegung. Hoffe trotzdem mal, dass das geklappt hat und das nicht alle internationalen Verkäufe in irgendeiner Form betroffen sind…

  5. KerJoe

    15.02.2017 | 22:29

    Kann mir jemand erklären, warum man aktuell Karten für die 22:00 Uhr-Live-Show 1st Semi-Final über condert.ua. zu 41,49 EUR auswählen kann ? Ich dachte, die wären für die Fan-Clubs reserviert ?!?!?!?!?!?!?!?
    Und jetzt? Auf OGAE warten oder ordern?

  6. KerJoe

    15.02.2017 | 22:55

    Ergänzung: Sind Stehplatztickets in der Fan Zone !
    Ich check das nicht…

  7. DerMoment1608

    16.02.2017 | 07:05

    @KerJoe „Fanzone“ ist laut ESCKAZ der übliche Begriff für Stehtickets in Ex-UDSSR Staaten, das hat also nichts mit den OGAE-Fan-Tickets zu tun. Wenn alles wie geplant läuft ist ein Teil dieser Fantickets für OGAE blockiert, der Rest normal im Verkauf.

  8. JJ

    16.02.2017 | 17:08

    @Ansgar
    Ja nichts machen. Das E-Mail mit der Bestätigung kommt! (Oder du hast es bereits bekommen.) Selbstverständlich in Ukrainisch… Kann ja jeder lesen ;-)

    Jetzt bin ich mal gespannt wie der Verkauf weitergeht…

  9. Peter

    25.02.2017 | 22:16

    Neue Info von ECG und OGAE Germany: Es werden über die internationalen Fanclubs nun doch ausschließlich Ticketpakete angeboten wie in den Vorjahren auch. Zu Preisen und zur Abwicklung gibt es weiterhin keine Details, es sei aber täglich mit Neuigkeiten zu rechnen.

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