Schweiz

Timebelle im PrinzBlog-Interview: „Wir leben das ESC-Motto Celebrate Diversity“

Timebelle treten mit „Apollo“ im 2. Halbfinale am 11. Mai 2017 in Kiew an. An einem außergewöhnlichen Ort trafen sich Miruna, Emanuel und Samuel mit PrinzBlogger Marc zum Interview: beim Bäume pflanzen im Eurovision Forest in Israel.

PrinzBlog: Hallo Timebelle. Ihr singt von „Apollo“. In der griechischen und römischen Mythologie ist dies der Gott der Künste, der Musik und des Gesangs. Welche Botschaft hat euer Song?

Miruna: Der Song kommt von ganz tief in uns. Es geht darum seinen Träumen zu folgen, völlig unabhängig davon, ob es dabei um die Liebe zu einer Frau oder einem Mann geht, ob es um die Karriere geht oder einen Ort oder Land der Sehnsucht oder vielleicht um die Kunst oder Musik.

Welchen Träumen möchtet ihr folgen?

Miruna: Mein größter Wunsch ist Moment tatsächlich, dass wir mit unserer Botschaft die Herzen der ESC Fans erreichen. Wenn ich im Chorus „I follow you Apollo“ singe, dann bedeutet mir das unheimlich viel, denn es erinnert mich daran, dass ich mich entschieden habe meinen Traum „Musik machen“ zu folgen und darauf bin ich stolz.

Emanuel: Ich kann Miruna nur zustimmen. Berufsmusiker zu sein ist auch mein großer Traum. Ein Jugendtraum von mir war außerdem in New York zu studieren und das habe ich dann auch gemacht. Ich bin dann aber in die Schweiz zurück gekehrt und fühle mich jetzt hier richtig wohl.

Samuel: Ich habe immer gesagt bekommen „Mach‘ etwas G’scheites, dann hast Du ein sicheres Einkommen“, aber es macht doch viel mehr Spaß verrückt sein und seinem Herzen zu folgen. Es gab einige Menschen, die nicht an unsere Musik geglaubt haben und jetzt stehen wir hier und freuen uns auf Kiew. Emanuel treibt uns immer wieder an, dass wir unsere Ziele sehr hoch setzen sollen. Wenn wir dann die Hälfte erreichen, können wir immer noch sehr stolz auf uns sein.

Timebelle auf dem Roten Teppich in Israel: Emanuel, Miruna und Samuel (v.l.n.r.)

Das diesjährige ESC Motte lautet „Celebrate Diversity“. Was bedeutet euch das Motto?

Miruna: Samuel stammt aus Göppingen bei Stuttgart. Emanuel ist in Rumänien geboren. Beide leben nun in der Schweiz. Ich stamme ebenfalls aus Rumänien und unsere Produzenten sind halb Schweizer, halb Schweden. Wir als Band leben Diversity.

Apropos Diversity: Habt ihr selbst schon Mal Diskriminierung erlebt?

Miruna: Ja, ich hatte leider schon traurige Erlebnisse. Ich habe im Ausland einen Shop betreten und wurde gefragt, woher ich denn komme. Nachdem ich gesagt hatte, dass ich Rumänin bin, habe ich gespürt, wie ich beobachtet werde. Die Shop-Besitzer hatten vermutlich Angst, dass ich etwas stehle. Das war kein schönes Gefühl.

Wie motivierst Du Dich nach solchen frustrierenden Erlebnissen?

Miruna und Emanuel: Leider bekommen die Menschen mancher Länder einen Stempel aufgedrückt, aber es sind nicht alle Menschen gleich. Auch in Rumänien nicht. Dort gibt es, wie in vielen anderen Ländern, gute und auch nicht so gute Menschen, aber man darf niemals alle in einen Topf werfen und sollte jedem eine faire Chance geben.

YouTube Preview ImageSchweiz: Timebelle – Apollo
> zum Liveblog Schweiz, zum Songcheck aus dem Vorentscheid

Wo habt ihr euer Video gedreht und welche Länder habt ihr bei eurer Promo Tour schon bereist?

Samuel: Das Video haben wir in Bukarest gedreht. Es war eine tolle Zeit und hat uns viel Freude bereitet. Außerdem sind wir nach Serbien gereist.

Was waren bisher eure schönsten Erlebnisse bei den Promo Events?

Emanuel: Ich genieße den Eurovision Spirit. Es ist bisher unter den ESC Teilnehmern noch kein Konkurrenzkampf spürbar, sondern ein fröhliches Miteinander und gegenseitiges unterstützen.

Miruna: Ich freue mich, dass so viel Musiker aus allen Teilen Europas zusammen kommen, aber mein Lieblingssänger fehlt bisher. Ich muss zugeben, dass mein persönlicher Favorit Salvador Sobral aus Portugal ist. Ich bin schon sehr neugierig ihn kennen zu lernen, denn ich bin fasziniert von seiner gefühlvollen Art.

Israel Calling: Timebelle beim Konzert

Was steht bei euch noch alles an bis zur Abreise nach Kiew?

Samuel: Wir haben noch einige Trainings und Aufnahmen und bereisen auch noch einige Länder. Neben Amsterdam planen wir derzeit noch nach Madrid und Mazedonien zu reisen.

YouTube Preview ImageTimebelle – Apollo (7th Heaven Club Mix) veröffentlicht am 10.4.2017

Ihr tretet im 2. Halbfinale am 11. Mai 2017 in der zweiten Hälfte mit „Apollo“ an. Seid ihr mit der Startnummernvergabe zufrieden?

Miruna: Die hintere Hälfte ist doch gut, oder? Außerdem hat die Startnummer 14 eine Bedeutung für mich, denn mein Geburtstag ist am 14.März. Das ist doch ein gutes Omen. (Anmerkung: durch die Nichtteilnahme Russlands rücken Timebelle nun auf Startnummer 13 vor).

Timebelle bei EiC in Amsterdam

Habt Ihr noch eine Botschaft für die PrinzBlog-Leser?

Miruna: Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr uns im 2. Halbfinale unterstützt und uns eure Stimme gebt. Musik ist aber Geschmackssache und selbst wenn ihr unseren Song nicht mögt, dann nehmt euch zumindest die Botschaft des Songs zu Herzen und folgt dem im Leben was euch glücklich macht.

Vielen Dank Timebelle für das Interview und viel Erfolg beim zweiten Halbfinale. Möge auch die neue Startnummer 13 eine ‚Lucky Number‘ für euch sein.

Mehr Infos zu Timebelle gibt’s im Netz zu entdecken bei YouTube, Facebook, Instagram und Twitter. Die neue eigene Website soll bald folgen.

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9 Kommentare Kommentar schreiben

  1. Cal

    14.04.2017 | 20:13

    Außerdem hat die Startnummer 14 eine Bedeutung für mich, denn mein Geburtstag ist am 14.März. Das ist doch ein gutes Omen. (Anmerkung: durch die Nichtteilnahme Russlands rücken Timebelle nun auf Startnummer 13 vor).

    Oh je! :-D Das ist bitter.

  2. Jorge

    14.04.2017 | 21:09

    Bäumchen pflanzen ist jedenfalls ein guter Plan B. ;-)
    Eine für den ESC durchkalkulierte schwedisch-schweizer Produktion kommt also von „ganz tief in uns“. Ob es solche Aussagen auch eine Nummer kleiner, weniger überhöhend gibt?

  3. DerJoe

    14.04.2017 | 22:52

    Der Song ist durchaus OK, für mich obere Hälfte und rein musikalisch ein verdienter Finalquaifikant.
     
    Aber einen Sympathiepreis bekommen Timebelle sicher nicht.

  4. Matty

    14.04.2017 | 22:59

    Danke für das Interview!

  5. ESCNOW

    15.04.2017 | 12:05

    @Cal
    Das hab ich auch gedacht… – hoffentlich kein schlechtes Omen.

    Ich finde den „7th Heaven Club Mix“ viel besser. Damit wären sie für mich klar im Finale. So wird es schwierig. Entweder knapp drinnen oder knapp draußen.

  6. Yasi

    15.04.2017 | 12:30

    @Jorge: @DerJoe: Was habt ihr denn? Da ist nichts dabei. Und selbst wenn, es geht ja nicht um Sympathie, sondern um den Song.
    .
    Die 14 hat der Schweiz vor zwei Jahren kein Glück gebracht, also vielleicht besser so. Allerdings hat die 13 letztes Jahr zweimal ihrem Ruf alle Ehre gemacht und war eine Unglückszahl.

  7. Jorge

    15.04.2017 | 13:53

    @Ysi: Nun ist der Song für mich kein Burner (totale ESC-Anbiederung) und zur Sympathie kann ich nichts schreiben, dazu fehlt mir der Bezug. Das eigene Kind ist ja immer das süßeste, so scheint es bei Timebelle zu sein, wenn sie im Interview daraus eine überemotionale Sache machen.

  8. Cal

    15.04.2017 | 14:21

    Ich weiß nicht, was ihr habt. Es ist doch völlig verständlich, dass kein Teilnehmer sagt: „Joa, mein Beitrag, der ist so mittel. Kann man machen, kann man auch sein lassen. Whatever.“

    Miruna find ich sogar sympathisch, weil sie ungekünstelt davon erzählt, wie sehr sie Salvador Sobral mag (das sag ich jetzt, ohne ein großer Fan von ihm zu sein). Keine Ahnung, die wirken auf mich eigentlich nett, nahbar und menschlich, wie die meisten Teilnehmer.

  9. Yasi

    16.04.2017 | 21:55

    Mir ist etwas aufgefallen. Wie hieß die Raumfahrtmission? Apollo 13! Was haben wir hier? Songtitel Apollo, Startposition 13. Also wenn das mal kein Omen ist!

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