Ungarn kehrt 2011 zum Eurovision Songcontest zurück

In der europäischen Presse erhält Ungarn momentan große Aufmerksamkeit. Die Einführung des neuen Pressegesetz stellt Europa vor die Frage, ob ein solches Vorgehen kompatibel mit der Europäischen Union ist. Dabei wagt sich Ungarn gerade heute wieder in den europäischen Schoß zurück, denn 2011 soll in Düsseldorf ein ungarisches Lied beim Grand Prix erklingen. 

Nach einjähriger Abstinenz haben es die Magyaren trotz schmaler Kassen möglich gemacht, dem Sängerwettstreit wieder beizuwohnen. Im Januar wird sich entscheiden, auf welche Art und Weise Ungarn seinen Beitrag auswählen wird.

Zehnmal versuchte man bisher, die Krone der Musik zu erobern, doch schon der erste Versuch 1993 scheiterte. Andrea Szulák landete mit “Árva reggel” in der internationale Vorrunde in Ljubljana nur auf Platz 6.

YouTube Preview ImageAndrea Szulák “Árva reggel” 1993

1994 stand Ungarn dann endlich in der Teilnehmerliste und Friderika Bayers “Kinek mondjam el vétkeimet?” holte sich einen erfolgreichen vierten Platz ab. Doch schon im Jahr darauf war der Höhenflug wieder beendet und der fast blinde Sänger Csaba Szigeti landete mit “Új név egy régi ház falán” auf dem vorletzten und 22. Platz.

1996 kam es dann noch schlimmer. Gjon Delhusa blieb mit seinem “Fortuna” wie Deutschland in der internationalen Audiovorrunde stecken.

1997 startete man mit der Boyband V.I.P. mit “Miért kell, hogy elmenj?” aber wieder erfolgreicher durch. Platz 12 im Point Theatre zu Dublin.

“Csak neked” hieß der Beitrag 1998, den Erika Zóltan interpretieren sollte.

YouTube Preview ImageErika Zóltan “Csak neked”

Da aber Erika keine Zeit fand, nach Birmingham zu kommen, schickte Ungarn Charlie ins Rennen, der mit “A holnap már nem lesz szomorú” auf Platz 23 kam und Ungarn damit für 1999 aus dem Rennen warf. Der Durchschnittswert der Punkte war mittlerweile zu gering. Lettland jedoch sagte seine angestrebte erste Teilnahme für 1999 wieder ab und plötzlich stand Ungarn auf dem ersten Nachrückerplatz. Diesen nahm man aber nicht in Anspruch und verzichtete. Zur Freude der Portugiesen.

Die Wettbewerbe 2000 bis 2004 sahen keine ungarischen Teilnehmer. Die Finanzen spielten nicht mit.

Kiev hieß 2005 Ungarn erst wieder willkommen und mit der Formation Nox reihte sich das kleine Land nach einem fünften Platz im Halbfinale ins Finalfeld ein. Sie tanzten und sangen “Forogj világ”. Enttäuscht war man nur über Platz 12 am Ende des Wettbewerbs. 2006 blieben die Magyaren dem Wettbewerb fern.

Eine Bushaltestelle und der erste englischsprachige Song “Unsubstantial Blues” von Magdi Rúzsa zeigten 2007 in Helsinki dann wieder die herausragende Seite der ungarischen Musikszene. Man belohnte sie mit einem zweiten Platz im Halbfinale und im Finale mit Platz 9.

Euphorisch ging man 2008 dann mit “Candlelight” von Csézy nach Belgrad und erlebte mit sechs Punkten und einem letzten Platz im Halbfinale das Disaster.

In 2009 setzte sich die Pechsträhne der Ungarn fort. Dreimal begab man sich auf die Suche nach einem geeigneten Kandidaten. Mark Zéntai kam der Disqualifikation seines Songs “If You Wanna Party” durch einen Rückzug vom Wettbewerb zuvor und die anschließend erwählte Kátya Tompos sagte mit “Magányos csónak” aus terminlichen Gründen ab.

YouTube Preview ImageKátya Tompos “Magányos csónak”

So sollte es dann Zoli Ádok und “Dance With Me” richten. Doch außer einer akrobatischen Darbietung, wenig Puste und dem Gewinn des Barbara-Dex-Awards fürs schlechteste Outfit blieb ihm nur Platz 15 im Halbfinale.

Der Finanzkrise sei Dank, konnte sich Ungarn vom Wettbewerb ein Jahr erholen. 2011 will man nur aber wieder voll durchstarten. Hoffen wir, daß es wieder was ganz Besonderes wird.

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