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Unser Song 2017: Bereits 669 Bewerber und jetzt noch zwei Vor-Ort-Castings

Jury Unser Song 2017 Lena Bendzko Silbereisen

Die Online-Bewerbungsmöglichkeit für den deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest 2017 ist um zwei Casting-Termine in Köln und Hamburg erweitert worden. Dieser Schritt war nach Angaben des NDR langfristig so vorgesehen. Auch sonst scheint alles nach Plan zu laufen. Zumindest zeigen sich die Veranstalter mit dem bisherigen Verlauf der Bewerbungsphase zufrieden.

Als im Herbst 2009 der Aufruf zum Casting für „Unser Star für Oslo“ gestartet wurde, beteiligten sich daran Radiosender in allen Teilen der Republik. Außerdem kam eine Casting-Box zum Einsatz: Die Bewerber konnten so an vorab festgelegten Tagen in vielen unterschiedlichen Städten ihr Vorsingen absolvieren. Ingesamt 4.500 Bewerber versuchten ihr Glück – unter ihnen auch die spätere ESC-Siegerin Lena.

YouTube Preview ImageLena Meyer-Landrut 2009 in der Casting-Box

Von diesen Bewerberzahlen ist der NDR mit dem aktuellen Verfahren, bei dem Interessierte ein Video hochladen sollen, noch weit entfernt. Am 19. Oktober waren es um 17:00 Uhr nach Angaben des NDR exakt 669. NDR-Unterhaltungschef Thomas Schreiber findet die Resonanz auf den Aufruf „erfreulich“. Und auch mit der Qualität der Bewerbungsvideos zeigen sich die Veranstalter sehr zufrieden, diese sei „durchgehend gut“.

Dass dennoch zwei Vor-Ort-Castings in Hamburg und Köln durchgeführt werden, liegt somit weniger an mangelndem Interesse. „Es war immer unser Plan, in Ergänzung zu der Option, Videos hochzuladen, zum Ende der Bewerbungsfrist die Möglichkeit für ein persönliches Casting anzubieten. In unserer internen Planung ist der Termin in Köln seit langem dafür geblockt. Die Kommunikation dazu haben wir verbunden mit der Veröffentlichung unseres Aufruf-Trailers mit den drei Jurymitgliedern Lena, Tim Bendzko und Florian Silbereisen„, so Schreiber gegenüber dem Prinz ESC-Blog.

YouTube Preview ImageTrailer für „Unser Song 2017“

Die beiden neuen Castings sind zwar für jedermann offen, aber ein spontanes Drop-In ist dennoch nicht möglich. Vielmehr muss man sich bis zum 31. Oktober für Köln und bis zum 7. November für Hamburg per Mail anmelden (casting.koeln@raabtv.de bzw. casting.hamburg@raabtv.de). Anschließend wird die Anmeldung per E-Mail bestätigt – und schwups darf man am 5. November in den Raab TV-Studios in Köln oder am 12. November beim NDR in Hamburg-Lokstedt vorsingen.

Für die Teilnahme an den beiden Casting-Terminen gibt es vielseitige Hinweise: So müssen die Interessenten am Tag des Vorentscheids (9. Februar 2017) mindestens 18 Jahre als sein. Sie müssen als Einzelkünstler antreten und damit einverstanden sein, dass das Casting mit einer Kamera aufgezeichnet wird. Sie müssen a cappella singen; es ist höchstens die Selbstbegleitung per Akustikgitarre erlaubt. Sie dürfen maximal von einer weiteren Person begleitet werden, sollen sich „auf Wartezeiten einrichten und „gegebenenfalls Verpflegung mitbringen“. Die weiteren Rahmenbedingungen für den Vorentscheid, über die wir hier berichtet und die wir hier kommentiert haben, verändern sich durch die zusätzlichen Castings nicht.

Der NDR weist auf seiner Veranstaltungswebsite noch darauf hin, dass es keinen Einfluss auf die weiteren Chancen hat, ob man sich per Online-Video oder Vor-Ort-Casting bewirbt. Die fünf Glücklichen, die dann beim Vorentscheid im Februar in Köln auftreten können, sollen im Dezember darüber informiert werden. Danach wäre dann noch genügend Zeit, mit ihnen die passenden Songs auszusuchen, diese einzustudieren und womöglich mit einer passenden Bühnenshow zu versehen.

ESC-News

17 Kommentare Kommentar schreiben

  1. Mustafa

    20.10.2016 | 04:39

    Wird es dann so sein, dass alle fünf Kandidaten in der Live-Sendung jeweils einen Song singen werden und das über alle Abstimmungsrunden über wiederholt? Oder singt ein Kandidat mehrere verschiedene Songs?

    Ich denke auf jeden Fall – wenn der Song gut wird (und nicht über schwarzem Rauch oder Geister handelt) – dass es was werden kann… vielleicht auch ein Sieg?

  2. Rainer1

    20.10.2016 | 06:49

    Ach komm, wir schaffen das. Zur not schickt deutscheland halt dem flori seine jüblof

  3. Geri

    20.10.2016 | 08:19

    Tatsächlich Silbereisen?
    Gute Nacht, Deutschland ein Platz
    unter den letzten 3 ist sicher

  4. escfan05

    20.10.2016 | 10:25

    Woher kommen denn die 669 Online-Bewerbungen? Auf Youtube habe ich nur ein paar wenige gesehen. Und nur eine hatte das Potential für den Vorentscheid.

    Für das Finale hoffe ich mal auf folgenden Ablauf. In den ersten drei Runden singen die Kandidaten jeweils 3 Songs. Pro Kandidat kommt der Song mit den meisten Stimmen eine Runde weiter. In der vierten Runden singen die Kandidaten die 3 Songs, die die Zuschauer in diese Runde gewählt haben. Der Song mit den meisten Stimmen jeweils kommt in die nächste Runde. Ab jetzt geht es um die Kandidaten selbst. In der 5. Runde scheiden 2 Kandidaten mit ihren Songs aus. Im Finale treten die Kandiidaten wieder an. Und dann haben wir unseren Song und unseren Kandidaten für Kiew.

  5. Jan

    20.10.2016 | 10:54

    @ escfan05:

    Da steht doch „nach Angaben des NDR“. Nur wenige haben ihre Bewerbung offenbar auf Youtube gestellt.

  6. melodifestivalenfan

    20.10.2016 | 12:16

    @Jan
    @escfan05
    Die vom NDR ursprünglich angepriesene Transparenz des Bewerbungsprozesses mit YouTube war dann nur eine Nebelbombe. Wenn da tatsächlich 669 brauchbare Bewerbungen vorliegen, müssen wir uns wohl alle gedulden, bis das Ganze seinen „würdigen“ Abschluss am 9.Februar 2017 findet. Da stehen dann fünf Überraschungen in der einabendlichen Castingshow zur Entscheidung. Wenn man bedenkt, dass man in anderen Ländern einen wochenlangen öffentlichen Auswahlprozess zelebriert, hätte man das Ganze auch lassen können und wieder den Versuch einer internen Auswahl starten können. Das Televoting ist dann auch überflüssig, da der Zuschauer nicht mehr ernsthaft über Song und Interpreten entscheiden kann. Zu welchen Entscheidungen das Publikum in Sachen ESC in Deutschland fähig ist, hat das Abschneiden mit „Black smoke“ und „Ghost“ hinreichend bewiesen.
    O.K.. Bei „Black smoke“ war es ein verkümmerter Unfall und die einsame Entscheidung einer Showmoderatorin. ;o)

  7. Douze Points

    20.10.2016 | 13:06

    @Melodifestivalenfan: In der Argumentation geht’s jetzt aber ganz schön drunter und drüber. In allen Ländern mit einer öffentlichen Ausschreibung gibt es natürlich eine (interne) Vorauswahl, wer zur Show zugelassen wird. Da ist kaum was transparent – und muss es auch gar nicht sein. Und von YouTube war nie die Rede, sondern man hat sich bewusst für das nicht-öffentliche Bewerbungsverfahren entscheiden. Durchaus zu recht, wie ich finde.
    Und wieso soll der „Zuschauer nicht mehr ernsthaft über Song und Interpreten entscheiden“ können, nur weil es eine einmalige Sendung ist? Der ESC ist für die meisten auch eine einmalige Sendung. Dabei hat unser Vertreter auch nur die 3 Minuten. Da muss das Paket aus Künstler und Song funktionieren. Wenn das in Deutschland klappt, haben wir auch eine Chance, dass es international läuft. Und dass das TV-Publikum beim Televoting richtig liegt, hat es ja mit der Auswahl von „Satellite“ und „Standing still“ gezeigt.

  8. Matty

    20.10.2016 | 19:11

    Danke für die Infos!

  9. melodifestivalenfan

    20.10.2016 | 21:03

    @ Douze Points
    Nur zur Klarstellung: In der Homepage „Unser Song 2017“ wird eindeutig auf das Hochladen auf „You Tube“ hingewiesen, neben anderen Möglichkeiten der Bewerbung. Nun wurden die anderen Möglichkeiten offensichtlich von den Bewerbern vorgezogen. Ist ja auch o.k.. Obwohl YouTube eine echte Innovation gewesen wäre. Die Castingshows bei Lena und Roman waren schon ein anderes Verfahren über mehrere Tests. Hier zieht dein Argument nicht. Immerhin konnte man sich bei den Raab-Shows ein echtes Bild machen, ohne sofort entscheiden zu müssen. Auch wenn, wie Schreiber meint, er beim ersten Hinschauen wusste, wer gewinnt. Genau das stelle ich bei dem Auswahlverfahren für das nächste Jahr in Zweifel. Wenn man das Ergebnis vorher weiß, könnte er auch selbst im internen Verfahren die Auswahl treffen.
    Natürlich wünsche ich mir auch, dass ein gutes Ergebnis für Deutschland 2017 erzielt wird. Gerade weil man beim ESC nur 3 Minuten hat, ist es wichtig, mit großer Sorgfalt vorauszuwählen.
    Auch wird man ja wohl anmerken dürfen, dass andere Länder mit mehr als 5 Bewerbern öffentlich ins Rennen gehen. Noch dazu ist beim NDR die Wahl der paar Titel gänzlich intern. Ich glaube nicht an den Erfolg dieses Formats. Da wird dem Zufall sehr viel Raum gegeben und ich glaube nicht an Zufälle, aber die Hoffnung stirbt zuletzt.
    Im ersten Kommentar von mir hatte ich vergessen, dir für die Informationen zu danken, was ich hiermit ergänze.

  10. Flo

    20.10.2016 | 21:36

    Wenn es über Youtube gegangen wäre, hätten wir sicher wieder Perlen von Danny Geske gesehen… Hier sein wundervoller (Hüstel) Beitrag für die Schweiz letztes Jahr….. https://www.youtube.com/watch?v=l6Mm-0CfYlE

  11. melodifestivalenfan

    21.10.2016 | 19:31

    @flo
    Dafür ist „Echt und geil“ auf „Unser Song 2017“ eine echte Perle. Nur wird das wohl nichts werden mit einer ESC- Teilnahme. Viel zu punkrockig.
    https://youtu.be/EwL1Mmqb1V8
    Ein bisschen Spaß muss sein.

  12. roxy

    22.10.2016 | 14:25

    @escfan05
    vielleicht reichen meine Mathematik-Kenntnisse nicht, aber ich verstehe deinen Wunsch-Ablauf nicht (speziell die 4. und 5. Runde) ;-) Klingt jedenfalls nach Endlosschleife.
    Dass die Künstler zwei Songs singen, halte ich schon für völlig unnötig, weil es da meistens im vorhinein ohnedies schon eine klare Präferenz gibt. Wenn es keine Präferenz gibt, spricht das eher dafür, dass kein Hammersong dabei ist. Jetzt gleich drei Songs pro Performer, das wäre mir persönlich zu viel des Guten.

  13. escfan05

    23.10.2016 | 09:36

    @Roxy: Die Sendung soll ja über 3 Stunden dauern. Wenn die 5 Kandidaten jeweils nur einen Song singen würden, wäre die Sendung viel schneller vorbei. Ich denke die 5 armen Würst.. ähh Kandidaten singen mindestens jeweils 2 Songs. Ich denke im Januar werden wir wissen, wie das Finale laufen wird. Ich hoffe aber das wir vor Februar wissen, wer die 5 armen Säue ähh glücklichen Finalisten sind, von denen einer das Pech ähh das Glück hat für Deutschland in Kiew abzuka.. ähh zu starten.

  14. roxy

    23.10.2016 | 22:45

    @escfan05
    Tut mir leid, aber ich kann deinen Ablauf immer noch nicht verstehen. In den ersten drei Runden singen die Kandidaten jeweils drei Songs (nach meinem Verständnis heißt das jeder Kandidat hat 9 Songs, aber mir ist klar wie dus gemeint hast). In Runde vier singen die Kandidaten 3 Songs???? Nochmals alle drei Songs? Oder nur die besten drei von 15? In Runde 5 scheiden 2 Kandidaten aus und im Finale treten die Kandidaten wieder an?????

  15. biobanane

    23.10.2016 | 23:50

    Ich finde es nicht schlecht, wenn die Künster erstmals bei der Show auftreten und nicht schon ihre Fans bei youtube finden, das ist dann wirkliche Esc-Atmosphäre. Und Herr Silbereisen, sowenig mir seine Musik zusagt, deckt doch auch die Breite des Musikspektrums ab.Gerade Herr Oberschwede G:son zeigt ja, dass Schlager immernoch erfolgreich sein kann, er muss nur modern sein. Finden wir also einen Mensch, der das Besondere hat und suchen für ihn ein gutes Lied. Und wenn es nicht klappt dann eben nächstes Jahr, ist doch nur eine TV-Show.

  16. Matty

    28.10.2016 | 22:23

    Spanien hat den Modus seines ESC-Vorentscheides 2017 veröffentlicht:

    http://www.eurovision.tv/page/news?id=spain_launches_its_selection_method_for_2017

    Eine Expertenjury wählt drei Finalisten aus und die Zuschauer dürfen dann entscheiden, wer nach Kiew fährt.

  17. Faxe

    15.11.2016 | 15:21

    Der ganze Aufriss für 90 zusätzliche Kandidaten wie jetzt in Lokstedt, was das kostet. Wieviele waren denn in Köln am Start? Kommentieren kann man den Flop auch nicht, jedenfalls nicht auf der Seite des NDR. Kommen immer nur Fehlermeldungen.

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