Deutschland

Unser Song 2018 ff. (1): Gedanken zum deutschen ESC-Vorentscheid

Nach einer weiteren Schlappe für Deutschland beim Eurovision Song Contest stellen sich automatisch ganz verschiedene Fragen: Woran hat es in den letzten Jahren gelegen? Was kann man daraus lernen? Und wie geht es besser? Dreh- und Angelpunkt ist dabei die Kür des deutschen ESC-Beitrags. In einer kleinen Reihe befassen wir uns mit den verschiedenen Aspekten – und freuen uns auf Eure Kommentare dazu.

„Nach dem ESC ist vor dem ESC“, lautet das Mantra des NDR, wenn er (wieder einmal) mit einer Platzierung ganz am Ende der Punktetabelle nach Hause zurückkehrt. Business as usual? Ganz so einfach macht es sich der NDR nicht. Jedes Mal werden neue Kaninchen aus dem Hut gezaubert, mit denen es auf jeden Fall im nächsten Jahr klappen soll. Zuletzt war das eine höchst technokratische Kopfgeburt. Auch für 2018 hat Thomas Schreiber, der ARD-Unterhaltungskoordinator, bereits angekündigt, dass wir auf das Vorentscheidkonzept gespannt sein dürfen. Bis es soweit ist, widmen wir uns selbst dieser Frage.

Beginnen wir ganz allgemein. Alle erfolgsorientierten Organisationen – vom nicht-kommerziellen Verein bis hin zum Großkonzern – haben mehr oder weniger deutlich formulierte und kommunizierte Ziele. Werden diese dauerhaft verfehlt, besteht Handlungsbedarf. Alles kommt auf den Prüfstand. Es folgen Stärken-Schwächen-Analysen, Neupositionierungen, Umstrukturierungen.

Eine ganz grundsätzliche Frage dabei ist: Wo soll es überhaupt hingehen? Bei einem Sportverein ist das oft recht einfach zu sagen. Bei einem Wirtschaftsunternehmen wird es schon schwieriger, weil hier unterschiedliche Zielstellungen bestehen können, die sich gegenseitig beeinflussen oder gar ausschließen können (z. B. Umsatzmaximierung vs. Umweltschutz).

Was sind die Ziele des NDR mit dem Eurovision Song Contest? Ganz übergeordnet ist das sicher der Erhalt und die Pflege des reichweitenstarken Formats, das letzte verbliebene Lagerfeuer-TV-Event im Unterhaltungsbereich und damit Quotenbringer (nicht zuletzt beim jungen Publikum) für die ARD. Dies gilt (aktuell) stärker für das internationale Event als den deutschen Vorentscheid.

Darunter liegen entsprechend verschiedene Teilziele:
(1) Optimale Ausschöpfung des Zuschauerpotenzials für den deutschen Vorentscheid und beim eigentlichen ESC (Steigerung der Zuschauerzahlen)
(2) Erfolgreiches Abschneiden des deutschen Beitrags beim ESC-Finale
(3) Generierung eines (oder mehrerer) Radio- und/oder Charts-Hits aus dem deutschen Vorentscheid (popkulturelle Relevanz)

Natürlich hängen diese Teilziele voneinander ab. Und alle zahlen auf das Gesamtziel der Markenpflege ein. Idealerweise werden alle Aktivitäten der Veranstalter somit auf alle drei Teilziele gleichermaßen ausgerichtet. Grundsätzlich ist es aber auch möglich, Einzelziele stärker in den Fokus zu setzen. So lässt sich womöglich die Zuschauerzahl in Deutschland mit einem höchst polarisierenden Beitrag optimieren, ohne dass dieser eine popkulturelle Relevanz entwickelt. Siehe als Beispiel auch den deutschen Vorentscheid 2001 mit Big-Brother-Zlatko und Rudolph Moshammer (Foto unten).

Heuer sowie 2015 wurden sämtliche Ziele verfehlt. 2016 war das mit Jamie-Lee grundsätzlich auch der Fall, wobei damals zumindest ihre Fans (aus Castingshow-Zeiten) zum Zuschauen bewegt werden konnten, die dann in diesem Jahr bei Levina fehlten.

Der NDR wollte in diesem Jahr die eierlegende Wollmichsau. Eine Lena 2, die wieder den Sieg holt. Alle drei Teilziele sollten so bedient werden. Erreicht wurde kein einziges. Damit wurde trotz allen Engagements der Verantwortlichen der Marke bzw. dem Format ein Bärendienst erwiesen. Sie ist beschädigt. Vielleicht noch nicht so schlimm wie Mitte der 1990er Jahre, aber das 2010 bis 2012 zuletzt gefüllte Popularitätspolster schwindet.

Der größte Fehler oder die – zumindest von außen betrachtet – größte Fehleinschätzung des NDR: Das Streben nach einem deutschen Beitrag, der allen gefällt. Das ist aussichtslos. Beim ESC ist es überdies rechnerisch völlig ausreichend, wenn maximal jeder zehnte Zuschauer in einem Land für einen – also idealerweise den deutschen Act – anruft. Meist dürften aber schon sieben oder acht Prozent genügen, um zumindest in die Top 10 der Zuschauer eines Landes zu kommen – Punkte inklusive. Diese erreicht man eher mit einem Beitrag, der genau diesen zehn Prozent gefällt, als mit einem One-song-fits-all-Ansatz. Sei es Rock, Pop-Oper, Ballade oder Party-Song. Richtig bedient lässt sich in der Nische mehr erreichen.

Jeder hat sicher seine Vorstellung, wie der ESC in Deutschland wieder auf die Spur gebracht werden kann. Ein Allheilmittel gibt es nicht. Allerdings lässt sich aus den Erfahrungen der letzten Jahre lernen. Was funktioniert und was funktioniert nicht, wenn man zumindest 10% der Zuschauer in jedem Land begeistern will? Auch wenn die Wahl des deutschen ESC-Beitrags eine höchst komplexe Sache ist, nähern wir uns dieser Herausforderung in vier inhaltlichen Abschnitten (Auswahl des Liedes, Auswahl des Künstlers, Choreographie des Beitrags und Abstimmungsverfahren beim Vorentscheid) sowie einem Fazit.

Diese Einzelbereiche beleuchten wir jeweils einzeln, wobei es immer wieder Querverweise zu den anderen Abschnitten geben wird. Natürlich sind wir gespannt auf Eure Meinungen und freuen uns auf Eure Kommentare. Morgen geht es los mit der Auswahl des Liedes.

ESC-News

30 Kommentare Kommentar schreiben

  1. Frederic

    09.06.2017 | 11:34

    Ohne jetzt die Faktoren Zuschauer-Quote, Chart-Erfolg und natürlich Abschneiden im Contest verwerfen zu wollen, möchte ich noch ein ganz wesentliches Ziel nennen: Nachhaltigkeit. Das ist natürlich ein schwieriger Weg, weil Nachhaltigkeit womöglich zu Lasten der anderen drei Teilziele geht – muss aber gar nicht sein.
    In der Hinsicht stehen die letzten sechs deutschen Beiträge mehr oder weniger im Schatten von Lena, die ich noch nicht mal für den Gipfel deutscher Musik-Kunst halte (bei weitem nicht). Das schlimme ist ja, dass das auch für die meisten Beiträge vor Lena gilt.
    Trotzdem glaube ich, dass man einen musikalischen Mehrwert eher mit dem klassischen Modell (Einreichung bereits veröffentlichter Acts) erreichen kann, als über das Casting-Format. Allerdings müsste man den Vorentscheid für ein breiteres musikalisches Spektrum öffnen und entsprechend neue Anreize schaffen, ob nun über neue Mitarbeiter/Botschafter oder flexiblere Rahmenbedingungen. Wenn der Vorentscheid z.B. für Julian Sengelmann (und wer weiß wieviele andere Musiker noch) schon allein augrund des zeitlichen Aufwands gar nicht in Frage kommt, sehe ich da schon ein Problem/Handlungsbedarf.

  2. Faxe

    09.06.2017 | 11:40

    Woran es gelegen hat? Auf Bild 2 rechts sieht man das Hauptproblem. So einfach ist das.

  3. Jonathan

    09.06.2017 | 12:24

    Schreiber und Conze weg! Mein Vorschlag wäre es soähnlich wie Schweden zu machen, oder mal mit guter , deutscher Musik zu versuchen wie Max Giesinger, Wincent Weiß oder Tim Bendzko.

  4. Braudel

    09.06.2017 | 13:42

    Lieber @Jonathan,
    eine veritable Stammtisch-Löäsung: Rausschmeissen und Kopieren. Nur beim dritten Punkt würde ich es im Sinne von Menschen, Leben, Tanzen, Welt dann doch lieber erst einmal mit den Affen aus dem Gelsenkirchener Zoo versuchen.

  5. argan

    09.06.2017 | 13:53

    Also den Vorschlag eines deutschen Mellos müssen wir einfach mal begraben. Es würde hier nicht funktionieren.
    Ich finde, dass die Auswahl 2014 sehr ordentlich war. Dieser zwei Songs Modus war eher hinderlich, aber da hat man schon die richtigen Interpreten gefunden. Und mit Elaiza gab es ja auch einen deutschen Radioerfolg. Das Ergebnis beim ESC war ok und niemand hat es Elaiza angekreidet.

  6. flo

    09.06.2017 | 14:05

    Soviel Text, so wenig Inhalt…

  7. Matty

    09.06.2017 | 14:05

    @argan

    Das mit dem Begraben eines deutschen Melodifestivalen würde ich mir mal grundsätzlich durch den Kopf gehen lassen, denn möglich ist das allemal. Es gibt in Deutschland ein Meer von Interpreten, die mit englisch- und/oder deutschsprachiger Musik erfolgreich sind. Man sollte die Teilnahme aber nicht nur Solisten vorbehalten, sondern auch Duos und Gruppen ab drei Personen zulassen.

    Und noch etwas zu ehemaligen deutschen ESC-Vertretern:

    https://www.promiflash.de/news/2017/06/09/nino-de-angelo-wegen-verdacht-auf-haeusliche-gewalt-im-knast.html

    Mal sehen, was da noch kommt.

  8. argan

    09.06.2017 | 14:10

    @Matty ja, ich sehe hier auch Potenzial. Aber so eine Show muss sich etablieren. Sie muss erfolgreich sein, damit sie einen Kandiaten- und Zuschauersog entwickelt. Sowas hätte man 2011 aufbauen können, da hatte der ESC ein gewisses Ansehen. Aber in den jetzigen Zeiten werden einfach keine 25 Künstler bereit sein.
    Warum Schreiber letztes Jahr Bands ausgeschlossen hat, verstehe ich auch nicht. Avantasia, Unheilig, Elaiza sind doch erfolgreiche VE-Teilnehmer

  9. Lorena

    09.06.2017 | 14:30

    Ich denke, dass die Art des Vorentscheides nicht besonders wichtig ist. Das klassische 10 Lieder stehen zur Auswahl und das mit den meisten Anrufen gewinnt, das Melodifestivalen, das deutsche Konzept aus diesem Jahr, eine monatelange Castingshow oder sogar eine interne Auswahl – wenn die Qualität stimmt kann alles funktionieren. Wenn aber, so wie in diesem Jahr, die Auswahl zwischen langweilig und durchschnittlich ist, spiegelt sich das natürlich auch in der Platzierung wider.

  10. roxy

    09.06.2017 | 15:29

    @Lorena

    genau was ich immer sage. Der Modus ist zweitrangig. In erster Linie muss die Vorauswahl passen. Da braucht es jemanden, der gute Kontakte zur Musikszene hat, ein bisschen Gefühl für den ESC mitbringt und sich etwas traut. Vor allem muss er/ sie für den ESC brennen und genau so eine/n Künstler/in finden. Ich bin mal für eine interne Auswahl.

  11. flo

    09.06.2017 | 15:32

    Eigentlich hatte man 2013 und 16 schon gute Ansätze… Eine klassische VE, jeweils ein breites Feld und für jeden was dabei. Man hat dann aber beim Voting-Prozedere geschludert. Das müsste optimiert werden. Und hier sollte man rangehen. Man braucht noch eine gute Ergänzung zum Televoting. Eine klassische Jury wird man den Deutschen wohl nicht mehr vorsetzen können nach dem Blaskapellen-Dünnhirnfans-Shitstorm 2013… Also muss was anderes her..
    .
    Ich bin immer noch der Ansicht, dass ein demoskopisches Panel, z.B. aus 1000 repräsentativ ausgewählten Deutschen, die nach den Auftritten telefonisch abgefragt werden gut wäre – zumindest als Teil des Votings (San Remo hat das auch zu 1/3). Damit sind wir in den 80ern bei der Auswahl auch immer gut gefahren – unsere erfolgreichste Phase. Die anderen Parts könnte man mit Televoting und internationaler Jury bestücken… Mit der internationalen Jury fährt Schweden seit Jahren gut.
    .
    Die Auswahl der VE Beiträge ist dann wieder etwas anderes, da bin ich auch noch nicht ganz sicher, was das beste Prozedere ist. Wichtig wäre mir nur, dass es keine internationale Schubladenware ist, keine Albumtracks, keine Rohrkrepierer, die die Plattenfirmen schon seit Jahren versuchen, ins TV zu kriegen. Auf jeden Fall MÜSSEN es Songs sein, die speziell für den ESC und möglichst auch gezielt für den jeweiligen Act geschrieben sind. Gerne mal wieder was deutsches… Und bitte wieder nicht 10 klampfende Veganerinnen…
    .
    Und am Ende darf es gerne mal wieder ein männlicher Vertreter sein, nach 5 weiblichen Pleiten in Folge…

  12. Mariposa

    09.06.2017 | 18:26

    @ flo

    Insoweit Zustimmung – nur mit „speziell für den ESC geschrieben“ tue ich mich oberflächlich gesehen etwas schwer. Das klingt so nach den typischen Kompositionen, mit denen uns zum Beispiel dieses Jahr Griechenland und Zypern beglückt haben, also nicht gerade sehr attraktiv….. Nein, natürlich sollte es sich nicht um Albumstücke handeln, die schon Monate vorher veröffentlicht wurden und nicht nachträglich auf eine drei-Minuten-Version gekürz werden müssen.

  13. AndiTR

    09.06.2017 | 18:33

    Es sollte wieder eine „nationale Aufgabe“ werden.
    Mein Vorschlag wäre ,dass alle deutschen – egal ob bekannten oder unbekannten – Songschreiber, Produzenten, singersongwriter, Bands, etc bis zu einerFrist ihre Songs inkl Interpreten einreichen. Dann sollte , wie in Schweden , ein Stab aus geschulten Leien die Vorauswahl der Songs treffen. Da könnte der NDR sich mal die „Schulungsunterlagen“ aus Schweden besorgen.
    Ob dann die Vorentscheidung in einer Show , mit zwei Halbfinals oder in der Art des Bundesvision Song Contest über die Bühne geht , ist egal .
    Den Einsatz einer ausländischen Jury finde auch spannend.
    Stehen jedoch nur 10 oder 15 belanglose Songs zur Auswahl , kann keine Art der VE nen guten Song liefern.
    Die alten Zöpfe müssen fallen und wir dürfen nicht die nächsten Jahre eine neue Lena suchen. Und man sollte sich mal für eine Art der Show endlich mal entscheiden um ein „deutsches Musikfestival “ in den nächsten Jahren zu etablieren.
    Der Ansatz von 2013 war doch garnicht so schlecht.

  14. Ruhrpottler

    09.06.2017 | 21:23

    Also ich kann mich – wie woanders auch in diesem Forum – nur wiederholen: Macht ein deutsches Mello, macht ein Casting, macht ein VE mit etabilierten Künstlern… das alles bringt nichts ohne einen guten SONG! Ein Mensch, der bleanglose Titel wie Black Smoke, Ghost oder Perfect Life für den ESC (!) nominiert, ist meiner Meinung nach extrem unklug. Ich denke mir immer: WTF? Dazu fallen mir noch ein: Full Moon, Abschied, Hör die Trommeln, Gold von Morgen und die beiden Lieder von Oceana oder dieses Protected. Vielleicht war das nur Füllmaterial oder Promotion, aber diese erstrebten Ziele reichen jetzt aber. Ich will Künster sehen, die den ESC mit einem GROßARTIGEN Song erobern wollen.

  15. Frederic

    09.06.2017 | 22:34

    Also was den Modus angeht, sehe ich hier überwiegend erfreuliche Gelassenheit mit Tendenz zu bereits kompletten Acts irgendwo zwischen klassisch deutschem VE und MF (->Eesti Laul).
    Wichtig wäre also die Vorauswahl (bei der der NDR trotz gelegentlich passabler Stücke insgesamt kein besonders gutes Händchen bewies) und evtl noch der Abstimmungsmodus – vorzugsweise inkl. Korrektiv, Panel oder eben doch Jury (glaube schon, dass das auch nach 2013 noch möglich wäre).

  16. flo

    09.06.2017 | 23:06

    Man erinnere ja auch nur mal daran, wie sehr Schreiber damals von Black Smoke geschwärmt hat, dass der NDR den Song uuuuunbedingt haben wollte… Da sieht man ja schon den Grad der Verblendung…

  17. flo

    09.06.2017 | 23:07

    Eesti Laul wäre natürlich das perfekte Vorbild… Da ist auch immer ein breites Feld dabei und durchaus auch gewagte und experimentelle Sachen. Und so gut wie jede Sparte hat schon mal gewonnen…

  18. argan

    10.06.2017 | 00:46

    Naja… auch beim eesti laul haben in den letzten Jahren die schlechteren Songs gewonnen. Und mit dem passenden Ergebnis beim ESC.
    Ihr habt schon alle recht. Der NDR miss einen VE nur richtigen Hits liefern,damit auch einer davon gewählt wird. Nur wird niemand so viel Pulver verschießen wollen, für so wenig nutzen

  19. Kowalski

    10.06.2017 | 02:21

    Schreiber&Konsorten können nicht ESC, müssen aber von sich gnadenlos überzeugt sein. Kann nur so sein, sonst hätte man längst seine Lehren gezogen und die Richtung geändert. Ich hab noch nie eine plausible Erklärung von denen gehört, für keine einzige Schlappe. Ringsherum wird nur deppert dreingeschaut und jetzt will man in kürzester Zeit ein tragfähiges Konzept erarbeitet haben? Auf welcher Grundlage bittschön? Wohl doch nur ein weiterer Versuchsballon, geschaffen für und/oder von den künftigen Nutznießern. Grotesker sind nur noch diese notleidenden Versuche, innerhalb der Community Spannung aufzubauen.

  20. Horst

    10.06.2017 | 09:15

    Letztendlich ist es das Lied selbst um das sich alles dreht. Was da angeboten wurde, war alles „Ausschußware“ oder gab es in den letzten Jahren etwas was hängen geblieben ist, oder gar hitpotential hatte? Zudem mißfällt mir, das es oft, wie in diesem Jahr, nur noch Einzelinterpreten zur Wahl gab. Desweiteren vermisse ich dann auch eine entsprechende Umsetzung auf der Bühne. Fand das bei deutschen Beiträgen alles eher etwas Ideenlos, oder wann gab es mal eine Up-Tempo-Nummer mit entsprechender Tanzeinlage? Die Radiostationen sollten auch mit einbunden werden, damit der Titel einem breiten Publikum bekannt ist, aber wie gesagt, letztendlich zählt der Titel selbst. Einen „Flop“ können auch die Radiostationen nicht zum Hit machen… auch wenn sie ihn noch so oft spielen…

  21. Little Imp

    10.06.2017 | 09:48

    @ Horst

    Oft? Seit 2012 war es dieses Jahr das erste Mal, dass wir nur Solo-Sänger/innen zur Auswahl hatten. Das ist wirklich oft…

  22. DerMoment1608

    10.06.2017 | 14:36

    @Little Imp Danke fürs unermüdliche Richtigstellen (auch der Jury-Mär immer wieder)

  23. Mariposa

    11.06.2017 | 13:04

    @ AndiTR

    Absolut – ich möchte auch keine „neue Lena“, sondern ein 80-Millionen-Volk sollte seine vielseitige Musikszene präsentieren können. Dabei ist auch ein wenig Mut gefragt…. Nur ich fürchte, daß das bei Herrn Schreiber nicht so richtig durchdringen wird. Ich tendiere ja inzwischen eher zu einer „Anti-Lena“.

  24. Mariposa

    11.06.2017 | 13:06

    @ Kowalski

    Schreiber interessiert sich für den ESC nur insoweit, daß er jedes Jahr eine Woche in einer europäischen Metropole verbringen darf. Anders kann ich es mir nicht erklären, warum er dermaßen so am Stihl klebt.

  25. Frederic

    12.06.2017 | 08:59

    @DerMomentd1608
    Ich hüpf nochmal übers Stöckchen. Wie sehr man die Wahl Cascadas der Jury in die Schuhe schieben möchte, scheint mir im wesentlichen davon abhängig, wie geeignet man La Brass Banda für den ESC befindet. Und obwohl man sich da sicher drüber streiten kann, gehöre ich eben zu den Leuten, die LBB für wesentlich origineller und auch international aufsehenerregender hielten. Eine Jury ist natürlich nicht gezwungen, das auch so zu sehen, aber der allerletzte Platz für LBB war dann doch etwas mehr als das – für mich die Botschaft: kauzige Unangepasstheit, Spielfreude und natürlich Risiko sind hier unerwünscht, berieselungsfreundliche Harmlosigkeiten (zu denen ich die Blitzkids trotz allem auch zähle) bevorzugt. Die Songauswahl der folgenden Jahre hat diesen Eindruck nicht gerade entkräftet, wobei 2017 der Tiefpunkt ist und hoffentlich auch bleibt.

  26. Mariposa

    12.06.2017 | 14:02

    @ Frederic

    LBB wären ein Gewinn für den ESC gewesen und möglichweise in Europa besser angekommen als beim breiten Spießerpublikum hierzulande. Und in der Tat: 2017 MUSS das letzte richtig peinliche Debakel für DE beim ESC gewesen sein, mehr geht nicht mehr. Vor allem darf es keine Beiträge geben, für die sich ein Großteil der Zuschauer schlichtweg nicht interessieren.

  27. Mariposa

    12.06.2017 | 14:13

    Es lebe die Unangepaßtheit – das hat sich zuletzt beim Portugal ausgezahlt…. Aber leider sind wir hier dank NDR dermaßen ins Paralleluniversum abgedriftet.

  28. Dumpfbacke

    28.09.2017 | 19:08

    wann und wo für Bewerbungen?

    ist es zu fassen? Kein Info über den Wettbewerb. Verstecken die sich? September zu Ende und nirgends ein Wort zu finden. Die haben wohl Sparhosen an, die Monitorfarben zu schade dafür?

  29. Zutiefst_Verwunderter

    23.10.2017 | 02:26

    wo ist denn der Wettbewerb?

    ist das zu fassen? Es gibt nirgends nur einen Hauch Info über die Vorauswahl und Bewerbungsadresse und Fristen!! Dabei muss es eine öffentliche Ausschreibung sein, den man macht dann einen Volksentscheid daraus!

  30. escfan05

    23.10.2017 | 17:50

    Der NDR und Herr Schreiber befinden sich gerade im Winterschlaf, immerhin haben die Verantwortlichen die große Güte bewiesen uns dummen Gebührenzahlern mitzuteilen, das es im Frühjahr ein Vorentscheid geben wird. Wer, wie, wo, was, warum, muss noch abgewartet werden. Vielleicht hat ja jemand schon weißer Rauch aufsteigen sehen. So ähnlich wie bei den Koalitionverhandlungen. Lang lebe die Transperenz beim NDR/ARD.

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