Deutschland

Unser Star für den ESC 2014 (10): Cro

Design by CRO

Mit dem Eurovision Song Contest hat für Cro alles angefangen. Denn seine erste Livetour als „Cro“ fand im Oktober/November 2011 im Vorprogramm der „Glow Tour“ von Madcon statt. Und Madcon lieferten als Votingpausenact in Oslo mit GLOW einen der größten Welthits, den der ESC in den letzten zehn Jahren hervorgebracht hast. Ist diese Koindizenz ein Zeichen? Wäre Cro ein geeigneter Vertreter für Deutschland auf der internationalen ESC Bühne?

Zur Beantwortung dieser Frage muss man wohl zuerst über diese etwas affige Pandamaske sprechen. Auch, um das Thema aus dem Weg zu schaffen. Die Maske „feierte“ übrigens ebenfalls auf besagter Glow Tour ihre Premiere. Cro versteht sich selbst weniger exklusiv als Sänger, sondern auch als Songwriter, Musiker, Produzent und Designer. In Interviews berichtet er, daß er die zufällig im WWW entdeckte Maske spontan bestellt hatte, um bei ersten öffentlichen Auftritten erstens einen kantigen Akzent zu setzen und gleichzeitig eine gewisse Anonymität zu bewahren.

Dann hat sich das Ding wohl verselbständigt und heute ist Cro = Panda Maske. Bei google wird die Kombination „Cro ohne Maske“ (in Deutschland) häufiger gesucht als die Namen aller ESC Interpreten 2013 (Cascada ausgenommen) zusammen. Voila, hier ist das (Such)Ergebnis von „Cro ohne Maske“, er ist sehr smart anzusehen:

Cro ohne Maske

Aber auch mit Maske (übrigens bei weitem nicht das einzige spätpuberäre Element in der Cro Charts Formula) macht Cro eine gute Figur, erst recht in einem ärmellosen T-Shirt seiner eigenen Fashionkollektion (vgl. Aufmacherbild). Für einen ESC-Erfolg dürfte es eher egal sein, ob er jetzt eine Maske trägt oder nicht. Schrille und/oder aufmerksamkeitsheischende Accessoires haben vielfach funktioniert, vielfach aber auch nicht. Masken haben zuletzt bei Malena Ernman eine tragende Rolle auf der ESC Bühne gespielt und das fetzte eher mäßig (was nichts über die Qualität des herrlichen LA VOIX sagt). Das heißt aber – wie gesagt – nix, ein Handicap ist der Pandalook auf keinen Fall.

Cro live

Die Person Cro (mit sehr bürgerlichen, fast provinziellen Roots übrigens  – er kommt aus dem schwäbischen Aalen) ist urban-cooler und gleichzeitig sympathischer Mainstream (mit einen Spritzer Intellektualität, so viel wie nötig und so wenig wie verkraftbar), und das ist für den ESC ideal. Aber ist seine Musik auch europafähig?

YouTube Preview ImageCro – Easy (live bei Wetten dass)

YouTube Preview ImageCro – Du

Cro selbst bezeichnet seinen Stil als Raop. So heißt sein erstes kommerzielles Album (erschienen im Juli 2012), das derzeit gerade mit fünf neuen Songs in der gefühlt siebzehnten aufgehübschten Edition (mit fünf neuen Songs) erneut gemolken wird. Raop ist eine Wortfindung aus „Rap“ und „Pop“ und mit dieser empathischen Mixtur als Sprechgesang (in deutsch), abwechslungsreichen und eingängigen Grooves und (zuweilen) cleveren Evergreen-Samples (bekannt vor allem SUNNY in seiner megaerfolgreichen Debütsingle EASY) ist Cro der mit Abstand erfolgreichste Newcomer 2012. Dafür wurde er in der gleichen Show mit dem ECHO dekoriert, in der Natalie Horler erstmals nach dem USFM-Sieg eine Treppe heruntertapste (wie Co-Blogger WM so öffentlichkeitswirksam schrieb).

Echo 2013Cro ist sozusagen die reflektiert-ironische Lila-Pause-Ausgabe von Bushido – und hat anders als dieser auch eine ausgefeilte, intelligente Merchandising-Strategie, ohne gleichzeitig unglaubwürdig zu wirken. Beim Cro-Lieblingssong der PRINZ Blogger befand er sich gar nicht im Lead, denn der kommt von den Orsons (feat. Cro). Mit dem Joint Venture HORST UND MONIKA hatten wir beim Live-Blog des Bundesvision Song Contests 2012 sehr, sehr, sehr viel Spaß (wozu sicher auch der Veuve Clicquot beigetragen hat, den es zum BVSC gab).

YouTube Preview ImageDie Orsons feat. Cro – Horst und Monika (Videoclip; das Livevideo Bundesvision Contest bei Youtube ist gesperrt)

EC-Cro ist ein kreativer Allrounder und er ist authentisch – das sind schon einmal zwei exzellente Voraussetzungen für den ESC-Erfolg. Sein Deutschroap ist allerdings sehr „domestic“ – gigantisch erfolgreich in Deutschland und Österreich, aber schon in der Schweiz wird’s schwieriger. Für den ESC müsste Cro wohl eher „Rapop“ statt „Raop“ liefern, also in einem potenziellen Beitrag den Popanteil zu Lasten des Rapanteils hochschrauben. Kurz: Mehr von EASY, weniger von WHATEVER.CroWhateverCro beim ESC (oder zumindest im Starterfeld beim ESC-Vorentscheid)? Er wird’s wohl sowieso nicht machen. Aber ich fänd’s toll, weil a) orginell, b) authentisch, c) sympathisch, d) cooler kreativer Typ. Aber, Carlo, wenn Du das hier liest, think about it.

YouTube Preview ImageFrankreich 2008: Sébastian Tellier – Divine

Dabei nur nicht an Sébastian Tellier denken. Der ist das prägnanteste (ESC) Beispiel für den Weg aus der (nationalen) intellektuell-schrägen Nische auf die ESC-Bühne, das mir einfällt. Und das hat bekanntlich nicht so super-duper geklappt.

Cro Sexy Fashion Look

 

Bisher in der Serie “Unser Star für den ESC 2014” erschienen:

Unser Star für den ESC 2014 (1): Helene Fischer
Unser Star für den ESC 2014 (2): Oceana
Unser Star für den ESC 2014 (3): LaBrassBanda
Unser Star für den ESC 2014 (4): Frida Gold
Unser Star für den ESC 2014 (5): Johannes Oerding
Unser Star für den ESC 2014 (6): Fabian Buch
Unser Star für den ESC 2014 (7): Ivy Quainoo
Unser Star für den ESC 2014 (8): R.I.O.
Unser Star für den ESC 2014 (9): Stanfour

Wir wissen zwar noch nicht, welche der von uns empfohlenen Acts am deutschen Finale in der Lanxess Arena in Köln teilnehmen, aber live dabei zu sein, das lohnt sich auf jeden Fall. Tickets für die ARD-Liveshow „Eurovision Song Contest 2014 – Unser Song für Dänemark“ gibt es für 19,90 Euro, 27,90 Euro und 36,90 Euro inkl. Vorverkaufsgebühr unter unser-song-fuer-daenemark.de. Alternativ haben die beiden deutschen ESC-Fanclubs ECG und OGAE für ihre Mitglieder Ticketkontingente im Fanblock vor der Bühne. Für eine Ticketbestellung über einen der beiden Clubs ist eine Clubmitgliedschaft Voraussetzung. Nähere Informationen findet Ihr auf den Websites von ECG und OGAE.

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9 Kommentare Kommentar schreiben

  1. Mark1993

    17.08.2013 | 20:52

    Also ich finde die Idee echt super.
    Das wäre für Deutschland nicht immer die 08/15 Musik.
    Ich würde vielleicht noch ein Feat.-Song mit Elif vorschlagen das wäre der Absolute Hammer!
    LINK:
    http://www.youtube.com/watch?v=eptSs9TzrwE

  2. Jorge

    17.08.2013 | 21:49

    Also, mit dem Namen Cro hatte ich ja auch schon insgeheim gespielt, dann fielen mir die unzähligen, hier oft genannten Gegenargumente ein:
    # Er hat mit seinem Auftritt bei Inas Nacht schon gegen den ESC-Fan-Codex verstossen.
    # Pandabären sind vom Aussterben bedroht und stehen unter Naturschutz – wie stehen Greenpeace und PETA dazu? Habt ihr das gegengecheckt?
    # Seine letzten Stücke schafften es nur auf die mittleren Chartplätze, damit dürften die ersten has-been-Star Stempel nicht lange aus sich warten lassen. ^^

    Doch Halt – Stopp: Seine Muskelspiele sind definitiv ESC-würdig und als besonderen Gag könnte man das Saalpublikum mit Pandamasken bestechen. So eine Maske verleiht auch immer den Anflug von Intellektualität, was auf Jurys durchaus reizvoll wirken könnte. Ich könnte mir auch vorstellen, dass die dt. U25 Diaspora (z.B. Erasmus-Austauschstudis) massiv für den Cro voten würden.

  3. Ospero

    18.08.2013 | 01:48

    @Jorge: Wie bitte? Die letzten Singles haben nicht gechartet? Wenn ich Wikipedia glauben darf, war die letzte veröffentlichte EP auf Platz 1. Wenn das nicht mehr ausreicht, was dann? Has-been geht definitiv anders, und das sage ich als jemand, der bei Stanfour exakt diesen Vorwurf erhoben hat.

  4. Jorge

    18.08.2013 | 06:34

    @Ospero: Die Singles(!) zeigen doch gefährlich abfallende Tendenz und wenn es dann nur zu einem Kurzalbum mit 4 Titeln mit 3 bisher unveröffentlichten Songs reicht, muss man wohl auch von künstlerischer Krise sprechen. … vielleicht war ich aber einfach nur mit Ironie-Smilies zu sparsam. ;-)
    Nebenbei fand ich die Has-Been-Keule auch bei Stanfour nicht passend. Und um das nochmal klar zu stellen, bekäme Cro von mir ein „GO“.

  5. Little Imp

    18.08.2013 | 07:47

    Aus welcher Nische kam denn dieses Jahr Kedvesem? Erscheint mir beinahe noch etwas näherliegender zu sein als Divine.

  6. nestbeschmutzer

    29.08.2013 | 16:57

    Den Vorentscheid könnte er mit deiner Popularität gewinnen aber dass die Pandamaske beim ESC funktioniert möchte ich bezweifeln.
    Aber er wird nicht wollen weil er einfach zuviel zu verlieren hat. Der ESC gilt nicht unbedingt als cool bei seinen jugendlichen Fans.

  7. Cro

    06.10.2013 | 11:17

    Die Idee ist echt Klasse, wäre mal ein etwas anderer Künstler aus Deutschland. Allein schon die Sache mit Künstlern hinter Masken hat ja beim ESC eine gewisse Tradition, denkt mal an Lordi. Die haben sich auch hinter Masken versteckt, und waren ganz anders als alle anderen. Also ich fände es TOP!

  8. Mopsi

    12.03.2014 | 18:35

    Bekommt mal individuellen Musikgeschmack

    Wer auf sowas abfährt, muss schon ein hartes Leben gehabt haben. Schlechteste 08/15-Mukke, die es gibt, lyrisch und musikalisch niveauloser als so gut wie alles andere Deutsche.

  9. nicole

    27.09.2014 | 10:19

    carlo

    cro the best carlo du musst keine maske tragen du bist hübsch

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